Bei manchen Thais gilt oder galt früher die Zeremonie im Heimatdorf als 'eigentliche' Hochzeit, während die staatliche Hochzeit einen geringeren Stellenwert hatte. Deshalb kann es durchaus folgerichtig sein, dass die Eltern bei dieser Verlobungszeremonie schon einen Teil des Sinsod erhalten wollen. Mal aus der Sicht der Eltern gesehen, wäre es ja auch ganz menschlich, sich ein bisschen zu sorgen ob denn der Farang wirklich ehrliche Absichten hat oder die Tochter nicht vielleicht doch irgendwann sitzen lässt - mit dem entsprechenden Schmerz und Gesichtsverlust im Dorf für Tochter und Familie.
Dass diese Zeremonie deshalb, und auch um im Dorf Tratsch zu vermeiden, zeitnah durchgeführt werden soll, halte ich für durchaus möglich.
Bleibt noch die Höhe des Sinsod, und die ist wie weiter vorne schon gesagt Verhandlungssache, und auch bei den Modalitäten herrscht soweit ich das bis jetzt gesehen habe grosse Flexibilität und Bandbreite. Deswegen kann man auch all die 'so musst du es machen'-Ratschläge nur als mögliche Optionen, und nicht als alleinige Wahrheiten sehen.
Mal vorausgesetzt dass Tochter und Eltern anständige Leute sind, sollte man alles offen und mit gegenseitiger Rücksicht besprechen. Man liest hier oft Ratschläge und Meinungen, die den Eindruck eherner Wahrheiten erwecken wollen. So ist die Welt nicht, und Thailand schon gar nicht. Aufeinander Eingehen, Hintergründe verstehen, gegenseitiges Geben und Nehmen, ein bisschen Einsicht dass in anderen Ländern eben andere Sitten herrschen (obwohl man natürlich nicht alles unter diesem Aspekt hinnehmen und gutheissen muss) und das Verständnis dass nichts so heiss gegessen wie gekocht wird sind da eher angemessen.
Ach ja, wenn wir schon den besten Beitrag im Thread wählen wollen, dann muss wohl Make's Nummer 26 als bis jetzt erleuchtetster Beitrag dieses Threads betrachtet werden.