... Oder auf deren Selbstmordwunsch mit der Tendenz zum Massenmord. ...
Auch das, wie der Germanwingsabsturz mit dem Co-Piloten Lubitz, ist in meinen Augen letztendlich ein Fehler im Software-System.
Als ich in den frühen 1970ern programmieren lernte, war die oberste Maxime: Fang' zuerst alle möglichen Fehlerquellen und Extremfälle durch entsprechende Programmierung ab. Erst dann kümmere Dich um den Normalfall.
Die Programmierer heute lernen vorwiegend Theorie, müssen Dinge wie "projektorientierte Programmierung" bis zum Exzess durchkauen, bekommen aber kaum echte Praxis und realitätsbezogene Aufgabenstellungen vermittelt. Ich weiß das vom Freund einer meiner Töchter. Der ist immer erstaunt, wenn er mit mir über seine Software-Projekte bei einer renommierten Firma spricht und dann hört, was ich so als Denkanstöße einwerfe.
Da wurde in dem Germanwings-Flugzeug die Sicherheitstüre eingebaut, die dann nicht mehr von außen zu öffnen war, sobald sie der Co-Pilot von innen verriegelt hatte. Ich tue mir natürlich leicht, das jetzt im Nachhinein zu sagen, aber ich hätte als allererstes einmal eine Notöffnung berücksichtigt, denn theoretisch hätte es mehrere Gründe gegeben, warum man die Tür dennoch von außen hätte öffnen müssen:
- Piloten ohnmächtig wegen Druckausfall
- Ausfall der Elektronik zur Türöffnung
- Ausfall der Kommunikation zwischen Cockpit und Flugbegleitung
Zugegebermaßen, den Fall eines Selbstmörders im Cockpit hätte ich nicht in die Überlegungen einbezogen. Die Türe wäre aber dennoch zu öffnen gewesen.
Möglicherweise ist das Problem der heutigen Software-Entwicklung das Fehlen des Realitäts- und Praxis-Bezugs. Die Programmierer in ihren Büros haben möglicherweise noch nie die Flugpraxis erlebt, aber sie treffen die Entscheidungen darüber.
Kann auch sein, dass ich das falsch sehe, aber gerade der Fall Lubitz gibt mir zu denken. Ich hätte die Sicherheitstüre als mögliche Fehlerquelle gesehen.