Burma

Diskutiere Burma im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Ich habe gerade von die Nachricht von diesen widerlichen Überfall, an der burmesischen Grenze gelesen. Sicherlich ist dies die Tat von ideologisch...
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stefan

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Ich habe gerade von die Nachricht von diesen widerlichen Überfall, an der burmesischen Grenze gelesen. Sicherlich ist dies die Tat von ideologisch fehlgeleiteten Kriminellen und es gibt sicherlich sehr wenig Burmesen die diese Tat für Gut heissen.

Meine Freundin und ich haben vor, im Dezember 3-4 Wochen in Burma zu verbringen, und auch jetzt, als sie diese schrecklichen Bilder gesehen hat, möchte sie mit mir nach Burma reisen, und ist der festen Überzeugung, daß dies auch woanders hätte passieren können (vorallem in moslemischen Staaten).
Mich interresiert, ob jemand von euch schon einmal mit einer Thai (oder einem Thailänder) in Burma war und wie die Burmesen auf Thai`s reagieren.
 
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seven

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Ich denke nicht, dass die Auseinandersetzungen an der Grenze irgendeine Auswirkung auf die Sicherheit von Thais in Burma hat.
Das Grenzgebiet ist ja deswegen so unsicher, da dort diverse Milizen regieren und nicht die Armee von Burma. Drogenschmuggler und sonstiges Gesindel nutzen die Grenze und machen sie deshalb so unsicher.

Ich war noch nicht in Burma, alles was ich aber darüber gehört habe war, dass die Menschen dort sehr freundlich und aufgeschlossen sind, jedenfalls solange die Staatsmacht nicht in der Nähe ist. Man darf nicht vergessen, dass man in eine Diktatur fährt, die politisch Andersdenkende in Zwangsarbeiterlager steckt.
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Noch einmal zur Frage von stefan:

Mich interresiert, ob jemand von euch schon einmal mit einer Thai (oder einem Thailänder) in Burma war und wie die Burmesen auf Thai`s reagieren.
Dieses interessiert mich auch, da ich beabsichtige zusammen mit Jindi nach Burma zu fliegen. Für einen Farang ist das sicher kein Problem, aber wie wird eine Thai dort aufgenommen?
Weiß das jemand?


Gruß

Mang-gon Jai
 
DisainaM

DisainaM

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Grundsätzlich ist es für Thais genauso, als wenn sie nach Laos oder Yunan fahren.
Die Bevölkerung weiß, das sie es mit wohlhabenden buddhistischen Nachbarn zutun haben.

Eine besondere Rolle spielt es, wenn die Thai mit einem Farang zusammen dorthin fährt.

Burma hatte während der britischen Kolonialzeit aufgrund vieler schönen Burmesinnen eine Menge 'multikulturelle Ehen', und noch mehr Kinder gesehen.
Die Engländer pflegten ihren Rassismus, und behandelte diese Kinder als 'veredelte Burmesen', welche besondere Arbeiten in der Verwaltung übernehmen durften, und damit über die Burmesen gestellt wurden.
Nach dem Abzug der Engländer schlug jedoch das Blatt um, denn von nun an wurden sämtliche Abkömmlinge von gemischten Ehen nur noch in die niedrigsten Arbeiten gepresst, und sehr schlecht behandelt.
Aus dieser Einstellung, und aus dem Umstand, das Burma in den letzten 20 Jahren vom Massentourismus noch weitgehend verschont geblieben ist, resultiert der Umstand, das sich gewisse althergebrachte Denkstrukturen in der Bevölkerung noch nicht völlig überholt haben.

Im Grunde läßt sich das Thema, Urlaub mit seiner Thai/freundin/frau außerhalb Thailands ja dahingehend verallgemeinern, das überall dort, wo die einheimische Bevölkerung selber noch ein gewisses 'Rassentrennungsdenken' in ihrer Kultur pflegt,
der Urlaub nicht die Freude bringt, als wenn man sich an einem Ort aufhält, wo es für die Bevölkerung völlig einerlei ist, welche Farben und Menschen da nun zusammen sind.


P.S.
Es gab vor ca. 3-4 Jahren mal auf Phönix einen Bericht von burmesischen Mischlingskindern, die nach der Machtübergabe nach England gezogen waren, dort aufgewachsen sind, und schließlich in den 90 Jahren zum ersten Mal nach Burma zurückkehrten.
Wer diesen Berichtgesehen hat, kann sich vorstellen, in welchen Bahnen die Bevölkerung heute noch denkt.

Letzte Änderung: DisainaM am 06.06.02, 13:42
 
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seven

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Anscheinend geht es im Grenzgebiet derzeit ganz schön ab.



Dutzende Tote bei Gefechten mit Aufständischen in Birma
Bangkok (dpa) - Heftige Gefechte zwischen birmanischen Regierungstruppen und Aufständischen haben in den vergangenen Tagen bis zu 70 Tote gefordert. Im Grenzgebiet zu Thailand bringe Birmas Armee schwere Artillerie in Stellung, um Rebellen unter Beschuss zu nehmen, hieß es aus thailändischen Militärkreisen. Die Kämpfe weiteten sich den Angaben zufolge heute durch einen Granatenbeschuss auf thailändisches Territorium aus. Dabei sei aber niemand verletzt worden.
07.06.2002 13:53 MEZ
 
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xenusion

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Es gab in den 3.Programmen eine sehr einfühlsam gedrehte Serie über Myanmar. Dort wurde die Meinung der Bevölkerung über Thailand sinngemäss wie folgt wiedergegeben:

Die burmesische Bevölkerung hat eine viel höherwertige Bildung (11 Schuljahre?). Wenn sich das Land wirtschaftlich öffnen sollte, stehen viele billige und qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung. Wenn sich Myanmar dann dem Tourismus anbietet, bestünde nicht die Gefahr, dass die Bevölkerung so [verhurt] würde wie in Thailand (wie gesagt, sinngemäss).

Mag sein, dass das Fernsehteam von dem ihm beigestellten staatlichen "Betreuer" gelenkt wurde. Ich habe aber diese Aussagen im Gespräch mit Burmesen bestätigt bekommen. Der kleine schwache Nachbar hebt sein Selbstbewusstsein durch eine straffe Ideologie. Wir Deutschen kennen das ja auch, nicht?

Es wird von gewissen Tourismusunternehmen die Meinung verbreitet, man könne Myanmar nur organisiert durch ein staatliches Reisebüro mit Zwangsumtausch usw. besuchen. Ich habe aber auch schon von anderer Seite gehört, dass dem nicht so sei. Man müsse jedoch zeitlich flexibel sein.

Gruss
Xenu
 
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seven

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@Xenu
Das mit dem Zwangsumtausch ist korrekt. Der soll sogar recht hoch sein. Schon deshalb hätte ich mit einer Reise dorthin meine Probleme, wenn ich einer Diktatur mein Geld gebe.
Mir wäre aber neu, dass man nur organisiert im Land reisen kann. Nach meiner Kenntnis kann man nicht immer überall hin, muss sich aber nicht einer Gruppe anschließen. Aber das kennt man ja auch aus anderen Ländern, wie z. B. Nepal, wo man für viele Distrikte eine Genehmigung einholen muss.
 
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KLAUS

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Hi Xenu,
hi @ll,
ich bin mit Sicherheit kein Burmakenner,
jedoch durch die Naehe zu Burma ueber Jahre und auch durch Kontakte zu Burmesen hier in Thailand, konnte ich mir da und dort ein "Bild" machen, was Burma betrifft.
Deshalb moechte ich das Thema mal kurz nutzen um MEINE persoenliche Sicht dazu einzubringen, also sicher nicht absolut zu sehen.
Wenn Du schreibst:
"Der kleine schwache Nachbar hebt sein Selbstbewusstsein durch eine straffe Ideologie."
So moechte ich das anders schreiben:
Das burmesische Volk in seiner Ganzheit, besonders aber sehr viele ethnische Minderheiten, werden durch eine Militaerjunta auf schlimmste Weise unterdrueckt, ausgebeutet, zur Zwangsarbeit gezwungen, es herrscht Mord und Totschlag.
Vieles der Greuel wird man wohl, wie immer erst nach dem Ende der Junta erfahren.
Wenn Burma oder auch Birma, als "Myanmar" bezeichnet, halte ich persoenlich das fuer eine Anerkennung dieser Diktatur!
Wer Reisen nach Burma unternimmt, foerdert diese Gewaltherrschaft durch Geldmittel, die NIE das Volk erreichen!!
Zur Schulbildung kann ich im Moment nicht konkretes sagen, da ich mich mit dieser Gesellschaft der Jetztzeit im Detail noch nicht ausreichend beschaeftigt habe.
Ich weis nur um die Probleme des Volkes aus erster Hand, da bis vor kurzem eine burmesische Studentin, die ihr Bachelor in Chiangmai gemacht hat,
dass es fuer das Volk eine schlimme Zeit ist und das schon sehr lange, sie selber muss sehr aufpassen, um nicht in die Muehlen der Junta zu geraten.
Ich weis im Moment nicht,
ob sie zurueckkommen wird um ihr Masters zu machen oder die Chance hat in die Staaten zu gehen?
Ich sehe und erlebe die Machenschaften der Junta hier in den Nordprovinzen und da geht es immer vordergruendig un die Gewinne aus der Drogenherstellunf und dem Handel.
Die gerade derzeit stattfindenden "Rangeleien" an der Thai-burmesischen Grenze sind ein deutliches Zeichen dafuer.
Da wird bewusst Thailands Armee provoziert,
da werden Menschenleben , wie wir wissen auch Kinder ausgeloescht um der Macht und des Geldes willen!
Und das Schlimme ist, die Welt schaut weg, ja koopriert sogar in etlichen Bereichen , auch aus Geldgier,
mit diesem schlimmen System.
Meine Frau faehrt uebermorgen wieder in unser Patendorf um zu sehen, was gebraucht wird fuer die Kinder vorallem, es ist Schulbeginn und es fehlt garantiert an Schul/Lernmateriel und anderen wichtigen Dingen, sie wird das im Dorf vor Ort abklaeren und noch in diesem Monat werden wir alles im Rahmen unserer Mittel hochbringen.
Falls sie durch die thailaendische Militaerabsperrung kommt, wegen der Krisenlage derzeit,
das Dorf liegt sozusagen eine "Handbreit" von der burmesischen Grenze weg.
Derzeit haelt sich das Militaer in Thailand aufgrund einer Anweisung des Ministers Chavalith, ungerne zurueck, die Generaele wuerden gerne zuschlagen und Burma zeigen, wo Thailand beginnt und endet...
Burma legt das als "Schwaeche" aus und macht auf Provokation, wie lange noch, das wird sich noch zeigen muessen.
Derzeit sind ja die Grenzen bis auf einen Punkt geschlossen,
thailaendische Arbeiter wurden aus Burma ausgewiesen.
Letztlich wird sich alles wieder unter dem Aspekt der Wirtschaftlichen Zwaenge regeln, bis zum naechsten Eklat.
Wann duerfen wir mit Normalitaet rechnen im Norden Thailands, was die
steten Konflikte angeht??
Leiden werden die Menschen, besonders die Kinder, auch hier im Norden in den Bergen, wo sie geduldet, aber nicht geliebt sind, wo sie nichteinmal das Noetigste bekommen, nichteinmal das Recht Thai zu sein und das, obwohl die heutige und letzte Generation bereits in der 3. und4. Generation hier lebt und geboren ist!!
Ich kann nur sagen, wenn Ihr Reisen unternehmt, geht nicht in die von den Thaiprofitueren beschaulich eingerichteten Doerfer der Bergvoelker, besucht die abgelegenen Doerfer, weit weg vom Tourismus und seht selber, wie dort das "Leben" vor sich geht!!
Und unbestritten,
Burma,s Militaerdiktatur ist an diesem Zustand entscheidend beteiligt!
Es gibt sicher noch andere Aspekte, die beachtet werden sollten, vielleicht kennt sich da der eine oder andere besser aus, ich habe es , wie gesagt nur aus meinem Erleben und persoenlicher Erfahrung schildern und ausdruecken koennen.
Gruss Klaus


Letzte Änderung: KLAUS am 10.06.02, 15:04
 
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seven

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Franken
@Klaus
Deine Erzählungen geben auch das Bild wieder, was ich von Burma habe. Als Tourist bekommt man voll all dem nur nicht soviel mit, da man gar nicht erst in Gebiete gelassen wird, in denen man die massiven Menschrechtsverletzungen sehen kann. Offen reden wird dort auch kaum jemand. Sicher ist dies ein wunderschönes und noch sehr ursprüngliches Land, für jeden Traveller ein Traum. Aber mir ist eben nicht egal, wo meine Geld hingeht und was damit passiert. Erst recht nicht, wenn der Zwangsumtausch so hoch ist wie in Burma.
 
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xenusion

Gast
Hallo Klaus & Seven,

um einem Missverständnis vorzubeugen: ich befürwortr mitnichten den Massentourismus (wenngleich er auch für mich akzeptable Flugpreise ermöglicht). Dass der Zwangsumtausch und zwangsweise Organisation einer Reise durch eine staatliche Agentur nicht dem Mann auf der Strasse zukommt, evtl. sogar in die Aufrüstung fliesst, ist unbestritten.

Deshalb plädiere ich gerade dafür, wenn möglich privat einzureisen. Von vielen Menschenrechtsgruppen wird ein Boykott des Landes angestrengt. Diese sind es auch, die den von den englischen Kolonialisten geprägten Namen "Burma" statt des historischen "Myanmar" weiterhin anwenden (welch eine Anmassung, eine Anmerkung dazu im PS). Ich halte es gerade für gefährlich, hinwegzusehen, das Land von der internationalen Entwicklung abzukoppeln und das Volk der Willkür der Junta zu überlassen. Im Gegenteil, wir sollte hinfahren, schauen, hören, weitererzählen. Wohin Informationssperre und Ignoranz führen kann, zeigt die jüngste Geschichte Cambodias unter den Roten Khmer. So etwas sollte im 3.Jahrtausend nie wieder möglich sein! Die Unrechtsregimes sollen wissen, dass die Weltöffentlichkeit ihnen auf die Finger sieht, das rettet Menschenleben.

Der Pauschaltourist schert sich niemals um die gesellschaftlichen Verhältnisse in seinem Urlaubsland. Welcher "Thailandkenner" hier im Forum weiss auch nur näherungsweisse Bescheid über die Schweinereien, die das Militärregime in Thailand in den Siebzigern unter Bangkoker Studenten und "Kommunisten" angerichtet hat? Was man nicht sehen will und nicht beim Namen nennt, kann jederzeit wieder geschehen. Der Mensch hat sich vor viertausend Jahren zum letzten Mal geändert.

Gruss
Xenu

[hr:c13fb270cd]
PS: In kolonialer Überheblichkeit wurden viele geografische und historische Begriffe der besetzten Länder einfach an die begrenzten Möglichkeiten der hegemonistischen Zunge angepasst. In einem schwedischen Roman über die Sechziger fand ich kürzliches folgende Betrachtung:
...Das Singen wurde als unmännlich angesehen, zumindest ... wenn es im nüchternen Zustand geschah, und dann noch auf Englisch, dieser Sprache mit viel zu wenig Kauwiderstand für die groben finnischen Mäuler, so nuschelig, dass nur Mädchen darin gute Noten bekommen konnten, dieses schneckenhafte Rotwelsch, lallend und feucht, erfunden von schlammtretenden Küstenbewohnern, die nie kämpfen brauchten, nie gehungert oder gefroren haben, eine Sprache für Faulenzer, Grasfresser, Kissenfurzer, so kraftlos, dass die Zunge wie eine abgeschnittene Vorhaut im Munde herumschlapperte.
(M.Niemi: Popmusik aus Vittula)
 
MichaelNoi

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Ich habe mich mit Burma bisher kaum beschäftigt ( muß erst mal meine Wissenslücken zu Thailand schließen ), daher meine Frage:
Ist es angesichts des Regimes in Burma nicht sehr gefährlich dorthin zu reisen...und dann auch noch als Individualtourist ?
Wenn ich daran denke, was ich damals für ein flaues Gefühl im Magen hatte , als ich die DDR besuchte :zitter:
 
DisainaM

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... die Weltöffentlichkeit ihnen auf die Finger sieht

Leider sehen wir zur Zeit folgende Entwicklung :

Aufgrund der Globalisierung wird der Einfluß von fremden Kulturen im eigenen Land immer stärker, das dadurch, wenn das Fass am überlaufen ist, zunächst eine kulturelle Identitätskrise auftritt, und anschließend die Suche und Besinnung auf die eigenen kulturellen Wurzeln beginnt.
Bei dieser Suche tritt eine eigene Form des National-Gefühls auf, welche von Nationalen Parteien gepflegt wird, die sich verstärkt von den Fremdeinflüssen abgrenzen wollen.

Fragen wir uns, was Thaksin, als Vertreter der nationalen thailändischen Strömung,
mit europäischen Vertretern, wie z.B. der ermordete niederländische Rechtsnationale Politiker van Tyen, oder mit den dänischen nationalen Strömungen gemein haben.

In allen Fällen sind die Politiker ein Ventil, da sie die Überforderung des Landes ausdrücken, die mit den Fremdeinflüssen nicht mehr klar kommen.
Es ist daher notwendig, zunächst, wie bei einem Modem, die Datenübertragungsrate festzustellen, wieviel eine Bevölkerung eines Landes verkraften kann, bevor das Nationalgefühl kippt.

Für Thailand ist es vielleicht die Frage,
wieviele Touristen kann das Land verkraften,
oder wieviele Fremdeinflüsse von ausländischen Konzernen
(in Form von Plakatwerbung usw.) ist möglich, bis die Stimmung kippt,
und das Land sein lächeln verliert.
In Dänemark ist der neue Nationalismus entstanden, weil ein manchen Gegenden das Mischungsverhältnis zwischen 'Neuzugängen' und 'Alteingesessenen' aus seiner unsichtbaren balance gekommen waren, und die Stimmung kippte.

Wenn erstmal soeine neue nationale Führung das Ruder übernommen hat, ist das oft ein Selbstläufer.

Wer will schon der normalen deutschen Bevölkerung erklären, das jene 'alten deutschen Firmen' nicht mehr 'deutsch' sind, sondern als 'Global-Player' schon längst ihre tatsächlichen Eigentumsstrukturen mittels Aktienverteilung verschlüsselt haben.
Kaum einer kann heute sicher sagen, wem, was, wen gehört.

Als sich Burma nach der englischen Kolonialzeit von den 'Fremdeinflüssen' reinigen wollte, begann ebenfalls eine sehr lange nationale Regierungsführung, die ja bis heute anhält.
 
sunnyboy

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Was ich bei der Thematik Burma interessant finde ist das die ganze Problematik in unseren Medien totgeschwiegen wird (bis auf gelegentliche Reiseberichte). Selbst über die einzelnen Krisenherde in Afrika (die sich kein Mensch merken kann) wird berichtet, aber Burma?
Warum ist das wohl so?
Gruß Sunnyboy
 
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xenusion

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@sunnyboy

von Totschweigen kann m.E. keine Rede sein (das setzt bewusstes Tun voraus). Es ist eher so: je kleiner, weiter entfernt, unbedeutender (aus eurozentristischer Sicht) ein Land ist, je schwieriger es für Korrespondenten zu bereisen und je dünner seine Einbindung in internationale Nachrichtensysteme ist, desto seltener taucht es aus der täglichen Informationsflut auf.

In den Medien entsteht eine Entmischung des Informationsangebotes: seriöse, unaufgeregte, vor Ort gut recherchierte Beiträge findest Du nur noch im DLF, ARTE, in den 3.Programmen oder Printmedien mit geringer Auflagenhöhe. Diese Sender haben Einschaltquoten unter 3%, wenn sie eines Tages nicht mehr aus bildungspolitischen Erwägungen künstlich am Leben gehalten werden, sondern den Regulatorien des Nachrichtenmarktes überlassen werden,...dann werden die Beiträge von National Geographics das Ende der Fahnenstange sein.

Es deutet sich heute schon an, das wir in eine selbstgewählte Informations-Apartheit geraten werden. Wer zahlen kann und bereit ist zu zahlen, wird mit hochwertigen Nachrichten versorgt werden, für der Rest gibt es jetzt schon entsprechende Massenprodukte.
Ich hoffe, dass diese Tendenz durch gute frei zugängliche Informationen im Internet gemildert wird. Wenn man sie denn herausfinden kann und in einem Land mit moderner "Telekommunikationsinfrastruktur" lebt.

Über Myanmar kam vor etwa einem halben Jahr eine sehr gute Reportage im DLF.

Gruss
Xenu
 
sunnyboy

sunnyboy

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@Xenu, schwer zu bereisen, es werden Berichte über Nordkorea, Afghanistan und über mittelasiatische Republiken gemacht, bei denen diese Problematik eher gegeben ist.
Meine Hypothese für die mangelnde Berichterstattung (vor Jahren war es besser, da kamen im Auslandsjournal öfters kritische Berichte über Burma)wäre die fehlende europäische Minderheit und das fehlende, wirtschaftliche Interesse der Großmächte. Wie sieht eigentlich das Engagement der Chinesen mittlerweile in Burma aus?
Gruß Sunnyboy
 
DisainaM

DisainaM

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Seit 1997/98 produziert das Studio Singapur des ZDF kaum noch Berichte.
Früher wurden von denen fast alle 3 Monate ein interessanter Bericht verfasst, doch die Zeiten sind vorbei.

Anstatt mögliches Fernweh zu wecken, sollen die Deutschen gefälligst an der Nord + Ostsee für 10 Euro eine Bockwurst erstehen, und ihre Kröten der heimischen Wirtschaft zollen.
Nicht nur die Plakate der TUI sind kleiner geworden.


Zum Thema Burma + China;

beide Länder haben einen begrenzten Wirtschaftsaustausch.
Burmas Hauptschlager für viele ist ihr Tropenholz.
Wenn mal wieder ein Bergstamm in den seit 1962 besetzten Shaan Staaten vertrieben wurde, wird sogleich das Abholzgeschäft in der geleerten Region angekurbelt.
 
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ReneThai

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Es wundert mich eigentlich dass noch niemand folgenden Punkt angeschnitten hat:

Da war mal ein Krieg vor etwa 400 Jahren. Du wurde Thailand von Burma vernichtend geschlagen. Siehe Ayutthaya.

Meine Frau würde niemals nach Burma gehen. Sie hasst alles was mit disem Wort zusammenhängt. Ich kriege das nicht aus Ihr raus. Auch meine Einwände dass das alles 400 Jahre her ist lässt sie nicht gelten.

Ist sie ein Einzelfall oder hat jemand anderer ähndliche Erfahrungen mit thailändischen Personen gemacht ?

Gruss

ReneThai
 
MadMac

MadMac

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Zum Thema Burma faellt mir nur ein, dass ich mal vor Jahren einen Bericht gesehen habe, in dem die ganze Welt Burma verurteilt hatte und zeitgelich Siemens dort ein neues Riesenkraftwerk gebaut hat. Sowas passt halt nicht in die Medien. Dank den neuen "Global Playern"...aber Siemens war schon immer genauso skrupellos wie alle anderen auch....

Gruss,
Mac
 
K

KLAUS

Gast
Hi all,
meine Frau rief mich vor kurzem aus Thaton an,
sie wolle heute ja in unser Grenzdorf an der burmesischen Grenze fahren,
um zu sehen, was die Kinder dort benoetigen...
...leider ist sie, wie wir befuerchtet haben, nicht ran gekommen, dass Militaer hat die Grenzregion abgesperrt, was ja auch so gesehen verstaendlich ist, wenn man den Konflikt dort beruecksichtigt, wir hatten gehofft, dass das trotzdem geht, weil die meissten und groesseren Auseinandersetzungen weiter westlich passieren.
Nun sind wiedermal, wie immer ,
die kinder die leidtragenden, wenn es um Drogen, Macht und Geld geht.
So bleibt zu hoffen, dass sich die lage wieder schnell normalisiert,
damit wir hoch koennen.
Bei der gelegenehit zum Thema Thaimeinung ueber Burma...
...sicher ist, dass schon in der Schule eine "geschichtliche" Feindschaft gegenueber Burma aufgebaut wird,
wie also sollen Thai,s anders denken(ueberwiegend) wenn sie das Feindbild schon als Kind vermittelt bekommen und sicvh das in der presse der aktuellen Berichterstattung fortsetzt??
Nun muss/sollte man das sicher nicht ueberbewerten, denn auf der anderen seite ist es so, dass selbst die politik darauf bedacht ist, ein gutes Verhaeltnis zur jetztigen Militaerjunta zu halten.
Das wiederum sollte man unter dem Aspekt der asiatischen traditionen im Umgang miteinander sehen und versuchen zu begreiffen.
Es ist auch im Volke zumindest eine Frage der Bildung und der oertlichen Entfernung.
Meine Frau hat die Geschichte, besonders auch die Zeit der burmesischen -thailaendischen Kriege ueber die Jahrhunderte
fuer ihren beruf lernen muessen, da bekommt man sicher ein differenziertes Geschichtsbild und trotzdem ,
auch meine Frau mag die Burmesen nicht, aber von Feindschaft im direkten Sinne zu reden, damit waere sie dann auch nicht einverstanden.
Auf der anderen Seite arbeiten ja Tausende aus Buma legal und illegal in Thailand, es besteht also auch hier ein direkter kontakt in einigen gesellschaftlichen Bereichen.
Dass die Arbeitskraefte hier in TH ausgebeutet werden durch Mehrarbeit, schlechte Versorgung und Minderlohn, das hat eher nichts mit der burmesisch/thai;aendischen vergangenheit zu tun, sondern eher mit den "Gesetzen" der gegenwart....
was mich derzeit besorgt ist die Tatsache, dass Angehoerige der Thaiarnee in "unserem" Dorf Aufenthalt haben, gleichzeitig aber
davon gesprochen wird, dass es dort Drogenhandel geben soll, wie passt das zusammen??!!
Nun, hoffen wir, dass alles gut wird,
bald,
wuenscht sich
Klaus
 
Jinjok

Jinjok

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ReneThai
Regelrechten Haß konnte ich nicht finden. Die Siege und Niederlagen zwischen Ayuttaya und Burma wogten ja alle paar Jahrzenhte hin und her bis dann Ayutthaya gänzlich zerstört wurde. Dabei beklagten die Siamesen besonders die grausammen Besatzungspraktiken und der Frevel an den buddhistischen Kultstätten und -gegenständen. Letzteres nimmt man ihnen noch heute besonders übel. Ich habe für den Status Quo aber dennoch keinen Haß feststellen können, wohl aber eine gewisse Genugtuung über die Entwicklung beider Länder seit der grausammen Auslöschung des Reiches von Ayutthayas durch die Burmesen. Exemplarisch dafür sind auch die ca. 1.000.000 illegal eingewanderten Burmesen, die fast ausschließlich als schlechtbezahlte Hilfarbeiter im Lande sind. (Diese Zahl wurde gestern in den TGN/TV5 Hauptnachrichten genant) Man sieht darin wohl die späte Gerechtigkeit für die begangenen Untaten früherer Jahrhunderte.
Viele Grüße
Jinjok
 
Thema:

Burma

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