MadMovie
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44
Harry erreichte mit diesen Worten exakt das Gegenteil von dem, was er eigentlich wollte: Der Tränenfluss wurde zum Strom.
Er wünschte sich in den nächsten Stunden manchmal in den Dämmerzustand der letzten Tage zurück; das Türenklappen ging ihm auf den Keks.
Irgendwann erschienen in seinem Zimmer zwei blonde Farang, deren Stimmen ihm bekannt vorkamen.
Der mondgesichtige mit dem blonden Schnauzbart sagte:
“Warum musste der auch in die Flugbahn eines Aschenbechers rennen -typisch Harry!”
Der andere groß gewachsene mit einem hämischen Grinsen im Gesicht, sagte:
“Sie haben das Vakuum in Harry’s Birne belüftet - hoffentlich hat es was gebracht!”
“Hoffentlich - sonst war unsere ganze Arbeit für die Katz’!” sagte der Kleinere grinsend.
Im übrigen waren Andy und zuweilen auch Franz der Meinung, dass Harry auch schon vor dem “Unfall” nicht alle Tassen im Schrank hatte.
Der Patient hatte sich die ganze Zeit schlafend gestellt und hörte alles mit.
Sanni kam von der Toilette zurück und sagte im strengen Tonfall einer Stationsschwester:
“Only five Minutes! He needs silence, no excitement!”
Harry blinzelte mit einem Auge und knurrte:
“Nett von euch, extra her zu fliegen, um mich zu besuchen!”
Sanni musste wohl in seinem Gepäck die Email-Adressen gefunden haben und die Familie und seinen besten Freund informiert haben, anders war das aus Harry’s Sicht nicht zu erklären.
Andy und Franz schauten sich mit betretenen Gesichtern an. Einige Informationen fehlten auf Harry’s Festplatte.
“Wenn ihr schon mal da seid, setzt euch, ihr Saftsäcke!” versuchte Harry zu scherzen. Lachen durfte er nicht, dann wurden die Kopfschmerzen schlimmer.
Vielleicht sollte er den bezaubernden Engel Sanni darum bitten, eine Krankenschwester zu holen, die ihm eine Spritze gab?
“Schön, dass du wieder munter bist, Harry.” Franz räusperte sich.
“Unkraut vergeht nicht”, sagte Andy.
“Du hast damals den Treppensturz überlebt mit deinem Dickschädel...”
Komisch, an Begebenheiten vor drei Jahren konnte sich Harry erinnern und er wusste, worauf Andy anspielte.
Er hatte sein altes Haus beräumt, wo jetzt grüne Wiese war und es sollte ein kleiner Ofen eine steile Treppe hinunter transportiert werden. Sein Helfer - nicht Andy - schlug vor, dafür eine Sackkarre zu benutzen. Soweit, so gut - nur leider machten sie zwei entscheidende Fehler:
Der Ofen wurde nicht mit einem Gurt gesichert und Harry befand sich vor der Last. Er machte einen Fehltritt und sauste die Treppe hinunter. Der schmächtige Mann oben konnte den Ofen nicht mehr halten und der donnerte in einer Aschewolke hinterher.
Harry wollte wieder aufstehen und weiter arbeiten, aber die beiden Helfer brüllten ihn an liegen zu bleiben und telefonierten aufgeregt mit den Handys.
Weihnachten wurde Harry wieder aus dem Krankenhaus entlassen.
Seitdem ein Truck plötzlich seitlich vor ihm aufgetaucht war und eine Stimme ihm zuflüsterte, Gas zu geben, war Harry felsenfest davon überzeugt, einen Schutzengel zu haben. Das Auto war Schrott und Harry war unversehrt durch die rechte Tür ausgestiegen, obwohl die Airbags gar nicht aufgegangen waren.
Diesmal hatte der Schutzengel eine Auszeit genommen. Eigentlich hätte der Zuruf “Stehen bleiben!” genügt.
Harry wurde aus seinen Gedanken gerissen.
“Das bekommen sie wieder hin, mach’ dir keine Sorgen, Dickschädel”, sagte Andy.
“Übrigens sind Franz und ich schon acht Tage hier...”
Sanni kam mit der Stationsschwester im Schlepptau zurück und die beiden Farang wurden freundlich, aber resolut hinaus komplimentiert.
“I need injection against headache”, stöhnte Harry.
Anm. des Autors: Die geschilderten Unfälle entspringen nicht meiner Fantasie, sondern sind wirklich so passiert.
wird fortgesetzt...
Harry erreichte mit diesen Worten exakt das Gegenteil von dem, was er eigentlich wollte: Der Tränenfluss wurde zum Strom.
Er wünschte sich in den nächsten Stunden manchmal in den Dämmerzustand der letzten Tage zurück; das Türenklappen ging ihm auf den Keks.
Irgendwann erschienen in seinem Zimmer zwei blonde Farang, deren Stimmen ihm bekannt vorkamen.
Der mondgesichtige mit dem blonden Schnauzbart sagte:
“Warum musste der auch in die Flugbahn eines Aschenbechers rennen -typisch Harry!”
Der andere groß gewachsene mit einem hämischen Grinsen im Gesicht, sagte:
“Sie haben das Vakuum in Harry’s Birne belüftet - hoffentlich hat es was gebracht!”
“Hoffentlich - sonst war unsere ganze Arbeit für die Katz’!” sagte der Kleinere grinsend.
Im übrigen waren Andy und zuweilen auch Franz der Meinung, dass Harry auch schon vor dem “Unfall” nicht alle Tassen im Schrank hatte.
Der Patient hatte sich die ganze Zeit schlafend gestellt und hörte alles mit.
Sanni kam von der Toilette zurück und sagte im strengen Tonfall einer Stationsschwester:
“Only five Minutes! He needs silence, no excitement!”
Harry blinzelte mit einem Auge und knurrte:
“Nett von euch, extra her zu fliegen, um mich zu besuchen!”
Sanni musste wohl in seinem Gepäck die Email-Adressen gefunden haben und die Familie und seinen besten Freund informiert haben, anders war das aus Harry’s Sicht nicht zu erklären.
Andy und Franz schauten sich mit betretenen Gesichtern an. Einige Informationen fehlten auf Harry’s Festplatte.
“Wenn ihr schon mal da seid, setzt euch, ihr Saftsäcke!” versuchte Harry zu scherzen. Lachen durfte er nicht, dann wurden die Kopfschmerzen schlimmer.
Vielleicht sollte er den bezaubernden Engel Sanni darum bitten, eine Krankenschwester zu holen, die ihm eine Spritze gab?
“Schön, dass du wieder munter bist, Harry.” Franz räusperte sich.
“Unkraut vergeht nicht”, sagte Andy.
“Du hast damals den Treppensturz überlebt mit deinem Dickschädel...”
Komisch, an Begebenheiten vor drei Jahren konnte sich Harry erinnern und er wusste, worauf Andy anspielte.
Er hatte sein altes Haus beräumt, wo jetzt grüne Wiese war und es sollte ein kleiner Ofen eine steile Treppe hinunter transportiert werden. Sein Helfer - nicht Andy - schlug vor, dafür eine Sackkarre zu benutzen. Soweit, so gut - nur leider machten sie zwei entscheidende Fehler:
Der Ofen wurde nicht mit einem Gurt gesichert und Harry befand sich vor der Last. Er machte einen Fehltritt und sauste die Treppe hinunter. Der schmächtige Mann oben konnte den Ofen nicht mehr halten und der donnerte in einer Aschewolke hinterher.
Harry wollte wieder aufstehen und weiter arbeiten, aber die beiden Helfer brüllten ihn an liegen zu bleiben und telefonierten aufgeregt mit den Handys.
Weihnachten wurde Harry wieder aus dem Krankenhaus entlassen.
Seitdem ein Truck plötzlich seitlich vor ihm aufgetaucht war und eine Stimme ihm zuflüsterte, Gas zu geben, war Harry felsenfest davon überzeugt, einen Schutzengel zu haben. Das Auto war Schrott und Harry war unversehrt durch die rechte Tür ausgestiegen, obwohl die Airbags gar nicht aufgegangen waren.
Diesmal hatte der Schutzengel eine Auszeit genommen. Eigentlich hätte der Zuruf “Stehen bleiben!” genügt.
Harry wurde aus seinen Gedanken gerissen.
“Das bekommen sie wieder hin, mach’ dir keine Sorgen, Dickschädel”, sagte Andy.
“Übrigens sind Franz und ich schon acht Tage hier...”
Sanni kam mit der Stationsschwester im Schlepptau zurück und die beiden Farang wurden freundlich, aber resolut hinaus komplimentiert.
“I need injection against headache”, stöhnte Harry.
Anm. des Autors: Die geschilderten Unfälle entspringen nicht meiner Fantasie, sondern sind wirklich so passiert.
wird fortgesetzt...


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