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Wirklich nur noch 15 Jahre? II

Erstellt von Mr_Luk, 13.03.2007, 10:06 Uhr · 358 Antworten · 21.627 Aufrufe

  1. #151
    Avatar von Merzer

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    Re: Wirklich nur noch 15 Jahre? II

    Mit Sorge beobachten die Klimatologen und Meteorologen in allen Ländern im Westen und im Osten die Anzeichen für eine baldige globale Klimaveränderung durch die Umweltschäden.

    Die Mehrzahl der Gelehrten glaubt heute aufgrund von Anzeichen, daß die Verschmutzung der Atmosphäre eine Temperatursenkung zur Folge haben wird. Die Luftverschmutzung vermindert die Strahlungsenergie der Sonne. Von der Erde gelangt jährlich die ungeheure Menge von 1,6 Mrd. Tonnen Staub in die Atmosphäre.

    Der englische Sachbuchautor Nigel Calder vertritt in seinem Buch ´Die Wettermaschine - droht eine neue Eiszeit?´ (1975) den Standpunkt, daß auch die verheerende Dürre der letzten Jahre in der afrikanischen Sahel-Zone im Zuge globaler Wechselwirkungen innerhalb der "Wettermaschine" mit der zunehmenden Abkühlung im Norden zusammenhängt.

    Auch die japanischen Meteorologen des staatlichen Wetterdienstes in Tokio sehen die Ursache der Trockenperioden (z. B. in der Sahel-Zone) und die verheerenden Überschwemmungen in allen Teilen der Welt in der stetigen Abkühlung der Polargebiete, die seit einem Jahrzehnt beobachtet wird.

    Daß die Trübung der Atmosphäre durch die ständige Zunahme der Aerosole weltweit zunimmt, falls immer mehr Wachstum erfolgt, steht fest. Zahlreiche Messungsergebnisse, die aus den verschiedensten Gebieten der Erde für die vergangenen Jahrzehnte vorliegen, zeigen das deutlich. Die direkte, die Erdoberfläche erreichende Sonnenstrahlung ist heute schon um etwa acht Prozent geringer als noch zur Zeit des Zweiten Weltkrieges.

    Welche Temperatur-Veränderungen sind in den Meeren und an den Polen festzustellen? Steuern wir auf eine neue Eiszeit zu?

    Es ist die einhellige Meinung der Wissenschaftler, daß sich der riesige Wärmevorrat der nördlichen Meeresregion innerhalb der letzten 20 Jahre um fünf Prozent vermindert hat und daß, wie Dr. Rodewald (Seewetteramt Hamburg) in der Zeitschrift ´Umschau in Wissenschaft und Technik´ berichtet, der Abkühlungsgrad seit 1964 immer stärker geworden ist und im Jahre 1972 erstmals einen langen stabilen Mittelwert unterschritten hat. Dem entspricht auch die Feststellung des Geologischen Observatoriums der Columbia-Universität in New York, daß sich seit dem Jahr 1971 die ewige Schnee- und Eisdecke um zwölf Prozent ausgedehnt hat.

    Die Eismassen der Antarktis nahmen in den Jahren 1966 und 1967 um zehn Prozent zu und sie wachsen langsam weiter. Daß dieser Trend sich seitdem fortgesetzt hat, beweist die Mitteilung in der Zeitschrift ´Nature´ vom November 1980. Danach haben Forscher der Universität Maine (USA) festgestellt, daß die Eisgebiete der Antarktis weiterhin größer werden.

    In den letzten 30 Jahren ist die Durchschnittstemperatur der gesamten nördlichen Halbkugel um 0,50 Grad Celsius gefallen. Der geringe Temperaturunterschied hat weit größere Bedeutung, als angenommen werden könnte. Im Jahre 1980 wurde von Wissenschaftlern erneut bestätigt, daß sich trotz des seit dem Jahr 1940 vervielfachten Kohlendioxidausstoßes die Entwicklung zu einem kühler werdenden Klima fortgesetzt hat, was auch durch das Vordringen der Alpengletscher bestätigt wird.

    Die Klimatologen stimmen zumeist darüber überein, daß eine Verringerung der Sonneneinstrahlung von nur einem Prozent genügen würde, um eine Abkühlung einzuleiten.

    Bereits jetzt gibt es Anzeichen dafür, daß der Getreideanbau zurückgedrangt wird. Diese Erscheinung wird sowohl von kanadischen als auch von sowjetischen Wissenschaftlern bestätigt. Gleichzeitig berichten Ornithologen, daß "im Norden ansässige Vogelarten immer mehr nach Süden vordringen". Die Meteorologische Weltorganisation (OMM) in Genf ist besorgt über die Klimaveränderungen und meint, "die Welt hat Anlaß, sich Sorgen für die Lebensbedingungen der Kinder und Kindes-Kinder zu machen".

    Wie ernst die Situation angesehen wird, kann daraus geschlossen werden, daß der US-Geheimdienst der Central Intelligence Agency (CIA), bei prominenten Wissenschaftlern Studien über die Klimaveränderungen in Auftrag gab. Jetzt interessierte man sich intensiv für den freigegebenen Bericht des CIA. Dort wird kurz und bündig erklärt, daß "eine neue Eiszeit für uns fällig ist". Prof. Reid A. Bryson, einer der bekanntesten und geachtetsten Klimatologen der Welt, weist darauf hin, daß das Klima in den letzten 50 bis 60 Jahren außergewöhnlich günstig gewesen ist und wir uns auf eine neoboreale oder ´kleine Eiszeit´ zubewegen. "Alle Wissenschaftler stimmen darin überein", heißt es in dem Buch ´Der Klima-Schock´,daß sich unser Wetter, der bedeutendste Faktor für das Überleben der Zivilisation, jetzt ändert zum Schlechteren."

    Erzeugt die Luftverschmutzung durch Gase und Emissionen eher einen erwärmenden Treibhauseffekt?

    Was die Erwärmung der Erde durch das von den Autos, der Industrie und bei Waldbränden ausgestoßene Kohlendioxyd anbetrifft, ist Professor Bryson der Meinung, daß die erwärmende Wirkung vom Abkühlungseffekt der Staubmengen überlagert wird. "Die Erde", sagt Professor Bryson", wäre infolge dieses Staubes noch mehr abgekühlt, als es der Fall ist, wenn es nicht die meßbaren und zunehmenden Mengen von Kohlendioxyd gäbe." Auch die Ergebnisse der Beobachtungen der sowjetischen Gelehrten deuten auf ein Kälterwerden für die nächsten Jahrzehnte. Ebenso vertreten neuerdings deutsche Klimatologen die Auffassung, daß "die seit etwa drei Jahrzehnten beobachtete Klimaverschlechterung und Abkühlung in unseren Breitengraden eher für das Überwiegen solcher Einflüsse als für eine durchschlagende Wirkung des Treibhauseffektes spricht".

    Mit welchen absehbaren klimatischen Folgen ist zu rechnen?

    Das Wetter hat sich gegen die Menschheit verschworen, die Natur schlägt zurück. Die Folgen werden in ihren Anfängen bereits jetzt erkennbar. "Im Laufe künftiger Jahrzehnte", heißt es in dem Buch ´Der Klima-Schock´, "sind uns Dürreperioden und Überschwemmungen, Hurrikane und Tornados und erstickende Schneefälle sicher. Die Klimaveränderung wird Mißernten, Hunger, Wassermangel, Wasserfluten und stark vermehrten Heizaufwand zur Folge haben.
    Das Klima", heißt es im Bericht des CIA, "ist jetzt der entscheidendste Faktor. Die Ernährungspolitik wird zum Problem jeder Regierung werden."

    "In wenigen Jahren", sagt der sowjetische Professor S. Vendrov", haben wir das ökologische Gleichgewicht, das sich in Jahrtausenden entwickelt hatte, gründlich zerstört."

    Stand der Diskussion 1981

  2.  
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  3. #152
    Avatar von x-pat

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    Re: Wirklich nur noch 15 Jahre? II

    @Merzer,

    Ja, diese Diskussion gab es damals in der Tat, allerdings waren die Klimaforscher damals keineswegs "einhelliger" Meinung über das Thema, wie der Artikel zu suggerieren versucht (Quellenangabe wäre schön!). Die Global 2000 Studie, zum Beispiel, warnte in den 80er Jahren schon vor einer globalen Erwärmung. Außerdem enthält der Artikel zwei faktische Fehler - (a) die globale Erdoberflächentemperatur zwischen 1950 und 1980 ist nicht(!) um 0.5 Grad gefallen. Das können wir von den heutigen Messwerten ablesen. (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:20...nom-german.svg) (b) Wir bewegen uns nicht auf eine Eiszeit zu, sondern wir befinden uns in einem interglazialen Abschnitt (dem Holozän) einer Eiszeit.

    Weitere Anmerkung: Aerosole werden natürlich weiterhin produziert und die weltweite Emission ist heute höher als je zuvor. Es scheint jedoch, dass der damit verbundene Abkühlungseffekt durch den anthropogenen Anteil des Treibhauseffekts mehr als aufgehoben wird.

    Cheers, X-Pat

  4. #153
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Wirklich nur noch 15 Jahre? II

    Mich interessiert nach wie vor, wie weit die "politische Dimension" der Klimadiskussion sich ausdehnen kann. Welche Folgen sie haben könnte, - und dies mit und ohne kurzfristigen einschneidenden Klimaeinflüssen.

    1. Was schlagen die Wissenschaftler vor, um einer Klimakatastrophe zu begegnen, wenn politisch geleitete Umweltmassnahmen letzten Endes doch zu spät kommen? Bzw. ist eine globale Erwärmung und die Klimakatastrophe nun eindeutig reversibel oder letzten Endes doch irreversibel?

    2. Wie wird sich der Mainstream der öffentlichen Meinung (und hier kann man sehr wohl von Mainstream reden) - besonders in verschiedenen Bevölkerungsgruppen, und in den verschiedenen Ländern und Erdteilen -entwickeln?

    Was ist beispielsweise, wenn die "Klimafrage" am Ende die Nationen und auch landesinterne Befölkerungsschichten wieder, bzw. noch weiter spaltet? Beispiel: in Manhattan werden Dämme gebaut in Louisiana nicht (oder verspätete) - in den Niederlanden werden Deiche erhöht, von Bangladesh redet keiner.

    3. Wie stehen die Protagonisten der "wirtschaftlichen Globalisierung" zu der Klimadiskussion? Angenomen sie gehen von einer "anthropogenen" Klimaveränderung aus, - was machen die "Freunde der wirtschaftlichen Globalisierung" in dem Fall mit ihrer durchscheinenden Doppelmoral? Gibt es im Härtefall auch eine soziale Globalisierung?

    4. Falls es zu einer oder mehreren Klimakatastrophen kommen wird, und hierbei ist es wirklich gleichgültig woher das Wasser herstammt, das uns bis über den Hals steht (wie von Jemand Anderem bereits bemerkt), - werden dann tatsächlich wieder Geographie und Natur zum "Scharfrichter", zum entscheidenden Faktor über Gedeih' und Verderb? Was wird der "menschliche Kontrollverlust" in weltpolitischer Hinsicht bedeuten?

    Wie wird der "Mensch" (Hiermit ist vor allem die "öffentliche Meinung" gemeint) dann reagieren? Wie lange kann oder will er Hilfsgüter entbehren, die nach Louisiana, dem Amazonasgebiet, Bangladesh, dem Bikini-Atoll etc, etc...(oder wohin auch immer) gehen sollen?

    Die Frage der "sozialen Ungerechtigkeit" im Katastrophenfall (bereits von Kali mehrfach erörtert) ist keinesfalls "linkes Gerede", (wie holprig bemerkt wurde) es könnte zu einem sehr "menschlichen" und pragmatischen Problem werden. Die politische Dimension könnte unter Umständen zweitrangig-, oder aber entscheidend sein. Oder sagen wir so: sie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von allen gleich wahrgenommen werden. Der IPCC ist jetzt bzw. Gestern auch (nachträglich) näher auf das Thema eingegangen, nachdem es jetzt vermehrt aufgeworfen wird und Relevanz bekommt. Allerdings hat er keine politische oder pragmatische Stellung dazu genommen, sondern diesen Umstand eigentlich nur benutzt um argumentativ auf die globale Erwärmung aufmerksam zu machen. Es wurde in dem Zusammmenhang lediglich verstärkt darauf hingewiesen, die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren. Inwiefern der Klimaeffekt dadurch reversibel ist, davon aber kein Wort. Science Mag

    5. Werden wir etwa erst im Fall der "Grossen Klimakatastrophe" sehen, wo wir auf menschlicher (und politischer) Ebene tatsächlich stehen? Wird es tatsächliche eine Rolle spielen ob- oder inwiefern eine Klimakatastrophe auf "anthropogene Ursachen" zurückzuführen ist? Vielleicht ja, aber auf ganz andere Weise als man denkt:

    6. Haben die Hauptverursacher im Fall der "reinen anthropogenen Ursachen" eine Verantwortung gegenüber denen die als erstes oder integral mit "Kind und Kegel untergehen"? Was ist wenn die Frage bis dahin noch nicht geklärt ist, bzw. die Ursachen dann erst recht (bzw. wieder) in Frage gestellt werden. Sogut auf innenpolitischem-, wie auch auf internationalem Niveau!? Werden die angenommen Ursachen dann vielleicht wieder "leicht" den Umständen angepasst?! Irgendwann ist das "wir" haben die Umwelt zerstört vielleicht nicht mehr gültig, - und wird für Manche einfach nur zum "IHR" habt uns im Stich gelassen!

  5. #154
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Wirklich nur noch 15 Jahre? II

    Um nur ganz kurz zu erklären was ich unter epistemischer Perspektive verstand:

    Der epistemische Zugang akzeptiert die unmittelbare, erfahrende Realität individuellen Bewusstseins als Wahrheit, erkennt aber, dass es ebenso viele dieser "Realitäten" gibt wie wahrnehmende Menschen. Die wahre, ultimative Realität wird daher verstanden als die Summe all dieser Perspektiven zuzüglich all dessen, was nicht wahrgenommen wird. Anders als bei den objektivistischen Zugangsweisen, die darauf bestehen, dass wir unsere Subjektivität von unseren Beobachtungen abziehen müssen, um zu einer ultimativen Realität zu gelangen, die die Erfahrung weitgehend reduziert hat, betrachtet die epistemische Perspektive ultimative Realität als alle Sichtweisen zusammengenommen, also als mehrere!
    Quelle, bzw. Link zum Weiterlesen bei Interesse ->

  6. #155
    Avatar von Merzer

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    Re: Wirklich nur noch 15 Jahre? II

    Vielleicht kennen einzelne Benutzer schon diese Seite, auf der sich Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung mit den Argumenten der "Klimaskeptiker" auseinandersetzt und sich bemüht, diese Argumente zu entkräften:

    http://www.pik-potsdam.de/~stefan/al...kommentar.html

    Professor Rahmstorf ist tätig am Institut für Klimafolgenforschung - er beschäftigt sich also mit den Folgen einer (vermeintlichen?) Klimaänderung.

    Auch seine Qualifikation überrascht - er hat sich als Physiker mit der Relativitätstheorie beschäftigt, später dann mit Ozeanographie... also nicht unbedingt Forschungsbereiche, die mit Klimaentwicklung etwas zu tun haben. Nichtsdestoweniger hat sein Wort natürlich Gewicht, und er zählt zu den Forschern, die durch besonder hohe Prognosen auffallen (auch wenn es wie gesagt eher nicht sein Fachgebiet ist, solche Prognosen aufzustellen).

    Nun noch mal eine kurze Erinnerung an die Funktionsweise des "Treibhauseffekts":

    Kurzwellige Sonnenstrahlung fällt ein, wird je nach Oberflächenbeschaffenheit mehr oder weniger absorbiert und dann deutlich energieärmer (also langwelliger) reflektiert. Die langwellige Strahlung hat ein Spektrum von etwa 4 bis 1000 Mikrometern, so daß es zu Absorptionseffekten mit Wasserdampf sowie Spurengasen wie Kohlendioxid, Methan oder Distickstoffoxid kommt (letzteres hat ungefähr die 320-fache Wirkung von Kohlendioxid). Durch die Absorption gehen die Moleküle in einen angeregten Zustand über und strahlen Wärmeenergie ab (die eigentliche Sonnenstrahlung wird aber natürlich nicht zurückgeworfen, wie manche Leute zu glauben scheinen, sondern wird in das All zurückgestrahlt).

    Die Absorptionsbanden von Kohlendioxid liegen in etwa bei 4 und 15 Mikrometern - es wirkt also nur sehr partiell. Zudem überschneiden sie sich teilweise mit denen von Wasser, das mit Abstand den größten Effekt auf die Absorption hat.

    Nun ist ja eines der Standardargumente der Kritiker der vorherrschenden CO2-These, die Absorptionsbanden des Kohlendioxids bei 15 Mikrometer seien schon seit langem weitgehend gesättigt, so daß bereits bei etwa 220 ppm ein spürbarer Anstieg der Absorptionswirkung aufhöre und die Kurve seitdem nur noch sehr langsam der Kohlendioxidkonzentration folge. Bei Labortests wurde festgestellt, daß bei einer Verdoppelung des Kohlendioxidgehalts die Absorptionswirkung nur um etwa 1,5 % stieg (mehr als 100 % können halt nicht absorbiert werden - genauso wenig, wie 10 Meter Styropor ein Haus besser isolieren als 1 Meter... und die Annäherung an die 100 % erfolgt sehr langsam).

    Was schreibt nur Professor Rahmstorf zu dieser These?

    Überraschung Nummer 1:

    Er gibt die Richtigkeit dieser These zu:

    "Die seit Beginn des 20. Jahrhunderts bekannte beinahe-Sättigung der CO2-Absorptionsbanden ist der Grund für die im Vergleich zu anderen Gasen ungewöhnlich geringe Treibhauswirkung von CO2 (pro Molekül)."

    Weiter unten im Text nochmals:

    "Richtig ist, dass die zentrale Absorptionsbande des CO2 fast gesättigt ist."

    Nun als Überraschung Nummer 2 die "Begründung", weshalb die Kohlendioxid-These dennoch richtig ist:

    "Die zur richtigen Berechnung des Strahlungsantriebs von CO2 erforderliche Strahlungsphysik ist seit Jahrzehnten bekannt, gesichert und in der Wissenschaft völlig unumstritten."

    Und weiter:

    "Diese Tatsachen und ein paar simple Abschätzungen mit Papier und Bleistift, ohne jedes Computermodell, reichen völlig aus, um den menschlichen Einfluß auf das Klima mit hoher Wahrscheinlichkeit festzustellen."

    Es ist also alles bekannt und richtig vermessen und muß daher richtig sein - und es ist ein Kinderspiel, all dies mit einem Bleistift in der Hand nachzuweisen.

    Ich frage mich nur, weshalb er dieses Modell dann nicht einfach in seinem Text entwickelt, wenn es denn so einfach ist? Stattdessen räumt er zuerst die Richtigkeit der These ein und "widerlegt" sie dann nicht mit objektiven Fakten, sondern mit dem Hinweis auf die angeblich gesicherte Forschungssituation.

    Wenn der Klimaskeptiker schon mit konkreten Zahlen zur Sättigung aufwartet, weshalb werden diese dann von Rahmstorf nicht mit einem konkreten Verweis auf andere Forschungsarbeiten und ebenso konkreten Zahlen entkräftet? So nach dem Motto, der Forscher X kam ganz konkret auf einen (hohen) Anstieg von X % bei Verdoppelung der Kohlendioxidkonzentration?

    So wirkt die Argumentation in diesem Punkt schon sehr schwach.

    Was spricht nun ganz konkret gegen die Sättigungsthese?

  7. #156
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Wirklich nur noch 15 Jahre? II

    Hi Merzer,

    Zitat Zitat von Merzer",p="469573
    Wenn der Klimaskeptiker schon mit konkreten Zahlen zur Sättigung aufwartet, weshalb werden diese dann von Rahmstorf nicht mit einem konkreten Verweis auf andere Forschungsarbeiten und ebenso konkreten Zahlen entkräftet? So nach dem Motto, der Forscher X kam ganz konkret auf einen (hohen) Anstieg von X % bei Verdoppelung der Kohlendioxidkonzentration?
    Ja, das ist tatsächlich erstaunlich - aber für diese Art des 'Ausweichens' gibt es einen "rhetorischen Fachbegriff" und zwar: "begging the question or the answer", vicious cycle, circular argument. Statt einen brauchbaren Beweis zu liefern, können wir einfach die Schlussfolgerung wiederholen, zu der wir kommen müssen, und hoffen, dass der Zuhörer es nicht bemerkt: Beispiel: "Government ownership of public utilities is socialism. You've just been told that it's dangerous because it is what it is.

    "because it is what it is" kann man auch durch: "Diese Tatsachen und ein paar simple Abschätzungen mit Papier und Bleistift, ohne jedes Computermodell, reichen völlig aus, um den menschlichen Einfluß auf das Klima mit hoher Wahrscheinlichkeit festzustellen." oder in anderen Worten: "das antrophogene CO2 ist die Ursache der Klimaveränderungen und BASTA!" ersetzen.

    Rahmstorf setzt ja noch einen drauf: indem er zuerst die "Sättigungstheorie" an sich bestätigt, scheint er nicht voreingenommen, flexibel und objektiv. Dadurch wirkt die "Schlussfolgerung zu der wir kommen müssen" für das rhetorisch ungeschulte Ohr (bzw. Auge) noch überzeugender!

    Zitat Zitat von Merzer",p="469573
    Was spricht nun ganz konkret gegen die Sättigungsthese?
    Womöglich gar nichts, deshalb muss er auf rhetorische Täuschung zurückgreifen, und hoffen dass die Aussage vom "Mainstreameffekt" gedeckt wird und niemand den (eigentlich offensichtlichen) Trugschluss bemerkt. ;-D

    Unglaublich, dass "Wissenschaftler" auf solche rhetorischen "nasty tricks" zurückgreifen müssen!

  8. #157
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Wirklich nur noch 15 Jahre? II

    Hm, also ich habe diesen Abschnitt nicht gefunden, und ich habe den Link komplettt sehr genau gelesen, ich finde dort nur, dass die zentrale Absorbationslinie fast gesaettigt ist, es aber noch andere gibt.

    @Merzer, kannst du den Abschnitt mal hier reinstellen.
    Hab da wohl etwas ueberlesen, bei dem langen Vortrag.

    Im Uebrigen finde ich die Antworten des Wissenschaftlers sehr kompetent, sachlich und ueberzeugend.

    Sioux

  9. #158
    Avatar von Merzer

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    Re: Wirklich nur noch 15 Jahre? II

    Welchen Abschnitt meinst Du denn genau?

    http://www.dmg-ev.de/gesellschaft/ak...hauseffekt.pdf

    Hier wird auf das Argument der Sättigung eingegangen:

    "Die zweite Behauptung lautet: "Die Absorption in der 15 μ m-Bande ist bereits so stark, daß eine Zunahme der CO2-Konzentration die Durchlässigkeit der Atmosphäre nicht mehr verändert und damit kein Einfluß zu erwarten ist. Die Veränderung in den Flügeln der CO2-Bande sei nach Abschätzungen so klein, daß sie keine Rolle spielen könnte".

    Geantwortet wird, um dieses Argument zu widerlegen:

    "Die Strahlungsflüsse im Zentrum der CO2-Bande haben zwar keinen Einfluß auf die troposphärische Erwärmung, aber sie führen bei einer CO2-Zunahme zu einer stratosphärischen Abkühlung (siehe oben). Bei der Abschätzung des Effekts der Flügel der 15 μ m-CO2-Banden machen die Klimakritiker gleich mehrere Fehler. Besonders gravierend wirken sich bei der von einem Klimakritiker vorgenommenen Messung die Ungenauigkeit im Flügelbereich der CO2-Bande und die viel zu geringe spektrale Auflösung aus. Außerdem wurde bei der Übertragung der Labormessungen auf die Atmosphäre diese einfach als homogen angenommen. Die Absorptionsbanden der klimarelevanten Spurengase weisen - mit Ausnahme der FCKW - unter troposphärischen Bedingungen ein Linienspektrum auf, d. h. es gibt viele Mikrofenster zwischen den Linien. In diesen Mikrofenstern wirkt sich die CO2-Zunahme natürlich auf den infraroten Strahlungsfluß aus."

    Oder allgemein verständlich ausgedrückt - durch die speziellen Bedingungen in der Troposphäre und die dortige Gasmischung (insbesondere mit Wasserdampf) verbreitern sich die Absorptionslinien, angeblich durch Stauchungseffekte. Der Sättigungseffekt der Hauptbande wird aber auch hier nicht bestritten. Wer sich genauer mit der Thematik beschäftigt, wird feststellen, daß weder die genauen Mechanismen der verschiedenen Absorptionsabläufe bekannt sind noch der komplexe Prozess aus Energieabgabe, erneuter Erregung und Konvektion, mit dem die Absorptionsenergie in der Troposphäre wieder in Richtung der Erde weitergeleitet wird. Ich vermisse auch hier wieder eine genaue zahlenmäßige Angabe - es wird von den Skeptikern ja gar nicht behauptet, daß die Nebenbanden überhaupt keinen Einfluß hätten, nur ist dieser Einfluß halt sehr gering (es gibt also keinesfalls einen linearen Anstieg im Sinne von doppelter CO2-Gehalt = doppelte Erwärmung... wobei der weitaus überwiegende Anteil der Erwärmung tatsächlich auf Wasserdampf zurückzuführen ist).

    Wer es ganz genau wissen will, kann sich folgendes Dokument von Prof. Archer an der Universität Chicago durchlesen:

    http://forecast.uchicago.edu/archer....ouse_gases.pdf

    Besonders aufschlußreich:

    "Band Saturation

    The core of the CO2 bend absorption band, between 600 and 800 cycles/cm, looks smooth rather than jagged and it follows a blackbody spectrum from about 220 K. This is about as cold as the atmosphere gets, and if we change the amount of CO2 in the atmosphere, the intensity of light in this range does not get any lower (Figure 4-5). We call this phenomenon band saturation. You can see it in a series of model runs in which the CO2 concentration of the atmosphere goes up from zero to 1000 ppm. The current concentration of CO2 in the atmosphere is about 370 ppm, as we will learn more in Section II. If there were no CO2 in the atmosphere, the atmosphere would be transparent to light of around 700 cycles/cm, as it is in the atmospheric window. Adding the first 10 ppm of CO2 has a fairly noticeable impact on the shape of the outgoing light spectrum, but increasing CO2 from say 100 to 1000 has a somewhat subtler effect."

    Oder kurz gefaßt: schon ab 100 ppm flacht sich die Kurve deutlich ab, ab 300 ppm flacht sie noch stärker ab und verläuft fast parallel zur Absorptionswirkung - sprich: ab einem bestimmten, bereits durch die "natürliche" Kohlendiodproduktion erreichten Grenzwert tut sich aufgrund von Sättigungseffekten nicht mehr viel.

    Der absolut und relativ größte Teil der Absorptionsleistung wird durch Wasserdampf erbracht.

  10. #159
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Wirklich nur noch 15 Jahre? II

    Zitat Zitat von Merzer",p="469655
    Welchen Abschnitt meinst Du denn genau?
    Na, den den du zitierst. Der ist fuer mich leider im Link nicht auffindbar. Bin halt ein bliundes Huhn.

    Im uebrigen betone ich nochmal, dass die Argumentation im Link fuer mich schluessig ist und der CO²-Vorwurf von Luk fuer mich gerade durch diesen Link entkraeftet ist.

    Dennoch haette ich doch nochmal gerne einen Hinweis wo im Link ich denn die zitierten Zeilen finde. :-)

    Sioux

  11. #160
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Wirklich nur noch 15 Jahre? II

    Sioux,
    Zitat Zitat von Sioux",p="469692
    Im uebrigen betone ich nochmal, dass die Argumentation im Link fuer mich schluessig ist und der CO²-Vorwurf von Luk fuer mich gerade durch diesen Link entkraeftet ist.
    Sioux, hier bedienst du dich ja (trotz meiner "Aufklärung") genau der gleichen Argumentationstechnik wie Rahmstorf: du sagst einfach dass der "CO2 Vorwurf von mir" durch den Link entkräftet wird. Du sagst aber nicht einmal welcher "CO2 Vorwurf", bzw. von was genau die Rede ist - und zudem erläuterst du nicht wodurch er genau entkräftet wird.

    Das heißt, du behauptet einfach etwas und hoffst darauf dass es beweislos angenommen wird. Es ist wie es ist, weil ihr gerade gesagt bekamt dass es so ist!

    Mein Eindruck ist übrigens dass Rahmstorf den Gegenbeweis tatsächlich schuldig bleibt.

    Außerdem wurde bei der Übertragung der Labormessungen auf die Atmosphäre diese einfach als homogen angenommen. Die Absorptionsbanden der klimarelevanten Spurengase weisen - mit Ausnahme der FCKW - unter troposphärischen Bedingungen ein Linienspektrum auf, d. h. es gibt viele Mikrofenster zwischen den Linien. In diesen Mikrofenstern wirkt sich die CO2-Zunahme natürlich auf den infraroten Strahlungsfluß aus."
    Hier wird zwar auf die Komplexität der Absorpsionsbanden und auf sogenannte Microfenster zwischen den Linien hingewiesen. Widerlegt wird die "Saturationsthese" der Kritiker dennoch nicht, weder argumentativ schlüssig, noch durch Zahlen. Der Hinweis auf die Komplexität der Lichtabsorbtion, bzw der nichtlinearen Wärmeabgabe in die Atmosphäre, reicht keineswegs aus um die Absorptionsthese des CO2 faktisch zu wiederlegen! Auch ein sehr beliebter argumentativer Trugschluss: man weist zu erst auf eine "vermeindlich falsche Annahme" (hier die Annahme der Homogenität) hin, untresteicht hingegen die enorme Komplexität und Interaktivität von Mechanismen und Ausnahmen, und glaubt das würde ausreichen um es wie einen Gegenbeweis klingen zu lassen! Den eigentlich Gegenbeweis braucht man dann ers gar nicht auszuformulieren oder zahlenmässig zu belegen.

    10% Wissenschaft und 90% argumentative Verpackung?

    Zitat Zitat von Sioux",p="469692
    Dennoch haette ich doch nochmal gerne einen Hinweis wo im Link ich denn die zitierten Zeilen finde. :-)
    Wieder sagst du nicht welche "Zeilen" du genau meinst und nicht findest!

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