Adolf in Thailand

Diskutiere Adolf in Thailand im Literarisches Forum im Bereich Thailand Forum; @Maglen55, falls du noch in Jöremanie bist (oder nach dem Urlaub): Sehr abwechslungsreich ist "Thailand queerbeet" von Waldi, Elicsan & Co...
H

Harry55

Gast
@Maglen55,
falls du noch in Jöremanie bist (oder nach dem Urlaub): Sehr abwechslungsreich ist "Thailand queerbeet" von Waldi, Elicsan & Co.!
@Waldi,
hatte schon Angst, dass ich vor meinem ersten Urlaub in LoS (Start in 12 Tagen) keine Fortsetzung mehr zu lesen bekomme. ;-)
Bin zwar nicht auf Phuket, sondern in BKK und Pattaya, dennoch (auch wenn ich mich wiederhole)spannende, unterhaltsame, lehrreiche Lektüre.
Die Fangemeinde hockt vor den Bildschirmen! :wink:
Gruß, Harry55
 
Bieris

Bieris

Senior Member
Joined
Feb 10, 2003
Messages
135
Reaction score
0
Location
Bielersee
Mensch, bin ich froh dass es nun weitergeht.

Hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben zu lesen, wie Adolf seinem Chef beibringt, von nun an via Internet von Thailand aus zu arbeiten....... :ohoh:

Gruss, Bieris
 
W

waldi

Gast
Teil 27:


Als sie im Holiday Inn Resort ankamen, stand Zack zufällig in der Lobby und begrüßte eine Gruppe Touristen, die gerade nach einem langen Flug aus Rom angekommen waren. Er erklärte in italienischer Sprache die Begebenheiten und wies den Leuten ihre Zimmer zu.

Adolf winkte Zack zu, er wollte ihn nicht stören, aber mit Gebärdensprache gab er ihm zu erkennen, dass sie heute Abend wieder vorbeikommen. Zack lächelte den Beiden zu, und nickte wohlwollend mit dem Kopf. Er wusste nun, das alles planmäßig verlaufen sei, Pepperl und Nok sitzen hinter thailändischen Gardinen.

Unser Beamter fuhr mit seiner sehr schweigsamen Oi ins Gästehaus.

Im Zimmer wurde Oi nun das Geschehen erst so richtig bewusst, was passiert war. Sie wusste, das sie jetzt bei Nok und Pepperl auf der Abschussliste stand und bekam das erste Mal so richtig Angst. Sie schmiegte sich sehr stark an Adolf, er war nun der einzigste Freund, den sie noch hatte. Adolf dachte schon etwas weiter und versuchte aus Oi herauszukriegen, welche persönlichen Dinge sie noch im Haus der Nok hätte. Er war sich sicher, das die anderen noch nicht wussten, das Nok und Pepperl verhaftet wurden. Oi wollte absolut nicht in ihr Haus zurück, aber Adolf ließ sich nicht abbringen.

Mit spürbaren Widerwillen schaffte er es, sie zu überzeugen, dass sie jetzt sofort ihre restlichen Sachen abholen müssten, bevor sich die Geschichte rumspricht.

Sie erreichten das Haus von Nok, und tatsächlich wusste noch niemand, was sich ereignet hatte. Die anderen Mädchen quasselten auf die Oi ein, aber sie blieb standhaft und schwieg. Sie wollte so schnell wie möglich wieder weg. Überrascht beobachteten die anderen, wie Oi all ihre Habe in eine Umhängetasche packte und ohne Worte mit Adolf wieder verschwand. Selten war Oi so aufgeregt, wie in diesem Moment.

Sofort versuchten die Mädchen, Nok an ihrem Handy zu erreichen, aber es kam nur die Ansage, das der Teilnehmer zur Zeit nicht zu erreichen sei. Irgendetwas war faul, das wussten sie, aber sie werden es noch früh genug erfahren.

Pepperl und Nok saßen dem Chief Superintendent gegenüber, der gelangweilt auf seinen Fernseher in der Ecke des spärlich eingerichteten Büro schaute. Nachdem er sich die Version der Geschichte von Nok und Pepperl angehört hatte, rief er einen Kollegen und ließ die Beiden zusammen in eine der heruntergekommenen U-Haft Zellen werfen. Danach rief er seinen Freund, Mr. Wu an, und meldete ihm die Verhaftung und das alles in bester Ordnung sei. Zufrieden legte er nach dem Gespräch den Hörer wieder auf und widmete sich wieder seiner Seifen Oper im TV.
Pepperl und Nok wurden ihre persönlichen Dinge, sowie ihre Handies, abgenommen. Danach wurden sie erkennungsdienstlich behandelt und mussten viermal (!) ihre Fingerabdrücke abgeben. Pepperl konnte gerade noch seinen Kumpel, den Iwan, anrufen, - nachdem er dem Polizeibeamten 300 Baht in die Hand gedrückt hatte. Iwan reagierte aber sehr desinteressiert und wimmelte ihn mit den Worten, er werde sich darum kümmern, ab. Iwan würde den Teufel tun, um diesem dummen Kleinkriminellen zu helfen, er wusste, das dieser Pepperl jederzeit leicht für seine Geschäfte, durch einen anderen Gestrandeten auf Phuket, zu ersetzen sei. Er meldete sich nie wieder bei Pepperl!

Adolf kümmerte sich rührend um seine Oi, er schaffte es sogar, das sie wieder etwas besser drauf war. Mit einen Kauderwelsch in Thai und Englisch versuchte er ihr klarzumachen, das er sich um sie kümmern wird, und das sie nichts zu befürchten hat. Irgendwann schliefen sie engumschlungen ein.

Als sie aufwachten, war es schon dunkel.

Sie duschten sich und machten sich auf den Weg zu Zack.

Die freundliche Rezeptzionistin rief Zack an seinen hauseigenen Handy an, - kurze Zeit später begrüßte er Adolf und Oi. Danach setzten sie sich an die Hotelbar.

„Ich hörte schon, das alles planmäßig verlaufen ist. Mr. Wu wurde von der Polizei informiert”, eröffnete Zack das Gespräch. „Ja, das stimmt, aber ich mache mir jetzt große Sorgen um Oi, ich denke, das sich diese Nok rächen wird“, antwortete Adolf etwas betrübt.
„Da hast du leider recht, was wollt ihr jetzt machen?“ „Weiß noch nicht so richtig, was würdest du tun?“ schaute Adolf fragend in Zacks Gesicht.

„Na ja, ich denke, es ist besser, wenn Oi einige Zeit von Phuket verschwindet, du fliegst ja eh in ein paar Tagen wieder.“ „Ich habe mir gedacht, sie sollte zu ihrer Familie nach Trang gehen. Da ist sie sicher besser aufgehoben als hier“, erklärte Adolf. „Ich werde sie auch finanziell unterstützen, kannst du sie mal nach ihren Familienverhältnissen fragen? Ich verstehe sie ja nicht.“

Innerlich war Zack wieder mal erstaunt, wie leicht sich manche europäische Herren das Zusammenleben mit ihren „Eroberungen“ vorstellen. Keiner versteht den anderen, aber alle denken an die große Liebe, vor allen, oder besser, - ausschließlich die Herren. Er ließ sich aber nichts anmerken.

In bestem Thai wand er sich nun an Oi und fragte sie über ihre Familienverhältnisse aus. Gleichzeitig war er sich aber sicher, das sie ihm niemals die ganze Wahrheit erzählen wird. Adolf war jetzt stummer Beobachter einer sehr angeregten Diskussion und bewunderte wieder mal die hervorragenden Sprachkenntnisse des Südtirolers.

Das Gespräch schien beendet zu sein und Adolf wartete sehnsüchtig auf die deutsche Übersetzung. Zack erklärte ihm, das Oi einen 13jährigen Sohn und eine 14jährige Tochter hat, - sie leben Beide bei der Schwester von Oi in Ban Suan Man, ein kleiner Ort nähe Trang. Dort leben auch ihre 7 Brüder. Die Eltern waren bereits Beide gestorben. Sie könnte sich vorstellen, einige Zeit dorthin zurückzukehren, aber sie hat ja kein Geld. Adolf unterbrach sofort das Gespräch und bat Zack zu übersetzen, das sie sich wegen Geld keine Sorgen zu machen braucht.

Zack übersetzte und Oi lächelte, sie nahm Adolfs Hand und rückte etwas näher zu ihm.

„Ich bin jetzt noch 5 Nächte hier, meinst du, ich soll mit ihr nach Trang fahren?“ wollte Adolf von Zack wissen. „Klar, warum nicht, aber morgen müssen wir noch gemeinsam auf die Polizeiwache, um das Protokoll aufzunehmen.“

„Sicher, ich bedanke mich nochmals recht herzlich für deine Hilfe!“

Adolf ließ sich noch einige Sachen aus Oi’s Leben von Zack übersetzen, bevor sie sich wieder in ihr Gästehaus begaben. Auf das Nachtleben an den Bars hatten sie heute verständlicherweise keine Lust.

Am nächsten Tag trafen sie sich pünktlich um 10.00 Uhr bei Zack, um gemeinsam die Polizeiwache aufzusuchen.
Adolf kannte die Örtlichkeit schon von seiner Strafe, die er für Fahren ohne Helm, bezahlt hatte. Trotzdem war er etwas aufgeregt, Oi zitterte fast vor Aufregung!

Als sie die Polizeiwache erreicht hatten, beruhigte Zack die Beiden und bläute ihnen noch mal ein, das er das Gespräch übernehmen würde. Mr. Wu hatte ihm einiges aufgetragen, wie die Vernehmung ablaufen sollte. Adolf war wieder mal überrascht, welche Macht dieser Mr. Wu hier anscheinend hatte.

Sie betraten das Büro des Chief Superintendent.

Zack übernahm sofort das Gespräch, Adolf und Oi wurden lediglich nach ihren Personalien gefragt. Die ganze Prozedur dauerte circa 20 Minuten, danach nahm ein anderer Polizist das ganze schriftlich zu Protokoll, welches dann alle Beteiligten unterschreiben mussten. Der Report war in Thai abgefasst, und Zack versicherte Adolf, das alles seine Richtigkeit hat.

„Das war’s?“ fragte nun Adolf. „Yep, das war’s!“ antwortete Zack. „Jetzt gibt es eine offizielle Anzeige und die Beiden werden noch heute in das Gefängnis nach Phuket Town gebracht. Irgendwann wird ein Prozess geführt, und dann sehen wir weiter!“ Sie verabschiedeten sich von den Polizisten und begaben sich zum Ausgang.

„Müssen wir nicht beim Prozess dabei sein?“ wollte Adolf nun von Zack wissen. „Nein, Mr. Wu hat seinen Anwalt instruiert, der würde das alles erledigen, ihr müsst nur diese Vollmacht unterschreiben.“ Auch diese unterschrieben Adolf und Oi, - ohne den Inhalt zu kennen.

„Fährt ihr nun nach Trang? Ich denke, die Geschichte wird sich jetzt schon rumgesprochen haben.“ „Ja, ich will nur noch die gemietete HONDA Dream zurückgeben. Hast du einen Tipp, wo ich günstig ein Auto mieten kann?“

„Sicher, wir haben ein Reisebüro im Hotel, da kannst du einen SUZUKI Jeep von SIXT/BUDGET mieten, diese Autos sind alle Vollkasko versichert, nicht so wie die vom Strand. Soll ich dir bei der Rückgabe des Mopeds noch behilflich sein?“ „Das wäre super! Hast du Zeit?“

Mit Hilfe von Zack blieb Adolf noch die unverschämten Forderungen für die alten Schäden an der HONDA Dream erspart, - der Mopedvermieter wusste, das Zack ein guter Freund von Mr. Wu war und gab ohne Murren den Reisepass von Adolf raus.

Danach fuhren sie ins Holiday Inn Resort, Adolf mietete einen fast neuen SUZUKI 4 WD, den er bei Abflug am Flughafen Phuket abgeben konnte. Als Deposit reichte eine Kopie seiner VISA Karte, seinen Reisepass behielt er diesmal.
Als alles erledigt war, verabschiedeten sich die Beiden herzlichst von Zack. Adolf ließ sich noch die Visitenkarte von Zack geben, er wolle sich unbedingt bei ihm melden, und das nächste mal bei ihm direkt wohnen.

Zack wünschte den Beiden viel Glück und schaute den JEEP noch einige Zeit nach, wie er langsam das Hotelgelände verließ. „Ob das gut geht?“

Natürlich bekam Adolf nach dem Aus Checken im Gästehaus, seine bereits bezahlten Tage nicht zurück, aber es war ihm egal.

Nachdem er sich noch, in einen Book Store, eine Straßenkarte von Süd Thailand besorgt hatte, ging die Fahrt mit Oi ins Unbekannte los. Erleichtert und voller Tatendrang fuhren sie den steilen Berg hinauf, im Rückspiegel sah er noch mal kurz die Skyline von Patong Beach.


- Hang on, Guys -

 
H

Haj

Junior Member
Joined
Jan 24, 2004
Messages
31
Reaction score
0
Location
Schaumburg
Schön das es mit Adolf weitergeht, aber das lief ja alles ein bisschen zu glatt. Kommt jetzt nur noch Friede, Freude, Eierkuchen :nixweiss:

Grus
Haj
 
D

dr_farnsworth

Senior Member
Joined
Mar 7, 2004
Messages
528
Reaction score
0
Der Adolf hat schliesslich Urlaub. Ein bischen Erholung kann man ihm schon gönnen... :lol:

Martin
 
M

Marco

Gast
Waldi

Ich bleibe bei meinem Urteil :bravo: :bravo: .

Und spannend :zitter: bleibt's auch, den Zack oder Mr. Wu sind gegen Pepperl und Noi und dies impliziert nicht automatisch, dass sie zu den 'Guten' gehören.

Wir werden sehen.

khontingtong
 
W

waldi

Gast
Schön das es mit Adolf weitergeht, aber das lief ja alles ein bisschen zu glatt. Kommt jetzt nur noch Friede, Freude, Eierkuchen
@haj

nix is mit friede, freude, eierkuchen :cool:

den Zack oder Mr. Wu sind gegen Pepperl und Noi und dies impliziert nicht automatisch, dass sie zu den ´Guten´ gehören
@khontingtong

du hast vielleicht ideen, aber net bled... ;-D

ihr (das forum) habt die geschichte schon öfters beeinflusst als ihr denkt... :super:

gruss

waldi :cool:
 
B

bmei

Senior Member
Joined
Jan 12, 2004
Messages
378
Reaction score
0
Location
Hua Hin
@waldi,

ihr (das forum) habt die geschichte schon öfters beeinflusst als ihr denkt...
Was ist mit den restlichen 30.000 THB, werden die noch verballet :lol:

super story, habe lange gewartet - mai pen rai -

gruß khun bernd
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

Senior Member
Joined
Nov 5, 2002
Messages
16,118
Reaction score
1,277
Location
Irgendwo im Outback!
Ich sehe schwarz für Adolf und dann noch nach Süd Thailand

in dein Jagdrevier ,Waldi!!!
 
S

Stephan baaa

Senior Member
Joined
Feb 6, 2004
Messages
109
Reaction score
0
Location
Bergheim
Hai Waldi, :wink:

dann schick den Adolf noch zwei Tage nach Bangkog damit ich da auch weis wo es was zu sehn gibt und lass ihn nochn paar andere nette Pfade treten.

Werd mich dann als Newbie ab mitte April auf Adolfs Spuren begeben. Danke für den Phuket-Führer. Werd wohl zwischen den Tauchgängen ne menge zu entdecken haben.

Gruß StephanAdolf :super:
 
H

Harry55

Gast
@Stefan baaa,
den Tauchreiseführer Phuket von Elicsan nicht vergessen! :wink:
Gruß, Harry55
 
E.Phinarak

E.Phinarak

Senior Member
Joined
Mar 24, 2003
Messages
1,516
Reaction score
0
Location
Maha Sarakham / NDS
Waldi wann geht´s weiter? Die Story ist :super:
BTW: ich habe mal auf Phuket einen Waldi kennengelernt. Das war in Karon in der Gun-Bar. Er war (1999 o. 2000) mit einem kleinen Östereicher (fuhr so einen Mini-Chopper) und dem Peter, der mir damals einen Jeep lieh, zusammen. Könntest du das gewesen sein ?
Gruß Eddy
 
W

waldi

Gast
Teil 28:

Die Fahrt verlief relativ ruhig, Adolf kam mit dem Linksverkehr gut zurecht, einzig das starke Verkehrsaufkommen stresste ihn ein wenig. Nach der Flughafenkreuzung wurde es aber besser und er konnte etwas „Gummi“ geben. Kurz vor der Sarasin Brücke (Verbindung von Phuket zum Festland) kamen sie in eine Verkehrskontrolle, - als die Beamten aber einen Farang hinter dem Steuer sitzen sahen, winkten sie den SUZUKI Jeep durch.

Adolf merkte recht schnell, das Oi als kartenlesende Beifahrerin ungeeignet war. Sie konnte keine Straßenkarte lesen, wo sollte sie es auch gelernt haben?

Bei Phang Nga machten sie in einer TEXON Raststätte ihre erste Pause. Adolf war sehr beeindruckt von der bizarren Landschaft. Für ihn war es der erste Kontakt außerhalb der ausgetretenen Touristenpfade auf Phuket und es gefiel ihm ausgezeichnet.

Die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel, als sie das, nach drei Seiten, offene Restaurant betraten. Es waren hauptsächlich Trucker anwesend, die ihre Mahlzeit einnahmen. Adolf erblickte einen etwa gleichaltrigen Farang, der mit einer etwas reiferen, seriös wirkenden Thai an einem Tisch saßen. Sie nahmen den Tisch daneben. Der ältere Farang nickte freundlich, als Adolf und Oi Platz nahmen.

Eine junge, hübsche Bedienung kam und Oi bestellte einige Leckereien, die Adolf aber alle unbekannt waren. Es war ihm klar, das sein geliebtes Fast Food jetzt mal Pause hatte, Schnitzel und Sauerbraten hatte er schon mal aus seinem Wortschatz gestrichen.

Adolf versuchte dem flüssigen Gespräch am Nebentisch, das in Englisch stattfand, zu folgen, aber seine Englischkenntnisse waren einfach zu schlecht. Er ärgerte sich ein wenig, das er nicht besser diese Sprache beherrschte, würde es aber nie zugeben wollen. Mit seinen bescheidenen Sprachkenntnissen versuchte er mit Oi eine Art Unterhaltung zu starten. Schnell bemerkte der Tischnachbar, das Adolf ein Deutscher sein müsste.

„Fährt ihr auch nach Kao Sok?“ hörte Adolf den Tischnachbarn in breiten Schwyzerdeutsch los blubbern. „Nein, was bringt denn einen Schweizer in diese verlassene Gegend?“ antwortete Adolf mit einer Gegenfrage. „Well, eigentlich bin ich kein Schweizer, - dich würde ich in die Gegend Nordrhein Westfalen einordnen, oder?“ „Ja, stimmt, ich komme aus Mönchen Gladbach“, antwortete der Beamte.

„Wo kommst du dann her? Wieso sprichst du Schwyzerdeutsch?“

Adolf merkte, das der Fremde sichtlich nicht so viel über sich preisgeben wollte, aber er ließ nicht locker, - er freute sich, in dieser fremden Umgebung seine Muttersprache zu sprechen.

„Ich besuche zum ersten Mal die Heimat meiner Partnerin, - in diesem Teil Thailands war ich auch noch nie! Dachte sogar, das dieses Surat Thani im Isaan liegt“, antwortete der Fremde, seine Begleitung lauschte dem Gespräch, verstand aber die deutsche Sprache nicht.

Die von Oi georderten Speisen kamen, Adolf blickte etwas skeptisch auf das seltsam aussehende Essen, aber er probierte von allen ein wenig. So richtig schien es ihm aber nicht zu schmecken.

„Wo fährt ihr denn hin?“ fragte nun der sympathisch wirkende Fremde am Nebentisch. „In die Nähe von Trang, wir wollen in den Heimatort meiner Freundin.“
„Warst du schon mal dort?“ wollte der schwyzerdeutsch sprechende Mann jetzt wissen.
„Nein, aber ich hoffe, wir finden diesen Ort. Meine Freundin kennt sich ja aus“, erzählte Adolf, obwohl er Mühe hatte, dies selbst zu glauben. Der Fremde schmunzelte etwas!

Die seriös wirkende Thai unterhielt sich inzwischen mit Oi. Die beiden Farangs konnten dem Gespräch zwar nicht folgen, - aber sie merkten, dass sie sich gleich gut verstanden.

„So, wir müssen jetzt weiter“, beendete der Fremde das Gespräch. „Vielleicht sehen wir uns ja mal in Trang. Wir bleiben eine Nacht im Kao Sok Nationalpark und morgen besuchen wir eine Freundin in Trang.“

Kurz nachdem sich die Beiden verabschiedet hatten, brach unser Liebespaar auch wieder auf. Den auffälligen, roten SUZUKI Vitara der neuen Bekanntschaft, prägte sich Adolf instinktiv ein.

Adolf und Oi erreichten Krabi, - durch die gute Ausschilderung nahmen sie auch sofort die richtige Abzweigung nach Trang.
Die Fahrt verlief ruhig, das Verkehrsaufkommen war gering und Adolf genoss die schöne Landschaft, die an ihm vorbeizog.

Oi schlummerte am Beifahrersitz.

Zwischendurch erwischte sich Adolf immer wieder beim Gedanken, was ihm wohl bei Oi’s Familie erwarten wird. Er hatte überhaupt keine Vorstellung, wie so eine normale Thai Familie am Land lebt.

Ungefähr 30km vor Trang manövrierte er den Jeep auf einen verlassenen Rastplatz und studierte die Karte. Oi wachte auf, aber sie konnte Adolf beim besten Willen nicht helfen, wo sie nun seien und wie es weitergeht.


- Hang on, Guys -
 
M

Marco

Gast
@Waldi

Dass ich Deine Geschichte gut finde, habe ich schon geschrieben, aber jetzt :O :O :O bin ich schon erstaunt, dass ein schwyzerdeutsch sprechender Mann eine zwielichtige Rolle übernehmen soll :O :-( .

Merke:
Wir Schweizer sind ausnahmslos integer und ehrlich ;-) .

khontingtong
 
W

waldi

Gast
bin ich schon erstaunt, dass ein schwyzerdeutsch sprechender Mann eine zwielichtige Rolle übernehmen soll
...denke, er ist nicht zwielichtig, er taucht nochmal auf, später...

sein schwyzerdeutsch hat er im exil gelernt

gruss

waldi :cool:
 
H

hello_farang

Gast
@waldi:

Das mit dem (Nicht-)Kartenlesen kommt mir auch sehr bekannt vor, ich musste breit grinsen... :super:

Ziemlich entnervt, weil wir das Ziel nicht fanden, sind wir an die Tanke ran, und haben eine Strassenkarte gekauft. Die thailaendische Fahrerin betrachtete uns beim Entfalten der Karte auf der Motorhaube, leicht irritiert. ´Was machen die da?!´ Wir zeigen Ihr, wo wir sind und wo wir hin muessen, aber nach 10 Sekunden Betrachten der Karte kam nur ein empoert/unsicheres "Uiiii!?!!", gefolgt von einem Wortschwall auf thai, den ich leider nicht im Original wiedergeben kann. Uns war jedenfalls sofort klar, dass sie nicht der Mensch fuer Karten ist...

Oder wie meinte neulich ein Freund zu mir, als ich ihn nach der ISBN seiner Thailand-Roadmap fragte?! "...na Du kennst ja die Thais, die fragen lieber als das sie in einen Plan gucken!..." Er hat zwar die Mutter aller Strassenkarten gekauft, aber niemand ausser ihm konnte damit etwas anfangen, obwohl jedes noch so kleine Dorf auf thai und in lateinischen Lettern verzeichnet ist. :nixweiss:

hello_farang
 
I

Iffi

Gast
@Waldi,

find' ich faszinierend, falls die Leserschaft den Fortgang deiner Geschichte "wirklich" beeinflusst. Ist sogar mediengerecht.

Es zeigt auch, dass du den Leuten auf's Maul schaust und beobachten und zuhören kannst. So entstehen Geschichten aus dem echten Leben.

Übrigens ich habe mich mal wieder "mittendrin" beim lesen gefühlt, falls du weisst, was ich meine. ;-)
 
phimax

phimax

Senior Member
Joined
Dec 3, 2002
Messages
14,187
Reaction score
12
Location
vor'm Monitor
schwyzerdeutsch hat er im exil gelernt
Und dann noch die seriöse Frau an seiner Seite... ;-D
Nachtigall ich hör dir trapsen...

Michael
 
W

waldi

Gast
@Waldi,
find´ ich faszinierend, falls die Leserschaft den Fortgang deiner Geschichte "wirklich" beeinflusst. Ist sogar mediengerecht.

Es zeigt auch, dass du den Leuten auf´s Maul schaust und beobachten und zuhören kannst. So entstehen Geschichten aus dem echten Leben.
@iffi - yep

eigentlich sollte adolf ein absoluter, dummer s touri werden... habe dann aber umgeschwenkt, jetza wird er / ist er... liebeskaspar, einer der netten sozusagen, er lernt rasend schnell... und glück hatte er bis jetzt auch... mal sehen... seine "neue" familie kommt ja erst jetzt ins spiel... die sind "anders"... als Oi :nixweiss:

@phimax

Nachtigall ich hör dir trapsen...
wo hättste denn das exil gerne? ...der "schwyzer" ist welterfahren... er hat viele jahre in manama-sitra/bahrein an der inbetriebnahme einer meerwasserentsalzungsanlage rumgeschraubt... vielleicht haben sie sich ja an einer verbotenen schnapsbrennerei gefröhnt... und sind erwischt worden... solls ja geben... lauter monteure aus der CH und er als einziger germane... verschlossen hinter dicken mauern

denke, einen teil schaffe ich heute abend noch...

gruss, waldi :cool:
 
W

woma

Senior Member
Joined
Jan 20, 2004
Messages
3,242
Reaction score
4
...denke, er ist nicht zwielichtig...
aber bei der Frau stand extra [highlight=yellow:5a565c5420]seriös wirkend[/highlight:5a565c5420] dabei und beim Mann nicht und außerdem spricht er Schwyzerdeutsch :frech:, da wird doch eine düstere Zukunft impliziert, man wird sich als treuer Leser schon mal Sorgen, um den Adolf machen dürfen ;-D

woma :wink:
 
Thema:

Adolf in Thailand

Adolf in Thailand - Ähnliche Themen

  • Lebensabend in Thailand verbringen

    Lebensabend in Thailand verbringen: Hat sich schon mal einer Gedanken darüber gemacht bzw .infos wie das ist wenn man als Deutscher in Thailand verstirbt. und man Hier verbrannt...
  • Maskenpflicht in Thailand, wenn man das Haus verläßt!

    Maskenpflicht in Thailand, wenn man das Haus verläßt!: Sonst droht eine Strafe von 20.000 Bath. Mit dieser Maßnahme weicht Thailand von den Bestimmungen in Deutschland ab. Aber von führenden Virologen...
  • Land-Kauf in Thailand - kann jmd. einen Anwalt empfehlen?

    Land-Kauf in Thailand - kann jmd. einen Anwalt empfehlen?: Liebe Nittaya-Community ich plane, in Thailand ein 2tes zuhause aufzubauen und dort künftig mit meiner Thai-Partnerin ca die Hälfte des Jahres zu...
  • Thailändisch von zu Hause aus lernen

    Thailändisch von zu Hause aus lernen: Ich studiere gerade und plane im nächsten Jahr eine Studienreise nach Thailand. Bis dorthin möchte ich mir ein paar Sprachkenntnisse aneignen...
  • Adolf H. in Thailand

    Adolf H. in Thailand: Wie kommt's das uns Adolf gerade in Touri-Gegenden so verehrt wird, datt kann doch nicht nur an den Thai liegen sondern eher an der potentiellen...
  • Adolf H. in Thailand - Ähnliche Themen

  • Lebensabend in Thailand verbringen

    Lebensabend in Thailand verbringen: Hat sich schon mal einer Gedanken darüber gemacht bzw .infos wie das ist wenn man als Deutscher in Thailand verstirbt. und man Hier verbrannt...
  • Maskenpflicht in Thailand, wenn man das Haus verläßt!

    Maskenpflicht in Thailand, wenn man das Haus verläßt!: Sonst droht eine Strafe von 20.000 Bath. Mit dieser Maßnahme weicht Thailand von den Bestimmungen in Deutschland ab. Aber von führenden Virologen...
  • Land-Kauf in Thailand - kann jmd. einen Anwalt empfehlen?

    Land-Kauf in Thailand - kann jmd. einen Anwalt empfehlen?: Liebe Nittaya-Community ich plane, in Thailand ein 2tes zuhause aufzubauen und dort künftig mit meiner Thai-Partnerin ca die Hälfte des Jahres zu...
  • Thailändisch von zu Hause aus lernen

    Thailändisch von zu Hause aus lernen: Ich studiere gerade und plane im nächsten Jahr eine Studienreise nach Thailand. Bis dorthin möchte ich mir ein paar Sprachkenntnisse aneignen...
  • Adolf H. in Thailand

    Adolf H. in Thailand: Wie kommt's das uns Adolf gerade in Touri-Gegenden so verehrt wird, datt kann doch nicht nur an den Thai liegen sondern eher an der potentiellen...
  • Top