Betreuung / Pflege / Vormundschaft im Alter

Diskutiere Betreuung / Pflege / Vormundschaft im Alter im Ehe & Familie Forum im Bereich Thailand Forum; nur um etwas klarheit hier reinzubringen seit 2001 sind die Vormundschaftsgerichte gehalten zuerst die angehörigen zu befragen ob diese die...
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LandmannT

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nur um etwas klarheit hier reinzubringen
seit 2001 sind die Vormundschaftsgerichte gehalten zuerst die angehörigen zu befragen ob diese die betreuung übernehmen wollen wenn diese die betreuung ablehnen wird ein ehrenamtlicher betreuer gesucht und erst wenn dieser nicht zu finden ist wird ein betreuungsverein eingesetzt und als letzte möglichkeit wird dann ein berufsbetreuer bestellt
dies hab ich so in niedersachsen und rheinland-pfalz sowie baden württenberg selbst zig mal erlebt

wenn ein betreuter den bestellten betreuer ablehnt wird dieser nach anhörung durch den richter ausgetauscht, in den von mir erlebten fällen innerhalb von 8 wochen geschehen
jeder betreuer hat sich nach den wünschen ansprüchen und lebensgewohnheiten des zu betreuenden zu richten was auch passiert, auch müssen betreuer ihre zu betreuenden regelmäßig aufsuchen und sich über ihr befinden ein eigenes bild machen
hier sind die familien und einrichtungen gefordert dies zu kontrollieren und gegebenen falls einzufordern
eine in diese richtung getane beschwerde beim rechtspfleger des amtsgerichts hat immer eine zeitnahe überprüfung zur folge
 
Chumpae

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Chumpae
Man kann sich als Angehöriger nur den Vorwurf machen, warum man es zugelassen hat,
dass ein familienferner Berufsbetreuer vom Familiengericht eingesetzt wurde,und man sich so das Heft aus der Hand hat nehmen lassen.
@Disaina-das ist richtig so. Wir haben zugegebenerweise mit meiner Mutter auch nicht über eine Betreuungs-/resp.Vorsorgevollmacht diskutiert, da es aus meiner Sicht so etwas wie eine "Entmündigung"meiner Mutter dargestellt hätte. Heut sehe ich die Dinge anders und würde schon meinerseits selbst darauf drängen, so etwas mit meinen nächsten Angehörigen zu beurkunden. nur wie verhält es sich, wenn man seinen Lebensabend in TH verbringen möchte. Hier spielt doch so ein Pamphlet doch keine Rolle(im juristischen Sinne)und im moralischen Sinne spielt es auch keine Rolle, denn als "hoffentlich"anerkanntes Mitglied der thailändischen Familie könnte man von einer uneigennützigen Pflege ausgehen. Und letztendlich.Ob ich das dann alles noch mitbekomme, steht letztlich auf einem ganz anderen Blatt. Da fällt mir ein netter Spruch von Stan Laurel ein:Wer auf meiner Beerdigung heult,mit dem rede ich kein Wort mehr !
 
kcwknarf

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Man kann sich als Angehöriger nur den Vorwurf machen, warum man es zugelassen hat,
dass ein familienferner Berufsbetreuer vom Familiengericht eingesetzt wurde,
und man sich so das Heft aus der Hand hat nehmen lassen.
Es gibt ja immer mal Familien, bei denen es Probleme zwischen Einzelnen gibt. Nehmen wir mal folgendes als Beispiel:
ein Vater hat 2 Söhne. Die haben sich mal entweit. Nun wird der Vater z.B. dement. Jeder Sohn möchte dann gerne den vater vor einem Heim bewahren und ihn zu Hause selbst pflegen. Also betragen beide die "Betreuung". Der Vater kann sich wegen bereits gestiegener Demenz nicht mehr voll bewusst dazu äußern.

In einem solchen Fall schreitet dann das Gericht ein, da es 2 Anträge gibt. Dann wird ein sogenannter Berufsbetreuer berufen. Beide Söhne denken sich: auch gut, eine Art Schlichter. Man hofft halt, dass derjenige dann auch sieht, welcher Sohn am geeignesten ist.
Doch Pustekuchen: der Betreuer ignoriert die Söhne komplett und entscheidet selbst über eine Abschiebung in ein Sterbeheim. Weder der Vater noch die beiden Söhne können etwas dagegen tun, außer Einspruch zu erheben. Doch auch der Betreuer kann dan irgendwelche Behauptungen austellen, wie böse doch die Söhne seien. Aussage gegen Aussage. Wem wird da wohl der Richter glauben?
Der Betreuer freut sich ja schließlich über seine Einnahmen und wäre ja blöd, seine Einnahmequelle zu verlieren.

Solche und ähnliche Fälle sind ja kein Einzelfall. Natürlich kann man sagen, dass man sich rechtzeitig (also vor einer Demenz) darum kümmern sollte, wer einen betreuen soll. Doch viele Menschen verdrängen ja ihr Alterswerden und schreiben z.B. auch kein Testament. Und zudem können sich ja die Menschen (wie ich selbst früher) gar nicht vorstellen, dass solche Dinge in Deutschland möglich sind. Man vertraut eben dem Staat zu viel. Und man sieht ja auch hier im Thread, wie das Thema verharmlost wird. Auch Ältere haben Rechte... Ja, auf dem Papier. Wie leicht kann man es verbrennen....

Daher ist es wichtig, die Menschen aufzuklären. Es ist in der Tat, SEHR wichtig, frühzeitig zu klären, was und wo im Alter passieren soll. Nur so entkommt man "falschen" Angehörigen, katastrophalen Heimen und den Schlingen des Staates.
 
DisainaM

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und der Fixierung,



wobei in Bezug auf Pflegeheime noch ein anderer Punkt geschildert werden sollte.

Viele Pflegeheime geben ihren Mitarbeiter nur ein sehr enges Zeitfenster,
dass sie für einen einzelnen Patienten aufbringen können.

Sowas wirkt sich besonders krass aus, wenn der Patient gefüttert werden muss,
und nicht so schnell schlucken kann, wie die Pflegerin ihm schon den nächsten Löffel Brei reinschiebt.

Die Folge ist häufiges Erbrechen, wegen der Schnellfütterung, was dann zusätzliche Agression bei der Pflegerin schafft,
weil zusätzliche Arbeit entsteht.

Manche Pfleger verlieren mit der Zeit auch die Nerven, und meinen alte Menschen bestrafen zu müssen,
wenn sie nicht kooperativ sind.

So werden dann alte Menschen beim Toilettgang besonders hart angefasst,
dass ihnen schonmal ein Unterarmknochen bricht.
Eine andere Bestrafung ist es, den alten Menschen nach dem Waschen, nackt bei offenem Fenster im Badezimmer,
zum Teil bei Zugluft, sitzen zu lassen, bevor man Zeit hat, ihn abzutrocknen.

In dieser Realität, von zum Teil überforderten, überlasteteten und zum Teil psychopatischen Pflegern,
die die Arbeit von 3 Pflegern an einem Tag bewältigen müssen,
drängt sich dann wirklich der Eindruck eines Sterbeheims auf,
weil jeder Patient den Eindruck bekommt, im Betrieb nur eine Last zu sein,
und alle sehnlichst auf sein Abtreten warten.

nach einem würdevollem Leben, ein würdeloser Abgang
 
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sombath

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KCWKNARF , da du eine vorgefasste Meinung hast , bei der alles Deutsche schlecht ist ,
kann man sich mit dir auch schlecht auseinander setzen .
Du glaubst also ernsthaft , daß im Falle eines Falles , du bei deiner Thai-Fam. sicherer aufgehoben bist ,
als bei deiner deutschen Familie .
Wenn das so ist , dann ist es richtig , daß du nach Th. bist .
Ich habe eine klasse deutsche Familie , die ich mein Leben lang ( 69 ) kenne und weiß daher ,
daß zB mein Schwager voll vertrauenswürdig ist .
Daher habe ich meinem Schwager eine Pflegschaft-Vollmacht ausgestellt und vertraue ihm voll .
Nie käme ich auf die Idee , der Familie meiner Frau , die ich erst seit 3 Jahre kenne , das gleiche
Vertrauen entgegen zu bringen .
Jeder muß nun einmal selbst entscheiden und ist seines Glückes Schmied .
Wir , meine Frau und ich leben hier in einem schönen eigenen Haus , wir haben ein Einkommen
das gut zum Leben reicht , haben keine Probleme mit Behörden und jährlich die Fam. meiner Frau besuchen .
Also , warum soll ich nach Thailand " flüchten " .

Sombath
 
kcwknarf

kcwknarf

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Du glaubst also ernsthaft , daß im Falle eines Falles , du bei deiner Thai-Fam. sicherer aufgehoben bist ,
als bei deiner deutschen Familie .
Ich spreche von deutschen Heimen und nicht von Familie. Meine Familie ist inzwischen praktisch komplett nach Thailand nachgezogen. Auch viele gute Freunde haben schon angekündigt, zu folgen - spätestens im Rentenalter.
D.h. also ich habe ohnehin niemanden mehr, wenn ich ggf. pflegebedürftig wäre. Und meine Tochter wird kaum dorthin ziehen wollen. D.h. ich müsste dann in Deutschland ja in einem Heim leben! Privatpflege ist ja dort nicht bezahlbar - höchstens illegal.

Natürlich sieht es anders aus, wenn - wie in deinem Fall - die Familie in Deutschland ist (und bleiben will) und ein gutes Vertrauensverhältnis besteht.

In Thailand müsste ich nicht in ein Heim. Meine Familie (nebst Schwägerinnen und Familie) wird sich rührend um mich kümmern. Und selbst wenn, wäre das in Thailand keine Katastrophe, da das Servicepersonal ja wegen der buddhistischen Grundhaltung bezahlbar ist und ehrliche Pflege anbietet. Das gibt es ja in Deutschland nicht. Und wie oben angesprochen kann es sie ja auch nicht geben, da die Pflegekräfte völlig überlastet sind.

Schließlich verlangen sie ja ordentliches Gehalt (da sie ja nicht wegen ihres Karmas arbeiten wie die Thais), die eben kein Kunde oder deren Versicherung zahlen kann. Daher kann eben ein Pflegesystem in Deutschland nicht funktionieren. Es sei denn, man ist reich.
Aber die Sozis wollen es ja aus Gerechtigkeitsgründen allen anbieten. Ist zwar nobel und prinzipiell zu begrüsssen, aber eben völlig unrealistisch. Und das muss man eben erkennen, bevor es zu spät ist.

Daher gibt es nur 3 vernünftige Alternativen:
1. sehr reich werden und sein Geld vor Steinbrück im Ausland verstecken, so dass man sich private Pflege (notfalls illegal) leisten kann
2. seinen Lebensabend in Thailand oder anderen serviceorientierten, möglichst buddhistischen und günstigen Staaten verbringen
3. auf seine Familie in Deutschland vertrauen, die sich nichht zu sehr dem Staat anbiedern und daher die Zeit und das Geld haben, sich um ihre älteren Angehörigen zu kümmern.

Wenn bei dir Punkt 3 zutrifft, dann Glückwunsch. Bei mir würde das eben nicht hinhauen und bei vielen anderen sicherlich auch nicht.
 
Dune

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Im Moment lese ich erstaunt und irritiert den Thread... es ist, wie es ist... Schwarze Schafe gibt es überall und das in der ganzen Welt. Ich sehe, dass man Angst hat selber in die Situation zu kommen und irgendwann mal Bewohner eines Heimes werden zu müssen. Trotzdem muss ich sagen, dass es auch hier in Deutschland gute Heime gibt. Tatsächlich kenne ich mehrere Menschen, die in diesen Heimen arbeiten und alte Menschen pflegen. Was ich sehe und höre, kann ich nicht mit einigen vorbeschriebenen Horrorszenarien gleichsetzen. Zudem aus der Pflege im klinischen Alltag, ist die Versorgung doch tendenziell noch eher steigend in der Qualität im Vergleich zu den 90igern.
 
kcwknarf

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Schwarze Schafe gibt es überall und das in der ganzen Welt.
Wenn es nur einzelne schwarze Schafe wären.
Ich bin bestimmt nicht voreingenommen gewesen, weil ich eben - wie viele davon ausging - dass es ein einem deutschen Heim - allein schon wegen der sozialen Kontakte - recht angenehm sein müsste. Doch wenn man dann NUR erschreckende Erfahrungen macht, dann glaubt man nicht mehr an ein paar schwarze Schafe. Und dann weiß man, dass so manche TV-Berichte mit versteckter Kamera oder auch kritische Berichte in diversen Zeitungen und Internet (die ja teilweise untersagt werden sollten, z.B. unabhängige Bewertungsportale), durchaus ihre Berechtigung haben.

Trotzdem muss ich sagen, dass es auch hier in Deutschland gute Heime gibt.
Die wird es bestimmt geben. Vom Hörensagen weiß ich z.B. dass das Elb-Heim in Hamburg gut sein soll. Da hofieren dann die ganzen Promi-Rentner. Nur kosten die dann eben 5000,- EUR aufwärts im Monat, damit eine höhere Pfleger-Dichte möglich wird.
Daher sage ich ja: wer Geld hat, kann sicherlich auch in Deutschland auf eine gute Pflege hoffen. Könnte ich vermutlich auch - denoch kommt sie ebstimmt nicht an eine Pflege in Thailand ran. Warum sollte ich also 3000 EUR mehr ausgeben für schlechtere Qualität?

Tatsächlich kenne ich mehrere Menschen, die in diesen Heimen arbeiten und alte Menschen pflegen. Was ich sehe und höre, kann ich nicht mit einigen vorbeschriebenen Horrorszenarien gleichsetzen.
Das Horrorszenario meinerseits betrifft ganz bestimmt nicht die Pfleger persönlich. Da gibt es einige wunderbare Menschen drunter, die wirklich mit Herz bei der Sache sind. Doch gerade die sind ja selbst enttäuscht und kritisieren unter der Hand viele Dinge, die ihnen die Arbeit vermiesen. Es ist halt das gesamte System, das nicht funktionieren kann. Wenn z.B. in häuslicher Pflege jede Tat nach Minuten exakt begrenzt wird (z.B. Baden 5 Minuten) und der Verwaltungsakt mehr Zeit beansprucht als die Pflege an sich oder ein Pfleger auf seinem Fahrrad sein Mittagessen einnehmen muss, weil zwischen Endzeit bei einem Kunden und der Startzeit beim nächsten Kunden genau 0 Minuten liegen, dann läuft eben etwas gewaltig schief.
Es ist fast schon verständlich, dass dann einige Pfleger ihren Frust an den Gästen auslassen. Ich wäre auch total enttäuscht.
In Krankenhäusern ist es ja ähnlich. Und das Schlimme ist halt, dass es keine Lösung gibt aufgrund der Gesetzgebungen und der Sozialpolitik im Allgemeinen.

Wenn es funktionieren würde, dass sich jeder Pflege leisten könnte (auch indirekt über Sozialsystem), dann hätte auch jeder Haushalt eine Haushaltshilfe, die ständig zur Verfügung stehen würde und einen Butler oder Chauffeur. Ist doch logisch. Und dann ist eben nicht realistisch. Denn wer würde dann noch Butler werden, wenn er sich selbst einen erlauben könnte? SO ist es eben auch mit der Pflege. Wer würde noch Pfleger werden, wenn er selbst solche Dienstleistungen in Anspruch nehmen könnte?

Ein Pflegessystem kann also in einem Staat, in dem versucht wird, Lohn-Gerechtigkeit zu erreichen und Mindestlöhne eingeführt werden, absolut nicht funktionieren. Das ist so, wie wenn man versuchen würde, dass 1+1=3 ist. Das geht eben nur, wenn Menschen bereit sind, für wenig Geld gute Leistungen zu bringen. Also dort, wo die Kluft zwischen arm und reich, ggf. auch regional oder vom Alter her, groß genug ist. Oder eben in einer Gesellschaft, wo man selbst nicht nur Wert auf Geld legt, sondern wo auch andere Werte zählen, die einem selbst auch viel bringen. Und da ist das buddhistische Prinzip natürlich sehr gut für geeignet. Denn gutes Karma ist ja unbezahlbar. Doch das zählt ja in Deutschland nicht so viel. That's the reason....


Zudem aus der Pflege im klinischen Alltag, ist die Versorgung doch tendenziell noch eher steigend in der Qualität im Vergleich zu den 90igern.
Das mag durchaus sein. Doch vergleich das mal mit der Pflege in asiatischen Ländern (nicht nur Thailand). Da liegen noch Welten zwischen. Und das bleibt auch so - aus oben angegebenen Gründen.
 
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sombath

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Meist du das Augustinum an der Elbe ?

Sombath
 
Dune

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@knarf, Du hast recht, dass das System in sich hakt und klemmt, aber das sind Fakten, wo die Politik hier Gesundheitspolitik reagieren muss. Natürlich müssen wir als Personal von Kliniken& Co. die Defizite benennen und das einfordern, was die Arbeit besser und zumutbar macht.
Es gibt mit Sicherheit bessere Systeme... obwohl mir hier in Europa, auch USA etc. es alles vom Geld abhängig gemacht wird, wie gut und sorgsam jemand behandelt wird. Trotzdem sehe ich viele engagierte Personen in der Pflege, welche sich vorbildlich kümmern.
Sollte sich jemand gegen das System der Heimat entscheiden, dann steht ihm das frei, aber viele bleiben hier, weil es ihre gewohnte und vertraute Umgebung ist.

@DisainaM... schönes Photo, aber nicht Realität. Es werden nicht solche Sicherungssysteme benutzt.
 
Dune

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Wenn ich den Thread lese, wird mir klar, dass die Angst vor dem Alter gross ist. Zudem Krankheiten kommen könnten, die jemanden schon in die Situation bringen könnten, in einem Seniorenheim zu leben. Natürlich wird die Angst verstärkt, dass man evtl. der Willkür einer pflegenden Person ausgesetzt ist, wenn man so manche Geschichte in der Presse liest. Deshalb ist es gut so, wenn darüber gesprochen wird. Es ist gut so, dass es Vorstände in Kliniken und Heimen gibt, die den Politikern ganz klar signalisieren, wir brauchen das und das, damit der uns anvertraute Mensch sich wohlfühlt. Bisher sehe ich, wir, auch hier in Deutschland sind auf einem guten Weg. Ich denke, nein ich weiß, es hat sich vieles gebessert und wir arbeiten daran den Standard zu halten, aber ihn eher noch zu verbessern.
 
Chumpae

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Chumpae
Dune, bei der ganzen bisherigen Diskussion fällt mir auf, daß es hier 2 Schwerpunkte gibt:
- die Pflege von Personen privat oder auch in diversen Einrichtungen
- die Betreuung von Personen die sowohl privat, als auch in div. Einrichtungen leben.

Zum ersten Anstrich könnte ich die Hand ins Feuer legen für die Mehrheit der Familienmitglieder oder des Krankenhaus-bzw. Heimpersonals, obwohl es auch da die berühmten schwarzen Schafe geben wird.

Für mich liegt eindeutig der Schwerpunkt meiner Kritik an den Betreuungsvereinen, die gemeinsam mit Amts.-bzw. Vormundschaftsgerichten und KK an den Angehörigen vorbei sich um die "Belange "alter Menschen "kümmern". Diese sind nicht mit der Körperpflege,der med. Versorgung, sowie der Verabreichung von Speisen und Getränken beschäftigt, sondern mit der Verwaltung und der Abarbeitung der täglich anfallenden Probleme der Bedürftigen beschäftigt.In Anerkennung des Faktes , daß durchaus auch Familienmitglieder sich nicht um ihre Verwandten in den Heimen kümmern wollen, bleibt aber immer noch der Sachverhalt,,daß man "betreuungsbereite"Familienangehörige kraft vermeintlicher Rechtstaatlichkeit von der Betreuung ihrer Angehörigen ausschließt und sie nur in den allerwenigsten Fällen integriert. Und dabei handelt es sich nicht um wenige sogenannte schwarze Schafe, sondern sowohl das Internet, als auch diverse Informationen in der Presse und im FS belegen das Gegenteil. Ich bekam meine Mutter erst dann wieder zurück, als sie verstorben war und ich die Betreuerin anfrug, wie sich das nun gestaltet mit der Beisetzung etc.Antwort per e-mail: Mit dem Tod des zu Betreuenden endet das Mandatsverhältnis des Betreuungsvereins. Und das Obwohl dieser in Besitz aller erf. persönlichen Unterlagen war , welche dann benötigt werden.
 
Dune

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Chumpae, schön ist, dass Du wieder zum eigentlichen Thema zurückkommst. Die Betreuung von Klienten scheint sehr oberflächlich, da gebe ich Dir recht, aber auch da liegt es sicherlich auch an der Bezahlung, da unter anderem Vorgaben gibt, wie oft er aktiv sein darf etc.. Ich befinde, dass das 'Fall machen' das Problem ist und wenig individuell auf den zu betreuenden geschaut wird. Das liegt aber an unserem sehr bürokratischen Staat, der somit in der Empathie schwächelt. Grundlegend sehe ich es ähnlich, es wäre gut, wenn es ein Anghöriger machen würde und damit besser die Bedürfnisse und Belange des Betreuten vertritt, weil er ihn kennt. Da treten oft Schwierigkeiten auf, wie der Beruf oder die eigene Familie usw., wobei Zeit dafür verloren geht und der Staat wenig bis keine Entlastung für den Betreuer schafft. Deshalb kommt es dann dazu, dass professionelle Betreuer ins Boot geholt werden, damit die eigene Belastung entfällt.

Wie man dem entgegenwirken kann, scheint schwierig, denn es ist beidseits oft eine grosse Unzufriedenheit.
 
Ban Bagau

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Es ist doch wohl so das Pflegedienste und Pflegeheime trefflich daran verdienen.
Weder kommt der Service durch die durchgestylte Betreuungspolitik und Gier der Dienste bei den Betroffenen noch bei den eigentlichen Pflegekräften in Form von adäquater Entlohnung an. Immer mehr Betreuungspersonen werden aus "wirtschaftlichkeit" einem Pflegebediensteten zugeordnet. Jeder kann mal im Kopf überschlagen was für Summen bei häuslicher Pflege von 5-6 Personen und in Pflegeheimen gar bis zu 15 Personen (Nachts über 30) aus reiner "Manpower" zusammenkommen und "erwirtschaftet werden. Bei fast Null Aufwandseinsatz. Denn sonstige Dienstleistungen, Arzteinsatz, Therapiemaßnahmen, sozial Komunitative Maßnahmen (Ausfüge ect.) werden gesondert abgerechnet bzw. müssen vom Betreuten von seinem "Taschengeld" (Witz ist schon die Bezeichnung für einen Pflegebedürftigen an sich und spiegelt die Abtragung der Mündigkeit wieder) selbst getragen werden. ...und ob die Kosten ist die 15 oder 20qm Wohnbuchte für 600-800 € im Monat, die sich meist noch mit einem Mitbewohner geteilt werden müssen angemessen sind, ist fraglich.

Eine osteuropäische Pflegekraft mit soliden Kenntnissen und Betreuungserfahrung kann Ihnen bereits ab nur 49,- Euro pro Tag zur Verfügung stehen - beziehungsweise nur 1.470,- Euro, gerechnet auf einen Zeitraum von einem Monat (30 Tage).
Preise fr Betreuung, Pflegekrfte unserer Pflegeagentur
(keine Werbung, erst bestes Googleergebnis)

  • Pflegestufe I = erheblich pflegebedürftige Personen, die bei Körperpflege, Ernährung oder Mobilität mindestens einmal täglich Hilfe benötigen (im Tagesschnitt mindestens 90 Minuten);
  • Pflegestufe II = schwer pflegebedürftige Personen, die mindestens dreimal zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen (im Tagesschnitt mindestens drei Stunden);
  • Pflegestufe III = schwerstpflegebedürftige Personen, die rund um die Uhr Hilfe benötigen (im Tagesschnitt mindestens fünf Stunden).



Ambulante Pflege

Stationäre Pflege

Pflegegeld bei häuslicher Pflege durch Angehörige (seit 01.01.12):
Pflegesachleistung für Pflegedienste teilstationär (seit 01.01.13):
Pflegestufe I: 235 Euro
Pflegestufe I: 450 Euro
Pflegestufe II: 440 Euro
Pflegestufe II: 1.100 Euro
Pflegestufe III: 700 Euro
Pflegestufe III: 1.550 Euro
Ergänzende Leistung bei erheblichem allgemeinen Betreuungsaufwand: maximal 2.400 Euro (jährlich)
Pflegesachleistung für Pflegedienste ambulant und teilstationär (seit 01.01.12):
Vollstationäre Pflege:
Pflegestufe I: 450 Euro
Pflegestufe I: 1.023 Euro
Pflegestufe II: 1.100 Euro
Pflegestufe II: 1.279 Euro
Pflegestufe III: 1.550 Euro.
Pflegestufe III: 1.550 Euro
Härtefälle können bis zu 1.918 Euro monatlich erhalten
Härtefälle: 1.918 Euro
Gefördert werden auch selbst organisierte, ambulant betreute Wohngruppen:
Maximal 2.500 Euro pro pflegebedürftigen Mitbewohner
bis zu einem Höchstbetrag von 10.000 Euro je Wohngruppe



Das sind die gesetzlich zugezahlten Pauschalbeiträge und nicht die effektiven Kosten die für Teilstationärer und Vollstationärer Unterbringung gezahlt werden müssen. Die Differenzen variieren je nach Pflegeheim, Region sowie Ost und West und müssen entweder als "zumutbare Belastungen" von den Angehörigen bei entsprechender Solvenz übernommen werden oder wiederum bis zu bestimmten Pauschalbeiträgen von den Sozialkassen.
 
DisainaM

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@DisainaM... schönes Photo, aber nicht Realität. Es werden nicht solche Sicherungssysteme benutzt.
Benutzt schon, allerdings bei unseren Eidgenössischen Membern in der Schweiz,
die deutsche Fixierung sieht mittlerweile bedeutent harmloser aus,
obgleich ebenso effektiv.
 
V

Volker M. aus HH.

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Nochmal, jede Fixierung ohne richterliche Anordnung stellt in Deutschland eine Straftat dar. Selbst erlebt, dass das Heimpersonal nicht mal das Bettgitter hochschieben wollte.

Bitte unterscheidet beim Begrif Betreuung zwischen der Leistung des Pflegepersonals und der Arbeit eines amtlich bestellten Betreuers.
Der Aufwand letzterens ist durchaus ueberschaubar, beinhaltet keinerlei Pflegeleistung und kann im Normalfall auch bei Vollzeit Berufstaetigkeit geleistet werden.
Das habe ich nicht aus irgendwelchen Medien, sondern einige Jahre selbst gemacht.
 
Dune

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@Volker, natürlich kann eine Sicherung nur durchgeführt werden, wenn ein Beschluss mittels Betreuer oder ein PKG eingeleitet wurde.
 
V

Volker M. aus HH.

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Wenn sich die Gesetzgebung in den letzten fuenf Jahren nicht geaendert hat, kann der Betreuer keine Fixierung anordnen.
Ich war amtlich bestellter Betreuer meiner Eltern.
So richtig, mit Beschluss vom Amtsgericht, Betreuerausweis, jaehrlichem Statusbericht usw..

Ansonsten decken sich meine Erfahrungen mit deiner Darstellung der Pflegesituation in Deutschland. Die Pflegekraefte sind durchweg bemueht, aber immer mehr in ein zeitliches Korsett gezwaengt.
Personal, dass die Bewohner gaengelt oder gar quaelt, ist die Ausnahme. Wer davon Kenntnis erhaelt, kann sich an die Qualitaetssicherung des Heimes wenden. Die werden das zwar nicht an die grosse Glocke haengen, aber mit Sicherheit fuer Abhilfe sorgen.

Uebrigens, wer gerne mal Urlaub machen moechte und das wegen eines Pflegefalls in der Familie nicht kann, der kann auch eine temporaere Unterbringung im Pflegeheim veranlassen.
 
Micha

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Die Pflegekraefte sind durchweg bemueht, aber immer mehr in ein zeitliches Korsett gezwaengt.
Hatte mal aus einer Radiosendung beiläufig aufgeschnappt, dass Deutschland verglichen mit allen anderen entwickelten Ländern die dünnste Personaldecke in Krankenhäusern aufzuweisen hätte. Ob es sich bei Pflegeheimen ähnlich verhält?
 
Thema:

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