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Der letzte Abschnitt

Diskutiere Der letzte Abschnitt im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Das ist eine Variante des angeblich von Schleichkatzen in Indonesien ausgeschiedenen Kafees. Mit dem Mythos wird Geld gemacht. In einem...
Micha L

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Das ist eine Variante des angeblich von Schleichkatzen in Indonesien ausgeschiedenen Kafees.

Mit dem Mythos wird Geld gemacht. In einem TV-Beitrag, den ich mal gesehen habe, hat ein Reporterteam vor Ort trotz Bemühung keinen Beweis gefunden, daß dies stimmt.

Könnte es sein, daß man den Kaffetrinkern mit der monströsen Elefanten-Variante eine Bären aufbinden will?

(Nichts für ungut. Möchte das nur erörtern)
 
Loso

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Bis 2003 hieß die Kasikornbank noch offiziell Thai Farmers Bank.

2003 änderte die Bank ihren englischen Namen von Thai Farmers Bank zu Kasikornbank oder kurz KBank. Der thailändische Name blieb jedoch gleich: kasikon (กสิกร) bedeutet nichts anderes als farmer.

Auch hier nach zulesen: Kasikornbank – Wikipedia
 
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Leider ist meine Nichte Thames (die Managerin unserer Siedlung) an Covid 19 erkrankt, ihr Mann hat sie angesteckt. Thames verbrachte 2 Tage im Krankenhaus, da sie gut versichert ist, kosteten die beiden Nächte 49.000 Baht, ohne Versicherung wären es 42.000 Baht (und ein paar Vitamine weniger) gewesen. Ein Farang hätte 58.000 Baht bezahlten müssen. Schade, dass sie und ihr Mann erkrankt sind, sie wollten eigentlich heute mit mir einen PC-Drucker und einen Scanner gekauft und eingerichtet haben, so muss ich noch warten.



Gestern waren wir im MK-Restaurant hier in Chalong und bereiteten uns an unserem Tisch Sukiyaki zu. Ich war vielleicht 20 Jahre nicht mehr in einem MK-Restaurant, als ich das letzte Mal dort war, hatte man noch Gasöfen. Aber heute hat man diese modernen Glaskeramik-Kochfelder. – Geschmeckt hat es mir gestern übrigens nicht besonders, diese „Luug Chin“, teils in Fischform, sagen mir nicht zu. Aber es war sehr preiswert, 4 Personen 460 Baht! – Da ich in der Speisekarte sah, dass es auch gebratene Ente gab, waren wir alle heute noch mal da und haben bestellt, was ich wollte. Sehr schmackhaft.

Gegenüber gab es ein kleines Donut-Geschäft mit einem riesigen Namens -und Reklameschild. In großen Buchstaben stand der Name dort auf English, in winzigen, kaum lesbaren dagegen der Name in Thai. Das war mir bei vielen Geschäften aufgefallen, z.B. schon vor sehr vielen Jahrenbeim „Wiener Wald“ in Bangkok . Also habe ich gefragt. Die Lösung ist einfach: für Reklameschilder nur in English muss man viel Steuern zahlen, steht der Name in Thai dabei, wesentlich weniger.

Da ich heute fast den ganzen Tag zu Hause war, habe ich nochmal über die Einwanderung der Chinesen nach Thailand gelesen. Karl Gutzlaff (das ist der, der als erster die Bibel ins Thai übersetzte) schrieb: Die Chinesen kommen her, aus politischen Gründen oder Armut, es kommen nur Männer, die nach ihrer Ankunft so schnell wie es geht eine Siamesin heiraten. Die Siamesen sind ja vor sehr langer Zeit auch China gekommen. Ihre Sprache ist zwar auf Anhieb nicht ähnlich, aber es sind zwei ehemals einsilbige Tonsprachen. Daher fällt es den Einwanderern nicht schwer, sich zu assimilieren, und sie werden von den Siamesen akzeptiert.

Viele Chinesen wanderten auch nach Malaya aus. Hier war die Akzeptanz eine völlig andere. Die Malaien sahen in den Chinesen ein fremdes Volk, eine andere Rasse. Es war den Ankömmlingen verboten, eine malaiische Frau zu heiraten. Die Chinesen reagierten oft, indem sie Moslems wurden,

unterzogen sich der Circumcision (Beschneidung). Dann stand ihnen die malaiische Welt offen.

Die Kinder aus solchen Malaiisch-chinesischen Verbindungen schufen, auch in Phuket, eine eigene Kultur, Peranakan-Kultur genannt.

Insgesamt wurden die Chinesen als gute Untertanen angesehen, die waren an Politik nicht interessiert, wollten keine neuen Ideen verbreiten, sie arbeiteten hart. Fast alle wollten eigentlich nur Geld verdienen, um es nach Hause zu schicken, und später wieder zurückkehren. Damit sie arbeiten konnten, wollten sie Militärdienst und Corvée-Arbeit vermeiden, dafür zahlten sie den Overlords eine Menge Geld.
 
Thairauch

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Die Stunde der Backpfeifengesichter <LOL>
Genau das passt nicht hier hin.
@Yogi ,kannst Du das bitte entfernen.# 43..44...47...48 .. pietätlos ohne Ende!!

Ich wünsche Dir, @EBEYER, natürlich auch einen guten ,, Letzten Abschnitt" hier in Thailand.
Wegen starkem Mitgefühl fand ich bis jetzt keine Worte.
Aber Du packst es gut an.Deine Berichte lese ich gern .... man lernt nie aus.

Mein letzter Abschnitt wird wenn möglich auch hier sein.Nach 6 Jahren Daueraufenthalt
in Thailand geht es mir zum Glück recht gut.Kopfschmerzen,Pollenallergie und Gliederschmerzen plagten mich in Deutschland....hier überhaupt nicht.
Ich glaube hier kann ich einige Jahre älter werden als in Deutschland... wenn mir nichts passiert.
Das liegt weniger an der medizinischen Versorgung sondern an der Fürsorge meiner Frau
und dem für mich vorteilhaften Klima hier.

Alles Gute!

VG Thairauch
 
EBEYER

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Ich versuche, die Weisheiten von Wikipedia möglichst zu vermeiden und hier nur das darzustellen, was ich selbst erlebt habe, zumindest was ich in anderen, ursprünglicheren Quellen gefunden habe. Denn in Wikipedia nachschlagen, das kann ja jeder selbst. Ich habe jetzt mehrfach ein Museum in Phuket aufgesucht, das eigentlich gar nicht so sehr interessant ist, aber dort steht ein Bücherschrank. Die Bücher und Magazine dort handeln alle von der Geschichte Thailands und besonders von Phuket. Und ich habe erreicht, dass ich die Werke für 1-2 Stunden ausleihen darf! Das reicht, um sie zu photokopieren, so dass ich in Kürze über gute Originalquellen verfügen kann. Heute habe ich einen Aufsatz „The BowringTreaty“ kopiert.



Ich habe mich oft gefragt, warum Thailand nie kolonisiert wurde. Früher dachte ich -und das hatte ich auch so gelesen- Briten und Franzosen hätten sich geeinigt, Thailand als Pufferzone zwischen Burma und Französisch Indochina zu benutzen. Aber so einfach scheint es nicht zu sein.

Als Mongkut als Rama IV auf den Thron kam, war Thailand gegenüber anderen Ländern sehr „primitiv“, Geldwesen, Handel, Gesetze überhaupt, alles war unmodern, und Mongkut sah bald, dass man (also er) Thailand nur vor den fremden Mächten retten könne, wenn er Thailand modernisiere und sich mit den Franzosen und besonders den Engländern gut stellte. Er ließ den Sohn des Handels- und Finanzministers einen Brief nach England schreiben, in dem dieser sagte: „der neue König versteht die Beziehungen zu anderen Ländern gut, es wird in Zukunft keine Schwierigkeiten geben, wenn ein Land mit dem König verhandeln will, gegenseitige Beziehungen werden erleichtert.

Die Briten reagierten sofort. Sie hatten 1861 Hongkong zwangsweise von China genommen und sahen nun in Thailand neue Möglichkeiten. Sie schickten Sir John Bowring nach Bangkok mit dem ersten Ziel, bessere Handelsverträge zu schließen. Mongkut wusste sehr gut, er musste das feudale und auf Monopole gegründete Wirtschaftssystem radikal reformieren. Hierzu musste er besonders die „Großen Lords“, von denen er als König abhing, überzeugen. Er musste ihnen sagen, dass sie eine Zeitlang nach der Reform Geld und Macht verlieren würden, aber in der Zukunft noch besser als jetzt dastehen. Er konnte zeigen, dass in den Straits Settlements diese Entwicklung schon stattgefunden hatte. Er argumentierte, wenn man keinen freien Handel zulasse, werde man bald Opfer der Kolonisierung durch fremde Mächte.

Gott sei Dank stand die Bunnag-Familie, eine muslimische, ursprünglich aus Persien stammende Familie mit sehr viel Geld und Macht, hinter Mongkuts Ideen. Einen Monat nach Bowrings Ankunft wurde ein Vertrag abgeschlossen. Dauernder Friede und ewige Freundschaft wurden besiegelt, der Handel wurde liberalisiert. Es wurde festgelegt: für importierte Güter galten 3% Steuern, für exportierte 5%. Ein Britischer Konsul wurde ernannt.

Ein paar Jahre später hatte Siam mit mehreren anderen westlichen Staaten solche Verträge abgeschlossen, auch mit Preußen. Die Zahl der Außenhandelsschiffe verhundertfachte sich in kurzer Zeit.
 
Micha L

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Dem Handel folgte anderswo die Kolonisation.

Warum nun aber im Fall von Thailand nicht?
 
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Zur Info ein Link, falls noch nicht bekannt: The capitalists, the crown and the coronavirus

Zitat daraus:
In ihrem jüngsten Buch "Die Krone und die Kapitalisten" untersuchte Dr. Wasana Wongsurawat, Assistenzprofessorin für Geschichte an der Chulalongkorn-Universität, den Aufstieg der chinesisch-thailändischen Kapitalisten-Klasse und ihre Beziehungen zur herrschenden Klasse Thailands.
"Zu Beginn der jetzigen (Chakri-)Dynastie hatten die Chinesen die lokale Wirtschaft fest im Griff. Um die Kontrolle über die Wirtschaft auszuüben, stellte die herrschende Klasse eine Verbindung zu den chinesischen Unternehmern her. Davon profitierten beide Seiten, denn die herrschende Elite verfügte nicht über das nötige Fachwissen vom Geschäftsleben, und die ethnischen Chinesen hatten nun Kontakt zur Regierung oder erlangten einen Adelstitel, wodurch sie Teil der aristokratischen Oberschicht wurden, was es leichter machte, Aufträge zu erhalten und bestimmte Wirtschaftssektoren zu monopolisieren. Es ist eine symbiotische Beziehung", erklärt Wasana.



Aus dem Buch: The Lost Territories: Thailand’s History of National Humiliation (Die verlorenen Territorien: Thailands Geschichte von nationaler Demütigung)

Von Shane Strate - 2015

Zitate daraus:
Beschreibung:
Die Thailänder sind der festen Überzeugung, dass ihr Land niemals kolonialisiert wurde. Dennoch prangern Politiker, Wissenschaftler und andere Medienvertreter chronisch den westlichen Kolonialismus und den imperialistischen Raub thailändischer Gebiete an. Thailändische Historiker betonen, dass sich das Land erfolgreicher an die westlich dominierte Weltordnung angepasst hat als andere süd-ostasiatische Königreiche, und feiern stolz ihre Geschichte der Unabhängigkeit. Doch viele thailändische Politiker sehen den Westen als Bedrohung und stellen Thailand als Opfer dar. Das Verhältnis Thailands zum Westen ist eindeutig ambivalent.

The Lost Territories erforscht dieses Rätsel, indem es zwei wichtige und gegensätzliche Stränge der thailändischen Geschichtsschreibung untersucht: die bekannte königlich-nationalistische Ideologie, die Thailands lange Geschichte ununterbrochener Unabhängigkeit feiert, und das, was der Autor als "Nationalen-Demütigungs-Diskurs" bezeichnet, sein Spiegelbild. Shane Strate untersucht die Ursprünge und Folgen des Diskurses der nationalen Demütigung und zeigt, wie der moderne thailändische Staat die Idee der nationalen Demütigung benutzt, um eine Form des anti-westlichen Nationalismus zu fördern. Im Gegensatz zu triumphalistischen königlich-nationalistischen Erzählungen stellt die Geschichte der nationalen Demütigung Thailand als Opfer westlicher imperialistischer Schikanen dar. Indem sie sich auf Schlüsselthemen wie Exterritorialität, Handelsungleichgewichte und Gebietsverluste konzentriert, behauptet die Geschichte der nationalen Demütigung, dass der Westen die Entwicklung Thailands behindert, obwohl er sich zu seiner Unterstützung und Zusammenarbeit bekennt. Obwohl der Staat in dieser Erzählung der Held bleibt, handelt es sich um ein tragisches Heldentum, das durch Leiden und ausländische Unterdrückung geprägt ist.

Durch seine aufschlussreiche Analyse staatlicher und medialer Quellen zeigt Strate, wie thailändische Politiker das Bild der nationalen Demütigung zur Unterstützung von ethnischem Chauvinismus und militärischer Expansion einsetzen. Er zeigt, wie dieser Diskurs zur ideologischen Grundlage der irredentistischen Strategie Thailands, einer anti-katholischen Kampagne des Staates und der Akzeptanz des Pan-Asiatismus während des Zweiten Weltkriegs wurde; und wie das Narrativ vom "Staat als Opfer" von Politikern benutzt wird, um die thailändische Identität neu zu definieren und das Militär in die Rolle des nationalen Retters zu versetzen. Die verlorenen Territorien werden für Historiker und Politikwissenschaftler von besonderem Interesse sein, da sie viele Episoden der thailändischen Außenpolitik beleuchten, darunter auch den aktuellen Streit um Preah Vihear. Die Analyse der Manipulation des historischen Gedächtnisses in diesem Buch wird sicher auch Akademiker interessieren, die ähnliche Phänomene weltweit erforschen.

Einleitung

Die Gedanken eines "Verlusts" in thailändischen Geschichtsnarrativen

Zu Beginn des Jahres 2001 hatte Thailand immer noch mit den anhaltenden Auswirkungen der asiatischen Finanzkrise zu kämpfen, die mit dem Zusammenbruch der thailändischen Finanzmärkte ihren Anfang nahmen. Im März desselben Jahres gab die Regierung eine Reihe dringender Prioritäten bekannt, die dem Land helfen sollten, seine Wirtschaft zu stabilisieren. Nach der Prüfung des Regierungsplans kritisierten führende Vertreter der Opposition, dass das Bildungswesen offensichtlich nicht auf der Agenda steht. Zu den schärfsten Kritikern gehörte der ehemalige Staatssekretär für Universitätsangelegenheiten, Vijit Srisaan, der die Finanzierung des Bildungswesens als oberste Priorität für die wirtschaftliche Wiederbelebung des Landes ansah. "Ohne eine klare Bildungspolitik", warnte er, "werden wir uns niemals vom westlichen Kolonialismus lösen können." [1]
 
EBEYER

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Ich selbst bin kein Historiker, auch sonst kein Wissenschaftler, nur Interessierter, kann nur wiedergeben, was ich aus Büchern lerne, möchte mich langsam in die und Geschichte Thailands einlesen.. Und da lese ich, dass die Thai selber es so sehen, dass die gewaltigen Reformen von Mongkut und seinem Nachfolger Chulalongkorn, die allgemeine Öffnung des Landes gegenüber Ausländern, der Grund waren, warum Britannien und Frankreich davon absahen, Thailand zu kolonisieren. Die Herrscher in den umgebenden Ländern haben es nicht verstanden, so die Meinung der Thai, sich „dem Wind zu beugen“. Der burmesische König z.B. wollte nicht hinnehmen, dass die Westler die Schuhe nicht auszogen, wenn sie ihn besuchten. Daraus erwuchs Streit, eine Kommunikation fand nicht mehr statt, letztlich wurde Burma kolonisiert. Anders Mongkut.

Bis dahin waren die Thaikönige gewissermaßen göttlich, eine Vorstellung, die aus Indien kam. Kein gewöhnlicher Untertan durfte den König auch nur ansehen. Wenn der König -was vorkam- durch die Straßen schritt oder fuhr und ein Hund bellte, wurden der Hund und sein Besitzer getötet! Mongkut änderte solche Sachen radikal, gewöhnliche Leute durften sogar Petitionen einreichen. Neue Gesetze besagten, dass die „Lords“ nicht mehr einfach jede Frau, die ihnen gefiel, mitnehmen durften.

Mongkut setzte Lehrer und Berater in größerer Zahl ein, öffnete die ersten säkularen Schulen, Britische Banken (Hong Kong and Shanghai Banking Corporation, Standard Chartered Bank) durften ihre Geschäfte erledigen und erhielten sogar das Notenrecht. Ich kann hier eine solche Note zeigen (Erlaubnis liegt vor). Nachdem Mongkut das Notenrecht den Briten erlaubt hatte, musste er dasselbe auch den Franzosen gewähren, genauer der Banque de l’Indochine.

Hkg and.jpg


Manche möglichen Änderungen gingen Mongkut aber zu weit. Z.B. warf man ihm Polygamie vor. Bowring behauptete sogar, Mongkut habe 600 Frauen, das erzürnte Mongkut und er antwortete: „Nein, es sind nur 37“.

Wenn auch die Kolonialmächte, besonders Frankreich, hier und da ein Stückchen vom Land abknabberten, eine Kolonie wurde Thailand nie. Wie @niemand schon aufzeigte, wird heute die thailändische Geschichte von den Siamesen ambivalent betrachtet, die einen sagen stolz „nie kolonisiert“, die anderen betonen „Landraub und andere Leiden durch die Kolonisatoren“.

Übrigens: Kritik ist immer willkommen, wenn es um Fakten geht, lasse ich mich immer gern überzeugen.
 
Micha L

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Vietnam hat sich auch geöffnet und wurde überrumpelt.

Eher kam es darauf an, dabei das Richtige zu tun. Und die speziellen Verhältnisse spielten eine Rolle.

Ich kann nicht herleiten, warum Thailand dieses Schicksal erspart blieb.

Aber Japan ist das prominenteste Beispiel des guten Gelingens. Das Land übernahm die Moderne rasant wie kein anderes Meiji-Zeit – Wikipedia

Vielleicht gibt es Parallelen zu Thailand.
 
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ErnstPGM

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Dem Handel folgte anderswo die Kolonisation.
Warum nun aber im Fall von Thailand nicht?
Weil die Thais damals so schlau waren , gleichzeitig mit den beiden Kolonialisten England und Frankreich auf "Freundschaft" zu machen.

Diese beiden Ex-Räuberstaaten mögen zwar daran gedacht haben, auch Thailand zu ihrer Kolonie zu machen, doch dazu hätten sie mit dem jeweiligen Konkurrenten entweder eine Einigung über die Aufteilung der Beute erzielen müssen oder es musste ggf. verlustreich (gegeneinander) darum gekämpft werden.

Das war aber nicht erforderlich, weil Thailand beiden Kolonialisten wirtschaftliche Vorteile geboten hat. bei welchen beide Parteien ohne kriegerische Auseinandersetzungen ausreichend auf ihre Kosten gekommen sind.

Und für Thailand , speziell für die klugen Machthaber war diese Konstellation sicher auch in Bezug auf "Mehrung ihres Reichtums" sehr vorteilhaft, während die einfachen Volksgenossen und Untertanen wahrscheinlich erheblich weniger davon profitieren konnten.
 
Chumpae

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Chumpae
Das Mongkut eine ganz entscheidende Rolle bei der Entwicklung Thailands spielte ist bis heute unumstritten und zeigt sich auch in dessen Verehrung.Deine Ausführungen zu den damals zumindest etwas depperten Nachbarn hat sich aber wohl in der Gegenwart geändert:Ich erinnere mich daran, wie auch in Thailand die Gründung und der Verweil im ASEAN-Pakt öffentlich gewürdigt und zelebriert wurde. Heutzutage kann man aber glaube ich sagen, daß die Nachbarn konsequenter in der Umsetzung sind als Thailand selbst- die irgendwie glauben mit einem asiatischen "Mir san Mir"sich durchzuwursteln und dementsprechend den Zug der Zeit irgendwie verpaßt haben.Ist mir persönlich aber nicht unbedingt unangenehm, da ich glaube, daß Thailand damit etwas länger braucht, die Schwabschen Hirngespinste zeitgerecht umzusetzen und mich somit nicht so sehr belasten, wie in der sogenannten"zivilisierten Welt".
 
Loso

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Es war eine Mischung vieler Faktoren, dass Siam nicht vollständig unterworfen wurde. Aber es ist auch nicht so, als wenn sich die beiden Grossmächte nicht bedient hätten (s.u.). Dabei hat Siam allerdings ausschließlich Gebiete verloren, die nur extrem dünn und nicht von ethnischen Thais besiedelt, und nur sehr lose durch Tributpflichten des Adels an das Königreich gebunden waren. Viel zu holen gab es wohl auch nicht (Gold, Gewürze, Rohstoffe). Warum sich also mit den anderen Grossmächten zerstreiten, wo die thailändischen Könige doch den europäischen Mächten gegenüber im weltweiten Vergleich ungewöhnlich freundlich gesinnt waren? In Reiseberichten von damals scheint sich auch auch so etwas wie eine romantische Verklärung zu finden, die manch einem Foristen aus seiner Anfangszeit sicher nicht ganz unbekannt ist.
survival_of_siam-1.jpg

Nummer 8 ist glaube ich falsch, müsste Britain sein, für die Kolonie Malaya.
 
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Thairauch

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@Ernst PGM
schrieb.....Weil die Thais damals so schlau waren , gleichzeitig mit den beiden Kolonialisten England und Frankreich auf "Freundschaft" zu machen.

Genau so hat es mir auch meine Frau erklärt.
Sowie die siamesische (Schein)Freundlichkeit auch der Mächtigen im Land Siam trug maßgeblich
zum Erfolg von Verhandlungen bei.
Und natürlich die Klugheit der Könige .....
VG Thairauch
 
Dieter1

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Es war eine Mischung vieler Faktoren, dass Siam nicht vollständig unterworfen wurde. Aber es ist auch nicht so, als wenn sich die beiden Grossmächte nicht bedient hätten (s.u.). Dabei hat Siam allerdings ausschließlich Gebiete verloren, die nur extrem dünn und nicht von ethnischen Thais besiedelt, und nur sehr lose durch Tributpflichten des Adels an das Königreich gebunden waren. Viel zu holen gab es wohl auch nicht (Gold, Gewürze, Rohstoffe). Warum sich also mit den anderen Grossmächten zerstreiten, wo die thailändischen Könige doch den europäischen Mächten gegenüber im weltweiten Vergleich ungewöhnlich freundlich gesinnt waren? In Reiseberichten von damals scheint sich auch auch so etwas wie eine romantische Verklärung zu finden, die manch einem Foristen aus seiner Anfangszeit sicher nicht ganz unbekannt ist.
Anhang anzeigen 60506
Nummer 8 ist glaube ich falsch, müsste Britain sein, für die Kolonie Malaya.
Die fuer Thailand verlorenen Gebiete waren nicht von Thais besiedelt, sondern von diesen ihrerseits zuvor erobert und besetzt und so gesehen hat Thailand keine "thailaendischen" Landesteile an fremde Maechte verloren.
 
Dieter1

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Und da lese ich, dass die Thai selber es so sehen, dass die gewaltigen Reformen von Mongkut und seinem Nachfolger Chulalongkorn, die allgemeine Öffnung des Landes gegenüber Ausländern, der Grund waren, warum Britannien und Frankreich davon absahen, Thailand zu kolonisieren.
Der Grund aus dem Thailand nicht kolonisiert wurde lag vor allem darin, dass sich Frankreich und das Vereinigte Koenigreich nicht ueber die Aufteilung einigen konnten. Dazu kam der geringe strategische Wert.

Der Koenig Chulalongkorn (Rama V) wird als der grosse Modernisierer des damaligen Siam betrachtet. Er geniesst eine aehnlich hohe Wertschaetzung wie Koenig Bumiphol (Rama IX) und ihm ist auch ein Feiertag im thailaendischen Kalender gewidmet.
 
waltee

waltee

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Im face habe ich dies zum fortschrittlichen König Chulalongkorn gefunden:

Giancarlo Galavotti | Facebook
The most important contribution by King Chulalongkorn (Rama V) was the announcement of Slave Abolition Act. Slave Abolition made him the Beloved Great King of all people of Siam.
In the beginning of his reign, more than 1/3 of the Thai population were slaves. It was so because there was the endless continuity of offspring slaves. They all were slaves for the rest of their lives. Traditionally children of slaves also became slaves.

The Law at that time fixed the value of slave's children as follows:
1. Boy's price was 14 Tamluengs
2. Girl's price was 12 Tamluengs

The price could not be reduced during their ages 1-40. The price of male slave who was 100 years old was 1 Tamlueng. For female-slaves, the price was only 3 bahts. A slave who could not pay money to withdraw himself from slavery became slave through out his life.

The Royal Act was issued by King Chulalongkorn on August 21 2417 B.E. /1874 A.D. In this law, its effect covered the starting point from the first year of the King's coronation, (B.E.2411/1868 A.D.). Therefore, the slave' s child who was born in the year 1868 had the right to reduce the price each year. The Act fixed the price of slave's boy as 8 Tamluengs and Slave's girl as 7 Tamluengs. All Children who were born in the year 1868 became free when they were 21 years old. In the year B.E. 2448/1905 "Slave Act R.E. 124" (2448 B.E. or 1905 A.D.) was passed by King Chulalongkorn to definitely prohibit an offspring of slave and slave-trade. The slave-trading was a crime. For all slaves, the masters had to reduce their prices to 1 bahts per month until their debtlessness.


2894-original.jpg
 
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waltee

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Und wie immer (nicht nur in Thailand) gibt es zwei Seiten:

Thailand is rife with iconography of the abolition of slavery as a single momentary act, a direct proclamation from King to Citizen. The classic narrative, as analyzed and deconstructed in Irene Stengs book, has it that slavery was abolished as an act of Kingly benevolence, the foresight of a King who was progress-oriented beyond his peers.

It is a myth that has percolated throughout societ
y.

emancipate.jpg


What was ultimately consequential for the formal abolition of slavery in 1905 was the international political pressure faced by Siam.

The legacy of slavery and emancipation in Thailand
 
Thairauch

Thairauch

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Und wie immer (nicht nur in Thailand) gibt es zwei Seiten:

Thailand is rife with iconography of the abolition of slavery as a single momentary act, a direct proclamation from King to Citizen. The classic narrative, as analyzed and deconstructed in Irene Stengs book, has it that slavery was abolished as an act of Kingly benevolence, the foresight of a King who was progress-oriented beyond his peers.

It is a myth that has percolated throughout societ
y.

Anhang anzeigen 60513

What was ultimately consequential for the formal abolition of slavery in 1905 was the international political pressure faced by Siam.

The legacy of slavery and emancipation in Thailand
Lieber @waltee,
Hier gibt's fast nur gestandene Herren ab 65 die leider mit Englisch nicht so viel am Hut haben.
Eigentlich nur zur Verständigung.Reicht nicht aus um Deine kopierten Texte zu verstehen.
Bitte kannst Du das vor dem Senden ins Deutsche bringen.
Da brauch das nicht jeder einzeln machen.
Ansonsten Daumen hoch ...sehr interssant!

VG Thairauch
 
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