Tempel-Tour in Phrae und Umgebung

schwabenmanni

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Die relativ kleine Provinz Phrae mit dem gleichnamigen Städtchen Phrae ist round about 180 KM nördlich von Sukhothai, zwischen Lampang im Westen und Phayao im Norden.

Phrae gehört zu den ältesten Ansiedlungen in Thailand.

Es wurde schon im 11. Jahrhundert von den Mon gegründet und war Teil des damaligen Haripunchai-Königreichs.

Eine Zeitlang war Phrae sogar ein eigenständiges Fürstentum und war unter dem Namen Wiang Kosai bekannt.

Danach gehörte es während der Herrschaft von King Mangrai zum Königreich Lan Na.

Und später während der Zeit von King Ramkhamhaeng zum erweiterten Herrschaftsbereich des Königreichs von Sukhothai.

Insgesamt also eine geschichtsträchtige und auch landschaftlich reizvolle Region.
 
Ein "Highlight" ist der Wat Phra That Suthon Mongkhon Khiri.

Er ist fast direkt an einer Durchgangsstraße, ca. 20 KM südlich der Provinzhauptstadt und nur 3 KM von Den Chai in Richtung Lampang.

Obwohl es eine neuere Tempel-Anlage ist, ist sie wegen ihrer Vielzahl unterschiedlicher kultureller und architektonischer Besonderheiten mit einer Mischung von burmesischen, laotischen und frühen Lan Na Stil-Elementen höchst beeindruckend und bietet vielfältige Foto-Motive.

Gleich an der Straße und als Blickfang vor dem Hauptkomplex ist ein erst vor einigen Jahren fertig gestellter 89 Meter langer liegender Buddha (der Phra Buddha Sai Yat) im burmesischen Stil...









 
Die Anlage ist die Idee und das Produkt eines etwas spleenigen "Mäzens", der hier in der Pampa in einer bunt durcheinander gewürfelten Mischung so nach und nach "Sehenswürdigkeiten" aus ganz Thailand "kopiert" und nachgebaut hat.

Insbesondere im Bereich vor dem liegenden Buddha wird immer noch kräftig gewerkelt.

Jedes Jahr kommen hier neue "Fotomotive" hinzu (deren "Bedeutung" ich allerdings nicht alle kenne)...















 
Gleich neben dem fast direkt an der Straße sich befindenden Bereich mit dem großen liegenden Buddha ist über eine "Naga-Treppe" der Aufgang zu dem zentralen Hauptkomplex der Anlage...





Blick von oben...

 
Oben dann das Tor zum Hauptkomplex, das von 2 überdimensional großen Yak (Nachbildungen der Tempelwächter im Wat Phra Kaeo in Bangkok) flankiert wird...









Und hier nochmals vom gegenüberliegenden Gebäude aus...

 
Gleich hinter dem Eingang und der Umfassungsmauer das "Herz" und Zentrum der Anlage:

In der Verlängerung des Ubosot (der Versammlungshalle) ein großer achteckiger Chedi mit vielen kleinen spitz zulaufenden Stupas im burmesischen Stil, die alle vergoldet sind.

Rundum mit kleinen Nischen mit ebenfalls vergoldeten kleinen Buddhafiguren.

Und am Sockel und ebenfalls rundherum "halbe" weiße Elefanten(reliefs) und weitere kleine Buddha-Statuen...


















 
Weitere Impressionen rund um den großen vergoldeten Chedi, dem "Blickfang" der aus verschiedenen Stilrichtungen und Elementen "bunt zusammengewürfelten" Tempelanlage...













 
Gleich daneben:

Die große Versammlungshalle (der Ubosot) mit einer Nachbildung des Phra Phuttha Chinnarat aus Phitsanulok vor dem gleichen schwarzen und mit Gold versetzten Hintergrund wie im Tempel in Phitsanulok...





Der Phra Phuttha Chinnarat...



Die "dortige" Wandelgalerie mit den vielen Buddha-Statuen. ..

 
Und gleich daneben in einem anderen Ubosot eine weitere "Nachbildung":

Eine Kopie des Emerald Buddha aus dem Wat Phra Kaew im Grand Palace in Bangkok, die dort von der Königsfamilie und von allen Thailändern als Thailands wertvollste religiöse Reliquie hoch verehrt wird.

Der Eingang zum Ubosot...



Der Jade Buddha zusammen mit weiteren Reliquien...









 
Im Original ist die Figur des meditierenden Buddhas aus einem einzigen Stück grüner Jade.

Sie ist mit Gold und Diamanten verziert und befindet sich seit 240 Jahren im Wat Phra Kaew im Grand Palace in Bangkok.

Der Legende nach wurde der Buddha ursprünglich von Südindien nach Sri Lanka gebracht.

Und von dort aus nach Angkor Wat in Kambodscha, bevor sie dann nach Thailand kam.

Von 1391 bis 1436 wurde sie in Chiang Rai aufbewahrt. Danach bis 1468 in Lampang (wobei es hierzu auch eine besondere Geschichte gibt).

Anschließend ging die Reise weiter nach Chiang Mai.

Und Mitte des 16. Jahrhunderts dann weiter nach Luang Prabang, der damaligen Hauptstadt des Königreichs von Laos.

Von dort aus dann nach Vientiane, der anschließenden Hauptstadt von Laos.

Nachdem King Taksin 1778 Laos besiegt und Vientiane erobert hatte, brachte er den Buddha wieder zurück nach Thailand.

Dort war er zuerst im Wat Arun in Thonburi.

Als 1782 unter King Rama I. Bangkok die neue Hauptstadt Thailands wurde, kam er dann in den Grand Palace auf der anderen Seite des Chao Phraya.

Seit 1785 ist der Esmerald Buddha nun an seinem derzeitigen Platz im Grand Palace, in dem damals eigens für ihn erbauten Wat Phra Kaew.
 
Der Emerald Buddha im Wat Phra Kaew bekommt übrigens jedes Jahr drei mal (zur Sommer-, zur Winter- und zur Regenzeit) ein anderes zeremonielles und maßgeschneidertes "Kostüm":

Für die heiße Jahreszeit gibt es einen diamantenbesetzten goldenen Bademantel. Für die kühle Jahreszeit ein massiver Goldmantel. Und für die Regenzeit eine vergoldete Mönchskutte mit Kopfschmuck.

Das "Outfit" hat einen geschätzten Wert von jeweils 3,8 Mio. US-Dollar.

Der Wechsel erfolgt in einer feierlichen Zeremonie durch den jeweiligen König, begleitet von Mönchen und hohen Würdenträgern.

Und hier der Emerald Buddha mit seiner unterschiedlichen Bekleidung auf einen Blick...

 
Tja, kenne ihn ja nicht persönlich.

Aber er soll, wie schon gesagt, ein "spleeniger" Mäzen sein.

Und das Ganze dient halt der Selbstdarstellung und um für sich in der Gegenwart und Zukunft ein "Denkmal" zu setzen.

Die dortige Landbevölkerung interessiert ihn wahrscheinlich weniger.

TiT !
 
Aber was ich mich vor allem frage: Wäre der Bevölkerung in dem Bezirk nicht viel mehr geholfen, wenn der offensichtlich ziemlich wohlhabende Mäzen nicht stattdessen beispielsweise ein Krankenhaus stiftet?
Das ist die pragmatische westliche Denkweise. Ein Thai denkt anders.

Den Spendern geht es oft darum, den Buddhismus zu föirdern, und damit große Verdienste zu erwerben.
 
Wobei, einen Aspekt habe ich doch noch:

Etwas abseits ein weiterer Auf- bzw. Abgang zu dem auf einem kleinen Hügel gebauten Hauptbereich der Tempel-Anlage...



Erwähnenswert deshalb, da sich unten - in Erinnerung an einen kurzen thailändisch-laotischen Grenzkrieg - ein " Kriegerdenkmal" befindet.

Der Grenzkonflikt war 1987/88 und ist auch als Battle of Ban Rom Klao bekannt...





Und obwohl das Ereignis neueren Datums ist und mit modernen Waffen geführt worden ist, wurde das "Kriegsdenkmal" auch noch um historische "Kriegselefanten" aus längst vergangenen Zeiten ergänzt...



 
Das ist die pragmatische westliche Denkweise. Ein Thai denkt anders.

Den Spendern geht es oft darum, den Buddhismus zu föirdern, und damit große Verdienste zu erwerben.
Das habe ich mir so gedacht, aber ist für mich auch einer der Schwachpunkte dieser Religion, zumindest in der gegenwärtigen Interpretation in Thailand.
 
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