Servus,
ich setze mal hier den Versprochenen Nachweis der Versorgung von Ausländern über die Gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland rein. Das Westfalen-Blatt schrieb am 18. 7. 2003 Titel: "Ein Tabu - milliardenschwer"
"Nach einer Recherche des Westfalen-Blatts sind die Familienangehörigen eines in Deutschland lebenden Ausländers kostenlos in der GKV mitversichert Ganz unabhängig davon, ob dieser arbeitet, arbeitslos ist oder Sozialhilfe empfängt Das gilt auf der Basis zwischenstaatlicher Sozialversicherungsabkommen etwa mit der Türkei, Bosnien-Herzegowina, Marokko und Tunesien Verträge dieser Art wurden auch mit einer Reihe anderer Länder abgeschlossen Sinn und Zweck ist es, die Angehörigen der in Deutschland lebenden Ausländer mit den Angehörigen deutscher Versicherter gleichzustellen
Allerdings ist der Begriff "Angehöriger" in den islamischen Ländern völlig anders definiert als in Deutschland In den Abkommen ist fixiert, daß nicht nur - wie in Deutschland - Ehegatten und die Kinder unter vorgegebenen Bedingungen mitversichert sind, sondern "Familienangehörige" sich nach der in dem Herkunftsland des ausländischen Versicherten geltenden Rechtslage verstehen Insbesondere in islamischen Ländern sind Angehörige häufig die Mitglieder der Großfamilie, also nicht nur Frau und Kinder, sondern auch Eltern und Geschwister
Hier wird der Solidargedanke auf den Kopf gestellt und der deutsche Beitragszahler geschröpft Die Anfrage des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin HOHMANN wurde von der Bundesregierung Bundestagsdrucksache 15/337 der 15 Wahlperiode wachsweich beantwortet: "In der Türkei lebende Familienangehörige von in Deutschland krankenversicherten türkischen Arbeitnehmern, die nicht ihrerseits erwerbstätig sind, erhalten nach dem deutsch-türkischen Sozialversicherungsabkommen vom 30 April 1964 im Krankheitsfall Leistungen der türkischen Krankenversicherung sog Sachleistungshilfe
Die der türkischen Krankenversicherung hierdurch entstandenen Kosten werden von der deutschen Krankenversicherung erstattet
Der Bundesregierung liegen keine Zahlen darüber vor, wie viele Familienangehörige in der Türkei von bei deutschen Krankenkassen versicherten Arbeitnehmern Leistungen der türkischen Krankenversicherung erhalten haben, deren Kosten von den deutschen Krankenkassen zu erstatten sind"
Genaue Zahlen sind also offiziell nicht bekannt - an das wohl tatsächlich milliardenschwere Tabu will aber bislang niemand heran Doch mehr Transparenz ist nötig in einer Situation, in der für die Defizite im Gesundheitswesen die deutschen Versicherten mit mehr Zuzahlungen und weniger Leistungen bluten werden Bevor das geschieht, sollte die Bundesregierung alle Verpflichtungen aus Sozialversicherungsabkommen und die daraus erwachsenden finanziellen Belastungen auf den Tisch legen Die ungleiche Behandlung deutscher und islamischer Familien ist aber nicht die einzige "Gerechtigkeitslücke"
Zitat MrHuber: Jahrzehnte hab ich mir den Kopf heißgeredet, um den "ja, aber...." Leuten ein unscharfes Weltbild hintergrundmäßig etwas zu schärfen.
Was gibt Dir die Sicherheit, dass agrat Dein Weltbild scharf ist? Es gibt verschiedene Meinungen, das akzeptiere ich. Aber Deine Aussage im obrigen Zitat kommt mir ein bißchen zu überheblich rüber.
Es eine herausstechende Eigenschaft von vielen linksgerichteten "Gutmenschen", dass sie immer meinen, die Weißheit für sich alleine gepachtet zu haben.
Gruß Ray