Teil 25:
„Can´t you pay attention? You fucking stupid Guy???” hörte Adolf den Glatzkopf schreien.
„Sorry, Sorry“, versuchte Adolf sich zu entschuldigen. „What happens to You?“
“What?” schaute Adolf den Glatzkopf mit großen Augen an, er wusste, das er schuld war.
„Bist du ein Deutscher?“ fragte jetzt der Glatzkopf. „Ja, du doch auch, oder?“ entgegnete Adolf.
„Ich habe es mir fast gedacht, in Deutschland Bus fahren und hier den großen Biker bei den Weibern raushängen lassen, was? Ist dir was passiert?“ fragte der Glatzkopf. „Nein, ich denke nicht.“ „Und deiner Begleitung?“ „Nein, ich denke auch nicht“, antwortete Adolf noch etwas geschockt.
„Komm, ich helfe dir, schieben wir mal dein Moped auf die Seite.“ Zehn Meter entfernt war eine kleine Fressbude. Der Glatzkopf parkte seine HONDA bei den rumstehenden Hockern und half danach unseren Beamten beim Aufräumen des Dilemmas. Adolf zitterte am ganzen Körper, war ihm doch die Lage erst jetzt so richtig bewusst geworden.
„Ja, jetzt beruhige dich wieder, ist ja nichts passiert“, redete der Platterte auf Adolf ein. Oi hingegen war sehr ruhig, sie hatte schon ganz andere Unfälle mit Mopeds hinter sich. „Komm, setzen wir uns dahin, bis du dich wieder etwas beruhigt hast“, sah der Glatzkopf Adolfs Erregung an. Beide Mopeds waren durch den leichten Aufprall auch nicht beschädigt.
„Willst du ein Bier? Zur Beruhigung?“ fragte der Glatzige. „Nein, nein, wir müssen nach Phuket Town, wir haben was wichtiges zu erledigen“, antwortete Adolf. Oi war die Pause überhaupt nicht unangenehm, sie nutzte sie, um drei scharfe Tom Yam Gung (Thai Shrimps Suppe) zu ordern. Sie ist schließlich Thai!
Adolf fiel auf, das der Glatzkopf überhaupt nicht aufgeregt oder nervös wegen des Unfalles war: „Sag mal, du bist so ruhig und gelassen, berührt dich der Unfall nicht?“ „Shit happens“, war seine lapidare Antwort. Adolf konnte sein Verhalten nicht verstehen. „Irgendwie verhaltest du dich gar nicht wie ein Deutscher, ich beneide dich wegen deiner Gelassenheit“, sagte Adolf zu ihm. „Wer sagt denn, das ich ein Deutscher bin. Wie kommst du darauf?“
„Du bist kein Deutscher?“ Adolf war überrascht!
„Nein!“ sagte der Platterte kurz.
Die Köchin des Hauses brachte nun die drei Suppen an den Tisch. Oi verteilte die Stäbchen an die beiden Farangs. „Das hast sicher du bestellt, oder?“ sagte der Glatzkopf jetzt zu Oi in perfekten Bangkok Thai. Oi fielen fast die ta-kiap (Stäbchen) aus der Hand und lächelte den Fremden an. „Oh, du sprichst Thai?“ „Ja, ein bisschen, ist der Farang da dein Lover?“ Verlegen stocherte Oi in ihrer Suppe und gab keine Antwort. Sie hatte noch nie einen der Fremden gesehen, der ihre Sprache sprach.
Adolf war schwer beeindruckt, wie flüssig dieser seltsame Typ plötzlich in Thai sprach!
„Läufst du eigentlich immer mit soviel Geld durch die Gegend“, fragte jetzt der Glatzkopf den Adolf, während er gekonnt die Shrimps mit den Stäbchen nahm. „Nein, eigentlich nicht, aber ich muss eine Behandlung im Krankenhaus bezahlen.“
„So, so, wer ist den krank?“ wurde der Glatzkopf nun neugierig. „Die Schwester meiner Freundin hatte letzte Nacht einen schweren Unfall, wir waren heute im Krankenhaus.“ „Aha“, war die Antwort, die Suppe schien ihm zu schmecken.
„Deine Schwester hatte also einen schweren Unfall letzte Nacht, was ist denn passiert?“ labberte der Fremde jetzt in Thai zu Oi. Sie blickte ihn kurz an, ließ aber sofort wieder den Kopf hängen und sah auf ihre Suppe. Sie war jetzt in einer Situation, wo sie am liebsten sofort aufgestanden wäre, um davon zu laufen. „Wieso spricht dieser Farang bloß unsere Sprache und wozu fragt er, es geht ihm doch überhaupt nichts an“, dachte sie sich. Dem Glatzkopf fiel die Reaktion der Oi sofort auf und legte nach: „Wieso sprichst du nicht mit mir?“ Er kannte diese Reaktion von den Thais nur zu gut, schließlich lebte er nun schon neun Jahre hier und hatte jeden Tag beruflich mit ihnen zu tun. Oi sagte weiterhin nichts, und nun wusste der Glatzkopf, das irgendetwas faul war. Nun war er noch neugieriger!
„Du sprichst wohl kein Thai und dein Englisch ist ja gerade auch nicht berauschend, oder? Wie heißt du eigentlich?“ fragte er jetzt Adolf. „Nein, kein Thai und Englisch auch nicht viel, ich heiße Adolf“, er wusste, das er diesem Typen jetzt keine Geschichte aufbinden sollte, wie er es in den Bars immer machte. Adolf war keinesfalls dumm, er überspielte nur meist seine Unsicherheit mit großen Sprüchen. „Wo hast du so gut Thai gelernt und woher kommst du nun eigentl....“ Er wurde von Oi unterbrochen. „Tilak, go now!“ Der Platterte war sichtlich amüsiert über dieses Pärchen und richtete noch mal sein Wort an Oi. „Warum sprichst du nicht mit mir? Ich habe dich etwas gefragt.“ Er wusste das Thais, Problemen sofort aus den Weg gehen, und unmissverständlich hatte sie eines mit seinen Fragen, dessen war er sich sicher. Oi lächelte, sagte aber nichts.
„Darf ich dich etwas fragen?“ richtete sich jetzt der Glatzkopf an Adolf, nachdem er bei Oi nicht weiter kam. „Klar, ich finde es sehr gut, das du Thai sprichst, vielleicht kannst du mir auch etwas übersetzen.“ „Wie hast du von dem Unfall erfahren, nachdem du kein Thai sprichst und auch kein Englisch.“ Er benutzte absichtlich „kein Englisch“!
Adolf erzählte ihm die ganze Geschichte mit der Schwester, Nok und Pepperl, die Oi wurde immer unruhiger, obwohl sie nichts verstand und wäre wirklich am liebsten sofort auf und davon. Aber sie blieb stumm bei den Beiden sitzen. Der Glatzkopf hörte sich die gesamte Geschichte an, stellte ein paar kurze Nachfragen, aber er ließ Adolf freien Redefluss. Als Adolf fertig war, sah er den Glatzkopf fragend an.
„So, so, der Pepperl“, war die erste Reaktion vom Glatzerten.
„Kennst du ihn?“ fragte Adolf. „Ja, leider nur zu gut“, war die Antwort. „Ok, hör zu, Adolf, du bist mir irgendwie sympathisch und ich könnte dir helfen, wenn du willst.“ Adolf überlegte, kannte er diesen Typen ja nicht, aber er machte irgendwie einen ganz anderen Eindruck auf ihn, wie Pepperl.
„Wie meinst du das?“ fragte er nach.
Der Glatzkopf erzählte nun Adolf, das er seit neun Jahren im Holiday Inn als Chefkoch arbeitet und er 18 Köche und einige Küchenhilfskräfte befehligte. Der General Manager des Hotels, ein Thai Chinese, der auch schon im Holiday Inn in Berlin gearbeitet hatte, sei sein bester Freund und hätte schon mal Ärger mit diesen Pepperl, weil er Gäste vom Hotel über den Tisch gezogen hatte. Nur wäre das damals im Sand verlaufen, aber er hatte es nicht vergessen. Der Glatzkopf bot nun Adolf an, mit ihm kurz ins Holiday Inn zu fahren, damit er sich überzeugen konnte, das er die Wahrheit sprach.
Adolf war sprachlos! Oi saß immer noch stumm neben ihm.
„Du meinst, das ganze ist eine Farce?“
„Ich denke ja, aber lass uns ins Hotel fahren, ich lade euch beide in die Hotelbar ein und dann können wir weiteres besprechen. Diese Nok und Pepperl laufen sicher nicht aus dem Krankenhaus weg.“
Adolf war völlig baff, er zahlte die Rechnung. Er wies Oi an, jetzt aufzubrechen, - sie meinte natürlich, jetzt geht es wieder ins Krankenhaus.
Sie starteten und bevor sie in den fliesenden Verkehr einscheren konnte, schrie Adolf noch zum Glatzkopf: „Woher kommst du wirklich, das du so gut Deutsch sprichst?“
Der Platterte grinste zu Adolf rüber und sagte:
„Aus Südtirol!“
- Hang on, Guys -