Lieber Tramaico,
denke mal in aller Ruhe nach. Wie soll denn SELBSTERLOESUNG funktionieren wenn es laut Lehre kein SELBST gibt

?
Lieber Waitong, mein Denkprozess bezueglich der buddhistischen Lehre ist bereits im Wesentlichen abgeschlossen.
Dein Kommentar zeigt mir, dass Du in Bezug auf meine Philosophie nach all meinen Erlaeuterungen immer noch absoluter Novitze bist.
Du verwechelst beim SELBST ledigliches Bewusstsein und Seele. Bewusstsein gibt es natuerlich wobei jedoch, das ICH, eine manifestierte Seele, ein definiertes ICH nicht existiert, da dieses staendigen Aenderungen unterliegt und es somit keinerlei Basis fuer eine Wiedergeburt oder einen Einzug in ein Paradies gibt. Welche "Seele" soll denn nun wiedergeboren werden? Das ICH im Augenblick des Ablebens? Was ist wenn jemand betrunken stirbt? Wird er besoffen wiedergeboren oder kommt er besoffen vor dem Richterstuhl an oder im nuechternen Zustand. Was ist mit einem Junkie, der durch den letzten Fix stirbt. Was ist mit einem Geisteskranken. Ist sein Ich der Zustand vor dem Irrewerden oder davor? Zu welchem Zeitpunkt? Was ist denn nun das eigentliche ICH, welches Bewusstsein zu welchem Zeitpunkt?
Dies ist damit gemeint, dass es kein manifestiertes ICH gibt. Das derzeitige ICH ist in kurzer Zeit bereits nicht mehr das, was es im jetzige Augenblick ist. Es vergeht staendig und wird "wiedergeboren" unter den veraenderten Umstaenden. Bewusstsein (= augenblickliches Selbst) ist immer vorhanden. Bis zur Bewusstlosigkeit oder bis zum physischen Tod.
Aus diesen staendigen Veraenderungen, dem staendigen Kreislauf aus den psychischen Toden und Wiedergeburten gilt es sich herauszuloesen, es gilt das ICH zu manifestieren bis zum physischen Tod. Nicht laenger. Laenger ist nicht moeglich, weil beim physischen Tod das Bewusstsein fuer immer erloescht.
Hatte schon erwaehnt, dass fuer mich die Zusammenhaenge unendlich simpel sind und das mein Puzzle komplett ist, waehrend Du immer noch am Suchen bist. In Sachen Buddhismus bist Du somit gerade mal beim A waehrend ich beim Y bin. Somit kannst Du mich bei meinem buddhistischen Verstaendnis nicht auf dem falschen Fuss erwischen, so sehr Du Dich auch bemuehst oder es Dir auch wuenschst. Bei anderen "Schulen" sind aber oftmals noch Fragen offen, vieles haengt noch unbeantwortet im Raum. Erstaunlicherweise wird dies hingenommen, waehrend man mir untertellt, die buddhistische Lehre nicht richtig verstanden zu haben, weil in meiner Philosophie jegliche Mystik fehlt und mein Verstaendnis zu simpel ist.
Erkennst Du, wie paradox dies ist. Versuche Wasser mit Deinen Haenden zu greifen. Mit festem Griff, so dass es Dir nicht immer wieder durch die Finger rinnt. Gelingt es Dir, dann wirst Du auch Ungereimtheiten in meinem Verstaendnis der buddhistischen Lehre finden. Fuerchte, Du wirst die Hilfe Deines Gottes benoetigen, denn die Bibel wird nicht ausreichen. Wie erwaehnt, mein buddhistisches Puzzle ist komplett und es passt alles zusammen.
Somit konnte ich Deine Frage auch aus dem Stegreif beantworten und musste nirgendwo nachschlagen oder mir Referenzen holen. Natuerlich kann man mir immer (basislos) vorwerfen, dass mein Verstaendis kein Buddhismus ist. Zu simpel, zu makellos, nicht mystisch genug. Wie kann es sein, dass ICH keine unbeantworteten Fragen habe, wenn die beruehmtesten und angehensten Gelehrten sie noch haben? Solch ein selbstueberschaetzendes, namenloses, kleines Grossmaul. Da bricht sehr schnell die Glaubenswelt zusammen und verstaendlich, dass ich dagegen vehement gewehrt wird.
