Noah" said:
Leute, die hier mit nichts zurecht gekommen sind, immer nur Schwierigkeiten hatten, sollten sich nicht einbilden, dass es dann im Ausland viel besser gelingt.
Das ist doch eine blödsinnige Verallgemeinerung.
Man muss doch unterscheiden, warum man auswandert und warum man unzufrieden ist. Sind es innere Faktoren, dann kann das stimmen. Ist man ein genereller Nörgler, dann wird man wohl in der Tat nirgendwo zurecht kommen.
Aber das sind doch sicherlich die allerwenigstens.
Zumeist gibt es äußerliche Gründe. Und das sind dann halt die Punkte, die tatsächlich in Deutschland schief laufen, ohne sie extra schlechtreden zu müssen.
1. Arbeitslose
Deutschland hat nun mal eine hohe Arbeitslosenzahl.
Und die Arbeitsagenturen sind halt unfähig. Zu meiner Zeit wurde sogar gesagt, dass man sich doch mal im Ausland bewerben solle. Es wird doch immer Flexibilität gefordert.
Länder wie Kanda suchen händeringend nach Leuten, die in Deutschland seit Jahren nichts bekommen.
Und warum sollten diese Menschen zurückkehren, wenn sie woanders gutes Geld verdienen?
Thailand zählt leider nicht unbedingt zu diesen Ländern, aber es gibt genügend andere.
2. Familie
Wenn Deutschland seinen Ehepartner nicht mehr reinlässt mangels Sprachkenntnissen, dann bleibt einem ja nichts anderes übrig, als auszuwandern. Entweder in ein Drittland oder in das Land des Ehepartners.
Wer ist hier Schuld? Der Bürger oder der deutsche Staat?
Außerdem kann es sein, dass der Ehepartner gerne weiterhin in seinem Heimatland leben möchte. Warum sollte es immer nur in Richtung Deutschland gehen? Und in einer guten Ehe wird man das dann gemeinsam schaukeln. Sehe ich also auch kein Problemfall.
3. Die Aufstrebenden
Die Verdienstmöglichkeiten in Deutschland sind gut, aber es geht natürlich noch besser, z.B. in der Schweiz. Warum sollte man also seine finanziellen Möglichkeiten nicht steigern. Und wer wird dann freiwillig zurück? Dann doch lieber als Rentner in ein Billigland.
4. Die Weltenbummler
Das sind die Abenteurer, die etwas von der Welt sehen wollen. Es reizt sie, mal woanders zu arbeiten. Mag sein, dass sie scheitern. Dann geht es halt in ein anderes Land usw. Ich kenne da persönlich ein Pärchen. Erst in Thailand eine Tauchschule versucht. Fehlschlag. Dann in Vietnam. Wieder nichts. Weiter gings auf die Malediven usw. Das war denen aber egal. Es reichte immer zum Leben und das viele Reisen und Neues Erleben machte ihnen einfach Freude. Das mag einigen als Scheitern aussehen. Ist es aber nicht.
5. Die Enttäuschten
Das sind die, die eigentlich einen guten Job haben, aber von ihren Mitmenschen, von Politikern usw. im eigenen Lande bitter enttäuscht sind. Wenn man sich hier nicht im Vorfeld über andere Länder informiert, kann natürlich auch woanders auf die Schnauze fallen. Aber in Deutschland wären sie wohl eingegangen.
6. Die Träumer
Viele Ideen. Kann richtig gut gehen, aber auch nicht. No risk no fun. Ich bewundere diese Gruppe.
7. Die Bäume
Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Das Heimweh packt einen. Herbst, Winter, Frühling... wer das braucht, sollte tatsächlich nicht auswandern. Aber das erkennt man halt erst spät. Man sollte ihnen das nicht vorwerfen.
Vielleicht gibt es noch andere Gruppen. Es ist falsch, alle über einen Kamm zu scheren.
Und wenn da Umfeld besser ist, kann man sehr wohl woanders besser klar kommen.
Noah" said:
Dem kann ich nur absolut zustimmen. In welchem Land der Welt gibt es denn keine negativen Dinge? DAS wäre doch dann das ultimative Land zum Auswandern.
Das kommt doch zumeist auf die persönliche Situation an. Ich sehe derzeit in Thailand z.B. fast gar nichts negatives. Zumal ich spüre, dass ich in Thailand willkommen bin.
Würde ich mit meiner Frau nach Deutschland ziehen, wäre sie nicht willkommen. Das ist der ganz große persönliche Unterschied.
Für manch andere ist Deutschland der perfekte Ort zum Leben, weil er halt genau in das gewünschte Schema passt. Aber wo und wie jemand leben will, soll doch wohl jeder selber entscheiden dürfen, oder nicht?