@Tramaico behauptet, seine Lesart des Buddhismus komme ohne den Glauben an die Wiedergeburt aus und sei eigentlich nur das Vermeiden von Leid.
Das habe ich nie behauptet. In "meinem" Buddhismus gibt es natuerlich Tode und Wiedergeburte, aus deren Kreislauf es ja auszubrechen gilt. Nur sind diese Tode und Wiedergeburten nicht PHYSISCH sondern rein psychisch. Es gibt nur einen physischen Tod und ein permanentes Erloeschen des Seins, weil es kein manifestiertes Ich (= Seele) gibt, da alles einer kontinuierlichen Veraenderung unterliegt. Niemand ist der, der er noch gestern war, geschweige dann vor zehn Jahren. Was soll also nun PHYSISCH wiedergeboren werden?
Ergo ist die buddhistische Lehre die Lehre von der Befreiung IM LEBEN, dem Loesen aus dem Kreislauf der PSYCHISCHEN Tode und Wiedergeburte IM LEBEN. Befreiung vom Leid heisst das ICH zu manifestieren, in dem es sich nicht mehr veraendert und aus dem Kreislauf der staendigen Tode und Wiedergeburte ausbricht. Dieses geschieht durch einen Zustand der staendigen Harmonie der psychischen Ausgeglichenheit in jeglicher Situation.
Tod: Sterben des derzeitigen "ICH" durch eine drastische Veraenderung im Leben. Diagnose einer schweren Krankheit, Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres, Verlust des Jobs, ploetzliche Armut. Nichts ist auf einmal so wie es war. Das bekannte Sein ist gestorben, die Welt ist nicht mehr was sie war.
Wiedergeburt: Das weitere Dasein unter diesen VERAENDERTEN Umstaenden.
Diese "Tode" und "Wiedergeburten" werden natuerlich wesentlich durch unsere Aktionen bestimmt. Aktionen loesen Reaktionen aus. Die Karma-Sache.
Einzig und allein ist zu verinnerlichen, dass alles im einzigen physischen Leben eines Jeden stattfindet. Jeder hat nur ein einziges PHYSISCHES Leben. Dieses erloescht vollstaendig mit dem PHYSISCHEN Tod. Unwiederbringlich.
Die buddhistische Lehre ist die Lehre von der Meisterung des Lebens. Nach dem physischen Tod ist sie so ohne jegliche Relevanz, da physisch Tote nicht mehr leiden. Darum kuemmer Dich um die Lebenden und lass die Toten ruhen, da die Toten bereits zwangslaeufig erleuchtet sind und sich wieder im Zustand der vollstaendigen Harmonie befinden.
Ansich ist alles unwahrscheinlich simpel und es bleiben keinerlei Fragen offen. Vermutlich ist es einfach zu simpel und/oder erfuellt gewissen Erwartungshaltungen und Wuensche nicht und somit wird die Verwendung des Verstandes verweigert uns sich lieber allerlei Mythen und Hokuspokus hingegeben, deren Widerspruechlichkeiten aber mit einem klaren Verstand leicht zu erkennen sind.
Hatte vor einiger Zeit Michael (Phimax) versucht "meinen" Buddhismus und die Sache mit den "Wiedergeburten" zu erlaeutern, was mir aber damals nicht gelungen ist. Bin gespannt, ob es diesmal klappt. Wer es versteht, fuer den gibt es keinerlei offene Fragen zum Buddhismus mehr, die er nicht selbst beantworten koennte unter Verwendung seines eigenen klaren Verstandes. Trotz der unenedlich vielen "Weisen" in Sachen Buddhismus und all der verfuehrend schoenen mystischen Parabeln in Sachen Buddhismus.
Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott. Es gibt nur einen Gott, den eigenen Verstand, Herr ueber Tod und Wiedergeburt.
Scheisse und das am "heiligen" Sonntag.
