Buddhismus ohne Lehre von den Wiedergeburten?

Diskutiere Buddhismus ohne Lehre von den Wiedergeburten? im Sonstiges Forum im Bereich Diverses; Schau dir mal an was zur Zeit in Burma stattfindet. Dort gehen buddhistische Moenche brutal gegen Muslime vor. Also, ob monotheistisch oder...
Waitong

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Schau dir mal an was zur Zeit in Burma stattfindet. Dort gehen buddhistische Moenche brutal gegen Muslime vor.

Also, ob monotheistisch oder non-theistisch ist nicht die Ursache, es sind unbeherrschte "Menschen", die Gewalt ausueben.

Nee Nee mein Gutster das ist zu einfach, es am Monotheismus aufzuhaengen.
 
phimax

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Dort gehen buddhistische Moenche brutal gegen Muslime vor.
Nee Nee mein Gutster das ist zu einfach, es am Monotheismus aufzuhaengen.
Das interessiert mich. Hast du nähere, weiterführende Informationen dazu?
P.S. Hab' was gefunden.

Könn(t)en wir uns auf durch Religionen verblendete Menschen i.a. einigen?
 
Waitong

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An der Lehre von Jesus Christus kann ich nichts entdecken was zu Gewalt aufstachelt, also liegt es an den "Menschen" die ihn nicht verstehen wollen.













Zu Burma --->

 
phimax

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An der Lehre von Jesus Christus kann ich nichts entdecken was zu Gewalt aufstachelt, also liegt es an den "Menschen" die ihn nicht verstehen wollen.
An der Lehre von Siddhartha Gautama kann ich nichts entdecken was zu Gewalt aufstachelt,
also liegt es an den "Menschen" die sie nicht verstehen wollen.
Satu.

Ich suchte etwas anders und fand dies Christlich-buddhistischer Dialog:

Der christlich-buddhistische Dialog steht zunächst vor dem großen Problem, dass der Buddhismus keinen Schöpfergott anerkennt, während das Christentum gerade einen solchen voraussetzt. Dennoch haben sich auf verschiedenen Ebenen fruchtbare Verbindungen von Christentum und Buddhismus ergeben.
ebd.
 
Waitong

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Was Ethik- und Moral-Lehre angeht finde ich die Kern-Lehre des Buddhismus nach wie vor OK.

Zu deinem LINK will ich noch kurz etwas ergaenzen, bevor ich mich aus dem aktiven Buddhismus-"Geschaeft"

zurueckgezogen habe konnte ich mich noch ca. 2 Jahre mit den Schriften von Daisetz Teitaro Suzuki befassen.

Er war ein guter Kenner der christlichen Lehre und hat u. a. mein Interesse fuer die christliche Lehre geweckt.

Es gibt noch einen deutschen christlichen Ex-Pater, der jetzt Zen-Meister ist und dessen Schriften ich nur kurze Zeit

gelesen habe. Ein Teil in mir ist ZEN geblieben, mal sehen wie lange noch.
 
x-pat

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Zunächst einmal was mein burmesischer Abhidhamma-Lehrer dazu meinte, da ich dazu in den Lehrreden keine direkte Antwort fand:
Die meisten Bewusstseinstypen im Abhidhamma sind entweder Karma selbst oder Karma-Resultate. Die meisten "freien/funktionellen" (kiriya) Bewusstseinstypen kommen nur im Arahat vor. Zwei davon das Sinnestorhinwendungsbewusstsein und das Geisttorhinwendungsbewusstsein (manchmal auch nur Geist-Tor genannt) sind auch im normalen Menschen kiriya. Damit meinte er zumindest , dass der Mensch an diesen Punkten weder von Karma noch von Karma-Resultaten beeinflusst wird.
Das ist interessant. Ich habe eine ähnliche Sichtweise. Eine unbedingte Freiheit des Willens ist schon deswegen unmöglich, weil dafür eine unbedingt freie Instanz (=Atman) existieren müsste, die nicht nachweisbar ist. Auch das andere Extrem, der "harte" Determinismus, ist fehlerhaft. Der Geist kann nicht ausschließlich deterministisch funktionieren. Die indeterministische Komponente des Geistes kommt durch das Bewusstsein ins Spiel, bzw. durch das Öffnen des Bewusstseins zu bestimmten Wahrnehmungen. Dieses Öffnen ist mehr oder weniger die einzige Freiheit die wir genießen. Die Impulse die von dem Öffnen des Bewusstseins ausgehen, können Handeln und Sprache kritisch beeinflussen, in deterministischer Weise wiederum, und dies macht es überhaupt erst möglich zu lernen, sich zu entwickeln, und Verhaltensweisen zu ändern. Im Prinzip ist das Achtsamkeits-Training im Buddhismus eine Methode, die Frequenz der Bewusstseinsöffnungen zu maximieren.

Kannst du erläutern was dir an dem kusala/akusala Modell nicht gefällt? Ich kann mir Situationen vorstellen, in denen akusala Emotionen/Regungen wie "tanha" (dein Kürzel) positive (kusala) Effekte hervorbringen. Meinst du das damit?

Cheers, X-pat
 
x-pat

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1. So - tut sie das in der Realitaet wirklich ?
2. Warst du schon einmal auf sogenannten buddhistischen Festen ?
3. Wie wuerdest du deine Eindruecke beschreiben ?
4. Hast du schon mal ein Kloster intensiv unter die Lupe genommen ?
5. Wie schaut es dort aus ?
6. Wie passen diese Eindruecke zu deiner obigen Behauptung ?
1. Wenn sie gewissenhaft ausgeübt wird: ja!
2. Ja.
3. Buddhistische Feste interessieren mich nicht besonders. Meine Eindrücke sind jedoch überwiegend positiv, da es meistens geordnet zugeht und die Teilnehmer die Möglichkeit nutzen, buddhistische Tugenden wie Metta (Güte) und Dana (Großzügigkeit) auszuüben.
4. Ja. Ich habe viele Kloster gesehen, manche über Jahre hinweg.
5. Unterschiedlich. Hängt stark vom "Management" ab würde ich sagen.
6. Ich habe keine Ahnung worauf du hinaus willst.

Cheers, X-pat
 
Waitong

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Doch du hast Ahnung worauf ich hinaus will, daher haellst du dich bedeckt.


Die gleiche Strategie wie in Sachen "Christenverfolgung".


Aber was soll es, andere Schreiber waren ja erfolgreich und hilfreich - DANKE.
 
lucky2103

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Es geht immer ums Leid. Der buddhistische Ansatz ist: wie vermeide ich Leid? Durch Veränderung der Sichtweise, durch Entmenschlichung (denn Menschen HABEN Gefühle. Sie sind keine Maschinen). In einer meiner früheren Jobs war ich in einer Firma, wo die leitenden Angestellten und die Geschäftsführung auf Scientology-Linie waren. Scientology sieht sich vom Selbstverständnis her in "buddhistischer Tradition". An die Leute kam man gar nicht mehr heran, die hatten einen dermaßen Überlegenheitskomplex und waren im Gegensatz dazu strohdumm. Durch ihre hypnoseähnlichen Psychotechniken versuchen Scientologen ihre Gefühle in den Griff zu kriegen und sich nicht mehr davon leiten zu lassen. Was dabei herauskam waren geistige Krüppel. Der Mensch ist m.M.n. ein Geschöpf Gottes und prinzipiell, mit all seinen Fehlern, so wie er ist in Ordnung. Am menschlichen Verstand und Wesen herumzumanipulieren führt zu Problemen.

Ein Mensch ohne Gefühle oder mit weitgehend unterdrückten Gefühlen empfindet kein Mitleid mehr mit der Kreatur. Er ist wie eine Maschine. Deshalb halte ich den buddhistischen Ansatz des Vermeidens von Leid für zerstörerisch. Der christliche Ansatz ist eher: wie gehe ich mit dem Leid um? Niemand wünscht sich Leid. Aber es ist unumgehbar, dass Leid deinen Weg kreuzen wird. Wenn du mit Leid konfrontiert wirst musst du ihm ins Auge sehen. Zu leugnen dass es existiert, speziell wenn das Leid deinem Nächsten widerfährt, macht die Sache nicht besser. Im Gegenteil: es lässt den anderen mit dem Leid allein und verbietet ein "mitleiden". Es verbietet im Endeffekt auch jede Hilfe, da das Leid nicht als solches wahrgenommen wird.
Warte, Du bist schon wieder neben der Spur.
Du stellst immer das Deiner Meinung zu unterdrückende Leid der Buddhisten in den Mittelpunkt. Das ist falsch, eine falsche Beurteilung.
Weißt Du, wie es richtig heissen muss ? Praputthajao will, dass die Menschen glücklich sind.

Nochmals: Es gibt einmal die Lehre für die "Bevölkerung" und einmal für Mönche. Der Mönch, den Du im Glaskasten auf Samui gesehen hast, ist nicht von dieser Welt, er hat allem Weltlichen entsagt, er sucht seine eigene spirituelle Erleuchtung, ganz allein. Jegliches Ableiten auf die breite Bevölkerung ist unstatthaft.

Weißt Du, was u.a. in den Büchern stand, die ich im Wat gelesen habe ? Einige Auszüge:

- Wenn Dein Nachbar in Not ist, so eile ihm zu Hilfe.
- Gebe nicht vorher groß an, wie Du Deinen Freund unterstützen willst, sondern lasse ihn diese Hilfe ohne Ansage zukommen, so sie nötig ist.
- Es ist schäbig, Personen nur deshalb zu frequentieren, nur weil man sich (finanzielle) Vorteile davon erhofft.
- Es ist Sünde, Tiere für den Profit zu töten.
- Das, was Du anderen tust, wird Dir irgendwann selbst widerfahren.


Es ging bei meinen Studien im Wat eigentlich NIE um's Leid. Du sprichst aus Unwissenheit. Du schmeisst wieder mal Äpfel und Birnen zusammen.
 
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Tramaico

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Ich dagegen bin mir sicher, du weisst nichts ueber die Fragetechnik wie sie in der Mäeutik Anwendung findet.

Das ist aber nicht weiter tragisch, Bildungsdefizite lassen sich auch mit 51 Lenzen noch ein wenig ausbuegeln :).

Hm, lehntest Du Zynismus und Polemik nicht generell ab und nun beissen sich in einem Post bestehend aus zwei Zeilen bereits diese beiden kurzen Saetze? Ist das, was Du unter Maeutik verstehst oder rechtfertigt lediglich der Zweck die Mittel?

Ein bisschen wundert es mich schon, wie schnell Deine ganze Belesenheit dem religioesen Uebereifer zum Opfer faellt. Dieses versucht die buddhistische Lehre zu kompensieren. Opfer der eigenen Emotionalitaet zu werden, da dieses sehr schnell Leid verursacht. Du solltest Dich vielleicht mal, so wie ich, mit dem wesentlichen Kern der Lehre beschaeftigen und einfach von dem ganzen Schnickschnack drumherum Abstand nehmen. Diese ganzen bizarren Stilarten verwirren manchmal derart, dass nur der eigene klare Verstand ein Abkommen vom Weg kompensieren kann.

Darum meine eigene Philosophie nur dem eigenen Verstand zu folgen, die uebrigens en par mit den Empfehlungen des Begruenders der buddhistischen Lehre ist. Nicht, weil ich es gerne moechte oder gar muss, weil ich mich als Buddhist sehe, sondern weil es eine rein logische Schlussfolgerung ist, die ganz natuerlich wuchs. Nur ein klarer Verstand kann wie ein Fels in einem Strom der Idiotie dieser wirklich trotzen, wenn man nicht mitgerissen werden will. :rolleyes:
 
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Tramaico

Gast
Mir auch. Das koennte in unserem Fall so ausschaun, dass ich dich ignoriere :).
Wir machen bereits Fortschritte mit unserer kleinen Plauderei.

Dein Ansatz folgt vom Grundsatz bereits der buddhistischen Lehre und waere vollends buddhistisch, wenn Du ignorieren mit tolerieren austauschen wuerdest. Du waerest dann nicht nur en par mit der buddhistischen Lehre sondern dazu auch noch ein guter Christ. Du moechtest doch ein guter Christ sein und nicht die Worte des Herren mit Feuer und Schwert an den Mann und die Frau bringen? Nur seinen Glauben einfach leben zu wollen und missionieren sind doch im Grund absolute Antagonisten. Die Wenigsten scheinen damit zurechtzukommen und somit dann auch die Widerwilligkeit mancher Mitmenschen in Bezug auf jegliche religionsbezogene Thematik.

Oftmals erweisen sich Missionare lediglich einen Baerendienst und deren aufopfernder Einsatz fuer die gute Sache kann schnell Hass hervorrufen. Nein, aus logischer Sicht sind sie nicht fuer das Gute als Maertyrer zu Schaden gekommen sondern lediglich durch eigene Dummheit, wenn sie im Kochtopf einer barbarischen Kannibalenstammes enden. :rolleyes:
 
Yogi

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Oftmals erweisen sich Missionare lediglich einen Baerendienst und deren aufopfernder Einsatz fuer die gute Sache kann schnell Hass hervorrufen. Nein, aus logischer Sicht sind sie nicht fuer das Gute als Maertyrer zu Schaden gekommen sondern lediglich durch eigene Dummheit, wenn sie im Kochtopf einer barbarischen Kannibalenstammes enden. :rolleyes:
Lieber Richard, ich akzeptiere was immer du auch gleuben, bzw. leben magst.
Ich akzeptiere aber nicht, das du Schindluder treibst mit der abfälligen Bemerkung "Bärendienst". Dir in dein buddhistisches Stammbuch geschrieben, die Bärenreligion ist von Aussenstehenden Fremdgläubigen nicht zu kritisieren, wenn da nicht Argumente kommen würden.
Da bis jetzt noch nie ein Wort des Vertsändnisses, noch nicht mal eine Frage zur Bärenlehre mir entgegengebracht wurde, spreche ich euch allen ab, weiterhin das Wort Bärendienst in eurem Religions oder Lehrenverständnis zu verwenden.

Bärendienst wird erst verständlich, wenn ihr das Wort im Yogyimus kennen lernt. Da ihr aber immer noch in eurem Alleinstellungsmerkmal und "mein Glaube ist der Richtige" verfangen seid, ist eine Aufnahme zu den Yogies nicht zu vertreten
Ich hege aber große Hoffnung, dass innerhalb der Muslime und der Christen ein Erkennen nicht mehr zu unterdrücken ist.
 
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Tanha

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Kannst du erläutern was dir an dem kusala/akusala Modell nicht gefällt? Ich kann mir Situationen vorstellen, in denen akusala Emotionen/Regungen wie "tanha" (dein Kürzel) positive (kusala) Effekte hervorbringen. Meinst du das damit?
Ich beschäftige mich mit etwas, was ich als "Soziale Dynamik" bezeichnen möchte. Ich untersuche dort auch Emotionen und Ihre Ursachen.

Die grundlegende Theorie sieht etwa so aus:
Unser Zweck ist es die genetische Information weiterzugeben (das "Überleben" dieser oft auch fehlerhaften Information zu sichern). Es haben sich zwei Systeme gebildet, mit dem wir gesteuert werden. 1. das ältere Emotionale und 2. das neuere Rationale. Hätten wir nur das Emotionale sytem würden wir nur Affektiv handeln. Durch das Rationale System sind wir in der Lage Emotionen nicht affektiv zu folgen, da wir abschätzen können, dass ein Handlung noch negativere Emotionen zur Folge hätte. Wir können aber auch belohnende Emotionen erzeugen, ohne den "Überlebensinn", der dahinter steht, zu folgen. (z. B. durch Süssstoff das angenehme Gefühl für Süße hervorrufen, ohne wertvolle Nahrung zu uns zu nehmen, da es ein Nahrungsmittelübernagebot gibt, von dem das Emotionale sytem nichts weiß). Zusätzlich können wir Medizin entwickeln oder die Belohnungsemotionen für die Fortpflanzung einheimsen, ohne das ein Nachwuchs möglich ist (Pille). Die Folge kann natürlich auch immer ein Aussterben sein. Man wird sehen.

Emotionen versuche ich nun nach Ihrem Überlebenssinn zu kategorisieren. Am Beispiel Wut (im Buddhismus von Dosa/Abneigung, also unheilsam, begleitet) möchte ich das beschreiben.

Ich werde z. B. wütend, wenn sich jemand bei der Post in der Schlange vordrängelt. Meine Wut ist nicht ausfallend, sondern genauso groß, dass ich mit der Energie der Wut meine Schüchternheit/Angst überwinden kann und meines Erachtens angemessen reagiere. Der Buddhismus sagt ich solle nicht reagieren, sondern die Emotion achtsam betrachten, was ich dann auch gemacht habe.


Dabei kam ich aber zu völlig anderen Ergebnissen. Zuerst dachte ich ich werde wütend, weil das ungerecht ist und ich Gerechtigkeit so liebe. Eines Tages wurde ich des besseren belehrt. Ich war wieder in der Schlange und zwei Polizisten traten ein, gingen mir nichts dir nichts an den Schalter und gaben ein Paket auf. ich wurde nicht wütend und auch kein anderer murrte. Zuerst viel mir das gar nicht auf, aber plötzlich kam die Frage auf Warum? Irgendwie schienen die ein Recht darauf zu haben sich vorzudrängeln!


Dann sah ich einen Film über Rangordnung bei Tieren und man konnte sehen, wie sie wütend aufeinander los gingen. Da wurde mir klar, dass Wut hauptsächlich entsteht, wenn ein etwa gleichrangiges eingeschätztes Menschlein einen höheren Rang einfordert, als ihm offensichtlich zusteht. Jemand, der tatsächlich einen wirklich scheinbaren höherem Rang inne hat, erzeugt diese Emotion nicht.

Selbstverständlich gibt es auchfehlerhaft programmierte, veränderte Emotionen (Angst vor Nichtgefährlichem, Lust bei Schmerz etc.), aber grundsätzlich haben die Emotionen ursprünglich den Sinn, das Weitergeben der genetischen Information zu sichern. Hass entsteht z. B. dann, wenn diese Weitergabe von jemanden gefährdet wird.

Fazit: Emotionen sind eine Art Belohnungs-, Bestrafungs- und Aktivierungssystem (Flucht, Energie etc.) keine Davon ist für mich an sich gut oder schlecht, sondern sie sind funktionell. Sie folgen aber natürlich keiner Moral.

Der Buddhismus scheint sich völlig von diesem Gen-Programm lösen zu wollen (ich glaube, dass das nur zu einem Teil gelingen kann), sodass nur noch indirekte aus Erkenntnis/"heilsamen Wurzeln" geborene, zu dem rationalem System gehörende "Emotionen" überbleiben (wie Mitgefühl, Mitfreude etc.) Ich möchte das nicht! Mir gefällt mein Auf und Ab. Für mich ist es wie das Salz in der Suppe. Und da ich nicht an Wiedergeburt glaube (wenn wird nur die Gen-Information wiedergeboren, aber dazu müsste man Kinder haben), mache ich gerne so weiter wie bisher und bleibe lieber durstig.

Beste Grüße
Tanha
 
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Tramaico

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Ich möchte das nicht! Mir gefällt mein Auf und Ab. Für mich ist es wie das Salz in der Suppe. Und da ich nicht an Wiedergeburt glaube (wenn wird nur die Gen-Information wiedergeboren, aber dazu müsste man Kinder haben), mache ich gerne so weiter wie bisher und bleibe lieber durstig.
Eine durchaus weise Entscheidung, wie ich finde. Warum trinken, wenn man nicht durstig ist? Du scheinst nicht durstig zu sein. :rolleyes:
 
Waitong

Waitong

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Fazit: Emotionen sind eine Art Belohnungs-, Bestrafungs- und Aktivierungssystem (Flucht, Energie etc.) keine Davon ist für mich an sich gut oder schlecht, sondern sie sind funktionell. Sie folgen aber natürlich keiner Moral.


Das sehe ich auch so. Nun sind wir Menschen so ausgestattet, dass wir eine geistige Ebene haben, auf der wir Bewusstsein und kognitives Denkvermoegen ausbilden koennen. Da ist die buddhistische Lehre wie sie im Abhidhammapitaka dargelegt ist, mit entsprechender Praxis recht gut geeignet seinen Geist zu schulen.


Die Lehre von Jesus Christus ist ebenso geeignet, denn auch sie ermoeglicht ein diesseitiges (jetztiges) Leben mit positiven Fruechten, die an einem gesunden Stamm wachsen. In der buddhistischen Lehre wird es nur anders bezeichnet und zwar als, zu Lebzeiten reifendes Karma (Pali: Ditthadhamma-vedaniya-kamma).
 
x-pat

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Fazit: Emotionen sind eine Art Belohnungs-, Bestrafungs- und Aktivierungssystem (Flucht, Energie etc.) keine Davon ist für mich an sich gut oder schlecht, sondern sie sind funktionell. Sie folgen aber natürlich keiner Moral.
Vielen Dank, Tanha, das hast du wirklich ausgezeichnet erklärt. Das Beispiel der Warteschlange veranschaulicht deinen Gedankengang sehr gut, und ich würde dem weitgehend zustimmen bis auf die Schlussfolgerung, die du daraus ziehst. Emotionen sind in der Tat ein unentbehrlicher Mechanismus, ohne den der Mensch nicht funktionieren kann. Die menschliche Psyche basiert auf Emotionen. Sie motivieren, steuern, energetisieren, und machen schnelle Reaktionen möglich. Die Idee, Emotionen zu überwinden, auszulöschen, oder zu neutralisieren ist daher fehlgeleitet.

Ich verstehe die Komponente "rechtes Streben" (right effort) des achtfachen Pfades so, das Emotionen nicht ausgelöscht werden sollen, sondern das deren Beherrschung angestrebt wird. Ziel ist es sich nicht von Emotionen beherrschen zu lassen, sondern Herrscher über die eigenen Emotionen zu werden. Wenn dies gelingt, lassen sich Emotionen zu positiven Zwecken lenken und nutzen. Man muss dabei auch bedenken, dass das Wort "kusala" eine weniger werte-ethische Bedeutung hat, als die übliche englische Übersetzung "wholesome" impliziert. Es bedeutet eher kunstvoll, geschickt, verdienstlich, lobenswert.

Was ist nun die Ursache von Wut, Ärger, und Aggression, also jenen Emotionen, die als "akusala" bezeichnet werden, bzw. als nicht verdienstlich? Deine Interpretation ("wenn ein etwa gleichrangiges eingeschätztes Menschlein einen höheren Rang einfordert") ist mir zu eng. Ich kann mir andere Situationen vorstellen, die Wut erzeugen, z.B. wenn der Drucker mal wieder streikt, der Chef herummotzt, oder wenn die Fahrkartenpreise erhöht werden. Wut und Ärger ist eine Reaktion auf Hilflosigkeit, genauer gesagt auf die Wahrnehmung, dass wir die Kontrolle über einen Prozess verlieren und dabei Nachteile erleiden. Wut gibt uns die Energie diesem Prozess entgegenzuwirken. Das ist ihr evolutionärer Zweck. Leider gibt sie uns meistens viel zu viel Energie und die Folgen können deshalb verheerend sein.

Nehmen wir noch einmal das Beispiel der Warteschlange. Mit ausreichend Wut im Bauch überwindet Schüler X seine Zurückhaltung und weist den Vordrängler mit scharfen Worten zurecht. Der Vordrängler wird seinerseits wütend und es kommt zu einem Wortgefecht. Alle Seiten verlieren. Die Situation im Postamt ist angespannt, die Atmosphäre vergiftet. Schüler Y ist etwas fortgeschrittener auf dem achtfachen Pfad. Er erkennt den Moment der aufsteigenden Wut, bevor sein Bewusstsein von ihr überrumpelt wird. Dieser Moment der Klarheit erlaubt es Y, seine Worte besser zu wählen und den Vordrängler mit Schlauheit und Witz zu entwaffnen. Die Situation ist entspannt und das Ziel erreicht.

Fazit: weil wir Menschen mit einer Neokortex ausgestattet sind, die es uns erlaubt sehr mächtige Kommunikation und Werkzeuge zu verwenden, sind die gröberen Emotionen wie Wut, Hass, Gier oft für unsere Zwecke überdimensioniert und potentiell schädlich. Durch die konsequente Anwendung von "rechtem Streben" und "rechter Achtsamkeit" lassen sich diese Emotionen jedoch so dosieren, dass sie auf nützliche Ziele gerichtet werden können.

Cheers, X-pat
 
Waitong

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Man muss dabei auch bedenken, dass das Wort "kusala" eine weniger werte-ethische Bedeutung hat, als die übliche englische Übersetzung "wholesome" impliziert. Es bedeutet eher kunstvoll, geschickt, verdienstlich, lobenswert.
Kusala bedeutet ---> 'Karmisch-heilsam' ---> kusala




Welche Quellen sprechen von deiner Deutung, als kunstvoll, geschickt, verdienstlich, lobenswert ?

Das erscheint mir als eine sehr persoenliche Sichtweise.
 
Waitong

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...die als "akusala" bezeichnet werden, bzw. als nicht verdienstlich?
Auch hier schlage ich, in Anlehnung an obige Definition fuer "akusala" entsprechend ---> 'Karmisch-un-heilsam' vor.
 
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Tramaico

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Die Idee, Emotionen zu überwinden, auszulöschen, oder zu neutralisieren ist daher fehlgeleitet.
Deine Vorstellung und die vieler Anderer bezueglich des "Erwachens" scheint noch ein wenig limitiert zu sein. Vermutlich aus emotionalen Gruenden, naemlich bedingt durch die Furcht zu einem gefuehlosen Roboter zu werden. Visualisiere den Zustand der Meditation. Der Geist ist wach, die Sinne sind vorhanden, scharf doch nicht angespannt. Der Verstand ist auf Optimum eingestellt, so sind die Sinne. Emotionen sind in dieser Situation ohne Bedeutung, da nicht mehr vorhanden und nicht mehr notwendig.

Wut ist nicht mehr notwendig zum richtigen Handeln. Weisheit im Unterbewusstsein ist an ihre Stelle getreten. Somit besteht auch noch nicht einmal der Wunsch zu Konfrontation und das Handeln und Empfinden ist scheinbar nur noch rein intuitiv.

Intuitiv heisst doch eigentlich aus dem Bauch heraus, rein aus dem Gefuehl zu handeln.

Nicht mehr, denn die Intuitivitaet wird nun unbewusst durch den Verstand gesteuert. Somit durchaus noch Mensch und kein Roboter, doch die Software arbeitet perfekt und makellos.

Kannst Du diesen Zustand visualisieren? Ich selbst kann es mir gut vorstellen und somit geht mein Streben dort hin. Daher meine Anmerkung, dass die Intention der buddhistischen Lehre sehr simpel ist und dass es einfach ist den Horizont zu erweitern, nicht aber sich vom Leid zu befreien. Leid ist emotionsgesteuert, durch fehlerhafte Intuition, die es zu korrigieren gilt. :rolleyes:
 
Thema:

Buddhismus ohne Lehre von den Wiedergeburten?

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