Der letzte Abschnitt

@indy1: Danke für Deine Worte. Meine Frau meint, es sei eine gute Idee gewesen, diesen Thread zu eröffnen. Denn ich habe ja nicht mehr viel, was ich tun kann. Und ich habe keinerlei Verwandte (außer den beiden Söhnen im fernen Chaengwattana) und hier auch keinen Freund, kenne keinen, mit dem ich hier wirklich sprechen könnte. Was meine Themen betrifft, und nur über sie kann ich schreiben, so weiß ich, dass sie für manch Andere keine wirkliche Bedeutung haben, im Grunde unwichtig sind. Nichts über Politik, über allgemeine Gesellschaftsfragen, Krieg, Klima, denn auf diesen Gebieten weiß ich nichts, da maße ich mir kein Urteil an, kann keine Meinung dazu äußern, weil ich keine Meinung dazu habe. Bei vielen Beiträgen in anderen Threads hier weiß ich auch nie, meint der Betreffende das wirklich ernst? Denn mein Gefühl sagt mir, solche Meinungen kann man doch nicht wirklich vertreten.



Heute habe ich ein Sprichwort gehört, das ich noch nicht kannte, mir aber gut gefällt: ดูช้างให้ดูหาง ดูนางให้ดูแม่ (do chang hai du haang, do naang hai do mää), wörtlich: wenn du einen Elefanten beurteilen, schau auf seinen Schwanz, wenn du eine Frau beurteilen willst, schau auf ihre Mutter. Das stammt aus der Zeit, zu der man viel mit Elefanten gehandelt hat. Wer einen Elefanten kaufte, schaute sich den Schwanz genau an, aus seinem Zustand konnte man eine Menge über das zum Verkauf stehende Exemplar schließen, auf Alter und Gesundheitszustand.. Und meist stimmt auch, dass man von der Mutter auf die Tochter schließen kann, wir in D kennen ja das Wort: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Noch etwas ganz Anderes habe ich heute gelernt. Schon lange kenne ich die Bittermelone, auf Thai มะระ (mara) genannt. Sie ist einer Gurke ähnlich, aber die Oberfläche hat viele Längsriffelungen.(obere Abbildung) In der Thaiküche sehr beliebt, etwa um Speisen eine bitteren Geschmack zu verleihen. Gestern sah ich, dass meine Frau ganz kleine, runzelige und schrumpelige „Gürkchen“ gekauft hatte. Die tauchte sie in heißes Wasser. Ohne die Früchte zu kochen, schnitt dann Scheibchen ab, tauchte sie in eine Soße und aß sie. Ich probierte auch, gar nicht schlecht. Natürlich frage ich, was ist das? มะระขี้นก (mara khinok) antwortete sie. Das war interessant. Den Ausdruck ขี้นก kannte ich bisher nur im Zusammenhang mit ฝรั่งขี้นก = Farang khinok, was einmal den ausführlichen Namen einer Frucht („Farang“) bezeichnet, aber auch in abwertender Weise uns Weiße bezeichnet. ขี้นก (wörtlich „Vogelkot“) könnte bei der sehr kleinen, schrumpeligen Marafrucht auch etwas Abwertendes bedeuten.Mara 1.jpgMara 1.png


Ich besuche, wie Ihr wisst, oft ein „San-jao“ (chines. Tmpel) und versuche ihn zu verstehen, was nicht leicht ist. Es gibt einfach zu viele Götter in der chinesischen Mythologie. Diese „Götter“, deren Figuren sich in den Tempeln wiederfinden, beruhen oft auf historischen Gestalten, die wegen etwas Positiven, das sie geleistet haben, im Gedächtnis geblieben sind. Aber in fast jedem dieser Tempel gibt es auch eine Affenfigur, sieht wie ein Mensch aus, hat aber ein Affengericht, einen Schwanz usw. Das ist Hanuman, im Chinesischen Sun Wukong (孫悟空) genannt. Er stammt aus einem frühen Chinesischen Roman, „Die Reise in den Westen“., in dem er als schlauer Fuchs beschrieben wird, der es immer wieder versteht, seinen Feinden zu entkommen. – Es ist schon erstaunlich, dass eine Romanfigur Unsterblichkeit erwirbt und in Tempeln verehrt wird! - Bei Wikipedia kann man viel über diese Gestalt lesen, weshalb ich hier nicht detaillierter darüber schreiben will.
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Jetzt hat meine liebe Frau wieder ein paar Orchideen gekauft. Die kosten ja nur 50 Baht, wenn man drei Stück kauft, kriegt man eine vierte geschenkt. Unser ganzer Hof steht jetzt fast voll damit. Aber o.k., während meine Frau die Orchideen auswählt, schaue ich mir die anderen Pflanzen an und sehe oft, was ich nicht kenne. So auch gestern. Ich fand wunderschöne Kakteen. Die auch gerade blühten. Die Blüten waren anders als normalerweise bei Kakteen, nicht radialsymmetrisch mit vielen Strahlen, sondern achsensymmetrisch. Der Gärtner hatte mehr als 100 Stück von dieser Sorte und ich überlegte schon, ob ich einen solchen Kaktus kaufen solle! Dann, beim Fotografieren, sah ich es, und das war eine große Enttäuschung: es handelt sich ausnahmslos um Chimären, also aufgepfropfte Exemplare, und zwar auf eine Pflanze aufgepfropft, die mit dem Kaktus nicht im Geringsten verwandt ist, nämlich einer Euphorbia („Wolfsmilch“)! Die beiden Pflanzen passen überhaupt nicht zusammen! Ein wunderschöner Kaktus und eine hässlich beschnittene Unterlage. Wirklich schade! Der Gärtner hat sich die Kombination selber ausgedacht, die Pfropfung auch jeweils selber durchgeführt. Er meinte, die Pflanzen verkaufen sich sehr gut. Chim 1.jpgChim.jpgChim 3.jpg



Neulich fragte mich jemand, ob ich noch Erinnerungen an den 2. Weltkrieg habe. Ja, habe ich, aber nicht viele. Ich bin ja Nov. 37 geboren. Der erste Eindruck, der haften geblieben ist, ist folgender: ich spielte allein auf der Wiese hinter dem Haus. Genau über mir flogen zwei Flugzeuge umeinander herum. Dazu gab es rote Funken, heute weiß ich, dass sie aufeinander geschossen haben. Da stürzte meine Mutter heraus, griff mich und trug mich in den Keller, den wir als Luftschutzraum benutzten. – Ich erfuhr später, dass das eine Flugzeug ein britisches war, das es abgeschossen wurde, der Pilot konnte sich mit Fallschirm retten und wurde von der Bevölkerung gefangen genommen. Man sagt. Die Männer, die ihn gefangen nahmen, hätten ihn verprügelt.

Ein Weiteres, was ich nicht vergessen habe: eines Abends schellte in der Nacht der örtliche Polizist, er sagte unsere Verdunkelung sei nicht 100% dicht, es scheine ein wenig Licht heraus, was wir sogleich ändern müssten. Über das Dorf fliegende Flugzeuge sollten nicht sehen, wo Häuser waren. Sonst würden sie vielleicht ihre Bombenlast über unser Dorf abwerfen.

Dann erinnere ich mich, dass, wenn wir im Luftschutzkeller saßen, manchmal fremde Leute reinkamen und Schutz suchten. Wie jedes Haus hatte auch unseres außen die Buchstaben LSR (Luftschutzraum) und entsprechende Pfeile groß an der Hauswand neben dem Eingangstor.

Was ich auch nie vergessen werde: Wir, also meine Mutter, eine Tante, mein Großvater und ich saßen im Keller. Plötzlich hörten wir ein schepperndes Geräusch, wir wussten sogleich, unsere Haus war irgendwie getroffen worden, die Bombe hatte das Dach zum Speicher durchschlagen, war aber nicht explodiert. Mein Opa lief so schnell er konnte die Treppe hoch. Da lag eine Brandbombe auf dem Speicherboden, eine so genannte Phosphorbombe, sie fing an zu glühen und wäre sehr bald explodiert. Mein Opa, der wusste, dann wurde das ganze Haus abbrennen, das Haus dass er selbst gebaut hatte, packte mit bloßen Händen den glühenden Bombenzylinder und warf ihn durch das Dachfenster auf die Straße. Noch im Fallen explodierte die Bombe, die Wand wies noch jahrelang die entsprechenden Brandspuren auf. Aber das Haus war gerettet!
 
Was meine Themen betrifft, und nur über sie kann ich schreiben, so weiß ich, dass sie für manch Andere keine wirkliche Bedeutung haben, im Grunde unwichtig sind. Nichts über Politik, über allgemeine Gesellschaftsfragen, Krieg, Klima, denn auf diesen Gebieten weiß ich nichts, da maße ich mir kein Urteil an, kann keine Meinung dazu äußern, weil ich keine Meinung dazu habe. Bei vielen Beiträgen in anderen Threads hier weiß ich auch nie, meint der Betreffende das wirklich ernst? Denn mein Gefühl sagt mir, solche Meinungen kann man doch nicht wirklich vertreten.

Das ist wirklich ein ganz großer Absatz, vor dem ich meinen Hut ziehe.
Leider gibt es in der heutigen Zeit (zu beinahe allen Themen) zu viel Meinung für zu viel wenig Wissen. Da werden jahrelange Forschung von renommierten Wissenschaftlern mal kurz auf dem Hintergrund von 10 Minuten Google-Suche relativiert. Das stößt mir sehr auf.

Was deine Beiträge betrifft, so kann ich sagen, dass es wirklich eine Bereicherung fürs Forum ist. Ich freue mich über die Ausflüge in dein früheres Leben, aber auch die geschichtlichen Erzählungen. Als Historiker (Schwerpunkt lokal, mittlerer Schwarzwald) ist das für mich besonders interessant.

Ich wünsche dir in deinem letzten Abschnitt jedenfalls alles erdenklich Gute und eine möglichst lange, schmerzfreie Zeit. Ich hoffe, du kannst das Forum noch mit vielen Beiträgen bereichern.
 
Es sind eben gerade die Deiner Meinung nach unbedeutenden Themen zu denen Du Stellung beziehst, die mir hier schon sehr geholfen haben- vor allem wenn Du Deine Beobachtungen auch in thailändische Wörter setzt, da kann man (Ich) sehr viel lernen. Deshalb weiter so und schone Dich aber, damit Du uns noch lange hier erhalten bleibst .Vielen vielen Dank !!!:wai:
 
Gestern war wunderschönes Wetter, Sonnenschein, kein Tropfen Regen. Ich ließ mich schon um 9 Uhr vom Taxifahrer abholen, wir fuhren zum letzten Stückchen „Urwald“ auf Phuket. Dort gibt es auch Wasserfälle, aber die kosten für Ausländer 500 Baht Eintritt und bringen mir nichts, ich ließ mich zum anderen Ende des „Urwalds“ fahren. ´Da ich nicht mehr gut laufen kann, muss ich einen Pfad benutzen. Es geht sehr langsam voran, aber das ist egal. Alle paar Meter, wenn sich eine Gelegenheit ergibt, setze ich mich. Von meinem Sitzplatz aus erkunde ich die Gegend, was da alles wächst und krabbelt. Wenn man geduldig ist und genau hinschaut, kann man viel entdecken. 2, 3 dieser Sachen will ich hier zeigen.

Als erstes sah ich verschiedene merkwürdige Keimlinge. Augenscheinlich irgendwelche Bäume, aber welche, vermag ich nicht zu sagen und finde ich auch nicht mehr heraus. Aber die Keimlinge, die ich teilweise auch schon woanders gesehen hatte, erscheinen mir wunderschön, vollkommen symmetrisch.keiMling.jpgKeimling 1.jpgKeimling 2.jpgKeimling 3.jpg




Ich ging weiter und kam an eine Lichtung. Ihr kennt alle den s.g. Weihnachtsstern, der in Kürze wieder die Supermärkte und Gärtnereien in D füllen wird. Hier auf Phuket wuchsen die Vorformen des Weihnachtssterns, also die Pflanzen, aus denen man den Weihnachtsstern, wie man ihn heute kaufen kann, gezüchtet hat. Man sieht, die Pflanze hat die Charakteristika der Zuchtform. Es sind Vorformen der Zuchtform, sie haben aber viel weniger und viel kleinere, noch unscheinbare rote Blätter. Dies sind keine Blütenblätter, sondern normale Blätter, die sich rot gefärbt haben und helfen, die Insekten anzulocken. Die Blüten selbst sind winzig und völlig unscheinbar.WEIHN !.jpgwein 2.jpg



Normalerweise tummeln sich auf einer Waldlichtung Schmetterlinge. Ich sah auch welche, aber nur einen der Tagfalter konnte ich fotografieren.Falter1.gif



Auch auf dem Boden schaute ich nach Insekten und Co. Ich fand jedoch nicht viel, weil ich mich nicht mehr richtig und ausdauernd bücken kann. Das hier gezeigte Foto zeigt, dass auf der Lichtung sehr große Tausendfüßler leben, (กิ้งกือ/ginggöh) im Gegensatz zu den Hundertfüßern (ตะขาบ/dtakhaab) = ) völlig ungefährlich. Das Bild erinnert mich wieder daran, dass der Tod zum Leben gehört.
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Gegen 13 Uhr war ich sehr müde geworden und auch hungrig. Ich ließ den Taxifahrer zu einem Restaurant fahren. Unterwegs sah ich ein merkwürdiges Gebäude. Ich ließ anhalten, um ein Foto zu schießen. Es handelt sich um ein besonderes Haus, sehr groß, aber ganz einfach gebaut. Kein Mensch wohnt darin, sondern mehrere 100 schwalbenähnliche Vögel bauen darin ihre Nester. รังนก (rang nog), aus denen man Speisen und Getränke herstellt. Das gereinigte „Rangnog“-Material ist extrem teuer. Schmeckt aber wunderbar und soll sehr gesund sein. Besonders die Chinesen essen/trinken sehr gern „Rangnog“.

Was sind das für Vögel? Sie sehen zwar auf den ersten Blick aus wie Schwalben, sind aber s.g. Segler, wozu in D der Mauersegler gehört. Wissenschaftlich heißt der Vogel Aerodramus furciphagusม auf Thai นกนางแอ่น (nog nang änn).

Sie nisten in der freien Natur in Südostasien in Höhlen am Meer. Dort hat man früher auch die Nester gesucht. Diese bestehen aus reiner Vogelspucke der Männchen. Da die Nachfrage sehr groß ist, hat man künstliche Höhlen gebaut, eben diese Häuser, die oft gar keine Fenster aufweisen. Ist auch nicht nötig, weil sich die Tiere per Echolot im Dunkeln zurechtfinden. An den Hauswänden hat man im Innern dicht an dicht kleine Brettchen angebracht, auf denen die Vögel nisten. Tagsüber sieht man die Vögel nicht, morgens verlassen sie das Haus und jagen Insekten am Meer, spät abends, wenn es schon dunkel ist, kehren sie zurück. Sie können eine Fluggeschwindigkeit vom 100 km / Std. erreichen! Sie sind monogam, ein Pächen bleibt bis zum Tode zusammen. Um den Eintrag irgendwelcher Krankheiten (Vogelgrippe) zu verhindern, erlaubt man keinem Außenstehenden, die Häuser zu betreten. Schade, ich hätte mir das gern angesehen, auch den Erntevorgang. Die Vögel werden bis zu 7 Jahre alt, brüten 3mal pro Jahr, legen jedes Mal 2 Eier. In er freien Natur haben die Vögel auch Fressfeinde: Eulen, Python, Affen. - Bei Wikipedia wird der Interessierte ausführlich über die Vögel, ihre Nutzung und ihre wirtschaftliche Bedeutung unterrichtet. Da ich kein Wikipedia-Zitierer sein möchte, mache ich hier Schluss mit dem Thema.Haus.jpg



Als wir durch Straßen fuhren, wo ich vorher noch nicht gewesen war, sah ich am Straßenrand Bäume mit faustgroßen, grünen Früchten. Ich ließ den Wagen anhalten und schaute mir die Bäume näher an. Unter den Bäumen lagen weitere faustgroße Früchte, aber nicht grün, sondern dunkelbraun, mit fester Schale. Das waren augenscheinlich die reifen Früchte, von der grünen Schale befreit. Ich nahm ein paar Früchte mit nach Hause und versuchte, den Namen des Baums zu finden. Bald schon war ich erfolgreich, der Baum heißt auf Thai ตีนเป็ด (dtien bped), also Entenfuß, warum, weiß ich nicht. Der ein ode andere von Euch wird für Fuß nur das Wort เท้า (tau) kennen, das ist der menschliche Fuß. Bei Tieren spricht man von ตีนเ (dtien). Auch wenn man vom Fuß eines Berges spricht, heißt es ตีน.

Als ich nach dem Baum googelte, erfuhr ich, dass die reifen Früchte genutzt werden. Man kann sie zwar nicht essen, aber man kappt die Spitze, höhlt die Frucht aus, füllt sie mit Erde und bepflanzt sie. Unten hängt man noch eine Tillandsia an, die wie ein langer, grauer Bart aussieht. Denn diese Tillandsien sind äußerst genügsam, sie ziehen alles, was sie zum Wachstum benötigen, aus der Luft. In Südamerika, wo die Pflanze herstammt, wachsen sie sogar auf Telefondrähten!
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Ich sagte dem Taxifahrer, ich hätte gehört, dass auch Phukets Strände z.T. verschmutzt wären, ich würde gern mal eine ตีนเป็ดsolche Stelle sehen. Klar, sagte er, kein Problem, wir könnten sofort hinfahren, sei nicht weit. Gesagt, getan. Die beiden Aufnahmen sprechen für sich. Der Taxifahrer versuchte mir weiszumachen, der Schmutz komme von Indonesien (Sumatra), und viele Einwohner Phukets glauben das auch. Die Thais seien doch nicht so schmutzig….
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Ein paar Posts weiter oben hatte jemand vorgeschlagen, als ich über ใบ (bai grathomm) = Blätter des Kratombaums berichtete, ich könnte dieses (schwache) Rauschmittel im „letzten Abschnitt“ meines Lebens ja mal probieren. Gestern kam ich an einem Stand vorbei, es war eine Art Bude am Straßenrand. Hinter der Bude wuchs ein Kratombaum. In der Bude selbst wurden die Blätter dieses Baumes verkauft, aber es gab auch น้ำกระท่อม (nahm gratomm) = Kratom-Saft. Der wurde in ½ l-Flaschen verkauft und kostet 140 Baht. Ich habe eine Flasche gekauft und mal probiert. Schmeckt gar nicht schlecht! Heute waren meine Frau und ich auf einem speziellen Friedhof, nämlich auf einem mohammedanischen.

So makaber das klingt, aber für die Gräber verschiedener Kulturen habe ich mich schon immer interessiert.
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Ich wusste schon länger, wie eine islamische Bestattung vor sich geht: Liegt jemand im Sterben, spricht man mit ihm ein Gebet, eine Art Glaubensbekenntnis. Er soll möglichst im Moment des Sterbens „shahada“ sagen, = Allah ist der alleinige Gott. Nach dem Tode werden Augen und Mund geschlossen, die Leiche wird mindestens dreimal gewaschen und dann in ein weißes Tuch gewickelt. Die linke Hand wird auf die Brust gelegt, die rechte an die like Schulter. Nach weiteren Gebeten („Freisprechung von Schuld“) wird der Tote begraben, der Kopf wird nach Mekka ausgerichtet.

Im Islam ist alles, was strikt verboten ist, „haram“. Verbrennung der Leiche z.B. gehört dazu. Mohammedaner müssen begraben werden, und zwar so schnell wie möglich, oft am selben Tag.

Auf dem Grab sind nur kleine, unauffällig Grabsteine erlaubt. Meistens tragen sie keinen Namen.



Auf einem großen Frischmarkt hier in Phuket fand ich gerollte grüne Blätter. Ich erkundigte mich natürlich, was das sei, und erhielt die Antwort ใบพลู , die Pflanze musste also ต้นพลู heißen. Der Taxifahrer brachte mir ein paar Blätter, leider etwas verwelkt. Zu Hause ermittelte ich im Internet, um welche Pflanze es sich handelt: Piper betle! Es musste also eine Art Pfeffer sein, Meine Frau erzählte mir, alte Leute würden die Blätter essen, zusammen mit หมาก (Maag). Ihre Mutter habe das Zeug (im Alter) gern gegessen. Darf man aber nicht mit der Betelnuss verwechseln, das ist die Frucht einer Palme.
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Später kamen wir an einer Gruppe merkwürdiger Palmen vorbei. Diese Palme, wild wächst sie in der Mangrovezone, ist die Nipa-Palme, sie fällt dadurch auf, dass ihr Stamm unter der Erde kriecht, oberirdisch sieht man nur die Blätter und gegebenenfalls die generativen Organe. Sieht komisch aus. Auf Thai heißt die Pflanze ต้นจาก (Dtonn djaag). Sie hat (für mich) interessante Blüten und Früchte. Thais Pflanzen diese Palme gern an, Mein Taxifahrer, der nur selbstgedrehte Zigaretten raucht, zeigte mir sein Zigarettenpapier. Es ist aus den Blättern der Nipapalme hergestellt! Es gibt noch weitere Verwendungsarten, ich verweise auf Wikipedia.
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Jetzt möchte ich schildern, wie ich mal auf einen Amerikaner reingefallen bin. Es ist zwar schon lange her, aber ich kann es nicht vergessen. Eines Tages, ich war noch nicht verheiratet, erschien ein Amerikaner bei mir, stellte sich als Richard Gatto, Münzen- und Banknotenhändler, vor. Er wohnte in Heidelberg und sagte, er sei dort als US-Soldat stationiert. Er hätte mir einen Vorschlag zu machen. Ich könne ihm doch auf Kommissionsbasis Banknoten überlassen, was er verkaufe, zahle er sofort, innerhalb eines Monats, was er nach 1 Jahr nicht verkauft habe, gebe er zurück. Der Mann schien mir vertrauenswürdig, und als er berichtete, mein guter Bekannter Leo Reich aus Frankfurt habe ihm in gleicher Weise Münzen zur Verfügung gestellt, bin ich auf seinen Vorschlag eingegangen und habe ihn auf Kommissionsbasis mit Banknoten im Werte von 10.000 DM versorgt. Die ersten drei Monate ging auch alles gut, er sandte mir dreimal einen Scheck. Dann hörte ich 2-3 Monate nichts von ihm. Stattdessen rief ein anderer Bekannter mich an, er meinte, der Frankfurter Zoll werde in Kürze Banknoten und Münzen versteigern, aus der Art des Materials schließe er, es seien vielleicht meine Banknoten? Sogleich setzte ich mich mit dem Zoll in Frankfurt in Verbindung und erfuhr, Herr Richard Gatto gehöre seit einigen Jahren schon dem Militär nicht mehr an, habe aber die Steuervorteile der hier stationierten Soldaten ausgenutzt, z.B. an einer speziellen Tankstelle für US Soldaten laufend getankt, in speziellen, US-Soldaten vorbehaltenen Geschäften regelmäßig eingekauft. Die noch zu begleichende Steuerschuld betrage 6000 M. Herr Gatto sei nach USA geflüchtet. Ich rief sofort Herrn Leo Reich an, der mir sagte, er habe Herrn Gatto für 30.000 DM Münzen zur Verfügung gestellt. Wir vereinbarten, Herrn Gattos Restschulden zu bezahlen, und zwar im Verhältnis 1:3 (weil 10.000 und 30.000 DM). Das taten wir und erhielten unser Material vom Zoll zurück. Aber es bedeutete, wir mussten unser eigenes Material kaufen! Ich buchte das Ganze als Erfahrung und nahm mir vor, den Menschen nicht mehr so einfach zu vertrauen.
 
Zunächst will ich schildern, wie EBEYER in Afrika im Gefängnis landete. Ich war damals entomologisch sehr interessiert. Die Insekten, besonders -ich habe es schon erwähnt- die s.g. Phoriden, kleine Fliegen, hatten es mir angetan. Insbesondere nachdem die Ausbeute aus Madagaskar ausgewertet war, war mein Interesse gewachsen und ich wollte ja eigentlich Entomologe werden. Dabei feuerte mich die Tatsache, dass ein Prof.Lindner vom zoologischen Museum Stuttgart 1967 eine von mir gefundene neue Art „Madagascarina beyeri“ nannte, natürlich besonders an, nochmals nach Afrika zu fliegen und weitere Insekten zu sammeln. Diesmal wählte ich den Senegal mit Gambien, ich reiste mit dem Zelt! Denn ich wollte in Gegenden, in denen es keine Hotels gab. Ich hatte mir als erstes Ziel die Casamance ausgesucht, eine Gegend im Süden vom Senegal. Ich fand auch eine Lichtung im dortigen, damals fast unberührten Wald, nahe dem Meer gelegen, wo ich mein Zelt aufschlug. Ich teilte mein Geld in 4 Teile, 3 Teile vergrub ich an drei verschiedenen Stellen, einen Teil trug ich im Brustbeutel mit meinem Pass immer bei mir.

Nachdem ich ca. 1 Woche lang Insekten gesammelt hatte, machte ich mich mit meinem Fangnetz wieder auf die Suche. Ich ging Richtung Süden, so weit, wie nie zuvor. Ich kam an einen kleinen Bach, den man leicht durchwaten konnte, er war nur etwa knietief. Nachdem ich einige Zeit nach Süden gelaufen war, das Meer immer in Blickfeld, denn ich hatte keinen Kompass, begegnete ich einem Mann. Ich begrüßte ihn auf Französisch, er antwortete auf Portugiesisch! Wie waren beide erstaunt, aber er sagte, ich müsse mitkommen. Ich hatte unbewusst die Grenze nach Portugiesisch Guinea überschritten. Ich wurde zum Dorfältesten geführt, der meinen Pass studierte und dann meinte, er könne nicht entscheiden, was mit mir passiere. Er sperrte mich ins Gefängnis! Das war kein Luxusbau, sondern eher eine Art Käfig. Und ich war der einzige Insasse. Damals war die Hauptstadt von Portugiesisch Guinea Lissabon. Es gab noch keine e-mails, noch nicht einmal Fax, man konnte also keine Bilder vom Pass übermitteln, es gab nur Telex, mit denen man ausschließlich Texte übermitteln konnte. Daher dauerte es 7 Tage, so lange war ich im Gefängnis, bis die erlösende Antwort kam: man solle mich über die Grenze zurückschicken. Man brachte mich zu dem Flüsschen, ich durchwatete es und war wieder im Senegal. Am Zelt hatte sich nichts getan, alles war noch drin.

Insgesamt natürlich keine angenehme Erfahrung. Aber erträglich. Der Dorfvorsteher spielte gern Dame und Mühle, ich ließ ihn meist gewinnen. Seine Frau kochte/briet mir ab und zu ein Hähnchen. Wenn es wieder so weit war, rief sie ins Dorf: „Er will ein Hähnchen“. Hühner liefen im Dorf herum, sie schienen gemeinsames Eigentum zu sein. Sofort setzte die Jagd nach einem Huhn ein, derjenige, der zuerst eins zu fassen kriegte, hielt es hoch, stieß einen Schrei aus und riss dem Huhn den Kopf ab. Ich zahlte dann dem Betreffenden eine kleine Summe für das Huhn und die Frau des Dorfältesten bereitete es mir zu.

Ganz anders erging es meinem Freund, Herrn Römer. Der war, weil in Zimbabwe sehr starke Inflation herrschte und weil des halb alle paar Tage neue Banknoten erschienen, dorthin gefahren, um die Noten in größerer Menge fürmich und andere zu erwerben und nach Europa zu bringen. Was illegal war. Er wurde geschnappt und verbrachte einige Wochen bis zu seiner Gerichtsverhandlung im Gefängnis von Harare, in einer Zelle mit mehr als 20 Schwarzen. Bei der Gerichtsverhandlung wurde er gefragt, wieviel Geld er noch habe, er antwortete „12.000 US$“. „O.k., die Strafe beträgt 11.990 US$“! Er musste das Land sofort verlassen, die schon eingekauften Zimabwedollars wurden einbehalten.



Nun zurück zu Thailand. Der Großvater (mütterlicherseits) meiner Frau hatte sich in Thungkhai, Provinz Trang niedergelassen. Er rodete dort große Urwaldflächen und pflanzte Gummibäume darauf; damals war es so, dass derjenige, der Urwald rodete und bepflanzte, automatisch Besitzer dieses Areals wurde. So wurde der Großvater meiner Frau sehr reich. Er baute für das Dorf, in dem er wohnte, eine Schule und einen Tempel (Wat), für sich selbst und seine große Familie ein ansehnliches Haus. Dieses Haus, unten in den Fotos zusehen, stand später lange Zeit leer, bis man auf den Gedanken kam, es in eine Art Museum zu verwandeln. Das kostete ziemlich viel Geld. Man musste z.B. Toiletten für die Besucher bauen. Dazu sammelte man bei den Verwandten Geld ein. Auch ich habe damals einen bescheidenen Beitrag (500 DM) dazu geleistet. Nachdem das Museum eingerichtet war, hat man es Sirindhorn, einer Tochter von König Bhumipol, geschenkt! Diese Tochter wurde besonders verehrt, man glaubte, sie sei als einzge von den Geschwistern ohne Fehl und Tadel und an der Geschichte Thailands besonders interessiert. Prinzessin Sirndhorn stellte daraufhin eine Urkunde aus, auf der sie sich für das Geschenk bedankt, die Unterschrift war gestempelt. – So, wie ich die Sache sehe, weiß die Prinzessin nichts von ihrem Besitz in Thungkhai, und das Museum, abgelegen und unbedeutend wie es ist, wird auch kaum besucht. Kim, eine jüngere Schwester meiner Frau, wohnt dem Museum gegenüber und verwahrt die Schlüssel, putzt auch regelmäßig das Museum, lässt die spärlichen Besucher ein.Haus 1.jpgHaus 2.jpg



Heute -es scheint den ganzen Tag zu regnen- befasse ich mich ein wenig mit ขมิ้น (Khamin) = Kurkuma. Weil mir nicht ganz klar war, worin der Unterschied zum Ingwer besteht. Ich habe deshalb alle verschiedenen Kurkuma-Arten, die ich je fotografiert habe, seit ich die Digitalkamera benutze, mal zusammengestellt. Ich finde die Blütenstände schön und interessant. Es gibt natürlich viel mehr Arten, aber die anderen habe ich noch nicht angetroffen.Curcuma 2.jpgCurcuma 1.jpgCurcuma 3.jpgCurcuma 4.jpgCurcuma 5.jpg



Wie Ihr wisst, bemühe ich mich, chinesische Tempel zu verstehen, insbesondere, möglichst viele der zahlreichen Figuren zu identifizieren. Heute fand ich einen weitere Namen heraus. Schon lange war mir eine Figur, die in fast all diesen Tempeln zu finden ist, aufgefallen, sie ist vollkommen schwarz. Es ist Hēishén (黑神), was wörtlich nur „schwarzer Gott“ bedeutet. Er ist eineder höchsten Gottheiten des Daoismus. Und es gibt viele Legenden um ihn. Heiti 1.jpgHeiti 2.jpg



Auf Phuket ist mir aufgefallen, dass es wirtschaftlich bergab geht. Immer mehr Geschäfte schließen. Im Central standen bis vor kurzem 10 Taxis, die auf Kundschaft warteten, die Zahl hat man jetzt auf 5 reduziert! Keine Kunden da. Es fahren auf Phuket nur Ausländer mit dem Taxi, die Bewohner Phukets fahren Motorrad oder Auto. – Andrerseits hat man letzten Monat die Gesetze zur Kontoeröffnung für Ausländer erschwert! Als meine Frau vor ca. 2 Monaten auf die Kasikorn Thai Bank ging, zeigte sie ihr Elite-Visum in ihrem deutschen Reisepass und alles war in 10 Minuten erledigt. Als ich heute zur selben Bank ging und mein Elite-Visum vorzeigte, sagte man mir, das genüge jetzt nicht mehr, ich müsse durch eine membership card nachweisen, dass ich wirklich Mitglied dort sei. Man telefonierte hin und her, rief schließlich den Membershipservice von Elite an. Die übermittelten per Fax oder e-mail die Membership card an die Bank, und dann ging es weiter wenn auch mit vielen Formblättern. Gesamtzeit 80 Minuten! Und ich kann sagen, hätte ich kein Thai gekonnt, hätte das gar nicht geklappt. Ich finde, wenn die Regierung mehr ausländische Touristen sehen will, sollte sie die Bedingungen erleichtern, nicht erschweren.
 
Zunächst will ich schildern, wie EBEYER in Afrika im Gefängnis landete.

Diese Einleitung hat doch sehr hohe Erwartungen geweckt, Afromafia, Bestechung, Gefängnisausbrauch und Verfolgungsjagd, Äktschn brainstormed man da doch gleich

Leider blieb die Story ...
es gab nur Telex, mit denen man ausschließlich Texte übermitteln konnte. Daher dauerte es 7 Tage, so lange war ich im Gefängnis, bis die erlösende Antwort kam: man solle mich über die Grenze zurückschicken. Man brachte
... dann doch weit hinter den Erwartungen zurück :rolleyes: :giggle:
 
"müssen" tut schon mal garnix. So wie die Anhänger von Christus als Christen bezeichnet werden, kann man die Anhänger Mohammeds als Mohammedaner bezeichnen. Und dann gibt's halt christliche, aber auch mohammedanische Friedhöfe.
War früher (zu Ebayers Zeiten) halt üblich.
Was stört dich dran?
Dann erkläre das mal einen Muslimen, der wird dir was anderes sagen.

Muslim – Wikipedia
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe nicht vor, jetzt auch noch einen Friedhofsthread aufzumachen.
An den Beiträgen von @EBAYER erfreue ich mich, an Anpisserei eher weniger.
 
@donner78: Eine sehr apodiktische Aussage. Ja. der Ausdruck mag im Deutschen heute veraltet sein, aber als ich jung war, kannten wir nur mohammedanische Friedhöfe. Im übrigen heißen diese in Thailand heute สุสานโมฮัมเมดัน (ssussaan mohammedan) wörtlich „mohammedanischer Friedhof“, das steht wenigstens am Eingang des islamischen Friedhofs, wo ich fotografiert habe. . Ich meine jedenfalls den Friedhof, und das dürfte jedem klar sein, auf dem die Mohammedaner begraben werden. Oder gibt es auch keine Mohammedaner mehr?– Ich verstehe nicht, warum ein Mohammedaner beleidigt oder erzürnt sein soll, wenn man „mohammedanischer Friedhof“ sagt.- Bitte nicht um ein Wort streiten, das lohnt doch nicht.
 
@Loso: Danke, das habe ich nicht gewusst.

In dem Khirirat-Haus haben meine Frau und ihre Geschwister oft „Verstecken“ gespielt. Als die Oma verstorben war, haben die Verwandten das Haus leer geräumt. Es waren 11 Kinder da, denen das Haus gemeinsam gehörte. Alle Möbel sind zerstört, Porzellan gibt es nur noch ein paar Teller und Tassen, es ist das Porzellan, dass Oma/Opa den Eltern meiner Frau zur Hochzeit geschenkt haben. Meine Schwiegermutter hat das Porzellan am Ende dem Museum geschenkt. Ein Verwandter hat den Originalsafe zurückgegeben. Viel mehr ist nicht zu sehen.



Zunächst will ich Euch eine Pflanze vorstellen, die an der Seite des Hauses in Trang wächst, in dem meine Frau aufgewachsen ist. Wobei niemand weiß, wie die Pflanze dahin kommt. Und ich habe sehr lange gebraucht, bis ich ihren Namen herausfand. Denn obwohl es ein Strauch mit vielen Blättern ist, handelt es sich um einen Kaktus!. Kaum zu glauben, aber wahr! Er gehört der Gattung Pereskia an und ist einer der primitivsten, also ursprünglichsten Kakteen, die es gibt. Er hat noch keinen Blattschwund und keine fleischigen Teile, in denen das Wasser gespeichert wird. Er stammt aus Brasilien, wo die Früchte zu Marmelade verarbeitet werden. Ein Hinweis darauf, wie die Pflanze dorthin kommt, wo sie wächst, gibt vielleicht eine Stelle in der englischen Literatur, wo zur Vermehrung steht „self seed“, also sich selber säend.Per 1.jpgPer 2.jpg
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Neulich waren wir in einem Seafood-Restaurant. Zur Belustigung der Gäste führte man einen Kugelfisch vor. Ein junger Mann nahm den normal gestalteten Fisch in die Hände, rieb dann diese hin und her, der Fisch plusterte sich allmählich auf und endete als „Kugel“. Das war für mich sehr beeindruckend. Ich hatte zwar gelesen, dass Kugelfische sich bei Gefahr „aufblasen“, aber das mit eigenen Augen zu sehen, ist etwas Anderes. Wobei mir jetzt klar ist, also hinterher klar wurde, das Aufpumpen geschieht eigentlich mit Wasser, außerhalb des Wassers wie bei der Vorführung wird der Körper voll Luft gepumpt, was Tierquälerei ist.
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Kurze Bemerkung zu den chinesischen Tempeln: In praktisch jedem gibt es Abbildungen eines Phönix genannten Vogels. Auf Chinesisch wird er 鳳 凰 (feng huang) genannt. Auf Thai heißt er ฟีนิกซ์ (finig), was nur eine Romanisierung des Wortes „phoenix“ ist. Und woraus man ersehen kann, dass dier Phönix nicht in die thailändische Gedankenwelt aufgenommen wurde, sondern nur bei Sinothais verehr wird. Übringend ist der chinesische Phönix nicht zu verwechseln mit dem europäischen, die beiden haben nur den Namen gemeinsam.Phoemix1.jpg



Nach chinesischem Glauben ist der Phoenix unsterblich, erscheint sehr selten. Wenn er aber erscheint, z.B. wenn ein neuer Kaiser den Thron besteigt, deutet das darauf hin, dass die unmittelbare Zukunft harmonisch verlaufen wird. Der Phönixvogel symbolisiert das Weibliche und ist das Gegenstück zum männlichen Drachen.


Im Post Nr. 206 habe ich geschildert, wie ich mit dem Zelt nach Senegal gefahren bin. Später bin ich noch zweimal im Senegal gewesen. Einmal 1971. Damals hieß die Hauptstadt noch Bathurst. Bis 1971 hatten die Gambier Banknoten, die auf Pound lauteten, in jenem Jahr wechselten sie auf Dalasi um, wobei dieses Wort eine Verballhornung von „dollars“ ist. Eine kurze Zeitspanne war vorgegeben, die alten Poundnoten in neue Dalasinoten mit dem Bild des neuen Herrschers, Sir Dawda Kairaba, umzuwechseln. Einzige Wechselstelle war die Zentralbank. Darin sah ich meine Chance. Ich wollte einmal von den alten Noten so viele wie möglich bekommen und dann als Erster von den neuen Noten welche anbieten können. Das hat auch gut geklappt, aber das Monopol dafür hatte ich nicht! Denn ein anderer und zwar ein in Frankreich lebender deutscher Banknotenhändler namens von Oppen hatte denselben Gedanken! Wir trafen und dort und sahen ein, dass es keinen Sinn macht, gegeneinander in Wettstreit zu treten. Wir handelten gemeinsam, kauften so viel wie möglich, teilten dann die Noten gleichmäßig unter uns auf und verabredeten, solange es möglich wäre, einen bestimmten Preis zu verlangen. Das war unser Beider Vorteil! Anschließen bin ich nach Dakar geflogen, wo ich auf der Zentralbank die Noten der westafrikanischen Bank erwarb. Insgesamt eine finanziell gesehen (und andere Interessen hatte ich damals nicht) erfolgreiche Reise.

Das letzte Mal, dass ich im Senegal und in Gambien war, war nach meiner Heirat. Meine Frau war noch nie in Afrika gewesen und drängte mich, mit ihr dorthin zu fahren. Ich stimmte zu und wir flogen nach Gambien, die Hauptstadt hieß inzwischen Banjul. Es gab eine etwas abgeänderte neue Notenserie mit „Mikroprinting“ als Sicherheitsmerkmal, davon erwarben wir bei der Zentralbank eine größere Menge. Ich konnte die Noten auf der Bank leicht erwerben, musste nur nachweisen, dass ich die DM offiziell umgetauscht hatte und nicht auf dem Schwarzmarkt. Das konnte ich natürlich, da ich die Bedingung schon vorher kannte. – Wir wohnten in einem Hotel als Meer, durchaus modern und auf Ausländereingestellt. Damals fuhren besonders Schweden nach Gambien. Die lagen den ganzen Tag am Strand, die Frauen ausnahmslos „oben ohne“, wie die Heringe nebeneinander. Naja, jeder nach seinem Geschmack. Ich habe noch im Ohr, wie das Zimmermädchen mit meiner Frau sprach (Englisch), die Dame sagte etwa; „Komisch. Früher liefen wir oben ohne rum, dann kamen die Europäer und haben uns beigebracht, das sei unanständig. Wir haben uns an Ganzkörperkleidung gewöhnt, und jetzt kommen die Europäer und liegen nackt am Strand“.

Als wir nach Dakar weiterfliegen wollten, gab es Schwierigkeiten am Flughafen. Als einziger musste ich meine Tasche öffnen, d.h., die wussten genau, dass ich viel Bargeld mithatte. Ich wurde in ein Seitenzimmer geführt und man machte mir klar, dass man nur eine geringe Summe ausführen darf. Aber wenn ich die Hälfte abgäbe, dürften wir fliegen. Da musste ich „nein“ sagen, denn ich hatte auf der Zentralbank genau erklärt, dass ich das Geld ausführen will und wozu, und man hatte nichts dagegen. Wir durften nicht fliegen! Unsere beiden Koffer wurden trotzt Protestes der Stewardessen, für die das eine Menge Arbeit bedeutete, herausgestellt. Wir kehrten ins Hotel für eine weitere Nacht zurück, mieteten uns am frühen Morgen ein Taxi und fuhren ohne weitere Probleme nach Dakar.

Hier blieben wir ein paar Tage. Meine Frau hatte noch ein unangenehmes Erlebnis: Da das Frühstück im Hotel etwas mickrig war, andrerseits meine Frau gerne die echten französischen Croissants isst, wollte sie zur Bäckerei gehen, etwa 100 m von Hotel entfernt, um welche zu kaufen. Ich sagte, es sei besser, ich gehe, aber sie meinte, es seien doch nur 100m… Als sie wiederkam, hatte sie ein paar Croissants gekauft, aber auf dem Rückweg hatte sie ein finster aussehender Mann angesprochen und ihr einen Klumpen „Gold“ zum sofortigen Kauf angeboten. Er sei in Not und müsse billig verkaufen. Wenn sie nein sage, wisse er nicht, was er täte. Da hat meine Frau bezahlt (ich denke, etwa 50 DM) und war froh, dass danach der Mann verschwunden war. Das „Gold“ war Pyrit, das ja ähnlich gefärbt ist. – Später wollte meine Frau nie mehr nach Afrika, außer auf die Kapverdischen Inseln. Aber das ist eine andere Geschichte.
 
Ich hätte nicht gedacht, hier in Phuket noch ein (zugegeben, sehr kleines) Abenteuer zu erleben! Aber als wir gestern (19.10.) zum Central fuhren, war die Zufahrtstraße zu unserem Moobaan schon 10 cm mit Wasser überschwemmt, es hat ja gestern den ganzen Tag ununterbrochen geregnet. Als wir 3 Stunden später wieder zurückfahren wollten, stand das Wasser auf der einzigen Zufahrtstraße 50 cm hoch! Und die Straße war abgesperrt. Wir konnten nicht mehr nach Hause! Notgedrungen mussten wir ein Hotel suchen, obwohl wir nichts bei uns hatten außer dem, was wir an Kleidung am Leib trugen. Der Taxifahrer rief mehrere Hotels an und erkundigte sich nach dem Preis und ob das Hotel trotz Überschwemmung erreichbar sei. Alle angerufenen Hotels hatten Zimmer frei, denn viele Touristen gibt es hier nicht. Wir landeten in einem mittelgroßen Hotel, es heißt Little Nyonya. Nyonya ist das Wort für Frauen, die aus einer Ehe zwischen einem Chinesen und eine Malayin stammt. Die Thais sagen dazu allerdings ย่าหยา (Yahyah), die Männer, die aus einer solchen Ehe hervorgehen, werden บ้าบ๋า (Bahbah) genannt.

Das Hotel hat mir ausgezeichnet gefallen, besonders bemerkenswert finde ich die unzähligen Pflanzen im Haus ebenso wie im „Garten“. Ausgesprochen viele davon hatte ich vorher noch nie gesehen! Auch einige Insekten und Spinnen waren zu finden. Klar, wenn viele verschiedene Pflanzen vorhanden sind, finden sich die verschiedensten Insekten ein. Ich zeige hier eine Wanze (Reduviidae) und eine Spinne „Araneus psittacina“, die farblich sehr auffällig und daher leicht bestimmbar ist. Nur das Frühstück war mickrig, sie hatten 4 verschiedene zu je 100 Baht, meine Frau nahm das mit Khaodtom (ข้าวต้มม), ich das mit Omelett. Aber geschmeckt hat beides nicht! Am nächsten Morgen, also heute, um 9 Uhr, holte uns der Taxifahrer wieder ab, wir fuhren zu unserer Siedlung, jedes Wasser war verschwunden! Die Straßen waren allesamt trocken. Als wäre gestern nichts gewesen!
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Gestern im Central hatte ich die Gelegenheit, die angebotenen Gemüsesorten genauer zu studieren. Ich sah eine Frucht, die ich schon sehr oft auf Frischmärkten gesehen hatte, und die mir aufgefallen war, weil sie an 4 Seiten geflügelt ist. Heute habe ich nach dem Namen gefragt. Die Antwort war ถั่วพู (Thua Phuh). Es ist ein Bohnengewächs (Fabacee) aus der Gattung Psophocarpus, in der Thaiküche sehr beliebt.
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Nun will ich ein paar Falter zeigen, alle hier in Phuket fotografiert. Leider habe ich mein Bestimmungsbuch für Schmetterlinge (ein dickes Buch namens „Butterflies of Thailand“ von meinem guten Bekannten Pisuth Ek-Amnuai) hier nicht zur Verfügung, sonst könnte ich alle mit Namen nennen. Ich wollte ein neues kaufen, aber der erste Anlauf hat dazu (bei shopee) nicht geklappt, leider ausverkauft.
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Allgemein ist zu sagen, dass die Insektenfauna in Phuket sehr gefährdet ist. Auf den Märkten werden getrocknete Insekten in kleinen Schaukästen billig angeboten, ich sah Farangs welche kaufen. Hoffentlich fallen sie dem deutschen Zoll auf, wenn sie diese mit nach Deutschland nehmen, dachte ich.
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Heute habe ich ein neues Thai-Wort gelernt: ปลีก (bpliek). Ich sah es an einem Geschäft, da stand ปลีก--ส่ง (bpliek-song). Es bedeutet „En detail Verkauf“ und „En gros-Verkauf“.

ปลีก bedeutet „stückweise“. Ich bin immer wieder überrascht, dass ich so einfache Wörter nicht kenne. Naja, es gilt halt: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“.

Das folgende Kapitel könnte überschrieben werden mit „dem einen sein Leid, dem andern sein Freud“. Ich beziehe mich auf die hohen Überschwemmungen in Münster am 28.7.2014. Hier gingen in 7 Stunden 292 l Wasser pro Quadratmeter nieder.

In Münster wohnte ein sehr treuer Kunde, ein gewissen Karl Wellenbrock. Er sammelte Banknoten aus aller Welt. Über 30 Jahre lang hat er regelmäßig für einen beträchtlichen Betrag von meinen Verkaufslisten gekauft, wovon es 5 Stück pro Jahr gab, mit jeweils 10.000 verschiedenen Noten, jede neue Liste enthielt 500 neue Lots gegenüber der alten.

Ein paar Tage nach den Überflutungen rief er an. Er hatte seine kostbare Sammlung in großen, 2 m hohen Safes aufbewahrt. Er war am Tag der Überschwemmung nicht zu Hause gewesen, kam aber durch die Nachrichten alarmiert sogleich zurück. Der ganze Keller seines Hauses stand unter Wasser. Er rief die Safe-Firma an, die aber sagten ihm, sie könnten nur garantieren, dass Feuer dem Safe-Inhalt nichts anhaben könne, aber Wasser, das wüssten sie nicht. Als dann der Keller leer gepumpt war und er die Safetüren öffnete, kam jeweils ein ganzer Schwall Wasser herausgeschossen. Die Banknoten hatte er jeweils in kleinen Plastiktüten eingelegt, aber alles war durchnässt. Versuchsweise holte er ein paar Noten aus der Hülle, trocknete sie an der Luft. Aber herauskamen nur wellige, verschrumpelte, also stark beschädigte Noten. Das gleiche Resultat kam heraus, als er die Noten auf einem elektrischen Heizkörper trocknete. – Als Herr W. mich anrief (ein alter Herr, ca. 10 Jahre älter als ich), erzählte er mir alles, er meinte, ich brauche ihm keine Listen mehr zu senden, seine Sammeltätigkeit sei beendet. Er werde die Noten alle wegwerfen! Ich antwortete: „Nein! Tun Sie das nicht! Manche dieser Noten sind doch noch gültig! Alte britische Poundnoten, alte USS-Noten z.B. sind noch umtauschbar! Man kriegt zwar nicht den Sammlerwert, aber immerhin den Nennwert.“ Er fragte, was er machen solle. Ich sagte, zur Bank bringen. Er meinte, das könne er nicht. Er schlug vor, dass ich das für ihn machen solle, ich wisse ja genau, was noch gültig sei und was nicht.

Ich stimmte zu und fuhr mit dem Zug von Bonn nach Münster. Als ich ankam, hatte Herr W. alles schon in zwei sehr große Koffer gepackt. Er sagte: er habe alle Noten eingepackt, da er nicht den Nerv habe, festzustellen, was man noch umtauschen könne und was nicht. Ich solle umtauschen, was möglich ist. Ich fragte „und der Rest?“. Er sagte: „Können Sie behalten und damit machen, was Sie wollen“. Ich rief ein Taxi und ließ mich mit den Koffern nach Bonn zum Hauptbahnhof fahren, wo mein eigenes Auto stand.

Zu Hause angekommen, versuchte ich, ob ich die Noten nicht wieder glatt kriegen kann. Schließlich fand ich eine Methode, durch Bügeln zwischen weißem Papier die Noten wieder hinzukriegen. Nach dem Bügeln mussten die Noten in dicken Büchern lange Zeit (ein paar Wochen) liegen. Dann waren viele, leider nicht alle, wieder wie neu! Ich rechnete aus, wie viel noch umtauschbar war, ich kam auf 55.000 €. Die zahlte ich Herrn W. aus und sagte ihm, ich hätte viele Noten retten können. Er meinte, er wolle nur den Nennwert der noch gültigen Noten, die anderen könne ich selbst verkaufen. Mehrere Wochen haben meine Frau, mein Sohn Christopher und ich von morgens bis abends Noten gebügelt! Da meine Frau nur ein Bügeleisen hatte, habe ich zwei weitere gekauft, damit wir zeitlich parallel arbeiten konnten. Es war sehr anstrengend, aber es hat sich sehr gelohnt.
 
In dem Garten des Hotels, in dem wir wegen der Überschwemmung übernachteten, steht ein Baum, der auf Thai มะยม (Mayomm) genannt wird, wissenschaftlich heißt er Phyllanthus acidus. Ich habe gelesen, dass der Baum im Deutschen Stachelbeerbaum genannt wird, ein Name, den ich nicht kenne. Die ursprüngliche Herkunft kann nicht mehr ermittelt werden, der Baum wurde schon von Linnaeus 1783 beschrieben! Er ist in inzwischen in den Tropen und Subtropen der ganzen Welt zi finden. Die Früchte sind essbar, schmecken sehr sauer (ich habe sie probiert, aber vielleicht waren sie noch nicht völlig reif?), aber es soll auch süße Sorten geben. Früchte, Blätter, Rinde, Holz, Wurzeln– alles ist verwertbar.Mayom 0.jpgMayom 1.jpgMayom 2.jpg



Im Allgemeinen bin ich gegen Manipulationen bei Pflanzen, insbesondere bin ich gegen Chimären, das heißt, dass man eine Pflanze auf eine ganz andere Pflanze aufpfropft. Auf der anderen Seite finde ich die s.g. Bonsais oft sehr schön. Ich habe hier mal ein paar von den Bonsais zusammengestellt, die mir in Thailand in letzter Zeit begegnet sind. Bonsai züchten ist chinesischen Ursprungs, „penjing“ ist eine ´chinesische Kunstform, in der versucht wird, einen normalen Baum unter strikter Beibehaltung der Form extrem zu minimieren. Bonsai ist die japanische Art der Baumzüchtung, bei der nicht versucht wird, die ursprüngliche Wuchsform des Baumes zu erhalten. D.h., die Regeln für Bonsais sind weiter gefasst als die für Penjings, Bonsais wollen einfach nur kleine Bäumchen sein.

Wie aber gestaltet man einen Bonsai? Grob gesagt, die Ausgangspflanze, meist ein ca. 5 Jahre altes Bäumchen, wird beschnitten („pruning“), dann folgt die Formgebung durch Verdrahtung („wiring“), schließlich die Beschneidung der Wurzeln und die Einpflanzung in einen geeigneten Topf. Die verwendete Pflanzerde muss nahrungsarm sein. Die Erde der neu eingepflanzten Pflanze muss durch und durch bewässert werden. Penjing, genauer Shumu Pensing lautet auf Chinesisch 樹木盆景, was wörtlich „Topfansicht eines Baumes“ heißt. Bonsai wird im Japanischen 盆栽 geschrieben, was einfach „in einen Topf pflanzen“ bedeutet. Im Thai spricht man von บอนไซ (bornsai), was eine einfache Romanisierung von „Bonsai“ ist. In Thailand ist Bonsaizucht ziemlich verbreitet, bei Shopee gibt es viele Angebote (die meisten allerdings wenig attraktiv), es gibt auch zahlreiche Fachgeschäfte, bei denen man sehr gut gestaltete, schon ältere Bonsaibäumchen kaufen kann.
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In Post #218 dieses Threads hatte ich eine Reduviide gezeigt, ich erlaube mir, hier noch einen weiteren Verteter dieser Familie zu zeigen, ebenfalls auf Phuket gesehen.Reduv.jpg



Nun mal wieder etwas zu chinesischen Tempeln. In praktisch jedem gibt es Darstellungen eines Vogels, der im Thai ครุฑ (Khruth) Kruth oder Garuda genannt wird. Der Kruth wurde 1911 von König Vajiravuth zum nationalen Emblem Thailands erklärt und findet sich seitdem auf allen offiziellen Papieren. Der Kruth gilt als „Reittier“ Vishnus. Deswegen ist der offizielle Name พระครุฑพ่าห์ (Phra Kruth Phah), was „Ehrwürdiger Kruth, Fahrzeug (von Vishnu). “ bedeutet. พ่าห์ (phah) oder พาหะ (phahah) bedeutet Fahrzeug, kommt aus dem Sanskrit vahana = mit derselben Bedeutung. Gleiche Wurzel wie das lteinische vehi = reiten. Die alten Thaikönige fühlten sich als Avatar Vishnus, was der Grund war, warum Rama VI (Vajirawuth) den Vogel zum Nationalemblem machte. Der Kruth ist halb Mensch, halb Vogel, Vishnu machte ihn unsterblich. Wenn man in Thailand die Figur des Kruth an Banken und anderen Firmen angebracht sieht, bedeutet dass, der König hat der Firma zugestanden, dieses Emblem zu führen. Unter der Figur steht jedes Mal โดยได้รับพระบรมราชานุญาต(doi dairapp phraboromarahth anuyahth) Das bedeutet, die Firma hat die ausdrückliche Billigung des Königs, was sich auf das Geschäftsleben als sehr positiv erweist. Ich habe gehört, dass es sich eine Firma in Form einer größeren Spende viel kosten lässt, die Erlaubnis zu erhalten, den Garuda an seinen Gebäuden anzubringen. – Übrigens ist der Garuda auch in Indonesien ein staatliches Emblem.

Die Frage ist, warum wird der Kruth in Tempeln gezeigt? Nun, in dem Tempeln werden viele Figuren aus der hinduistischen Mythologie gezeigt, sie haben Eingang in die Glaubenswelt der Sinothais gefunden.krut1.gif



Jetzt, am Ende meines Lebens, denke ich natürlich oft an den Tod. Vor dem Tod selbst habe ich keinerlei Angst, ich stelle mir das vor wie das Erlöschen einer Kerzenflamme, aus und vorbei. Angst habe ich nur vor langem Leiden und vor dem Abhängigsein von anderen Personen.

Das erste Mal kam ich mit dem Tod in Berührung ein paar Tage nach dem 18.10.1944, damals war ich 7 Jahre alt. An jenem verheerenden Tag geschah Folgendes, wie ich in einem Internetartikel über rheinische Geschichte lese: „Zwischen 8.50 und 8.58 Uhr warfen 106 Maschinen 220 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf die Stadt“. Das muss man sich vorstellen, alles in 8 Minuten. Eigentlich wollten die Flieger ihre Bombenlast über dem Industriestandort Wesseling abwerfen, aber wegen Nebels waren die Ziele nicht genau auszumachen, man entschied sich für Bonn als Ersatzabwurfstelle. Wir selbst wohnten damals in Friesdorf, hatten wegen des Fliegeralarms im Keller Schutz gesucht. Aber Friesdorf, das schon damals zu Bad Godesberg gehörte, bekam von den Bomben nichts mit.

Dann, 3-4 Tage später, kam mein Onkel Hans, Ehemann von Tante Mia, einer Schwester meines Vaters. Ich sah ihn weinen und wurde in den Garten zum Spielen geschickt. Hans und Mia wohnten in Bonn, Bennauer Straße. Eine „Luftmine“ hatte das Haus getroffen. Die oberen Stockwerke waren zerstört. Alle, die im Keller saßen, hatten überlebt. Aber der ungeheure Luftdruck hatte die Klinke der Kellertür aus dem Schloss herausgeschleudert, direkt in das Gehirn meiner Tante! Sie lebte noch, ich glaube 2 oder 3 Tage, dann starb sie im Krankenhaus. – Das war meine erste Begegnung mit dem Tode. Die Tote selbst habe ich nicht gesehen, nur ihrem Sarg beim Begräbnis auf dem Bonner Nordfriedhof.

Mia und Hans waren eigentlich lustige Leute, wenigstens empfand ich sie als Kind so. Wir waren öfter eingeladen, zum Geburtstag, zu Weihnachten, Ostern und anderen Festen. Ich erinnere ich, dass wir am Tisch saßen und Kuchen aßen, dazu sangen die Erwachsenen Lieder, also Volkslieder. Eine halbe Zeile habe ich noch in Erinnerung: „solange noch das Lämpchen glüht“. Ich weiß jetzt, das ist eine Zeile aus dem Lied „Freut Euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht. Pflücket die Rose, solange sie blüht“. Das gibt eigentlich auch meine augenblickliche Gefühlslage wieder.
 
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