Also - herzliche Freude ueber z.B. eine saubere unberuehrte Natur soll laut buddhistischer Lehre leidvoll sein.
Dazu noch etwas Senf von mir

:
Dass Freude auch leidvoll ist, lässt sich nicht so leicht erkennen. Freude hat
die Freude als spezifisches Merkmal also eine gewisse Aufgeregtheit und fast immer
verbunden mit einem angenehmen Gefühl. Die drei universellen Merkmale (Leid ist
eines der Dreien) sind versteckt und müssen erst zugänglich gemacht werden. Dies
geschieht durch Vipassana-Meditation (Erfindung vom Buddha).
Die 4 Edlen Wahrheiten (sowie die bedingte Entstehung) selbst werden erst im Pfadmoment
(der 1. Erwachungsstufe) durchdrungen.
Leider wird die 1. Wahrheit, um die es uns hier geht, früher mit dem deutlichen
Erkennen der "drei universellen Daseinsmerkmale" offenbar.
Wie geht das nun von statten? Man muss dazu verstehen, dass die Welt, die wir
erleben, eine Syntheseleistung unseres Geistes anhand der Sinnesdaten und ihrer
Bedingungen sind. (Was da "draußen" wirklich ist, wissen wir nicht. Seit dem Film
Matrix braucht man das glücklicherweise auch nicht mehr erklären.)
Bei der Vipassana-Meditation versuchen wir die Aufmerksamkeit immer wieder auf
die Herkunft der "Rohsinnnesdaten" (wie Farbe etc.)zu lenken. Gedankenprozesse
wie: "Vase -> chinesische Vase -> chinesische Vase meiner Mutter -> ..." werden
konsequent abgebrochen.
Nach einiger Zeit wird der sogenannte "Wahrheitsanblick", "das Wissen vom
Entstehen und Vergehen" oder "das Wissen von Pfad und Nicht-Pfad", wie es auch
genannt wird, erlangt. Praktisch bedeutet dies, dass der Geist keine Zeit mehr
hat seine Syntheseleistung zu vollbringen. Die Welt (oder vielmehr die geistige
Konstruktion davon) löst sich auf. Es ist also vereinfacht gesehen nur eine
Vorstufe unserer Wahrnehmung. Diese dient nicht dazu, die Welt als Konstruktion
zu entlarven, sondern die drei universellen Mermale genau zu erkennen.
Im ersten Moment denkt man vielleicht noch: "Prima, man hat es geschafft", aber dann kommt die
Ernüchterung, nämlich das Erkennen der 1. Edlen Wahrheit (der Wahrheit vom
Leiden).
Dies ist eine Art von "Point-of-no-return". Hält man hier an, bleibt man bei der
Erkenntnis "der Wahrheit vom Leiden" stecken, was der Lebensfreude natürlich nicht
besonders dienlich ist. Es gibt viele, manchmal "Dunkle Yogis" genannt, die hier stecken bleiben.
Da ich einige Dinge anders sehe als der Buddha, meine ich, dass man sich gut
überlegen soll, ob man diesen Punkt überhaupt erreichen will. Sein Leben in einer schönen
Illusion zu verbringen, hat meines Erachtens auch sehr viel, wenn nicht sogar genauso viel Wert.
Gruß Tanha