Hi,
mir ist gerade langweilig, deshalb auch mal ein paar Beobachtungen von mir. Meine längeren Aufenthalte haben sich bisher in Bangkok, Korat (war ich mal solo eine Woche, bevor ich meine Frau kennenlernte) und Phuket abgespielt. Abgesehen von einschlägig beschäftigten Frauen, die man leider fast überall in den Tourigebieten antreffen kann - ich hatte da mal so ein im Nachhinein etwas düsteres Erlebnis, als ich mir ein Busticket im Reisebüro kaufte und dabei eine wirklich nette offensichtlich dort beschäftigte Frau kennenlernte - lief das doch etwas anders ab, als hier oft dargestellt. Ich denke mal, in den Bars kommt die Mehrzahl der Mädchen aus dem Isan und entsprechend landen dann die meisten Farangs letztlich irgendwie in der Gegend.
Ich hatte nie Bock, auf die Art Frauen kennenzulernen, aber an "normalen" Frauen schon.
1. City Khorat
Nie großartige Kontakte zu Frauen gehabt, scheiterte spätesten an meinen nicht vorhandenen Thai-Kenntnissen, hatte aber auch nicht das Gefühl, da besonders gefragt zu sein. Auf dem Land, kleine Restaurants etc. sah das schon deutlich besser aus, aus meiner Sicht war da häufig klares Interesse vorhanden (bei Frauen Ende 20 und älter), aber ernsthaft wäre da nur was auf lange Sicht und natürlich wieder mit Sprachkenntnissen möglich gewesen.
2. Bangkok
Diskotheken o. ä. Keinerlei Interesse, wenn doch dann offensichtlich irgendwelche Freelancer.
3. Phuket
OK, hier kenne ich mich am besten aus, habe einen großen Bekanntenkreis, das ändert natürlich vieles, insofern ist der Vergleich nicht wirklich objektiv. Mein bester Kumpel hier ist so ein typischer Thai-Mann, außer dass er nicht in den Puff geht. Hat jede Woche eine neue Freundin, fast alle aus der Gegend hier oder Krabi und eben nicht aus dem Gewerbe und nur selten aus dem Isan. Fast alle davon konnten - Tourigegend eben - etwas englisch und fast alle zeigten deutliches Interesse, den Farang, also mich, abzuschleppen. Ich habe übrigens nie Probleme gehabt, in Deutschland Frauen kennenzulernen, insofern falle ich zumindest - und das auch altersmäßig - nicht in Kategorie "Rentners zweiter Frühling". Ich denke, das lag dann aber nicht an meinem "guten Aussehen" oder (nur) an der finanziellen Sicherheit, sondern daran, dass diese Frauen auch schon Ende 20 bis Mitte 30 waren und somit für viele Thai-Männer einfach nicht mehr interessant für eine längere Bindung.
Es mag ja sein, dass diese Isan-Statistiken richtig sind, wer aber mal vor Ort war, weiß, dass es dort noch genügend hübsche Frauen gibt, die sind also noch nicht alle nach Pattaya & Co. ausgewandert. Ebenfalls ist es dort völlig normal, dass die Männer oft den ganzen Tag am Saufen, Angeln oder was Ihnen sonst noch so einfällt sind, während Frauen und Kinder sich um Haus und Reisfeld kümmern. Dass sie dazu noch jede Frau anbaggern, die Ihnen über den Weg läuft, trägt sicher auch nicht zu ihrer Beliebtheit bei ihren Frauen bei. Wenn ich dann mal mit meiner Frau in ihrem Dorf einlaufe, sehen sie einen Mann, der von 15-24.00 Uhr arbeitet (Internet), am Wochenende mit Frau und Kind und vielleicht noch dem Rest der Familie Ausflüge macht etc. Ich denke, einiges davon ist bei den meisten Farangs dort die Regel. Würde mir als Frau - unabhängig von der höherern finanziellen Sicherheit - auch zu denken geben.
Hier in Phuket sieht es da für die Frauen schon deutlich besser aus, die meisten Männer selbst in den armen Gegenden suchen sich zumindest regelmäßig Aushilfsjobs, oft sieht man Familien zusammen etwas unternehmen, es ist also deutlich weniger extrem als im Isan. Und es gibt ganz klar viel mehr Arbeitsmöglichkeiten und damit Alternativen für die Thaimänner.
Was mir an den "Isan-Frauen" imponiert, ist ihre Selbständigkeit. Die Tatsache, dass sie den gesamten Haushalt schmeißen, oft auch selbst noch Geld verdienen etc., gibt ihnen offensichtlich eine Menge Selbstvertrauen. Auch wenn nach außen oft der Mann der Boß ist, sieht das dann hinter den Kulissen doch meist ganz anders aus.
Was das Thema "Liebe" oder "meine Frau ist ganz anders" betrifft - keine Ahnung. Sehe ich ja dann, wenn ich mal total pleite sein sollte. Ich denke, daran kann jede Ehe überall auf der Welt scheitern. Fakt ist, dass ich noch nie eine Partnerin hatte, mit der sich das Zusammenleben so unkompliziert gestaltet hat. Keine nervigen Sprüche, warum ich wieder solange arbeiten mußte, ich sollte mich schließlich mehr um die Familie kümmern. Keine ständigen Pflichtbesuche bei Verwandten, die ich nicht ausstehen kann. Sie ist für mich da, sie kümmert sich um mich, sie paßt zu mir, meine gesamte Familie schätzt sie schon wegen ihrer guten Laune, ihrem Fleiß und ihre ständiger Besorgtheit um alle anderen sehr. Ob das so bleibt... warum nicht? Ob das echte Gefühle sind - ich denke schon, ist mir aber letztlich auch scheißegal, Hauptsache es funktioniert für uns beide. Erfahren werde ich es schließlich nie, zumindest nicht, solange wir zusammenbleiben. Ob es daran liegt, dass ich ständig Geld aus dem ATM ziehen kann, oder weil ich so ein netter gutaussehender Typ bin ist mir auch völlig wurscht. Da ich mich finanziell eh niemals ausnehmen lassen würde und das von ihrer Familie auch nie versucht worden ist, habe ich letztlich nur ein emotionales Risiko und das hat man ja wohl bei jeder Partnerschaft.
Dass meine Frau gern ein eigenes Haus und nach Möglichkeit so ein bis zwei Tonnen Gold am Hals hätte ist mir schon klar. Selbst hier in Phuket wird sie immer wieder gefragt, ob Ihr Mann so arm ist, dass er ihr nicht mal eine vernünftige Goldkette spendieren kann. Da kommt also viel Druck von außen, den so eine 6 Klassen Schülerin, der die Bedeutung solcher Statussymbole von Kind auf beigebracht worden sind, erstmal verkraften muß. Aber immerhin ist sie inzwischen 38 und so peu á peu versteht sie auch, warum ich solche Anschaffungen für unsinnig halte. Gold=Mißgunst=Einbruchsgefahr=Risiko für unser Baby, das mit dem Baby hat sie überzeugt (grins). Haus muß sie mir mal konkrete Gesamtkosten, durchführende Firma mit Referenzen, Renditeerwartungen, Mietauslastung etc. vorlegen, bevor ich das Thema weiter mit ihr bespreche. Da sie dazu nicht in der Lage ist, ist das Thema jetzt auch erstmal friedlich vom Tisch. Und falls sie das alles wider Erwarten irgendwann doch noch vorlegen kann, werde ich ihr schon vorrechnen, dass sich das für uns nicht lohnt. Da ich mein Geld gern weit diversifiziert anlege und der Goldpreis in den letzten Jahren permanent steigt, habe ich jetzt beschlossen - weiß sie noch nicht - mal so für 1-2k in Laos was zu kaufen. Einfach als Kapitalanlage, die man mit ein bißchen Glück später sogar gewinnbringend verkaufen kann und mit der sie dann auch mal rumprotzen darf. Aber natürlich nur zu Hause im Isan...
Nur mal so ein paar Gedanken, wie gesagt, mir war gerade langeweilig...