2546?

Diskutiere 2546? im Sonstiges Forum im Bereich Diverses; Frage an alle: Die Buddhisten feiern im diesem Jahr 2545 den 2546. Geburtstag ihres Idols. Haben sie also ein Jahr NULL in ihrem Kalender? Dann...
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xenusion

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Frage an alle:

Die Buddhisten feiern im diesem Jahr 2545 den 2546. Geburtstag ihres Idols. Haben sie also ein Jahr NULL in ihrem Kalender?
Dann wären sie ja bei Zeitangaben vor B.E. konform zur astronomischen Zeitrechnung, im Gegensatz zum päpstlich gregorianischen Kalender.
Den wievielten Geburtstag feiern eigentlich die Christen 2002?
Hat jemand eine Erklärung?

fragt Xenu
 
Tschaang-Frank

Tschaang-Frank

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2545 ist mit ziemlicher Sicherheit so oder so verkehrt!?

Das Jahr 563 v.Chr duerfte das Geburtsjahr Siddhattas sein ( plus 5 bis minus 9 Jahre ).

Wieso, weshalb????

Heute nicht mehr! Wenn ich in den naechsten Tagen mehr Zeit habe gibts genaueres zu diesem Thema!!

Frank
 
Jinjok

Jinjok

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@Xenusion
Ein Jahr 0 (Null) hat wohl niemand. Franks Zahlen möchte ich nicht vorgreifen. Aber beim letzten Millenium konnte der rechnende Teil der Menschheit nur fassungslos zusehen, wie der gefühlsmäßig handelnde Teil das 20. Millenium schon nach 1999 Jahren am 1.1.2000 feierte. ;-)

Jesus dürfte bei seiner Geburt kaum sehr weit über die Grenzen Judäas (Nordostafrika/Kleinasien) hinaus bekannt gewesen sein, als daß man in Europa das Jahr 0, in dem der Heiland geboren wurde, hätte schreiben können. Das hat man meiner Meinung nach später als sich das Christentum ausbreitete zurückgerechnet.

Da der Buddhismus sich zunächst von Mund zu Mund in Pali/Sanskrit-Gesängen ausbreitete und erst später aufgeschrieben wurde, ist hier eine gewisse Ungenauigkeit möglich. Aber die haben mit dem Jahr 0 weniger zu tun.

Rein praktisch würde ich das Jahr-Null-Problem so beschreiben: Von einem Stichtag an wird das Jahr Null gerechnet. Nach 365 Tagen ist das jahr Null vollendet und das Jahr Eins beginnt. Mehr Sinn macht mir da die Sichtweise, vom Stichtag an wird das Jahr Eins gezählt, welches genau nach einem Jahr vollendet ist und das zweite Jahr nach dem Stichtag das Jahr zwei ist.

Es ist das ähnliche (sprachliche) Problem, welches manche Leute mit viertel 3 haben. Diese Uhrzeit ist 2.15 Uhr, da gerade 15 Minuten der 3. Stunde abgelaufen sind. Hier in NRW hat man mit solcherart simpler Zeitrechnung enorme Probleme und ich habe gelernt, die Uhrzeit umständlich mit Zweiuhrfünfzehn zu geben. Die Leute hier würde zu einem Termin meist erst um 3.15 Uhr antanzen ;-)

Ähnlich wäre dann der der 31. Mai nach bewußten o.g. Stichtag der 31.05.0001 und nicht 31.05.0000 in ersten Jahr der Zeitrechnung. Soweit meine persönliche Meinung zum Jahr-Null-Problem.
mfg jinjok
 
Tschaang-Frank

Tschaang-Frank

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Das ganze ist ein laengeres Thema!

Wir muessen da 5 Abschnitten draus machen, sonst ist mir das jetzt zu lang

Erste Betrachtung:

Die mehrheit der westliche Indienhistoriker haelt das Jahr 563 v.Chr als Geburtsjahr des Buddha fuer das fruehste sichere datum der indischen Geschichte.

Da die altindische Ueberlieferung nur Zeitabstaende zwischen Ereignissen angibt, diese Ereignisse aber noch nicht, wie in spaeteren Jahrhunderten, datiert, hat man zur feststellung altindischer Jahresdaten auch griechische Historiker heranzuziehen. Indische-grieschiche entwieckelten sich als Folge des Indienfeldzugs Alexanders des Grossen (327 v.Chr). Um das Jahr 303 v.Chr. kam es zwischen dem indischen Kaiser Candragupta Maurya un dem ueber Babylonien herschenden Alexander-Diadochen Seleukos Nikator zu einem territorialen Abkommen und zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen.
Durch Berichte des am Kaiserhof in Pataliputta akkreditierten hellenischen Gesandten Megasthenes wurde Candragupta zum Thema fuer griechische Historiker, und durch sie gelingt es, seine Thronbesteigung auf 321 v.Chr zu bestimmen.

Anhand dieser Jahreszahl lassen sich die Zeitrelationen, die uns in den im 4-6 Jh, n.Chr. kompilierten Ceylonchroniken mitgeteilt werden, in Daten umsetzen.

Den Chroniken zufolge regierte Candragupta 24 Jahre ( bis 297), sein Sohn und Nachfolger Bindusara 28 jahre ( bis 269), danach dauerte es weitere 4 Jahre, bis Bindusaras Sohn Asoka seine Brueder ausschalten und sich selbst die Herrscherweihe geben konnte.
Fuer dieses Ereignis errechnet sich somit as Jahr 265 v.Chr

Den Sprung zurueck auf das Geburtsjahr des Buddha ermoeglichen die beiden Chroniken durch die Angabe, Asokas Herrscherweihe habe 218 Jahre nach dem Parinibana, d.h. dem Tod des Buddha stattgefunden. Dieses wird somit auf 483 datierbar. Da der Meister ein Alter von 80 Jahren erreicht hat, ergibt sich als Geburtsjahr 563 v.Chr.

Obwohl die Zahlenangabe von 218 Jahren zwischen dem Verloeschen des Buddha und der Weihe Asokas als verlaesslich gilt, ist die angefuehrte Datenrechnung nicht ohne Schwachstellen.
Einerseits ist denkbar, dass die regierungsjahre der Koenige auf volle Zahlen aufgerundet sind, andererseits ist nicht zu uebersehen, das Bindusara in den "Puranas" eine Herrschaft von nur 25 Jahren zugeschrieben wird.
Die auf den Chroniken basierende Ausrechnung ist daher durch anders gewonnene Daten abzusichern.

Die Handhabe dazu bieten die Edikte, die Kaiser Asoka ueberall in seinem gewaltigem reich in Felsen und eigens dafuer errichtete Sauelen einmeisseln lies.
Fuer heute reicht es aber, ich weiss auch gar nicht ob das hier so genau interessiert?????


Frank



Letzte Änderung: Tschaang-F am 31.05.02, 11:47
 
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Azrael

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somewhere far beyond
Frank, das ist erste Sahne! Biiieeeete weitermachen, fundiertes Wissen - Klasse!
 
Tschaang-Frank

Tschaang-Frank

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Eines zur Klarstellung.
Ich habe nicht die letzten 40 Jahre gesessen um 1000ende alter Schriften zu studieren - das Lob kommt Hans Wolfgang Schumann zu.
Ich raffe hier die Daten im schnelldurchgang zusammen!

2te Betrachtung

Das 13 Felsenedikt, das Asoka blutige Eroberung von Kalinga auf 8 Jahre nach seiner Kroenung datiert und wahrscheinlich 12 jahre nach seiner Kroenung erlassen wurde, nennt fuenf ausserindische Herrscher, mit denen der Kaiser in Verbindung stand:
Antiochos II. von Syrien, Ptolemaios II. von Aegypten, Antigonos von Makedonien, Magas von Cyprene und Alexander von Eprius;
die herrschaftsdauer von jedem von ihnen ist bekannt. Das juengste Jahr, in dem sie noch gleichzeitig lebten, ist 258, das alsodie untere Zeitgrenze der Edikts darstellt. Rechnet man von diesem Datum 12 Jahre bis zu Asokas Kroenungsweihe und von dieser die in den Ceylon-Chroniken angegebenen 218 Jahre zurueck, so resultiert daraus 488 v.Chr. als Todes- und 568 als geburtsjahr des Buddha.
Eine Fehlermoeglichkeit liegt in der Frist zwischen Asokas Kroenung und dem Erlass des Edikts: sie koennte etwas kuerzer als 12 Jahre gewesen sein

Auch die Historiker Chinas liefern eine Datierungshilfe, naemlich durch die Kantoner-Punktchronik, jetzt muss ich aber erstenmal einkaufen fahren, spaeter mehr.

Letzte Änderung: Tschaang-F am 31.05.02, 14:41
 
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xenusion

Gast
Hi Frank,

der 2546. Geburtstag wurde in einem Fernsehbericht über Korea erwähnt. Nun ist ja 2002+568=2570, wo bringen wir dann die 24 Jahre Differenz unter? Mit der Erleuchtung kann es ja nichts zu tun haben, die hatte er doch an seinem 35.(?) Geburtstag.

Du verweist auf westliche Historiker. Heisst das, dass man das in Asien anders sieht? Oder hatte ein Kalenderjahr dort nicht 365,256366 sondern wie das siderische Mondjahr nur 354 Tage?

Wie ich auch rechne, ich bekomme es nicht zusammen. Das ist ja verwirrend! Vielleicht sollte man mal im Susi4um fragen, vielleicht haben die dort einen Astrologen? :-)

Gruss
Xenu
 
Jiap

Jiap

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Hallo leute,

richtig ist 543 v. Ch (Buddhist Era ist 2545 und Ch. 2002).

MfG / Jiap

Letzte Änderung: Jiap am 01.06.02, 17:09
 
Jinjok

Jinjok

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@Xenu
Der 35. Geburtstag ist richtig und hat mit der Zeitrechnung aber soviel zu tun, als daß seine Geburt den Beginn der buddhistischen Zeitrechnung markiert. Es ist also der Visakha Bucha Tag. Dabei fällt gleich schonmal auf, daß an diesem Tag gar kein Jahr anfängt. :???: Ebenso weiß man bei den verschiedenen Interpretationen auch nicht, welche der kalendarischen Besonderheiten (Jahreslängen etc.) alle schon mit eingeflossen sind.

@Tschaang-Frank
Interessant ist auf jeden Fall die Methode, anhand der verschiedenen Datierung von Ereignissen mit überregionaler Bedeutung wie von Dir zitiert, die verschiedenen Zeitrechnungen zu syncronisierungen.

Mein Fazit:
Das ist für mich alles sehr interessant und scheinbar eine eigene Wissenschaft, die exakte Bestimmung des Datums sicher eines Lebenswerkes wert. ;-D
mfg jinjok
 
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xenusion

Gast
@Jiap

ich bin ganz Deiner Meinung, zumal mir das sehr entgegenkommt: 2500+(mein Alter) und ich weiss, welche Jahreszahl unter dem König auf dem Kalender prangt. Oder umgekehrt. Aber uns fragt man ja nicht?


Wie schwierig es ist, sich auf einen Kalender zu einigen kann man daran sehen, dass sich Papst- und Rechtgläubige Christenheit bisher nicht mal auf einen gemeinsamen Termin für das Osterfest einigen konnten, und da geht es schliesslich um den gleichen (angenommenen) ursprünglichen Sachverhalt.

Als der genauere (gregorianische) Kalender eingeführt wurde, weigerte sich die anglikanische Kirche ihn zu übernehmen, weil er ein Werk Roms war.

Dann gibt es ja noch die freche Theorie, dass uns die Geschichtsschreibung ein paar Jahrhunderte untergejubelt hat, für die es keine Belege gibt.

Nachdem Lenins Recken im revolutionären Übereifer das Winterpalais rot gestrichen hatten, führten sie einen neuen Kalender mit 5-Tage-Woche ein. Scheint sich aber nicht sonderlich bewährt zu haben.

Wenn wir dereinst als Energiewölkchen im Nirwana schweben werden, wird uns das sicher alles ziemlich kalt lassen.

CUL
Xenu
 
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Iffi

Gast
Wenn ich richtig informiert bin, wurde die "Buddhist Aera" im 11.jahrhundert eingeführt. Wenn man dazu noch bedenkt, dass die Leute früher keinen Kalender an der Wand hatten, so wie wir heute, sondern die Kenntnis des richtigen Datums ein Privileg einiger weniger war, besonders der "gebildeten" Mönche in den Klöstern (Chronisten), darf man ja mal eine Frage stellen.

Nämlich, wer hat denn da Jahrhunderte lang bestimmt, welches Datum gerade ist? Teil der Antwort ist: die Elite.

Das da ne Menge Schindluder getrieben wurde, liegt doch auf der Hand.

@Xenusion,
die Sache mit den dazugepfuschten 3 Jahrhunderten entbehrt nicht einer gewissen Faszination. Der grosse Otto wollte ja unbedingt der erste Jahrtausendwechsel-Kaiser sein. Es lag ohne Zweifel in seiner Macht, am Kalender zu drehen um dies zu erreichen.

@Franky,
bin auch ein Schumann Fan, weil er die Problematik aufzeigt und nicht einfach angeblich undiskutierbare wissenschaftliche Behauptungen in den Raum stellt. Diederichs gelbe Reihe kann ich reinen Gewissens empfehlen.

Was bleibt, ist eine Konvention. Die Konvention, dass wir uns alle auf ein "offizielles" Datum geeinigt haben. Ein Datum, mit dem Kalender-Hersteller ihr Geld verdienen und das uns ermöglicht unsere Termine unmissverständlich einzuhalten und am richtigen Tag im Flughafen beim Check in nach Thailand stehen.

Da spielt es keine Rolle, ob heute tatsächlich der 2.6.2002 nach Christi Geburt ist, oder nicht. In der "Wirklichkeit" ist er es. Hauptsache, wir sind uns einig und das Reisebüro, die Fluggesellschaft und wir selber reden alle mit dem gleichen Datum.

Je mehr man sich mit der Materie beschäftigt um so weniger absolut werden die Kalenderzahlen der verschiedenen Geografien. Irgendwannn hat immer ein Kapazonda per Dekret verfügt, welches Datum "offiziel" ist. Faszinierend.
 
Tschaang-Frank

Tschaang-Frank

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Sicherlich muss man das alles nicht so genau wissen - deshalb habe ich anfangs ja auch nachgefragt ob das jemanden Interessiert.

Um das ganze im Zusammenhang zu verstehen, fehlen noch ein paar Daten.

Vor dem Wochenende komme ich nicht dazu.


@Iffi

Wenn du lust hast kannst du die restlichen Daten reintickern!?




Und noch was neues ( kleine fiese Raetselfrage ) / was man nicht unbedingt wissen muss!

Was ist ein Tic.?????
 
Tschaang-Frank

Tschaang-Frank

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Na gut der Tic. ist vielleicht noch zu einfach!!??


Noch 2 Fragen fuer die Hardliner:

Wie heissen diese beiden Staedte auf siamesisch und was ist ihre Bedeutung.

Auf Sanskrit heissen sie:

1 Nagara Svarga
2 Vishnu Lok
 
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xenusion

Gast
@Frank,
sorry, als das im Sanskrit-Unterricht kam, war ich gerade neue Kreide holen. :-)

Ich habe was anderes gefunden, was mich auch sehr nachdenklich macht:

[hr:0920dad15a]
31.05.2002
Britischer Forscher stellt Formel für den Wert einer einzelnen Lebensstunde auf

Was ist der wahre Wert der Zeit? Eine ökonomische Antwort auf diese Frage hat der englische Wissenschaftler Ian Walker im Auftrag der Finanzfirma Barclaycard gegeben. Er leitete eine Formel her, die angibt, wieviel Pfund jede Stunde unseres Lebens wert ist - egal ob wir schlafen, fernsehen oder arbeiten, berichtet die University of Warwick in einer Pressemitteilung.
Demnach beträgt der durchschnittliche Wert einer männlichen Lebensstunde 6 Pfund und 16 Cent, 42 Prozent mehr als vor 25 Jahren. Die weibliche Lebensstunde kommt zwar nur auf 4 Pfund 87 Cent, ihr Wert ist aber seit 1977 deutlich stärker - um 66 Prozent - gestiegen. Die Beziehung helfe zu verstehen, warum wir uns Zeit erkaufen, und beispielsweise jemanden engagieren, der uns den Rasen mäht, sagt Ian Walker.

Ian Walker berücksichtigte neben dem Arbeitslohn die Lebenshaltungskosten und die Höhe der Steuern. Mit verschiedenen statistische Modellen kam er zum überraschend einfachen Ergebnis:
V = W (100-t) / (100C).

Demnach beträgt der Wert einer Lebensstunde (V) eines Angestellten in Newcastle, der
- 10 Pfund pro Stunde verdient (W=10)
- 32 % Steuern zahlt (t=32)
- und dessen Lebenshaltungskosten im nationalen Vergleich mit der Zahl 1 beziffert sind (C=1)
= 6 Pfund 80 Cent.

In London, wo die Lebenshaltungskosten höher sind (C=1,32), wäre die Stunde des Angestellten mit 5 Pfund 15 Cent deutlich weniger wert.
[hr:0920dad15a]

So. Wenn man mal Thailand relativ zu Deutschland überschlägt, Einkommen in Thailand evtl W/100, t=0, C=0,1, ist die Lebensstunde in Deutschland etwa 8 mal mehr wert als in Thailand (Milchmädchenrechnung). Solche hohen Werte muss man natürlich gebührlich versichern.

Da fällt mir eine Kurzgeschichte ein, sinngemäss:
Ein Autofahrer prahlt vor einem Weisen, sein neues Auto fahre 220km/h, da würde er von Bölin nach Humbug 30 Minuten einsparen. Die Antwort des Weisen: "Ja. Und was machst Du mit der eingesparten Zeit?"

(Ich hoffe, Ihr stört Euch nicht an dem Widerspruch: 220 und ein Weiser in Deutschland.)

Gruss
Xenu

P.S.: s.u.
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@xenusion
Dein Posting über den Wert einer Stunde hat mich an die alten thailändischen oder chinesischen Münzen erinnert, Münzen mit einem Loch in der Mitte.
Vielleicht hat der Eine oder Andere von Euch ja auch schon einmal eine solche Münze erhalten, durch deren Loch zahlreiche Fäden geknüpft waren. Ich habe so eine Münze in Laos von einer hübschen Laotin erhalten und halte sie sehr in Ehren.
Diese kleine Geschichte von Joe Lederer soll Euch erklären, was dieses Geschenk bedeutet – den Wert einer Stunde:

Ich war im Frühjahr in Shanghai angekommen und die Hitze war mörderisch. Die Kanäle stanken und immer war der ranzige Geruch von Sojabohnenöl in der Luft. Ich konnte mich nicht eingewöhnen. Vor kleinen Lehmhütten spielten nackte Kinder. Nachts zirpten die Zikaden im Garten und ließen mich nicht schlafen. Im Herbst kam der Taifun und der Regen stand wie eine gläserne Wand vor den Fenstern. Ich hatte Heimweh nach Europa. Es gab niemand, mit dem ich befreundet war. Ich kam mir ganz verloren vor in dem Meer von gelben Gesichtern. Und dann kam Weihnachten.
Ich wohnte bei Europäern, die chinesische Diener hatten. Der oberste von ihnen war der Koch, „Ta-fse-fu“, der große Herr der Küche. Er sprach gebrochen deutsch und war der Dolmetscher zwischen mir und dem Zimmerkuli, dem Ofenkuli, dem Wäschekuli und was es da sonst eben noch an Dienerschaft gab.
Am Heiligen Abend saß ich wieder einmal verheult in meinem Zimmer; es klopfte und Ta-fse-fu trat ein. Er überreichte mir ein Geschenk, eine alte chinesische Münze mit einem Loch in der Mitte und durch dieses Loch waren viele bunte Fäden gezogen.
„Sehr alte Münze“ sagte der Koch feierlich. „Und Fäden gehören auch Dir. Fäden von mir und mein Frau und Brüder von Ofenkuli und Wäschekuli und von uns alle.“
Ich bedankte mich. Es war merkwürdiges Geschenk, viel merkwürdiger als ich zuerst dachte.
Als ich die Münze einem Bekannten zeigte, der schon lange in China lebte, erklärte der mir, was es mit dieser Münze für eine Bewandtnis hat:
Es gibt einige dieser Münzen - nicht viele - in Ostasien. Jeder Faden ist eine Stunde des Glücks. Der Koch hatte seine Freunde gefragt „Willst Du von dem Glück, das Dir für Dein Leben vorausbestimmt ist, eine Stunde des Glücks abgeben?“ Und Ofenkuli, Zimmerkuli, Wäschekuli und ihre Verwandten hatten für mich, den fremden Europäer, einen Faden gegeben – als Zeichen dafür, daß sie mir von Ihrem eigenen Glück eine Stunde schenkten. Ein großes Opfer, denn wenn sie auch bereit waren auf eine Stunde Ihres Glücks zu verzichten, lag es nicht in ihrer Macht, zu bestimmen, welche Stunde es sein würde.
Das Schicksal würde entscheiden ob sie die Glücksstunde abtraten in denen ihnen ein reicher Verwandter sein Hab und Gut überschrieben hätte oder ob es nur eine der vielen Stunden sein würde, in denen sie glücklich beim Reiswein saßen; ob sie die Glückstunde wegschenkten, in der das Auto, das sie sonst überfahren hätte noch rechtzeitig bremste oder die Stunde in der sie vielleicht vermählt worden wären.
Blindlings und mit weit offenen Augen machten sie mir, einem Fremden, einen Teil Ihres Lebens zum Geschenk.
Nun ja, Asiaten sind abergläubisch. Aber ich habe nie wieder ein Geschenk bekommen, das sich mit diesem hätte vergleichen lassen. Von diesem Tage an habe ich mich in China wohlgefühlt.
Die Münze habe ich viele Jahre besessen.
Eine Tages lernte ich jemanden kennen, der war noch viel übler dran als ich damals in Shanghai. Da habe ich einen Faden genommen und zu den anderen durch das Loch der Münze geknüpft. Dann habe ich die Münze verschenkt.


Solche Münzen werden auch heute noch in Laos als großer Freundschaftsbeweis verschenkt. Auch im Grenzgebiet zu Thailand ist dieser Brauch bekannt.


Gruß


Mang-gon Jai
 
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xenusion

Gast
Danke Mang-gon Jai,
für die herzerwärmende Geschichte kurz vor´m Schlafengehen.

Kennst Du diese:

Ein alter Indianer hatte zum ersten Mal in seinem Leben die Gelegenheit, in einem Auto zu fahren. Die schnelle Fahrt gefiel ihm. Doch dann überkam ihn ein Geschwindigkeitsrausch und er bat seinen Fahrer immer schneller und schneller zu fahren, vorbei an Bächen, Bäumen, Menschen, Geschehnissen und Ortschaften. Es war ein wildes Sausen. "stopp!", rief er auf einmal. Der Fahrer hielt an und der alte Indianer stieg aus dem Auto. Er ging um das Auto herum und legte sich mitten auf die Straße, hinter das Auto.
Der Fahrer fragte ihn erstaunt: "Was machen sie da?"
"Wir sind so schnell gefahren," sagte der alte Indianer, "dass meine Seele nicht folgen konnte. Ich bleibe jetzt solange hier liegen, bis sie mich wieder eingeholt hat" (Unbekannter Verfasser).


Gruss
Xenu
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Zurück zum Eingangsposting:
Die Buddhisten feiern im diesem Jahr 2545 den 2546. Geburtstag ihres Idols. Haben sie also ein Jahr NULL in ihrem Kalender?
Entweder habe ich keine Ahnung (was durchaus möglich ist) oder es läuft hier seit langer Zeit ein Thread, viele posten und keiner merkt einen gravierenden Fehler.

Das Jahr 0 des Buddhistischen Kalenders ist nicht der Geburtstag von Buddha, sondern sein Todestag, oder?
Die Geburt Gotamas, des späteren Buddha, war im Jahre 624 vor unserer Zeitrechnung.

Gruß

Mang-gon Jai

Letzte Änderung: Mang-gon-Jai am 07.06.02, 18:28
 
Jinjok

Jinjok

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@MangGon
Unsere Zeitrechnung nennt man auch Vor oder nach Christi Geburt.

624-543=81 Jahre

Das deutet auf Nirvana hin, also seinen Tod.


mfg jinjok
 
Tschaang-Frank

Tschaang-Frank

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@Mango

Die Geburt Gotamas, des späteren Buddha, war im Jahre 624 vor unserer Zeitrechnung.
Eben nicht - ich habe ja nun die fehlend 3 Berechnungsmethoden hier noch nicht gebracht (habe ich auch keinen Nerv mehr zu )

Das Geburtsjahr liegt "hoechstwahrscheinlich" um 563 v.Chr und sein Parinibbana bei 483 v.Chr.
diese Daten sind - nach heutigem!! - Wissenstand sehr wahrscheinlich - aber immernoch mit einer Fehlermoeglichkeit von plus 5 bis minus 9 Jahren.
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@Tschaang-F
OK, das weißt Du sicher besser als ich. Es ändert aber nichts an der Kernaussage meines Postings, daß der buddhistische Kalender mit dem Todestag (Eingang ins Nirvana) Buddhas beginnt und nicht mit seinem Geburtstag.


Gruß


Mang-gon Jai
 
Thema:

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