Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong

Diskutiere Abenteuer in Thailand - Auf der Suche nach Nong im Literarisches Forum im Bereich Thailand Forum; ich weiß, wer MadMovie ist, Rena, sags aber nicht :P nur soviel: Waldi ists nicht :lol: Mach weiter @MadMovie : :bravo: btw: Fussballstreß...
P

PETSCH

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ich weiß, wer MadMovie ist, Rena, sags aber nicht :P
nur soviel: Waldi ists nicht :lol:

Mach weiter @MadMovie : :bravo:

btw: Fussballstreß: watndas?

immer dieser Forenrat :O
 
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Ich habe dem Rene eine PN geschickt.
In einer Minute geht es weiter!
 
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Kapitel 3

Peter winkte der Wirt Walter herbei und zahlte die Zeche.
In der klaren, kühlen Luft dieses Spätherbstabends atmeten sie tief durch.
“Wie nun weiter?” seufzte Peter. Es war mehr Resignation, ein Eingeständnis der eigenen Erfolglosigkeit, als eine Frage an die beiden anderen Männer.
Er hatte gehofft, mit seiner Hartnäckigkeit als Journalist, dem Spürsinn seines Freundes Bernd und dem ganzen Apparat der Berliner Kripo wäre es ein Klacks, seine Freundin binnen ein, zwei Tagen wieder zu finden.
Hauptkommissar Wagner wurde wieder amtlich.
“Auf keinen Fall Alleingänge von euch beiden! So lange die Möglichkeit besteht, dass sich die Vermisste in Berlin oder irgendwo in Deutschland befindet, ist es unsere Aufgabe, zu ermitteln. Habe ich mich klar ausgedrückt?”
“Jawoll, großer Häuptling, du hast gesprochen, hugh, und wir haben verstanden!” Bernd knallte wie ein preußischer Grenadier die Hacken zusammen und nahm Haltung an.
“Ist der immer so drauf?” fragte Dieter Wagner und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Eigentlich war er ja außer Dienst und wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.
“Nach drei Bier wird es schlimmer.” Peter winkte mit einer lässigen Handbewegung ab.
“Jetzt hätte ick aber Appetit off’n Magenbitter, ick hoffe, du hast noch was im Kühlschrank?”
Wenn Bernd etwas getrunken hatte, verfiel er in den Dialekt der Hauptstadt, obwohl er aus Templin stammte. Er war mit der kleinen Tochter des Pfarrers Merkel * über Zäune geklettert und hatte sich dabei die Hosen zerrissen. Mit dem jetzigen russischen Präsidenten hatte er Wodka getrunken. Bernd prahlte damit nie herum, es war einfach Teil seines bunten Lebens.
Was er gerade gesagt hatte, war Code-Sprache zwischen den beiden Freunden und sollte heißen: In deiner Wohnung bereden wir den Schlachtplan für die nächsten Tage!
Dieter Wagner verabschiedete sich und drehte sich nach zwei Metern noch einmal um: “Wenn es eine Spur nach Thailand gibt, sagt Bescheid, bevor ihr abfliegt!” Er hob die Hand und stiefelte zur nächst gelegenen U-Bahn-Station Hermannstrasse.
“Det Männeken verheimlicht uns irjend wat!” Bernd kratzte sich am stoppeligen Kinn.
Hauptkommissar Wagner stieg die Treppen zur U-Bahn-Station hinab und überlegte, warum wohl in diesem Fall die Botschaft des Königreiches Thailand schon zweimal bei seinem Vorgesetzten angerufen hatte, um sich nach dem Fortschritt der Ermittlungen zu erkundigen. Bei zwei ähnlichen Fällen, als junge thailändische Staatsbürgerinnen in Berlin verschwanden und im Rotlichtmilieu von Frankfurt am Main wieder auftauchten, war das Desinteresse offenkundig gewesen.
Peter und Bernd stiefelten in Richtung Tempelhof zur Wohnung von Peter.
“In welchem Dienstbereich arbeitet der Dieter überhaupt?”
“OK, organisierte Kriminalität!”


* Angela Merkel stammt aus Templin

wird fortgesetzt...
 
B

big_cloud

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@MadMovie

ich bin auch :stumm:


Klasse Geschichte
hoffentlich krichst kein Aerger mit BND und Verfassungsschutz :rofl:

Gruesse
Lothar aus Lembeck
 
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Fortsetzung Kapitel 3

Peter schloss die Tür auf und Bernd drängte ihn fast an die Wand in dem schmalen, quadratischen Flur.
“Nüscht wie rin die jute Stube! Hier isset wenigstens warm!”
Peter brachte den qualmdurchtränkten Anorak zum Lüften auf den Balkon, weit von sich haltend, als wäre es Sondermüll.
Dann eilte er in die Stube. Ich Trottel, schalt er sich selbst, bei neunzig Minuten Abwesenheit hätte ich den Computer gar nicht erst herunter fahren müssen. Das würde wieder eine Weile dauern bei all den Programmen im Menü Start. Bernd wirtschaftete in der Küche herum, was Peter weiter nicht störte, denn der fühlte sich hier immer wie zu Hause.
“Sach mal, Peter, hattest du damals bei deiner Artikelserie über den BND nicht auch was über Thailand heraus gefunden?”
Er klapperte mit den Schubladen.
“Wie kommst du jetzt denn darauf, ist doch ewig her”, rief er aus der Stube, vor dem flackernden Monitor des Computers sitzend.
Bernd brachte zwei Biergläser und zwei Flaschen, deren Kronenkorken er bereits in der Küche aufgehebelt hatte.
“Ich erinnere mich nur an die 283 ABC-Schutzausrüstungen, die eine Tarnfirma des BND an die thailändische Armee geliefert hat *. Ich verstehe aber den Zusammenhang nicht, manchmal sprichst du in Rätseln!”
“Ick verstehe den Zusammenhang ooch noch nicht, ick brauche was, das mein Denkvermögen steigert. Wo steht denn nu der Kräuterschnaps, im Kühlschrank isser nich!”
“Auf dem Balkon!” rief er Bernd hinterher.
Inzwischen war der Computer hoch gefahren und Peter startete sofort die Internet-Verbindung, um auf die eigens eingerichtete Webseite “Wo ist Nong?” zu kommen. Peter hatte in vier verschiedenen Thailand-Internet-Foren Links zu dieser Webseite platziert und hoffte nun auf erste Reaktionen.
Bernd hatte Bier und Likör eingegossen und prostete seinem Freund zu, der sich die Brille aufgesetzt hatte und auf den Monitor starrte. Wie geistesabwesend nahm er einen Schluck Bier, als Bernd ihm das Glas reichte, und wechselte dann zu seinem Email-Postfach.
“Wat is denn nu?” maulte Bernd, der von seiner stehenden Position aus kaum etwas erkennen konnte.
“Volltreffer! Sie wurde acht Mal gesehen!” jubelte Peter.


* Peter F. Müller/Michael Mueller: Gegen Freund und Feind, Rowohlt Verlag Reinbek bei Hamburg 2002; Seite 592

wird forgesetzt...
 
rübe

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liest sich echt spannend deine geschichte :super:

rübe, der gespannt ist, wie es weitergeht...

:wink:
 
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Kapitel 4

Sie versuchte sich dagegen zu wehren, aber die Angst kroch immer wieder in kalten Schüben an ihrem Rücken empor. Wenigstens hatte das Zittern nach gelassen, als sie sich in Meditation versenkt hatte.
Nong horchte auf das Poltern, die sich verändernden Fahrgeräusche, wenn der Straßenbelag wechselte. Nach einer Stunde war ihr klar gewesen, dass sie vermutlich das Stadtgebiet von Berlin verlassen hatten.
Sie war noch nicht lange genug da, um zu ermessen, wie groß diese Stadt wirklich war. Es war nur so ein Gefühl. Sie spürte nur das Rütteln.
Sie hockte gefesselt und geknebelt und mit verbundenen Augen in einem Metall-Container, der etwas mehr als einen Kubikmeter Rauminhalt hatte.
Man hätte Nong gar nicht die Augen verbinden müssen, es war stockfinster darin. Es gab nur ein zwei Luftlöcher, damit sie nicht erstickte.
Wieder spürte sie die Angst wie ein kaltes, kriechendes Reptil auf ihrem Rücken. Sie schloss die Augen hinter der schwarzen Binde und schon nach einer Minute sah sie auf einem Hügel inmitten wunderschöner Blumen, die sie noch nie gesehen hatte, Buddha. Er hob eine Hand und lächelte ihr zu.
“Dir wird nichts passieren, vertraue mir und dir selbst!” deutete Nong die Erscheinung.
Man hatte sie nicht geschlagen und nicht vergewaltigt, aber auch nicht gerade freundlich behandelt. Sie hatte in undurchdringliche, asiatische Gesichter geblickt, junge Männer, die einen Job professionell erledigten, als sie in ein Auto gezerrt und betäubt wurde, vermutlich mit einer Spritze. So genau konnte sich Nong nicht mehr daran erinnern.
Sie erwachte in einem Kellerraum aber schon nach zwei Stunden wurde sie in diesen Container gepfercht, wo sie nichts sehen und kaum atmen konnte.
Nong hatte bisher auf die Frage an sich selbst nach dem Warum keine befriedigende Antwort gefunden.
Man musste sie verwechselt haben! Sie war nicht bedeutend genug, um solch einen Aufwand zu rechtfertigen.
Und da waren ja noch Peter und sein verrückter Freund Bernd baa, die sicher gemeinsam mit der deutschen Polizei überall nach ihr suchen würden.
Nong’s Angst wich der Zuversicht, zuerst nur ein kleiner Lichtpunkt, aber jetzt spürte sie die Kälte im Rücken nicht mehr körperlich.


“Mann bist du naiv!” polterte Bernd. “Das ging schon damit los, dass du diese Thai-Tussi...” Bernd sah einen Hagel aus Giftpfeilen aus Peter’s Augen hervor schiessen und korrigierte sich sofort:
“Als du Nong, ohne sie vorher mal in ihrer Heimat besucht zu haben und ihre Angaben zu überprüfen, einfach nach Deutschland eingeladen hast. Wat rege ick mir eigentlich off!”
Bernd schenkte nach und reichte Peter das Bierglas.
“Die Friedenspfeife wird aber auf dem Balkon geraucht”, sagte Peter, versöhnlicher gestimmt.
“Gib mir mal eine!”
“Wat, du willst mit roochen? Ick gloobe, ick spinne!
Du hast doch vor zwee Jahren offjehört!”
“Fange ich eben wieder an!”
Peter nahm den Computerausdruck mit auf den kalten Balkon, aber die Ecke war windgeschützt und man konnte es auch im Spätherbst aushalten.
“Keine leichte Aufgabe, die Spreu vom Weizen zu trennen”, sagte Peter, jetzt wieder ganz der kühle, recherchierende Journalist.
“Da sind immer Wichtigtuer, Spaßvögel und Trittbrettfahrer dabei”, bestätigte Bernd.
“Hier ist sogar ein Foto dabei.” Peter drehte sich zur Lampe, lief dann in die Stube, um eine Leselupe zu holen.
“Das ist sie nicht!” sagte er bestimmt.
“Ick habe etwas vergessen”, sagte Bernd und saugte am Filter seiner Moods.
Peter schaute seinen Freund fragend an.
“Die neugierigen Kieker in den Wohnungen gegenüber dem Asia-Shop! Da kieken immer welche aus’m Fenster, wenn’s kalt ist, eben durch die Scheibe!”
“Vielleicht hat Wagner seine Leute schon dahin geschickt”, gab Peter zu bedenken.
“Vielleicht aber ooch nicht!”


wird fortgesetzt...
 
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Kapitel 5

Der weiße Kleintransporter französischen Fabrikats mit Berliner Kennzeichen sah nagelneu aus und erregte die Aufmerksamkeit der Zöllner an der Oder. Auch nach der EU-Osterweiterung waren sie angehalten, verdächtige Fahrzeuge zu kontrollieren, um den Schmuggel mit gestohlenen Fahrzeugen einzudämmen. Die Zollinspektoren Reichert und Müller grüßten freundlich und ließen sich von den beiden jungen, polnischen Männern Fahrzeug- und Frachtpapiere reichen, um diese einer eingehenden Prüfung zu unterziehen.
Alles schien in Ordnung zu sein. Wichtige elektronische Bauteile sollten zu einer Firma nach Poznan gebracht werden. Da bei den Papieren nichts auf eine Fälschung hindeutete, wollten sie nur noch einen kurzen Blick in den Laderaum werfen.
“Aufmachen!” befahl Zollinspektor Reichert und deutete mit dem Daumen nach hinten.
Jerzy, der mit dieser Fuhre zu einem Flugplatz ein paar tausend Euro verdienen würde, zeigte ein unbewegliches Gesicht, obwohl ihm der Hintern auf Grundeis ging. Er wusste nicht, wie weit die Befugnisse der deutschen Zöllner gingen, vermutlich ziemlich weit.
Jerzy riss die Türen auf und deutete stumm auf den glänzenden Aluminiumcontainer. Zollinspektor Reichert machte sich die Mühe und kletterte in den Frachtraum. Er nestelte seine Brille aus der Brusttasche und prüfte das Siegel des Hauptzollamtes.
Er verharrte noch einen Moment, weil er glaubte, ein scharrendes Geräusch gehört zu haben.
Nong nahm an, sie war an ihrem neuen Ziel, wo immer das auch war, angelangt. Jeden Moment erwartete sie, aus diesem Blechsarg befreit zu werden. Um ihre Entführer nicht zu provozieren, verhielt sie sich ruhig, streckte nur die Beine ein wenig.
Reichert kletterte wieder aus dem Fahrzeug. Irgend etwas stimmte hier nicht.
Sein Instinkt trog ihn selten, weshalb sein Team auch die meisten beschlagnahmten Drogen vorzuweisen hatte.
“Wo ist denn unser geschätzter Kollege Kaiser mit Rex?” fragte Reichert.
Rex war der erfolgreichste und beliebteste Spürhund an der polnischen Grenze und man hatte ihn nach einer Fernsehserie benannt.
“Mittagspause!” sagte Müller, dem auch der Magen knurrte.
Reichert schaute auf seine Armbanduhr. Kurz nach Zwölf!
Was machte es für einen Sinn, die beiden Polen hier mehr als eine halbe Stunde festzuhalten, wenn alle Papiere in Ordnung waren?
Reichert winkte sie durch.
Eine junge Mitarbeiterin nahm zehn Minuten später einen Anruf vom Landeskriminalamt Berlin entgegen, einen weißen Transporter mit dem Kennzeichen B ... keinesfalls passieren zu lassen und das Fahrzeug so lange zu bewachen, bis die Einsatzkräfte der Polizei da waren.


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Fortsetzung Kapitel 5

Erna Mischke lebte seit fast siebzig Jahren hier im Kiez und ihr entging nichts.
Sie schaute aus dem Fenster oder machte die Hausordnung, auch wenn sie gar nicht dran war, um ja nichts aufregendes zu verpassen.
Sie war bei den Mietern nicht gerade beliebt, weil sie sich in alles einmischte, über jeden her zog und jeden Klatsch in Windeseile verbreitete.
Bernd hielt ihr kurz einen Ausweis unter die Nase, den er selbst entworfen hatte und der denen von Ermittlungsorganen täuschend ähnlich sah.
Erna Mischke betrachtete das Foto von Nong und kratzte sich am spitzen Kinn.
“Drei Fidschis” - sie hatte die abwertende Bezeichnung für Vietnamesen von ihrer Cousine aus dem Ostteil der Stadt übernommen - “baten die junge Frau in einem schwarzen Wagen, äh, der kann auch dunkelblau gewesen sein, mitzufahren.”
“Sie beobachten sehr gut, Frau Mischke”, lobte Bernd die Zeugin, die von ihm sofort intern den Spitznamen “Else Kling” erhalten hatte.
“Fahrzeug-Kennzeichen, Fabrikat?” bohrte er weiter.
“Das weiß ich nicht mehr, bin ja nicht mehr die Jüngste.” Sie dachte einen Moment nach. Da sie regelmäßig auch Parksünder anzeigte, kannte sie eine Vielzahl von Autotypen.
“Ich glaube, es war ein Citroen, auf jeden Fall ein dunkles Auto.”
“Waren die Männer bewaffnet, haben sie Gewalt angewendet?” fragte Bernd, obwohl er ahnte, dass er hier nicht weiter kam.
“Die junge Frau von ihrem Foto hat sich zunächst geweigert, ist aber dann eingestiegen.”
Erna Mischke stützte sich auf ihren Schrubber.
“Hörn Sie mal, junger Mann. Das Ganze hat mich vor etwa zwei Stunden schon mal ein viel jüngerer Mann gefragt. Habt ihr nichts zu tun? Da laufen so viele frei rum!”
Bernd verabschiedete sich hastig von der Klatschtante und verzichtete auf den Besuch des Asia-Shops gegenüber. Die würden aus Angst ihre Landsleute nicht verraten, selbst wenn sie Namen und Adressen wüssten.
Es kam jetzt auf Dieter Wagner und seine Leute an.
Wie auf Kommando bimmelte das Handy und Bernd nestelte es umständlich aus der Innentasche seiner Lederjacke.
“Habt ihr endlich die Entführer?” polterte er los.
“Nun mal sachte”, druckste Hauptkommissar Wagner herum und Bernd ahnte Schlimmes.
“Raus mit der Sprache! Wo ist das Versteck der Vietnamesen?”
“Auf einem stillgelegten Industriegelände in Köpenick. Ich bin in einer halben Stunde am Hermannplatz, Nordseite!”
Aufgelegt! Bernd starrte ungläubig auf das Handy und machte sich dann auf den Weg zum Hermannplatz. Es kam nicht oft vor, dass Dieter sich mit ihm während der Dienstzeit traf, und jeder wusste, dass es an seiner Vergangenheit lag.
Es musste also etwas passiert sein, das Dieter nur unter vier Augen erklären wollte.
Bernd verzichtete meist auf das Auto in Berlin. Auch jetzt waren es nur zwei U-Bahn-Stationen bis zum Ziel.
Er musste am Fußgängerüberweg nicht lange warten. Sie begrüßten sich stumm und setzten sich in ein kleines Café. Wagner schaute sich noch einmal sorgfältig um und strich mit einer fahrigen Bewegung der linken Hand durch das kurze Haar.
“Sie sind uns entkommen!”
“Wie konnte das passieren?” Bernd wusste, es hatte jetzt keinen Zweck, viele Worte zu machen und zu lamentieren. Es kam nur darauf an, die Spur wieder aufzunehmen.
“Ein verdeckter Ermittler war gerade in Köpenick einer anderen Sache auf der Spur...”
“Dein Mann?” unterbrach ihn Bernd.
“Nein, Drogendezernat. In einer alten Fabrikhalle wurde die Vermisste von drei asiatisch aussehenden Männern in einen Container verfrachtet und an zwei europäisch aussehende Männer übergeben, vermutlich Polen.”
“Kein Zweifel?” fragte Bernd atemlos.
“Wir haben sogar ein Foto davon. Um sich selbst zu schützen, konnte unser Mann natürlich nicht sofort telefonieren, musste sich erst aus der Halle schleichen und eine ruhige Ecke suchen.”
“Und in der kurzen Zeit sind die über die Grenze? Ich glaub’s einfach nicht!”
“Der Zoll hat die kontrolliert und durch gewunken, kurz bevor unser Anruf kam.”
Bernd enthielt sich jeder Polemik, es wäre jetzt niemandem damit geholfen.
Sicher waren wertvolle Minuten vergangen, bis die Meldung bei Dieter auf dem Tisch landete.
Wie bringe ich das nur meinem Freund Peter bei?
“Ich habe die polnische Polizei um Amtshilfe gebeten, aber ich glaube, ihr seid am Zug. Eure Freundin kann in Polen, Russland oder...”
“...Thailand sein”, beendete Bernd den Gedanken.


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Liebe Leser,
im Moment stehe ich ein wenig auf dem Schlauch, weiß nicht, wie die Geschichte ankommt. :nixweiss:
Ein wenig Aufmunterung wäre durchaus hilfreich. :fertig:
A little encouragement please, Gentlemen! Thank you ahead! :wink:
 
Dr. Locker

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Mach Dir keine Sorgen.

Die Geschichte kommt an, sehr gut sogar.

Warscheinlich sind alle nur total gepackt vor lauter Spannung, dass sie vergessen zwischendurch mal was zu posten...
 
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Chonburi's Michael

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MadMovie" schrieb:
Das brachte mich auf die Idee, es selbst einmal zu versuchen (keine Übersetzung, eigene Schreibe).
Hast wirklich was drauf :super: wenn du dir dies alles selber aus den Fingern ziehst und dann niederschreibst.

Ich lese es auf jeden Fall. :-)
 
bigchang

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ist so gut geschrieben,das alle sprachlos sind und auf fortsetzungen warten,es will dir glaube ich nur keiner die gute geschichte zerreden.

also mach schnell weiter

gruesse matt :wink:
 
MadMovie

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Chonburi´s Michael" schrieb:
Hast wirklich was drauf :super: wenn du dir dies alles selber aus den Fingern ziehst
Danke, Michael, Dr. Locker und Matt!
Ich habe nur ein grobes Konzept, kenne auch den Schluss ;-),
aber was täglich passiert, das ziehe ich mir wirklich aus den Fingern!
Jetzt aber wieder :computer:
 
nokopie

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MadMovie" schrieb:
Liebe Leser,
im Moment stehe ich ein wenig auf dem Schlauch, weiß nicht, wie die Geschichte ankommt....
Halte dich nicht mit solchen Postings auf. Schreib weiter. Wir warten alle darauf.

Gruss, Nokopie
 
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Kapitel 6

Nong war sich jetzt endgültig sicher, dass man sie verwechselt hatte, ihren Wert maßlos überschätzte. Sicher, ihr Vater war kein unbedeutender Mann, aber eine Entführung zur Erpressung von Lösegeld hätte man in Thailand viel einfacher arrangieren können. Warum dieser Aufwand?
Die finsteren jungen Männer in Berlin hatten sich in einer asiatischen Sprache verständigt. Nong hielt es für Vietnamesisch. Dann die zwei Männer mit den vielen Zisch-Lauten, eine Sprache, die sie gar nicht kannte. Da Berlin nicht weit entfernt von Osteuropa war, vermutlich Russen oder Polen.
Nong spürte, wie ihr Gefängnis angehoben und sie durch geschüttelt wurde. Dann hörte sie das Aufheulen der Turbinen. Beim Abheben der Maschine wurde ihr schlecht. Sie hatte seit vielen Stunden weder geschlafen, gegessen noch getrunken. Sie stieß die gefesselten Beine gegen die Aluminiumwand und kämpfte gegen die Tränen. Ihre Kräfte verließen sie...



“Vietnamesen und Polen, um die alle zu koordinieren und zu bezahlen, muss schon ein großer Kopf dahinter stecken.”
Peter hatte sich wieder beruhigt. Es hatte auch keinen Zweck, sich selbst und andere mit Vorwürfen zu quälen. Hier war eine Maschinerie in Gang gesetzt worden, die selbst Bernd in Erstaunen versetzte, und der hatte schon allerlei erlebt.
Um den Kummer zu ertränken, gab es mal wieder einen kleinen Umtrunk in Peters Wohnung. Schon nach einem Kräuterlikör verfiel Bernd wieder in den Berliner Dialekt.
“Wenn ick nur eine Spur hätte und wüsste, wo ick anfangen soll!”
Er stapfte unruhig durch die Wohnung, wie ein Pferd, das gerne vom Zügel gelassen werden möchte, aber nicht wusste, wohin.
Peter sah mit seiner Lesebrille immer eine Spur souveräner und abgeklärter aus als sonst. Er ignorierte die Wanderbewegungen seines Freundes und konzentrierte sich auf den Computer.
“Gab es neue Sichtungen?” fragte Bernd, der nur stoppte, weil er Bier nach schütten wollte.
“Wieso nennst du das immer Sichtungen? Sie ist kein außerirdisches Phänomen und wir legen hier keine X-Akte an!” ereiferte sich Peter.
“Im Moment ein wenig schon”, murmelte Bernd.
Peter hatte es gestern endlich über sich gebracht und die Familie von Nong in Bangkok informiert. Jetzt lag die Antwort-Email ihres Bruders Udai vor. Obwohl die englischen Worte korrekt gesetzt waren, wurde Peter nicht ganz schlau daraus. Der große Bruder machte sich große Sorgen und lud sie ein nach Thailand, weil die Vermutung nahe lag, dass die Entführung mit der Familie zu tun habe.
Wenn Udai ein Bekennerschreiben oder eine Lösegeldforderung hatte, warum teilte er ihm das nicht mit? Warum diese Geheimniskrämerei?
Bernd hatte nun doch Platz genommen.
“Du Unruhegeist wirst bald Gelegenheit bekommen, in Thailand jedes Blatt umzudrehen.”
Peter bearbeitete die Tastatur des Computers mit der Virtuosität eines Klavierspielers.
“Darauf freue ick mir schon. Mal was anderes, als untreuen Ehegatten mit der Kamera aufzulauern!” strahlte Bernd.
“So, doch noch zwei freie Plätze für heute Abend mit Swiss Air. Es haben welche abgesagt!”
“Wat denn? Heute schon?”


wird fortgesetzt...
 
Peter-Horst

Peter-Horst

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Hallo MadMovie,

weiter so, scheint ja eine ganz spannende Sache zu werden. :bravo:

Freue mich schon auf den nächsten Teil.

GRuß Peter :round:
 
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