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Der letzte Abschnitt

Diskutiere Der letzte Abschnitt im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Was mir die die ganze Zeit keine Ruhe gelassen hat, ist das Wort „Jack(a)dien“, das weiter oben benutzt wurde, es sollte der Name des Insekts...
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Was mir die die ganze Zeit keine Ruhe gelassen hat, ist das Wort „Jack(a)dien“, das weiter oben benutzt wurde, es sollte der Name des Insekts sein, das gegen Abend den schrecklichen Lärm verursacht. Das Wort kennt so keiner von meinen Bekannten. Es scheint nicht zu existieren im Thai. Daher bin ich jetzt zu der Meinung gelangt, es ist lediglich eine Verballhornung des Wortes ตั๊กแตน (dtag-ga-tään), was einfach Heuschrecke bedeutet.

Da unsere Thaimedizin, wenn man das schrecklich bitter schmeckende Getränk so bezeichnen kann, zu Ende geht, bin ich auf Wunsch meiner Frau nochmal mit ihr zu der „Heilerin“ gefahren und wir haben 5 Flaschen gekauft. Während meine Frau mit der Dame sich unterhielt (auf Südthai, das verstehe ich sowieso nicht), habe ich mich nochmals in dem zugehörigen kleinen Tempel umgesehen und ein paar Fotos geschossen.

Dabei ist mir etwas Interessantes aufgefallen. Es gibt einen kleinen Altar, der ist eindeutig der Mutter von König Bhumiphol und dem vorherigen König Ananda geweiht! Denn da steht สมเดจย่า ธูป 9 ดอก (somdedya thuub 9 dork). สมเดจย่า aber ist eindeutig die liebevolle Bezeichnung („königliche Großmutter“) für die Mutter Bhumiphols und Anandas. Ihr eigentlicher Name war Srinagarinda. Sie starb 1995 94jährig.

„thuub 9 dork“ schreibt vor, dass man an diesem Altar 9 Räucherstäbchen zu verbrennen hat. An den verschiedenen Personen und Altären steht jeweils, wie viele Räucherstäbchen man anzünden soll, das geht von 3 bis 9 Stück.

Auf dem Altar sieht man, was der Somdedya geopfert wurde, u.a. 10 Gläschen Tee, ein Stapel gefaltete Goldpapiere.

Es ist das erste Mal, das ich in einem chinesischen Schrein einen Altar für eine erst kürzlich verstorbene Person sehe. Ich habe die Heilerin gefragt, warum sie Somdedya verehrt und ihr einen Altar errichtet hat. Das passe wegen des hohen Alters, in dem sie gestorben sei, zu diesem „Haus des Heilens“, erhielt ich zur Antwort.
somdedya.gif




Aber in fast jedem chines. Tempel sehe ich etwas, was ich vorher noch bei keinem anderen Tempel gesehen habe. So sah ich kürzlich ein Bild in einem chines. Tempel, das mich erstaunt hat. Es stellt einen Richter mit zwei Beisitzern dar. Der linke -von uns aus betrachtet- trägt eindeutig eine Art bayrischen Hut! Der rechte dagegen eine typisch chinesische, alte Kopfbedeckung. Doch ist die linke Person natürlich kein Farang. Um wen es sich handelt, steht auf Thai und Chinesisch dabei. Auf Thai lese ich ยูไลฮุดจ้อ (Yulai Hudjor). In westlicher Literatur spricht man von Tathagata-Buddha. Das ist eine mysteriöse Person, die auf vielfältige Weise interpretiert wird, die ursprüngliche Bedeutung ist verloren gegangen. Buddha selbst soll in einer Schrift „Tathagata“ anstelle von ich, mein, mir, mich benutzt haben! Ich hätte das Bild gar nicht abfotografiert, hätte die Person nicht diesen augenscheinlich von Europa inspirierten Hut auf.
Farang.gif
Farang 2.gif




Wenn ich mein Leben überdenke (jetzt, gegen Ende, mache ich das), sehe ich, dass viele „Zufälle“ mein Leben bestimmt haben, das viele „Zufälle“ meinem Leben neue Impulse und neue Richtungen gegeben haben. Die Frage ist nur, und das interessiert mich jetzt wirklich, sind es wirklich Zufälle? D.h., wären sie auch ohne Weiteres anderen Menschen passiert, oder lagen sie in mir begründet. Etwa in meinen Interessen?

Beim ersten wesentlichen „Zufall“ sieht es tatsächlich so aus. Damals, etwa als ich 16 Jahre alt war, interessierte ich mich für Insekten. – Ich war Gymnasiast und ging in Bad Godesberg auf eine von Jesuiten geleitete Schule. In dieser Klosterschule lebten ein paar alte Patres, mit denen wir Schüler an sich nichts zu tun hatten. Einer davon war ein Prof. Schmitz, emeritierter Professor für Entomologie. Er wurde Fliegen-Schmitz genannt, weil er Spezialist für eine Fliegengruppe (so genannte Phoriden) war. Den wollte ich unbedingt kennen lernen. Aber wer im Kloster in Klausur lebte, den konnte man nicht ohne triftigen Grund aufsuchen. Als ich dann einmal in unserem Garten war, fielen mir schwarze Ameisen auf, über ihnen schwebten winzige schwarze Fliegen, die sich auf die Ameisen herabstürzten. Ei, dache ich, das wäre eine Gelegenheit, Kontakt mit dem Fliegenschmitz aufzunehmen. Ich fing ein paar von den schwarzen Punkten, tat sie in ein leeres Marmeladenglas, um am nächsten Morgen in der großen Schulpause zum „Fliegenschmitz“ zu gehen und zu fragen, um was es sich handelt. Gesagt, getan. Der Pater war sehr freundlich, er meinte, das würden wir gleich wissen. Er holte ein Binokular und betrachtete einen der schwarzen Punkte. Dann sagte er, ja es handle sich um eine Phoride und er werde mir gleich sagen, um genau welche Art es sich handele. Aber er drehte und wendete die Fliege unter dem Binokular, schließlich sagte er, ich solle in der kleinen Pause wiederkommen. Was ich tat. Da eröffnete er mir, es handle sich um eine noch unbekannte Art, die noch keinen wissenschaftlichen Namen hatte. Ein unglaublicher Zufall! Prof. Schmitz und ich haben dann in einer Zeitschrift „Decheniana“ einen gemeinsamen Artikel verfasst („Eine neue Phoride aus dem Rheinland“) und die Art beschrieben und bekannt gemacht – Diese zufällige Entdeckung habe ich unter Anleitung von Prof. Schmitz dazu benutzt, das höchst interessante Leben dieser Fliegenart zu erkunden, was am Ende dazu führte, dass ich Biologie studierte und ein Stipendium von der Studienstiftung des Deutschen Volkes bekam.

Ja, es war sicher ein Zufall, dass diese unbeschriebene Art von mir gefunden wurde, aber allein meine schon bestehenden Interessen haben dazu geführt. Einem Anderen wäre das schwerlich passiert.

„Es gibt keine Zufälle“, sagte mir einmal jemand, „außer wenn die Tür zufällt“.

Und hier zum Schluss noch eine sehr leckere, aber auch sehr selten angebotene Frucht, die ich jetzt in Phuket wieder fand. Sie wird nicht angebaut, sondern wächst wild im Wald, wird hier von einigen gesammelt und am Straßenrand verkauft. Ihr Thainame ist ลูกหวาย (luug wai). Ihr wissenschaftlicher Name ist Calamus draco. Es handelt sich um eine altweltliche Palme, Rattan genannt. – Wie ich sehe, können die Früchte inzwischen auch im Internet gekauft werden, z.B. bei Shopee, ob von angebauten Pflanzen, weiß ich nicht.
lugwai.gif
 
Loso

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Was mir die die ganze Zeit keine Ruhe gelassen hat, ist das Wort „Jack(a)dien“, das weiter oben benutzt wurde, es sollte der Name des Insekts sein, das gegen Abend den schrecklichen Lärm verursacht. Das Wort kennt so keiner von meinen Bekannten. Es scheint nicht zu existieren im Thai. Daher bin ich jetzt zu der Meinung gelangt, es ist lediglich eine Verballhornung des Wortes ตั๊กแตน (dtag-ga-tään), was einfach Heuschrecke bedeutet.
Nee, das sind die Zickaden. Ist ja immer schwer das richtig zu transskribieren: จักจั่น
Die Aussprache ist fast wie Fahrrad auf thai ohne R in der Mitte. Das A habe ich für Thaischrift-Kundige in Klammern gesetzt, weil es zwar zwischen zwei zusammengehörige Konsonaten gesprochen werden muss, aber nicht geschrieben wird.
 
Helli

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Nee, das sind die Zickaden. Ist ja immer schwer das richtig zu transskribieren: จักจั่น
Die Aussprache ist fast wie Fahrrad auf thai ohne R in der Mitte. Das A habe ich für Thaischrift-Kundige in Klammern gesetzt, weil es zwar zwischen zwei zusammengehörige Konsonaten gesprochen werden muss, aber nicht geschrieben wird.
"dtag-ga-tään" müsste eigentlich jeder Farang kennen, der in Pattaya Urlaub gemacht hat. Diese fritierten Heuschrecken werden/wurden meist an den Bars von den herumziehenden Verkäufern (meist als Gag) den "Fremden" angeboten!
Die lärmenden Zikaden ist was anderes", "djakadann" nennt meine Frau sie!
 
Loso

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"dtag-ga-tään" .... Heuschrecken ....
Die lärmenden Zikaden ist was anderes", "djakadann" nennt meine Frau sie!
Heuschrecken / ตั๊กแตน könnte gut das Wort sein, was ebayer verstanden hatte. Ich hatte mich ja ursprünglich nur auf das Lärm-Video von strike in #140 bezogen, mit Zickaden / จักจั่น eben. Letztere habe ich auch mal irgendwo in exakt dieser unglaublichen Art und Lautstärke gehört, kann mich aber leider nicht mehr erinnern wo. Nur dass ich damals keinen gefragt habe oder fragen konnte, und ziemlich sicher von menschlichem Ursprung ausging, aber weit und breit keine Quelle des Lärms sah.
 
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SFR0815

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Hallo Ebeyer,

bin gerade dabei die interessanten Beiträge von Anfang zu lesen. Hier mal eine Frage zum Fischauge, da mein Sohn auch probleme damit hat.
Hasz du da eine spezielle Thai Medizin?

Grüße SFR
 
EBEYER

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@SRF0815: Ich benutze ein Mittel produziert in Zhenping, China, es heißt Sumifun. Dies ist ein nicht sehr aggressives Mittel, es dauert etwas, bis die Wirkung einsetzt. Aber am Ende waren meine Hühneraugen weg. Ein Thaimittel kenne ich nicht.

Heute Morgen hat Kim angerufen, eine der jüngeren Schwestern meiner Frau. Da meine Frau beim Friseur war -sie nimmt ihr Handy dorthin nicht mit- nahm ich das Gespräch an, weil sie dort genug zum Quatschen hat. Kim hat ein durchaus interessantes Leben gehabt, wenn auch kein besonders glückliches. Als sie 3 Jahre alt war, kam die Schwester ihrer Mutter mit ihrem Mann zu Besuch. Dieses Ehepaar war kinderlos, einer von den beiden konnte, wie sich herausgestellt hatte, kein Kind kriegen. Also fragten sie angesichts der vielen Töchter meiner Schwiegermutter, ob sie nicht eine Tochter adoptieren könnten. Meine späteren Schwiegereltern waren sofort einverstanden. Zur Auswahl standen meine jetzige Frau oder eben die damals 3-jährige Kim. Die Wahl fiel auf Kim, weil sie braver war. – Die neuen Eltern waren sehr reich, sie hatten eine riesige Gummiplantage in Thungkhai, Provinz Trang, und ein großes Haus, könnte man auch Villa nennen.

Als Kim älter wurde, ging sie zum Studium in die USA. Hier in New York lernte sie während des Studiums einen Studenten kenne, er kam aus Kanada, zog bald bei ihr ein, versprach ihr, sie nach dem Studium zu heiraten. Er sagte, er habe kein Geld, ließ sich von ihr finanzieren und hatte alle Annehmlichkeiten eines verheirateten Mannes. Als beide das Studium beendet hatten, verschwand er Richtung Kanada und heiratete kurz darauf seine Jugendliebe.

Schwer enttäuscht kehrte Kim nach Hause zurück. Von Männern hatte sie die Nase voll. Sie half ihren Eltern, zu Hause und auf der Gummiplantage, versuchte auch, ein Geschäft mit Naturdünger für Gummibäume in Gang zu bringen. Aber daraus wurde nicht viel, weil die Plantagenbesitzer bei ihren alten Düngemethoden blieben. . Nach wenigen Jahren bekam sie Gebärmutterkrebs, nach der Entfernung der Gebärmutter schien alles wieder o.k., aber 2-3 Jahre später bekam sie Brustkrebs. Sie wurde mehrfach (mindestens dreimal) operiert, aber der Krebs kehrt immer wieder. Ihre Eltern sind inzwischen verstorben, sie lebt jetzt sehr reich, aber auch sehr einsam im elterlichen Haus. Ich würde sie einladen, aber ich weiß, das gäbe wohl Zoff. Denn sie ist eine absolute Verehrerin des Königs. „Was der König tut, egal was, es ist schon per Gesetz richtig“. Als ich noch nicht in Thailand war, hat meine Frau sie besucht. Als meine Frau einmal auf ihrem Handy einen kritischen Beitrag zur Regierung hörte, meinte Kim, es sei besser, das in ihrem Haus nicht zu hören, sonst gelte man als „เสื้อแดง” (söa dääng), also ein „Rothemd“. – Jede Schwester meiner Frau hat ein jeweils absolut anderes Schicksal. Ich kann keinen Grund finden, warum ihre Leben jeweils so verschieden gelaufen sind.



Hier auf Phuket und in anderen Teilen des Südens läuft für einige Tage das Gin-jeh Fest. Es ist ein Fest der Chinesen hier, in dieser Zeit leben sie 100% vegetarisch. Es finden Umzüge statt, wobei man Personen mit durchbohrter Zunge oder durchlöcherten Wangen, durch die allerlei Gegenstände gesteckt werden, sieht. Bisher habe ich keine Umzüge gesehen, es hat mehrere Tage stark geregnet, dann fallen die Umzüge aus, weil bei Regen die Wunden in Zunge bzw. Wange stark schmerzen.

In den chinesischen Tempeln werden seit Wochen in Vorbereitung auf das Fest von alten Frauen im Tempel „Goldpapiere“ gefalten. Solche Papiere kauft der Tempel in 1000er Packen in bestimmten Geschäften hier. Diese haben das Material auch China importiert. Die gefalteten Scheine sehen wie kleine Schiffchen aus, werden nicht eigentlich verkauft, sondern verschenkt, aber es wird erwartet, dass man „tam bun“, also Geld dafür spendet. Am Ende des Festes werden die Goldpapiere in speziellen, auf dem Tempelgelände stehenden Öfen verbrannt. Aber während das so genannte Höllengeld ( „Bänk Gongtek“) für die Seelen der Toten verbrannt wird, werden die Goldpapiere für die Lebenden, z.B. Mönche, verbrannt.

Wenn man sich ein solches Goldpapier genauer anschaut, so sieht man bei dem hier vorgestellten Beispiel im Zentrum drei Personen (einer mit Kleinkind im Arm), diese Personendreiheit wird Fú Lù Shòu (福祿壽) genannt. Die rechte Person Fú symbolisiert das Glück, die mittlere Person mit Baby (Lù) meint „Hohes Ansehen“, die linke Person (Shòu) bedeutet „hohes Alter“, das ist, was man den Menschen wünscht. Die untere Zeile (wie ganz früher von rechts nach links zu lesen) lautet 合家平安, das heißt „Frieden und Sicherheit für die ganze Familie“. Die anderen Sätze wünschen Geld, Vermögen, Reichtum. Frieden, Sicherheit und Reichtum, eine hohe Position und ein hohes Alter sind eben wichtige Dinge im Leben eines Chinesen. Über dem Zentrum des Goldpapiers ist oft eine goldfarbene Lackierung aufgedruckt.
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Yogi

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Ist deine Schwägerin eine Verehrerin des verstorbenen Königs Bhumibol Adulyadej oder des neuen Königs Maha Vajiralongkorn ?
 
EBEYER

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Sowohl als auch! Ist für mich schwierig zu verstehen, aber fast alle Schwestern meiner Frau denken so. König ist König. Es macht keinen Sinn, bzw. es ist unmöglich, mit ihnen darüber zu diskutieren. Ich denke, als Kind wurden sie so in der Schule manipuliert, es ist ihnen nicht möglich, einen anderen Gedanken zu haben. Selbst die Schwestern, die im Ausland studiert haben und teilweise dort schon Jahrzehnte leben, Meine Frau hat daher große Schwierigkeiten in der Familie.

Aber ich selbst habe auch Manipulation mitgemacht. Auf der Klosterschule, die ich 9 Jahre besuchen durfte (und der ich sehr viel verdanke), wurde ich zu einem gläubigen Menschen erzogen, es hat Jahrzehnte gedauert, bis ich mich von dem, was man uns damals eingetrichtet hatte, lösen konnte.
 
Yogi

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Ich verstehe.:super:
Als ich meine Lieblingsolle 1994 kennen lernte, habe ich mich mal grundsätzlich negativ zu allen Monarchien auf dem blauen Planeten geäußert. Mann, hat das Stunk gegeben. Jetzt, ein Vierteljahrhundert später hat sich einiges an ihrer Einstellung geändert.
 
alder

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. Es macht keinen Sinn,
Nein - und ich empfinde es auch als ungebührlich sich als Gast in einem fremden Land in politische oder religiöse Angelegenheiten zu mischen oder die Leute belehren zu wollen. Sinnlos und unhöflich.
Ich versuche mich grundsätzlich solchen Diskussionen zu entziehen - und ich habe mir da schon eine Menge Bullshit anhören müssen.
Ich würde es auch so stehen lassen, wenn ich in Uganda mit einem alten Knacker ein Bier trinke und er mir von der guten, alten Zeit unter Idi Amin vorschwärmt.:rolleyes:

Und falls ich mal auf der Suche nach einem Schluck Wasser für meine Herztabletten aus Versehen in einen Sado Maso Club stolpere, dann behalte ich auch für mich, dass mir Frauen ohne Hundeleine und Gummimaske deutlich besser gefallen.:lol:
 
Socrates010160

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@ Ebeyer

Deine offene Lebensgeschichte mit Deinen Hintergrundinformationen sind in den letzten 12 Jahren die besten Beitrage in diesem Forum.

Falls Du mal nach Hua Hin kommst, würde ich mich freuen, Dich persönlich kennen zu lernen.
 
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@Socrates 010160: Danke für Deine Worte. Im Moment kann ich leider nicht reisen, aber sollte ich nochmal nach Hua Hin kommen, werde ich Dich gerne persönlich treffen.



Heute habe ich mal nachgesehen, woher die Thaiwörter für Mond und Sonne stammen.

จันทร์ (djann): Mond. Im Sanskrit gibt es candra, wörtlich „der Scheinende, der Leuchtende“, ein Wort, das sich bis ins Pali unverändert erhalten hat und den Mond meinte. „candra“ und „scheinen“ haben die gleiche Wurzel. „candra“ bedeutete auch „auffällig sein, aus einer Sache hervorragen“, weshalb es in der indisch-burmesischen Geschichte die Candra-Dynastie gab, die in Teilen Bengals und in Arakan herrschte. จันทร์ kann auch ein (männlicher oder weiblicher) Vorname sein.

อาทิตย์ (ah-tit) = Sonne. Von Sanskrit aditya, das sich im Pali weiterentwickelt hat zu adicca. Das Thaiwort ist also klar ein Sanskrit- und kein Paliwort. Das Sanskritwort kann man noch hinterfragen, es besteht aus „a“ und „tit“, „a“ bedeutet „nicht“, „tit“ heißt „stehenbleiben“. Die Sonne ist also etwas, was am Himmel nicht stehen bleibt.

Im heutigen Thai setzt man zur Verdeutlichung bei „Mond“ und „Sonne“ die Silben ดวง (duang) bzw. พระ (phra), allein gestelltes อาทิตย์ z.B. könnte ja auch „Woche“ bedeuten.



Heute brachte mir meine Frau vom Frischmarkt eine Frucht mit, die ich in Thailand noch nie gesehen hatte und die sich als sehr wohlschmeckend erwies. Es hat etwas gedauert, bis ich ihren richtigen Namen fand und etwas über sie erfuhr. Wissenschaftlich heißt die Pflanze Poteria campechiana, sie stammt aus Mittelamerika und wird selten in Thailand angepflanzt, angeblich im Isaan. Wie ich bei Wikipedia lese, wird die Frucht bei uns „Canistel“ genannt, ein Wort, das ich bisher jedoch nie gehört oder gelesen habe. Auf Thai heißt die Pflanze mit vollständigem Namen เซียนท้อ (si-en thor). Auf dem Markt wurde sie als ลูกท้อ (luug thor) verkauft, aber darunter versteht man im Allgemeinen Pfirsiche. Die Verkäuferin war eine Burmesin und wusste es nicht besser.
Canistel 1.jpg
Canistel 1.jpg




Auf dem oben erwähnten Frischmarkt gab es nicht nur Obst und Gemüse zu kaufen, sondern auch allerlei Krimskrams. Es gab z.B. einen Stand, der verkaufte verschiedene Dinge, die mit Religion zu tun haben. Z.B. Dinge, die für die Seelen der Toten verbrannt werden. Ich zeige hier mal zwei (für mich) interessante Beispiele, einmal ein Mahjongspiel, dann ein modisches Hemd. Es wird eben alles verbrannt, was den Chinesen im täglichen Leben sehr wichtig ist, dazu gehören Spiele und Kleidung.
Mahjong.gif
Hemd.gif



Ich habe neulich einen „Zufall“ geschildert, der mir passiert ist und wohl doch kein Zufall war. Wie aber sieht es mit einem weiteren „Zufall“ aus, der meinem Leben eine neue Richtung gab? Nachdem ich von meinem ersten Besuch Madagaskars (als dieses noch französische Kolonie war) zurückgekehrt war, hatte ich längere Zeit noch zwei 50-Francs-Scheine von „Madagascar et des Comores“ im Portemonnaie behalten. Die Bank wollte sie nicht eintauschen. Eines Tages war ich zu einem kleinen Münzsammlertreffen in Bonn. Ich kaufte eine alte deutsche Münze. Als ich zum Bezahlen mein Portemonnaie öffnete, fragte ein hinter mir stehender älterer Herr, ob er die Scheine mal sehen dürfe. Klar, ich zeigte sie ihm und sagte, die hätte ich aus Madagaskar mitgebracht. Der Herr fragte, ob er mir die beiden Scheine abkaufen könne. Oh, sagte ich, die Scheine sind hier nichts wert, keine Bank will sie in DM tauschen. Ich kann sie ihnen schenken. Worüber er sehr erfreut war. Er erzählte mir, er sammle Banknoten aus aller Welt. Ich war erstaunt, denn dass es Leute gibt, die Banknoten sammeln, wusste ich damals nicht. Münzen, Briefmarken, Postkarten ja, aber Geldscheine? Schließlich hat Herr Müller, wie er hieß, mich zum Abendessen eingeladen, um mir seine Sammlung zu zeigen.

Am Abend zeigt er mir seine Schätze, und ich fand ziemlich interessant, was er zu den Noten zu sagen hatte. Dann fragte er, wohin ich das nächste Mal reisen wolle. Ich antwortete „Afghanistan“. „Ha, sagte er, davon habe ich noch gar keine Noten. Bitte bringen Sie mir welche mit“. Er wollte mir sogar etwas Geld im Voraus mitgeben! Ich sagte, das brauche er nicht, ich würde ihm ein paar Noten mitbringen.

Als ich dann etwas später in Kabul war, kam ich an einem Antiquitätengeschäft vorbei. In dessen Schaufenster stand ein silberner Teller, auf dem lag ein ganzer Stoß großer Banknoten mit „arabischer“ Schrift. Ich ging in den Laden, zeigte auf die Noten und fragte „How much?“. „One dollar“ war die Antwort. Ich gab ihm einen Dollar und erwartete, eine der großen Noten zu bekommen. Aber der Antiquar gab mir den ganzen Stoß. – Natürlich dachte ich, es seien alte afghanische Banknoten. Im Hotel habe ich alles sortiert, es waren vielleicht 25 Noten und etwa 8 verschiedene Sorten. Sie sahen sehr interessant, fast wie Teppiche aus. Ich bat jemandem vom Hotelpersonal, mir den Text auf den Noten zu übersetzen, aber der Herr sagte, das sei kein Afghanisch. Ich erfuhr, dass es sich um alte Noten vom Emirat Buchara (heute Usbekistan) handelte.

Ich habe dann beschlossen, selber Banknoten zu sammeln. Schon auf dem Rückweg schaute ich auf den Märkten in Herat, Teheran, Trabzon und Istanbul nach Banknoten, die damals unglaublich billig waren. Zurück in Deutschland habe ich dann Herrn Müller gesagt, er könne zwar einige Noten haben, aber nur Dubletten und nur im Tausch. Später hat sich das Ganze weiterentwickelt, ich lernte, dass man mit alten Banknoten auch Geld verdienen konnte, und verkaufte meine Dubletten. Es hat etwas gedauert, aber etwa zur Zeit meiner Heirat wurde ich dann offiziell Banknotenhändler, das heißt, ich meldete ein Gewerbe an. Als Beamter erteilte man mir zwar keine Erlaubnis dazu, aber ich benutzte ganz legal den Namen meiner Frau („Pornpattana Beyer, Banknotenhandel“). Dies hat ca. 40 Jahre lang mein Leben bestimmt. Allerdings wollte ich immer die Sicherheit im Hintergrund, daher habe ich nie gewagt, das Beamtentum aufzugeben und 100% Händler zu werden, sondern es blieb immer nur eine Nebentätigkeit.

Zufall, dass ich noch die 2 Noten im Portemonnaie hatte? Zufall, dass ich in Kabul in dem Antiquariat die Noten
 
freiberger

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Und falls ich mal auf der Suche nach einem Schluck Wasser für meine Herztabletten aus Versehen in einen Sado Maso Club stolpere, dann behalte ich auch für mich, dass mir Frauen ohne Hundeleine und Gummimaske deutlich besser gefallen.:lol:
Erzähl doch mal,das klingt interessant und könnte Wissenswerte Details enthalten.Aber bitte in einem Extrathread,der hier ist dafür wohl zu wertvoll.
Ein Bericht aus einem Leben.
Ebayer,das geht doch hoffentlich noch ne Weile?
 
EBEYER

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@freiberger: ja, das wünsche ich mir auch! Eine genaue Prognose „wie lange noch?“ ist jedoch unmöglich.



Gestern, als meine Frau in einer Gärtnerei noch nach Orchideen schaute (sie ist absoluter Orchideenfan) und ich ein paar Bilder von mir bisher nicht bekannten Pflanzen geschossen hatte, ging ich schon zum Auto und setzte mich rein. Es war mir ziemlich heiß, อบอ้าว (ob ao) nannte meine Frau die Luft, was so viel wie „stickig, unerträglich heiß“ bedeutet. Unser Taxifahrer kam sofort und meinte „เปิดแอร์ ให้“ (perd air hai) = ich öffne die Aircondition.

Ich selbst hätte in meinem Farangdenken wohl nur (ผม)เปิดแอร์ (phom perd air)“ gesagt. Das gab mir Anlass, etwas über den Gebrauch und die Bedeutung von ให้ (hai) zusammenzustellen, denn dieses Wort hat vielfältige und wichtige grammatische Funktionen.

Zunächst bedeutet ให้ “geben“. Dazu ist nicht viel zu sagen, da alles wie im Deutschen ist. Der Dativ zu „geben“ wird eben mit

A “ใม่เคยให้เขา (A mai koy hai khau) A hat ihm das nie gegeben. ให้ setzt die nachfolgende Person in den Dativ.

Dann gibt es die Konstruktion: A ทำอะไรให้เฃา (A tham a-rai hai kau) = A tut etwas für ihn

แคงฃื้เสื้อให้ภรรยา (dääng söh sö-a hai panlaya khau) = Däng kauft ein Kleid für seine Frau

Wenn der Sprecher jetzt sagt, was er tut, und er tut es für jemanden, sagt aber nicht für wen, lautet die Konstruktion A -ทำอะไรใหั (A tham arai hai) und wir haben den Ausdruck, den ich gehört habe. Weiteres Beispiel:

A ไปภัตตาคารให้ (A bpai phattakarn hai) = A geht (für jemanden) zum Restaurant.

ให้ hat die gleiche etymologische Wurzel wie das chinesische „gěi“ (給), das die selbe Funktion und Bedeutung hat. Im Thai hat sich allerdings eine weitere wichtige Funktion entwickelt, in der Bedeutung „lassen“.

A ให้ B ทำอาไร (A hai B tham arai) = A lässt B etwas tun.


Über Lady Chan and Lady Mook, die beiden Heldinnen im Abwehrkampf gegen die Burmesen, kann man im Internet sehr viel finden, ich verzichte daher darauf, das hier zu wiederholen. Kann jeder, der interessiert ist selber nachsehen. Doch war ich überrascht, in einem kleinen Chinesischen Tempel ihre Figuren zu finden. Diese Figuren sind aus edlem Holz geschnitzt, braun eingefärbt, diese braune Farbe schützt vor Schäden. Bis dato kannte ich nur die Darstellung bei dem offiziellen Denkmal in Thalang.

Zunächst war mir gar nicht klar, dass es sich um die beiden Heldinnen handelt. Als ich ihre Köpfe betrachtete, dachte ich, ich hätte Männer vor mir! Aber dann sah ich ihre Kleidung, es war Frauenkleidung, mit gekreuzten Schärpen, „um die Brüste zu verbergen“. So stellt man sich heute vor, dass die Kriegerinnen damals gekleidet waren. Ob das wirklich so war, weiß ich nicht, wage es aber zu bezweifeln.
Mook1.jpg
Mook2.jpg


Kürzlich, als meine Frau mal wieder Orchideen kaufte, habe ich mich natürlich in der Gärtnerei umgesehen. Sie hatten mehrere Pflanzen der Gattung Aristolochia im blühenden Zustand. Diese Gattung finde ich faszinierend! Sie umfasst etwa 500 Arten, ist weltweit verbreitet, Mit den verschiedensten, interessant gestalteten Blüten. Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen, die durch feine Härchen eine Zeitlang wie in einer Falle sitzen, wie irre hin- und her-rasen und sich so mit Blütenstaub bekleckern.
ARISTOLOCHIA !.jpg
Aristolochia 2.jpg
Aristolochia 3.jpg
Aristolochia 4.jpg
 
Socrates010160

Socrates010160

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Warum fährst du nicht zu ihm? (wenn er denn will)
Du hast doch alles, Geld, ein schnelles Auto, gutes Aussehen, etc..
Klar.. werde ich… nur bewege ich mich meistens Richtung Norden. Ausserdem glaub ich nicht, dass er auf mich steht.. bezüglich meines “guten Aussehens”.
 
EBEYER

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@Sokrates 010160 und andere: im Moment möchte ich keinerlei Besuch empfangen, meine Stimmung ist nicht danach, ich bitte um Verständnis. Sollte es mir nochmal besser gehen, ist (fast) jeder jederzeit willkommen.

Hier in der Siedlung, in der ich wohne, gibt es noch manches zu entdecken, z.B. was in den Gärten der Häuser wächst. Heute fand ich einen Strauch mit wirklich schönen, recht großen Blüten. Er heißt Solandra und ist benannt nach dem schwedischen Botaniker Daniel Solander, der im 18. Jhd. an der 1. Reise von James Cook teilnahm. Der Strauch stammt jedoch von Südamerika.
Solandra 1.gif
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Neulich habe ich berichtet, wie ich in Kabul zum Banknotensammeln kam. Hier will ich kurz schildern, wie sich die Sache weiterentwickelt hat. Insgesamt bin ich 7mal in Afghanistan gewesen, 6mal mit dem Zug von Bonn über Thessaloniki nach Istanbul und von dort von Stadt zu Stadt mit Bussen weiter. Nicht Kabul war das Ziel, sondern die Reise als solche. Das 7. Mal bin ich mit der afghanischen Fluggesellschaft Ariana geflogen. Die ersten Male herrchte in Afghanistan König Zahir Shah, die letzten Male Daud. Danach kamen die Russen und ich konnte nicht mehr hin. Auf jeder Reise habe ich intensiv nach Banknoten gesucht. Habe alles gekauft, was ich -auch unterwegs- gefunden habe, und die Dubletten zu Hause wieder mit gutem Gewinn verkauft. Mein Ziel war es stets, zumindest die Reise wieder rauszubekommen, was meist auch gelang. Ich hatte damals ein Stipendium, das brachte monatlich 900 DM, mein Vater dagegen verdiente nur 700 DM im Monat! Ich konnte also unterwegs ziemlich viel einkaufen. Einmal hatte ich besonderes Glück. Ich ging zur Zentralbank und bat, den Chef sprechen zu dürfen. Die Bitte wurde mir gewährt, ich trug dem Zentralbankchef meine Wünsche vor, nämlich ich möchte alte afghanische Noten erwerben. Er telefonierte kurz mit jemandem im Haus, kurz darauf brachte jemand Hunderterbündel von 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Afghanis zu uns ins Zimmer. Es waren in der Schweiz von Orell-Füssli gedruckte Noten, die bei uns nie jemand gesehen hatte und die auch nie zur Ausgabe gekommen waren! Als ich fragte, was ich zahlen soll, winkte er ab und meinte, wer weiß, vielleicht können Sie mir auch mal einen Gefallen tun. – Und so kam es. Als die Russen kamen, wollte er mit seiner Familie das Land verlassen und er brauchte Empfehlungsbriefe von möglichst vielen Leuten, um Asyl in Kanada zu beantragen.. Einen solchen Brief habe ich ihm natürlich auch geschrieben, und ein paar Monate später schickte er mir als Dank aus Kanada in einem Brief ein paar ganz besondere Noten, früher einmal ausgegeben von einem Rebellen, einem gewissen Baccha-i-Saquao. Die Wertstufe lautete „1 Kabouli“, was 1 indischen Rupie entsprach. Auch diese Noten waren bei uns bis dato völlig unbekannt. Inzwischen gab es in den USA einen Club der Banknotensammler, da war ich natürlich auch Mitglied. Denn sie gaben eine Zeitschrift „The Currency Collector“ heraus, und jedes Mitglied bekam die Anschrift der anderen Sammler. Und wenn man Banknoten verkaufen will, sind solche Anschriften Gold wert. Ich habe dann die Geschichte des genannten Rebellen ermittelt, was nicht leicht war, es gab ja noch kein Internet, aber ich war in der Uni Bonn in der Bibliothek angemeldet und fand so einiges. Im „Currency Collector“ habe ich einen Artikel darüber verfasst, denn was man nicht kennt, kauft man auch nicht.

Diese kleine Geschichte zeigt wieder, wie sich das Prinzip „Eine Hand wäscht die andere“ bewährt. Ein Prinzip, das in der Thaigesellschaft auch ganz wichtig ist, wie ich immer wieder feststelle.
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Wohl jeder von Euch kennt die kleinen Geisterhäuschen, die auch heute noch überall zu finden sind. Auf Thai heißen sie ศาลพระภูมิ (ssan phra phuhm), wobei „pra phumi“ Erdgeister bedeutet. Man glaubt, auf den Grundstücken leben Erdgeister, die man besänftigen muss, weil man ihnen durch die Bebauung etwas wegnimmt. Man opfert ihnen, d.h. man stellt ihnen Getränke und essen hin. Im Süden findet man oft Leitern, die den Geistern den Zugang zu den Opfern erleichtern sollen.
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Aber was geschieht mit den Geisterhäuschen, wenn sie mal alt sind und verrotten? Man kann sie ja nicht einfach wegwerfen. Aber es gibt eigene „Friedhöfe“ für sie, also Stellen, an denen man sie ablegt, oft am Straßenrand an hervorragender Stelle, z.B. wenn die Straße ansteigt, an der höchsten Stelle. Auch auf Phuket kann man solche „Friedhöfe“ finden.
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Totolino

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Insgesamt bin ich 7mal in Afghanistan gewesen, 6mal mit dem Zug von Bonn über Thessaloniki nach Istanbul und von dort von Stadt zu Stadt mit Bussen weiter. Nicht Kabul war das Ziel, sondern die Reise als solche.
:respekt: … und eine Freude, das zu lesen.
Ich kenne nicht viele, aber verbeamtete Banknotenhändler würde ich intuitiv als eher spießig und unbeweglich einnorden.
Insbesondere vor einigen Jahrzehnten.

Da habe ich mich wohl getäuscht, aber Du musst eine Menge Urlaub gehabt haben.
 
EBEYER

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In fast jedem chinesischen Tempel findet man eine sehr große Trommel. Hier im Süden, wo gerade das mehrtägige Gin-je-Fest (เทศกาลกินเจ) gefeiert wird, hört man die Trommeln den ganzen Tag. Richtige Umzüge haben zwar – u.a. wegen des starken Regens- noch nicht stattgefunden, aber es fahren unzählige Pick ups mit jeweils ca. 1 Dutzend bunt gekleideten Gestalten umher. Eine von ihnen hat einen Löwenkopf an. Man fährt an alle Häuser, hält und springt aus dem Wagen, geht dann von Tür zur Tür, wobei der Löwe sein Maul aufreißt. Die Menschen legen dann meist 10-Baht-Münzen auf die Zunge des Löwen. So sammeln sie insgesamt nicht ganz geringe Summen. Wegen des Regens konnte ich noch keine Aufnahmen machen, meine Digitalkamera soll ja nicht nass werden.


Phuket hat eine ganze Reihe von Museen, fast alle mit historischen Bezügen.Oftsind es nur einfach alte Häuser, die im Innern so eingerichtet sind, wie ein gewöhnliches Haus vor 100 oder so Jahren. In einem fand ich ein paar interessante alte Bügeleisen. Ich erinnere mich, dass meine Mutter – sie war Schneiderin- einige hatte, die etwa so wie das erste hier gezeigte aussah. Wir hatten einen großen Herd, mit Holz, Kohle oder Brikett geheizt, man stellte das Bügeleisen auf die heiße Herdplatte…Die anderen, "moderneren" wurden mit glühender Kohle gefüllt.
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Im Garten dieses Hauses ein paar ganz merkwürdig aussehende „Bäume“, sehr dicker Stamm, aber nur etwa 1,20 m hoch und eine winzige Krone. Finde ich hässlich.
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Gerade habe ich erfahren, dass ich Ende des Monats nochmal nach Deutschland fliegen muss! Das empfinde ich als sehr ärgerlich, weil mir das Reisen immer schwieriger fällt. Aber gerade meine Krankheit macht es nötig. Meine Krebsärztin in D hatte vor ca. 3 Monaten die Medizin gewechselt, weil die vorherigen Tabletten sich als weitgehend wirkungslos erwiesen hatten. Nach dem Wechsel der Medikamente hatte ich eine CT machen lassen, die ich mit nach Thailand nehmen sollte. Nach -3-4 Monaten sollte man hier eine neue CT machen, dann könne man -so war der Plan- die beiden Computertomografien vergleichen und feststellen, ob das neue Medikament eine deutliche Wirkung zeigt oder nicht. Aber das Problem ist, die Ärzte hier können die mitgebrachte CD nicht lesen! Sie benutzen bei ihren CTs ein anderes System. Also muss ich nochmals zur meiner Ärztin in D. Ich habe noch bis Ende Oktober Medikamente, daher werde ich nach dem 20.10. abreisen.

Wie mir immer klarer wird, ist bei den Verwandten meiner Frau auch nicht alles in Ordnung! Es gibt Streit und Intrigen! Und alle sind stets auf ihren Vorteil bedacht. Nehmen wir Yuk, die älteste Schwester meiner Frau, die neulich länger als 1 Monat unser Gast war. Eigentlich hatten wir sie aus Mitleid eingeladen, wenn ihr Mann war vor einige Monaten gestorben und sie lebte völlig allein und schien uns sehr einsam zu sein. Sie hat vier Kinder, 2 Töchter (Anni und Anna) leben in den USA, eine Tochter (Nitnoi) lebt in der Schweiz, ein Sohn (Eh) lebt in Bangkok. Damals hatten die Eltern eine Ausbildung der Tochter Anna in den USA zur Krankenschwester finanziert, unter der Voraussetzung dass die Tochter die Ausbildungskosten zurückzahlen solle, sobald sie Geld verdiene, und zwar jeden Monat 2000 US $. Nun, Anna zahlt bis heute monatlich 2000 $, das verlangten die Eltern, obwohl die ursprünglichen Kosten schon lange zurückgezahlt sind. Was für Anna ein großes Opfer ist, auch wenn sie als Operationsschwester ziemlich viel verdient. Aber wer heiratet eine Frau, die jeden Monat 2000 US $ an ihre Eltern schicken muss? So ist Anna ledig geblieben, obwohl sie mehrere Verehrer hatte, und so wird es bleiben, und ihre Zeit läuft ab.

Als meine Schwiegermutter, die durch Immobilienbesitz und Gummiplantagen ziemlich vermögend war, im Sterben lag, fragte Yuk, ob es ein Testament gebe. Aber es gab keins, was bedeutete, dass das Vermögen gleichmäßig auf 7 Personen verteilt würde. Also berieten Yuk mit ihrem Mann sowie Kio, die zweiälteste, und deren Mann, sich. Sie setzten gemeinsam ein Testament auf und 1-2 Tage vor dem Tod meiner Schwiegermutter drückten sie deren Daumen an die Stelle der Unterschrift. Natürlich war das Testament so, dass die beiden viel, die meisten anderen weitaus weniger bekamen. Nur Jung, der einzige Sohn meiner Schwiegereltern, sollte noch ein Haus in Trang erben, in dem die Kinder alle geboren waren. Das war nötig, weil die Mutter immer gesagt hatte, das Haus solle später Jung gehören. Das konnte man nicht vernachlässigen. Meine Frau bekam am wenigsten, nämlich ein paar Parzellen Gummiplantage, aber das war uns egal, wir sind darauf nicht angewiesen. Und Frieden war uns wichtiger als Streit. Was Jung betrifft, so erlitt er ein paar Monate später einen Gehirnschlag und starb. Das war ein paar Tage, bevor die Übergabe des Hauses an ihn hätte erfolgen sollen. Aber die Übergabe war offiziell noch nicht erfolgt. Jung war mit seiner Frau nur buddhistisch verheiratet, die beiden hatten einen Sohn (Cici), der war nun Jungs Erbe. Mit der Begründung, die Übergabe an Jung sei offiziell noch nicht erfolgt, verweigert Yuk die Herausgabe des Hauses, so dass Cici sich jetzt entschlossen hat, Yuk zu verklagen! Ein Rechtsstreit, der kostspielig ist und den natürlich der gewinnen wird, der am meisten zahlt. Ich weiß nicht, was Yuk davon hat. Sie ist 76, mitnehmen kann sie doch nichts.
 
Yogi

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Also muss ich nochmals zur meiner Ärztin in D. Ich habe noch bis Ende Oktober Medikamente, daher werde ich nach dem 20.10. abreisen.
Ich wünsche dir, dass das neue CT dir positive Neuigkeiten aufzeigt. :super: Alles, alles Gute.
Ich mag nicht mehr auf deine feinen Beiträge verzichten.
 
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