Teil 22:
Die Sonne brannte schon sehr stark auf die kleine Insel in der Andamanensee, als Adolf und Oi aufwachten. Für Oi hatte er sogar seine Gewohnheit, spätestens um 10.00 Uhr aufzustehen, vernachlässigt. Er fühlte sich einfach wohl mit ihr und wusste nicht, das er jetzt langsam seinen Kopf verlor. Eine erstaunliche Reaktion bei Männern, die wenig Erfahrungen mit Frauen haben, - aber die Realität bestätigt sie. Pfiffige Frauen wissen das sehr gut, und manche nutzen dieses Wissen auch schamlos aus, - Oi aber nicht!
Adolf wollte heute mit Oi an den Surin Beach fahren. Nachdem er ihr das in einer sehr umfangreichen Gebärdensprache beigebracht hatte, brachen sie auf. Oi war das gar nicht recht, aber sie sagte nichts zu ihm. Sie war in einer Zwickmühle, sollte sie doch am Nachmittag bei der Nok zum Rapport antreten, aber sie verwarf ihre Gedanken sehr schnell, die typische Thai Mentalität kam wieder mal zum Tragen, wozu über Probleme nachdenken? Macht nur Kopfschmerzen!
Sie verbrachten den Tag am Strand, Oi natürlich voll bekleidet und unterm Sonnenschirm bei der alten Masseuse, die die Touristen an diesen Strandabschnitt massierte.
Um 16.00 Uhr wurde sie doch etwas unruhig und nervös, sie hatte große Angst vor dem sicher eintreffenden Ärger mit der Nok, wenn sie nicht bald bei ihr zu Hause auftauchte.
Sie bat die alte Masseuse, die besser Englisch sprach, Adolf zu informieren, das sie sehr bald mal nach Hause muss, natürlich sollte sie irgendeinen Vorwand als Grund angeben. Adolf verstand recht schnell und so fuhren sie wieder nach Patong Beach zurück.
Oi lotste Adolf in die Soi Rat-U-Thid 200 Pee 1, ganz ans Ende, wo sehr viele der nächtlichen Fachkräfte wohnen.
Nok hatte hier ein Reihenhaus gemietet, ein Schlafzimmer bewohnte sie selber, und in den anderen beiden Schlafzimmer hatte sie sage und schreibe 14 (!) Mädchen eingepfercht. Von jeder verlangte sie einen Nelson (500 Baht) an Monatsmiete. So verdiente sie 3000 Baht nebenbei, da die Miete für das ganze Haus nur 4000 Baht betrug und sie hatte das größte und schönste Zimmer umsonst für sich alleine. Natürlich wurden alle anfallenden Arbeiten von den Mädchen erledigt, Nok rührte keinen Finger, außerdem hatte sie dazu auch gar keine Zeit, weil sie am Tag meist Karten spielte.
„Wieso kommst du so spät? Und wozu hast du diesen Knallkopf mit?“ wurde Oi von der Nok in ihrer Sprache empfangen.
„Sawadee Kha, Khun Adolf“ flötete Nok zu Adolf mit einen süßen Lächeln. „Hallo, Nok“ erwiderte Adolf und sah sich um. „Bring dem dämlichen Farang ein Glas Wasser“, befohl Nok einer der auf dem Boden herumliegenden Mädchen. Ein Mädchen stand sofort auf, Nok’s Worte waren hier Gesetz.
Adolf setzte sich an den Tisch, der vorm Haus stand und sah den vielen anderen Mädchen beim Waschen der Wäsche zu. Er war etwas irritiert, das sie die ganze Wäsche mit der Hand wuschen. Er sah auch, das sich Nok recht angeregt mit Oi unterhielt. Es kam ihm zwar etwas laut vor, aber er wusste das Thais, wenn sie sich untereinander unterhielten, schon mal ein lautes Organ haben.
Verstanden hat er natürlich kein Wort!
Nach 20 Minuten kam Oi zu Adolf an den Tisch und wollte wieder aufbrechen. Sie hatte sich vorher noch schnell ein paar Klamotten in eine Plastiktüte gepackt, die sie in den kleinen Korb der HONDA warf.
Nok verabschiedete sich noch sehr freundlich und lächelnd von Adolf, natürlich nicht ohne darauf hinzuweisen, das er heute Abend wieder in ihre Bar kommen sollte. Heute Abend hätte eine Mitarbeiterin Geburtstag, und er wäre sehr herzlich dazu eingeladen. Essen gibt es natürlich gratis.
Sie fuhren wieder los und Oi klammerte sich sehr stark an Adolfs Bauch. Adolf genoss es sehr, das sie so nahe bei ihm war, er wusste ja nicht, dass sie hinten am Sozius weinte. Der Fahrtwind blies ihre Tränen sehr schnell in die aufgeheizte Luft. Adolf merkte nicht, was sich da hinter ihm abspielte, er spürte nur den festen Druck von Oi’s Händen. Das Gespräch mit Nok hatte Oi sehr durcheinander gebracht.
Als sie das Gästehaus erreichten, hatte Oi sich wieder soweit im Griff und lächelte wieder.
Sie duschten sich und danach schliefen sie noch ein paar Stunden.
Nachdem sie am Nachtmarkt in der Rat-U-Thit Road etwas gegessen hatten, liefen sie um 22.00 Uhr in der Soi Kathoey bei der Bar von Nok ein. Die gesamte Bar war mit vielen, bunten Luftballons geschmückt und es war ein Thai Büfett aufgebaut. Die Stimmung war phantastisch. Pepperl war heute auch da, - er klärte Adolf auf, das er als geladener Gast dem Geburtskind mindestens einen Hunderter an den an ihr hängenden Geldkranz hängen sollte. Das verlangt die thailändische Tradition.
Adolf gratulierte dem Geburtstagkind und heftete ihr zwei Hunderter an den Kranz. Sie bedankte sich mit einen hohen Wai.
Er setzte sich wieder zu Pepperl, da er sich mit ihm in Deutsch unterhalten konnte. „Wie geht es dir denn so?“ wurde er von Pepperl gefragt. „Alles bestens, ich fühle mich rundum wohl“, war seine Antwort. „Und? Der Oi geht es auch gut?“ hakte Pepperl nach.
„Ja, klar, ich denke es gefällt ihr, mit mir zusammen zu sein“, grinste Adolf zu Pepperl. „Na, Super, dann ist ja alles bestens!“ erwiderte Pepperl.
Plötzlich stand Pepperl auf und ging auf die andere Seite der Bar, um mit Nok zu sprechen, natürlich in Englisch. „Was ist los? Hast du die Oi noch nicht instruiert?“ schnauzte er Nok an.
„Doch, natürlich, aber erst heute Nachmittag“ erwiderte Nok. „Na gut, aber mach ihr noch mal richtig Dampf, du weißt, er fliegt in ein paar Tagen wieder!“ „Ja, sicher“, war ihre Antwort.
Sofort rief Nok die Oi zu sich. „Warum hast du mit dem Farang noch nicht gesprochen?“ brüllte sie Oi an. Oi sah nur auf den Boden und brachte kein Wort heraus. „Wenn du bis morgen nicht mit ihm gesprochen hast, dann bringe ich dich wieder zurück in den Sing a Song, und die Schulden, die du bei mir hast, wirst du wieder mit den Burmesen abarbeiten, Verschwinde!“
Oi lief schnell auf die Toilette, sie konnte jetzt nicht gleich zu Adolf zurück.
Ihr liefen wieder die Tränen über die Wangen.
- Hang on, Guys -