Ich habe zwar nicht alle Posts gelesen, die letzten Posts waren eher zum Thema Wechselkurs im allgemeinen.
Zurück zur Frage: Bleibt der Baht stark?
IMHO ist das Absetzung Thaksins massgeblich dafür (mit)verantwortlich, dass der Baht so stark ist. Mr. T hat eine ziemlich "expansive" Fiskalpolitik betrieben, d.h. er hat viele teure Wahlversprechen abgegeben, ohne zu sagen, wie er das finanzieren will. Ich denke da an die Sache mit 1 Mio. pro Dorf usw. Da Thaksins Rückhalt in der Bevölkerung massgeblich davon abhing, inwiefern er seine Versprechen einlöst UND dass Steuererhöhungen nicht gut ankommen, hat man wohl befürchtet, dass Mr. T das nötige Geld einfach "drucken" lässt. Er hat ja auch teilweise seine Kompetenzen massiv überschritten und daher war die Gefahr da, dass er auf die Nationalbank Einfluss nimmt (ich glaube mich zu erinnern, dass er das auch getan hat). Und eine beeinflussbare Zentralbank ist Gift für die Währungsstabilität.
Hinzu kommt, dass die Angst bestand, Thaksin könnte im Falle von Neuwahlen im Vorfeld der Wahl mittels Notenpresse einen kleinen Aufschwung generieren (also Geld drucken und mit Grossprojekten die Wirtschaft ankurbeln), weil die Regierung im Falle eines Booms i.d.R. bessere Karten hat, als die Opposition. Die Quittung für solches Verhalten kommt aber erstmit einem "Lag" von bis zu 4 Jahren.(Warum ist unter Ökonomen umstritten, in einer perfekten Wirtschaft hat die Geldmenge keinen realen Einfluss, d.h. wenn die Geldmenge verdoppelt wird, verdoppeln sich alle Preise/Löhne).
Ausserdem war kurz vor dem Putsch die Lage in TH relativ schwer einzuschätzen und Unsicherheit ist im allgemeinen schlecht für die Wirtschaft, vor allem für Ausländer.
Da das Militär keine (teuren) Versprechen gemacht hat und auch unter Thaksin genug Geld hatte, um ihn wegzuputschen, ist es unwahrscheinlich, dass die Generäle die Notenpresse anwerfen.
Das macht TH für FDI's (ausl. Direktinvestitionen) interessant: Die Inflationsgefahr ist kleiner (d.h. die Investitionen behalten ihren Wert) und die Ungewissheit ist kleiner (vor dem Putsch war ja nicht abzusehen, wie es mit den Ani-Thaksin Demos weitergeht).
Dieses Paket von Gründen erklärt IMHO die derzeitige Stärke des Bath recht gut.
Da TH ein Exportland ist (Tourismus zählt auch als Export), ist TH sicher nicht an einer weiteren massiven Aufwertung des Baht interessiert. Allerdings kann die Bank of Thailand nicht einfach den Baht abwerten, wie es ihr gefällt, da haben die anderen Staaten keine Freude dran (das nennt man eine Beggar-thy-neighbour-Politik), weil dadurch TH Produkte billiger werden und die einheimischen Produkte verdrängen.
Meine Einschätzung für die Zukunft: All zu stark sollte sich der Baht nicht mehr aufwerten, die Bank of Thailand wird wohl vorsichtig dagegen steuern, um die Exportindustrie zu schützen.
Wenn die Wahlen vorbei sind, kommts drauf an, wer an die Macht kommt und was die Wahlversprechen sind. Sollte es wieder ein Populist sein wie Mr. T, der teure Ideen hat, dann wird wohl die Inflationsgefahr steigen und der Baht abgewertet.
Auch wenn nach den Wahlen keine Ruhe einkehrt und es zu Tumulten/Demos kommt, könnte der Baht wieder an Wert verlieren.