Bankenkrise auch hier?

Diskutiere Bankenkrise auch hier? im Sonstiges Forum im Bereich Diverses; Interessant zu lesen, daß Du weisst was er denkt. ;-) Ich denke, Oskar weiss, daß er ohne die Wahlmehrheit des Volkes seine Vorstellungen nicht...
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Paddy

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titiwas" said:
Kürzlich sagte Karl Marx bei einem Interview, welches mit ihm in der Hölle geführt wurde, auf die Frage:
„Was halten sie den heute von ihrem kommunistischen Manifest und ihrer Kritik zur politischen Ökonomie“.

Was soll ich heute davon halten? Ich wusste schon damals, das es nicht funktionieren kann. Aber ich dachte, laß es mich trotzdem probieren!

Und so ähnlich denkt auch Oskar.
Interessant zu lesen, daß Du weisst was er denkt. ;-)

Ich denke, Oskar weiss, daß er ohne die Wahlmehrheit des Volkes seine Vorstellungen nicht durchsetzen kann. ;-)

Nachdem ich heute Abend die Diskussionsrunde bei Anne Will und das Publikum registriert habe, stelle ich deutlich fest, der Glaube an das "weiter so" ist den meisten vergangen und nun fordern Politiker Regularien, die sich seit 7 Jahren fast ketzerisch gegen genau diese Forderungen gewehrt haben. Insbesondere im Zusammenhang mit einem Herrn Lafontaine. :gruebel:

Besonders witzig Karl-Heinz Grasser, ein österreichischer Finanz-Unternehmer und ehemaliger österreichischer Politiker (vormals FPÖ, seit 2003 ÖVP), war von Februar 2000 bis Jänner 2007 österreichischer Finanzminister.

Empört lehnte er eine staatliche Kontrollmöglichkeit bzw. Einsicht für/in Konten aller Art strikt ab. :frech:

Ich dachte immer,wir nennen dieses System Demokratie?
Warum sollen Hartz4 Empfänger allein gläserne Konten haben?

Sollte es etwa unterschiedliches Recht (Staatskontrolle) für Bundesbürger geben? Wo bleibt da der Verfassungsschutz? :lachen:

Zitate aus der Sendung ANNE WILL
Sendung am 05.10.2008, 21.45 Uhr:

Rudolf Dressler, Sozialpolitiker SPD:

"Er (Deutsche-Bank-Chef Ackermann) gehörte mit anderen zu denjenigen, die uns jahrelang die Privatisierung aller Lebensrisiken aufgeschwatzt haben. Und jetzt gehen genau diese Leute her und schreien nach dem Staat, den sie überall herausdrängen wollten, und schreien nach dem Steuerzahler zur Deckung ihrer eigenen Unzulänglichkeiten. Ja wo kämen wir denn da hin?"

"Die Politik hat die Finanzwirtschaft in den letzten Jahren gedeckt. Sie hat sie nicht kontrolliert und sie hat sie schon gar nicht am Portepee gefasst."

"Zehn Prozent in Deutschland sind Aktienbesitzer, und dafür machen wir um kurz vor 20 Uhr eine Werbesendung, die hat es in sich, und glorifizieren Dinge, die dort in der Börse in Frankfurt passieren. Und es wird suggeriert, als ob wenn der Kurs steigt, die Volkswirtschaft davon profitierte."

Karl-Heinz Grasser, Energie-Investmentgesellschaft:

"Zuallererst soll man jene schützen, die Schutz verdienen. Und ich bin sehr froh, dass die deutsche Bundesregierung das heute deklaratorisch gemacht hat und gesagt hat: ´Wir schützen die Sparer und ihre Einlagen und wir schützen nicht die Bankmanager´."

"Wenn in unseren Zeiten Manager heute in drei, vier Jahren das verdienen, was sie früher in einem ganzen Leben verdient haben, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass kurzfristige Gewinnmaximierung das Ziel ist."

Sven Giegold, Globalisierungskritiker ATTAC und B90/Die Grünen:

"Es ist leicht, jetzt über die Banker zu schimpfen, aber gleichzeitig muss man sagen, dass es Politiker waren, die diese Art von Deregulierung möglich gemacht haben und damit diese Krise in dieser Form."

"Wenn es jetzt ein Freikaufen dieser Banken gibt, dann muss das geschehen mit einer strengen Regulierung dieses Sektors. (...) Wenn der Staat jetzt eine Bank rauskauft, dann muss das gegen eine Gegenleistung gehen."

Michael Glos, Bundeswirtschaftsminister CDU:

"Die großen privaten Banken haben zum Teil selbst Liquiditätsschwierigkeiten durch diese schwierige Situation. Bei uns im Land ist das Gute, dass wir ein dreigliedriges Bankensystem haben. Dass wir Sparkassen haben - die allermeisten sind davon in Ordnung, die kleinen Genossenschaftsbanken sind in Ordnung, und deswegen muss bei uns im Land die Angst nicht so groß sein, wie sie in anderen Ländern ist."

"Die Bank-Manager müssen für Fehlverhalten persönlich einstehen. Alle, die sich in Bezug auf anderer Leute Geld grob fahrlässig verhalten, die gehören zur Rechenschaft gezogen."


"Nach meinem Dafürhalten sind wir in der schwierigsten Finanzkrise seit 50 Jahren."

"Es hat nur einen Sinn, wenn wir international zu einer Regulierung kommen, weil sonst das Geld einfach woanders hingeht."


Gerd Häusler, Ehemaliger Bankvorstand und Berater eines Finanzinvestors:

"Die heutige Garantie der Bundesregierung für die Spareinlagen und für die Giroeinlagen der breiten Schichten der Bevölkerung gibt nun auch die Gelegenheit, mit denen, die in der Hypo Real Estate für diese Lage Verantwortung tragen, endlich einmal auch in der gebührenden Härte umzuspringen."

"Dies war eine Krise mit Ansage. Solche Banken, die ein Geschäftsmodell haben, das auf den Interbankenmarkt als Refinanzierung aufbaut, konnten sich seit Wochen und Monaten darauf einstellen, dass dies so kommen würde."

"Wir müssen uns klar machen, dass dies keine deutsche Krise ist. Die ist von den USA gekommen."

"Ich bin persönlich der Meinung, dass Alan Greenspan einer der schlechtesten Notenbankpräsidenten aller Zeiten war."

http://daserste.ndr.de/annewill/archiv/zitate130.html

Das war natürlich nicht alles. Anderes fand ich noch viel interessanter. Man hörte es mit Staunen. :respekt:
 
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antibes

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Der Greenspan konnte seine Prioritäten sehr gut setzen. Der war der Diener mehrerer Herren.
 
phi mee

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Was mir so die Zornesröte ins Gesicht steigen lässt, war heute morgen eine Aussage die im Radio gefallen ist.

Die Bundesregierung verlangt die Entlassung der verantwortlichen HRE Manager aus ihren Ämtern. Sie fallen allerdings in ein relativ weiches Polster, in Form einer sofortigen monatlichen Rente von 50.000 €.

Da fällt mir doch der Kitt aus der Brille! :zorn:

Wenn denen halt lt. Vertrag 50.000 Euronen im Moant zustehen, ok. Dann diese Herrschaften aber für den verursachten Schaden strafrechtlich verfolgen, die Gelder einfrieren, und diese bis auf das Existensminimum, das jedem zusteht, einziehen. So würde es auch jedem Normalbürger mit einem hohem Schuldenberg gehen.

Ist zwar auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber mir fehlt jedes Verständnis, dass diese Drecksäcke sich noch gemütlich mit der Kohle zurücklehnen können. Meines Erachtens sind diese Herren als Staatsfeinde einzustufen!



:wink: phi mee
 
wingman

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Diese Herren kommen mit einer unvermuteten Arroganz daher und gehen trotz ihrer Unfähigkeit auch noch mit Abfindungen und dicken Pensionen heim.
Da hat Member Phi Mee schon recht das sie für ihren Bockmist haften sollten.
980,- Euro ist das Existenzminimum sollten die A....geigen noch in Arbeit sein.
Nicht einen Cent für die Rettung irgendeiner Pleitegeierbank, jedenfalls nicht vom Staatshaushalt.
 
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JosefS

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***Nicht einen Cent für die Rettung irgendeiner Pleitegeierbank, jedenfalls nicht vom Staatshaushalt.***

Das ist erst der Anfang eine globalen Umstrukturierung, die nicht nur die Finanzinstitute betrifft. Der Ansatz ist schon mal in die richtige Richtung. Alle faulen Kredite raus. Die Schweizer Banken haben es vorgemacht, allen voran die UBS. Die schreiben, nach einem zweistelligen Milliardenverlust, für das letzte Quartal bereits wieder schwarze Zahlen.

Sparen ist angesagt! Investieren nur noch in reale Werte und die faulen Eier rigoros ausmerzen. Vor allem muss jetzt endlich mit den schmarozenden, staatschädigenden Langzeitarbeitslosen aufgeräumt werden. Raus auf die Strasse und die Naturgesetze wirken lassen. Die Schwachen gehen ein, die Starken überleben und tragen wieder ihren Anteil am Bruttosozialprodukt bei.

Josef
 
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petpet

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wingman" said:
Nicht einen Cent für die Rettung irgendeiner Pleitegeierbank, jedenfalls nicht vom Staatshaushalt.
Es lässt sich ziemlich leicht eine wirtschaftliche Katastrophe verkraften, wenn man selber dabei nichts zu verlieren hat. Es gibt aber Menschen, denen dürfte es nicht ganz so egal sein wenn ihr hart erspartes mit der Währung untergeht.
 
Thaiman

Thaiman

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Lamai" said:
wobei ich mal zu behaupten wage, dass es richtige Armut in Deutschland nicht gibt.
Du solltest mit dieser Aussage in die Politik gehen, oder aber mit offenen Augen durch unser Land gehen. :ohoh:
 
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Paddy

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Die Börsen haben kein Vertrauen in die bisherigen Rettungspakete der Regierungen. Besonders Bankentitel brechen stark ein - weltweit. Davon hängen aber auch Wirtschaftstitel ab.

Mit über 10000 Milliarden Euro steckt die BRD bereits drin und es reicht offensichtlich nicht.

Nun arbeitet man an Plan B.

Die Grundgesetzänderung, um Bundeswehr im Inneren einsetzen zu können, ist auch schon klar. - Ja, ja, die bösen Terroristen.

Tatsächlich sitzen sie längst in Wirtschaft und Politik.

Herr lass Hirn regnen.

Selbst in der Rubrik Dax Gewinner stehen inzwischen Unternehmen mit - 3 % - ALLE rot!
 
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Paddy

Gast
Thaiman" said:
Lamai" said:
wobei ich mal zu behaupten wage, dass es richtige Armut in Deutschland nicht gibt.
Du solltest mit dieser Aussage in die Politik gehen, oder aber mit offenen Augen durch unser Land gehen. :ohoh:
Am besten gleich wieder ins Bett. :lachen:
 
wingman

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@petpet, ich wäre kaum so naiv einer bank zu vertrauen. bevor ich geld mit einer aktie verheize, investiere ich lieber in unser späteres heim in thailand.
 
Joerg_N

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wingman" said:
@petpet, ich wäre kaum so naiv einer bank zu vertrauen. bevor ich geld mit einer aktie verheize, investiere ich lieber in unser späteres heim in thailand.
also Investmentfonds ;-D
 
Conrad

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Paddy" said:
Thaiman" said:
Lamai" said:
wobei ich mal zu behaupten wage, dass es richtige Armut in Deutschland nicht gibt.
Du solltest mit dieser Aussage in die Politik gehen, oder aber mit offenen Augen durch unser Land gehen. :ohoh:
Am besten gleich wieder ins Bett. :lachen:
Aha, die Nitty-Sozialexperten :lachen:
 
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petpet

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wingman" said:
@petpet, ich wäre kaum so naiv einer bank zu vertrauen. bevor ich geld mit einer aktie verheize, investiere ich lieber in unser späteres heim in thailand.
Darum geht es auch nicht. Es gibt genug Menschen in BRD, die haben ihr Lebe lang gespart und geackert und nie auch nur eine Spekulation mit ihren Mücken gewagt. Wenn die durch den Zusammenbruch von HR ihr Geld auf irgendeine Weise verlieren, dann finde ich es durchaus gerechtfertigt, wenn HR solange gerettet wird, bis über ein weiteres Vorgehen mit derartigen Bankengruppen nachgedacht werden kann.
Hier auch ein guter Kommentar zu dem Thema: http://www.handelsblatt.com/schlagzeilen-rss/_b=2056104,_p=210,_t=ticker
Menschen die so kurz und egoistisch denken wie Du, sind um keinen Deut besser wie die Menschen, die Renditeversprechungen von über 10 % nachjagen und blind-gierig ins offene Messer rennen.
 
Samuianer

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Lamai" said:
Paddy" said:
Thaiman" said:
Lamai" said:
wobei ich mal zu behaupten wage, dass es richtige Armut in Deutschland nicht gibt.
Du solltest mit dieser Aussage in die Politik gehen, oder aber mit offenen Augen durch unser Land gehen. :ohoh:
Am besten gleich wieder ins Bett. :lachen:
Aha, die Nitty-Sozialexperten :lachen:

Sozialanalysen vom warmen Bett im Eigenheim aus, mit Goldanteilscheinen im Bankschliessfach! :lachen:
 
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Paddy

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Rettungspaket

Steinbrück will Risikoschirm für gesamte Finanzbranche

Gerade erst ist das Rettungspaket für den Münchener Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate geschnürt, da fordert Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bereits einen Risikoschirm für die gesamte Finanzbranche. Dass das bisherige HRE-Management im Amt bleibt, hält nicht nur Steinbrück für undenkbar.

HB BERLIN. „Wir müssen jetzt versuchen, über eine singuläre Lösung bei Hypo Real Estate in Deutschland insgesamt einen Schirm zu spannen, damit wir nicht von einem Fall zu dem anderen Fall geraten“, sagte Steinbrück am Montag im Deutschlandfunk. Es dürfe aber auch kein neuer Fall herbeigeredet werden, betonte der Minister.

Die Bundesregierung arbeitet demnach an Überlegungen für eine breitere Lösung der Krise in der Bankenbranche. Frankreichs Idee eines europäischen Auffang-Fonds lehnte Steinbrück aber ab. Derzeit werde über einen „Plan B“ gesprochen. „Dieser wird aber nicht eine europäische Absicherung sein.“ Steinbrück sagte weiter: „Wir wollen das Verfahren bestimmen, wir wollen nicht abhängig sein von einer Bürokratie.“ Zu Details wollte er sich zunächst nicht äußern.

Zugleich forderte Steinbrück eine Ablösung der HRE-Führung. Er halte es für undenkbar, dass das Management nun weiter mache. Auch Banken seien dagegen. Die Banken hatten bei der Sitzung am Sonntag Verhandlungskreisen zufolge als Bedingung für weitere Hilfen den Rücktritt Funkes und des Aufsichtsratsvorsitzenden Kurt Viermetz gefordert. Auch Unionsfraktionschef Volker Kauder hat die Entlassung der Manager der angeschlagenen HRE verlangt. Es werde „höchste Eisenbahn, dass das Management der Hypo Real Estate in die Wüste geschickt wird“ – und zwar möglichst ohne „Goldenen Handschlag“, sagte Kauder am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Warum inzwischen aus dem 35- ein 50-Milliarden-Euro-Loch geworden sei, habe auch er nicht in Erfahrung bringen können.

Damit hat der HRE-Chef Funke seinen Kredit in Politik und Finanzbranche weitgehend verspielt. Falls die angeschlagene Bank die aktuelle Krise überleben sollte, wird sie voraussichtlich eine neue Führung bekommen. „Die Politik fordert Köpfe“, hieß es am Sonntag in Finanzkreisen. Es sei der Öffentlichkeit nicht zu vermitteln, dass eine Bank zwar auf Garantien aus Steuergeldern hoffe, gleichzeitig aber die Verantwortlichen der Misere weiter im Amt blieben. Auch in der Finanzbranche wurde der Ruf nach personellen Konsequenzen lauter. Daher wurde auf Seiten mehrerer Beteiligter damit gerechnet, dass Funke die Bank verlassen wird. Unklar war noch, ob er bereits im Rahmen einer Rettungslösung seinen Hut nimmt oder eine gewisse Schamfrist gewahrt wird.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag erklärte, trotz der Ungereimtheiten könne man ein Institut nicht einfach an die Wand fahren lassen. Denn an HRE hingen andere Institute und Absicherungen. „Man kann nur hoffen, dass es keine weiteren Fälle gibt“, sagte Kauder. Auszuschließen sei es aber nicht.

Am Sonntag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Staatsgarantie für alle private Sparanlagen gegeben. „Man muss sich über private Einlagen keine Sorgen machen“, erklärte der CDU-Politiker.

Auch Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn verlangt einen Wechsel an der Bankspitze: „Die HRE hat offenbar nicht alle Fakten zum tatsächlichen Ausmaß der Krise auf den Tisch gelegt. Das Vertrauen in Vorstandschef Funke ist zerstört“, wird Kuhn zitiert. „Wenn der Bund Garantien für HRE gibt, muss er im Gegenzug Anteile übernehmen und die Abwicklung der Bank auch personell kontrollieren können.“

Funke gilt als einer der besten Immobilienexperten in Deutschland. Bisher hatte ihn daher vor allem der Großaktionär JC Flowers, der 25 Prozent der Anteile an HRE hält, trotz der Existenzkrise unterstützt. Der Rückhalt aber geriet angesichts des wachsenden öffentlichen Drucks ins Wanken. „Flowers sieht das pragmatisch“, hieß es gestern in Finanzkreisen. Es sei aber zweifelhaft, ob ein Austausch an der Führungsspitze mehr als nur symbolischen Charakter habe. Schließlich gebe es wenige Kandidaten, die sich für das Himmelfahrtskommando anbieten. Im aktuellen Vorstand habe niemand das Format.

Bisher hatte der 53-Jährige alle Stürme an der Spitze des angeschlagenen Immobilienfinanzierers überstanden. Schon Anfang des Jahres geriet er in die Kritik, als die Hypo Real Estate überraschend hohe Belastungen aus der Kreditkrise bekanntgab und der Kurs dramatisch abschmierte. Funke war sich keines Fehlers bewusst.

In der aktuellen Krise werden ihm verschiedene Vorwürfe gemacht. So machte Funke für den drohenden Zusammenbruch nur die Kreditkrise verantwortlich. Gleichzeitig mussten aber der für die Staatsfinanzierung zuständige Hypo-Real-Estate-Vorstand Bo Heide-Ottosen und Depfa-Chef Paul Leatherdale ihren Hut nehmen. Das spricht dafür, dass Management-Fehler gemacht wurden. Dann aber müsste auch Funke als oberster Verantwortlicher geradestehen. Zudem hatte er den Kauf der Depfa eingefädelt, der den Konzern nun ins Trudeln brachte.

Zu guter Letzt konnte Funke auch noch seine Zusage nicht halten, dass mit Hilfe der 35-Mrd-Bürgschaft die Refinanzierung bis Ende 2009 gesichert ist – wie auch immer es zu dem erhöhten Liquiditätsbedarf kam. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte jedenfalls gestern, dass diejenigen, die unverantwortliche Geschäfte gemacht hätten, zur Verantwortung gezogen würden. „Dafür wird die Bundesregierung sorgen. Das sind wir auch den Steuerzahlern schuldig.“

http://www.handelsblatt.com/politik...sikoschirm-fuer-gesamte-finanzbranche;2056046
 
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Paddy

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Kolumne von Raimund Brichta, Moderator und Börsenexperte von n-tv

Liebe Angela Merkel!


Die Finanzkrise hält Sie und Ihre Experten ganz schön in Atem. In Anbetracht der ernsten Lage möchte ich Ihnen heute einen Vorschlag machen, der über die kurzfristige Lösung der aktuellen Probleme weit hinausgeht. Denn egal, was Ihnen Ihre Experten auch raten, mit all ihren Ideen können nur die SYMPTOME behandelt werden und nicht die URSACHE.

Der Volksmund sagt, ein Problem müsse man an der Wurzel packen. Und das trifft es sehr genau. Wenn Ihre Topfpflanze trockene Blätter bekommt, nutzt es wenig, die Symptome zu bekämpfen und jedes Blatt einzeln zu befeuchten. Stattdessen gießen Sie an der Wurzel. Genau das sollten Sie auch in diesem Fall tun. Zugegeben: An den Blättern Ihrer Pflanze ist das Grundübel um ein Vielfaches einfacher zu erkennen und zu beheben als an den Symptomen, die Sie zurzeit in der Finanzwelt beobachten können. Trotzdem muss die Vorgehensweise die gleiche sein, nämlich der Sache auf den Grund zu gehen.

Gerade Sie als Physikerin dürften dies gewohnt sein. Unzählige Erfindungen wären nie gemacht worden, wenn nicht intelligente Menschen den Dingen auf den Grund gegangen wären. Diese Leute haben zum Beispiel darüber nachgedacht, wie Licht oder Wärme entstehen und welche Eigenschaften sie haben. Haben Sie sich, liebe Frau Merkel, aber schon einmal gefragt, wie GELD entsteht und welche Eigenschaften es hat? Und wenn Sie sich diese Fragen - wie die große Mehrheit der Bevölkerung - noch nie gestellt haben, warum eigentlich nicht?

Gerade, wenn Sie Antworten auf diese Fragen suchen, kommen Sie nämlich der Wurzel des Übels ein gutes Stück näher. Nun sind Sie natürlich Physikerin und Politikerin und können nicht überall Expertin sein - das ist klar. Aber fragen Sie doch bitte einmal Ihre Fachleute - den Finanzminister zum Beispiel oder den Bundesbank-Präsidenten. Wissen diese Herren, wie es funktioniert? Und können sie es Ihnen auch erkläre n? Zur Vorbereitung auf das Gespräch können Sie sich schon einmal den Artikel "Beim Geld geht es um die Wurst" durchlesen (siehe Link unter meinem Bild), damit Sie den Herren dann auch die richtigen Fragen stellen können:

Darin erfahren Sie, dass unser Geld ausschließlich von Geschäftsbanken, Sparkassen und Notenbanken gemacht wird, indem diese Kredite vergeben. Das heißt, die gesamte umlaufende Menge an Geld hängt nur vom Volumen an existierenden Bankkrediten ab. Ohne Kredite gibt es kein Geld.

Sie können sich das wie zwei nebeneinander liegende Swimming-Pools vorstellen, die miteinander verbunden sind: in dem einen die Kredite, in dem anderen das Geld. Beide sind zunächst leer. Und erst, wenn in den einen Pool der ers te Kredit hineinkommt, fließt in den anderen automatisch die gleiche Summe an Geld. Wird dieser Kredit später getilgt, muss die gesamte Summe aus dem Geldpool wieder herausfließen. Aber dann wäre der Pool ja leer, und es wäre nichts mehr da, mit dem man sich beim Bäcker noch ein Brot kaufen könnte - oder eine Maschine beim Fabrikanten, um damit eine Brücke zu bauen.

Folglich müssen in den ersten Pool, den Kredit-Pool, immer wieder neue Schulden hineinkommen, damit im anderen Pool genügend Geld da ist, um sowohl die fälligen Kredite zu tilgen als auch gleichzeitig die Wirtschaft am Laufen zu halten (Brot, Maschinen etc.). Wenn nun besonders viele Kredite aufgenommen wurden, wie in den vergangenen Jahren, hat das zur Folge, dass auch wieder besonders viele neue Kredite aufgenommen werden müssen, wenn die alten fällig werden. Und das gleich gilt, wenn die neuen fällig werden und so weiter ….

Aber damit nicht genug, liebe Frau Merkel, denn Sie wissen ja, dass man für Kredite auch Zinsen zahlen muss. Das heißt, man muss insgesamt mehr zurückzahlen, als man aufgenommen hat. Manchmal - bei besonders langlaufenden Krediten - sogar mehr als das Doppelte. Wo soll aber das zusätzliche Geld herkommen? Klar, es kann nur aus zusätzlichen Bankkrediten stammen. Es muss also laufend neues Geld in Form von Bankschulden geschaffen werden. Und für die zusätzlichen Schulden müssen wieder Zinsen gezahlt werden, die noch mehr zusätzliche Kredite erfordern. Und so weiter und so fort...

Das hat zur Folge, dass die Mengen an zusätzlichem Geld und an zusätzlichen Schulden exponentiell wachsen müssen, um das System aufrecht zu erhalten. Was das bedeutet, können gerade Sie sich als Physikerin vermutlich gut vorstellen: Ein solches Wachstum kann nicht ewig fortgesetzt werden. Dieses System ist dazu verdammt, irgendwann in sich zusammenzubrechen, um dann wieder von "null" beginnen zu können. Anzeichen für den drohenden Zusammenbruch sehen wir jetzt. Und auch wenn sich der Zusammenbruch ein weiteres Mal verhindern lässt, wird damit nur der oben beschriebene Prozess wieder in Gang gesetzt, der unweigerlich in die nächste Krise führt.

Also lassen Sie sich bitte nicht von den Symptomen ablenken, sondern nehmen Sie die Ursache ins Visier: So, wie unser Geldsystem funktioniert, ist es nicht nachhaltig. Es kommt nicht aus ohne immer wiederkehrende Krisen oder gar Zusammenbrüche. Und selbst wenn die Zusammenbrüche nur in großen Abständen erfolgen, sind sie für die meisten Menschen, die jeweils zu diesen Zeiten leben, äußerst schmerzlich.

Das kann man als unvermeidlich hinnehmen, nichts tun und weiterhin nur an den Symptomen herumdoktern, sofern sie gerade auftreten. Man kann aber auch an der Wurzel ansetzen und sich darüber Gedanken machen, ob es bessere Alternativen gibt. Vielleicht bringt unser Forschungsdrang ja auch in dieser Hinsicht etwas Überlegenes zutage.

Deshalb schlage ich Ihnen vor, liebe Frau Merkel, Ihren langfristigen politischen Zielen für mehr Nachhaltigkeit (z.B. im Klimaschutz oder in der Energieversorgung) ein weiteres hinzuzufügen: das Ziel, ein nachhaltigeres Geldsystem zu schaffen. Vergeben Sie Forschungsaufträge und stellen Sie Expertengremien zusammen, die sich damit beschäftigen, wie unser Geld sicherer werden kann. Tun Sie bitte etwas, denn es gibt noch viel zu tun - über die aktuelle Symptombehandlung hinaus. [highlight=yellow:63a504fc71]Der Blick auf die Wurzel wurde bisher fast gar nicht geschärft, weil diejenigen, die das gegenwärtige System betreiben, auch prächtig daran verdienen.[/highlight:63a504fc71]

Ich freue mich auf eine Antwort und grüße Sie herzlich

Ihr Raimund Brichta

Quelle: http://www.teleboerse.de/1033237.html
 
Loso

Loso

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THE TIMES schreibt heute:
In Germany Angela Merkel, the Chancellor, [highlight=yellow:9d3c1fff42]buried any remaining semblance of a unified European response[/highlight:9d3c1fff42] by guaranteeing individuals’ deposits in an effort to avert a crisis of confidence in the nation’s banks.
Wahrscheinlich stehen dem Finanzplatz London erst noch die richtig schweren Einschläge bevor, die die Briten allein nicht schultern können. Aber es gibt ja auch Gewinner, wie heute die französiche PNB, die die Rest-Fortis übernimmt. Überhaupt scheinen die Grossen wie die Citibank nur in den Startlöchern zu stehen, nach Übernahme der Risiken durch die Regierungen den entscheidenden Konzentrationsprozess für sich zu entscheiden. Mir scheinen die Retttungspakete nur ein Pokern darum zu sein, wie billig man an die Konkurrenten und Marktanteile kommt.
 
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eletiomel

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Kolumne von Raimund Brichta, Moderator und Börsenexperte von n-tv
der gute man macht einen verständlichen denkfehler.

wasser hatt ein gewicht,eine dichte,eine molmasse.
der mensch geht beim geld von der ihm vertrauten physik aus.

geld basiert aber nicht auf physik,sondern auf psychologie.
es ist weitestgehend reine illusion.
diese illusion wird von den staaten benutzt um die bürger zu lenken.
wir brauchen dringend eine rezession,und diese wird nun inszeniert.
wir haben eine inszenierte krise die die bürger in das richtige verhalten lenkt,ohne das politiker das unangenehm nötige,den bürgern,erklären müssten und damit negative reaktionen für das zukünftige wahlverhalten befürchten zu müssen.

wir haben seit ein paar jahren schon explodierende rohstoffpreise.
unser wohlstand in den westlichen ländern hängt aber vom umtauschverhältniss waren zu rohstoffen ab.
bei hohen rohstofpreisen verlieren wir also wohlstand,und rohstofproduzierende länder gewinnen.

allen voran russland,was ja auch noch der letzte halbwegs verbliebene ernsthafte gegner der usa ist.
es ist kein zufall das russland mit seinem neuen reichtum wieder beginnt frech zu werden.

also her mit der rezession,runter mit den preisen für rohstoffe,die unruhestifter ala chavez werden wieder verstummen (abgewählt) etz.

nur das dumme volk braucht ein schauspiel,um weiter in seiner illusion von gut und gerecht leben zu können.
wäre ja noch schöner im bewustsein der eigenen ungerechtigkeit leben zu müssen.
 
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Paddy

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Montag, 6. Oktober 2008
US-Finanzkrise
Krisenticker

06.10.08

+++ Papst: "Wer auf Geld baut, baut auf Sand" +++

Die weltweite Finanzkrise zeigt nach Ansicht von Papst Benedikt VXI. die Vergänglichkeit von materiellen Dingen auf. "Mit dem Zusammenbrechen der großen Banken sehen wir jetzt, dass Geld verschwindet - es ist nichts", sagt Papst Benedikt. "Wer auch immer sein Leben auf dieser Realität aufbaut, auf materiellen Dingen, auf Erfolg, der baut sein Haus auf Sand." Nur das Wort Gottes könne das Fundament für ein richtiges Leben bilden, fügt der Pontifex hinzu.

http://www.n-tv.de/USFinanzkrise_Krisenticker/061020084412/1033399.html

Trittbrettfahrer unterwegs :nixweiss: :lachen:
 
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Wieso Tritbrettfahrer?
Blos weil ntv sich auch mal bemüsigt sieht darüber zu berichten?
Es hätten vielleicht ein paar früher hinhören sollen. :wai:
 
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