EBEYER R.I.P.
Senior Member
@Yogi: Danke für Deine Wünsche. Ich bin jetzt nicht mehr sicher, ob ich allein nach D reisen kann. Gestern als meine Frau einkaufen war, war ich gefallen. Es tat zwar nicht weh, aber ich lag auf dem Boden und konnte mich nicht mehr aufrichten! Gott sei Dank war die Dame, die bei uns die Wäsche macht und andere Haushaltsaufgaben erledigt, noch da. Sie konnte mich nicht hochheben, aber mit ihrer Hilfe schaffte ich es, mich auf einen Stuhl zu setzen. Es ist schrecklich, diese Hilflosigkeit zu erfahren.
Essen waren wir heute in einem Seafood-Restaurant nicht weit von unserem Moobaan. Da ich nicht gut laufen kann, benötigen wir unser Taxi. Aber der Fahrer bringt uns gern hin, weil er dort als Dank, Kunden gebracht zu haben, eine einfache aber reichhaltige Mahlzeit bekommt.
Essen waren wir heute in einem Seafood-Restaurant nicht weit von unserem Moobaan. Da ich nicht gut laufen kann, benötigen wir unser Taxi. Aber der Fahrer bringt uns gern hin, weil er dort als Dank, Kunden gebracht zu haben, eine einfache aber reichhaltige Mahlzeit bekommt.
Das Restaurant, es heißt Kan Eang 2, liegt an einem Pier, direkt am Meer. Ich gehe gern hin, weil ich gern Seafood esse und weil wir hier unter Bäumen dierekt am Meer sitzen können. Gestern war gerade Ebbe. Ich sah auf ca. 150 m Strand 5 Männer, die hockten im Sand und gruben mit den Händen nach etwas. Ich ging zu ihnen und befragte einen. Ich erfuhr, sie gruben nach einer bestimmten Muschelart- Es handelt sich um eine kleine Muschel, einen deutschen Namen habe ich nicht gefunden, Sie gehört zu den Venusmuscheln, wissenschaftlich heißt sie Meretrix meretrix, auf Thai หอยตลัง (Heu dtalang), ist recht klein, lebt 5-7 cm tief im Sand, ernährt sich von Plankton und Detritus. Ihre Larven (es gibt 2 Stadien; Trochophore und Veliger genannt) schwimmen frei im Meer, wenn sie sich zur Jungmuschel entwickelt haben, graben sie sich in den Sand.

Nach em Essen, da der Taxifahrer sowieso dort war, führen wir noch zu einem der vielen chines. Tempel. Wie in fast jedem chinesischen Schrein gab es auch hier einen Gott, der im Indischen Ganesha, im Thai aber meist Phra Phikanet ( พระพิฆเนศ) genannt wird und als Sohn von Shiva und Parvati angesehen. Er hat die Gestalt eines Elefanten. Die Sinothais glauben, er bringe Reichtum und Erfolg, könne alle Widrigkeiten verhindern.
Ich sah mehrere Thais, die im Tempel ein paar Räucherstäbchen entzündeten und immer denselben Satz zu murmeln schienen. Meine Frau verstand jedoch nicht, was sie sagten. Sie meinte, ich könne doch, wenn der Betreffende den Tempel verlässt, höflich nachfragen, was er vor der Statue gesagt hat; ihn zu fragen, sei keineswegs unhöflich. Also fragte ich einen und später einige weitere. Alle antworteten gerne auf meine Frage, und alle hatten ein Mantra gesagt, es lautet „Om Gan Ganpate Namo Namah“. Das ist letztlich auf Sanskrit zurückzuführen und bedeutet: „Sei gegrüßt, Phra Phikanet“.
In manchen Darstellungen hat der Elefantengott nur einen Stoßzahn, es gibt verschiedene Versionen (Legenden), wie es dazu kam. Kann man im Internet leicht nachlesen. Der fehlende Stoßzahn führte zu einem anderen Namen: Ekadanta = Einzahn.





Vor genau 45 Jahren starb mein Vater, was mir Anlass gibt, über sein Leben nachzudenken. Er wurde am 12.12.1900 geboren und wurde 78 Jahre alt. Und er hatte kein leichtes Leben. Nach Ende der Volksschule ging er in eine Lehre beim Generalanzeiger in Bonn, er wollte Schriftsetzer werden. Damals musste man noch die einzelnen inversen Buchstaben mit der Hand setzen. Nachdem er die Lehre beendet hatte, ging er -wie es damals üblich war- auf Wanderschaft. Er und zwei Freunde machten sich zu Fuß auf den Weg, unterwegs arbeiteten sie immer wieder ein bisschen, dann ging es weiter. Sie kamen bis Italien! Zu Fuß! Das war damals üblich, damit die jungen Menschen Erfahrung sammelten. -Nach der Rückkehr arbeitete er wieder beim Generalanzeiger. 1923 kam dann die große Inflation. Ein Brot kostete ein paar Milliarden Mark. Der höchste ausgegebene Geldschein war der 20-Billionen-Schein! In der Währungsreform erhielt man dann für 1 Billion alte Mark 1 neue Mark. – Inzwischen hatte er meine Mutter kennengelernt. Ich habe beim Auszug nach Thailand ein Bündel Briefe gefunden, die er ihr geschrieben hatte. Daraus geht hervor, dass meinen späteren Eltern klar wurde, dass sie in Deutschland keine Zukunft hätten. Sie beschlossen, nach Brasilien auszuwandern. Dazu ließ mein Vater sich sein zu erwartendes Erbe auszahlen, um die Reisekosten bezahlen zu können. Bei der Ausreise heirateten die beiden in Hamburg, aber mein Vater war katholisch, meine Mutter evangelisch. Bei der Heirat musste sie versprechen, ihre Kinder katholisch zu erziehen! Sie kauften hier in Deutschland auch ein Grundstück in Brasilien bei einem christlichen Verein. Aber als sie ankamen, sahen sie: alles war Betrug. Das Grundstück existierte, aber im Urwald! Unbebaubar. Also mussten meine Eltern sich Arbeit suchen, als Orangenpflücker. Das Leben war sehr hart. Als Konsequenz des Betrugs durch einen christlichen Verein trat mein Vater aus der Kirche aus. Nach einigen Jahren hörten sie, in Deutschland sei alles wieder besser geworden, es gebe jetzt einen starken Mann, der alles wieder zum Besseren richtete. Also kehrten sie 1936 zurück, das war kurz vor meiner Geburt. Beinahe wäre ich also Brasilianer geworden!
Aber kaum war mein Vater ein paar Wochen in Deutschland, als er „eingezogen“ wurde. Er wurde zum Soldaten ausgebildet. Als der Krieg begann, musste er gegen Tito in Jugoslawien kämpfen. Schon bald wurde er verwundet. Zwar nur an der Hand, aber es war ein Handikap, das Verwundeten-Abzeichen war nur ein schwacher Trost.
Bald wurde er in Kroatien gefangen genommen. Da die Jugoslawen fürchteten, die Deutschen könnten die Gefangenen befreien, schickten sie diese nach Russland. Mein Vater musste für die Russen im Ural in einem Bleibergwerk arbeiten.
Nach Kriegsende kam er aus der Gefangenschaft nach Hause. Ich sehe heute noch, wie er am Gartentor hinter dem Haus reinkam. Zwei Freunde und ich spielten auf der „Bleiche“ hinter dem Haus, das ist eine Wiese, auf dem man die gewaschene Wäsche, Betttücher usw., zum Bleichen auslegte, diese Weißmacher gab es noch nicht. . Er kam näher, schaute uns drei an und fragte dann, wer von euch heißt E.? Ich hob den Finger, und er sagte „Ich bin dein Vater“. Bis dahin hatten wir keine Nachricht von ihm und wussten nicht, ob er noch lebte.
Als Schriftsetzer konnte er nicht mehr arbeiten. Es gab jetzt ganz andere Satzsysteme, die kannte mein Vater ja nicht. Aber sein Schwager, der in Bonn ein bekanntes Porzellangeschäft hatte, hat meinen Vater dann als Lagerist beschäftigt. Dort verdiente er 700 Mark, wovon wir drei leben konnten.
In unserem Haus gab es sehr viele Fliegen, wir hatten ja noch einen Plumpsklo. Eines Morgens standen wir ganz früh auf und wollten die Fliegen in der Wohnung fangen. Diese saßen an der Wand und waren noch ziemlich träge. Mein Vater fing eine Menge, aber die meisten entkamen aus seiner rechten Hand wieder, weil er wegen der früher erlittenen Verwundung die Finger nicht mehr richtig schließen konnte. Da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass mein Vater im Krieg verwundet worden war. Aber er hat nie darüber gesprochen.
Ich glaube, es war 1965, da ging mein Vater in Rente, von der man eigentlich nicht leben konnte. Aber der Garten hinter dem Haus ermöglichte eine Art Selbstversorgung. Obst, Gemüse wurden angebaut. Meine Mutter kochte vieles ein, bereitete Gelee, Kartoffeln und Möhren wurden eingelagert, usw. Und Mutter, eine gelernte Schneiderin, flickte bzw. änderte die Kleider von Anderen. So kamen wir über die Runden. Natürlich hatten wir keinen Kühlschrank, aber einen „Fliegenschrank“ im Keller. Dort konnte man Nahrung ein paar Tage verwahren.
Tja, so war das Leben meines Vaters. Er fühlte sich in den letzten Jahren nach seiner Verrentung immer glücklich und war auch praktisch nie richtig krank. Die letzten 14 Tage seines Lebens hat er schlafend verbracht, dann am Morgen war er tot, friedlich eingeschlafen und nicht mehr erwacht. Einen solchen Tod wünsche ich mir auch.
Essen waren wir heute in einem Seafood-Restaurant nicht weit von unserem Moobaan. Da ich nicht gut laufen kann, benötigen wir unser Taxi. Aber der Fahrer bringt uns gern hin, weil er dort als Dank, Kunden gebracht zu haben, eine einfache aber reichhaltige Mahlzeit bekommt.
Essen waren wir heute in einem Seafood-Restaurant nicht weit von unserem Moobaan. Da ich nicht gut laufen kann, benötigen wir unser Taxi. Aber der Fahrer bringt uns gern hin, weil er dort als Dank, Kunden gebracht zu haben, eine einfache aber reichhaltige Mahlzeit bekommt.
Das Restaurant, es heißt Kan Eang 2, liegt an einem Pier, direkt am Meer. Ich gehe gern hin, weil ich gern Seafood esse und weil wir hier unter Bäumen dierekt am Meer sitzen können. Gestern war gerade Ebbe. Ich sah auf ca. 150 m Strand 5 Männer, die hockten im Sand und gruben mit den Händen nach etwas. Ich ging zu ihnen und befragte einen. Ich erfuhr, sie gruben nach einer bestimmten Muschelart- Es handelt sich um eine kleine Muschel, einen deutschen Namen habe ich nicht gefunden, Sie gehört zu den Venusmuscheln, wissenschaftlich heißt sie Meretrix meretrix, auf Thai หอยตลัง (Heu dtalang), ist recht klein, lebt 5-7 cm tief im Sand, ernährt sich von Plankton und Detritus. Ihre Larven (es gibt 2 Stadien; Trochophore und Veliger genannt) schwimmen frei im Meer, wenn sie sich zur Jungmuschel entwickelt haben, graben sie sich in den Sand.

Nach em Essen, da der Taxifahrer sowieso dort war, führen wir noch zu einem der vielen chines. Tempel. Wie in fast jedem chinesischen Schrein gab es auch hier einen Gott, der im Indischen Ganesha, im Thai aber meist Phra Phikanet ( พระพิฆเนศ) genannt wird und als Sohn von Shiva und Parvati angesehen. Er hat die Gestalt eines Elefanten. Die Sinothais glauben, er bringe Reichtum und Erfolg, könne alle Widrigkeiten verhindern.
Ich sah mehrere Thais, die im Tempel ein paar Räucherstäbchen entzündeten und immer denselben Satz zu murmeln schienen. Meine Frau verstand jedoch nicht, was sie sagten. Sie meinte, ich könne doch, wenn der Betreffende den Tempel verlässt, höflich nachfragen, was er vor der Statue gesagt hat; ihn zu fragen, sei keineswegs unhöflich. Also fragte ich einen und später einige weitere. Alle antworteten gerne auf meine Frage, und alle hatten ein Mantra gesagt, es lautet „Om Gan Ganpate Namo Namah“. Das ist letztlich auf Sanskrit zurückzuführen und bedeutet: „Sei gegrüßt, Phra Phikanet“.
In manchen Darstellungen hat der Elefantengott nur einen Stoßzahn, es gibt verschiedene Versionen (Legenden), wie es dazu kam. Kann man im Internet leicht nachlesen. Der fehlende Stoßzahn führte zu einem anderen Namen: Ekadanta = Einzahn.





Vor genau 45 Jahren starb mein Vater, was mir Anlass gibt, über sein Leben nachzudenken. Er wurde am 12.12.1900 geboren und wurde 78 Jahre alt. Und er hatte kein leichtes Leben. Nach Ende der Volksschule ging er in eine Lehre beim Generalanzeiger in Bonn, er wollte Schriftsetzer werden. Damals musste man noch die einzelnen inversen Buchstaben mit der Hand setzen. Nachdem er die Lehre beendet hatte, ging er -wie es damals üblich war- auf Wanderschaft. Er und zwei Freunde machten sich zu Fuß auf den Weg, unterwegs arbeiteten sie immer wieder ein bisschen, dann ging es weiter. Sie kamen bis Italien! Zu Fuß! Das war damals üblich, damit die jungen Menschen Erfahrung sammelten. -Nach der Rückkehr arbeitete er wieder beim Generalanzeiger. 1923 kam dann die große Inflation. Ein Brot kostete ein paar Milliarden Mark. Der höchste ausgegebene Geldschein war der 20-Billionen-Schein! In der Währungsreform erhielt man dann für 1 Billion alte Mark 1 neue Mark. – Inzwischen hatte er meine Mutter kennengelernt. Ich habe beim Auszug nach Thailand ein Bündel Briefe gefunden, die er ihr geschrieben hatte. Daraus geht hervor, dass meinen späteren Eltern klar wurde, dass sie in Deutschland keine Zukunft hätten. Sie beschlossen, nach Brasilien auszuwandern. Dazu ließ mein Vater sich sein zu erwartendes Erbe auszahlen, um die Reisekosten bezahlen zu können. Bei der Ausreise heirateten die beiden in Hamburg, aber mein Vater war katholisch, meine Mutter evangelisch. Bei der Heirat musste sie versprechen, ihre Kinder katholisch zu erziehen! Sie kauften hier in Deutschland auch ein Grundstück in Brasilien bei einem christlichen Verein. Aber als sie ankamen, sahen sie: alles war Betrug. Das Grundstück existierte, aber im Urwald! Unbebaubar. Also mussten meine Eltern sich Arbeit suchen, als Orangenpflücker. Das Leben war sehr hart. Als Konsequenz des Betrugs durch einen christlichen Verein trat mein Vater aus der Kirche aus. Nach einigen Jahren hörten sie, in Deutschland sei alles wieder besser geworden, es gebe jetzt einen starken Mann, der alles wieder zum Besseren richtete. Also kehrten sie 1936 zurück, das war kurz vor meiner Geburt. Beinahe wäre ich also Brasilianer geworden!
Aber kaum war mein Vater ein paar Wochen in Deutschland, als er „eingezogen“ wurde. Er wurde zum Soldaten ausgebildet. Als der Krieg begann, musste er gegen Tito in Jugoslawien kämpfen. Schon bald wurde er verwundet. Zwar nur an der Hand, aber es war ein Handikap, das Verwundeten-Abzeichen war nur ein schwacher Trost.
Bald wurde er in Kroatien gefangen genommen. Da die Jugoslawen fürchteten, die Deutschen könnten die Gefangenen befreien, schickten sie diese nach Russland. Mein Vater musste für die Russen im Ural in einem Bleibergwerk arbeiten.
Nach Kriegsende kam er aus der Gefangenschaft nach Hause. Ich sehe heute noch, wie er am Gartentor hinter dem Haus reinkam. Zwei Freunde und ich spielten auf der „Bleiche“ hinter dem Haus, das ist eine Wiese, auf dem man die gewaschene Wäsche, Betttücher usw., zum Bleichen auslegte, diese Weißmacher gab es noch nicht. . Er kam näher, schaute uns drei an und fragte dann, wer von euch heißt E.? Ich hob den Finger, und er sagte „Ich bin dein Vater“. Bis dahin hatten wir keine Nachricht von ihm und wussten nicht, ob er noch lebte.
Als Schriftsetzer konnte er nicht mehr arbeiten. Es gab jetzt ganz andere Satzsysteme, die kannte mein Vater ja nicht. Aber sein Schwager, der in Bonn ein bekanntes Porzellangeschäft hatte, hat meinen Vater dann als Lagerist beschäftigt. Dort verdiente er 700 Mark, wovon wir drei leben konnten.
In unserem Haus gab es sehr viele Fliegen, wir hatten ja noch einen Plumpsklo. Eines Morgens standen wir ganz früh auf und wollten die Fliegen in der Wohnung fangen. Diese saßen an der Wand und waren noch ziemlich träge. Mein Vater fing eine Menge, aber die meisten entkamen aus seiner rechten Hand wieder, weil er wegen der früher erlittenen Verwundung die Finger nicht mehr richtig schließen konnte. Da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass mein Vater im Krieg verwundet worden war. Aber er hat nie darüber gesprochen.
Ich glaube, es war 1965, da ging mein Vater in Rente, von der man eigentlich nicht leben konnte. Aber der Garten hinter dem Haus ermöglichte eine Art Selbstversorgung. Obst, Gemüse wurden angebaut. Meine Mutter kochte vieles ein, bereitete Gelee, Kartoffeln und Möhren wurden eingelagert, usw. Und Mutter, eine gelernte Schneiderin, flickte bzw. änderte die Kleider von Anderen. So kamen wir über die Runden. Natürlich hatten wir keinen Kühlschrank, aber einen „Fliegenschrank“ im Keller. Dort konnte man Nahrung ein paar Tage verwahren.
Tja, so war das Leben meines Vaters. Er fühlte sich in den letzten Jahren nach seiner Verrentung immer glücklich und war auch praktisch nie richtig krank. Die letzten 14 Tage seines Lebens hat er schlafend verbracht, dann am Morgen war er tot, friedlich eingeschlafen und nicht mehr erwacht. Einen solchen Tod wünsche ich mir auch.














