Der letzte Abschnitt

@Yogi: Danke für Deine Wünsche. Ich bin jetzt nicht mehr sicher, ob ich allein nach D reisen kann. Gestern als meine Frau einkaufen war, war ich gefallen. Es tat zwar nicht weh, aber ich lag auf dem Boden und konnte mich nicht mehr aufrichten! Gott sei Dank war die Dame, die bei uns die Wäsche macht und andere Haushaltsaufgaben erledigt, noch da. Sie konnte mich nicht hochheben, aber mit ihrer Hilfe schaffte ich es, mich auf einen Stuhl zu setzen. Es ist schrecklich, diese Hilflosigkeit zu erfahren.

Essen waren wir heute in einem Seafood-Restaurant nicht weit von unserem Moobaan. Da ich nicht gut laufen kann, benötigen wir unser Taxi. Aber der Fahrer bringt uns gern hin, weil er dort als Dank, Kunden gebracht zu haben, eine einfache aber reichhaltige Mahlzeit bekommt.

Essen waren wir heute in einem Seafood-Restaurant nicht weit von unserem Moobaan. Da ich nicht gut laufen kann, benötigen wir unser Taxi. Aber der Fahrer bringt uns gern hin, weil er dort als Dank, Kunden gebracht zu haben, eine einfache aber reichhaltige Mahlzeit bekommt.

Das Restaurant, es heißt Kan Eang 2, liegt an einem Pier, direkt am Meer. Ich gehe gern hin, weil ich gern Seafood esse und weil wir hier unter Bäumen dierekt am Meer sitzen können. Gestern war gerade Ebbe. Ich sah auf ca. 150 m Strand 5 Männer, die hockten im Sand und gruben mit den Händen nach etwas. Ich ging zu ihnen und befragte einen. Ich erfuhr, sie gruben nach einer bestimmten Muschelart- Es handelt sich um eine kleine Muschel, einen deutschen Namen habe ich nicht gefunden, Sie gehört zu den Venusmuscheln, wissenschaftlich heißt sie Meretrix meretrix, auf Thai หอยตลัง (Heu dtalang), ist recht klein, lebt 5-7 cm tief im Sand, ernährt sich von Plankton und Detritus. Ihre Larven (es gibt 2 Stadien; Trochophore und Veliger genannt) schwimmen frei im Meer, wenn sie sich zur Jungmuschel entwickelt haben, graben sie sich in den Sand.

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Nach em Essen, da der Taxifahrer sowieso dort war, führen wir noch zu einem der vielen chines. Tempel. Wie in fast jedem chinesischen Schrein gab es auch hier einen Gott, der im Indischen Ganesha, im Thai aber meist Phra Phikanet ( พระพิฆเนศ) genannt wird und als Sohn von Shiva und Parvati angesehen. Er hat die Gestalt eines Elefanten. Die Sinothais glauben, er bringe Reichtum und Erfolg, könne alle Widrigkeiten verhindern.

Ich sah mehrere Thais, die im Tempel ein paar Räucherstäbchen entzündeten und immer denselben Satz zu murmeln schienen. Meine Frau verstand jedoch nicht, was sie sagten. Sie meinte, ich könne doch, wenn der Betreffende den Tempel verlässt, höflich nachfragen, was er vor der Statue gesagt hat; ihn zu fragen, sei keineswegs unhöflich. Also fragte ich einen und später einige weitere. Alle antworteten gerne auf meine Frage, und alle hatten ein Mantra gesagt, es lautet „Om Gan Ganpate Namo Namah“. Das ist letztlich auf Sanskrit zurückzuführen und bedeutet: „Sei gegrüßt, Phra Phikanet“.

In manchen Darstellungen hat der Elefantengott nur einen Stoßzahn, es gibt verschiedene Versionen (Legenden), wie es dazu kam. Kann man im Internet leicht nachlesen. Der fehlende Stoßzahn führte zu einem anderen Namen: Ekadanta = Einzahn.
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Vor genau 45 Jahren starb mein Vater, was mir Anlass gibt, über sein Leben nachzudenken. Er wurde am 12.12.1900 geboren und wurde 78 Jahre alt. Und er hatte kein leichtes Leben. Nach Ende der Volksschule ging er in eine Lehre beim Generalanzeiger in Bonn, er wollte Schriftsetzer werden. Damals musste man noch die einzelnen inversen Buchstaben mit der Hand setzen. Nachdem er die Lehre beendet hatte, ging er -wie es damals üblich war- auf Wanderschaft. Er und zwei Freunde machten sich zu Fuß auf den Weg, unterwegs arbeiteten sie immer wieder ein bisschen, dann ging es weiter. Sie kamen bis Italien! Zu Fuß! Das war damals üblich, damit die jungen Menschen Erfahrung sammelten. -Nach der Rückkehr arbeitete er wieder beim Generalanzeiger. 1923 kam dann die große Inflation. Ein Brot kostete ein paar Milliarden Mark. Der höchste ausgegebene Geldschein war der 20-Billionen-Schein! In der Währungsreform erhielt man dann für 1 Billion alte Mark 1 neue Mark. – Inzwischen hatte er meine Mutter kennengelernt. Ich habe beim Auszug nach Thailand ein Bündel Briefe gefunden, die er ihr geschrieben hatte. Daraus geht hervor, dass meinen späteren Eltern klar wurde, dass sie in Deutschland keine Zukunft hätten. Sie beschlossen, nach Brasilien auszuwandern. Dazu ließ mein Vater sich sein zu erwartendes Erbe auszahlen, um die Reisekosten bezahlen zu können. Bei der Ausreise heirateten die beiden in Hamburg, aber mein Vater war katholisch, meine Mutter evangelisch. Bei der Heirat musste sie versprechen, ihre Kinder katholisch zu erziehen! Sie kauften hier in Deutschland auch ein Grundstück in Brasilien bei einem christlichen Verein. Aber als sie ankamen, sahen sie: alles war Betrug. Das Grundstück existierte, aber im Urwald! Unbebaubar. Also mussten meine Eltern sich Arbeit suchen, als Orangenpflücker. Das Leben war sehr hart. Als Konsequenz des Betrugs durch einen christlichen Verein trat mein Vater aus der Kirche aus. Nach einigen Jahren hörten sie, in Deutschland sei alles wieder besser geworden, es gebe jetzt einen starken Mann, der alles wieder zum Besseren richtete. Also kehrten sie 1936 zurück, das war kurz vor meiner Geburt. Beinahe wäre ich also Brasilianer geworden!

Aber kaum war mein Vater ein paar Wochen in Deutschland, als er „eingezogen“ wurde. Er wurde zum Soldaten ausgebildet. Als der Krieg begann, musste er gegen Tito in Jugoslawien kämpfen. Schon bald wurde er verwundet. Zwar nur an der Hand, aber es war ein Handikap, das Verwundeten-Abzeichen war nur ein schwacher Trost.

Bald wurde er in Kroatien gefangen genommen. Da die Jugoslawen fürchteten, die Deutschen könnten die Gefangenen befreien, schickten sie diese nach Russland. Mein Vater musste für die Russen im Ural in einem Bleibergwerk arbeiten.

Nach Kriegsende kam er aus der Gefangenschaft nach Hause. Ich sehe heute noch, wie er am Gartentor hinter dem Haus reinkam. Zwei Freunde und ich spielten auf der „Bleiche“ hinter dem Haus, das ist eine Wiese, auf dem man die gewaschene Wäsche, Betttücher usw., zum Bleichen auslegte, diese Weißmacher gab es noch nicht. . Er kam näher, schaute uns drei an und fragte dann, wer von euch heißt E.? Ich hob den Finger, und er sagte „Ich bin dein Vater“. Bis dahin hatten wir keine Nachricht von ihm und wussten nicht, ob er noch lebte.

Als Schriftsetzer konnte er nicht mehr arbeiten. Es gab jetzt ganz andere Satzsysteme, die kannte mein Vater ja nicht. Aber sein Schwager, der in Bonn ein bekanntes Porzellangeschäft hatte, hat meinen Vater dann als Lagerist beschäftigt. Dort verdiente er 700 Mark, wovon wir drei leben konnten.

In unserem Haus gab es sehr viele Fliegen, wir hatten ja noch einen Plumpsklo. Eines Morgens standen wir ganz früh auf und wollten die Fliegen in der Wohnung fangen. Diese saßen an der Wand und waren noch ziemlich träge. Mein Vater fing eine Menge, aber die meisten entkamen aus seiner rechten Hand wieder, weil er wegen der früher erlittenen Verwundung die Finger nicht mehr richtig schließen konnte. Da ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass mein Vater im Krieg verwundet worden war. Aber er hat nie darüber gesprochen.

Ich glaube, es war 1965, da ging mein Vater in Rente, von der man eigentlich nicht leben konnte. Aber der Garten hinter dem Haus ermöglichte eine Art Selbstversorgung. Obst, Gemüse wurden angebaut. Meine Mutter kochte vieles ein, bereitete Gelee, Kartoffeln und Möhren wurden eingelagert, usw. Und Mutter, eine gelernte Schneiderin, flickte bzw. änderte die Kleider von Anderen. So kamen wir über die Runden. Natürlich hatten wir keinen Kühlschrank, aber einen „Fliegenschrank“ im Keller. Dort konnte man Nahrung ein paar Tage verwahren.

Tja, so war das Leben meines Vaters. Er fühlte sich in den letzten Jahren nach seiner Verrentung immer glücklich und war auch praktisch nie richtig krank. Die letzten 14 Tage seines Lebens hat er schlafend verbracht, dann am Morgen war er tot, friedlich eingeschlafen und nicht mehr erwacht. Einen solchen Tod wünsche ich mir auch.
 
Gerade habe ich erfahren, dass ich Ende des Monats nochmal nach Deutschland fliegen muss! Das empfinde ich als sehr ärgerlich, weil mir das Reisen immer schwieriger fällt. ... Nach dem Wechsel der Medikamente hatte ich eine CT machen lassen, die ich mit nach Thailand nehmen sollte. Nach -3-4 Monaten sollte man hier eine neue CT machen, dann könne man -so war der Plan- die beiden Computertomografien vergleichen und feststellen, ob das neue Medikament eine deutliche Wirkung zeigt oder nicht. Aber das Problem ist, die Ärzte hier können die mitgebrachte CD nicht lesen! Sie benutzen bei ihren CTs ein anderes System. Also muss ich nochmals zur meiner Ärztin in D.
Als ehemaliger Informatiker kann ich kaum glauben dass diese Inkompatibilität ein Grund sein soll dass man anstelle von digitalen Daten die ganze Person transportieren muss. Meine Frau bekam damals als sie eine 3er-Bypass OP im Bangkok Hospital machen musste eine DVD mit allen Röntgenbildern, CDs, bewegten Angiologie Videos und allen Befunden in PDF. Auch das Betriebssystem war auf der CD, wenn auch vieles in Thai. Jedenfalls konnten ich und die Ärzte in der Schweiz umfangreich Einsicht nehmen.
Das sollte auch mit der CD aus Deutschland möglich sein sofern die Software zum Abspielen enthalten ist. Auch ein Menu auf Deutsch darf kein Hindernisgrund sein. Lass dir aus DE eine Anleitung oder System schicken wie man die CD ausliest. Mit Hilfe deiner Frau kann man es dann den (manchmal stur auf ihrem System beharrenden) Thai Ärzten zeigen.
 
Wenn Ebeyer nochmal zu seiner Ärztin muss, dann schliesse ich daraus, dass die dann die nächsten Aufnahmen im "richtigen Format" machen soll, was auch immer das heisst. Sonst könnte man die ja wieder nicht lesen.
Dann kann die ja auch gleich die Daten der alten Aufnahmen im "richtigen Format" schicken, oder ich stehe jetzt gerade auf dem Schlauch.

Ich glaube, die machen es sich wieder mal zu einfach.
 
Eben hat meine Nichte Thames, sie ist auch die Verwalterin unseres Moobaans, angerufen. Sie hat nochmals im Krebszentrum nachgehakt, und siehe da, auf einmal kann man die CD aus Deutschland doch lesen! Und man hat mir gleich für morgen 14 Uhr einen Termin gegeben, da wird man die CT durchführen! Ich bin sehr erleichtert, weil mir das wahrscheinlich den Flug nach D erspart!
 
Wie ich schon geschrieben habe, war ich wegen einer CT im Krebszentrum des Bangkok-Hospitals in Phuket. Über die Kosten habe ich schon in einem anderen Thread berichtet, und ich habe mich dort auf die Kosten beschränkt, weil es das ist, was der Threadstarter wissen will. Hier möchte ich etwa zur Qualität der Untersuchung sagen: Die Ausstattung war ziemlich genau wie in Deutschland, sehr modern. Aber einige der vielen Damen, denen die Untersuchung anvertraut war, waren etwas unbeholfen. Für eine einfache Blutuntersuchung konnten die Damen über 30 Minuten keine Ader an meinen Armen finden! Zur Injektion musste man einen Zugang legen, das klappte jedoch nicht! Die ausgewählte Ader erwies sich als viel zu dünn. Als ich auf der Liege des CT-Gerätes lag, musste erneut ein Zugang gelegt werden. Auch das gelang erst nach längerer Zeit. Die CT-Untersuchung selbst verlief problemlos.

Am folgenden Tag bin ich zur Auswertung zu einem Arzt gebeten worden. Der Arzt war überrascht, dass ich Thai konnte, insbesondere wunderte er sich, dass ich das Wort für „Nebenniere“ kannte (ต่อมหมวก = dtomm muang dtai /“Drüse, die wir eine Mütze auf der Niere sitzt“). Aber ich hatte mich natürlich sprachlich auf die Unterhaltung mit dem Arzt vorbereitet.

Der Arzt zeigte mir auf einem Monitor die beiden CDs nebeneinander, d.h. die von vor 4 Monaten und die neue und erklärte mir alles ganz genau-Leider ist der Krebs weiter fortgeschritten, das Medikament, das ich seit 4 Monaten nehme, hat sich als wirkungslos erwiesen. Ich erfuhr, dass der Krebs auch an 2 Stellen in den Knochen sitzt (Nacken und unterer Rücken). Er zeigte mir auch, dass dies schon auf der älteren CD deutlich erkennbar gewesen ist. Die deutsche Krebsärztin hatte das nicht erkannt!

Zusammengefasst kann man sagen, trotz einer gewissen Hilflosigkeit der jungen Damen bei der Blutabnahme waren sowohl die Durchführung der CT als auch das Gespräch mit dem Arzt sehr kompetent.

Jetzt weiß ich auch, warum meine Nichte Thames erreichen konnte, dass man im Krebszentrum die CD auf einmal lesen konnte und ich schon für 24 Stunden später einen ansonsten sehr schwierig zu erhaltenen Termin bekommen hat: In unserer Siedlung gibt es zahlreiche Krebsfälle, es wohnen ja fast nur alte Leute hier, und fast alle diese Fälle hat Thames zu diesen Krebsärzten vermittelt. Nach dem alten römischen Prinzip „do ut des“ (ich gebe, damit Du gibst). Man sieht, das klappt.


Ich hatte schon früher hier beschrieben, dass ich auf meinen Reisen nach Afghanistan mit alten Banknoten Geld verdient hatte. Aber man darf nicht meinen, alles sei immer glatt gelaufen. Heute will ich berichten, wie es mir bei meinem ersten Besuch in China ging. In einer US-Zeitschrift genannt „Banknote Reporter“ hatte einer, der sich Frank Tang nannte, geschrieben, er habe eine große Menge chinesischer Scheine. Diese „Fred Tang“ wohnte in Maanshan; Provinz Anhui, China. Ich nahm Kontakt zu ihm auf, bin dann auf meiner nächsten Ostasienreise hingefahren. Es ging über Bangkok, Singapur und Hongkong nach Shanghai., dann per Taxi nach Maanshan. Ich traf „Fred Tang“, doch stellte sich heraus, dass er zwar chinesische Banknoten hatte, aber keine interessanten. Er brachte mich in einem Hotel unter. Sein „Hauptberuf“ war jedoch, wie sich herausstellte, junge Chinesinnen an Europäer und US-Amerikaner zu vermitteln. Er unterrichtete die Damen in Englisch und kassierte von dem Heiratswilligen jeweils eine dicke Summe.

Als ich im Hotel eincheckte, zahlte ich bar. Damals hatte ich noch keine Kreditkarte. Das Bargeld trug ich in einem Brustbeutel immer ei mir. In der Nacht verschloss ich die Zimmertür und legte den Brustbeutel auf das Nachtschränkchen neben meinem Bett. Da ich im 16. Stock wohnte, dachte ich, das kann man gefahrlos tun. Aber als ich am Morgen gegen 6 Uhr aufwachte, war der Brustbeutel noch da, aber das Geld darin war verschwunden!

Ich wollte sofort zum Check-in-Schalter, aber der Lift fuhr nicht, damals schaltete man die Lifts in den Hotels während der Nacht aus. Ich telefonierte – damals konnte ich schon etwas Chinesisch, aber noch nicht viel. Man rief die Polizei, und ich bekam einen guten Eindruck, wie effektiv die chinesische Polizei arbeitete. Es kamen 20 Polizisten! Ich musste mein Zimmer verlassen und durfte es eine Zeitlang nicht betreten.

Etwa nach 30 Minuten kam der Leiter der Untersuchung zu mir und zeigte mir ein winziges Negativ, fragte, ob es meins sei, was ich verneinte. Der Dieb musste dieses verloren haben. Sofort ließ man es vergrößern. Das Foto zeigte eine Dame in Lehrerkleidung vor einer Schule, deren Name deutlich lesbar war. Sofort holte man den Schuldirektor und fragte, wer auf dem Foto sei. Das sei eine Lehrerin, eine Frau Li. Sogleich holte man Frau Li ins Hotel und befragte sie. Sie wollte erst nicht sagen, wer das Foto aufgenommen hatte. Aber die Polizei hat ihre Mittel. Schließlich gab sie den Namen und die Adresse preis, es war ihr Freund. Sofort fuhr man in seine Wohnung, der Vogel war jedoch ausgeflogen, aber man durchsuchte das Zimmer, in dem der mutmaßliche Dieb wohnte. Das deutsche Geld fand man nicht, aber man fand ein paar wenige Scheine von Thailand, Singapur und Hongkong. Das passte genau zu meiner Schilderung. Damit war die Untersuchung abgeschlossen. Da ich nur noch 20 US $ hatte, musste ich sofort das Land verlasse“ Fred Tang“, das muss ich lobend erwähnen, hat mir dankenswerterweise etwas Geld geliehen. Ich flog nach Hongkong zurück, damals konnte man die Flüge problemlos ändern. Ich flog erst nach Hongkong, dann mit dem nächstmöglichen Flug nach Bangkok, wo ich finanziell wieder etwas Luft bekam. Denn damals konnte man DM-Schecks bis 350 DM problemlos bei der Thai Farmers Bank wechseln, sie waren von der Bank garantiert.

Den Pass hatte der Dieb nicht mitgenommen, Gott sei Dank, der Grund ist darin zu suchen, dass ein Passdieb viel härter bestraft wird als ein einfacher Gelddieb.

Ein paar Wochen später erhielt ich Nachricht von der Botschaft. Der Dieb war gefasst worden, hatte aber das deutsche Geld (ca.10.000 DM) schon auf dem Schwarzmarkt umgetauscht. Man fragte, wohin man das Geld überweisen solle. Aber wenn man chinesische Yuan überwiesen hätte, hätte ich ca. 10% verloren. Doch ein Bekannter, ein gewisser Sheng Guangxi-er war Direktor einer Bank, ich hatte vorher schon mit ihm häufiger korrespondiert, er war nämlich auch Numismatiker, erbot sich, das Geld in bar abzuholen. Bei meinem 2. Besuch in China holte ich das Geld bei ihm ab. Und ich hatte Glück: damals war gerade eine 50-Yuan-Gedenknote ausgegeben. Eine sehr schöne Note, mit Friedenstauben und Mao Zedong. Ich ließ mir die Gesamtsumme in dieser Note auszahlen, die ich mit gutem Gewinn in Deutschland verkaufen konnte. So hat sich am Ende doch alles zum Guten gewendet. „Fred Tang“ hat mich später in Deutschland besucht. Eines Tages stand er ohne Voranmeldung vor unserer Haustür. Ich habe mich sehr gefreut.

Der Dieb wurde zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, eine Hotelangestellte, die ihm den Tipp von dem Deutschen mit Bargeld verraten hatte, erhielt 4 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Umerziehung.

Weil wir wieder Obst-Nachschub benötigten, sind wir heute ins Central gefahren. Ich nehme immer die Gelegenheit wahr, alles Obst und Gemüse, das sie haben, zu betrachten. Diesmal fand ich nichts eigentlich Neues, aber ich sah beim Gemüse dünne grüne Stangen, die zu einem schönen zweidimensionalen „Zopf“ verwoben waren. Das sah ulkig aus, fand ich aber eine schöne Idee. Es handelt sich um grünen Spargel (หน่อไม้ฝรั่ง = nor mai farang). Ich wusste, dass man im Central nicht fotografieren darf, daher passte ich einen Moment ab, zu dem der Mann hinter der Theke nicht anwesend war. Solche Verbote lassen sich heute nicht mehr durchsetzen, wo jeder ein Handy hat. Ich habe zum Fotografieren allerdings eine größere Digitalkamera.
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Der s.g. grüne Spargel ist keiner, das sieht mir eher wie Meterbohnen "Tua pak jao" aus, eine besonders lang werdende Bohnensorte.

ansonsten wie immer, interressanter Bericht von Dir
 
Du meinst Thua Fag Yao (ถัว ฝักยาว). ฝัก heißt Schote, also Bohne mit langer Schote. Du hast Recht, das ist kein grüner Spargel, Ich habe jetzt die Naht gesehen, an der die Schote aufplatzt, wenn die Samen reif sind. ich habe ohne genauer hinzuschauen dem Schild geglaubt, das darüber stand. Mein Fehler!
 
Der Arzt zeigte mir auf einem Monitor die beiden CDs nebeneinander, d.h. die von vor 4 Monaten und die neue und erklärte mir alles ganz genau-Leider ist der Krebs weiter fortgeschritten, das Medikament, das ich seit 4 Monaten nehme, hat sich als wirkungslos erwiesen. Ich erfuhr, dass der Krebs auch an 2 Stellen in den Knochen sitzt (Nacken und unterer Rücken). Er zeigte mir auch, dass dies schon auf der älteren CD deutlich erkennbar gewesen ist. Die deutsche Krebsärztin hatte das nicht erkannt!

Deine Geschichte stimmt mich schon sehr traurig.
Hast du auf das Ergebnis vom Dr. schon eine Ahnung, wie du darauf reagieren wirst? Will sagen, wirst du versuchen eine neue Therapie einzugehen?
 
@Yogi: Danke für Dein Mitgefühl. Es gibt, soweit ich sehe, jetzt keine Therapie mehr, keine Medikamente, man hat alles ausprobiert. Man kann nur, wenn Schmerzen auftreten, gegen die Schmerzen etwas tun. Aber wenn Nichtsein wesentlich besser ist als Sein, dann werde ich wissen, was ich zu tun habe.

Ich habe über das in Thailand so wichtige Prinzip im Sozialleben, „do ut des“, etwas nachgedacht. Dieses Prinzip galt in der römischen Antike schon, man opferte den Göttern, um von ihnen eine adäquate Gegenleistung zu erhalten. Auch das thailändische „tam bun“ beruht darauf. Wenn ein Thai etwas den Armen gibt, will er nichts wirklich den Armen geben, er gibt nicht etwa, um den Armen zu helfen, sondern um damit Verdienste für sich selbst im jetzigen oder nächsten Leben zu erwerben.

Ich habe mich mal bei Pflanzen und Tieren umgeschaut. Es schaut auf den ersten Blick so aus, als gäbe es den Grundsatz „do ut des“ auch hier schon.

Gerade heute habe ich wieder eine Gärtnerei, die ich noch nicht kannte, besucht und eine in diesem Zusammenhang höchst interessante Pflanze gesehen, die ich früher schon einmal in Krabi gesehen hatte. Sie heißt Dischidia und wächst in Ostasien. Die Pflanze hat neben den normalen Blättern so-genannte Urnenblätter. Diese sind entstanden durch das Zusammenwachsen von jeweils zwei vergrößerten Nachbarblättern. Der fast geschlossene Hohlraum wird dauernd von Ameisen bewohnt. Diese tragen Humus in den Hohlraum ein, woraufhin einige Wurzeln (so genannte Adventivwurzeln) keimen. Die Pflanze gibt den Ameisen einen speziellen, immer feuchten Wohnraum. Dafür halten die Ameisen alle Fressfeinde fern, sobald eine Raupe kommt, wird sie von den Ameisen getötet. Solche Pflanzen werden als „myrmekophil“ bezeichnet, also als ameisenfreundlich. – Liegt hier das Prinzip „do ut des“ vor?
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Oder Blüten und Bienen. Die Blüte gibt Nektar oder Pollen, die Biene bestäubt dafür die Blüte. „Do ut des?“ -

Das scheint nur auf den ersten Blick so, und damals, auf der Klosterschule (Jesuitenschule) lehrte man uns, dass eine Absicht dahinterstecke. Aber das ist eine finalistische Denkweise, eine Interpretation der Fakten. Man kann aber jeweils nur sagen, die Pflanze ist so gebaut, dass die Ameisen sich dort aufhalten können. Diese nutzen die Gelegenheit aus. Aber kein „damit“, es gilt daher nur „do et das“, ich gebe, du gibst.


Nun möchte ich hier schildern, wie ich zum ersten Mal nach Ostasien geflogen bin. Damals wollte ich nach Saigon. Den Flug konnte man bei Neckermann („Neckermann machts möglich“) buchen. Heute beklagen sich ja manche, wenn sie, um nach hier zu kommen, einmal eine kleine Pause machen und das Flugzeug wechseln müssen, aber damals ging das so: zunächst musste ich mit dem Zug nach Paris fahren, denn nach Südvietnam konnte man nur mit Air France fliegen. Zunächst ging es mit einer Zwischenlandung in Teheran von Paris nach New Delhi. Hier übernachtete man, am nächsten Tag ging es weiter nach Bangkok, wo man wieder übernachtete. Erst am Folgetag kam man in Saigon an.

In Bangkok geschah etwas Lustiges. Ich übernachtete am Sapankwai (was wörtlich „Büffelbrücke“ bedeutet), und zwar im Dorchester Hotel. Nach dem Einchecken ging nach draußen, um etwas zu essen. Kaum war ich ein paar Schritte gegangen, als sich irgendwo im 2. Stock ein Fenster öffnete und jemand einen Eimer Wasser über mir ausschüttete. Ei, dachte ich, der hat mich nicht gesehen. Ich ging weiter und dachte noch, bei dem heißen Wetter wird das bald wieder trocknen. Nach weiteren 50 m standen zwei junge Leute vor mir, jeder einen Eimer in den Händen, und schütteten eine weiße, milchige Flüssigkeit mir gegen den Bauch. Diesmal merkte ich: das ist Absicht!

Ich dachte, die Thais mögen wohl, warum auch immer, keine Ausländer, und ich verzog mich ins Hotel, wo ich dann mein Essen bestellte. Erst als ich am nächsten Morgen ins Flugzeug stieg und meinem Sitznachbarn von meinen Erlebnissen berichtete, lachte der und berichtete mir von dem in Thailand üblichen Songkranfest.

Von meinem Hotel, es hieß Prince Hotel, habe ich dann Saigon erkundet und versucht, alte Banknoten von Französisch Indochina zu kaufen. Ich suchte dazu jeden Briefmarkenladen ab, Münzläden, wo man eher Banknoten erwarten kann, gab es damals dort anscheinend nicht. Ich ging in Buchläden und kaufte ein paar Bücher über Tier- und Pflanzenwelt und Geschichte Vietnams. Außerdem Münzen. Ich hatte nämlich einen gewissen Dr. Dr. Oebike in Bonn kennengelernt, der intensiv Münzen aus Ostasien sammelte. Er hatte reichlich Geld und investierte viel in Münzen Ostasiens. Der hatte mich öfter eingeladen, stolz wie er war, seine Sammlung zu bestaunen, die er auf originelle Weise in seinem Arbeitszimmer untergebracht hatte: er platzierte sie auf an den Wänden hängende große Bretter. Senkrecht gab es eine Zeitleiste, waagerecht gab es die verschiedenen Länder und Provinzen, von denen die Münzen stammten. Manche hingen so hoch, dass man sie von unten nicht mehr lesen konnte, da benutzte er einen Feldstecher! Jedenfalls hatte ich mir gut gemerkt, was er nicht hatte, und kaufte nur Münzen, die ihm fehlten, um auf der sicheren Seite zu sein. Denn von Münzen verstand ich nichts. Nach Hause zurückgekehrt, kaufte er mir alles ab.

Damals ging ich zum ersten Mal auf eine kleine heimische Münz- und Banknotenbörse. Hier mietete man für 10 DM einen Tisch, auf dem man seine Ware auslegte. Die Sammler kamen an den Tisch, betrachteten die Ware, fragten nach den Preisen. Wenn man viele Banknoten hat, kann man unmöglich behalten, was man im Einzelnen für die bezahlt hat. Daher schrieb ich mit Bleistift oben in der Ecke den Preis. Allerdings verschlüsselt, der Käufer soll ja nicht wissen, was ich bezahlt habe. Ich dachte mir ein Wort aus, dass genau aus 10 Buchstaben bestand, er hieß „party women“. p = 1, a = 2, usw. bis n = 0. w,y bedeutete also 6,50 DM Einkaufspreis. – Nach ein paar Jahren merkte ich jedoch, dass jemand den Code mehr oder weniger geknackt hatte! Also habe ich (bis zuletzt) ein Thaiwort (genauer: die Konsonanten des Wortes) benutzt: เอรมนีภากกลาง (yermany phaag glaang = Mitteldeutschland), also ย = 1 usw. Manchmal auch beide Systeme gemischt. Das kann keiner knacken.


Heute ist mir zur Thaisprache etwas aufgefallen: Normalerweise, wenn ein Thai „ja, okay“ sagen will, benutzt er „krab“ (männlich) oder „ka“ (weiblich). Ist der Angesprochene besonders höflich, will seine Wertschätzung des Gegenübers ausdrücken, antwortet er „krab phom“. Aber heute nahm in einem Restaurant eine Dame Orders entgegen und antwortete mit „krab phom“! Das kann ich mir noch nicht recht erklären. Der Ausdruck, so meinte ein Thai, den ich dazu befragte, könne allenfalls noch von einer Dame der anderen Art, also einem Katoi, benutzt werden. Das war aber hier sicher nicht der Fall. Und hier hatte ich von Männern, die als Frau auftraten, schon einmal „หนู” (nuuh = Mäuschen) gehört. Ich werde versuchen, der Sache mal auf den Grund gehen.
 
@EBEYER Deine Geschichten wären ein Buch wert, ich würde es sofort bestellen! :respekt:

Selber habe ich auch so einiges erlebt seit knapp 50 Jahren Thailand. Eigentlich wollte ich mal ein Buch schreiben, aber 20 Jahre später kam 'The Beach' raus, also liess ich es bleiben... :unbeteiligt:
 
Ich habe jetzt beschlossen, im November noch ein letztes Mal nach Deutschland zu fliegen. Für etwa 1 Woche. Der harzt hier in Phuket hat gesagt, im nächsten Jahr werde ich es nicht mehr können. Meine Frau sieht, dass ich zwar allein reisen kann. Der Rollstuhldienst der Fluggesellschaft klappt zwar hervorragend, bis zum Hotel in Bonn würde es problemlos gehen, aber ich kann nicht mehr 1 Woche allein in Deutschland im Hotel wohnen. Meine Frau will deshalb mitfliegen, wofür ich ihr sehr dankbar bin. Ich will nun doch alles Geld in Deutschland nach Thailand überweisen, wo die Zukunft meiner Frau liegt. Ich weiß nur noch nicht, wie, aber das finde ich schnell raus, denke ich.



Heute Morgen ging ich zum nahegelegenen Friseur, dort lasse ich mich regelmäßig rasieren. Als ich in den Laden kam, hatte der Friseur Tränen in den Augen. Ich fragte, ob er Geldsorgen habe. Ich wusste ja, dass er 40.000 Baht geliehen hatte und jeden Monat 10% Zinsen zahlte. Aber er meinte, das sei doch kein Grund für Tränen. Nein, er sei Mohammedaner, seine Frau sei mit einem anderen Mann abgehauen, seine erwachsene Tochter habe immer abgelehnt, ein Kopftuch zu tragen, und sie liebe eine Frau! Das ist für einen Mohammedaner natürlich völlig unakzeptabel und unvorstellbar, sozusagen der größte GAU, der einem Vater passieren kann!



Auch der Taxifahrer, der mich fast täglich abholt, machte ein sehr trübsinniges Gesicht. Aber ihn plagen Geldsorgen. Seine Frau hat bringt praktisch kein Geld. Sie arbeitet auf dem Golfplatz und trägt den Spielern die Sachen nach. Aber da im Moment Regenzeit ist, spielt kaum jemand Golf. Außerdem ist sie jetzt zu ihrer Mutter, ich glaube im Isaan, da diese sehr krank ist. Er hat 3 Söhne, 2 erwachsene von einer 1. Frau, einen jüngeren von der 2., den muss er durchfüttern und versorgen. Normalerweise steht er im Central, wo 10 Taxis warten. Oft ist es so, dass er am Tag einen einzigen Kunden hat, wenn er Pech hat, 200 Baht, wenn er Glück hat, 500 Baht. Miete muss er auch zahlen. Oft kann er sich kein Essen leisten, dann kaut er auf den Blättern des Kratombaums (ต้นกระท่อม) herum, wenn man auf diesen Blättern kaut, aber sie nicht schluckt, vergeht der Hunger. Der wissenschaftliche Name dieser aus Malesien stammenden Pflanze lautet Mitragyna speciosa. Die Blätter enthalten psychoaktive Substanzen, weshalb in manchen Ländern Beschränkungen zum Anbau gelten. Früher war der Baum in Thailand verboten, aber jetzt nicht mehr. 500g Blätter kosten hier in Phuket 150 Baht.
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Es gibt schon, das erkenne ich immer mehr, hier in Thailand Elend und Armut Wenn man mal vergleicht: in den letzten 21 Monaten, seitdem man meine Krebskrankheut erkannt hat und behandelt, haben allein die Medikamente 13 x 13.500 €, 6 x6,500 € und 4x 5500 € gekostet, zusammen also 236.500 €- Dazu die Arztkosten- Nebenbei gesagt; alles umsonst! Und noch ein kleines Nebenbei: der Staat hat in Form der MWSt. daran 16,780 Euro verdient! (Arztleistungen sind MWSt.-frei, aber Medikamente enthalten 7%)



Seit je hat mich interessiert, wie die einfachen (armen) Menschen ihr Leben bewältigen. Welche Ideen sie haben, über die Runden zu kommen, solange man nicht krank wird. Eine Dame hat mich fasziniert, sie stellt auf einfachste Art einer Art Eis am Stiel her. In einer Riesenschüssel voller Eisstückchen hat sie ganz viele kleine Röhrchen, da schüttet sie Cola, Limonade etc. rein, dazu ein Stöckchen. Die Flüssigkeit in den Röhrchen gefriert und lässt sich leicht am Stöckchen rausholen. Und schon hat man das Eis am Stiel, in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Diese Methode sah ich schon vor Jahren auf dem Wochenendmarkt in Bangkok (2mal wöchentlich) und jetzt hier in Phuket wieder (täglich). Die Dame in Phuket verkauft nach meiner Beobachtung ca. 12 Stück pro Stunde, 8 Stunden lang. Bei einem Preis von 15 Baht je sind das immerhin täglich 1440 Baht Umsatz-. Der Mindestlohn in Phuket beträgt 380 Baht täglich.
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Einige andere Dinge, durch die ein paar Ärmere sich etwas Geld verdient haben, scheinen nicht mehr zu existieren. So gab es früher auf Phuket an vielen Ecken Seifenschnitzerinnen. Aus einem Stück Seife schnitzten die Damen wunderschöne Blumen. Damals habe ich mir jedes Mal welche mit nach Deutschland genommen, denn sie gefielen mir gut. Dieses Mal jedoch habe ich noch keine einzige Seifenschnitzerin gesehen. Wahrscheinlich lohnt das nicht mehr?seife.jpg



Ich habe weiter oben geschildert, wie ich zum ersten Mal nach Saigon kam. Später bin ich öfter hingeflogen, immer über Neckermann. Ich hatte dort eine junge Dame kennengelernt… Zuletzt war ich im März 1975 dort, bis 10 Tage vor dem Fall der Stadt, bzw. wenn man so will, vor der Befreiung. Es war ja abzusehen, dass in Kürze Südvietnam fallen würde, war hingeflogen, um die Dame nach Deutschland zu holen. Aber sie ist nicht mitgekommen, sie sagte, in dieser schwierigen und ungewissen Zeit könne sie ihre Mutter nicht allein lassen. Die US-Soldaten hatten Südvietnam schön länger verlassen, es gab nur noch ein paar US-Berater dort. Die US-Soldaten benutzten in Vietnam eigenes, auf Dollar lautendes Geld, von 5 Cents bis 20 Dollars. Diese Noten wurden dauernd gewechselt, alle paar Monate, wenn wieder eine größere Menge in die Hände der Vietcong gefallen war. Als die Amerikaner das Land verließen, ließen sie Unmengen der letzten beiden Serien zurück. In Saigon hatte sich rumgesprochen, dass ein Farang diese ungültigen Noten aufkaufte. Wer solche Noten hatte, setzte sich auf eine Decke an den Straßenrand in Saigon und baute stapelweise diese Scheine auf. Ich kaufte so viele dieser Scheine im Orinalbündel (noch mit Banderole), wie ich konnte, 1 Päckchen von 100 Stück kosteten jeweils 1 US $. Dann rief die deutsche Botschaft mich im Hotel an und meinte, ich solle jetzt schnell zurückfliegen, sie würden auch das Land verlassen. Was ich tat, schweren Herzens allein.

Zurück zu Hause ging ich auf eine Börse, veranstaltet von einem numismatischen Klub in Heidelberg, wo viele US-Soldaten stationiert waren. Ich mietete einen Tisch und legte unter anderem einen Satz dieser Military Payment Certificates aus. Ein Amerikaner -nachher stellte er sich als Händler raus- kaufte den Satz. Ich legte einen weiteren Satz raus. Als der Amerikaner wieder vorbeikam, kaufte er auch diesen Satz. Er fragte, ob ich davon noch mehr habe. Ja, sagte ich, ein paar Sätze hier, zu Hause viele. Er fragte, woher ich komme, und meinte, er würde vorbeikommen und alle kaufen, die ich hätte, allerdings zu einem deutlich besseren Preis. Darauf habe ich mich eingelassen, leider. Im Einzelverkauf hätte ich mit der Zeit viel mehr Geld verdienen können. Aber so ging es mir oft. Ich war zu ungeduldig, wenn einer kam und alles nahm, habe ich meist zugesagt. Und immer bereut.
 
.... in den letzten 21 Monaten, seitdem man meine Krebskrankheut erkannt hat und behandelt, haben allein die Medikamente 13 x 13.500 €, 6 x6,500 € und 4x 5500 € gekostet, zusammen also 236.500 €-
Die Kosten gehen schon in Richtung der neuartigen Immun-Therapie. Eine Angehörige von mir hat damit bisher zumindest keinen Wachstum der Tumore erzielt. Allerdings gibt es auch Nebenwirkungen wie geschwollene, schmerzhafte Gelenke.
 
Auch der Taxifahrer, der mich fast täglich abholt, machte ein sehr trübsinniges Gesicht. Aber ihn plagen Geldsorgen. Seine Frau hat bringt praktisch kein Geld. Sie arbeitet auf dem Golfplatz und trägt den Spielern die Sachen nach. Aber da im Moment Regenzeit ist, spielt kaum jemand Golf. Außerdem ist sie jetzt zu ihrer Mutter, ich glaube im Isaan, da diese sehr krank ist. Er hat 3 Söhne, 2 erwachsene von einer 1. Frau, einen jüngeren von der 2., den muss er durchfüttern und versorgen. Normalerweise steht er im Central, wo 10 Taxis warten. Oft ist es so, dass er am Tag einen einzigen Kunden hat, wenn er Pech hat, 200 Baht, wenn er Glück hat, 500 Baht.

Verständlich, dass er da jammert
Wenn seine Frau als Caddy -der begehrteste Job der Mädels dort, statt Getränkeschubsen, Platzwalzen, Reparieren und Grashalme mit der Schere schneiden ;-)- auf einem von Touristen frequentierten Golfplatz arbeitet, dann bringt sie nämlich täglich mehr mit nach Hause als er, als 350 am Tag. Und zwar zusätzlich an Trinkgeld

Wenn ich da mit Jemanden in einem 2er Flight spiele, gibt's von uns minimum 200 aufwärts extra pro Mädel. Und die bringen ja mind. 3 Flights pro Tag durch
Das gehört für mich zum guten Ton, auch wenn die schon inklusive sind, nachdem beim Klub bezahlt
 
Die Kosten gehen schon in Richtung der neuartigen Immun-Therapie. Eine Angehörige von mir hat damit bisher zumindest keinen Wachstum der Tumore erzielt. Allerdings

Das wären wahrscheinlich individualisiert hergestellte Antikörper, also das, worauf auch die mRNA Forschung eigentlich abzielt
Muss aber nicht sein, auch bei einer konventionellen Krebstherapie können bei uns schnell mal 100-200 Tsd € weg sein, nur medikamental

Kein Wunder bei den Sätzen, die hier abgerechnet werden.
Und übrigens auch was zusätzlich verschwendet und dann allgemein draufgeschlagen wird

Ein Beispiel:
Meine Frau hatte neulich eine Glioblastompatientin, schon mehr oder weniger palliativ, da war eigtl. Feierabend
Die bekam noch etwas an Päckchen Chemo mit. So teuer wie'n Auto, 30.000 € !

Die verstarb aber flott und über die Hälfte des Medikaments für etwa 16.500 € blieb übrig, originalverpackt. Brauchst aber jetzt nicht glauben, dass du das Zeug zurückschicken kannst, was ja logisch wäre. "Wir können nichts zurücknehmen". Oder dann halt sinnvollerweise der Uniklinik zu weiteren Verwendung schenken
Der Oberarzt meinte nur: "Dürfen wir nicht verwenden. Das können Sie wahrscheinlich nur wegschmeissen, Frau Doktor" :piep-piep:

Dann schmeisst man halt 16.500 € in den Medi-Mülleimer. Und da soll sich noch jemand über die hohen Kassenbeiträge wundern ...
 
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Oft kann er sich kein Essen leisten, dann kaut er auf den Blättern des Kratombaums (ต้นกระท่อม) herum, wenn man auf diesen Blättern kaut, aber sie nicht schluckt, vergeht der Hunger.......Die Blätter enthalten psychoaktive Substanzen..... Früher war der Baum in Thailand verboten, ....

Kleine Anmerkung.
An eine handvoll gekochten Reis kommt jeder Thai ran und sei er noch so arm. Diese Blaetter kaut man wegen der psychoaktiven Substanzen, die machen high.
Kratom wurde bis vor 8 Monaten ebenso wie Marihuana als Droge der Kategorie 5 eingestuft.
 
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Vor 46 Jahren ist meine Frau nach Deutschland gekommen! Am 6.Okt. 1976 war an der Thammasat Uni bekanntlich das große Massaker an Studenten. Meine Frau und die nächstjüngere Schwester haben in jenen Tagen Gott sei Dank nicht an der Thammasat Uni selbst demonstriert, sondern auf dem Sanam Luang an einem „Sit-in“ teilgenommen. Es richtete sich gegen die vom König Rama IX erlaubte Rückkehr des unsäglichen Thanom Kittikachorn. Der war unmittelbar nach seiner Rückkehr in ein Kloster gegangen und sogleich als Mönch ordiniert worden, einem Mönch etwas anzutun, wagt kein Thai.. Danach hatte ihn König Bhumipol im Tempel besucht. Dagegen richteten sich die Proteste. Bei dem Sit-in am Sanam Luang erschienen plötzlich Hubschrauber und schossen in die Menge. Es gab Tote und Verletze, meine Frau und ihre Schwester flohen in panischer Angst. Später sahen sie in Bäumen aufgehängte Menschen. Damals haben die beiden beschlossen, sofort das Land zu verlassen, in einem solchen Thailand wollten sie nicht mehr leben!. Ich selbst hatte meine spätere Frau schon kennengelernt und flog nach Bangkok, um zu sehen, ob was draus wird. Mein Flugzeug war am 6. 10. nach Bangkok unterwegs, auf einmal hieß es, es ist nicht sicher,ob wir in Don Meuang landen könnten, eventuell würden wir nach Penang geflogen. Doch konnten wir landen.

Meine Frau hatte ursprünglich nach Neuseeland gewollt, zum Weiterstudium. Ich konnte sie jedoch umstimmen, wobei ein Argument sicher auch war, die Uni sei in Deutschland praktisch kostenlos. Sie hatte zwar Bedenken, weil sie zwar Englisch, aber kein Deutsch konnte. Ich machte ihr aber klar, dass Sie an der deutschen Uni erst ein Jahr lang (kostenlos) Deutsch lernen könne bzw. müsse. Ich habe sie dann in einem von Nonnen geleiteten Studentenwohnheim in Bonn untergebracht. Die Kosten zahlte Somsak, ihr Schwager, d.h. er streckte alles vor, später hat meine Frau natürlich alles bis auf den letzten Pfennig zurückgezahlt. Dieser Somsak, damals ein reicher Pinkel, hatte, wie ich später erfuhr, auch Erkundigungen über mich eingezogen, ob ich „eine seriöse Person“ sei. Nachdem sie den Deutschkurs abgeschlossen hatte, sind wir nach Bangkok gefahren und haben -ohne die Eltern zu fragen- geheiratet. Beide Eltern hätten nämlich Bedenken. In Thailand heiraten war damals höchst einfach: Man ging auf ein beliebiges Standesamt und sagte, man wolle heiraten. In unserem Fall prüfte der Standesbeamte meine Papiere oder er tat so, dann sagte er, es fehle die Verdienstbescheinigung meines Arbeitgebers. Aber mit einer kleinen Geldsumme könne man darüber hinwegsehen. Ich zückte schon mein Portemonnaie, aber meine Frau sagte, kommt nicht infrage. Am nächsten Tag gingen wir zu einem anderen Standesamt, hier fehlte nichts, wir waren in wenigen Minuten verheiratet. Die Urkunde kostete 25 Pfennige. Das war alles. Ich habe ein Telegramm an meine Eltern geschickt, dass ich geheiratet habe, wr sind dann nach Trang zu den Eltern meiner Frau gefahren, habern dort von der Heirat berichtet. Sie mussten es akzeptieren und ich wurde, wenn auch mit Bedenken, „in die Familie aufgenommen“. Wir machten eine Art Hochzeitsreise, wie fuhren mit Bussen von Trang nach Singapur und -auf einer etwas anderen Strecke wieder zurück. Den Schwiegervater nahmen wir mit. Unterwegs besuchten wir seine Verwandten in Penang, wo wir herzlich aufgenommen wurden und ein paar Tage blieben. Mein Schwiegervater ist leider ein paar Jahre darauf schon gestorben. Eigentlich wollten wir zusammen nach China, genauer in die Provinz Fujian (in Thailand sagt man Hokkien), wo er herstammte. Aber das klappte nicht mehr. Gehirnschlag. Leider.



Heute habe ich in unserer Siedlung, am Rande des „Fitnessparks“, wie es etwas großspurig heißt, einen Baum mit sehr schöner Stammbasis (Wurzeln kann man nicht sagen) fotografiert und ich nehme die Gelegenheit war, ein paar weitere Bäume mit interessanter Basis aus Südthailand hier zu zeigen.
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Gerade erfahre ich, dass Höang, eine jüngere Schwester meiner Frau, angerufen hat. Sie arbeitet, wie hier schon mal berichtet, seit ewigen Zeiten als Managerin im Hotel Royal am Sanam Luang in Bangkok. Sie berichtete, da das Hotel von wenig Kunden frequentiert wird, habe man die Gehälter aller Angestellten um 30% gekürzt! So wurden bei ihr aus monatlich 20.000 Baht nur noch 14.000 Baht. Für Höang ist das nicht so wichtig, denn sie hat noch andere Einnahmequellen. Aber für die einfachen Angestellten ist das schwierig, manche von ihnen haben geweint, weil sie denken, nicht über die Runden zu kommen.



Nun will ich noch ein weiteres Feld zeigen, bei dem ich insgesamt ganz gut Geld verdient habe. Gleich beim ersten Besuch in Ostasien sah ich in Saigon und Hue „Höllengeld“. Das sind geldähnliche Scheine, die für die Seelen der Toten verbrannt werden. Diese „Gongtek“ genannte Sitte ist Anfang der Republikzeit (nach 1911) in China entstanden. Jeder Ort hat andere Typen, jedes Jahr werden neue Scheine entworfen. Und alle Chinesen, ob in Singapur, Vietnam oder Thailand, benutzen diese Scheine. Mao Zedong hat mal versucht, diese Sitte als Aberglauben in China zu unterbinden, der Druck wurde für den Gebrauch in China streng verboten, aber größere Druckereien mussten diese Scheine für den Export an Chinesen anderer Länder drucken. Man brauchte ja Devisen. Aber die Leute auf dem flachen Land, noch abergläubischer als die Städter, schnitzten Druckplatten aus Holz, von denen sie per Hand einfarbig rote Höllengeldscheine druckten. Früher, as es noch kein Internet gab, druckte man 20-30 verschiedene Scheine, tat sie in ein Musteralbum, schickte Verkäufer nach Singapur, Malaysia, Bangkok usw. und bot sie den Großhandelsgeschäften dort an. Ich traf manchmal solche Verkäufer und kaufte ihnen so ein Musteralbum ab. Die Scheine kosteten fast nichts, etwa 1 Cent pro Stück. Es gab aber Sammler, die 1 DM dafür bezahlten! Sammler, die selber nicht nach Ostasien fahren konnten. Insgesamt lernte ich 10 solcher Sammler kennen, die ca. 40 Jahre lang von diesen Scheinen alle kauften, die sie noch nicht hatten. . Auf meinen Fahrten-jeweils in mehrere Länder Ostasiens- fand ich durchschnittlich 250 verschiedene Höllengelder, von denen ich für praktisch nichts jeweils ein Päckchen von 60-80 Stück erwarb. Wieder zu Hause bot ich sie den weltweit (Europa, USA, Australien) verteilten 10 Sammlern an, Stück 1 DM, bei 250 verschiedenen waren das jeweils 250 €, mal 10 = 2500 €. Viele haben gelacht, das ist doch nur Kleinvieh! Hat man gesagt. Sie haben nicht das Potential, das in den Höllengeldscheinen steckt, erkannt. Außer den Einzelscheinen habe ich auch Sätze von 10, 50, 100, später gar 1000 verkauft, natürlich viel billiger, aber immerhin. Meine eigene Sammlung umfasst 20.000 verschiedene Scheine! Um die Scheine bekannt zu machen, gab ich eine Art Zeitschrift, die „HELL BANK NEWS“ heraus, wo Neuheiten vorgestellt und Motive auf den Scheinen erklärt wurden. Alles aber nur per Hektografie, kein hochwertiger Druck.

Meine Frau hatte dann die Idee, Druckereien solcher Noten aufzusuchen und von den Scheinen auch ganze Druckbögen zu erwerben. In Trang gab es eine solche Druckerei. Diese Bögen -sie wurden mir kostenlos überlassen- ließen sich gut verkaufen, Stück 10 DM, denn kein anderer hatte sie.



Das Britische Museum in London hatte auch eine Sammlung, ca. 500 Scheine, und sie waren sehr stolz darauf. Ich hatte eigentlich mit einer Frau Helen Wang, Leiterin der numismatischen Abteilung am Britischen Museum, ausgemacht, dass ich meine Sammlung ihnen vermache, wenn ich zu sammeln aufhöre. Denn ich wollte, dass die einmalige Sammlung zusammen- und als „Sammlung Beyer“ erhalten bleibt. Aber als ich vor meinem endgültigen Rüberkommen nach hier die Noten zum Britischen Museum schicken wollte, schrieben sie mir, die Annahmeregeln für Sammlergegenstände hätten sich geändert, ich müsse eine komplette Liste vorlegen, und jeweils die Herkunft nachweisen! Damit war das erledigt, denn das konnte ich nicht. Eigentlich wäre jetzt die Eremitage in St. Petersburg drangewesen, die hätten alles mit Kusshand übernommen. In der Eremitage bin ich zweimal gewesen, um die dortigen chinesischen Noten zu studieren, beim ersten Mal hieß die Stadt noch Leningrad. Beim ersten Mal wohnte ich in einem Hotel, beim 2.mal diekt im Museum. Aber klar, dass das jetzt wegen des Ukrainekonfliks nicht geht. Jetzt habe ich die Noten einem Bonner Sammler hinterlassen, unter der Bedingung, dass er die Sammlung im Internet publiziert. Abbildung jeder Note mit Vorder- und Rückseite. Das wird einige Jahre dauern und ich werde die Fertigstellung nicht mehr erleben.
 
Mir gefallen deine Schilderungen.
Du bist praktisch ein selten anzutreffendes, vom Aussterben bedrohtes Exemplar hier, davon würd ich mir mehr wünschen 👍
 
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