Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

Diskutiere Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong im Literarisches Forum im Bereich Thailand Forum; :nixweiss: :nixweiss: Ohne zuviel zu verraten: Nachdem Dr. Werner drei Fortsetzungen lang über Wellen geredet hat, kommt auch eine. :O Jetzt...
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
phi mee" said:
Peter kriegt Nong!
Bernd kriegt Lek!
Beide schließen sich glücklich der Nittaya-Gemeinde an! ;-)
:nixweiss: :nixweiss:

Ohne zuviel zu verraten: Nachdem Dr. Werner drei Fortsetzungen lang über Wellen geredet hat, kommt auch eine. :O
Jetzt aber wieder :computer:
ca. 23 Uhr ´ne neue Folge! :wink:
 
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
Fortsetzung Kapitel 18

Sie konnte sich nicht bewegen. Nong trug Fesseln an den Hand- und Fussgelenken.
Nicht schon wieder dieser Albtraum! dachte sie.
Sie lag in der engen Kajüte eines kleinen Schiffes. Vom Heck her hörte Nong das gleichmäßige Tuckern des Dieselmotors.
Die Kajüttür wurde aufgestossen und Pairat duckte sich, denn der Durchlass war selbst für thailändische Verhältnisse sehr niedrig.
Er baute sich höhnisch grinsend vor Nong auf. Als Pairat anfing, mit einem Stock herum zu fuchteln, rollte sie sich unwillkürlich zusammen und hielt die Luft an. Die linke Hand schmerzte immer noch bei jeder Bewegung.
“Keine Angst, ich werde dich unversehrt an deinen Bestimmungsort bringen lassen, aber noch nicht heute.” Pairat zeigte zwei Reihen weißer Zähne. Der hatte offenbar für seine Verhältnisse ausgesprochen gute Laune und Nong entspannte sich ein wenig.
Das Problem war im Moment nur, dass sich die Rebellenführer untereinander nicht einig waren, ob es überhaupt Sinn machte, die Tochter des kommandierenden Generals in der Provinz Yala als Druckmittel zu benutzen. Also musste Pairat selbst dahin reisen, um die Wankelmütigen umzustimmen, würde aber sein Faustpfand vorerst hier auf hoher See lassen.
Dieser perfide Plan war ansonsten eigentlich ein Selbstläufer, wenn alles klappte:
Die Regierung würde selbstverständlich Verhandlungen mit muslimischen “Terroristen” ablehnen, General Pittayarat würde vor Wut schnauben und ob mit oder ohne Befehl eine Offensive starten. Es würde Blut fließen, die Unruhen würden eskalieren. Pairat musste dann nur noch lancieren, dass Potaram dahinter steckte. Wenn die thailändische Presse das nicht bringen wollte, dann eben Zeitungen in Singapur oder Malaysia. Man konnte auch das Internet nutzen.
Plötzlich fiel Pairat ein, dass es vielleicht doch nicht so eine gute Idee gewesen, die beiden Deutschen mit dem Gas zu vergiften, die hatten womöglich Beweise, dass die entführte Nong mit Potarams Privatjet geflogen war.
Er riss ein Messer aus dem Gürtel und Nong wurde blass.
Hatte es sich dieser unberechenbare Mann anders überlegt?
Pairat durchtrennte die Fesseln und knurrte:
“Versuche nicht, irgendwo gegen zu treten! Wir verstärken jetzt Bullaugen, Luke und Tür mit Planken. Bis übermorgen!”
Pairat drehte sich noch einmal um, bevor er die Kajüte verließ.
“Ach übrigens, auf die Jöhramans brauchst du nicht zu warten, die werden nicht kommen!” Er fuhr sich mit der Kante der rechten Hand über die Gurgel.
Nong erstarrte und fiel in ein tiefes Loch.


Im Hotelzimmer herrschte am frühen Morgen dieses ersten Weihnachtsfeiertages hektische Betriebsamkeit.
Bernd war froh, nicht auf die Sheriffs aus Patong angewiesen zu sein. Die hätten vielleicht die Farangs noch wegen Sachbeschädigung verhaftet.
Stattdessen wurde von Anfang an professionell gearbeitet. Tongthai hatte sogar Kriminaltechniker mitgebracht, die mit Gasmasken auf dem Gesicht vorsichtig die Klimaanlage zerlegten.
Man konnte von draußen nicht viel erkennen. Bernd reckte den Hals.
“Sieht aus wie eine Phosgen-Granate. So was ist seit Ende des ersten Weltkrieges verboten!”
Ein raffinierter Mechanismus wurde demontiert, der nachts den Zünder durchschlagen hatte und das Giftgas ausströmen ließ.
Sie hatten unwahrscheinliches Glück gehabt, weil durch irgend einen Umstand die Düse verstopfte und nur eine Teilmenge des Phosgens entwichen war.
Udai war sofort alarmiert worden und hatte wiederum seinen Vater angerufen.
Der General wollte, ohne die Genehmigung aus Bangkok abzuwarten, zwei Hubschrauber und eine Kompanie Soldaten schicken.
Peter und Bernd stand nicht der Sinn nach Frühstück. Sie gingen dennoch hinunter ins Hotel-Restaurant, um wenigstens einen Kaffee zu trinken.
“Sie können sich alle Zeit der Welt lassen”, sagte jemand hinter ihnen.
Peter und Bernd wirbelten herum.
“Sie werden das Hotelgelände vorläufig nicht verlassen!”
Vor ihnen standen die humorlosen Mitarbeiter des Geheimdienstes, die sich bisher um ihre Kurzzeit-Mitarbeiterin Nong so gut wie gar nicht gekümmert hatten.
“Die haben mir gerade noch gefehlt”, knurrte Bernd auf Deutsch.


wird fortgesetzt...
 
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
Fortsetzung Kapitel 18

Die beiden schweigsamen Männer stellten sich auch diesmal nicht vor.
Sie kassierten die Handys ein und einer ging zur Rezeption, um den Zimmerschlüssel zu holen.
“Jetzt wird es mir zu bunt”, knurrte Peter und wollte aufspringen.
Sofort wurde er wieder in den Plastikstuhl herunter gedrückt.
“Bernd, unternimm bitte etwas!”
“Eine Einstellungsbedingung bei denen ist wahrscheinlich, acht Stunden da sitzen und nicht lächeln. Keine leichte Aufgabe für einen Thai”, sinnierte Bernd. Peter kannte das eigentlich lange genug, das Beantworten einer Frage mit einem dummen Spruch, der nicht zur Frage passte, aber es brachte ihn jedes Mal wieder auf die Palme.
Eine Entgegnung lag ihm auf der Zunge, aber Peter wurde von Inspektor Tongthai abgelenkt, der gerade vorbei kam.
“Mister Tongthai, würden Sie so freundlich sein und Khun Udai informieren, dass man uns festhält? Und bitte auch General Pittayarat, falls er persönlich hierher kommt!”
Der Inspektor nickte freundlich, machte aber, dass er weiter kam. Mit diesen “Kollegen” legte er sich lieber nicht an.
Der Geheimdienstmitarbeiter, der verhindern sollte, dass Peter und Bernd auf die Strasse liefen, um neues Unheil anzurichten, beeindruckten auch die genannten Namen kaum. Der andere kam zurück und sagte etwas auf Thai.
Es gab eine kleine Diskussion, von der Bernd nur Bruchstücke verstand, aber er hörte etwas heraus, das ihn auf eine Idee brachte.
“Sie dürfen gehen, Mister Weise. Bleiben Sie bitte auf Phuket, bis Polizei und Staatsanwalt sagen, Sie dürfen die Heimreise antreten! Und noch eins: Ihr Artikel, gespeichert in der Datei ‘Potaram’ kann in Deutschland erscheinen ohne den letzten Absatz.”
“Was ist mit...” ereiferte sich Bernd.
“Sie bleiben hier, Mister Krüger!”
Peter erhob sich. Leider war er nicht ganz so schlagfertig wie Bernd, sonst hätte er jetzt einen Witz gerissen.
“Ich werde sehen, was ich für dich tun kann”, sagte er trocken.
“Viel Spass in der Bangla Road, sauf nicht soviel und lass die Mädels in Ruhe!”
Bernd’s Sprüche waren auch schon mal besser gewesen, dachte Peter säuerlich und ging los, wusste aber eigentlich nicht, wohin.
Am liebsten wäre er in einen Hubschrauber gestiegen, um diesen Teil Thailands nach Nong abzusuchen, aber die Armee würde wohl kaum einen ausländischen Zivilisten mitnehmen.
Er fragte an der Rezeption nach den Lokal-Redaktionen von Zeitungen und bekam sogar die Adresse eines deutschsprachigen Blattes.
Peter rannte auf’s Zimmer, um ein Foto von Nong zu holen, schnappte sich das Notebook, lief auf die Strasse und stoppte einen rotlackierten Minibus.
Er würde jetzt die Kollegen der schreibenden Zunft um Hilfe bitten, auch wenn die nächsten Ausgaben der Zeitungen erst nach Weihnachten erschienen.


wird fortgesetzt...
 
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
Fortsetzung Kapitel 18

Zur gleichen Zeit stieg Lek nur wenige Meter entfernt aus einem Minibus und ging zum Hoteleingang. Sie sah Bernd im offenen Hotelrestaurant sitzen, vor sich ein Glas Wasser und ein Zigarillo, das er nervös zwischen zwei Fingern hin und her rollte. Offenbar wurde er von zwei Beamten in Zivil bewacht.
Bernd sah Lek kommen. Das lange braune Haar, die bronzefarbene Haut - eine Sinfonie in Brauntönen, dachte er. Seine Stimmung hellte sich wieder ein wenig auf. Nur die dunkelbraunen Augen wurden noch von einer modischen Sonnenbrille verdeckt. Lek legte besitzergreifend einen Arm um Bernd’s Schulter, rückte einen Stuhl heran und nahm Platz.
“Verschwinde!” knurrte der eine Geheimdienstmitarbeiter.
“Ich bin die zukünftige Frau Kluga”, sagte Lek etwas unsicher, da sie nicht mehr wusste, wie der Name richtig ausgesprochen wird.
Und Bernd erlebte eine Premiere: Sein Gegenüber verzog den Mund zu einem breiten Grinsen.
Na siehst du, es geht doch, dachte Bernd.
Für das Grinsen gab es nur eine Erklärung...
Lek hatte sehr schnell begriffen, was das anzügliche Lächeln zu bedeuten hatte und knallte ihren TAT-Ausweis auf den Tisch.
“Ich möchte nicht, dass unschuldige Touristen ohne Grund festgehalten werden”, sagte Lek selbstbewusst.
Der Mitarbeiter des Geheimdienstes lächelte noch breiter und zeigte seinen Ausweis.
“Unschuldig?” sagte der Mann.
Mal abgesehen davon, dass ich gemeinsam mit der russischen Mafia thailändische Staatsbürger, die auch nicht gerade rechtschaffen zu nennen waren, festgesetzt habe, bin ich wirklich unschuldig, dachte Bernd.
“Ich möchte ihren Vorgesetzten sprechen, unverzüglich!”
“Sie wünschen mich zu sprechen, Herr Krüger?” sagte ein Herr in nahezu akzentfreiem Deutsch, der einen maßgeschneiderten dunklen Anzug trug.
Die beiden anderen sprangen auf, machten einen Wai und bezogen Posten - der eine an der Strasse, der andere in der Nähe der Rezeption.
Der junge Mann, dessen stechende Augen Lek und Bernd musterten, nahm auf einem der frei gewordenen Stühle Platz.
“Sie können von mir aus hier bleiben als Vertreterin der Tourismusbehörde, wenn Sie Wert darauf legen”, sagte der Neuankömmling zu Lek.
“Ich bin Rangsan Saithong, habe an der Humboldt Universität zu Berlin Politwissenschaften studiert, dann im Außenministerium gearbeitet und bin jetzt Koordinator für die Suchmaßnahmen nach unserer Mitarbeiterin.”
Das wurde aber auch Zeit, dachte Bernd fast ein wenig erleichtert.
Andererseits war ihm sofort klar, dass mit dem Mann nicht gut Kirschen essen war.
“Darf ich fragen, warum die Suche nach Nong erst jetzt so zielgerichtet koordiniert wird?”
“Sie dürfen eigentlich nicht, aber ich habe nichts zu verbergen. Sie waren meinem Vorgänger im Amt immer einen Schritt voraus. Aber jetzt zu ihnen, Herr Krüger! Wir haben unsere alten Datenbanken durchforstet. Sie sind am 15. Februar 1988 als Dipl.-Ing. Dorfmann hier eingereist, angeblich, um Druckereimaschinen zu verkaufen. In Wirklichkeit haben Sie mit Diplomaten aus dem anderen Teil Deutschlands Whiskey getrunken!”
Bernd verschluckte gerade einer seiner vorlauten Bemerkungen.
“Mit einem Diplomaten ein Gläschen Whiskey zu trinken, ist nicht strafbar, wohl aber Spionage für ein kommunistisches Regime! Sie waren Mitarbeiter der Hauptabteilung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, ihre ganzen Alias-Namen möchte ich hier gar nicht aufzählen.”
Rangsan Saithong übersetzte einiges für Lek, aber natürlich nicht alles.
Meine Vergangenheit holt mich ein, dachte Bernd.
“Ich habe dem Königreich Thailand nicht geschadet”, sagte er tonlos.
“Nein, das haben Sie nicht. Aber diesmal sind Sie als Tourist eingereist, um sich mit kriminellen Elementen zu verbünden. Dass die Suche nach Vermissten Aufgabe der Polizei ist, wurde ihnen schon einmal erläutert, Sie haben die Warnung missachtet. Aus diesem Grund wurde entschieden, Sie des Landes zu verweisen. Sie haben bis morgen 12 Uhr Zeit, das Königreich Thailand zu verlassen!”
“Aber ich....” versuchte Bernd einen Einwand.
Saithong stand auf, ging um den Tisch und beugte sich ein wenig herab.
“Das ist nicht meine Idee. Der Befehl kommt von ganz oben. Persönlich habe ich sogar ein wenig Verständnis dafür, dass Sie ihrem Freund helfen wollten.”
Eine beeindruckende Persönlichkeit in Uniform betrat das offene Restaurant.
Selbst ein Mann mit viel Lametta auf den Schultern kann mir jetzt nicht mehr helfen, dachte Bernd.


wird fortgesetzt...
 
Pee Niko

Pee Niko

Senior Member
Joined
Feb 28, 2005
Messages
2,990
Reaction score
357
Location
Retourniert
Yeapp, jetzt kommt schon wieder neues Leben in die Bude! :super:

Wenn du allerdings bis Ostern mit der Story fertig sein willst, haste bestimmt noch 'ne Menge :computer:

Gruß von Niko
 
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
Kapitel 19

Es war finster in der Kajüte, kaum ein Lichtstrahl drang durch die zugenagelten Bullaugen. Ab und zu kam einer der Bewacher und Nong musste jedes Mal die Augen schließen, weil der gleißende Lichtschein sie blendete. Meist brachte man ihr eine Flasche Wasser, die in tieferen Schichten des Meeres gekühlt worden war - einen Kühlschrank gab es hier nicht. Zu essen gab es nur Knabbersnacks und abends einen gebratenen Fisch. Nong ließ den Fisch zunächst stehen. Sie fühlte sich nicht wohl.
Nong klopfte an die Tür, niemand kam und sie hämmerte mit den Fäusten dagegen. Ihre Bewacher rissen die Tür auf und schnauzten sie an, sie solle Ruhe geben. Nong sagte, ihr sei speiübel und sie müsse sich übergeben. Sie wurde zur Reling eskortiert und würgte.
Hoffentlich war das nur ein Bluff von Pairat!
Sie schwankte immer noch und musste sich an der Reling festhalten, aber der laue Abendwind fächelte ihr ins Gesicht. Als es Nong ein wenig besser ging, schaute sie sich um. Letzte Lichtstrahlen der untergehenden Sonne erhellten nicht weit entfernt eine kleine Insel mit ein paar Felsen direkt am Strand.
Weit im Westen war eine größere Landmasse nur noch zu erahnen.
Nong war hier noch nie gewesen. Ihr Verstand arbeitete jetzt wieder klarer.
Wenn die Landmasse im Westen Phuket war, dann war der Fischkutter in der Phang Nga Bay vor Anker gegangen. Den Namen der kleinen Insel kannte sie nicht.
Sie bat ihre Bewacher darum, über Nacht die Tür offen zu lassen, sie würde sonst ersticken. Die beiden diskutierten kurz, denn es würde bedeuten, dass immer einer Wache schieben musste, damit diese Verrückte nicht einfach über Bord sprang und nach Koh Khai schwamm. Das hatten sie schon einmal erlebt. Aber hatte Pairat nicht befohlen, der Geisel kein Haar zu krümmen und auf ihre Gesundheit zu achten?
Also stimmten sie zu.

Peter machte sich nicht viel Hoffnung, es war eigentlich nur Aktionismus.
Es glaubte nicht ernsthaft daran, Hinweise aus der Bevölkerung zu bekommen, wer weiß, in welche Höhle sie Nong gepfercht hatten.
Der Chef der deutschsprachigen Zeitung war nach Khao Lak gereist und Peter traf nur einen Mitarbeiter an. Dieser beharrte auf den Vorschriften und verlangte Geld für die Suchanzeige.
Peter stieg in einen Minibus, um im Hotel ein Bier mit Bernd zu trinken.

General Pittayarat sprach zunächst mit Rangsan Saithong, kam dann an den Tisch und musterte Bernd finster.
Meine Tochter zählt also ehemalige kommunistische Spione zu ihren Freunden, dachte der General. Andererseits war das lange her.
Udai war der Meinung, Bernd wäre ein fähiger Mann.
Man hatte in Bangkok entschieden, dass das Militär verantwortlich dafür war, Bernd Krüger am nächsten Tag am Phuket Airport abzuliefern.
Zwei Beamte in Zivil würden dann dafür sorgen, dass die unerwünschte Person nicht im Großstadtdschungel untertauchte, sondern das nächste Flugzeug nach Europa bestieg.
General Pittayarat setzte sich nun doch.
“Ich kann nichts für Sie tun, mir sind die Hände gebunden.”
Der General sprach nicht so fließend Englisch wie sein Sohn Udai, aber es genügte für eine Unterhaltung.
Bernd beugte sich ein wenig nach vorn und sagte eindringlich:
“Sie brauchen die Marine, Herr General! Fordern Sie Verstärkung an und lassen Sie jedes Boot in den Gewässern rund um Phuket durchsuchen!”
“Woher wissen Sie, dass meine Tochter auf einem Schiff ist?”
Bernd zuckte mit den Schultern. Intuition, ein Bauchgefühl.
Aber der General brauchte knallharte Fakten.
“Man kann Strassensperren errichten und jedes Fahrzeug kontrollieren. Die Kontrolle des Seeverkehrs ist schon schwieriger. Das weiß auch Pairat, der mutmassliche Entführer.”
“Wissen Sie auch, wohin man meine Tochter mit einem Schiff bringen könnte?” fragte der General.
“Da vor einiger Zeit die Lösegeldforderung im Sande verlaufen ist, bleibt nur noch ein politisches Motiv. Wo gibt es im Moment die größten Probleme?”
“Sie meinen also, diese Verbrecher arbeiten mit den Aufrührern im Süden zusammen?” fragte der General ungläubig.
Rangsan Saithong war zu ihnen getreten.
“Das glauben wir übrigens auch.”
Er klappte das Handy auf, um den wichtigsten innenpolitischen Berater des Premierministers anzurufen.
“Ich werde mich auch für Sie einsetzen”, sagte Khun Rangsan, “aber versprechen kann ich nichts.”


wird fortgesetzt...
 
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
Pee Niko" said:
Wenn du allerdings bis Ostern mit der Story fertig sein willst
Da ich Ostern arbeiten muss, war meine Aussage vielleicht ein wenig voreilig. Dauert aber nicht mehr lange. :wink:
 
Thaiman

Thaiman

Senior Member
Joined
Jan 24, 2004
Messages
2,168
Reaction score
0
Location
Esslingen
Lass Dir Zeit aber mach es richtig. ;-D
Frohe Ostern. :gruppenknuddel: :gruppenknuddel:
 
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
@ René,

die Umfrage kommt dann nächste Woche, ob eine Fortsetzung gewünscht wird. :nixweiss:
Nach dem 8. Juni 2005 ein Reisebericht... :wink:
 
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
Kapitel 20

In den frühen Morgenstunden des zweiten Weihnachtsfeiertages wurde Nong vom lauten Tuckern des Dieselaggregates geweckt.
Der Anker war bereits gelichtet worden und sie entfernten sich langsam von der kleinen malerischen Insel mit den Felsen am Strand.
Niemand hinderte sie daran, an die Reling zu treten. Nong streckte sich und machte ein paar Dehnübungen. Sie fühlte sich heute besser.
Irgend etwas musste sie verpasst haben. Hatten ihre Bewacher einen Funkspruch oder einen Telefonanruf erhalten? Warum dieser hastige Aufbruch?
Vielleicht gab es eine Absprache mit Pairat, sie an Land zu bringen. Aber wo?
Nong blinzelte in die aufgehende Sonne. Wenn sie mit ihrer gestrigen Vermutung richtig lag und jetzt der Sonne entgegen fuhren, würde der recht langsame Fischkutter in ein paar Stunden die Krabi Bay erreichen.
Nong verdrängte die Gedanken, die ihr einen unruhigen Schlaf beschert hatten. Pairat hatte nur geblufft, Peter und Bernd waren am Leben, es konnte, es durfte nicht anders sein. Außerdem waren da noch ihr Bruder und ihr Vater, die sicher alle Hebel in Bewegung gesetzt hatten, um sie zu finden.
Nong blickte voller neuer Zuversicht auf die ruhige Andamanen See.

Inzwischen war die größte militärische Operation in der Geschichte Thailands angelaufen, die jemals der Suche nach einer einzelnen zivilen Person galt.
Es war dem Umstand zu verdanken, dass General Pittayarat hoch angesehen war und im Generalstab seine Freunde hatte. Zum anderen hatte Rangsan Saithong die nötigen Beziehungen bis ins Vorzimmer des Premierministers.
Die Laem Phrao Marine Basis war alarmiert worden und Schnellboote durchpflügten die Seestrasse zwischen Phuket und Koh Yao Yai.
Hubschrauber patroullierten über die Insel.
Rangsan Saithong dachte für einen Moment daran, dass die Amerikaner militärische Satelliten besaßen, mit denen man ein Auto oder Boot vom Weltall aus identifizieren konnte, verwarf den Gedanken aber wieder. Das ging dann wohl doch zu weit, denn sie wussten immer noch nicht, wo sie eigentlich suchen sollten.
Einer der emsigen Mitarbeiter hatte gestern Abend einen alten Fischer getroffen, der aus der Flasche Whiskey, die er in der zitternden Hand hielt, zum Glück erst den zweiten Schluck nahm.
Der Fischer erkannte Pairat auf dem Bild sofort, besaß allerdings kein Foto von seinem Kutter, konnte nur eine Beschreibung geben.
Der alte Mann hatte noch gesagt, dass der feine Herr sich sehr großzügig gezeigt hatte, obwohl der Kutter nicht verkauft, sondern nur vermietet worden war. Die Fahndung beschränkte sich seit Tagesanbruch auf dreizehn Meter lange, ältere Fischkutter.


Dr. Wolfgang Werner hatte eine unruhige Nacht verbracht und begab sich kurz vor acht Uhr ins Erdgeschoss seines Hotels, um einen Kaffee zu trinken und einen Frühstückssnack vom reichhaltigen Bufett zu nehmen.
Seine Damen schliefen noch. Man würde sich später am Strand im Süden der Patong Bay gegenüber dem Seagull Hotel treffen. Vorher wollte sich Dr. Werner noch bei Bernd aus Berlin verabschieden, der heute abreisen musste.
Wolfgang Werner hatte gestern am Telefon nicht so ganz verstanden, warum Bernd zur unerwünschten Person erklärt worden war und wollte sich heute Morgen genauer danach erkundigen.
Der Löffel in der Kaffeetasse klapperte, sogar der Tisch wackelte ein wenig.
Dr. Werner warf einen Blick auf die Strasse, um zu sehen, ob gerade ein Lastkraftwagen vorüber fuhr, aber alles war ruhig.


wird fortgesetzt...
 
Thaiman

Thaiman

Senior Member
Joined
Jan 24, 2004
Messages
2,168
Reaction score
0
Location
Esslingen
MadMovie" said:
Der Autor ist erkrankt und bittet um Geduld. :krank:
Mad bitte an Ostern eine andere Art der Entschuldigung einfallen lassen. ;-D

Gute Besserung. :super:
 
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
@ Thaiman,
mein Ghostwriter Harald ist erkrankt. Zum Glück gestern noch eine offene Apotheke erwischt, nur geholfen hat es nicht. :fertig:
Danke für die Wünsche!
 
moselbert

moselbert

Senior Member
Joined
Sep 15, 2003
Messages
2,627
Reaction score
0
Location
Mosel / BKK-Nongkaem
MadMovie" said:
... mein Ghostwriter Harald ist erkrankt ...
Ich dachte, Du schreibst selber :???:
Na, dann ziehe ich alle Dankesworte an Dich zurück und gebe sie Harald. ;-)
:wink:
 
Sakon Nakhon

Sakon Nakhon

Senior Member
Joined
Sep 25, 2003
Messages
989
Reaction score
0
Location
Hamburg
Wahnsinnsstory, vor allem die Phantasie ist beneidenswert.
Allerdings wirds mirlangsam zu durcheinander. Hoffe, dass keine dritte Geschichte eingeflochten wird, sonst nenne ich den Autor Rademacher... (oder hiess der Rademann?) *grummel*

weiter so :super: :super: :super:
 
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
@ Moselbert,

Body Mass Index 27,4 - meinst du jetzt mich oder dich? ;-D

@ Sakon Nakhon,

danke! Hm, Rademann ist mir bekannt als Autor und Produzent u. a. vom "Traumschiff", falls der gemeint ist. :nixweiss:
Komplizierter wird es nicht. Es kommt mit dem Offizier der Militärpolizei nur noch eine wichtige Figur hinzu, ansonsten alles alte Bekannte, die (hoffentlich) wieder auftauchen!
Jetzt geht´s weiter - der Autor wurde mit Aspirin und Umckaloabo gedopt. :O
 
MadMovie

MadMovie

Senior Member
Themenstarter
Joined
Jan 16, 2005
Messages
1,457
Reaction score
222
Location
Berlin/Brandenburg
Fortsetzung Kapitel 20

Bernd hatte den Koffer gepackt und bei der Rezeption abgestellt. Er fügte sich in das Unvermeidliche, obwohl die Bemühungen, ihn nicht des Landes zu verweisen, weiter gingen.
Lek kam atemlos angerannt, hauchte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange und klappte dabei das Handy zu.
“Ich habe meinen Chef privat zu Hause angerufen...”
“Lass mich raten, Lek, er kann auch nichts für mich tun”, sagte Bernd und winkte ab.
Peter kam gerade mit einem vollgepackten Teller zurück vom üppigen Frühstücksbufett. Der schnelle Blick, den Lek und Peter miteinander wechselten, irritierte Bernd nicht zum ersten Mal.
Die beiden hatten etwas miteinander gehabt, jede Wette, dachte Bernd, aber er behielt es für sich. Lek war eine tolle Frau, aber sie hatte ihre eigene Welt, in der sie lebte. Eine Fernbeziehung mit gegenseitigen Besuchen, warum nicht?
Besuche in Thailand?
Er musste heraus bekommen, ob dies in Zukunft wieder möglich sein würde.
Im Minutentakt trudelten auch Rangsan Saithong und Wolfgang Werner ein.
Khun Rangsan kam ihm gerade wie gerufen. Der Chef-Koordinator der Suche nach Nong setzte sich zu ihnen und bestellte einen Kaffee.
Bernd erläuterte Wolfgang mit knappen Worten, was ihm vorgeworfen wurde.
Dann fragte er Rangsan Saithong, ob er jemals wieder nach Thailand einreisen dürfe.
Lek ergriff Bernd’s Hand und rückte näher heran. Manchmal bedeutet so eine kleine Geste mehr als tausend Worte und tausend Küsse, dachte Bernd.
“Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht”, hörte er Saithong sagen.
“Bisher waren alle Vorstöße in der Sache erfolglos”, sagte Peter.
“Das läßt für mich nur einen Schluss zu: Potaram hat persönlich beim Premierminister interveniert.”
Peter ließ die Worte auf die Anwesenden wirken und lieferte gleich die Lösung mit:
“Wir aber können beweisen, dass Potaram mit drin steckt. Die Mordanschläge beweisen ebenfalls, dass unliebsame Mitwisser ausgeschaltet werden sollten!”
“Ich brauche mal ihre Email-Adresse, Khun Rangsan. Ich schicke ihnen die Ermittlungsergebnisse übermorgen zu”, sagte Bernd und sah endlich wieder Licht am Ende des Tunnels.
“Noch besser, die deutsche Kriminalpolizei macht es. Sieht offizieller aus”, schlug Peter vor.
Ein Funkgerät quakte und ein Handy dudelte eine Melodie.
“Falls Nong nicht umsteigen musste oder an Land gebracht wurde, haben wir sie in zwei Stunden”, sagte Khun Rangsan nach Beendigung des Telefonats. “Es müssen nur noch vier verdächtige Schiffe kontrolliert werden, die sich in den Gewässern zwischen den Phi Phi Islands und Krabi befinden! - Und was Sie betrifft, Khun Bernd, hat alles, was Sie vorbringen, keine aufschiebende Wirkung!”
Rangsan Saithong dachte nicht im Traum daran, seine Karriere dadurch zu zerstören, indem er unbewiesene Behauptungen über den angesehenen Unternehmer Potaram sammelte und weiter gab.
Wenn wirklich etwas dran war an dem, was dieser deutsche Journalist sagte, musste es auf jeden Fall vertuscht werden.
Sehr zum Missfallen des Managers, der um den guten Ruf seines Hotels fürchtete, wenn einer der Gäste abgeführt wurde, bahnte sich ein kleiner Trupp Militärpolizei einen Weg durch Personal und Touristen.
Der Führer des Trupps salutierte zackig.
“Mein Name ist Leutnant Leekpai Romken. Ich bin verantwortlich für die Überführung von Mister Krüger zum Flughafen”, sagte der Offizier im schneidenden Tonfall auf Thai und Rangsan Saithong nickte Bernd zu.
Öffentlichkeit hin oder her, es war Lek in diesem Moment egal. Sie umarmte Bernd, presste ihren Kopf gegen die breite Brust und verdrückte eine Träne.


wird fortgesetzt...
 
Sakon Nakhon

Sakon Nakhon

Senior Member
Joined
Sep 25, 2003
Messages
989
Reaction score
0
Location
Hamburg
[highlight=yellow:8d5b215a20]"Sieh mir in die Augen Kleines..."[/highlight:8d5b215a20]
 
Thema:

Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong - Ähnliche Themen

  • Hat jemand schon das Abenteuer in Thailand erlebt?

    Hat jemand schon das Abenteuer in Thailand erlebt?: Hi, hat eigentlich jemand von euch schon, sagen wir mal, das Abenteuer seines Lebens in Thailand erlebt? Oder sonst irgendetwas Besonderes, das...
  • Von Phetchabun über Saraburi nach Chanthaburi, Koh Chang...

    Von Phetchabun über Saraburi nach Chanthaburi, Koh Chang...: Chanthaburi, Nakhon Ratchasima und zurück nach Phetchabun... Haut nicht so recht mit den Bildverkleinerungen - kann die Bilder (Test das...
  • preiswerte Erlebnis-Rundreise durch Thailand (2 Wochen)

    preiswerte Erlebnis-Rundreise durch Thailand (2 Wochen): Hallo Ich bin schon lange an einer Thailand-Rundreise interessiert, wo man auch Kontakt zu Land und Leuten bekommt und nicht nur mit dem Bus von...
  • Abenteuer Thailand

    Abenteuer Thailand: hallo also wir ( 2 backpacker ) wollen so grobe 4 wochen in thailand verbringen ... als erste station wollten wir nach der ankunft in bangkok...
  • Eines der letzten Abenteuer: Handwerker in Thailand!

    Eines der letzten Abenteuer: Handwerker in Thailand!: Hallo Members, hier eine Story "zur Anregung"! In meinem (teuren und full-serviced) Apartment an der Sukhumvit Road Soi 39 in Bangkok...
  • Eines der letzten Abenteuer: Handwerker in Thailand! - Ähnliche Themen

  • Hat jemand schon das Abenteuer in Thailand erlebt?

    Hat jemand schon das Abenteuer in Thailand erlebt?: Hi, hat eigentlich jemand von euch schon, sagen wir mal, das Abenteuer seines Lebens in Thailand erlebt? Oder sonst irgendetwas Besonderes, das...
  • Von Phetchabun über Saraburi nach Chanthaburi, Koh Chang...

    Von Phetchabun über Saraburi nach Chanthaburi, Koh Chang...: Chanthaburi, Nakhon Ratchasima und zurück nach Phetchabun... Haut nicht so recht mit den Bildverkleinerungen - kann die Bilder (Test das...
  • preiswerte Erlebnis-Rundreise durch Thailand (2 Wochen)

    preiswerte Erlebnis-Rundreise durch Thailand (2 Wochen): Hallo Ich bin schon lange an einer Thailand-Rundreise interessiert, wo man auch Kontakt zu Land und Leuten bekommt und nicht nur mit dem Bus von...
  • Abenteuer Thailand

    Abenteuer Thailand: hallo also wir ( 2 backpacker ) wollen so grobe 4 wochen in thailand verbringen ... als erste station wollten wir nach der ankunft in bangkok...
  • Eines der letzten Abenteuer: Handwerker in Thailand!

    Eines der letzten Abenteuer: Handwerker in Thailand!: Hallo Members, hier eine Story "zur Anregung"! In meinem (teuren und full-serviced) Apartment an der Sukhumvit Road Soi 39 in Bangkok...
  • Top