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Der letzte Abschnitt

Diskutiere Der letzte Abschnitt im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Der letzte Abschnitt Es mag pathetisch klingen, aber heute hat mein letzter Lebensabschnitt begonnen. Wie ich Euch schon mitgeteilt habe, werde...
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EBEYER

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Der letzte Abschnitt


Es mag pathetisch klingen, aber heute hat mein letzter Lebensabschnitt begonnen. Wie ich Euch schon mitgeteilt habe, werde ich ab heute, so lange es geht, hier in Thailand mein weiteres Lebens verbringen. Mein Krebs schreitet weiter fort, eine Heilung ist unmöglich, ich muss hier in Phuket das Beste draus machen, was möglich ist. Da habe ich gedacht, von meinen Erfahrungen und Erlebnissen hier in einem eigenen Thread zu berichten, sei vielleicht keine schlechte Idee. Allerdings weiß ich nicht, ob das jemanden im Forumin interessiert. Es scheint, dass die meisten hier sich gerne über Politik, Gender, Veganismus etc, sich auslassen, alles Themen, zu denen ich nichts beitragen kann, mangels Interesse und mangels Kenntnissen. Mein Prinzip ist, zu etwas, von dem ich wenig Kenntnisse habe, nichts zu sagen.

Ja, also heute bin ich „zu Hause“ (in Phuket) abgekommen! Mit Taxi nach Frankfurt, mein Sohn Christopher, begleitete mich zum Flughafen, dann mit TG 921 nach Bangkok. Da ich den Rollstuhldienst gebucht hatte, den ich dieses Mal eigentlich gar nicht benötigte, wurde ich bei Royal Silk bedient, nur 2 Personen waren vor mir. Die übrigen Economy-Leute, von denen es geschätzte 200 Stück gab (4 Stunden vor Boardingtime) und die von nur 2 Schalterpersonen abgefertigt wurden. Ich war dann beim Zoll, die Formulare für Bargeldausfuhr hatte ich schon ausgefüllt. Auch dieses Mal wurde in einem kleinen Kämmerchen, das mit uns von innen verschlossen wurde, mit Zählmaschine gezählt, es waren 500 € mehr, obwohl ich eigentlich 2mal gezählt hatte. Der Zollbeamte war verärgert, weil er dachte, er müsse das Formular korrigieren, die Korrektur mit weiteren Stempeln versehen. Aber ich beruhigte ihn, nahm 500 € in die Hand und sagte: „schenk ich meinem Sohn“. „Eine ausgezeichnete Idee“, meinfe der Zollbeamte.


Das Flugzeug flog 1 Stunde später als planmäßig gewesen wäre ab, der Captain versprach „einen Teil der verlorenen Zeit aufholen“ (O-Ton des Piloten), aber er schaffte nur, insgesamt 3 Minuten wieder einzuholen. Im ersten Abschnitt (über Europa) flogen wir bis 1005 km/h, danach meist im 900er Bereich, manchmal auch nur 880 km/h, ich vermute, wegen Gegenwind. Die Maschine war zu 100% voll, einige Deutsche später auch. In Bangkok angekommen, hatte ich wegen der Verspätung eigentlich nur 1 Stunde Aufenthalt. Aber der Anschlussflug war auch 1 Stunde verspätet. In Bangkok wurde ich mit dem Rollstuhl zur Passstelle gefahren, wegen des Rollstuhls kam ich sofort dran und erhielt den nötigen Einreisestempel mit dem handschriftlichen Verweis, dass ich ein Jahr nichts tu unternehmen brauche. In Phuket war ich der einzige, der beim Zoll etwas erklärte (nämlich das Geld, für den Fall dass ich oder meine Frau es wieder einmal ausführen wollen). Stichprobenhaft wurden aber einzelne Koffer rausgezogen und gescannt. Man fand aber nichts.


Die Gepäckausgabe war chaotisch. Zuerst hieß es und war schriftlich angezeigt, unsere Koffer stünden an einem bestimmten Band. Dann hieß es, unsere Koffer stünden an einem ganz anderen Band. Wir alle hin, es standen auch viele unserer Koffer da, aber nicht alle. Ich wollte schon meinem Koffer als verlustig melden, da hieß es, weitere Koffer stünden an einem dritten Band. Da stand dann auch der Rest, bis auf meinen Koffer! Aber dann kam einer, der hatte meinen Koffer versehentlich mitgenommen und dann als nicht seinen erkannt. Man sieht, auch außer auf denviel bescholtenen deutschen Flughäfen gibts Probleme.


Außerhalb des Flughafens stand dann mein Taxi zu unserem Haus, nach Chalong. Unterwegs hielten wir noch an der „Kasikorn Thai Bank“ an. Das ist die Bank, die mein Schwager, ein ehemaliger Bankdirektor bei der Bangkokbank, mir für meine Überweisungen u.ä. empfohlen hatte, „auf keinen Fall die Bangkokbank“. Warum, habe ich aber (noch) nicht gefragt.


Ich habe mich gefragt, was „Kasikornbank“ eigentlich heißt. Es ist klar, dass „Kasikorn“ (กสิกร) auf Thai „der Farmer“ bedeutet. Das Wort ist in heutigen Thai nicht mehr lebendig, nunmehr benutzt man für Bauer bzw. Farmer „chaona“ ( ชาวนา). Die Bank nannte sich selbst früher „Farmersbank“, genauer- „Thai Farmers Bank“. Ihr wichtigstes Geschäftsfeld war und ist die Vergabe von Krediten an thailändische Bauern.


Aber woher kommt das Wort „Kasikorn“ fur „Farmer“? Nun; von der Wortstruktur her ist das Wort entweder Sanskrit (altindisch) oder Pali (eine mittelindische Sprache).

Im Altindischen wurden die Angehörigen der Kriegerkaste Kshatriya genannt. Die Wurzel im Sanskrit heißt „kṣatra“, das bedeutet Autorität oder Macht.

3,8,22



3.8.2022
 
phi mee

phi mee

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Lieber @EBEYER,

von Politik, Gender und Veganismus haben wir mittlerweile sowieso schon viel zu viel hier. Daher freuen wir uns über jeden neuen Thread mit Thailandbezug.

Wünsche der einen angenehmem Lebensabend in Thailand und genieße die Zeit solange es geht.

Wir freuen uns auf deine Erfahrungs- und Erlebnisberichte. :super:
 
Loso

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... ich muss hier in Phuket das Beste draus machen, was möglich ist. Da habe ich gedacht, von meinen Erfahrungen und Erlebnissen hier in einem eigenen Thread zu berichten, sei vielleicht keine schlechte Idee. ...
Respekt, da gehört glaube ich auch Mut dazu. Ich habe eine Angehörige, die (noch viel zu jung) in der gleichen Lage ist. Das Drama geht schon einige Jahre, erst hier was weggeschnibbelt, dann da und dort was rausgenommen, Therapien. Jetzt so gestreut, dass entgültig die Stoppuhr läuft, noch ohne gravierende körperliche Einschränkungen. Sie sagt, sie müsse da nicht dauernd drüber sprechen, da sie da sowieso schon tage- und nächtelang dran denkt. Sie freue sich über jede Ablenkung und positive Energie.
 
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Clemens

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....und die verlinkbare Seite. Unter Kasi- ( กสิ- ) steht "Loanword Pali"

( lassen sich natürlich nur die Seiten vernünftig verlinken, die in der Adresszeile eine eigene Id haben. ...
 
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Tom60

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Der letzte Abschnitt

Es mag pathetisch klingen, aber heute hat mein letzter Lebensabschnitt begonnen. Wie ich Euch schon mitgeteilt habe, werde ich ab heute, so lange es geht, hier in Thailand mein weiteres Lebens verbringen. Mein Krebs schreitet weiter fort, eine Heilung ist unmöglich, ich muss hier in Phuket das Beste draus machen, was möglich ist. Da habe ich gedacht, von meinen Erfahrungen und Erlebnissen hier in einem eigenen Thread zu berichten, sei vielleicht keine schlechte Idee. Allerdings weiß ich nicht, ob das jemanden im Forumin interessiert. Es scheint, dass die meisten hier sich gerne über Politik, Gender, Veganismus etc, sich auslassen, alles Themen, zu denen ich nichts beitragen kann, mangels Interesse und mangels Kenntnissen. Mein Prinzip ist, zu etwas, von dem ich wenig Kenntnisse habe, nichts zu sagen.
Eine bewundernswerte Einstellung von dir.
Wünsche dir viel Kraft und eine noch möglichst lange, schmerzfreie Zeit.
 
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EBEYER

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Ich muss sagen, ich bin überrascht, dass mein Beitrag so positiv aufgenommen wurde. Und noch mehr, dass sogar diskutiert wird, ob „Kasi“ auf dem Pali oder dem Sanskrit stammt. Was diese Frage betrifft, denke ich, dass es sich so verhält: 1- dem Wort „kasikorn“ kann man nicht ansehen, ob Pali oder Sanskrit. Von der Wortstruktur her ist beides möglich. 2. Die früheste Angabe des Wortes „Kasikorn“ findet sich im mittelindischen Pali (als Bezeichnung der Kriegerkaste), im wesentlich älteren Sanskrit ist das Wort nicht überliefert, aber man geht davon aus, dass es existierte, denn die Kriegerkaste gab es ja schon, die Kriegerkaste als solche gab es ja schon im Vedischen, also muss es auch ein Wort dazu gegeben haben. „Kasikorn“ ist für Pali verifiziert (auf einigen von Hand beschriebenen Palmblättern), für Sanskrit jedoch nur „erschlossen“. Verifiziert für Sanskrit ist jedoch die Wurzel „ksatra“ = Macht, Autorität.



Da ich gern etwas über die Geschichte und Entwicklung Phukets lernen möchte, habe ich zunächst einmal versucht, zusammenzustellen, was Phuket, früher Junkceylon genannt, eigentlich „damals“ alles exportierte. Mit „damals“ meine ich die Zeit etwa ab 1550 bis 1700.Ich zähle hier mal einige damals wichtige Ausfuhrgüter auf (in beliebiger Reihenfolge), hauptsächlich solche, an die man normalerweise nicht denkt. insgesamt kommen viel mehr Materialien zusammen als ich dachte, Materialien, die ich zunächst gar nicht im Blick hatte:



  • Amber. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gab es unvorstellbar viele Pottwale um Phuket herum. Diese fressen in der Hauptsache Tintenfische, die alle an ihren Mundwerkzeugen einen Hornschnabel haben. Der ist für Pottwale nicht verdaulich, die Teile werden im Magen gesammelt, dann in den Anfangsteil des Darms verschoben. Nach einige Zeit spuckt der Pottwal diesen „Klumpen“ aus. Weil es so viele Pottwale gab, war der Saum des Meeres voll von diesen „Klumpen“, die einen starken Duft aussenden. Diese ausgespuckten Verdauungsreste wurden in Ostasien (besonders China) als Medizin oder als Gewürz heiß begehrt, bei uns in der westlichen Welt wurde der Amber genannte Stoff für Parfums benutzt, Ich lese auch, dass Amber in sehr reichen Haushalten als Lampenöl benutzt wurde (Amber ist brennbar). Und dass die Eunuchen am Palast des Kaisers von China Amber als Parfum benutzten.
Reich durch Walkotze: Armer Fischer in Thailand macht mit Ambra-Klotz den Fang seines Lebens



  • Bienenwachs. Die Bewohner Phukets suchten in den Wäldern die oft recht großen Nester wilder Bienen. Sie nahmen sich nach der „Ausräuchern“ das Wachs (natürlich auch den Honig), mit dem man viele Dinge anstellen konnte. Hauptsächlich wurde das Wachs benutzt, um Stoffe wasserdicht zu machen. Holz konnte damit poliert werden. Usw.
  • Dinge aus Rattanzweigen. Man machte draus Körbe, Matten, Seitle und wie ich lese sogar Kleider!
  • Die dunkelhäutigen Negrito-Sklaven. Besonders in China war es beliebt, diese Negritos als Torwächter zu vornehmen Häusern oder Etablissements zu benutzen.
  • Auf einer kleinen Insel ganz in der Nähe von Phuket sammelte man Seegurken. Diese waren (und sind heute noch) bei den Chinesen eine Delikatesse.
  • Häute von Salzwasserkrokodilen; die in Phukets Mangroven lebten. Chinesische Quellen von damals berichten, dass Sie mit dem Schiff nach Phuket fuhren, um diese Häute aufzukaufen und nach China zu importieren.
  • Schalen der Riesenmuschel. Diese Muschelart -heute ich sie gefährdet- war damalks häufig in flachen Gewässern von Phuket zu finden. Die Schalen, die außen ein schön gewelltes Muster zeigen, wurden ausschließlich nach China exportiert. Die Chinesen empfanden das Wellenmuster als pure, von der Natur gefertigte Kunst und stellten die bis 2 m hohen Schalen zu Dekorationszwecken in ihre Gärten.
  • Holz vom Sappanbaum. Dieser Baum gehört zu den Hülsenfrüchten und ist in Ostasien weit verbreitet. Man gewann daraus einen roten Farbstoff für Stoff. Das Holz wurde auch zum Heizen nach Nordchina exportiert. Der wissenschaftliche Name lautet Caesaltpinia, dieser Name leitet sich vom Namen eines berühmten Botanikers des 16. Jahrhunderts ab, Andreas Caesalpin (Endung oft anders geschrieben). Der war viele Jahre lang Direktor des Botanischen Gartens in Pisa.
So, hier mache ich erst einmal Schluss mit der Auflistung, ich möchte Euch nicht langweilen. Außerdem will ich mich auf einen Besuch vorbereiten, den ich heute Abend einem langjährigen Bekannten in Phuket abstatten werde. Es ist ein schon ziemlich betagter alter Herr, ich kenne ihn schon ewig. Er sammelt alte thailändische Banknoten. Vor Jahren hatte ich neben meiner Tätigkeit als Beamter ein Versandgeschäft für Weltbanknoten zu Sammlerzwecken. Ich arbeitete viel mit einem thailändischen Händler in der Jaroengrung-Str. in Bangkok zusammen. In dessen Geschäftsräumen lernte ich den thailändischen Sammler kennen. Im Laufe der Zeit habe ich ihm viele Thainoten verkauft. Darunter auch welche aus dem ersten Satz Thainoten, die hier ausgegeben wurden. Sie erschienen unter Rama IV und sahen wie unscheinbare Zettelchen aus. Heute habe ich keine mehr, kann aber Bilder zeigen, Erlaubnis vom jetzigen Besitzer erteilt. Hier aus der ersten Serie eine ½ Tikal-Note, im Thai „2 Salüng“ (สองสลึง) genannt. Auf der einen Seite steht die Wertbezeichnung in mehreren Sprachen, oben Thai, dann Chinesisch, Lateinisch, English, Khmer, usw. Die Noten wurden ab 1851 ausgegeben,

siam 2S.jpg
siam2al.jpg
 
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Clemens

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....fest steht zumindest, daß der Lehnworte im Thailändischen sehr viele sind. Aus dem Sanskrit, dem Pali, aus dem Englischen und irgendwann ist mir auch mal das Wort " กงสี " ( gongsi ) über den Weg gelaufen, das im Chinesischen so viel wie "Firma" heißt. Ob das im allgemeinen thailändischen Sprachgebrauch angekommen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich verwende da eigentlich das Wort นริษัท ( borisat - Firma )
Ich versuche es mir dann immer so zu erklären, daß es ja auch bei uns im Deutschen Anglizismen gibt, die im Gebrauch sozusagen in Konkurrenz zum eigentlichendeutschen Begriff treten

Sei's wie es sei, die Liste der Lehnworte ist lang und sie wird, wenn man auf die Zukunft blickt, sicher nicht kürzer werden. Ich persönlich sehe da zwar nicht das übergroße Problem (in keiner Sprache, nicht nur im Thailändischen, sondern das gilt für mich ebenso z.B. für das Deutsche ), da es für mich Teil der Sprachentwicklung ist. Mir ist aber klar, daß ich für dieses Statement jetzt Widerspruch von vielen Sprachschützern auf der ganzen Welt ernten würde, deren Ansicht ich selbstredend respektiere, mir aber trotzdem "erlaube" , es anders zu sehen .....
 
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EBEYER

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Aus meinem Besuch gestern Abend bei meinem langjährigen Bekannten/Freund wurde leider nichts, ich erhielt einen Anruf: er hat Covid 19. Und als ich heute Morgen meine Nichte kontaktierte, weil ich ihre Hilfe brauchte, erfuhr ich, ihr Mann und wahrscheinlich sie auch haben ebenfalls Covid 19.

Heute Morgen setzte mir meine Frau „Salapao“ (eine in Asien besonders in China beliebte Speise) vor, eine Art gedämpfter, mit einer Füllung versehener Trockenklöße oder „Brötchen“, die in Asien besonders in China beliebt sind und dort „Baozi“ (包子) oder einfach „Bao“ (包) heißen. Und damit haben wir schon eine Erklärung für die letzte Silbe des Namens „Salabao“. Was aber der vordere Wortteil, also „sala“ bedeutet, weiß man nicht.

Salabao aus Phuket sind sehr bekannt. Meine Frau ist mit ihrer Schwester ziemlich weit gefahren, um sie von einer alten Frau chinesischer Herkunft zu kaufen. Ihre Salapao sind besonders schmackhaft. Es gibt verschiedene Füllungen, wovon ich heute zwei gegessen habe. Einmal eine Füllung mit Schweinefleisch, sowie eine Füllung mit einer aus Bohnen hergestellten Masse. Meine Frau hat 50 Stück gekauft, die eingefroren wurden. Zum Essen werden sie länger in Wasserdampf erhitzt. Bei der erwähnten alten Dame kosten die Salapao pro Stück nur 10 Baht (normalerweise 20) und sie verkauft nur an Leute, die schon viele Jahre bei ihr kaufen (wie die Schwester meiner Frau).


Heute habe ich Interessantes gelesen, was verschiedene westliche und chinesische Reisende von den Thais im 17. Jahrhundert berichtet haben.

Da ist einmal die Sache mit den Zähnen. Damals unterzogen sich die Thais, Männlein wie Weiblein, im Alter von ca. 15 Jahren einer äußerst schmerzhaften Prozedur: sie färbten ihre Zähne schwarz. Dazu benutzte man Zitronensaft und verbrannte (verkohlte) Kokosnüsse. Die Prozedur dauerte 3 Tage und schwächte diejenigen, die sich ihr unterzogen (alle!) stark, sie brauchten Wochen um sich zu erholen. Und warum das Ganze? Weil man meinte, weiße Zähne seien wie die Zähne der Tiere. Und Zähne, wie die Tiere sie haben, wollte man nicht haben. In den Augen der Europäer galten daher die Thaidamen als die hässlichsten der Welt. Ihr Mundinneres war durch Kauen von Betel von einer speziellen Röte. Männer und Frauen trugen dieselbe Haartracht, nämlich einen Knoten ganz oben. Und die Kleidung von Männern und Frauen war gleich.

Dann die Sache mit dem Sex. Bei jungen Männern schnitt man die Penisvorhaut an mehreren Stellen auf und platzierte dort Zinnkugeln. Der Heilungsprozess war sehr schmerzhaft und dauerte lange. Die Damen sagten aus, nur mit derart behandelten Penissen könnten sie einen wirklichen Orgasmus kriegen.

Von Ayutthaya wurde berichtet, unverheiratete Frauen wollten ständig Sex von Männern. Die Frauen sprachen Männer an und nahmen sie mit nach Hause, um Sex mit ihnen zu haben. Es wird ausdrücklich gesagt, mit den muslimischen Frauen von Pattani sei es genau dasselbe gewesen. Die sexuelle Freiheit kam von Indien her. Man kannte keine Tabus.

Jungfrauen, so meinte man allerdings, hätten schlechtes Blut. Sie wurden von speziellen Männern entjungfert. Manche Frangs wurden gebeten, diesen Service zu vollziehen.
 
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Clemens

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.....bei uns in Europa war man zu dieser Zeit an den Gedanken gefesselt, daß Sex in der Ehe UND NUR IN DER EHE stattzufinden hätte. Natürlich gab es zu allen Zeiten auch bei uns Menschen, die das anders sahen, auch wenn sie nie in Indien waren. Aber das machten viele dann eher diskret. Der Ruf ist relativ schnell ruiniert.
Übrigens ist das gar nicht so lange her. Ich kenne heute noch Menschen, die sich echauffieren, wenn eine Frau, die nachweislich nicht mehr Jungfrau ist, im weißen Kleid heiratet. Was müssen solche Leute gedacht haben, wenn ihnen die obenstehend beschriebene Situation zu Ohren gekommen ist.

"Sexuelle Freiheit" wie in Indien? Fehlanzeige. ...
 
alder

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"Sexuelle Freiheit" wie in Indien? Fehlanzeige. ...
Wenn es die gibt, dann aber ausschliesslich für Männer.

Indien wäre einer der letzten Orte, an dem ich als Frau lebe wollte.

Eigentlich will ich als Mann dort auch nicht leben, es sei denn man gehört einem höheren Stand an und hat seine Diener, die man herum scheuchen kann.
 
Koelner

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Es mag pathetisch klingen, aber heute hat mein letzter Lebensabschnitt begonnen. Wie ich Euch schon mitgeteilt habe, werde ich ab heute, so lange es geht, hier in Thailand mein weiteres Lebens verbringen. Mein Krebs schreitet weiter fort, eine Heilung ist unmöglich, ich muss hier in Phuket das Beste draus machen, was möglich ist. Da habe ich gedacht, von meinen Erfahrungen und Erlebnissen hier in einem eigenen Thread zu berichten, sei vielleicht keine schlechte Idee. Allerdings weiß ich nicht, ob das jemanden im Forumin interessiert. Es scheint, dass die meisten hier sich gerne über Politik, Gender, Veganismus etc, sich auslassen, alles Themen, zu denen ich nichts beitragen kann, mangels Interesse und mangels Kenntnissen. Mein Prinzip ist, zu etwas, von dem ich wenig Kenntnisse habe, nichts zu sagen.

Ja, also heute bin ich „zu Hause“ (in Phuket) abgekommen! Mit Taxi nach Frankfurt, mein Sohn Christopher, begleitete mich zum Flughafen, dann mit TG 921 nach Bangkok. Da ich den Rollstuhldienst gebucht hatte, den ich dieses Mal eigentlich gar nicht benötigte, wurde ich bei Royal Silk bedient, nur 2 Personen waren vor mir. Die übrigen Economy-Leute, von denen es geschätzte 200 Stück gab (4 Stunden vor Boardingtime) und die von nur 2 Schalterpersonen abgefertigt wurden. Ich war dann beim Zoll, die Formulare für Bargeldausfuhr hatte ich schon ausgefüllt. Auch dieses Mal wurde in einem kleinen Kämmerchen, das mit uns von innen verschlossen wurde, mit Zählmaschine gezählt, es waren 500 € mehr, obwohl ich eigentlich 2mal gezählt hatte. Der Zollbeamte war verärgert, weil er dachte, er müsse das Formular korrigieren, die Korrektur mit weiteren Stempeln versehen. Aber ich beruhigte ihn, nahm 500 € in die Hand und sagte: „schenk ich meinem Sohn“. „Eine ausgezeichnete Idee“, meinfe der Zollbeamte.


Das Flugzeug flog 1 Stunde später als planmäßig gewesen wäre ab, der Captain versprach „einen Teil der verlorenen Zeit aufholen“ (O-Ton des Piloten), aber er schaffte nur, insgesamt 3 Minuten wieder einzuholen. Im ersten Abschnitt (über Europa) flogen wir bis 1005 km/h, danach meist im 900er Bereich, manchmal auch nur 880 km/h, ich vermute, wegen Gegenwind. Die Maschine war zu 100% voll, einige Deutsche später auch. In Bangkok angekommen, hatte ich wegen der Verspätung eigentlich nur 1 Stunde Aufenthalt. Aber der Anschlussflug war auch 1 Stunde verspätet. In Bangkok wurde ich mit dem Rollstuhl zur Passstelle gefahren, wegen des Rollstuhls kam ich sofort dran und erhielt den nötigen Einreisestempel mit dem handschriftlichen Verweis, dass ich ein Jahr nichts tu unternehmen brauche. In Phuket war ich der einzige, der beim Zoll etwas erklärte (nämlich das Geld, für den Fall dass ich oder meine Frau es wieder einmal ausführen wollen). Stichprobenhaft wurden aber einzelne Koffer rausgezogen und gescannt. Man fand aber nichts.


Die Gepäckausgabe war chaotisch. Zuerst hieß es und war schriftlich angezeigt, unsere Koffer stünden an einem bestimmten Band. Dann hieß es, unsere Koffer stünden an einem ganz anderen Band. Wir alle hin, es standen auch viele unserer Koffer da, aber nicht alle. Ich wollte schon meinem Koffer als verlustig melden, da hieß es, weitere Koffer stünden an einem dritten Band. Da stand dann auch der Rest, bis auf meinen Koffer! Aber dann kam einer, der hatte meinen Koffer versehentlich mitgenommen und dann als nicht seinen erkannt. Man sieht, auch außer auf denviel bescholtenen deutschen Flughäfen gibts Probleme.


Außerhalb des Flughafens stand dann mein Taxi zu unserem Haus, nach Chalong. Unterwegs hielten wir noch an der „Kasikorn Thai Bank“ an. Das ist die Bank, die mein Schwager, ein ehemaliger Bankdirektor bei der Bangkokbank, mir für meine Überweisungen u.ä. empfohlen hatte, „auf keinen Fall die Bangkokbank“. Warum, habe ich aber (noch) nicht gefragt.


Ich habe mich gefragt, was „Kasikornbank“ eigentlich heißt. Es ist klar, dass „Kasikorn“ (กสิกร) auf Thai „der Farmer“ bedeutet. Das Wort ist in heutigen Thai nicht mehr lebendig, nunmehr benutzt man für Bauer bzw. Farmer „chaona“ ( ชาวนา). Die Bank nannte sich selbst früher „Farmersbank“, genauer- „Thai Farmers Bank“. Ihr wichtigstes Geschäftsfeld war und ist die Vergabe von Krediten an thailändische Bauern.


Aber woher kommt das Wort „Kasikorn“ fur „Farmer“? Nun; von der Wortstruktur her ist das Wort entweder Sanskrit (altindisch) oder Pali (eine mittelindische Sprache).

Im Altindischen wurden die Angehörigen der Kriegerkaste Kshatriya genannt. Die Wurzel im Sanskrit heißt „kṣatra“, das bedeutet Autorität oder Macht.

3,8,22



3.8.2022
Alles Gute schon einmal.

Ich hatte auf meinem ersten Flug nach BKK einen sehr angenehmen älteren Sitznachbarn. Er hatte auch unheilbaren Krebs und eine ähnliche Situation. Seine Thaifrau gab ihm Kraft und auch erforderliche Pflege.

Am Ende war es ein schöner Langstreckenflug mit langen Gesprächen und ich war am Ende schon etwas traurig. Habe ihn nie wieder gesehen.

In deinem Fall werden wir ja Updates bekommen! Freue mich.
 
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Zunächst herzlichen Dank für die guten Wünsche. Ich habe den (deutschen) Arzt gefragt, wie lange ich noch Zeit habe, er hat gesagt, das kann keiner wissen. Kann schnell gehen, oder eine paar Jahre dauern. Mal sehen…



Seit einigen Tagen sind morgens, wenn ich aufwache, meine Augen verklebt. Am Montag, dem letzten Tag meines Aufenthaltes in Deutschland, war ich in zwei Apotheken um eine Medizin zu kaufen. An beiden Stellen sagte man mir, ich solle zum Arzt gehen und ein Rezept holen, dann könne man mir weiterhelfen.

Dazu hatte ich keine Zeit mehr. Aber da ich gestern hier in Central war, ging ich zu einer der dortigen Apotheken und erfuhr, es gebe eine Apotheke im Central, wo eine Ärztin arbeite. Da bin ich dann hin, , es war zwar keine richtige Ärztin, sie nannte sich „Pharmacistin“, ich erhielt die Diagnose „eine bakterielle Entzündung des Augenlids“ und die passende Medizin (mit dem Wirkstoff Tetracyclin). Heute Morgen schon war eine deutliche Besserung eingetreten. Die "Ärztin brauchte ich nicht zu bezahlen. – Ich habe mir vorgenommen, immer wenn ich „eine Kleinigkeit“ habe, dorthin zu gehen.

Dann habe ich mir noch eine Medizin gegen mein Hühnerauge, das sich unter meinem linken Fuß entwickelt hatte und recht schmerzhaft war, geben lassen. Interessant ist, dass unser „Hühnerauge“ im Thailändischen „Fischauge“ heißt ( ตาปลา). „Hühnerauge“ entstandauch nicht, wie man denken könnte, wegen der Ähnlichkeit mit dem Auge eines Huhns, sondern hieß im Mittelalter „hürnenes Auge“, also „horniges Auge“.



Heute war ich im „Kathu Shrine“, das ist eines der ältesten chinesischen Tempel auf Phuket. Er hat in englisch-sprachigen Texten einen Namen, den man sich kaum merken kann: Lai Thu Tao Bo Keng. Leider habe ich die zugehörige Schreibweise noch nicht herausfinden können, weder auf Thai noch auf Chinesisch, und die Bedeutung ist mir folglich noch ein Rätsel. In rein chinesischen Texten wird der Schrein jedoch 內杼斗母宮 (Nèi zhù dòu mǔ gōng) genannt, was wörtlich „Innerer Doumu-Palast“ bedeutet. . Und unter diesem Namen finde ich im chinesischen Internet ein paar Informationen:

Eine Vorform des Tempels gab es schon vor 197 Jahren! Er stammt also aus der Zeit, als Chinesen in großer Zahl in Thailand einwanderten. Zunächst war der Tempel jedoch sehr klein, erst allmählich wurde er erweitert.

Obwohl der Tempel nicht als Attraktion für Touristen gilt, ist er für das kulturelle Leben auf Phuket sehr bedeutsam, der Schrein spielt für das berühmte jährlich im 9. Monat des Mondkalenders stattfindende vegetarische Fest eine Schlüsselrolle. Viele sagen, dieses Fest habe in genau diesem Tempel seinen Ursprung.

Ich habe zahlreiche Fotos gemacht, kann sie aber hier noch nicht zeigen, da ich noch nicht weiß, wie ich die Fotos von der Kamera auf den Laptop bringe. Aber ich denke, in ein paar Tagen werde ich das gelernt haben, das heißt, man wird es mir beigebracht haben Dann werde ich einige der Fotos hier zeigen.

Besonders interessant fand ich eine isoliert stehende Figur, deren Kopf mit rotem Papier umhüllt war. Ich erfuhr, dass dies ein neues Geschenk an den Tempel war, dass die Figur aber erst zu den anderen gestellt werden darf, nachdem sie eine „Integrationszeremonie“ mitgemacht hat. Vorher gilt die Figur als noch nicht geweiht oder sakral, so daß dass ihr Kopf verhüllt wird, damit man nicht erkennen kann, um welche Gottheit es sich handelt.
 
S

sombath

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Hallo Ebeyer , ich wünsche dir für deinen " letzten Abschnitt " in Phuket alles , alles Gute !!
Was ich jetzt hier schreibe , bitte nicht als Kritik ansehen , ist nur meine Meinung und ich erhebe nicht den
Anspruch die alleinige Wahrheit zu besitzen .
Ich habe 3 Jahre lang Erfahrung als Betreuer und Pfleger meiner Frau gesammelt , bevor sie an Darmkrebs
verstorben ist .
Sollte ich mit 79 zB in Phuket , oder sonst wo in Thailand leben , aber sicher nur , solange ich einigermaßen
gesund bin . Hätte ich größere Probleme , dann auf jeden Fall zurück nach Deutschland .
Ich stelle immer wieder fest , dass ein Krebskranker einen Betreuer , man kann auch sagen Krankheits Manager ,
braucht . Habe das sehr gut begriffen , wenn ich mit meiner Frau beim Arzt saß und er etwas erklärte , sie sagte
zwar immer " verstanden " , wenn wir aber wieder zu Hause waren , mußte ich feststellen , sie hatte nur die
Hälfte verstanden .
Das ist auch leicht erklärlich , in dem Betroffenen rast das Gehirn durcheinander und daher kann er oft den
Ausführungen nicht folgen . Daher ist es gut , wenn ein Angehöriger oder jedenfalls ein Nichtbetroffener
bei solch einem Gespräch dabei ist .
Aber dabei ist die Sprache besonders wichtig , dh. der Begleiter muß auch schon von der Sprache her
alles gut verstehen .

Aber lange Rede , kurzer Sinn , ich hätte nicht den Mut , oder ????? , den du hast , also machs gut .
 
waltee

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Hallo EBEYER

Danke für all das Wissenswerte was du hier einstellst. Auch nach bald 50 Jahren Thailand gibt es noch vieles zu entdecken. Und solange die Neugier da ist lebt man noch.

Z.B. die Figur mit dem rotumwickelten Kopf, evtl. wurde diese „Integrationszeremonie“ auf Autos übertragen welche zuerst eine Zeit mit rotem Nummernschild abwarten müssen? Dann das uralte Geld, sowas habe ich noch nie gesehen. Auch deine Angaben zur Historie von Phuket sind sehr informativ, bisher kannte ich sie in der Vergangenheit wegen der Zinnförderung.

Die Apothekerinnen kennen die Medikamente sehr gut und können manchmal besser beraten als ein Arzt.
Und die selbstgemachten Salapao sind die besten, kein Vergleich mit den 'Industrieknödeln' aus dem 7/11.

Ich drücke dir die Daumen dass du noch eine lange und gute Zeit in Thailand (bleib dort) verbringen kannst, auch damit ich weitere interessante Geschichten von dir erfahren kann.
 
C

Clemens

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Und die gesuchte Schreibweise in Thai หล่ายถู่ต่าวโป๊เก้ง
 
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Clemens

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Ist aber meines Dafürhaltens nach eine rein phonetisch orientierte Verschriftung eines chinesischen Begriffes in Thaischrift.

Das dacor stehende Wort ศาลเจ้า heißt "Schrein" bzw ศาลเจ้ากะทู้ heißt "Kathu Schrein" und der Rest die phonetische Wiedergabe. ..
 
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EBEYER

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@sombath: warum sollte ich Deine Worte als Kritik auffassen? Ich bin immer offen für alle Ratschläge. Und die Idee mit dem Betreuer habe ich auch schon gehabt. Und wenn es mir schlechter geht, werde ich sie auch umsetzen. Gerade hier in Thailand ist das leicht möglich.

@waltee: schön, Deine Worte zu lesen. Allerdings, ein Zusammenhang zwischen den roten Autoschildern und der Verhüllung von Gestalten im Tempel scheint mir etwas weit hergeholt.

@Clemens: ja, das ist der Tempel. Und danke für die Thai-Schreibweise von „Lai Thu Tao Bo Keng“. Es ist mir klar, dass es sich um eine phonetische Transkription eines chinesischen Namens handelt, wahrscheinlich kein Hochchinesisch, sondern „Hokkien“ (Fujian).



Ich kann hier eine weitere alte Banknote zeigen und die Geschichte dazu wiedergeben: Die Note stammt aus der Zeit von Rama V. König Chulalongkorm bereiste damals Europa, auch um Ideen zu sammeln, wie man Thailand (damls natürlich Siam) modernisieren könne. Dabei besichtigte er die Firma Giesecke und Devrient in München, die auch Banknoten druckte. (Heute gehört fdie Firma zu den Druckereien, die Euroscheine herstellen). Er war von dem Druckverfahren begeistert und bestellte einige Mustersätze. Die Serie lautete auf 1, 5, 10, 40, 100, 400 und 800 Baht, die Musterscheine erreichten Thailand 1892. Der König reiste weiter nach England. Hier besichtigte er die Banknotendruckerei Thomas de la Rue in London. Auch hier bestellte der König Muster, augenscheinlich gefielen ihm die dann besser, denn diese Scheine kamen in Umlauf, die deutschen aber nicht. Vielmehr wurden sie bis auf wenige Belegstücke vernichtet.

Die 800-Baht-Note dieser Serie kostete einmal 1.800.000 Baht.



Vor ca. 50 Jahren hatte ein Münz- und Banknotengeschäft in Bangkok eine solche Serie zum Verkauf. Das Geschäft hieß Victory Stamps und lag in der Jaroengrung-Straße, nahe der Hauptpost. Allerdings erwies sich die Serie als im Bangkoker Nationalmuseum gestohlen. Im besagten Museum gab es später nur eine Serie in Kopie!


Im Übrigen gab es, was Wertstufen des Geldes angeht, 3 Perioden

Bis 1902 galt: 1 Baht = 4 Salung = 64 Att
Von 1902 bis 1928: 1 BAHT = 4 Salung = 100 Satang
Ab 1928 bis jetzt 1 Baht = 100 Satang.

Früher nannten die Farangs den Baht „Tikal“, ein Wort, das die Thaisprache als Währung nicht kennt. Das Wort „Tikal“ ist mit dem hebräischen „Schekel“ (war im Babylonischen eine Gewichtseinheit) verwandt.
1 Baht.jpg


Zum Schluß noch ein Familienbild, aufgenommen in Trang vor etwa 55 Jahren. Meine Schwiegermutte hatte 8 Kinder, 7 Mädchen, einen Jungen. Der Vater war ein Chinese, der eigentlich in Penang lebte. Als im 2. Weltkrieg die Japaner nach Malaya kamen und die Chinesen schlecht behandelten, floh er nach Thailand. In Trang wurde er nach Kriegsende Manager einer großen Gummiproduktionsstätte, die Besitzer waren Singaporer. Diese Produktionsstätte findet sich noch heute in Trang, gammelt aber verlassen seit vielen Jahren vor sich hin. Er heiratete eine Thai. Die ersten Kinder waren alle Mädchen, was den Vater fast verzweifeln ließ. Er musste weitermachen und bekam dann endlich einen Sohn, der den Namen des Vatwers weitertragen sollte. . – Die Rufnamen der Kinder sind keine Thainamen, sie sind natürlich alle chinesisch. Dazu ging der Vater in einen Tempel, ein Mönch hielt ein großes Gefäß, aus dem der Vater einen Zettel zog, auf dem dann der Rufname des Kindes stand. In diesem Fall lauteten sie Yuk, Kio, Yee (English ausgesprochen), Chun, Höang, Kim, Fa und Jong. Meine Frau (Yee) ist von den drei großen Mädchen auf dem Bild das ganz rechts stehende.
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Clemens

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Ich denke, dieses Beispiel lässt auch Rückschlüsse auf das allgemeine Migrationsverhalten zu. Jeweils auf Thailändisch habe ich mich schon mal mit einer Chinesin (deren Familie aber seit Jahrzehnten in Bangkok ansässig ist und mit einer Kambodschanerin (deren Familie vor den Roten Khmer nach Thailand geflohen war ) unterhalten. Und das alles in München (denn ich habe mich im Leben wirklich eingehend mit der Thaisprache befasst, aber bisher Europa noch nie verlassen ). So drängt sich mir schon der Eindruck auf, daß das keine Einzelfälle sind, sondern daß das Migrationsverhalten in Wirklichkeit wesentlich stärker ausgeprägt ist, als man auf den ersten Blick annehmen möchte . Und das scheint mir in Thailand ähnlich zu sein, wie bei uns in Deutschland. Ich muß aber dazusagen, daß ich Zuwanderer für eine kulturelle Bereicherung halte und Menschen mit einer Lebensgeschichte, die etwas abenteuerlich anmutet erst recht. Man sollte allerdings etwas mitdenken. Vor etlichen Jahren erzählte mir ein Bekannter, daß in seiner Nachbarschaft ein Chinese wohne, den er mal gefragt habe, ob er Japaner sei und der ihn seither nicht mehr grüße. Ich stellte ihm dann nur die Rückfrage, ob ihn das wundere. Oder ich habe mal in einem vietnamesischen Lokal zu Abend gegessen und dann kam eine Gruppe Chinesen. Es ging zwar nicht so weit, daß sie nicht bedient wurden, aber die Atmosphäre war dermaßen frostig, daß es einen schon beim Hinsehen gefroren hat, obwohl Sommer war. D.h. die Leute kommen, geben aber ihre Ressentiments natürlich nicht an der deutschen Haustüre ab, so daß für uns Europäer dann doch etwas Fingerspitzengefühl gefragt ist, um nicht in ein Fettnäpfchen zu treten.

Die Anzahl der Kinder bei Thais ist für mich immer wieder erstaunlich. Es erzählte mir mal eine Thailänderin von den jüngsten ihrer Kinder. Und als ich sie fragte, wieviele Kinder sie habe, war die Antwort 8 . Und Frauen, die mit 40 bereits Großmutter sind, sind keine Seltenheit. Kurzum, ich sehe da absolut kein Problem, im Gegenteil, nur muß man als einer, der manche Leute dann kennt, laufend mitdenken. Sonst KÖNNT'S ein wenig unübersichtlich werden
 
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