2000 Moenche demonstrierten vor der Boerse

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hello_farang

Gast
2000 Moenche demonstrierten vor der Boerse in Bangkok.

Hintergrund ist, dass naechste Woche Beer Chang an die Boerse gebracht wird. Die Moenche meinen dieses waere "ein Grab fuer Gesundheit, soziale Harmonie und altehrwuerdige Ethik fuer die thailaendische Kultur".

ganze Meldung (englisch)

Chock dii, hello_farang
 
x-pat

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Eine komplett fehlgeleitete Aktion in meinen Augen.

Wenn die Mönche schon gegen Alkohol demonstrieren möchten, dann wäre es vielleicht angebrachter sich an den Mann zu wenden, der in Thailand seit über 30 Jahren den "Stoff" liefert und dadurch zum reichsten Mann Thailands wurde, Charoen Sirivadhanabhakdi. Ihm gehört nicht nur Beer Chang, sondern die berühmte Mekong Whiskey Marke und ein Quasi-Monopol für Whiskey.

X-Pat
 
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hello_farang

Gast
Hallo x-pat,
ich vermute mal, die Moenche werden sich auch direkt an Charoen Sirivadhanabhakdi gewand haben. Aber ob das wirklich etwas bringt?? :nixweiss:

Die Aktion vor der Boerse sollte ein Zeichen fuer potentielle Kleinanleger sein, eben keine Aktien zu kaufen. Verlockend und so gut wie narrensicher waere solch eine Investition durchaus, bei dem Alkoholkonsum der Thais (und nicht zuletzt der farangs!). Die Moenche wiesen nun auf das moralische Problem hin, das man mit dem Leid anderer (Alkoholkranke) Profit macht. So gesehen ist die Demo fuer mich durchaus nachvollziehbar.

Chock dii, hello_farang
 
pef

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Was machen die Mönche wenn erst mal Kao Lao an die Börse geht :rofl:
 
DisainaM

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Sogar der vietnamesische Markt weiß Chang Beer zu schätzen.
 
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Chak2

Gast
Laut der Nation sollen sogar 5.000 Mönche demonstriert haben.

Es wird aber nicht nur Bier Chang an die Börse gebracht, sondern die gesamte Gruppe Thai Beverages, welche die Aktie mit der meisten Marktkapitalisierung an der SET wäre.
Die SET hat allerdings noch nicht entschieden, ob die Aktie zugelassen wird.
 
Samuianer

Samuianer

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Keine macht den Klerikern!

habe ich auch mit Entsetzen in den Nachrichten gesehen. Halte das fuer voll Vermessen auch wenn sie die Moralapostel darstellen!

Das hat jedoch mit wirtschaftlichen Dingen zu tun und hat absolut nichts mit dem Einfluss-taetigkeitsbereich von Moenchen irgendwas zu suchen!

Vielleicht wurden die ja alle von der Boonrawd Familie bestochen weil Chang einen grossen Marktanteil aus dem Singha Imperium gebissen hat - moeglich ist in LOS alles! :cool:
 
moselbert

moselbert

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hello_farang" schrieb:
... Die Moenche meinen dieses waere "ein Grab fuer Gesundheit, soziale Harmonie und altehrwuerdige Ethik fuer die thailaendische Kultur" ...
Wie viele Mönche rauchen? Das scheint gesünder zu sein als mal ein Bierchen zu trinken. :nixweiss:
 
Mr_Luk

Mr_Luk

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@hello_farang,

Die Moenche wiesen nun auf das moralische Problem hin, das man mit dem Leid anderer (Alkoholkranke) Profit macht. So gesehen ist die Demo fuer mich durchaus nachvollziehbar.
Das ist der springende Punkt. Und wenn diskutieren, dann über die wahren Motive der Demo. Wenn ich mich persönlich für etwas einsetze und Kritik riskiere, dann möchte ich auch dass man mit mir über den Kernpunkt meines Handelns diskutiert, und nicht über andere Dinge. Je ausschweifender die Argumentation, um so unzutreffender und unfärer ist sie.
 
Jinjok

Jinjok

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Die Mönche haben Recht damit, daß Alkohol in vielerlei Hinsicht schädlich ist für die Gesellschaft und den Einzelenen.

Aber die Mönche haben kein Recht in die Geschicke einer so weltlichen Institution wie der Börse von Thailand einzugreifen. Als Ergebnis der Massenproteste, nicht nur der 5.000 Mönche vor der Börse, wurde die Sitzung zur Entscheidung über die Zulassung von Thai Beverages an der SET auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Was haben die Mönche damit erreicht? Wird deshalb nur eine Flasche Bier oder Whiskey in Thailand weniger getrunken werden?? natürlich nicht.

Wenn sich die Mönche schon in das weltliche Leben einmischen wollten und auch sollten, dann wären da Forderungen zu einem wirksammen Schutz der Kinder vor den Gefahren des Alkohols viel sinnvoller. Oder eine merkbare Besteuerung von Bier und Schnaps, wie es sie für Wein und Tabak z.B. gibt. Oder ein Protest gegen viele anderen Unzulänglichkeiten in Thailand wie da wären Korruption ohne jede Grenze, Gewalt der Behörden gegen Minderheiten, Einschränkung der Pressefreiheit und und und ...

Aber der Eingriff in die heimische Finanzwelt ist völlig sinnlos und würde im Extremfall nur dazu führen, daß der thailändische Alkoholkonsum vom Ausland aus genährt würde. Immerhin ist Thailand mit einem Prokopfverbrauch von 14 Liter reinem Alkohol pro Jahr weltweit Nummer 5. Da hilft es in keiner Weise eine einzelnen, lokalen Produzenten an den Pranger zu stellen. In einer Zeit und einer Welt der freien Märkte und Freihandelszonen, wird jeder Bedarf auf jeden Fall gedeckt. Hier hat sich die Sangha in einen Nebenkriegsschauplatz verrannt und muß sich noch dazu fragen lassen, ob sie dabei nicht ihre Kompetenzfelder verlassen hat.
Jinjok
 
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hello_farang

Gast
Um da nochmal nachzuhaken, bzw. es etwas zu korrigieren:

Die Moenche waren nur ein Teil des Protestes gegen den Boersengang. Insgesammt waren 128 Anti-Alkohol-Gruppen des ganzen Landes an den Protesten beteiligt.

Nachzulesen bei yahoo.asia:
Gegen Thai Beverage PCL - Boersengang

Chock dii, hello_farang
 
Mr_Luk

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@Jinjok,

Jinjok" schrieb:
Die Mönche haben Recht damit, daß Alkohol in vielerlei Hinsicht schädlich ist für die Gesellschaft und den Einzelenen.

Aber die Mönche haben kein Recht in die Geschicke einer so weltlichen Institution wie der Börse von Thailand einzugreifen.
Mit welchem 'Recht' stellst du denn diese Behauptung in den Raum?

Was haben die Mönche damit erreicht? Wird deshalb nur eine Flasche Bier oder Whiskey in Thailand weniger getrunken werden?? natürlich nicht.
Das haben die Mönche auch nicht erreichen wollen, wie könnten sie das wohl?
Wie schon mehrfach erwähnt wollten die Moenche auf das moralische Problem hinweisen, das man mit dem Leid Alkoholabhängiger- und kranker Profit macht. Ihre genauen 'internen' Motive, weshalb sie gerade hier aktiv wurden kennt man ja nicht genau.

Hier hat sich die Sangha in einen Nebenkriegsschauplatz verrannt und muß sich noch dazu fragen lassen, ob sie dabei nicht ihre Kompetenzfelder verlassen hat.
I.m.h.o. eine ziemlich deftige Aussage, die zudem noch von unlauterer und ausweichender Argumentation gestützt ist. Was soll das überhaupt, weshalb legst du dich hier am hellichten Tag (in dem Tonfall) mit der Sangha an?
 
x-pat

x-pat

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Bevor es zu argumentativ wird:

Die Mönche haben natürlich ein verständliches Interesse daran, auf die Gesellschaft dahingehend einzuwirken den Alkohol- und Drogenkonsum einzudämmen. Die fünfte buddhistische Regel (precept) sagt ganz klar: keine bewusstseinsverändernden Substanzen. Jedoch ist es streitbar ob es für Mönche angebracht ist, auf einer politischen Ebene Einfluss zu nehmen. Ist die Lage wirklich so prekär, dass die Teilnahme an einer politischen Demonstration gerechtfertigt ist?

Wenn man sich die Zahlen der Alkoholabhängigen und die sozialen Folgen in Thailand anschaut, kann man durchaus zu diesem Schluss kommen. Jedoch glaube ich, dass diese Aktion in anderer Hinsicht ein Fehlschlag ist. Sie ist ein Fehlschlag, weil sie ausschließlich auf moralistischem (und daher kurzsichtigem) Denken gegründet ist. Die Mönche sehen hier nur zwei Seiten des Problems: die buddhistische Lehre und die der Lehre widersprechenden wirtschaftlichen Mechanismen. Leider ist das Problem in Wirklichkeit jedoch viel komplexer.

Es gibt tatsächlich einen großen Unterschied zwischen einem gelegentlichen Glaß Bier/Wein und Alkoholmißbrauch. Was die konservativen Hinaya Buddhisten vielleicht nicht immer einsehen, ist dass ein verantwortlicher Umgang mit bewußtseinsverändernden Substanzen durchaus möglich ist. Darüberhinaus unterscheidet sich die gesellschaftliche Dimension des Problems stark von der individuellen Dimension. Wie andere Nationen aus der Geschichte gelernt haben, lässt sich Alkoholismus nicht durch Prohibition verhindern. Ebensowenig stellt der Börsengang einer alkoholproduzierenden Firma eine staatliche Absegnung des Alkoholismus dar.

Meiner Ansicht nach kann das Alkoholproblem daher gar nicht auf der ökonomischen Ebene bekämpft werden, sondern nur durch Aufklärung, präventative Maßnahmen, individueller Betreung, Rehabilitation, sprich durch Maßnahmen die sich an das Individuum wenden.

X-Pat
 
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