...anspruchshaltung !

Diskutiere ...anspruchshaltung ! im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Möchte eigentlich die Anregung aus diesem Thread aufgreifen: mir scheint, ein gärendes Thema für die meisten - von den meisten aber auch ganz...
K

Kali

Gast
Möchte eigentlich die Anregung aus diesem Thread
aufgreifen: mir scheint, ein gärendes Thema für die meisten - von den meisten aber auch ganz schön verdrängt. Und gerade hier wäre ein Austausch nicht nur interessant, sondern für viele eigentlich sehr wichtig. Habe mir dabei gedacht, daß ich voller Euphorie mit dem Thai-Way-Of-Life geliebäugelt habe - doch andere hatten immer vor einer zu weit gehenden Identifizierung gewarnt: Ich kann und will meine Identität einfach nicht ganz aufgeben...
Daß Suays 'Familie' in Thailand mittellos ist, ist mir klar. Daß ich - wie in einer deutsch-deutschen Ehe auch - die Familie nicht verhungern lasse, ebenfalls. Bis zu einer Grenze - wie sie teilweise schon sehr deutlich wurde. Denn es sollte nicht zur Selbstaufgabe kommen - ein Augenzwinkern an die Turteltauben -, und es sollte nicht meine eigenen Möglichkeiten überfordern. Hatte es schon einmal gesagt: Sanuk ist eine Sache - meine Selbstbestimmung eine andere...
Mangon hat ein treffendes Beispiel mit der Aufforderung zum Gattendiebstahl gebracht. Nun mag die Einstellung so sein - ich muß sie deshalb nicht billigen.
Erstaunlicherweise ? hat Suay eine sehr distanzierte Einstellung zu ihrer Familie. Daß sie - trotz mangelnder Zuneigung - an ihre Mutter denkt, ehrt sie nicht nur, verschafft sich ja auch selbst 'tham bun'. Daß sie an ihre Kinder denkt und sich Sorgen macht, desselben.
Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, daß sie es genießt, daß sie ihr Leben endlich - nach 45 Jahren - selbst bestimmt, daß die, die bisher über sie hergezogen sind und sie ausgenutzt haben, sehen, daß es ihr gut geht - und, daß sie ein ganz passables Kerlchen ;-D abgekriegt hat, das nicht trinkt, regelmäßig arbeiten geht und für sie sorgt...

Doch mich interessiert's, wie es Anderen so pekuniär, moralisch, sozial und so weiter in ihrer Beziehung geht.....
 
Wittayu

Wittayu

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Glashütten im Taunus
Tja Kali, Du kannst da nicht aus deiner deutschen Haut raus und das ist auch gut so. Genau so gut wie Deine Frau immer die Thai bleibt, mit allen was dazu gehört. Das Ideal liegt wohl dazwischen und es liegt an jedem dt-th. Ehepar selbst, was es daraus macht.

Leider findet nicht selten eine nur einseitige Anpassung des deutschen Partners statt, hin bis zur Selbstaufgabe incl. Geldeinbahnstraßenverkehr bis zum Bankrott. Da fällt mir leider immer wieder der unschöne Ausdruck des Liebeskaspers ein.

Ich denke, man solle die Eltern der Frau, falls sie selbst dazu nicht in der Lage sind, soweit unterstützen, dass niemand hungern muss, ein Dach über dem Kopf ist und ein einfaches glückliches Leben möglich ist. Hier und da mal eine kleine Freude. Gleiches würden wir hier in D auch für unsere Eltern tun, diese Aufgabe übernimmt ja (noch) Vater Staat.

Die Thais sind genügsame Menschen und mit wenig zufrieden und auch die Ehefrau kann dann ruhiger schlafen. Mit mehr Zuwendung wird nur eine gewisse Kunsumgier, die dann ausarten könnte, geweckt. Zitat Buddha: Mehr Gier - mehr Leiden, der Gute wusste wovon er sprach.
Deshalb sollte man hier sein Limit setzten, auch was weitere Familienmitglieder betrifft.

So halten wir es, Benji organisiert ihr "Boon Khun" durch ihre Berufstätigkeit selber, zu und ab schiesse ich was zu.

So ist es jedem gerecht und es wird von allen so akzeptiert. Schnorrer aus dem erweiterten Familienkreis haben wir in letzter Zeit keine wahrgenommen.

So wird sich, auch was den Ehepartner betrifft sicherlich die Spreu vom Weizen trennen, gerade wenn das Heiratsmotiv etwas anders liegen sollte.

Gut ist, dass dieses Thema, was vielen von uns auf der Seele liegt, hier mal frei zum Ausdruck kommt.

Gruß,
Wittayu
 
Tschaang-Frank

Tschaang-Frank

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Braunschweig
Ich eiere ja nun auch schon ein paar Jahre durch die Thaiforen ( vor 5 Jahren gab es da lange nicht soviel wie heute - Logo ).
Die Themen wiederholen sich natuerlich im laufe der Zeit - ein Thema wird immer wieder heiss diskutiert ( oder gestritten ) Thai - Farangehen und die Kohle.
Das ganze Spektrum von - "du bist nur der Liebeskasper der es nicht merkt" bis "meine ist ganz anders" wird immer wieder abgespult.

Eines ist doch mal vollkommen klar - bei allen Kulturellen Unterschieden - es gibt in jedem Land Hurren, Kriminelle, Glauebige, Geschaeftsleute, Bettler, Fanatiker, Alkoholiker, Stolze, Aufrichtige, Liebende, Vergramte.... einfach alle Arten der menschlichen Psychosen!

Die ganzen Diskussionen im laufe der Jahre haben nie etwas gebracht -geht auch gar nicht!
Da Heiratet der 60jaehrige Farang die 20jaehrige Thai
der 30jaehrige Farang die 25jaehrige Thai
der 40 jaehrige Farang die 38jaehrige Thai und, und, und..
die einen haben als Freier im Puff ihre grosse Liebe kennengelernt ( anscheinend wohl die meisten???) - die anderen hatten beruflich in Thailand laenger zu tun - und noch viele andere Varianten......

Wie soll man in einem Forum auf einen Nenner kommen??
Das geht nicht - kann also auch nicht Ziel sein einen gemeinsamen Nenner zu finden - denn, den gibt es nicht!!
Jede Geschichte ist anders! Jeder persoenlicher Hintergrund ( bei Ihm und bei Ihr ) ist anders!
Bis jetzt sind - immer! - solche Themen ausgeartet in persoenliche Beleidigungen und Angriffen.
Persoenliche Treffen - den anderen in die Augen schauen ( hoeren , riechen und schmecken haette ich jetzt beinahe geschrieben - ich habs geschrieben , OK ) ist was ganz anderes - da kann man ploetzlich ganz locker mit viel Toleranz, seinem gegenueber, diskuttieren und Erfahrungen annehmen!

Ich finde dieses Thema auch sehr Interessant - bin mal gespannt wie lange es dauert bis irgendwelche Leute die Chance nutzen Stunk zu machen.

Waere schoen wenn man sich offen ueber seine Erfahrungen austauschen koennte - ohne das diese Threads innerhalb kuerzester Zeit zu Schlammschlachten mutieren, die lange Meter am Thema vorbei sind.
Eigentlich koennten wir alle nur dazulernen - bin mal gespannt!?

Frank
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@Tschaaang-F
...die einen haben als Freier im Puff ihre grosse Liebe kennengelernt ( anscheinend wohl die meisten???) - die anderen hatten beruflich in Thailand laenger zu tun...
Ok, gebe Dir voll recht. Aber, im thailändischen Puff die große Liebe kennenzulernen ist nicht das Selbe, wie im deutschen(europäischen) Puff. Wer anders darüber denkt, muß erst einmal erklären, mit welchem Recht er mit europäischer(katholischer) Moralvorstellung andere Kulturen beurteilen will.

...bis jetzt sind - immer! - solche Themen ausgeartet in persoenliche Beleidigungen und Angriffen...
Auch hier gebe ich Dir Recht. Ähnliches befürchte ich auch.

Die anderen von Dir, Kali und Wittayu angeschnittenen Punkte sind heiß. Ich werde mich bestimmt dazu melden. Erst muß ich aber in Ruhe darüber nachdenken, sonst Poste ich Emotionen und das ist nicht gut.



Gruß

Mang-Gon Jai
 
X

xenusion

Gast
@MGJ

ich möchte zu bedenken geben, dass der Kath. (angeblich) zu Unrecht als Namensgeber der Körper- und Sinnesfeindlichkeit herhalten muss. Im (kath.) Mittelalter soll es im Gegenteil drüber- und drunter gegangen sein. Erst die schwarz/weiss-gewandeten Bilderstürmer des Protestantismus haben in einem Rundumschlag die Kargheit zur Maxime erhoben.

Amen.
Xenu
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@xenu
Du hast ja vollkommen Recht! So ist das mit dem Übereifer, man denkt nicht nach und die Finger auf den Tasten sind schneller als das Gehirn.

Das war es eigentlich, was ich in meinem obigen Posting mit

...sonst poste ich Emotionen und das ist nicht gut... meinte.


Tut mir leid

Mang-gon Jai
 
K

Kali

Gast
...mal etwas angemerkt: Diskussion wäre gar nicht so wünschenswert - abgesehen davon kann man über Erfahrungen nicht diskutieren, man kann sie auch nicht vermitteln, lediglich mitteilen. Außerdem wird keine Urteilsbildung möglich sein - denn dann hätten wir die Wertung und den Grundstein für evtl. Schlammschlachten. Sicher ist vorstellbar, daß der ein oder andere 'agent provokateur' sich hier einnistet, doch auch das wäre nicht das erste Mal. Ich gehe davon aus, daß also alles 'normal' ablaufen wird, wenn sich Interessierte hierauf einlassen.
Es ist aber auch eine Gelegenheit, uns selbst kennenzulernen, und ein paar wertvolle Erkenntnisse mitnehmen zu können. Ich möchte es schon als Chance begriffen wissen.
Naiv ? Nun, lieber das, als tapfer eine Leiche nach der anderen in den Keller zu packen, den Kopf in den Sand zu stecken und anderen Foren-Teilnehmern Unwissenheit und Nichtahnung zu unterstellen.

Nur mal eben so angemerkt. Also, Jungs, haut rein - in die Tasten natürlich...

@mangonjai,
mit der Gefahr der frei werdenden Emotionen hast Du natürlich recht. Ich versuche das zu umgehen - klappt auch nicht immer -, daß ich 'vorschreibe' und vielleicht erst am nächsten Tag poste, wenn ich wirklich sicher bin, es posten zu wollen. :smoke:
 
sunnyboy

sunnyboy

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Klasse Karli:bravo:
Gruß Sunnyboy
(der sich leider nicht beteiligen kann, da er sich aus der deutsch/thailändischen Beziehungskiste ausgeklingt hat)
 
Wittayu

Wittayu

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Glashütten im Taunus
Frank, ich sehe die Gefahr eines polemischen Threats und Stunks eigentlich weniger. Irgendwie hocken wir doch alle in einem Boot, so unterschiedlich die Geschichten auch sein mögen. Denn jeder von uns in dt-th. Ehen hat doch mehr oder weniger mit Klieschees und Vorurteilen zu kämpfen und wird das doch nicht innerhalb des Forums an andere weitergeben.
Ich denke, in diesem Threat geht es mehr darum mal seine Erfahrungen weiterzugeben, da kommen vielleicht sehr interessante Dinge ans Tageslicht. Stichwort z.B. Aufforderung zum Ehegattendiebstahl. Wenn jemand sich dann wieder erkennt und denkt: "Mensch, dem geht es genauso... " und dann weiteres ausgetauscht wird, dann hat der Threat doch seinen Zweck erfüllt und wir profitieren alle davon. Bin eigentlich überzeugt, dass es sachlich und konstruktiv bleibt. Bei Zweifeln sollte man vor dem Posten vielleicht noch mal tief in den Spiegel kucken.

Auf geht's ....

Gruß,
Wittayu
 
MichaelNoi

MichaelNoi

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Amberg / Bangkok
Ich zähle mich ja auch eher zu den Unerfahrenen , was eine Thai-Deutsche Ehebeziehung angeht. Gerade durch das aufmerksame lesen in den guten Thailandforen konnte ich viele Anfängerfehler vermeiden, bzw. schlitterte nicht unbedarft in irgendwelche Abenteur.
Andererseits muß ich auch sagen, dass ich aufgrund meiner 16-jährigen Erfahrung aus 1. Ehe auch eine gewisse Beziehungserfahrung mit einbringen konnte.

Das Thema Geld/ Anspruchshaltung war bei uns eigentlich bald abgekärt, denn ich machte keinen Hehl daraus, dass eine Scheidung und ihre Folgekosten sehr an den Finanzen nagen. Ich kann das Offenlegen der finanziellen Situation nur allen "Newcommern" dringend weiterempfehlen, gerade auch wenn es etwas knapp zugeht. Denn nur so kann die Partnerin, ihre, bzw. die Forderungen der Eltern etc. richtig abschätzen.
Auch aus Gründen der Ehrlichkeit gehört diese Offenlegung dazu, wer das anders sieht ist meiner Meinung nach nicht unbedingt für eine dauerhafte Beziehung geeignet. Außerdem erkennt man spätestens nach der Erläuterung der finanziellen Situation, ob es sich um eine Geld- oder Liebesbeziehung handelt.

Nachdem nun also Frau, als auch Eltern über die finanzielle Situation bescheid wußten, gab es keinerlei Probleme. Im Gegenteil es wurde versucht zu sparen ( das können die Thais sehr sehr gut ). Teilweise schoß man sogar über das Ziel hinaus :-)
Die Unterstützung richtet sich nach meiner finanziellen Situation und nicht nach irgendwelchen Forderungen.

@ Mangon, die Idee mit den Sachleistungen ist sicher eine gute Idee, wenn man öfter nach Thailand kommt. Ansonsten bleibt wohl trotzdem nur der Weg der Überweisung. Habe ja auch schon beim Haus der Schwiegereltern elektrotechnisch eingegriffen, nachdem dort an jeder Ecke für deutsche Verhältnisse Lebensgefahr bestand. Aber in der Richtung kann ich eben nur helfen wenn ich dort bin...und das wird wohl nur 1x alle 1-2 Jahre sein.

@ all,
ich begreife nicht ganz, warum aus so einem Thread eine Schlammschlacht werden soll, wie Kali schon sagt, kann man ja sowieso nur seine eigene Situation schildern. Allgemeingültiges wird sich nicht ableiten lassen, aber der Horizonterweiterung dient es sicher.

Sogenannte Liebeskasper werden unter den aktiven Mitgliedern des Forums m.E. kaum zu finden sein.

Die Idee , dass die Frau mit dem selbst verdienten Geld die Familie unterstützt ,ist eine sehr gute Idee . Überhaupt habe ich gemerkt, dass Noi selber mit Geld für Haushalt und persönliche Dinge wirtschaften will und so Verantwortung für die Haushaltskasse übernimmt.

@ Mangon und Kali,
die Solidarität zwischen Noi und mir gegenüber Verwandten konnte ich auch schon des öfteren feststellen. Ich wurde mit jeder Menge Insiderwissen versorgt, allerdings auch dazu vergattert, darüber kein Wörtchen im thail. Verwandtenkreis zu äußern.
Auch ein Vertrauensbeweis, wie ich meine :-)
 
A

Azrael

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somewhere far beyond
Also in meinem Fall stellt sich die Sache so dar, dass ihre "Familie" eine Bande ist die bei meinem Schatz nur an ihrer Kohle interessiert ist, aber ansonsten einen Scheiß drauf gibt wie´s ihr geht. Sie hat sich sehr lange Zeit alleine durchschlagen müssen und als man sie "entdeckt" hat, hat man in ihr wohl nur eine Geldquelle gesehen. Dummerweise hat sie den bösen Fehler begangen sich in mich zu verlieben und ihren 47jährigen Schweizer Familiensponsor in den Wind geschossen. Seitdem ist sie ein bischen untendurch. Als sie dann auch noch den Barjob geschmissen hat, weil sie überhaupt keine Lust mehr hatte für den Geldbedarf ihrer Familie die Beine breit zu machen und sie in dem Job von ihrer Sensibilität her eh die totale Fehlbesetzung war, ist sie komplett untendurch. Jetzt lässt sie sich alle mal kreuzweise wo lecken;-) Fazit: Der Haufen bekommt keinen Cent von mir! Einzige Ausnahme: Ihr älterer Bruder. Der arbeitet, war schon immer dagegen dass sie in ner Gogo-Bar arbeitet, meinte ich bekomme mit ihm ein ernsthaftes Problem wenn ich sie verletze, passt auf ihren kleinen Sohn auf wenn sie 3 Monate nach Deutschland geht (ohne Kohle, im Gegensatz zu ihrer Mutter) und ist ein rundum aufrechter Kerl. Wenn der mal ein Problem hat, helfe ich jederzeit sofern ich kann. Er ist aber der einzige in der ganzen Familie dem ihr Wohlergehen am Herzen liegt. Den Rest kannste in der Pfeife rauchen. Haben sich selbst disqualifiziert. Deren Pech! Wie ich schon im Nachbarforum geschrieben habe: Auf meiner Stirn steht nicht "Depp" und auf ihrer Gottseidank auch nicht mehr.

Gruss
Alex
 
fusch1

fusch1

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@Michael
Deinen Beitrag kann ich nur zustimmen, insbesondere dem gesagten über die Offenlegung.
@ alle
Auch ich habe schon eine Ehe hinter mir,mit einem Kind(9) und einer noch "studierenden" 40jährigen Ex(aber bald ist Studium rum). Da kann man noch so gut verdienen, es bleibt der nötige Lebensbedarf gerade so hängen.
Nut hat das auch von Anfang an gewusst, das ich da keine grossen "Überschüsse" habe, aber das war eigentlich gar kein Thema für Sie.

Bevor wir uns kannten, war sie mit einem 58 jährigem Frührentner verheiratet, der den ganzen Tag zu Hause saß, Fern sah, und abends, wenn Nut von Ihrer Arbeit kam, hat sie noch die Haushaltsarbeit gemacht. Auch hat sie ihn noch unterstützt, wenn eine Autoreparatur fällig war. Meistens hat er mit Ihr rumgeschrien und sie lebten eigentlich jeder in seinem Zimmer in der 3-Zimmer Wohnung, die sie auch Sie mit Ihrer Arbeit finanzierte. Während des Scheidungsverfahrens ist er dann im Krankenhaus nach einem 2ten Herzinfarkt und einer anschließenden Lungenentzündung gestorben. Für die Behandlung der Herzkrankheit Ihrer Mutter(72) in Th. hat Sie sich bei anderen Thais Geld geliehen,etwa 10.000 DM (Ihren Mann hat das nicht interessiert), auch hat die ganze nähere thailändische Familie Ihre Ersparnisse geopfert, um der Mutter zu helfen(Vater ist schon lange gestorben).
Auch als Sie nach D kam hat Sie ihr Ticket und alles andere selbst bezahlt, Sie hatte in BKK gute Arbeit bei einer Schmuckfirma als Buchhalterin.Hier, in D hat sie in einem Hotel als Zimmermädchen gearbeitet, vorher,morgens ab6 war sie Putzen in einem Caffee, abends hat sie auch noch geputzt bis 20.00.

Also zusammenfassend kann man sagen, da war das Ausnutzverhältnis eher umgekehrt, als es normalerweise bei solchen Beziehungen ist.

Heute ist es so, das ihre Mama ab und an noch ins Krankenhaus muss, Werte kontrollieren, und wir da natürlich helfen, was die Behandlungskosten so betrifft, dazu bin ich auch gerne bereit(ist ja auch nicht so viel). Auch lebt Nuts erstes Kind (12) in Th bei Nuts Schwester, und bekommt natürlich auch die Schule und Unkosten finanziert.
Grundsätzlich bezahlt Nut das von Ihrem Geld, aber ich unterstütze Sie dabei gerne und zahle dann oft die Hälfte.
Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, das Sie sich die Beträge aufschreibt, mit denen ich ihr helfe, was Sie dann versucht mir wieder zurück zu geben bei zB. Autoreparaturen oder Geschenken für Leute bei denen wir eingeladen sind.
Im ganzen kann ich sagen, wir zahlen nicht zu viel und nicht zu wenig, so das es Ihnen in Th gut geht und sie leben können. Abgesehen davon ist Ihre Schwester Lehrerin, einer Ihrer Brüder arbeitet bei der staatlichen Eisenbahn, und die meisten anderen haben auch Arbeit (zumeist Reisarbeiter), also ist das tägliche Leben eigentlich nicht in Gefahr, nur wie gesagt, das Kind muss finanziert werden, und Arztkosten der Mutter.
Ich hoffe, ich konnte einen Einbick in unsere Situation vermitteln, Euer Stefan
 
K

Kali

Gast
Ja, Michael, das ist auch so'n Punkt. "Ich erzähl' Dir jetzt was im Vertrauen – aber es bleibt unter uns..." 'mai phuut khon soong khon kon diau' – also nur wir beide. Ich stehe dann da, und weiß manchmal nicht, wie ich mich verhalten soll. Ein Beispiel: Es trug sich ja zu, dass meine Schwägerin – die andere Mini-Golferin – im vergangenen Jahr hier jemanden kennen lernte. Er hatte sie eingeladen – sie fährt allerdings in zwei Wochen wieder, da der Gute noch verheiratet ist.
Nachdem die Einladung – nach immensen Schwierigkeiten, insgesamt vier ?! Formulare verbraucht - dann klar war, hatte er ihr das Geld für Ticket und so das Notwendige geschickt. Ich sagte ihm noch, dass das Ticket an die 33.000 THB kostet. Meine holde Schwägerin (Suays Schwester) hat ihm dann eines Tages ganz aufgeregt verklickert:"Hör', das Ticket ist viel teurer geworden, kostet jetzt 44.000 THB ? !!" Der Arme war ganz verzweifelt,"...ich habe diesen Monat kein Geld mehr." "Macht nix," meinte Schwägerin,"ich leihe mir das Geld von einer Freundin und dann schicken wir es noch nach Thailand." Ach, die Gute, hat ja so ein großes Herz. Der Schwager schickte dann die geliehenen 400 € ( ...weil, muss ja auch noch nach Bangkok und hierhin und dahin...). Übrigens glaubt mein Schwager heute noch – nach 10-jähriger Ehe mit einer Thai -, dass die Tickets für die Thais teurer als für die Faxrangs sind. Stimmt, sie sind teurer als wenn Du von hier nach Thailand fliegst. Aber nicht nur für Thais.
Das ließ mir keine Ruhe. 3 Reisebüros in Bangkok angemailt, zwei Antworten erhalten. Thai-Airways : 33.000 THB; Lufthansa: 35.000 THB.
Als die Holde dann hier war, habe ich ihr Gspusi so hintenrum gefragt, wie teuer denn nun das Ticket war. Er wurde schon fast böse:" Na, wie Deine Schwägerin gesagt hatte – 45.000 THB." Nun, da war ich wohl irgendwo reingetreten.
Nein, doch nicht: Suay erzählte mir ein paar Tage später, daß ihr die eigene Schwester erzählt hatte, daß sie den 'Neuling' abgezogen hätten. Selbst die entsprechende Quittung für das Ticket – wahrscheinlich gegen eine kleine Aufwandsentschädigung – war auf den erhöhten Betrag ausgestellt worden. Aber: "Mai phuut khon soong khon kon diau"...Da stand ich nun in meinem Ehrlichkeit heischenden und offenheitslüsternen Hemd.

Das mal eben so ganz unter uns, aber erzählt es keinem weiter.

Doch was hat das mit Ansprüchen oder Erwartungen zu tun? Ich denke einmal, insofern, wenn da nicht rechtzeitig ein Riegel vorgeschoben wird, entsteht so etwas wie ein Gewohnheitseffekt. Das hat einmal geklappt, das klappt auch noch einmal. 'Neuankömmlinge' werden hier in meinem Umfeld von Anderen ferngehalten, damit gar nicht erst der Versuch unternommen werden kann, eine Beziehung aufzubauen, die so unseren Vorstellungen von Vertrauen und Offenheit entspricht. Da werden Techniken entwickelt, Geld zu beschaffen – unterstelle noch nicht einmal eine bösartige Absicht – wobei in diesem gesamten Lügengebilde eine Konstruktion wie in einem modernen Industriebetrieb entstehen kann – nur das der das Finanzamt hintergeht.
Doch ist dieses nicht den Thais anzulasten. Gleiches gibt es in unserer Hemisphäre auch. Die anfänglichen Verständigungsprobleme scheinen mir die Hauptursache dafür zu sein, die Unwissenheit derer, die sich blind in solch eine binationale Beziehung stürzen. Nochmals die Notwendigkeit der Erhaltung des Exitenzminimums der Angehörigen in Thailand betont: es kann und darf aber nicht dazu ausarten, dass – wie schon oft beschrieben – nur der Sanuk finanziert wird.
Und, ob der Sprung aus der Isaan-Hütte in den swimming-pool nicht für die eigene Entwicklung schädlich ist, wollen wir jetzt nicht ausdiskutieren.

Obwohl bei der ständigen Hitze eine gewisse Notwendigkeit nicht ganz von der müüh zu weisen ist. :-D
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Ich hatte ja schon gepostet, daß ich mich zu diesem Thema noch ausgiebig zu Wort melden werde. Ich habe auch recht lange darüber nachgedacht, ob ich das Richtige schreibe. Nun gut. Die Fettnäpfchen sind aufgestellt und ich bin bereit, hineinzutreten.

Dieser Thread heißt ‚anspruchshaltung’. Das Thema geht aber weit über diesen Thread hinaus. Man kann diese Anspruchshaltung nicht losgelöst von anderen Dingen sehen. Die Anspruchshaltung ist nur ein Aspekt der Tatsache, daß Thai in einer anderen Kultur aufgewachsen und erzogen worden sind, wir sie jedoch meist mit unseren Maßstäben messen.

Das beginnt bereits beim Kennenlernen. Ich behaupte, daß die meisten ihre Thaifrau irgendwo in der Barszene kennengelernt haben.
Ich höre jetzt geradezu Euer Protestgeschrei!
Sicher gibt es Ausnahmen von meiner Behauptung, sehr viele Ausnahmen aber nicht.
Anstatt nun aller Welt zu erzählen, daß die eigene Frau so etwas nie getan hat, ist es sicher richtiger, darüber nachzudenken, warum sie es getan hat. Aus Spaß? Aus Geilheit? Das glaubt Ihr doch wohl selber nicht. Sie hat es aus Verantwortungsbewußtsein getan. Sie sah keine andere Möglichkeit. Das ist Anspruchshaltung.
Prostitution in Thailand hat lange Tradition. Das gab es schon lange ehe die GIs und die Neckermänner hierher kamen.
Die Familienbanden in Thailand sind anders geknüpft als in Deutschland. Die Familienmitglieder fühlen sich verpflichtet, Ihre Eltern zu unterstützen. In diesem Sinne sind sie erzogen worden. Eine Frau hat in erster Linie ihren Vater, danach ihre Mutter zu unterstützen (bis hin zur Selbstaufgabe). Erst nach ihren Eltern rangieren Ehemann und Kinder.
Wenn es finanziell schlecht geht, muß die Frau nicht aufgefordert werden, Geld anzuschaffen. Sofern sie keinen Ehemann (mehr) hat, weiß sie selbst, was sie zu tun hat.
Niemand spricht darüber, was sie im fernen Pattaya oder Phuket tut, aber jeder weiß es. Der regelmäßig überwiesene Lotteriegewinn wird freudig angenommen. Gewissensbisse hat niemand. Das ist Anspruchshaltung!
Die Moralvorstellung dieser Frau ist jedoch anders als unsere. Zwar sind die Buddhisten eigentlich recht prüde. Eine Frau sollte möglichst als Jungfrau in die Ehe gehen und so wird es auch in den meisten Fällen sein. Wenn sie aber keine Jungfrau mehr ist, wenn sie nicht einmal einen Ehemann hat, ist es auch nicht so schlimm, wenn sie sich prostituiert. Man wird wohl keinen Mönch finden, der einer Prostituierten bei ihren Tempelbesuchen ins Gewissen redet. Die Moralvorstellungen sind anders als es uns oft lieb ist.

Wenn nun diese Frau bei ihrer Bartätigkeit einen Farang kennenlernt, der ihr gefällt, wenn dieser nett zu ihr ist, ist es nur naheliegend, wenn sie mit allen Mitteln versucht, ihn an sich zu binden. Dieses Verhalten wird von dem Mann fälschlich als Liebe interpretiert. Es kommt zu einer festen Beziehung.
In dieser festen Beziehung will der Mann natürlich nicht, daß sie weiterhin ihrem ‚Beruf’ nachgeht und er versucht, sie dahingehend zu beeinflussen. Der Frau ist es nur lieb, dieser Arbeit nicht mehr nachgehen zu müssen. Gefallen hat ihr das Schlafen mit wildfremden Männern so oder so nicht. Allerdings fehlt jetzt ihre Einnamequelle. In ihrem Dorf wartet man auf ihren nächsten Lotteriegewinn. Die Anspruchshaltung, besser Anspruchserwartung meldet sich.
Sie muß also ihren neuen Lebensgefährten um Geld bitten, welches sie nach Hause schickt.
Für den Mann wird es jetzt kritisch. Erst hielt er sie für seine große Liebe. Bald fühlt er sich jedoch als Goldesel ausgenutzt. An diesem Punkt scheitern viele dieser Beziehungen.
Wenn die Beziehung weiterhin bestehen bleibt, wird sich auch seitens der Frau echte Liebe entwickeln. Vielleicht beschließen sie, zu heiraten.
Ihre Eltern sehen einer solchen Heirat mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Frau verdient ja dann kein Geld mehr. Eventuell zieht sie mit ihrem Mann nach Deutschland. In der Denkungsweise ihrer Familie muß nun selbstverständlich der Frarang-Ehemann für diesen finanziellen Verlust aufkommen. Den zwischenzeitlich gewohnten höheren Lebensstandard will man natürlich nicht mehr aufgeben. Das ist Anspruchshaltung!

Dann lebt die Frau in Deutschland. Laufend wird jetzt Druck auf die Frau ausgeübt, Geld nach Hause zu schicken. Tut sie es nicht, verliert sie Gesicht (sia naa).
Das Gesicht ist sehr wichtig für einen Thai. Ihr deutscher Ehemann, der Geizhals, hat bei ihrer Familie schon lange das Gesicht verloren, aber - für die Familie völlig unverständlich - scheint es ihm nichts auszumachen oder er merkt es nicht einmal.
An diesem Punkt, die Angst der Frau das Gesicht zu verlieren, scheitern ebenfalls viele Beziehungen. Die Frau versteht den ‚Geiz’ des Ehemannes nicht. Auch aus ihrer Sicht ist er verpflichtet, ihre Familie zu unterstützen. Auch in ihren Augen verliert er eventuell das Gesicht.
Einige Frauen sind jedoch in der Lage, sich gedanklich und gefühlsmäßig von ihrer Familie zu lösen. Das ist sicher sehr schwer. Sie müssen der Liebe zu ihrem Mann ihre bisherige Denkungsweise und Erziehung opfern.
Damit hat sie sich dann von Erwartungshaltung ihrer Familie gelöst. Damit hat sie bei ihrer Familie aber auch das Gesicht verloren. Eigentlich ist sie jetzt keine Thai mehr. Was ist sie dann? Eine Deutsche?

So, greift in die Tasten und macht mich nieder.


Gruß

Mang-gon Jai
 
A

Airport

Gast
WARUM STEINIGEN ????????

Ich gebe dir zu 90 % recht !! :bravo: :super:
10% allerdings kann ich nicht mit Dir konform gehen. Ich kann da keine Einzelpunkte nennen, da es dann doch sehr ausufern wuerde ! :heilig:

Aber ich gehe davon aus, dass auf dieses Posting hin, die Emotionen hochschlagen werden, und einige wahrscheinlich genau so reagieren, wie Du es erwartest! :ohoh:

In diesem Sinne.....
 
K

Kali

Gast
mangon, niedermachen, warum ? :super:
...Du hast es auf den Punkt gebracht, wobei es wahrscheinlich wirklich ein paar Ausnahmen gibt.
Doch ist es gerade diese von Dir so treffend geschilderte Denkungsweise, die es mir manchmal so schwer macht. Dann werde ich bockig, zornig - dann fühle ich mich ausgenutzt. Obwohl - wenn ich dann darüber nachdenke, warum eigentlich ?
Ich frage mich manchmal, ob Kompromisse da möglich sind, wenn unter Umständen das Verständnis für die Möglichkeit von Kompromissen fehlt.
Und dieser Gesichtsverlust wird vermutlich von uns Farangs ganz gewaltig unterschätzt. Auf der anderen Seite allerdings ein Grund, daß ich meine Schwägerin vor ihrer Familie nicht vor die Pumpe laufen lasse - sie stand nicht nur einmal mit dem Messer vor ihrem eigenen Mann.

Die oder der Anspruch, den die 'Familie'- Buddha sei's gedankt, nur noch die Mutter, Suays Kinder sind ein anderes Kapitel - an meine Schwägerin hatte, ist auf mich übergegangen - sozusagen als Nachfolge.
Doch lasse ich mich nicht gerne in eine Rolle drängen, in die ich einfach nicht will.
Daß Suay - zumindest bei ihrer Schwester ihr Gesicht verloren hat, ist klar - denn sie sieht ein wenig mit danach, daß ich nicht ausgenommen werde.

@ airport,
auch, wenn es eine 'Sich selbst erfüllende Prophezeiung' gibt - ich bin sehr optimistisch. :smoke:

Letzte Änderung: Kali am 07.06.02, 17:49
 
O

onnut

Gast
wadee grosser drache,
warum sollen steine fliegen,sitzen doch die meisten im glashaus!
onnut
 
U

Udo

Gast
@MGJ
Ich verstehe deine Besorgnis nieder gemacht zu werden auch nicht.
Du hast eine treffend analysiert. Nicht mehr und nicht weniger.
Das viele in diesem Forum nachdenken, erkennt man an der guten Qualität der Beiträge.

Gruß

Udo
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Nähe Hannover
OK, ich bin tatsächlich über Eure Reaktion verwundert. Da hatte ich Schlimmeres befürchtet.

Um so besser so.


Gruß

Mang-gon Jai
 
I

Iffi

Gast
OK Jungs,
um hier mal ein bisschen den Stress raus zu nehmen. Der wurde ja nicht von den bekannten "lieben" Leuten" hier im Forum erwartet, sondern vermutlich von der vermeintlichen anderen "(Pattaya)Fraktion".

Ich kann nur fuer mich reden. Kein Grund zur Aufregung. Das Thema wird durchaus auch fuer einen aus der anderen Fraktion interessant und nicht ohne weitgehendes Kopfnicken behandelt.

Wer das jetzt als Beifall von der falschen Seite betrachtet, ist selber Schuld.:nixweiss:
 
Thema:

...anspruchshaltung !

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