Hallo zusammen,
anlaesslich des heutigen Datums mal ein kurzer Beitrag von mir zur Mauer.
Zunaechst erstmal die (fast) aktuellen Bilder dazu, denn sie entstanden bereits im Juli 2005.
Sorry fuer die schlechte Bildqualitaet des Panoramabildes, aber ich hatte damals nur meine kleine Knipse dabei und war etwas in Eile...
9. November 1989, um kurz vor 19:00 Uhr hat das SED-Politbueromitglied Guenter Schabowski verkuendet, das fuer alle Buerger der DDR eine ungehinderte Ausreise ueber alle Grenzuebergangsstellen moeglich sei.
Grenzuebergangsstellen gab es nicht allzuviele, gerade in Berlin.
Westberlin war vom Ostteil der Stadt durch einen mittlerweile fast skuril anmutenden "antifasistischen Schultzwall" getrennt, oder auch "Todesstreifen" genannt. Dort gab es Mienen, Selbstschussanlagen, die Mauer(n) natuerlich, und reichlich indoktrinierte und schiessbereite GrePo´s.
Als Beispiel will ich nun die Bernauer Strasse zeigen, eine der bekanntesten Strassen in Berlin. Fast jedeR kennt die schwarz-weiss Aufnahmen der alten Frau, die fliehen moechte. Oben von GrePo´s festgehalten, an ihren Fuessen zerren Westberliner, irgendwann stuerzt sie endlich in die Tiefe auf Westberliner Grund und Boden. Die Haeuserfront gehoerte damals zum Ostteil, der Buergersteig davor aber bereits zum Westen...
Dieser doppelt gepflasterte Streifen wie hier er in der Ackerstrasse zieht sich um ganz Westberlin, denn es war bis 1989 genau dort an dieser endlosen Stelle eingemauert.
Das Mahnmal an die Versoehnungkirche, die am 22. Januar 1985 gesprengt wurde, da sie mitten auf dem Todesstreifen stand. Weder fuer die Gemeindemitglieder des Westens noch des Ostens zugaenglich, war sie in den Augen der DDR ueberfluessig (und ein gefaehrliches Symbol), also weg damit. Die schoene Kirche wurde 1894 erbaut, und viele der Mitglieder der Gemeinde waren im Wedding zuhause, also in "Westberlin".
Im Bild sind links Westberliner Haeuser zu sehen, und der unveraenderte Fahrweg der GrePo. Im rechten Bildteil sind sind einige Ostberliner Haeuser zu erkennen. Bei denen fehlen jedoch die ersten Seitenfluegel und die Strassenhaueser, denn die wurden fuer den Todesstreifen weggesprengt.
Mittlerweile steht an der Stelle die Versoehnungskapelle, ein Lehmbau mit einer Umfassung aus Holz. Die Einfassung zeigt seht deutlich, was es heisst ´eingesperrt´ zu sein.
Hier kann man die eigentliche Kapelle in dem Kaefig besser erahnen. Man sollte als Berlin-Besucher mal reingehen, um die Wirkung zu erfassen.
An der Ecke Bernauer/Ackerstrasse gibt es ein Mahnmal, das an den Wahnsinn der Mauer erinnert.
Hier ein kleines Bild:
Wer es etwas groesser sehen will, kann
hier drauf klicken.
Um die Sache noch etwas deutlicher zu machen, weitere Bilder. Bernauer/Acker Strasse, die Mauer verlief natuerlich weiter entlang der Bernauer Strasse (unten im Bild).
Blick von Westberlin aus auf den Todesstreifen...
Blick von Ost- nach Westberlin, so wie ihn die Grenzpolizisten hatten.
Der Sand wurde taeglich geharkt, um frische Fussspuren von Grenzverletzern sofort erkennen zu koennen - wenn die Mutigen nicht eh erschossen wurden.
Ein Bild eines Modells in der Gedenkstaette, vom roten Punkt aus sind die Uebersichtsbilder gemacht worden. Links im Bild die alte Versoehnungskirche.
Chock dii, hello_farang
p.s: alle verkleinerten Bilder werden durch Draufklicken auf 650x487 pixel vergroessert.)