Wer sich auskennt, der weiß, daß in China traditionell ein Menschenleben wenig gilt, dafür aber das Geld.
Das war also weit vor Maos Regime so, der letztendlich vergeblich versuchte, den Chinesen das Gewinnstreben abzugewöhnen. Maos bekannte Untaten, so schlimm wie sie waren, gingen in eine andere Richtung.
Bekanntlich herrscht in China längst wieder ein immer noch von feudalen Traditionen geprägter Kapitalismus ohne soziale Komponente. Die jetzt aktiven Generationen kennen es nicht anders.
Aber tatsächlich hat die Sache viele Seiten: Es geht der Bevölkerung generell besser als früher.
Die Kehrseite ist die kalte, ungezügelte Gier. Der Staat "kümmert" sich nur um Politisches.
Parallelen gibt es in Vietnam: Das Land war in einer Krise mit Hungersnöten. Deswegen erfolgte die Einführung von marktwirtschaftlichen Komponenten auf privater Basis, zuerst in der Landwirtschaft. Die Möglichkeit Geschäfte zu machen brachte die Gier und den Egoismus. Die wenigsten interessiert Politisches, wenn sie Kohle machen dürfen.
Ansonsten war/ist das wie in der DDR: Im realen Sozialismus waren die staatlichen Repressionen und die Mangelwirtschaft. Um damit klar zu kommen, entstand eine gewisse Solidarität unter den Normalbürgern (also das Gegenteil von dem, was Lucky schreibt).
Als die nicht mehr erforderlich war, ging sie weitgehend verloren. In China/Vietnam ist das nur ausgeprägter, aufgrund der zügellosen Geschäftemacherei.
Nicht von ungefähr ähnelt sich das Verhalten der Neureichen in China und Rußland.
Aber Protzen mit seinem Vermögen war dort schon immer angesagt.