Re: Das Rad des Lebens - the wheel of Dhamma - einige Gedank
Die Fortsetzung:
Ich hoffe mit dieser Form der Zusamenfassung, niemanden zu langweilen (aufhoeren zu lesen) halte es jedoch fuer unabdingbar notwendig diese Zusamenfassung so gruendlich wie moeglich zu halten um eventuelle Missverstaendnisse und Fehlinterpretationen, moeglichst von vornherein auszuschliessen. Nehme trotzdem Nach und-Verbesserungen sowie Hinweise auf moegliche Fehler, gern zur Kenntniss!
Hier zur "Einleitung" ein Wandgemaelde dass das Rad des Lebens darstellt, aus dem von Bikkhu Buddhadasa gegruendeten "Suan Mokh" - Chaiya - Surrathani.
Die ´Nabe´ dieses ´Rades´, zugleich auch die ´Energie´, sprich Antriebskraft, bilden ein Schwein (Gier), ein Hahn (Zorn) und Schlange (Hass)....
Entwicklung des Buddhismus
Drei Monate nach dem Tod des
Buddha traten seine Schüler in
Rajagarha (heute Rajgir-Indien) zum ersten Konzil zusammen um den
Dhamma - die Lehre und die
Vinaya - die Mönchsregeln zu besprechen und gemäß den Unterweisungen des
Buddha festzuhalten.
Die weitere Überlieferung erfolgte mündlich.
Etwa 100 Jahre später fand in
Vesali das zweite Konzil statt. Diskutiert wurden nun vor allem die Regeln
Vinaya der Mönchsgemeinschaft -
Sangha da es bis dahin bereits zur Bildung verschiedener Gruppierungen mit unterschiedlichen Auslegungen der ursprünglichen Regeln gekommen war.
Während des zweiten Konzils und den folgenden Zusammenkünften kam es zur Bildung von bis zu 18 verschiedenen Schulen -
Nikaya-Schulen die sich auf unterschiedliche Weise auf die ursprünglichen Lehren des Buddha beriefen. Daneben entstand auch die
Mahasanghika, die für Anpassungen der Regeln an die veränderten Umstände eintrat und als
früher Vorläufer des
Mahayana betrachtet werden kann.
Im 3. Jahrhundert v. Chr. trat in
Pataliputra - heute Patna, unter der Schirmherrschaft des Königs
Ashoka und dem Vorsitz des Mönchs
Moggaliputta Tissa, das 3. Konzil zusammen. Ziel der Versammlung war es, sich wieder auf eine einheitliche buddhistische Lehre zu einigen. Insbesondere Häretiker sollten aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und falsche Lehren widerlegt werden.
Im Verlauf des Konzils wurde zu diesem Zweck das Buch
Kathavatthu verfasst, das die philosophischen und scholastischen Abhandlungen zusammenfasste. Dieser Text wurde zum Kernstück des
Abhidhammapitaka, einer philosophischen Textsammlung.
Zusammen mit dem
Suttapitaka, den niedergeschriebenen Lehrreden des Buddha, und dem
Vinayapitaka, der Sammlung der Ordensregeln, bildet es das in Pali verfasste
Tipitaka - sanskrit:
Tripitaka, "Dreikorb", auch "Pali-Kanon", die älteste große Zusammenfassung buddhistischen Schriftgutes.
Nur diese Schriften wurden vom Konzil als authentische Grundlagen der buddhistischen Lehre anerkannt, was die Spaltung der Mönchsgemeinschaft besiegelte.
Während der
Theravada, die Lehre der Älteren, sich auf die unveränderte Übernahme der ursprünglichen Lehren und Regeln einigte, legte die
Mahasanghika keinen festgelegten Kanon von Schriften fest und nahm auch Schriften, deren Herkunft von Buddha nicht eindeutig nachgewiesen werden konnten, in ihre Lehren auf.
Nach dem Ende des 3. Konzils brachten
Mahinda und
Sanghamitta, Sohn und Tochter Ashokas, das
Tipitaka nach Sri Lanka, wo der Text bis heute vollständig erhalten wurde.
Sie wurden als Missionare auf die Insel gesandt und tatsächlich wurde der
Theravada schon bald die Staatsreligion des Königreichs. Von Sri Lanka aus wurden in der Folge Missionare in das Gebiet des heutigen
Myanmar, damals ein Königreich der Mon, geschickt. Überlieferungen datieren diese Missionierung auf die Zeit der Regentschaft König Ashokas, also das 3. Jahrhundert v. Chr.. Gesichert ist das Auftreten des
Theravada in dieser Region ab dem 5. Jahrhundert.
Von dort wurde er auch weiter östlich, im Gebiet des heutigen Thailand, verbreitet. Wiederum berichten Überlieferungen von frühen Missionaren des Ashoka, die nach
Nakhon Pathom, einer der ältesten Städte Thailands und damals von Mon bewohnt, gekommen waren und von dort das Land bereisten. Funde belegen eine Verbreitung ab dem 6. Jahrhundert.
Die Thai, die bereits seit dem 6. Jahrhundert aus dem südlichen China kommend nach Südostasien eingewandert waren, übernahmen den
Theravada von der dort ansässigen Bevölkerung. Als sie im 11. und 12. Jahrhundert schließlich in die Ebene Zentralthailands vordrangen und ihre ersten Königreiche,
Sukhothai und später
Ayutthaya gründeten, war der Theravada Staatsreligion.
Der Dreikorb ist die älteste und wichtigste Sammlung von Dialogen und Lehrvorträgen des Buddha
Der Dreikorb setzt sich aus drei Einzelwerken zusammen:
* Lehrreden Buddhas -
Suttapitaka
* Ordensdisziplin für Mönche und Nonnen
Vinayapitaka
* scholastische Ausführungen
Abhidhammapitaka
Der Kanon wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. (etwa 80 v. Chr. bei Matale, Sri Lanka) schriftlich niedergelegt und bildet die Grundlage des
Theravada, der ältesten und heute zugleich einzig überlebenden Schule des alten Buddhismus.
Da es darüber hinaus auch die Basis für alle anderen buddhistischen Schulen ist, hat die Sammlung z.T. auch unterschiedlich Namen:
* Tripitaka - Sanskrit: »Dreikorb«
* Tipitaka - Pali: »Dreikorb«
Leiderlösung und Erleuchtung
Leiderlösung findet gemäß des "Ersten Drehens der Lehre" durch den Buddha - zusammengefasst in den Vier Edlen Wahrheiten - durch das Verlöschen der
Kleshas - Geistesplagen oder Geistesgifte - wie Wut, Begierde, Nichtwissen etc. statt.
Mit diesem Erlöschen der geistigen Gifte, den Ursachen der Leiden - 2. Edle Wahrheit - durch das praktizeren des Achgliedrigen Heilsweges - 4. Edle Wahrheit - erlangt man
Nirvana, die endgültige Befreiung vom Leiden - 3. Edle Wahheit.
Wer das erlangt, hat die "Hindernisse zur Befreiung vom Leid" überwunden und erfährt gemäß der buddhistischen Lehren den beständigen Frieden der Befreiung.
Solche Wesen werden als
Arhats bezeichnet. Mit dieser Befreiung, auch als "Erleuchtung" bezeichnet, sind aber gemäß
Mahayana nicht die "Hindernisse für die Allwissenheit" beseitigt, die nur ein Buddha überwunden hat.
Diese Allwissenheit ermöglicht es dem Buddha, allen Lebewesen wesentlich besser helfen zu können. Ein Buddha kennt gemäß
Mahayana die Anlagen, das
Karma und die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Lebewesen und kann ihnen dadurch wesentlich besser helfen als ein
Arhat, der keine Allwissenheit erlangt hat.
Man unterscheidet die Erleuchtung des
Shravakas (Hörers), des
Pratekyabuddhas - erlangt Erleuchtung ohne sich auf eine Lehrer zu stützen aus sich selbst heraus - und eines Buddhas. Nur in der letzteren Erleuchtung sind die "Hindernisse für die Allwissenheit" beseitigt.
Die Erleuchtung eines Buddha wird deshalb im
Mahayana als "Volle Erleuchtung" bezeichnet. Für alle drei Arten der Erleuchtung gibt es Pfade. Der Pfad zur "Vollen Erleuchtung" wird im
Mahayana dargelgt und schließt den Pfad des
Shravakas - also den Achgliedrigen Heilsweg - mit ein.
Eine Person die dem
Mahayana folgt, muss ebenso
Nirvana erreichen, dies erlangt sie auf der Ersten Ebene eines
Bodhisattvas, bzw. dem 3. der Fünf Pfade, dem "Pfad des Sehens".
Bodhisattva:
Der
Bodhisattva - Weg wird in Fünf Pfaden oder zehn Ebenen dargestellt. Die erste der zehn Ebenen betritt ein Bodhisattva nachdem er die Leerheit -
Shunyata - realisiert hat und ein
Arhat wurde.
Verehrt werden besonders der
Bodhisattva Avalokiteshvara - Sanskrit: der Herr, der den Schrei der Welt hört, der oft in tausendarmiger Gestalt dargestellt wird und der
Bodhisattva Manjushri.
Beide, so heisst es, haben den schäfergleichen
Bodhicitta entwickelt und verharren auf der 10. Stufe eine
Bodhisattvas.
Die tausend Arme des
Bodhisattva Avalokiteshvara symbolisieren seine/ihre Fähigkeit, in unglaublicher Fülle mitfühlend zu handeln. Betont werden im
Mahayana die Acht großen
Bodhisattvas: Avalokiteshvara, Manjushri, Vajrapani, Ksitigharba, Samantabhadra, Akhashagharba, Sarvanivaranaviskambini und Maitreya.
Ksitigharba spielt z.B. im chinesischen
Mahayana Buddhismus eine große Rolle.
Avalokiteshvara findet man in weiblicher Form im Japanischen
Mahayana Buddhismus.
Es gibt 18 Haupt- und 46 Nebengelübde der Bodhisattvas
Sie beginnen mit Kernsaetzen wie:
1.) Aus Verlangen nach Profit und Respekt uns selbst loben und andere tadeln/herabsetzen.
und enden mit
46.) Falls du übersinnliche Kräfte hast, diese, wenn sie benötigt werden, nicht anwenden.
Asangas Rat zu den Gelübden
In
Asangas Urtext zur
Mahayana Ethik ist folgendes zu finden:
Für alle Bodhisattva Regeln gilt: Man ist relativ ohne Fehler, wenn der eigene Geist verzweifelt ist, man durch Gefühle des Leids schwer unter Druck ist oder die
Bodhisattva Ethik nicht genommen hat. Nichts im
Bodhisattva Weg ist von vornherein ein Fehler.
Asanga zitiert Buddha:
"Wisse, dass sich die Fehler eines Bodhisattvas, am meisten aus Abneigung heraus entwickeln, als aus verlangender Anhaftung."
Ist der
Bodhisattva durch Liebe und Mitgefühl motiviert, ist alles die Handlung eines
Bodhisattva, trägt er aber Hass in sich gegenüber den Wesen, kann er weder für sich, noch andere Gutes tun.
Asanga summiert:
Hass in sich zu haben sei nicht die Übung eines
Bodhisattvas, ihm zu folgen, wird der
Bodhisattva tun, was er nicht tun sollte und daraus kommt letztlich der Fehler in der Ethik.
Die Ablehnung der
Theravadins gegenüber den
Mahayana Schriften wird ausführlich im 9. Kapitel des
Bodhicharyavatra von
Shantideva (ab Vers 49) diskutiert. Er begegnet dieser Ablehnung u.a. damit, dass die
Pali Schriften auch später - ca. 500 Jahre nach Buddhas Tod - entstanden und man folglich auch die
Pali Schriften ablehnen müsste.
Verbreitung:
Heute sind Richtungen des
Mahayana besonders in Japan, Tibet, Bhutan, der Volksrepublik China und Korea verbreitet, teilweise auch in Vietnam, der Mongolei und dem asiatischen Osten Russlands.
Heute noch wirksame Schulen des
Mahayana in Japan sind:
* Amitabha-Buddhismus, Reines Land
* Nichiren
* Nichiren Shoshu
* Nipponzan-Myohoji
* Reiyukai
* Rissho Koseikai
* Soka Gakkai
* Tendai
* Shingon
* Zen
Zen und
Tendai haben sich historisch aus dem chinesischen
Chan-Buddhismus und dem
Tiantai-Zong entwickelt.
Eine Weiterentwicklung des
Mahayana findet sich im
Vajrayana - tibetischer Buddhismus, der den
Bodhisattva-Pfad des
Mahayana mit tantrischen Methoden ergänzt. In Tibet haben sich vier heute noch bestehende Schulen entwickelt:
* Nyingma - auch in Nepal, Bhutan und Sikkim
* Kagyü - auch in Bhutan, Sikkim und Burjatien
* Sakya -auch in Nepal
* Gelug - auch in der Mongolei und Burjatien
In China ist diese Form des Buddhismus in der Schule
Mizong oder
Zhenyan zu finden. In Japan wird er als
Shingon übertragen.
Wechselseitiger Einfluß mit europäischen Kulturen:
Eine gegenseitige Beeinflussung des asiatischen
Mahayana und der Gnosis sowie des Neuplatonismus, die etwa zur gleichen Zeit im griechisch-römischen Kulturraum aufblühten und das Christentum merklich beeinflussten, ist denkbar.
Ein möglicher Verbindungsweg ist hierbei die Seidenstraße; viele heute islamische Länder dieser Region waren einst griechisch und/oder buddhistisch geprägt. Allerdings gibt es in diesem Bereich nur wenig gesicherte Erkenntnisse; die Tendenz zu fiktiver Geschichtsdarstellung im
Mahâyâna erschwert solche Forschung.
Die Formel der Bedingten Entstehung lautet in Kürze:
Durch 1. Unwissenheit
avijjá bedingt sind 2. die Karmaformationen
sankhára, dadurch 3. das Bewußtsein
viññána (im nächsten Leben), dadurch 4. das Körperliche und Geistige
náma-rúpa, dadurch 5. die sechs Grundlagen
áyatana der geistigen Vorgänge, dadurch 6. der Bewußtseinseindruck
phassa, dadurch 7. das Gefühl
vedaná, dadurch 8. das Begehren, dadurch (9.) das Anhaften
upádána, dadurch 10. der Werdeprozeß
bhava[i/], durch den (karmischen) Werdeprozeß 11. die Wiedergeburt játi, dadurch 12. Altern und Sterben usw. jará-marana usw.
:
Erklärung des Buddha anhand des Lebensrades:
(siehe Bild oben)
Der Paticcasamuppada, auch als Konditionalnexus verstanden, wird bildhaft in einem großen Kreis dargestellt, dem Lebensrad, der aus zwölf Faktoren besteht.
Wie beginnen wir? Mit avijja - Unwissenheit, Verblendung, Ignoranz.
Wenn wir Weisheit erlangt hätten, wären wir nicht hier. Das Rad zeigt allerdings nicht den letztendlichen Anfang, den Beginn von samsara. Es zeigt das gegenwärtige Leben, das Leben, das wir jetzt leben, und seine Beziehung zur Vergangenheit und Zukunft.
1. Unwissenheit avijja:
Ist der erste Faktor.
Unwissenheit von was? Bezüglich der Vier Edlen Wahrheiten, des Paticcasamuppada, unserer eigenen Vergangenheit und Gegenwart. Wenn wir wirklich die Vier Edlen Wahrheiten realisieren würden, müssten wir Weisheit und Nibbana erlangen.
Der Kreislauf des Paticcasamuppada behandelt nur weltliche Zustände, weil wir ja noch weltliche Wesen sind, und keine überweltlichen, in denen Nibbana das Objekt des Bewusstseins ist.
Als “gemeine Weltlinge” kreisen wir Runde um Runde im Strudel, ohne den Ausweg zu finden.
Um den Ausstieg zu entdecken, müssen wir die Vier Edlen Wahrheiten kennen. Die Wahrheit vom Leiden hat jeder schon vom Beginn seines Lebens an im Mutterleib erfahren.
Die Wahrheit von der Ursache des Leidens: die Ursache ist Begehren, Verlangen nach Existenz, Gier nach diesem und jenem. Die Wahrheit vom Ende des Leidens, von der Befreiung von Leiden: das ist Nibbana.
Die Wahrheit vom Weg, der zum Ende des Leidens führt: das ist der Achtfache Pfad. Wenn man die Vier Edlen Wahrheiten wirklich kennt, nicht nur theoretisch, sondern voll realisiert, kann man aus dem Kreislauf herauskommen.
2. Aktivitäten - sankhara:
Nach Unwissenheit kommt in dem Kreislauf als nächstes sankhara. Sankhara wird verschieden übersetzt - wörtlich heißt es Tun, Handeln. Gemeint sind Aktivitäten, vor allem geistige.
Aufgrund von Unwissenheit begehen wir manchmal gute Handlungen, aber meistens schlechte, denn meistens handeln wir aus den Wurzeln Gier und Hass. Aus Verblendung sehen wir nicht, was richtig und falsch ist. So handeln wir aus blindem Nicht-Wissen heraus meist unheilsam, normalerweise aus einem Mögen und Wünschen heraus, das bedeutet auf der Grundlage von Gier.
Wir werden von Gier geleitet. Wir mögen ständig dieses und jenes und das andere, die ganze Zeit wollen und begehren wir. Und warum? Wegen unserer Unwissenheit, weil wir das Resultat von Gier nicht verstehen, den Einfluss oder die Kraft von Gier nicht kennen. Wenn wir nicht bekommen, was wir wollen, sind wir enttäuscht, frustriert, werden ärgerlich und wütend.
Insgesamt sind es zwölf Faktoren im Kreislauf des Paticcasamuppada und drei Zeiten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Als Beginn haben wir Unwissenheit - avijja erwähnt. Auf gute Resultate hoffend, handeln wir - das ist sankhara.
Diese beiden Momente gehören der Vergangenheit an, und sie haben uns hierher in diese Welt gebracht. Die Ursache, dass wir hier sind, war gutes Karma - kamma in der Vergangenheit, waren heilsame Handlungen, die wir früher begangen haben, z.B. Geben, Essen-Spenden, Einhaltung ethischer Regeln oder ein paar heilsame Gedanken.
3. Wiedergeburtsbewusstsein - vinnana:
Aufgrund von sankhara entsteht der dritte Faktor - vinnana, Wiedergeburtsbewusstsein in dieser Welt. Vinnana gehört zur gegenwärtigen Zeitperiode, und zwar in den Bereich der Resultate, da es als Ergebnis, als Auswirkung von vergangenem avijja-sankhara entsteht. Vinnana meint hier nicht alle Arten von Bewusstsein, sondern das Wiedergeburtsbewusstsein nach dem Tod, welches das gegenwärtige Leben mit dem vergangenen koppelt.
4. Geist und Körper - nama und rupa:
Bewusstsein kann nicht für sich alleine bestehen, es ist immer mit einigen Geistesfaktoren - cetasika verbunden, die mit ihm zusammenwirken. Und da Bewusstsein Geist ist, kann es nicht alleine existieren, es braucht einen Körper als Ergebnis vergangener Handlungen. So haben wir Geist und Körper, nama und rupa, den vierten Faktor des Kreises.
5. Sechs Sinnesgrundlagen - salayatana:
Aufgrund von Geist und Körper finden sich fünftens die sechs Sinnesgrundlagen - salayatana. Dabei gibt es fünf äußere Sinnesgrundlagen: Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck- und Körper- bzw. Tastgrundlage. Sie werden auch Tore - dvara genannt, weil es zwei Richtungen gibt. z.B. nehmen wir durch das “Augen-Tor” ein sichtbares Objekt auf und lassen es auch durch das "Augen-Tor" wieder los, und deshalb hat das Auge zwei Funktionen: Kommen und Gehen. Es ist eine “Grundlage”, weil darauf Bewusstsein funktionieren kann.
Die sechste Sinnesgrundlage ist eine innere Grundlage bzw. ein inneres Tor: das “Geist-Tor. Es stellt zugleich unsere Lebenslinie - bhavanga dar, die uns von Geburt zu Geburt führt, die Runde um Runde diesem Rad folgt. Als physische Grundlage für das Denken wird das Herz genannt.
6. Kontakt oder Sinneseindruck - phassa:
Entsprechend dieser sechs Grundlagen kommt es zu Kontakt phassa, dem sechsten Faktor des Kreises, auch als Eindruck oder Auftreffen bezeichnet: Kontakt zwischen einem äußeren Sinnesobjekt und dem zugehörigen Sinnesorgan.
Beispielsweise entsteht zwischen einem sichtbaren Objekt und dem Auge bei richtiger Entfernung und genügend Licht Kontakt, das sichtbare Objekt trifft auf die Sinnesgrundlage des Auges. Entsprechend verhält es sich mit einem Geräusch und der Hör-Grundlage des Ohres. Im Abhidhamma ist das genau erklärt.
Abhängig von den fünf Sinnestoren und dem Geist-Tor haben wir Kontakt. Wenn irgend etwas den physischen Körper berührt, dann entsteht Kontakt durch das Körper-Tor - Berührung.
7. Gefühl vedana:
Aufgrund von Kontakt fühlt man nun, Gefühl vedana entsteht, der siebte Faktor. Wenn Kontakt z.B. mit einem Berührungsobjekt durch das Körper-Tor stattfindet, fühlt man. Wenn die Berührung sanft ist, mag man ein angenehmes Gefühl empfinden, wenn sie grob ist, ein unangenehmes. Oder Gefühl ist neutral.
Avijja-sankhara betraf die Vergangenheit. Die fünf Faktoren von Wiedergeburtsbewusstsein vinnana bis einschließlich Gefühl vedana gehören der Gegenwart an.
Aufgrund der Vergangenheit werden wir in diesem Leben geboren mit Wiedergeburtsbewusstsein, Geist und Körper, und den sechs Sinnesgrundlagen, durch die Kontakt und deshalb Gefühl entsteht. Diese fünf sind also das gegenwärtige Resultat aus unseren vergangenen, aus Unwissenheit begangenen Handlungen.
8. Begehren Tanha:
Bei angenehmem Gefühl entsteht Mögen und Begehren tanha, der achte Faktor des Kreises. Ohne Gefühl kann keine Gier entstehen. Wenn wir z.B. etwas Angenehmes sehen oder hören, mögen wir es und müssen es unbedingt haben, meinen, nicht ohne es sein zu können. Begehrliches, meist egoistisches Verlangen entsteht.
Der Paticcasamuppada lehrt generell, dass Gier aus Gefühl entsteht - aber wie verhält es sich bei unangenehmen Gefühlen? Wie können wir Gier nach etwas haben, wenn wir es nicht mögen?
Der Visuddhimagga erklärt das an einem Beispiel: Wenn wir krank sind und starke Schmerzen haben, kommt trotzdem Gier auf, weil wir nämlich das Verlangen haben, diesen Schmerz loszuwerden.
So folgt auf angenehme und unangenehme Gefühle in jedem Fall Begehren.
Manche arme Menschen möchten reich sein - das ist Begehren. Reiche Menschen möchten noch reicher sein - also Gier bei den Armen, Gier bei den Reichen. Je mehr man bekommt, desto mehr wünscht man, wird gieriger und gieriger. Dieses Begehren im gegenwärtigen Leben gehört nicht mehr zum Resultat-Bereich.
Wir kommen jetzt zu einer neuen Sache, zu einer frischen Aktivität, die das tut, begeht, produziert, was die Ursache für unsere Zukunft ist und als Ergebnis unsere Zukunft hervorbringen wird. Mit tanha beginnt hier der gegenwärtige, verursachende Bereich. Wenn wir versuchen wollen, aus dem Kreislauf des Lebensrades auszusteigen, müssen wir hier ansetzen und frei von Begehren werden.
9. Anhaftung upadana:
Wenn erst einmal Begehren entstanden ist, dann folgt als neunter Faktor Anhaftung upadana. Der Unterschied zwischen tanha (Begehren, Gier) und upadana (Anhaftung) ist, dass tanha erst ein gewöhnlicher, schwacher Wunsch ist, während das Begehren in upadana überwältigend wird und so tief verwurzelt ist, dass wir anhaften.
10. Werden bhava:
Auf Anhaftung folgend entsteht Werden bhava, der zehnte Faktor. Wir beginnen damit, neue, frische karmische Energie für zukünftige Leben zu erwerben. Bhava hat zwei Aspekte: kamma-bhava, Handlung, die Resultate akkumuliert, und upapatti-bhava, das Resultat, das zu einer Wiedergeburt tendiert.
Mit anderen Worten: Aufgrund unseres Begehrens und unserer Anhaftung agieren wir jetzt, üben gegenwärtige Handlungen aus kamma-bhava, das heißt, wir bereiten die zukünftige Geburt bzw. Wiedergeburt vor upapatti-bhava[/i.
Tanha, upadana und bhava gehören zur Zeitperiode der Gegenwart, aber nicht als Ergebnisse vergangener Taten, sondern als gegenwärtige Taten, die die Zukunft bedingen und entstehen lassen.
11.Wieder-Geburt - jati
Unser gegenwärtiges Handeln bereitet unsere künftige Wieder-Geburt jati vor, den elften Faktor. Wenn wir dieses Leben beendet haben, dann wird als zukünftiges Ergebnis die nächste Geburt kommen.
Was aber dabei geboren wird oder entsteht, sind nichts anderes als die fünf Faktoren, die im Diagramm als Resultate in der Gegenwart bezeichnet sind: Wiedergeburts - Bewusstsein, Geist & Körper, Sinnesgrundlagen, Kontakt und Gefühl. Die Kombination dieser fünf, wird Mann oder Frau genannt. Und diese fünf werden geboren, sterben und werden wiedergeboren, unaufhörlich.
12. Alter und Tod - jaramarana:
Alter und Tod jaramarana/i], der zwölfte Faktor, ist das Ende des Lebens. Ganz natürlich folgen darauf Sorge, Jammer, Schmerz, Kummer und Verzweiflung soka, parideva, dukkha, domanassa, upayasa.
5 . Der Aussteig aus dem Lebensrad:
Dies ist nur eine kurze, grobe Übersicht. Zum Schluss möchte ich auf die wahre Lehre des Buddha hinweisen: den Ausstieg aus diesem Lebensrad. Wenn wir dem Rat des Buddha nicht folgen, werden wir weiter und weiter kreisen, ohne Ende. Die große Illusion zu entlarven, ihr die Maske zu entreißen, ist die Aufgabe des Menschen - deshalb hat der Buddha uns geraten, uns von unserer Unwissenheit zu befreien, unsere Masken der Verblendung und Illusion abzulegen.
Inmitten der weltlichen Dinge im Gleichgewicht zu stehen - das ist der Weg des Buddha. Das Leben zu kontemplieren, aber nie im Strudel des Lebens verstrickt und gefangen zu sein - das ist das Gesetz des Buddha.
Das weltliche Leben zu verlassen und in ein höheres, spirituelles zu gehen - das ist der Ratschlag des Buddha.
In der Realität aufzugehen, im höchsten Glück von Nibbana - das ist das Ende des buddhistischen Lebensweges.
"Moegen alle Lebewesen gluecklich und friedfertig sein!"