"Im Land der Regenschirme" - Mekong-Flusskreuzfahrt in Laos
Im Land der Regenschirme - Reisen auf salzburg.com - Salzburger Nachrichten
Die mit über 800 Kilometern längste Flusskreuzfahrt
in Laos führt auf dem Mekong vom Goldenen Dreieck
bis zur Hauptstadt Vientiane
Schön und wild zeigt sich der mächtige Strom, gastfreundlich die Bewohner der Dschungeldörfer an seinen Ufern. Unvergesslich dann der Besuch der alten Königsstadt Luang Prabang mit ihren 32 buddhistischen Tempeln.
Ob im Marktflecken Pack Beng oder im alten Königssitz Luang Prabang, ob in der Hauptstadt Vientiane oder im winzigen Dörfchen Ban Don Men – überall ist der Schirm der große Renner. Bei praller Sonne oder bei Regenschauern sind die Fußgänger damit unterwegs. Auf dem Motorrad, dem Fahrrad und auf der Ladefläche der Pick-ups kann man ihn ebenso aufgespannt entdecken, wie mitunter sogar auf einem Elefantenrücken. Schließlich bezeichnen Humorvolle Laos auch als das Land der Millionen Regenschirme.
Rund um den Mekong, dem mit über 4000 Kilometern längsten Strom Südostasiens, gibt es viel Entdeckenswertes. Lernidee Erlebnisreisen aus Berlin hat eigens für die Flusstour zwischen Houay Xai nahe dem Goldenen Dreieck und der Hauptstadt Vientiane die im Kolonialstil gehaltenen Kreuzfahrtschiffe Mekong Explorer und Mekong Sun bauen lassen, die nun von einem deutsch-laotischen Unternehmen betrieben werden. Sie sind die ersten und einzigen Kabinenschiffe auf der über 800 Kilometer langen, soeben erschlossenen Route in Nordlaos.
Fast Expeditionscharakter hat die Reise. Da geht es durch Schluchten und enge Biegungen, durch Stromschnellen und über Sandbänke – Felsen im Fluss mitunter zum Anfassen nah. Starke Regenfälle in den Bergen lassen den Wasserstand innerhalb weniger Stunden um Meter ansteigen. Tonnenschwere Baumstämme treiben dann am Schiff vorbei. Schwerstarbeit für den 57-jährigen Kapitän Khampeth, der sich nur an Landmarken und seinem fotografischen Gedächtnis orientieren kann. Flusskarten sind unbekannt.
Jeder Landgang wird für die Touristen zum Erlebnis. Es werden Siedlungen aufgesucht, in die bisher kaum ein Ausländer seinen Fuß gesetzt hat. Während das „Empfangskomitee“ aus einer bunten Kinderschar am Ufer bereitsteht zum gegenseitigen Bestaunen, werden von der Besatzung erst einmal Stufen in das lehmige Ufer geschlagen, damit der Dorfbesuch am Rand des Dschungels, zum Beispiel in Ban Tha Noun, unbeschadet beginnen kann. Vorbei an Pfahlhütten aus Bambusgeflecht geht es zum Dorfplatz. Links der goldfarbene Tempel, betreut von einem älteren Mönch, rechts das blau gestrichene, hölzerne Häuschen, in dem die allgegenwärtigen Geister wohnen und durch vielfältige Gaben freundlich gestimmt werden, und an der Ecke der Tante-Emma-Laden, in dem es alles Notwendige zu kaufen gibt. 80 Familien leben in der Siedlung von der Holzwirtschaft, vom Fischfang und Gemüseanbau.
Der 38-jährige Kreuzfahrtchef Holger Schneck, seit einigen Jahren in Laos ansässig, überreicht Gastgeschenke an das Gemeindeoberhaupt: Schulhefte, Buntstifte, Spielsachen. Dann erkundigt er sich nach dem vom Reiseveranstalter Lernidee gepachteten Primärurwald, dessen ursprünglicher Baumbestand dadurch für die Nachwelt erhalten werden soll.
Doch die eigentliche Attraktion des Orts ist nirgends zu entdecken – die Arbeitselefanten. Das Dorfoberhaupt berichtet, dass sie einen Tagesmarsch entfernt Baumstämme aus dem Dschungel zum Mekong-Ufer schleppen. Kapitän Khampeth kann das nicht entmutigen. Mit scharfem Blick entdeckt er wenige Kilometer weiter ein Holzfällercamp, wo Elefanten akrobatisch Stämme auf Lastkähne hieven. Schnell wird das Programm geändert und an einer Sandbank Fotohalt gemacht. Rund 2000 Arbeitselefanten sind in Laos im Einsatz. Etwa 700 Tiere leben noch in freier Wildbahn. Einst wurde Laos als Land der eine Million Elefanten bezeichnet.
Die Stadt der Städte ist erreicht – Luang Prabang: ehemaliger Königssitz und seit 1995 Unesco-Weltkulturerbe. Den besten Überblick auf den auf einer Halbinsel zwischen Mekong und seinem Nebenfluss Nam Khan gelegenen 40.000-Einwohner-Ort und seine tropisch-grüne Umgebung bietet der schweißtreibende Aufstieg über 329 Stufen auf den Phou Si, den Schönen Berg. Wieder unten angekommen, ist alles per Fuß zu erkunden, was Luang Prabang so sehenswert macht: der ehemalige Königspalast – heute Nationalmuseum, die alten französischen Kolonialvillen, die hölzernen Stelzenhäuser, die Uferpromenaden und vor allem die noch erhaltenen 32 prachtvollen buddhistischen Tempel und Klöster.
Auf Frühaufsteher wartet in Luang Prabang ein besonderes Ereignis. Pünktlich um 5.30 Uhr kommt Bewegung in die Straßen der Altstadt. Frauen knien am Wegesrand. Sie halten Bambuskörbchen mit Klebereis und anderen Nahrungsmitteln in der Hand. Dann kommen um die 1000 Mönche und Novizen in ihren safranfarbenen Umhängen aus den Tempelanlagen. Barfüßig, kahl geschoren und still sind sie in langer Reihe zum täglichen Almosengang unterwegs, halten die Bettelschalen in der Hand.
Wohlgefällige Gaben sind es, für die es für den Spender keinen Dank gibt. Gegen Mittag wiederholt sich die Zeremonie, und das Essbedürfnis der Mönche ist bis zum nächsten Morgen gestillt.
Veranstalter: Lernidee bietet die 14-tägige Reise von
Thailand nach Laos mit 10-tägiger Flusskreuzfahrt auf der Mekong Explorer 2011 ab 3240 € an. Seetour Austria, Tel. 01/58800-9610,
Seetour Austria - Ihre Traumkreuzfahrt beginnt bei der Nummer 1.
Reiseliteratur: Lonely Planet „Laos“, 23,60 €; Dumont Richtig Reisen „Laos/Kambodscha“, 25,70 €; Stefan Loose Travel Handbuch „Laos“, 24,70 €; Nelles Guide „Kambodscha/ Laos“, 13,30 €; Nelles Map „Vietnam/Laos/Cambodia“, 8,10 €.
Beste Reisezeit ist von November bis April (Trockenzeit). Im Dezember und Jänner sind die Nächte kühl, in den Bergen wird es empfindlich kalt. Weniger günstig: Mai bis Oktober (Regenzeit).
Kleidung: Für die kühleren Monate sollte man neben der Sommerkleidung auch leichte Wollsachen mitnehmen. Während der übrigen Monate empfiehlt es sich, Kleidung aus atmungsaktiven, gut waschbaren Materialien mitzunehmen. Regenschutz ist immer erforderlich.