Kapitel 13
Peter saß auf der Terrasse des Lehrers Mongkut in Rayong und nahm einen tiefen Schluck Wasser. Bier gab es in diesem Hause nicht, aber Mongkut war ein freundlicher, bescheidener Gastgeber. Peter kam es so vor, dass er erst jetzt, ohne Bernd, der immer wieder den Führungsoffizier herauskehrte, dieses Land und die Menschen besser kennen lernen würde.
“Was ist wirklich passiert?” fragte Mongkut.
Seine Nichte hatte ihm erzählt, sie wäre gestürzt, aber das glaubte er nicht.
Peter erzählte die ganze Geschichte und ließ nichts aus.
Gut, dass Bernd nicht hier war. Der hätte schon wieder geunkt, dass der Lehrer ans Telefon eilen würde, um Potaram zu informieren.
Es ging auch ohne Bernd. Egal, was in Pattaya gerade passierte, der würde sich schon raus winden.
“Als ich euch zuerst sah, dachte ich schon, der neue Freund von Wan”, lachte Mongkut.
“Ich hoffe nur, dass ihre Freundin, die ich gut kenne, da heil heraus kommt.”
Peter beeilte sich, zu versichern, dass er und sein Freund alles daran setzen würden, Nong zu finden und nach Bangkok zu bringen.
Gleichzeitig dachte er daran, was passiert wäre, wenn Nong nicht seine Freundin wäre und er Wan einfach so im Urlaub kennen gelernt hätte.
Eine hübsche und intelligente junge Frau, etwas kleiner als Nong.
Wan hatte sich frisch gemacht und mit etwas Make-Up die Spuren der Schläge von Pairats Männern abgedeckt.
“Ich möchte heraus finden, wie es Nong geht. Begleitest du mich, Peter?”
Peter war verblüfft, damit hatte er nicht gerechnet. Er dachte, Wan würde sich nach dem Schock einige Zeit hier bei ihrem Onkel verstecken.
“Natürlich”, stotterte er, “wo soll es hin gehen?”
“Ich habe telefoniert. In Bangkok ist sie nicht. Es bleibt nur noch...”
“Phuket!” ergänzte Peter.
“Woher weißt du das?”
Nong dachte darüber nach, was man ihr in dem mehrwöchigen Lehrgang alles beigebracht hatte. Auf jeden Fall dschai yen, ruhiges Blut bewahren!
Wo würde das Rollkammondo sie zuerst vermuten?
Am Bahnhof oder den Busstationen, das wurde sicher überwacht, falls die Bande Verstärkung aus Bangkok erhalten hatte.
Man hatte ihr auch beigebracht, möglichst das Ungewöhnliche zu tun, das, was keiner erwartete.
Sie bestieg ein Longtailboot, das sie zu einem Schiff brachte, das Kurs auf Koh Lan nahm. Nong hoffte, dort jemanden zu finden, der sie an irgend einem Küstenabschnitt zwischen hier und Bangkok bringen würde. Es war ihr egal, Hauptsache, weg von hier!
wird fortgesetzt...