EBEYER R.I.P.
Senior Member
@indy1: Danke für Deine Worte. Meine Frau meint, es sei eine gute Idee gewesen, diesen Thread zu eröffnen. Denn ich habe ja nicht mehr viel, was ich tun kann. Und ich habe keinerlei Verwandte (außer den beiden Söhnen im fernen Chaengwattana) und hier auch keinen Freund, kenne keinen, mit dem ich hier wirklich sprechen könnte. Was meine Themen betrifft, und nur über sie kann ich schreiben, so weiß ich, dass sie für manch Andere keine wirkliche Bedeutung haben, im Grunde unwichtig sind. Nichts über Politik, über allgemeine Gesellschaftsfragen, Krieg, Klima, denn auf diesen Gebieten weiß ich nichts, da maße ich mir kein Urteil an, kann keine Meinung dazu äußern, weil ich keine Meinung dazu habe. Bei vielen Beiträgen in anderen Threads hier weiß ich auch nie, meint der Betreffende das wirklich ernst? Denn mein Gefühl sagt mir, solche Meinungen kann man doch nicht wirklich vertreten.
Heute habe ich ein Sprichwort gehört, das ich noch nicht kannte, mir aber gut gefällt: ดูช้างให้ดูหาง ดูนางให้ดูแม่ (do chang hai du haang, do naang hai do mää), wörtlich: wenn du einen Elefanten beurteilen, schau auf seinen Schwanz, wenn du eine Frau beurteilen willst, schau auf ihre Mutter. Das stammt aus der Zeit, zu der man viel mit Elefanten gehandelt hat. Wer einen Elefanten kaufte, schaute sich den Schwanz genau an, aus seinem Zustand konnte man eine Menge über das zum Verkauf stehende Exemplar schließen, auf Alter und Gesundheitszustand.. Und meist stimmt auch, dass man von der Mutter auf die Tochter schließen kann, wir in D kennen ja das Wort: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Noch etwas ganz Anderes habe ich heute gelernt. Schon lange kenne ich die Bittermelone, auf Thai มะระ (mara) genannt. Sie ist einer Gurke ähnlich, aber die Oberfläche hat viele Längsriffelungen.(obere Abbildung) In der Thaiküche sehr beliebt, etwa um Speisen eine bitteren Geschmack zu verleihen. Gestern sah ich, dass meine Frau ganz kleine, runzelige und schrumpelige „Gürkchen“ gekauft hatte. Die tauchte sie in heißes Wasser. Ohne die Früchte zu kochen, schnitt dann Scheibchen ab, tauchte sie in eine Soße und aß sie. Ich probierte auch, gar nicht schlecht. Natürlich frage ich, was ist das? มะระขี้นก (mara khinok) antwortete sie. Das war interessant. Den Ausdruck ขี้นก kannte ich bisher nur im Zusammenhang mit ฝรั่งขี้นก = Farang khinok, was einmal den ausführlichen Namen einer Frucht („Farang“) bezeichnet, aber auch in abwertender Weise uns Weiße bezeichnet. ขี้นก (wörtlich „Vogelkot“) könnte bei der sehr kleinen, schrumpeligen Marafrucht auch etwas Abwertendes bedeuten.

Ich besuche, wie Ihr wisst, oft ein „San-jao“ (chines. Tmpel) und versuche ihn zu verstehen, was nicht leicht ist. Es gibt einfach zu viele Götter in der chinesischen Mythologie. Diese „Götter“, deren Figuren sich in den Tempeln wiederfinden, beruhen oft auf historischen Gestalten, die wegen etwas Positiven, das sie geleistet haben, im Gedächtnis geblieben sind. Aber in fast jedem dieser Tempel gibt es auch eine Affenfigur, sieht wie ein Mensch aus, hat aber ein Affengericht, einen Schwanz usw. Das ist Hanuman, im Chinesischen Sun Wukong (孫悟空) genannt. Er stammt aus einem frühen Chinesischen Roman, „Die Reise in den Westen“., in dem er als schlauer Fuchs beschrieben wird, der es immer wieder versteht, seinen Feinden zu entkommen. – Es ist schon erstaunlich, dass eine Romanfigur Unsterblichkeit erwirbt und in Tempeln verehrt wird! - Bei Wikipedia kann man viel über diese Gestalt lesen, weshalb ich hier nicht detaillierter darüber schreiben will.


Jetzt hat meine liebe Frau wieder ein paar Orchideen gekauft. Die kosten ja nur 50 Baht, wenn man drei Stück kauft, kriegt man eine vierte geschenkt. Unser ganzer Hof steht jetzt fast voll damit. Aber o.k., während meine Frau die Orchideen auswählt, schaue ich mir die anderen Pflanzen an und sehe oft, was ich nicht kenne. So auch gestern. Ich fand wunderschöne Kakteen. Die auch gerade blühten. Die Blüten waren anders als normalerweise bei Kakteen, nicht radialsymmetrisch mit vielen Strahlen, sondern achsensymmetrisch. Der Gärtner hatte mehr als 100 Stück von dieser Sorte und ich überlegte schon, ob ich einen solchen Kaktus kaufen solle! Dann, beim Fotografieren, sah ich es, und das war eine große Enttäuschung: es handelt sich ausnahmslos um Chimären, also aufgepfropfte Exemplare, und zwar auf eine Pflanze aufgepfropft, die mit dem Kaktus nicht im Geringsten verwandt ist, nämlich einer Euphorbia („Wolfsmilch“)! Die beiden Pflanzen passen überhaupt nicht zusammen! Ein wunderschöner Kaktus und eine hässlich beschnittene Unterlage. Wirklich schade! Der Gärtner hat sich die Kombination selber ausgedacht, die Pfropfung auch jeweils selber durchgeführt. Er meinte, die Pflanzen verkaufen sich sehr gut.


Neulich fragte mich jemand, ob ich noch Erinnerungen an den 2. Weltkrieg habe. Ja, habe ich, aber nicht viele. Ich bin ja Nov. 37 geboren. Der erste Eindruck, der haften geblieben ist, ist folgender: ich spielte allein auf der Wiese hinter dem Haus. Genau über mir flogen zwei Flugzeuge umeinander herum. Dazu gab es rote Funken, heute weiß ich, dass sie aufeinander geschossen haben. Da stürzte meine Mutter heraus, griff mich und trug mich in den Keller, den wir als Luftschutzraum benutzten. – Ich erfuhr später, dass das eine Flugzeug ein britisches war, das es abgeschossen wurde, der Pilot konnte sich mit Fallschirm retten und wurde von der Bevölkerung gefangen genommen. Man sagt. Die Männer, die ihn gefangen nahmen, hätten ihn verprügelt.
Ein Weiteres, was ich nicht vergessen habe: eines Abends schellte in der Nacht der örtliche Polizist, er sagte unsere Verdunkelung sei nicht 100% dicht, es scheine ein wenig Licht heraus, was wir sogleich ändern müssten. Über das Dorf fliegende Flugzeuge sollten nicht sehen, wo Häuser waren. Sonst würden sie vielleicht ihre Bombenlast über unser Dorf abwerfen.
Dann erinnere ich mich, dass, wenn wir im Luftschutzkeller saßen, manchmal fremde Leute reinkamen und Schutz suchten. Wie jedes Haus hatte auch unseres außen die Buchstaben LSR (Luftschutzraum) und entsprechende Pfeile groß an der Hauswand neben dem Eingangstor.
Was ich auch nie vergessen werde: Wir, also meine Mutter, eine Tante, mein Großvater und ich saßen im Keller. Plötzlich hörten wir ein schepperndes Geräusch, wir wussten sogleich, unsere Haus war irgendwie getroffen worden, die Bombe hatte das Dach zum Speicher durchschlagen, war aber nicht explodiert. Mein Opa lief so schnell er konnte die Treppe hoch. Da lag eine Brandbombe auf dem Speicherboden, eine so genannte Phosphorbombe, sie fing an zu glühen und wäre sehr bald explodiert. Mein Opa, der wusste, dann wurde das ganze Haus abbrennen, das Haus dass er selbst gebaut hatte, packte mit bloßen Händen den glühenden Bombenzylinder und warf ihn durch das Dachfenster auf die Straße. Noch im Fallen explodierte die Bombe, die Wand wies noch jahrelang die entsprechenden Brandspuren auf. Aber das Haus war gerettet!
Heute habe ich ein Sprichwort gehört, das ich noch nicht kannte, mir aber gut gefällt: ดูช้างให้ดูหาง ดูนางให้ดูแม่ (do chang hai du haang, do naang hai do mää), wörtlich: wenn du einen Elefanten beurteilen, schau auf seinen Schwanz, wenn du eine Frau beurteilen willst, schau auf ihre Mutter. Das stammt aus der Zeit, zu der man viel mit Elefanten gehandelt hat. Wer einen Elefanten kaufte, schaute sich den Schwanz genau an, aus seinem Zustand konnte man eine Menge über das zum Verkauf stehende Exemplar schließen, auf Alter und Gesundheitszustand.. Und meist stimmt auch, dass man von der Mutter auf die Tochter schließen kann, wir in D kennen ja das Wort: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Noch etwas ganz Anderes habe ich heute gelernt. Schon lange kenne ich die Bittermelone, auf Thai มะระ (mara) genannt. Sie ist einer Gurke ähnlich, aber die Oberfläche hat viele Längsriffelungen.(obere Abbildung) In der Thaiküche sehr beliebt, etwa um Speisen eine bitteren Geschmack zu verleihen. Gestern sah ich, dass meine Frau ganz kleine, runzelige und schrumpelige „Gürkchen“ gekauft hatte. Die tauchte sie in heißes Wasser. Ohne die Früchte zu kochen, schnitt dann Scheibchen ab, tauchte sie in eine Soße und aß sie. Ich probierte auch, gar nicht schlecht. Natürlich frage ich, was ist das? มะระขี้นก (mara khinok) antwortete sie. Das war interessant. Den Ausdruck ขี้นก kannte ich bisher nur im Zusammenhang mit ฝรั่งขี้นก = Farang khinok, was einmal den ausführlichen Namen einer Frucht („Farang“) bezeichnet, aber auch in abwertender Weise uns Weiße bezeichnet. ขี้นก (wörtlich „Vogelkot“) könnte bei der sehr kleinen, schrumpeligen Marafrucht auch etwas Abwertendes bedeuten.


Ich besuche, wie Ihr wisst, oft ein „San-jao“ (chines. Tmpel) und versuche ihn zu verstehen, was nicht leicht ist. Es gibt einfach zu viele Götter in der chinesischen Mythologie. Diese „Götter“, deren Figuren sich in den Tempeln wiederfinden, beruhen oft auf historischen Gestalten, die wegen etwas Positiven, das sie geleistet haben, im Gedächtnis geblieben sind. Aber in fast jedem dieser Tempel gibt es auch eine Affenfigur, sieht wie ein Mensch aus, hat aber ein Affengericht, einen Schwanz usw. Das ist Hanuman, im Chinesischen Sun Wukong (孫悟空) genannt. Er stammt aus einem frühen Chinesischen Roman, „Die Reise in den Westen“., in dem er als schlauer Fuchs beschrieben wird, der es immer wieder versteht, seinen Feinden zu entkommen. – Es ist schon erstaunlich, dass eine Romanfigur Unsterblichkeit erwirbt und in Tempeln verehrt wird! - Bei Wikipedia kann man viel über diese Gestalt lesen, weshalb ich hier nicht detaillierter darüber schreiben will.


Jetzt hat meine liebe Frau wieder ein paar Orchideen gekauft. Die kosten ja nur 50 Baht, wenn man drei Stück kauft, kriegt man eine vierte geschenkt. Unser ganzer Hof steht jetzt fast voll damit. Aber o.k., während meine Frau die Orchideen auswählt, schaue ich mir die anderen Pflanzen an und sehe oft, was ich nicht kenne. So auch gestern. Ich fand wunderschöne Kakteen. Die auch gerade blühten. Die Blüten waren anders als normalerweise bei Kakteen, nicht radialsymmetrisch mit vielen Strahlen, sondern achsensymmetrisch. Der Gärtner hatte mehr als 100 Stück von dieser Sorte und ich überlegte schon, ob ich einen solchen Kaktus kaufen solle! Dann, beim Fotografieren, sah ich es, und das war eine große Enttäuschung: es handelt sich ausnahmslos um Chimären, also aufgepfropfte Exemplare, und zwar auf eine Pflanze aufgepfropft, die mit dem Kaktus nicht im Geringsten verwandt ist, nämlich einer Euphorbia („Wolfsmilch“)! Die beiden Pflanzen passen überhaupt nicht zusammen! Ein wunderschöner Kaktus und eine hässlich beschnittene Unterlage. Wirklich schade! Der Gärtner hat sich die Kombination selber ausgedacht, die Pfropfung auch jeweils selber durchgeführt. Er meinte, die Pflanzen verkaufen sich sehr gut.



Neulich fragte mich jemand, ob ich noch Erinnerungen an den 2. Weltkrieg habe. Ja, habe ich, aber nicht viele. Ich bin ja Nov. 37 geboren. Der erste Eindruck, der haften geblieben ist, ist folgender: ich spielte allein auf der Wiese hinter dem Haus. Genau über mir flogen zwei Flugzeuge umeinander herum. Dazu gab es rote Funken, heute weiß ich, dass sie aufeinander geschossen haben. Da stürzte meine Mutter heraus, griff mich und trug mich in den Keller, den wir als Luftschutzraum benutzten. – Ich erfuhr später, dass das eine Flugzeug ein britisches war, das es abgeschossen wurde, der Pilot konnte sich mit Fallschirm retten und wurde von der Bevölkerung gefangen genommen. Man sagt. Die Männer, die ihn gefangen nahmen, hätten ihn verprügelt.
Ein Weiteres, was ich nicht vergessen habe: eines Abends schellte in der Nacht der örtliche Polizist, er sagte unsere Verdunkelung sei nicht 100% dicht, es scheine ein wenig Licht heraus, was wir sogleich ändern müssten. Über das Dorf fliegende Flugzeuge sollten nicht sehen, wo Häuser waren. Sonst würden sie vielleicht ihre Bombenlast über unser Dorf abwerfen.
Dann erinnere ich mich, dass, wenn wir im Luftschutzkeller saßen, manchmal fremde Leute reinkamen und Schutz suchten. Wie jedes Haus hatte auch unseres außen die Buchstaben LSR (Luftschutzraum) und entsprechende Pfeile groß an der Hauswand neben dem Eingangstor.
Was ich auch nie vergessen werde: Wir, also meine Mutter, eine Tante, mein Großvater und ich saßen im Keller. Plötzlich hörten wir ein schepperndes Geräusch, wir wussten sogleich, unsere Haus war irgendwie getroffen worden, die Bombe hatte das Dach zum Speicher durchschlagen, war aber nicht explodiert. Mein Opa lief so schnell er konnte die Treppe hoch. Da lag eine Brandbombe auf dem Speicherboden, eine so genannte Phosphorbombe, sie fing an zu glühen und wäre sehr bald explodiert. Mein Opa, der wusste, dann wurde das ganze Haus abbrennen, das Haus dass er selbst gebaut hatte, packte mit bloßen Händen den glühenden Bombenzylinder und warf ihn durch das Dachfenster auf die Straße. Noch im Fallen explodierte die Bombe, die Wand wies noch jahrelang die entsprechenden Brandspuren auf. Aber das Haus war gerettet!





























































