Eine knappe Woche nach meiner Ankunft in Nord-Ost Thailand habe ich die erste Exkursion unternommen. Es ging zu einem Facebook-Freund rund 100 km nach Osten, der vor allem Betta smaragdina züchtet.
Nach 1,5 Stunden im teils chaotischen Thailändischen Verkehr hat mich Oof – in Facebook unter „Betta Esan“ zu finden – an einem Treffpunkt abgeholt und es ging nach Hause zur Kampffischzucht.
Neben den Kampffischen fielen mir schon auf dem Weg in den Garten etliche tolle Orchideen auf.
Dann im „Showroom“, einem kleinen Anbauzimmer mit vielen der Thai-typischen kleinen Einzelgefässe sassen sie – Betta smaragdina in all ihrer Pracht. Nominatform, Copper und Guitar waren alle vertreten.
Ob es sich bei Copper und Guitar um „echte Smaragdinas“ handelt wird noch gestritten. Beim Copper vermuten manche eine Hybridisierung, aber die Schwanzflossenzeichnung des Guitar ist eindeutig kein Zuchtergebnis sondern natürlich – vermutlich dürfen wir hier auf die Beschreibung einer neuen Art warten.
Weiter hinten im Garten waren dann die Zuchtbehälter – die üblichen Betonringe aus der Abwassertechnik sowie gemauerte rechteckige Becken – an der Oberfläche voll mit Wasserpflanzen. Dies dient nicht etwa zum Verstecken der Bettas sondern hauptsächlich als Verdunstungsschutz, denn ohne die Pflanzen würde rund das doppelte an Wasser verdunsten was bei den Thailändischen Temperaturen ohnehin nicht wenig ist.
Deshalb, und auch zum Schutz vor zu starkem Aufheizen, sind die Behälter meist mit Wellblech abgedeckt – für die Pflanzen reicht das offen gelassene Loch von ca. ¼ der Oberfläche vollkommen aus, selbst in komplett abgedeckten Behältern wachsen die Pflanzen noch durch eindringendes Streulicht.
Ein Griff ins Volle
Grosse Smaragdina-Weibchen
Die Laichpapille gut sichtbar
Jungtiere
Das Futter der Tiere besteht hauptsächlich aus Moina und roten Mückenlarven die selbst in weiteren Betonringen vermehrt werden.
Erst zum Abschluss der Fahrt habe ich dann mitbekommen, dass auch neben dem Haus noch etliche Zuchtbehälter sind in denen Betta splendens vermehrt und aufgezogen werden.
Nach einiger Zeit ging es dann ca. 30 km weiter nach Süden zu einer Farm die nur Betta smaragdina vermehrt.
Am Haus selber waren nur einige wenige Tiere zu sehen, aber auch die „Kampfarenen“ in denen mit den Smaragdinas die Fischkämpfe durchgeführt werden.
Dann ging es durch eine Gummiplantage zur eigentlichen Farm – 3200 qm neben einigen Reisfeldern – auf denen gerade fleissig geerntet wurde – in denen sich eine Grube im Boden an die nächste reihte.
Reisernte per Hand
Wer erkennt die Kampffischfarm?
Das Ganze höhenmässig gestaffelt, so dass über Kunststoffwasserrohre oder Bambus Wasser von einer Grube in die nächste laufen kann. Zumindest wenn es regnet, was aber in dieser Region nicht so sehr oft vorkommt. Selbst in der Regenzeit beschränken sich die Niederschläge auf einige Tropfen und ab und an einen richtigen Guss – so ein Guss füllt dann aber jegliches Gefäss gleich um 10 oder mehr cm und eine Grube mit oberirdischem Zulauf um deutlich mehr – deshalb das Verteilungssystem..
Die Farm liegt direkt am Stausee des Nam-Un-Staudamms und wird nur von einigen Reisfeldern von ihm getrennt. Der Blick von den „Farmtümpeln“ auf das „Wassermeer“ des Staussees ist grossartig und ich hätte fast nach den Landpreisen dort gefragt, weil es mir so gefallen hat.
Wenn man sich die doch sehr unterschiedlich grossen Gruben anschaut so fällt vor allem auf, dass unsereins sie eher als Jauche klassifizieren würde als dort eine Kampffischaufzucht zu vermuten. Dies liegt daran, dass die Tiere hier komplett natürlich aufgezogen werden, ohne jegliche Zufütterung – alles Futter liefert die Natur, weshalb sich auch überall Libellen tummeln (deren Larven dann an den Smaragdinas räubern) und auch ab und an ein Frosch sich ein landendes Insekt schnappt. So erklärt es sich, dass auf der doch grossen Farm „nur“ ca. 30000 Smaragdinas leben.
Die Haupt-Brutsaison ist von Juni bis August, aber auch Mitte November fanden sich noch an einigen Stellen frische Schaumnester. Einen besonderen Ort hatte sich ein Männchen ausgesucht, dass ein in der Mitte angebohrtes Bambusrohr als Ort für sein Nest ausgesucht hatte. Warum legen wir eigentlich alle etwas auf die Oberfläche um den Nestbau zu unterstützen?
Nest im Rohr
Aus einigen der Gruben wurden Smaragdinas unterschiedlichen Alters hervorgefischt aber bei einem Tümpel hatten die gerade kurz über halbwüchsigen Tiere eine Farbe die einem das Auge herausgehauen hat – prompt wanderte eines der Tiere in einem schnell organisierten Beutel – um mir am Ende als Geschenk überreicht zu werden!
