Mein Internet funktioniert wieder, es geht weiter...
Am nächsten Morgen stehen Noy und ich sehr früh auf und bringen Geld zu Tak in den Massagesalon, damit sie die Zimmermiete für den Monat zahlen kann. Der Massageladen und die anderen Geschäfte werden von den fliegenden Händlern bestens mit allem versorgt, was man an einem langen Arbeitstag so braucht. Ich hole mir einen sehr leckeren Eiskaffee für 10 B und ein Hähnchencurry für 20 B von den vorbeirollenden Essensständen. Der Teller bleibt einfach da, beim nächsten Mal nimmt ihn die Inhaberin der Garküchen-Ich-AG wieder mit, so einfach funktioniert das hier. Das Curry ist lecker gewürzt, aber das Fleisch ist zäh, für den Preis kann man keine Haute Cousine erwarten.
Tak ist ziemlich übermüdet, die hatte gestern einen Kunden nach dem anderen. Der Massageladen schließt um 2 Uhr nachts, sie hat gleich im Laden geschlafen, denn sie hat heute früh um 9 Uhr Putzdienst. Zwei Mitarbeiterinnen putzen von 9-11 Uhr, dann geht der Betrieb los, nicht etwa in Schichten, nein, jeder Frau arbeitet hier von morgens 11 Uhr bis nachts um 2 Uhr mit täglich zwei Stunden Pause.
Ich gehe mit Noy zurück zum Zimmer, packen. Lasse das meiste Gepäck, vor allem die Einkäufe, im Hotel zurück. Die lagern das im Hotel kostenlos für uns bis zur Rückkehr. Wir werden vom Malibu-Minibus pünktlich abgeholt, das Fahrzeug ist geräumig und komfortabel, aber der Innenraum ist nicht sauber. Wir wechseln den Platz ganz nach hinten, denn direkt hinter dem Fahrer ist der Boden voller Zigarettenasche, was Noy mehr stört als mich, denn sie reagiert äußerst empfindlich auf Zigarettenasche und -rauch.
Der Fahrer gibt ordentlich Gas und missachtet einige Verkehrsregeln, ohne wirklich riskant zu fahren. Er umfährt einige rote Ampeln mittels Linksabbiegen und Wenden oder drängelt sich auf der Rechtsabbiegerspur frech vor. Schließlich erreichen wir den Hafenort. Ich bezahle in einem Büro den Eintritt für den Nationalpark, 40 B für Noy und 200 B für mich. Zu Fuß geht es nach einiger Wartezeit weiter durch die Mittagshitze zum Pier und auf das mittelgroße Boot von Malibu.
Die Überfahrt ist sehr gemütlich. Das Boot bringt uns nicht auf dem kürzesten Weg zum nächsten Hafenort, sondern zu einer schönen Bucht auf der Inselmitte, ich glaube, es ist Ao Wongduan. Unser Boot macht in der Bucht fest. Da es keinen Pier gibt, müssen wir in ein flaches Boot umsteigen. Dieses fährt erst zum zweiten Malibu-Boot, um weitere Passagiere aufzunehmen, sodass es eng wird und ein wenig dauert. Sofort fangen einige besserwisserische Farang an zu meckern, die Thai wären "stupid" und sollten besser zwei mal fahren. Schließlich passen doch alle auf das flache Boot, es geht endlich an Land, und meine Füße bekommen die erste warme Berührung mit dem Meer.