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Der Niedergang von Patpong

Diskutiere Der Niedergang von Patpong im Thailand News Forum im Bereich Thailand Forum; Das Geschäft ist am Ende Paptpong wurde in die Knie gezwungen. Das ist der erste Teil eines zweiteiligen Berichtes. Wenn die 2-Uhr-Sperrstunde...
Jinjok

Jinjok

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Das Geschäft ist am Ende

Paptpong wurde in die Knie gezwungen. Das ist der erste Teil eines zweiteiligen Berichtes. Wenn die 2-Uhr-Sperrstunde der Anfang vom Ende Patpongs als Bangkoks führendes Unterhaltungsviertel für Erwachsenenunterhaltung war, dann ist die APEC-Reinigungsarie ein´weiterer Sargnagel.

Als die Shinawatra-Administration ihre neue Sozialordnung propagierte und konsequent die 2-Uhr-Sperrstunde für Unterhaltungs-Etablissements durchsetzte, waren Patpongs Sex-Shows der 2. Etage hart getroffen. In den Markenzeichen der Gegend, den Erdgeschoß-Gogo-Bars waren oft bedeutend mehr Service-Damen als Kunden anwesend. Früher begann das Nachtleben von Patpong gegen 22 Uhr und erreichte gegen Mitternacht seinen Höhepunkt und hielt bis 4 Uhr morgens an, sagt ein langjähriger Betreiber einer Soi-Bar. Um 2 Uhr zu schließen hat uns einen bedeutenden Teils unserer Einnahmen gekostet. Ob die Leute es wahrhaben wollen oder nicht, die Sexshows waren der Motor der Geschäfte von Patpong und wurden durch die Regelungen schwer getroffen.

Vor 6 Jahren beschränkte sich die Polizei darauf, Harcore Shows zu verbieten, was damals schon unsere Einnahmen stark dezimierte. Die verbliebenen Sex-Shows in den 2. Etagen überlebten aufgrund der ausländischen Kunden zwischen Mitternacht und 4 Uhr. Die Schließung um 2 Uhr läßt uns keine Chance zum Überleben. Die meisten schleeßen jetzt für immer.

Der Unternehmer erläutert am Beispiel einer 2nd Floor Bar die Einbrüche. Die Einnahmen sanken an dem Verbot der Hardcore-Shows von 1,3 Mio THB pro Monat auf 500.000. Und als die 2 Uhr-Regel kam und die Einnahmen die Ausgaben nicht mehr deckten, schlossen die Bars ganz. Ich selbst habe schon 15 Mio THB (1 Mio monatlich) Verluste gemacht, sagte der Präsident des Patpong Residents Club Prapan Poomchawsuan, welcher diverse Geschäfte dort betreibt. Neulich waren in einer seiner Gogo-Bars ein Dutzend Frauen am Gogo-Tanzen und nicht mal halb so viele Kunden im Laden.

Eine halbe Stunde nach Mitternacht in den überlebenden Sex Shows der 2. Etage, welche früher übervoll mit Männern waren, sind die Hälfte der Tische leer und die wenigen Männer sind umzingelt von Frauen. Andere Frauen starren auf die Eingangstür, desperat auf einen Kunden hoffend. Es wird keine Sex Shows bis nach dem APEC-Meeting geben. Es ist eine strikte Weisung, erklärt die Bikini-bekleidete Showfrau. Alle nachgemachten Markenwaren des ehemals überfüllten Fußweg-Nachtmarktes zwischen den bars sind verschwunden. Hier suchen die vielen Kunden vergeblich nach den wenigen Verkäufern.

Die APEC-Delegierten sollen solche Waren hier nicht sehen, sagte der Gemeindevorstand Prapan. Es sollte in seiner Funktion diese Botschaft allen Händler übermittlen. Also sind alle nachgemachten Produkte, die vorher 80 der Einnahmen der Händler ausmachten, von den Ständen verschwunden. Seit letzter Woche gibt es nur noch handgemachte Souvenirs zu verkaufen. Musikbars und Resaturants waren auch ein bedeutender Teil des nachtlebens von Patpong. Aber auch sie leiden unter den ausbleibenden Kunden. Einige wenige sind zwar immer noch mit Tanz und lauter Musik Anziehungspunkt für hier lebende Ausländer und Thais, besonders gegen Ende der Woche, aber auch deren Geschäfte sind vom Einbruch betroffen.

Mehr Musik bitte, schrie ein westlicher Gast in Richtung der DJ-Kabine als letzte Nacht exakt 2 Uhr das Licht anging und die Musik verstummte. Das ist das letzte Mal, daß ich hierhergekommen bin, murmelte der Gast als er davon überzeugt wurde, daß die Party vorbei ist. Er brach mit einer Gruppe und 6 Jugendlichen aus Hong Kong auf, welche auch verstimmt darüber waren, daß ihr Abend so verkürzt wurde. Ähnliche Szenen ereigenen sich fast jede Nacht, besonders am Wochenende sagt ein Türsteher.

Der Druck wird sich weiter erhöhen, wenn das Verbot vom Alkoholverkauf tagsüber auch noch durchgesetzt wird. Wenn die Tagesbarbetreiber vor 18 Uhr keinen Schnaps verkaufen dürfen, dann ist es nicht ausgeschlossen, daß auch sie schließen werden. Wenn die Bars schließen, verlieren hunderte von Leuten ihren Job, sagt ein Besitzer. Nun fragen die Patpong-Betreiber, warum ausgerechnet Ihre Gegend für solche Repressionen ausgesucht wurde.

Wir verstehen und unterstützen die Ziele der neuen Sozialordnung, aber warum wird sie nur hier durchgesetzt? Darf die Khao San Road tagsüber Alkohol ausschenken?, Gibt es am Nana Plaza ähnliche Beschränkungen für die Sexshows, wie wir sie haben?

Man darf nicht vergessen, daß Patpong mehr oder weniger das Symbol für Thailands Ruf als "Spaß- und Unterhaltungsland" und dem Land viel geld eingebracht hat. Patpong wird sterben wenn das so weitergeht, sagt Prapan. Unten auf der Soi versuchen junge Männer mit Handzetteln, die die verbleibenen Attraktionen auflisten, Kunden in die Etablissements zu locken.

"Keine Gebühr, Bier Singha nur 90 THB, Importbier nur 120 THB, sagen sie und fügen Beschreibungen der Sexshows hinzu. Ihre Zielgruppe sind hauptsächlich ausländische Touristen. "Siend sie Zhai? Oh nein wir haben keine Sexshows - Zutritt nur für Mitglieder" wird einem Thai mit chinesischem Aussehen der Zutritt zu einer Show verwehrt.

Ein andere Schlepper sieht sein Chance für ein Geschäft. "Hehe warte Mann" ruft er dem möglichen Kunden hinterher. Dann bringen sie ihn zu einer ehemaligen Sexshow, wo Gogo-Tänzerinnen Playback zu Discomusik singen und das Bier 200 THB kostet. In schweren ist Zeiten ist das die Art, wie die Patpong-Leute versuchen zu überleben.

Kamol Sukin

Quelle: THE NATION - übersetzt vom Jinjok

Kommentar von mir: Prapan,d er Vorsitzende der Residenten von Patpong sollte nicht Vergessen, daß Thailand im Ausland nicht zuerst den Ruf eine Spaßlandes hat, sondern den des Mekkas der Prostition und genau das ist der "Verdienst" von Patpong zusammen mit Pattaya.
 
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seven

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Ein Verlust wäre es nicht, wenn die Patpong eine normale Straße wird. Ich bezweifle aber, dass dies nur die Patpong so hart trifft, die anderen Zentren müssen um die selbe Uhrzeit schließen.
Warten wir mal die nächste Wahl ab, die kann einiges verändern.
 
phimax

phimax

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Wie immer man dazu stehen mag, eins sollte man dabei nicht vergessen:

Das BIP Thailands ensteht zu 55% im Dienstleistungsbereich.

Quelle, dort Länder & Branchen -> Länder & Regionen -> Asien/Ozeanien -> Thailand
Lange Links funktionieren nicht mehr richtig

Michael
 
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seven

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Was auch immer diese Statistik aussagt, sicher ist, dass damit wohl weniger die Gogo-Bars und die horizontalen Dienstleistungen gemeint sind. ;-)
 
phimax

phimax

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Ja, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung hat schon Generationen von Studies in die Verzweiflung getrieben... ;-)

Und natürlich sind Dienstleitungen (http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstleistung) mehr als das, was i.a. in Bars geboten wird. Aber unterschätze nicht die Spill Over Effekt auf andere Märkte...

Vielleicht können da involviertere Kenner der Lage vorort mehr zu schreiben.

Michael
 
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brecht

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Also ich bin der Meinung das sie sich da ins eigene Fleisch schneiden aber es wird nur durch eines zu verhindern sein das einen Regierungsswechsel.
Denn das ist doch ein Kreislauf.Kommen die Gäste nach Patong nicht mehr werden die ganzen Hotels Pensionen schliesen müssen dadurch wird das ganze Service Personal Arbeitslos die Mädchen in den Diskos,Bars usw möchte ich noch gar nicht erwähnen.
Trotz allem wird die Regierung es nicht abschaffen das ganze Milieu zu zerstören da die ganzew Industrie davon lebt und das werden sie schnell merken.

Grüße
 
DisainaM

DisainaM

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Tatsache ist, das sich das Spektrum in Thailand verändern wird.

Einmal durch die verstärkte Nachfrage der chinesischen Sextouristen,

Chinesische Sextouristen werden Nr. 1

welche sich eher in Busladungen in die großen Massage-paläste verfrachten lassen,
die weiter stark expandieren,
http://www.midnightthailand.com
worauf die Behörden selbstverständlich auch reagieren,
http://www.thaivisa.com/index.php?514&backPID=10&tt_news=525

und ihre Ziele klar gestellt haben,
http://www.thaivisa.com/index.php?514&backPID=10&tt_news=493

doch es gibt auch andere Interessengruppen;


"I used to buy whole trays of Rolex watches for police officers. I used to carry cash in black plastic bags for them," Chuwit revealed in his first salvo fired at the police. This was followed by the charge that he pays the police bribes worth 12 million baht ($287,000) a month for the six massage parlors he runs.
http://www.thaivisa.com/index.php?514&backPID=514&begin_at=100&swords=Source&tt_news=460

Darum muß man abwarten, welche Gruppe sich am Ende durchsetzen will.

Doch absehbar scheint, das es immer weniger Plätze für den einzel-reisenden Sextouristen geben wird,
und immer mehr Orte, wo Busladungen herangekarrt werden können.

Thailand bemüht sich auf dem APEC Gipfel zwar, mit den anderen Mitgliedsstaaten Strategien zu entwickeln,
um das derzeitige große Abschöpfen von China, bei Wirtschaftsinvestitionen aus dem Westen zu stoppen,
doch wird der Trend sich kaum stoppen lassen,
und China wird durch den damit profitierenden Wohlstandszufluss immer stärker auch die Bedingungen diktieren, die die prosperierende Mittelschicht (unverheiratete Männer/Folgen der selektiven Ein-Kind-Politik) bei ihren Urlaubsorten + Angeboten stellt.

--------------------------------------------------------------------

p.s. Da Quellenlinks zur Nation + BKKPost nur kurze Zeit bestehen,
besser Nachrichten verlinken aus :
http://www.thaivisa.com/index.php?514&backPID=514&swords=Source&begin_at=0
 
I

Iffi

Gast
Parallel zu den zwei Patpongs verläuft die Thaniya Road, oder so ähnlich. Diese ist breiter und man kann gemütlich durchschlendern. Dort verkehren japanische Qualitätstouristen und die Mädels sind weitaus hübscher und besser gekleidet. Manche sehen allerdings jünger als erlaubt aus. Japaner brauchen ja immer den besonderen Sex-Kick, sonst läuft bei den Jungs nichts mehr. Wie vermehren die sich eigentlich?

Aber mal unter uns. Patpong ist doch schon längst zur eigenen Legende verkommen. Da bedarf es keiner 2Uhr Sperrstunde zur Überflüssigkeit mehr, wie sich so manche wünschen. Und wie wir alle wissen, ist die eigene Legende zu Lebzeiten der schleichende Tod und reine Vorbereitung zur Todesanzeige.

Auch der Bohlen wird das in nicht allzu entfernten Zeiten erfahren.

Für mich geht hier eine Aera zuende, die noch voller intensiver Schicksale war, fern von gewöhnlicher Gleichschaltung und East-meets-West Normalität, wie das Strassenbild in der BRD,Ö,CH mittlerweile suggeriert. Schade!

Aber glaube hier nur keiner, dass die Thai Offiziellen den Laden zu machen wollen. Die wissen selber, dass die Luft und Exotik raus ist und sinnen über eine Wiederbelebung nach. Offiziell braucht das natürlich den moralischen touch.
 
S

Sakon Nakhon

Gast
ich stelle mir gerade vor wie ole von beust wegen eines staatsbesuchs in hamburg die reeperbahn "stubenrein" macht und die etablissements um 2 uhr schliessen lässt... ;-)
 
Jinjok

Jinjok

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Patpong ersucht um Befreiung

Verbot von Sex-Shows und 2 Uhr-Sperrstunde senden "Fun-Money" an Singapore´s und Malaysia´s Barbesitzer

Die Unternehmer von Patpongs schmachtenden Nachtclubs und Bars wollen ihr Gebiet als "Night Entertainment Zone" deklariert haben und damit vom Gesetz der Sozialordnung ausgenommen sehen, welches ihre Geschäfte tötet. Wenn das erreicht werden, dann werden die Sex-Shows und All-Night-Bars entlang der Patpong und der Silom überleben, beides langexistierende Centren der ungezügelten Nacktheit und All-Night-Bars.

Die Gesetze zur Sozialordnung wurden von der Shinawatra-Administration erlassen um eine Verschärfung der Drogenbekämpfungen und des Konsums von Alkohol unter Minderjährigen zu ermöglichen. Genauso das Gesetz, daß Hochprozentiges nur zwischen 18 und 2 Uhr ausgeschenkt werden darf. Spezielle Zoneneinteilungen um Patpong und Silom von den Gesetzen auszunehmen würden nicht nur die Jobs von tausenden Arbeiterinnen sichern, sondern würde sich auch gut auf diese Art Tourismus auswirken, sagen Barbesitzer. Wenn die Gesetze nicht gelockert werden, suchen sich die Sex-Touristen Nachtunterhaltung in Singapore und Malaysia, behaupten sie.

Man muß die Tatsache anerkennen, das Patpong seit Jahrzehnten mit den Sex-Shows-Geschäft identifiziert wird, sagt Praphan Poomchawsuan, Präsident des Patpong Residents Club, welcher ettliche Etablissements betreibt. Wir beschäftigen tausende von Leuten von Gogo-Frauen über Bardamen und Kellnerinnen hin zu Djs, Türstehern und Kassierinnen. Diese würden arbeitslos, was die Kriminalitätsrate weiter erhöhen würde, droht er.

Malayisa und Singapore haben neulich erst das Öffenen von Bars über Nacht als Nacht-Unterhaltungsattraktionen erlaubt. Sie haben unsere gutaussehenden Showfrauen engagiert in ihren Ländern zu arbeiten, einige als Ausbilderinnen für deren Frauen, fügt er hinzu. Prapan sagt, es ist Sache der Politik entweder die Nachtunterhaltung in Patpong und Silom zu erhalten oder sie zu beenden. Was wir brauchen ist ein Zonen-Recht was uns erlaubt Dinge zu tun, nicht wie heute, wo es Dinge verbietet und scharf kontrolliert, empfielt ein Betreiber.

Prapan sagt, die Einrichtung einer Zone für Nachtunterhaltung ist bereits zwischen Betreibern von Sex-Shows, dem Innenministerium und der Polizei diskutiert worden. Den Unternehmern von Patpong wurde versprochen, daß sie eine Spezialzone bekommen würde, wenn dem Sozialordnungsgesetz entsprechen würden. Das sei aber nicht passiert.

Es gibt keinen Fortschritt auf dem Gebiet, während unsere Geschäfte eingehen, sagt Prapan. Der Innenminister hat seine Sozialordnungspolitik, benötigt aber noch unterstützende Legitimierung, welche jetzt vor dem Parlament ist. Die Patpong-Geschäftsleute sind sich über die Richtung der Politik nicht im klaren und brauchen genaue Richtlinien.

Soziale Ordnung ist akzeptabel für uns. Die Politik ist gut und wir sehen keinen Effekt auf unsere Geschäfte vom Verbot von Drogen und Alkoholkonsum unter 20 Jahren. Aber die 2 Uhr-Sperrstunde trifft uns genauso hart wie das Verbot von Hardcore-Shows. Als Veteran in Polzeidienst in Patpong als Bangrak Police chief seit 2 Jahren sagt Police General Krailert Buakaew, er unterstützt die Zonen-Idee, versteht aber die Probleme mit der raschen Umsetzung in die Praxis.

Das Beste was sie jetzt tun können ist die stikte Befolgung der Sozialordnungsgesetze, keine Sex-Shows und keine Öffnung nach 2 Uhr morgens. Keinen Ausschank an Jugendliche unter 20 Jahren, keinen Ausschank generell vor 18 und nach 2 Uhr, keine Drogen und kein Verkauf von nachgemachten Markenwaren, sagt der Polizeichef.

Ich tue mein bestes als Verantwortlicher Polzist in diesem Gebiet, wir senden Offiziere in zivil jede Nacht in jede Sex-Show-Bar um sie zu beschützen, 7 Tage die Woche. Aber ist sehr schwer für uns, die Sozialordnungsgesetze in Patpong durchzusetzen. Wir verstehen die Situation der Geschäftemacher wie auch die der Politikmacher.

Kamol Sukin

Quelle: THE NATION - übersetzt vom Jinjok
 
L

Loma

Gast
Zunächst Danke für die beiden interessanten Berichte.
Nach der APEC-Konferenz wird sich das schon wieder legen, davon bin ich fest überzeugt. In der Patpong war ich schon lange nicht mehr. Warum 200 Bath für ein Bier bezahlen wenn es das woanders für 90 Bath in einer ähnlichen Go-Go-Bar gibt ? Die "Marken"-Ware kann ich auch woanders billiger beziehen.
Auch habe ich mehrfach von Touristenabzockererei und Bedrohung gehört. Die 2 Uhr Sperrstunde finde ich gar nicht mal so schlecht.
Beugt der Kriminalität vor. Was habe ich davon bis um 04:00 h in der Bar zu hocken und mein nächster Urlaubstag ist halb verloren ?
Dafür geht es doch früher los und man muß nicht bis Mitternacht warten wie z.B. in Spanien.
In Pattaya wollte man bereits letzten Winter die 02:00 h Sperrstunde einführen. Was geschah ? Lichter auf schummrig gedreht, "Boom-boom"- Musik leise und Ladies und Gäste rücken enger zusammen. Kein Farang hatte was dagegen...
Daß in Malaysia und Singapore auf einmal der Sex-Tourismus losgeht glaubt doch wohl keiner im Ernst. In SIN gibt es nur "Member-Clubs" mit Preisen jenseits von Gut und Böse und in KL ist tote Hose.
Gruß Loma
 
S

Samuianer

Gast
"Ich glaube nur Statistiken die ich selber gefaelscht habe!"
-Churchill-

So ist das mit dem horizontalen "Dienstleistungsgewerbe" was da alles dran haengt....wer die Patpong, Soi Cowboy, Nana, Pattaya, Patong, die Gegend um den Nightmarket in Chiang Mai aus den 'goldenen Zeiten' kennt der weiss was die meinen die den Niedergang beklagen - es geht nicht um 'billigen Sex' um 'Schmutziges', es geht um Nightlife, Entertainment in all seinen exzessiven Extremen, warum nicht? Bangkok, Manila, Singapore, Shanghai, ja selbst Rangoon, Hanoi, Makao, selbst Beirut waren dafuer bekannt feinste Unterhaltung in allen Facettierungen des Lebens zu bieten.

Wem sowas unmoralisch ist, der brauch ja nicht hingehen der kann in der Kirche hocken bleiben!

Nachtleben per Dekret zu unterdruecken foerdert den Untergrund, mafioese Strukturen, die ganze graesslich Grauzone...nichts anderes!

Singapore heuert schon Bangkok's "Beauties" an...Malaysia ist 'en route'...die haben ja jahrelang zuschauen duerfen wie hier das Geld gescheffelt wurde-jetzt kommen ihnen da ein paar "Saubermaenner" entgegen die garnicht so saubere Westen haben-nur einen guten Klarspueler...aber hoechstwahrscheinlich wird langsam auch die Klientel dorthin folgen...Shanghai ist schon gut drauf und dran ein 'very vibrant' Nightlife zu entwickeln - haben doch gerade die Chinesen vieles nach zu holen....



;-D
 
L

Loma

Gast
Früher war sowieso alles besser...Aber bestimmte Sachen gehen heute halt nicht mehr und damit muß man sich abfinden.
Manila ist Nightlife für Lebensmüde (das Land sieht mich nie wieder) und Shanghai kenne ich nicht.

Es geht doch auch darum, daß das Nachtleben Sanuk bringt und nicht die Welt kostet wie z.B. in Singapore. Da ist Thailand unerreicht und wirds auch bleiben.

Gruß Loma
 
D

dawarwas

Gast
Patpong gehoert zu BKK wie der Dom zu Koeln oder die Reeperbahn zu HH.

Auch ein Alcoholverbot am Tage ist ne Sauerrei.
wer was zu Saufen will, wird es schon bekommen. Also kann es nur dazu dienen es dem Patpong so schwer wie moeglich zu machen.
Ich spreche mich eindeutig gegen das "Verkommen" des Patpong aus.
Bin zwar selten dort, in Gogos schon gar nicht, aber es gibt gerade wegen dieser auch sehr viele gute Resteraunts und andere gute Dinge dort.
 
Jinjok

Jinjok

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@ Loma
Die Hardcore-Shows sind seit Ende der 90er schon tabu und haben zu einen ca. 60%igen Einbruch der Absahnerei geführt. Aber von den verbleibenden 40% konnten sie noch mal ein paar lange jahre gut leben. Die 2 Uhr Sperrstunde ist nun auch schon mal als einem Jahr usus. Die hat dann aber die Gewinnmarge nochmal halbiert. Seitdem müssen die Sexbetriebe und bargeschäfte mit kaum 20% der Gewinne von Anfang der 90er Jahre auskommen und das geht bei vielen an die Substanz.

Neuer ist die Ausschankbeschränkung von Hochprozentigen vor 18 Uhr. Jetzt extra für APEC kommt noch der Crackdown an den Straßenhändlern mit den nachgemachten Markenwaren. Das Jahr war ja überhaupt schon mager wegen dem Iraq-Krieg und SARS. Nun es es soweit, daß jede weitere kleinste Einschränkung/Repressalie sofort die Schließung von weiteren Etablissements zur Folge hat, weil sich das Weitermachen einfach nicht mehr rechnet.

Ich hab mir vor ein paar Jahren nachmittags mal eine der beiden Sois angesehen, als wir zum Lumpini-Park wollten. Wegen mir könnten die ganze Ecke platt machen und Wohnungen oder ordentliche Geschäfte dort bauen. Und wenn die Sextouristen nach Malaysia oder S`Pore abwandern, wird das in der Chefetage der TRT-Partei keinen zu Tränen rühren. Bangkok hat jeden Abend ausreichend Aktivitäten und Places to go to und da ist 2 Uhr für die meisten wohl auch lang genug. Die anderen müssen halt wo anders ihren Bedürfnissen nachgehen. :rolleyes:
Jinjok
 
G

garni

Gast
Genau Jinjok, deshalb fliege Ich in 3 Tagen nach Kuba.
Gruß Matthias
 
I

Iffi

Gast
OK, akzeptiert, jetzt gehör ich auch zum alten Eisen.

Der Christopher G. Moore wird es mir verzeihen. I give up.

Patpong ist (war) eben nicht nut technisch gesehen ein live-F.ck Meile. Es war eine Schicksalsmeile. Und die zweite Generation der Töchter lebt heute im deutschsprachigen Raum.

Viele ehemalige Ex Vietnam haben sich dort anfangs niedergelassen und die besten Bars geleitet. Da träumt ja heute nur jeder davon, denn sie sind mittlerweile von Thais übernommen. Natürlich sinkt die Qualität und die heutige Generation sieht Patpong natürlich mit anderen Augen.

Ich will es mal aufrichtig sagen. Seitdem die Thais Patpong übernommen haben, geht es den Bach runter.

Aber es ist nicht nur ihre Schuld. Die Exotik iss wech. Warum wohl sind die Maschinen nach Bangkok das ganze Jahr über überbucht? Es ist nicht's besonderes mehr, sich eine Susi in Thailand anzulachen, obwohl es manche noch so sehen wollen und immer noch im ersten Urlaub in vermeintlich unsterbliche Liebe verfallen.

Mein Mitgefühl mit der dtsch. Botschaft.

Patpong wird bleiben, aber die verzweifelten Weltenbummler meiner Tage, kombiniert mit tierischer Lebenserfahrung wird man dort nie mehr finden. Nun ist alles recht "gewöhnlich"

Diese Zeiten sind unwiderruflich vorbei.

Sehne ich mich danach zurück? Nein! Ich bin dankbar für die Erfahrung, die ich damals machen durfte und 2:00 Uhr Sperrstunde oder F.ck-Show verboten oder nich, iss mir egal. Ich arbeite gerade an meiner Thai Airforce Holden. Das Leben geht weiter.

Aber ohne Patpong wäre ich zu blöd dazu.
 
M

mrhuber

Gast
Aber ohne Patpong wäre ich zu blöd dazu.
Diese Bemerkung versteht man, oder man versteht sie nicht. Wenn man sie nicht versteht, sollte man auch nicht nach einer Erklärung suchen.
Das wäre ebenso von Mißerfolg gezeichnet wie das Erklären einer Pointe nach einem Witz.

Die Demontierung der Toleranz nimmt seinen Lauf. Außerhalb der Norm sich befindliche Moralvorstellungen werden hochnäsig fingerzeigend und erschreckend verspießt hingestellt als niedrige Beweggründe und wertloses Ansinnen.

Patpong ist nur ein kleines Beispiel dessen, was ich meine. Es ist viel mehr als käuflicher Sex, den es ja bekanntlich überall gibt.
Es ist immer wieder die Einschränkung der freien Entscheidung, des freien Denkens, Bewegens, die Beschneidung der Phantasie und der Lebenslust, die mich nicht nur ärgert, sondern schön langsam verzweifeln läßt.

Was wäre die Welt ohne die Außergewöhnlichkeit, ohne Lebensexperimente, ohne die Lust auf Erfahrung, ohne das bunte Treiben derer, die sich nicht lange erklären müssen um sich zu verstehen.
Aber es wird reglementiert, gleichgeschaltet, verboten, und alles angegriffen, was die Ordnung auch nur im entferntesten zu gefährden scheint.

Der Raum wird eng.

Hätte ich nicht immer wieder am Rande dessen gelebt, was mir immer wieder als "normal" versucht wird zu verkaufen, wäre ich auch zu blöd, um weiterzuleben.

Bester Gruß
Karlheinz
 
Micha

Micha

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Sirs,

wenn ich Eure Texte hier lese, beschleicht mich das Gefühl, mir könnte da in Thailand irgend was entgangen sein. :nixweiss:
 
M

MenM

Gast
@ Jinjok
Ich hab mir vor ein paar Jahren nachmittags mal eine der beiden Sois angesehen, als wir zum Lumpini-Park wollten. Wegen mir könnten die ganze Ecke platt machen
Du sollst da nicht nachmittags "vorbeilaufen" aber spaetabends mal hingegegangen sein. Ich waehle hier vorsaetzlich der "passed times" weil ich der meinung bin der niedergang Patpong's hat schon angefangen seit da einen Nightmarket "installiert" wuerde. Also diesen grossen in mitte der strasse. (Fruher gabs da auch verkaufer an der seiten, passte aber im ambiente). Und JJ, bitte versuch nicht heiliger zu sein wie der papst, das schafft er selbst auch nicht ;-)

Patpong IST Bangkok, das stimmt schon. Wenn es jetzt zugemacht wird werde ich es auch nicht vermissen. Aber, mal ehrlich, wer von uns war nicht da ? Es gehoert zu eine " muess gesehen haben " touri-einlage, wie der Eifelturm in Paris, Manneke Pis in Bruessel, die Wind-muehlen in Holland usw..
Was Nightlife angeht, wenn Patpong zugemacht wird, wird es wohl irgendwo was anderes geben. Menschen bleiben halt menschen ;-D Aber was dieses rot-licht-geschaefft angeht, habe ich es lieber "offentlich" und kontrolliert, wie irgendwo im dunklen....ist fuer ALLE betroffenen besser.

Ich werde jetzt nicht ueber damals berichten, wie es einen vorredner es schon auf dem punkt gebracht hat : Frueher war alles besser, schoener,..usw.. schade fuer diejenigen die es nicht erleben duerften :O ;-D

MFG :wink:
 
Thema:

Der Niedergang von Patpong

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