Ich bin im Forum erst sein ein paar Stunden Mitglied und habe mir den Thread über Verlobungsgeschenke und Sinsod mal durchgelesen…und ich will meine Meinung dazu sagen, ob sie gefällt oder nicht.:
Sinsod zahlen heißt doch, ein Reicher heiratet eine Arme. Einer, der viel hat, gibt einer, die wenig oder nichts hat. Ich selbst würde niemals eine Frau heiraten, die in irgendeiner Beziehung unter mir steht. Ich glaube, wichtige äußere Bedingungen für eine Ehe sind etwa gleiche Bildung, gleiche Sprachkenntnisse, gleiche finanzielle Verhältnisse. Sinsod und/oder größere von mir verlangte Verlobungsgeschenke sind ein Zeichen, dass beide nicht auf gleicher Stufe stehen.
Ich habe vor etwas mehr als 30 Jahren geheiratet. Ich hatte sie in Thailand kennen gelernt, sie kam dann nach Deutschland um zu studieren. Meine (einfachen) Eltern waren gegen die Beziehung („Ausländer“), ihr Vater, mit chinesischem Hintergrund, war ebenso dagegen („Farang“). Weihnachten 1979 sind wir dann nach Thailand gefahren und haben ohne Wissen unserer Eltern geheiratet. Das war damals extrem leicht, wir sind zum Amphoe Huay Kwang in Bangkok gefahren und haben dort standesamtlich geheiratet. Kostete, glaube ich, 25 Baht und dauerte vielleicht 20 Minuten. Verlobung und Heirat nach buddhistischem Ritus hat es nie gegeben. Wir sind dann in die „Flitterwochen“ nach Hongkong geflogen und haben von dort unseren Eltern die Heirat per Telegramm mitgeteilt. Unseren jeweiligen Eltern blieb nichts Anderes übrig, als sich mit der Heirat abzufinden. Die anfängliche Abneigung war in Angst vor dem Fremden begründet und hat sich nachher verflüchtigt.
Sinsod meinen Schwiegereltern zahlen – wozu? Genau so gut hätten meine Eltern verlangen können, dass ihnen Sinsod bezahlt wird. Ein absurder Gedanke.
Das heißt nicht, dass ich nicht auf die herabgucke, die es anders machen. Jeder kann selbst entscheiden, was er tun will. Aber verstehen tue ich es nicht richtig, denn Sinsod ist für mich ein Symbol dafür, dass der Mann über der Frau steht. Und mir gefällt die Bedingung nicht: „wenn Du zahlst, kannst Du sie haben, wenn Du nicht zahlst, heiratet sie einen Anderen, einen, der zahlt“.
[FONT="]Und wenn einer sagt: „Ist aber Tradition“, dann kann ich nur antworten: „Aber eine schlechte“. Und alte Traditionen soll man m.E. nur fortführen, wenn sie gut sind. [/FONT]