Leider ist das Grundproblem ein akademisches Problem,
und als solches bekannt.
Der Pabst, als alter Lateiner, neigt dazu,
-Gedankengänge durch lange Schachtelsätze aufzubauen,
-die dazu noch mit allerlei Zitaten gespickt sind.
Das Problem hierbei,
während sich der Grundgedanke erst über mehrere Sätze erschliesst,
ist es für den durchschnittlichen Deutschen nicht möglich,
aus der Vielzahl der Schachtelsätze immer gleich den Grundgedanken zu erkennen,
also zu verstehen, was gemeint ist.
Darum wird der Durchschnittsdeutsche sich auf einige markante Aussagen konzentrieren, und sie dem Redner zuordnen.
Dabei geht verloren, ob er nun eine Aussage aus einem Zitat, oder aus einem Nebensatz wahrnimmt.
Bis vor wenigen hundert Jahren wurde in der deutschen Kirche grundsätzlich nur in Latein gepredigt,
weil man es für unnötig hielt,
dass der Durchschnittsdeutsche (ohne Lateinkenntnisse) die Rede überhaupt verstehen konnte.
Als man danach dazu überging, die deutsche Sprache auch in der Predigt einzuführen,
war der Grund,
man wollte von den Menschen verstanden werden.
Darum bemühte man sich um eine einfache und klare Sprache, damit die Botschaft ankam.
Bei der jetzigen Auseinandersetzung fragt man sich,
wenn sich der Pabst bei einer TV Übertragung zu einem sensiblen Thema, wie dem Islam äussert,
warum muss er dann überhaupt Zitate mit abschätzigen Islamäusserungen anführen,
und kann darüber nicht abstrakt sprechen,
wenn es doch seine Absicht war, sich für den friedlichen Austausch einzusetzen.
Mit einfachen Worten muss man dazu sagen,
--- es war ein Fehler ---
er hat sich wieder der lateinischen Gedankenstruktur hingegeben,
die er nur mit deutschen Worten formulierte,
aber ohne daran zu denken,
wie seine Rede aufgenommen wird.
Typischer Fehler von Kopflastigkeit und fehlendem Basisbezug.