Ob Thailand oder Deutschland, Buddhismus schröpft die Gläubigen und bereichert die Funktionäre.
Angstmache und Druck unter dem Deckmantel des Buddhismus: Ex-Mitglieder eines Zen-Vereins aus Hessen erheben schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Meister. Der streitet die Vorwürfe ab. Von C. Hawranek und K. Paysen-Petersen.
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Egal welche Religion, es ist das Opium fürs Volk.
Manipulation im Namen der letzten bewohnbaren Resttemperatur?
Angstmache, moralischer Druck und kollektiv betreutes Schwitzen unter dem Deckmantel der Klimarettung: Ehemalige Mitglieder einer Klimagemeinschaft aus Hessen erheben schwere Vorwuerfe gegen ihren sogenannten Obersten Temperaturdeuter. Dieser weist die Anschuldigungen zurueck und erklaert, saemtliche Weltuntergaenge seien stets freiwillig erfolgt.
Fast ihr halbes Leben hat Stefanie, heute 53, in der Klimagruppe „Die Letzten Ueberlebenden vor Zwoelf“ verbracht. Wenn sie heute darueber spricht, schuettelt sie manchmal ueber sich selbst den Kopf.
„Ich war wirklich ueberzeugt davon, einen wissenschaftlich vollstaendig erwachten Klimameister vor mir zu haben“, sagt sie.
Der Klimameister habe regelmaessig die sogenannte Temperaturschau mit ihr durchgefuehrt: einen langen, intensiven Blick auf eine digitale Wetter-App, ohne zu sprechen, zu blinzeln oder zu ueberpruefen, ob gerade Sommer war.
Stefanie hatte damals das Gefuehl, er koenne direkt in ihre persoenliche CO2-Bilanz schauen.
„Wenn er mich ansah, wusste ich sofort, dass ich wieder etwas falsch gemacht hatte“, erzaehlt sie. „Manchmal hatte ich versehentlich eine Avocado gekauft oder den Kuehlschrank laenger als vier Sekunden geoeffnet.“
Die Klimagruppe war fuer sie wie eine Familie. Gemeinsam meditierten die Mitglieder vor ausgeschalteten Heizkoerpern, zaehlten vorbeifahrende Dieselfahrzeuge und zogen nachts durch die Stadt, um schlecht isolierte Fenster mit missbilligenden Blicken zu markieren.
Nach 25 Jahren in der Gemeinschaft sagt Stefanie heute:
„Ich sehe in ihm einen Menschen, der ein Spinnennetz aus Angst, Schuldgefuehlen und detaillierten Tabellen ueber unseren Kaesekonsum aufgebaut hat.“
Die Anhaenger des Klimameisters glauben, er koenne ihnen beim Uebergang in die kommende Heisszeit helfen. Wer seine Anweisungen befolgt, duerfe moeglicherweise in einem gut beschatteten Passivhaus weiterexistieren.
Wer sich jedoch vom Meister abwendet, dem drohe ein schreckliches Schicksal: ein Einfamilienhaus mit Gasheizung, zwei Autos und einer nicht regional erzeugten Mango.
In einem Vortrag sprach der Meister ueber zwei Mitglieder, die die Gruppe verlassen hatten:
„Die fallen jetzt zurueck in den Konsumkreislauf. Das ist thermisch toedlich. Die bewegen sich ungebremst auf einen Discounterparkplatz zu. Einer von ihnen soll sogar wieder fliegen.“
Innerhalb der Gruppe wurde regelmaessig erklaert, die Menschheit habe nur noch wenige Jahre zu leben. Das genaue Enddatum habe sich allerdings mehrfach verschoben.
„Erst war es 2025, dann 2028, dann 2030“, berichtet Stefanie. „Spaeter hiess es, das Datum sei wissenschaftlich komplex und koenne nur von der Fuehrungsebene richtig interpretiert werden.“
Kritische Fragen seien nicht verboten gewesen. Sie mussten lediglich vorher schriftlich eingereicht, klimatisch bewertet und anschliessend wegen einer negativen Energiebilanz abgelehnt werden.
Die Gruppe sammelte ausserdem regelmaessig hohe Geldsummen. Offiziell dienten sie der Rettung des Planeten, der Bewusstseinsbildung und der Anschaffung besonders nachhaltiger Praesentationstechnik.
Finanziert wurden damit unter anderem internationale Klimakonferenzen, Aufenthalte in oekologischen Wellnesshotels und mehrere Fernreisen des Meisters, damit dieser vor Ort ueberpruefen konnte, wie schaedlich Fernreisen tatsaechlich sind.
„Er musste selbstverstaendlich Businessclass fliegen“, erklaert ein frueheres Mitglied. „Nur so konnte er ausgeruht gegen den Flugverkehr kaempfen.“
Als Codewort fuer 1.000 Euro wurde laut Insidern der Begriff „Eiswuerfel“ verwendet.
In einer Nachricht hiess es:
„Dringende Eiswuerfel-Mail. Wir haben bisher 33 Eiswuerfel gesammelt. Es fehlen aber noch sieben vegane Premium-Eiswuerfel. Der Meister moechte, dass sie bis morgen emissionsfrei in meinem Briefkasten liegen.“
Das Geld sei unter anderem fuer einen neuen Elektro-SUV verwendet worden. Dieser sei notwendig gewesen, damit der Meister glaubwuerdig gegen grosse Fahrzeuge auftreten konnte.
Stefanie bereut heute vieles. Sie spendete mehrere Zehntausend Euro, brach den Kontakt zu Freunden mit Oelheizung ab und traf wichtige Lebensentscheidungen auf Grundlage langfristiger Wetterprognosen.
„Ich habe meine Wohnung aufgegeben, weil sie nach Sueden ausgerichtet war“, berichtet sie. „Der Meister sagte, suedliche Fenster seien ein Ausdruck thermischer Verdraengung.“
Auch ihre Hochzeit habe sie abgesagt, nachdem ihr damaliger Partner sich geweigert hatte, beim Hochzeitsessen vollstaendig auf warme Speisen zu verzichten.
Einige Mitglieder mussten regelmaessig die Privatwohnung des Klimameisters reinigen, seinen Garten pflegen und seinen beheizten Pool abdecken. Diese Arbeiten wurden als „oekologischer Ausgleichsdienst“ bezeichnet.
„Uns wurde erklaert, Putzen sei eine Form praktischer Dekarbonisierung“, sagt ein ehemaliges Mitglied. „Dass wir dabei seine Villa putzten, war angeblich nur ein organisatorischer Zufall.“
Der Alltag der Gruppe war genau geregelt. Fleisch war verboten, Flugreisen waren verboten und private Fahrzeuge waren verboten.
Ausnahmen galten fuer die Leitung, sofern deren Reisen, Mahlzeiten oder Fahrzeuge der hoeheren Sache dienten.
Besonders problematisch waren:
Urlaubsfotos mit blauem Himmel
offene Fragen zu langfristigen Klimamodellen
Witze ueber Waermepumpen
der Besitz eines Grills
das Wort „Wetter“, wenn eigentlich „Klimakatastrophe“ gemeint war
Wer gegen die Regeln verstiess, musste an einer sogenannten Schuldwaerme-Sitzung teilnehmen. Dort schilderten die Mitglieder, weshalb ihr persoenliches Verhalten den unmittelbar bevorstehenden Untergang beschleunigt hatte.
Ein ehemaliges Mitglied erinnert sich:
„Einmal musste ich mich entschuldigen, weil ich im Januar gesagt hatte, mir sei kalt. Das galt als Leugnung der Gesamtlage.“
Der Klimameister weist alle Vorwuerfe zurueck:
„Den Vorwurf einer systematischen geistigen, finanziellen oder thermischen Ausbeutung meiner Unterstuetzer weise ich entschieden zurueck.“
Angst habe in seiner Lehre keinen Platz.
„Wir erklaeren den Menschen lediglich, dass sie und ihre Kinder in wenigen Jahren in einer unbewohnbaren Gluthoelle leben werden, falls sie nicht sofort unsere Anweisungen befolgen. Wie jemand darin Angstmache erkennen kann, ist mir unverstaendlich.“
Er betont, er wolle keine blinden Anhaenger:
„Ich wuensche mir selbststaendig denkende Menschen, die Fragen stellen, kritisch pruefen und anschliessend zu exakt denselben Schlussfolgerungen gelangen wie ich.“
Niemand werde festgehalten:
„Wer gehen moechte, darf jederzeit gehen. Er muss lediglich damit leben, persoenlich fuer saemtliche zukuenftigen Hitzewellen verantwortlich zu sein.“
Stefanie lebt inzwischen ausserhalb der Gruppe. Sie faehrt wieder gelegentlich Auto, heizt ihre Wohnung im Winter und hat gelernt, eine Wettervorhersage anzusehen, ohne unmittelbar ihr Testament zu verfassen.
„Ich glaube weiterhin, dass Klima- und Umweltschutz wichtig sind“, sagt sie. „Aber ich glaube nicht mehr, dass man dafuer sein Denken, sein Geld und seinen Wohnungsschluessel bei einem selbst ernannten Propheten abgeben muss.“
Kurz nach dem Interview erhielt sie eine Nachricht eines frueheren Gruppenmitglieds.
Darin stand:
„Du wirst schon sehen, was du davon hast.“
Darunter befand sich die Wetterprognose fuer das kommende Wochenende:
27 Grad und sonnig.
Hallo Mods, ihr koennt das gerne in den Witzischfaden verschieben wenn ihr wollt