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"Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

Erstellt von KLAUS, 17.07.2003, 17:24 Uhr · 116 Antworten · 5.019 Aufrufe

  1. #1
    KLAUS
    Avatar von KLAUS

    "Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

    AUSZUG aus einem Bericht der SOAZ-Ausg. 29/S.19
    Titel:
    "Willkommen im Land des Schreckens"

    Wenn ihre Hoffnungen auf ein gesichertes Dasein in Thailand schon nach kuerzester Zeit zerschlagen worden sind, leben burmesische Fremdarbeiter aufgrund weit verbreiteter Ausbeutung und allgemeiner Voreingenommenheit
    seitens der Thailaender in staendiger Angst.

    Naing Ling, 25, war eines abends auf dem Weg von einer Teestube zurueck zu seiner Fabrik, als er von einem Geschoss im Kopf getroffen wurde.
    Er war auf der Stelle tot.
    Er wurde von einer rassistischen Gruppe Jugendlicher getoetet, wie sie Abend fuer Abend auf Motorraedern durch MAE SOT streifen, um Burmesen zu ueberfallen.
    Wieder ein Toter, es wurde keine polizeilische Untersuchung angestellt, niemand wurde festgenommen - aehnlich wie in den zahlreichen anderen Faellen, bei denen Burmesen ermordet wurden.

    "Wir leben in absoluter Panik", sagte ein burmesischer Arbeiter, der seinen Namen verschwieg, aus Angst, dass man sich an ihm raechen koennte.
    "Die Menschen hier wissen, dass sie mit uns machen koennen, was sie wollen, denn die Polizei kruemmt keinen Finger fuer uns."

    Solche Geschichten hoert man immer wieder in der nach aussen so friedlich
    erscheinenden kleinen Grenzstadt MAE SOT in der Provinz TAK.
    Gegenueber der burmesichen Stadt Myawaddy gelegen, werden in MAE SOT viele billige Arbeitskraefte aus Burma beschaeftigt.
    Die Arbeiter kommen illegal ueber die Grenze, und die Angst festgenommen zu werden, zwingt sie, den Mund zu halten, wenn sie misshandelt, ueberfallen oder beraubt werden.
    Noch mehr fuerchten sie sich vor Misshandlungen in Gefaengnissen oder Auffanglagern und vor einer Zwangsrueckfuehrung nach Burma, wo sie von den burmesischen Behoerden noch brutaler behandelt werden.

    Eine grosse Anzahl von Fremdarbeitern in MAE SOT sind keine Burmesen,
    sondern Angehoerige ethnischer Minderheiten, wie der MON oder der KAREN, die nicht nur wegen bitterster Armut, sondern auch vor den vom burmesischen Militaer an ihnen veruebten Greueltaten gefluechtet sind.

    ...routinemaessige Erpressung durch die Polizei ist wohl die mildeste Form der systematischen Ausbeutung, die diese menschen erdulden muessen.
    Von den geschaetzten 100.000 burmesischen Arbeitern in MAE SOT sind etwa nur die Haelfte registriert.

    (Gekuerzte Sachdarstellung)
    ...gewoehnlich ziehen die Arbeitgeber die Ausweise ihrer "Angestellten" ein, was eine grobe Verletzung des Arbeitsrechts ist, denn, die Polizei erkennt nicht an, wenn der Arbeitgeber dem Arbeiter nur eine KOPIE seines Ausweises und eine Kopie der bezahlten Registriergebuehr aushanedigt. Das "Katz u. Mausspiel beginnt...!!
    "ZAHLE !! oder Du wirst in Dein Heimatland abgeschoben!
    (Anmerkung, hier handelt es sich um ordentlich registrierte Arbeiter, nicht um Illegale!)
    ...Die meissten Arbeiter haben schon grausige Geschichten von Folterungen und 5exuellen Belaestigungen aus Gefaengnissen und Lagern
    gehoert.
    ..."Wenn ich einen polizisten sehe, fange ich an zu zittern und breche in Schweiss aus"...
    ..."Maener und Frauen mit Kindern koennen einfach deportiert und deren familien auseinandergerissen werden"...

    Diejenigen, die besser bezahlte Jobs suchen, muessen illegalen Vermittlern
    uebertrieben hohe "Gebuehren" zahlen.

    Arbeiter die protestieren werden mit Abschiebung und schlimmerem bedroht...
    ...schon mehrere burmesische Arbeiter sind einfach von der Bildflaeche verschwunden...
    ...die einfachste Art, Fremdarbeiter verschwinden zu lassen, ist die Verbrennung ihrer Leichen auf alten Autoreifen...
    Wenn sie nach monatelanger Arbeit nach ihren Lohn fragen, weigert sich oftmals der Arbeitgeber zu zahlen, was natuerlich zu Streitigkeiten fuehrt...
    Der Arbeitgeber heuert dann ein paar Killer an, die fuer wenig Geld die "Stoerenfriede" beseitigen und die Leichen verschwinden lassen.

    Im Januar 2002 wurden 17 burmesische Einwanderer getoetet und ihre Leichen in einen Fluss in MAE SOT geworfen.
    Die Behoerden liessen die Leichen im Wasser treiben bis sie burmesisches Gebiet erreicht hatten und ersparten sich auf diese Weise die Muehe,
    die Morde zu untersuchen.

    "Burmesische Arbeiter werden automatisch in einem schlechten Licht
    gesehen:
    Sie sind Krimminelle, stehlen Thailaendern ihre Jobs,
    schleppen Krankheiten ins Land, sie sind eben Thailands Feinde..."

    ...Da viele Ortsvorsteher(kamnans) und ihre Untergebenen, wie z.B. die Verteidigungsvolontaere der einzelnen Ortschaften, selbst Erpresser und Menschenhaendler sind, ist Machtmissbrauch ein weit verbreitetes Uebel,
    undzwar nicht nur in MAE SOT, sondern in allen Teilen des Landes, wo burmesische Arbeiter beschaeftigt werden. berichtet wird noch von vielen anderen Gruppenmorden in Thailand...
    ...das waren nur Ausschnitte,
    besonders zu beachten waere in diesem Artikel der Bericht ueber das Schicksal der 18-jaehrigen MA SUU, die nur gerade ueberlebte um ihre Geschichte zu erzaehlen, dann starb sie an den Folgen ihrer Misshandlungen , die bis heute ungesuehnt blieben.
    Ueberschrift:
    "Das schreckliche Ende eines unschuldigen Opfers"
    -----------------------------------------------------------
    Hintergruende/Meinung:

    Thailand,
    ein von Korruption beherrschtes Staats- und Gesellschaftssystem, eine Gesellschaft gepraegt von rassistischen Einfluessen, gepraegt durch geschichtlich bedingten Hass( z.B. auf Burmesen), ist nicht in der Lage,
    sich eine humane Gesellschaft aufzubauen, eine Gesellschaft , die Minderheiten achtet, und eine Gesellschaft, die sich nicht nur Rechtsnormen schafft, sondern von staatswegen durchsetzt, aber genau da fehlt der Wille der Maechtigen dieses Landes, das durchzogen von mafioesen Strukturen
    bis ins kleinste Dorf, unfaehig ist und sein wird, entscheidenen Aenderungen in absehbarer Zeit vorzunehmen, trotz scheinheiliger "Kampagnen" die ablenken sollen , besonderes dem Ausland suggerieren sollen, dass Thailand Veraenderung anstrebt im Sinne Internationaler Rechts- und
    Voelkerrechtsnormen.
    Eine Gesellschaft, wo Menschenleben so gut wie nichts Wert sind, wo das beste Rechtsmittel der Mord ist, was soll aus dieser Gesellschaft hervorgehen?!
    Ich denke, jedes Volk hat irgendwie "politisch und/oder krimminell fehlgeleitete Menschen", die sich rassistisch oder anderweitig gesellschaftwidrig Verhalten, das schlimme hier in Thailand ist, hier ist es der Staatsapparat, deren Repraesentanten, Polizei/Justiz/Verwaltung also Strukturen, die Verhindern sollen das Verbrechen und Unrecht geschieht, werden zu Taetern und Mittaetern !

    Das andere Thailand ist fuer die, die hinter diese Kulissen sehen koennen, nicht nur ein "Land des Laechelns"...!!
    Fuer die Burmesen, fuer die 100.000den Menschen der vielfaeltigen Minderheiten, ist es oft ein "Land des Schreckens"....!! Ich frage mich aber auch, was tut die internationale Oeffentlichkeit, die Politik, sie schauen zu!..
    ...schweigend..
    ...und sie machen sich mitschuldig !
    ----------------------------------------------------------
    Gruss
    Klaus
    PS:
    Wenn man mich nun fragt, warum ich das hier reinsetze?
    Kann ich nur antworten, ich moechte nicht schweigen
    und ich moechte das andere nicht schweigen...!!
    ---------------------------------------------------

  2.  
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  3. #2
    Avatar von alhash

    Registriert seit
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    Re: "Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

    Finde ich voll in Ordnung, daß Du das hir mal zur Sprache bringst, Klaus. Das ist aber nicht nur in Thailand ein Problem, erst kürzlich habe ich etwas über Indonesien gelesen, wo auch nicht bessere Zustände herrschen. Die Repression gegen Minderheiten scheint alltäglich zu sein, auch hier in Europa. Ich finde es wichtig, daß solche Berichte immer wieder erscheinen, nur so können sich die Leute ein Bild von der Lage machen (sofern sie es wollen) und werden von ihrer eindimensionalen Betrachtungsweise hervorgerufen durch einseitige Presseberichte usw herunter geholt.

    Natürlich stellt sich die Frage für den einzelnen, was kann er dagegen tun. Eigentlich wenig wie ich finde, zu unbedeutend ist man um Einfluss auszuüben. Gestern gelesen, eine Fotografin aus Kanada wurde in iranischer Haft totgeschlagen, weil sie Fotos von den Studentenprotesten gemacht hatte.

    Weiter so Klaus!

    Gruß
    AlHash

  4. #3
    Avatar von tischtuch

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    90

    Re: "Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

    :bravo:

    Freue mich auf Dich Klaus.
    Gruss
    Ruedi

  5. #4
    Avatar von Micha

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    Re: "Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

    Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?

    Das deutsche Sendungsbewußtsein scheint eine nie ganz ausrottbare Volksseuche zu sein.
    Oder denken wir vielleicht es sei normal, sich in anderer Länder Angelegenheiten mischen zu können ?

    Auch wenn in Deutschland viele andere das Sagen haben, sollten wir diese Tatsache als Folge der Deutschen Geschichte sehen und nicht daraus das Recht ableiten, ebenfalls andere belehren zu dürfen.

  6. #5
    Avatar von alhash

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    4.824

    Re: "Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

    @Micha,

    findest Du es in Ordnung, wenn Menschen für ein paar Baht umgebracht werden, oder ihre Menschenrechte mit Füßen getreten werden? Gerade unsere Geschichte sollte uns zu denken geben, denn auch damals hatte man den Mund gehalten und die Augen geschlossen. Warum soll niemand seine Stimme erheben, wenn ein Staat die Menschenrechte missbraucht? Geht uns nichts an? Vielleicht kommt der Tag, an dem sie Treibjagd auf Farangs veranstalten.

    säuerlicher Gruß
    AlHash

  7. #6
    KLAUS
    Avatar von KLAUS

    Re: "Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

    Hi Micha,
    ich kann Deinen Beitrag leider nicht verstehen und nachvollziehen?
    Vielleicht ist es hilfreich, statt, dass Du althergebrachte "Floskeln" wie "Deutsches Sendungsbewusstsein" usw. im Zusammenhang dieses Berichtes naeher erklaerst?
    Zu Deiner Info, der hier abgedruckte Bericht ist, so ich das weis, NICHT aus "Deutscher Feder"....!!

    Weil, unter diesem von Dir benutzten Wort, verstehe ich etwas voellig anderes, was mit diesem Bericht, der aus der Presse ins Deutsche uebersetzt ist und in einer deutschsprachigen Thailand-Wochenzeitung
    veroeffentlicht wurde, wie ich ja oben deutlich am Anfang geschrieben habe.
    Wenn Du meinst, die Berichterstattung und eine Meinungsbildung dazu, ist eine unzulaessige "Einmischung" in andere Angelegenheiten, die nach Deiner Meinung zu unterbleiben hat, ist das als Deine persoenliche Meinung schon zu akzeptieren, und ich lasse das auch deshalb und nicht nur deshalb, wertfrei hier so stehen ohne mir eine Beurteilung anzumassen...!
    Fuer mich (persoenlich) ist es ein Beduerfnis, auch Vorgaenge und gerade Dinge zu berichten, die Menschen betreffen, und Thailaender, Burmesen, Amerikaner, Iraner, Russen,Israelis und Palestinenser und Iren, Schweden und Deutsche.......
    sind fuer mich Menschen!!
    Ich hoffe, ich werde da verstanden??
    Gruss
    Klaus

  8. #7
    Avatar von Micha

    Registriert seit
    28.01.2003
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    15.941

    Re: "Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

    Zitat Zitat von alhash
    findest Du es in Ordnung, wenn Menschen für ein paar Baht umgebracht werden, oder ihre Menschenrechte mit Füßen getreten werden?
    Niemand findet so was in Ordnung.

    Nur wenn ich das Bedürfnis habe, Dreck zusammen zu kehren, dann fange ich damit in den eigenen vier Wänden an.
    Da kommt mehr als genug zusammen.

    Niemals würde ich kehren und Dreck suchen in einem Haus in dem ich zu Gast bin.

    Das ist nämlich der nicht ganz unbedeutende Unterschied dabei.

    Wie unendlich selbstbewusst und überlegen muss sich jemand vorkommen der so agiert ?

    Aber genau das ist die Deutsche Eigenschaft, die uns bei unseren Nachbarn so „beliebt“ sein lässt.

  9. #8
    KLAUS
    Avatar von KLAUS

    Re: "Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

    Hi Micha,
    eine Frage habe ich:
    Um was geht es Dir bei Deinen Postings?
    Geht es darum uns(mir) und anderen Schreibern zu diesem Thema mitzuteilen, dass wir als Deutsche nicht faehig sind das Weltgeschehen zu erfassen und es uns nicht erlaubt ist, als Deutscher eine Meinung zu einem Thema zu haben und wenn dann doch, dieses oeffentlich zu machen??
    Ich meine, wenn ein Schweizer oder Oestereicher oder Daene das geschrieben haette, waere das fuer Dich dann ok und Du haettest nicht so geantwortet, sondern anders, oder garnicht, aber wenn ja, wie haettest Du das Thema behandelt?

    Oder geht es Dir dabei um was ganz anderes, was Du noch garnicht an gesprochen hast??
    Und , um auf Dein erstes Posting zurueck zukommen, wo entdeckst Du da eine "Belehrung"...
    und wer sollte belehrt werden??
    Gruss
    Klaus

  10. #9
    Avatar von Micha

    Registriert seit
    28.01.2003
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    15.941

    Re: "Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

    Hallo Klaus,

    so weit ich weiß, lebst Du schon eine ganze Weile in Thailand.

    Also möchte ich Dir mal unterstellen, dass Du mit der Kultur, Sprache und Denkweise der Menschen in Thailand gut vertraut bist.

    So dürfte es für dich nicht allzu schwer sein, herauszufinden was Deine Gastgeber von derlei Veröffentlichungen Ihres Gastes halten.

  11. #10
    pef
    Avatar von pef

    Registriert seit
    24.09.2002
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    3.974

    Re: "Willkommen im Land des Schreckens" - ein Bericht

    @ Micha,

    auch als "Gast" in einem Land, darf und kann man durchaus objektiv auf Misstände hinweisen. Das zeugt auch davon, dass man sich mit seinem Gastland auseinandersetzt und nicht nur darin lebt, bzw. seinen Lebensabend verbringt. Man kann das auch etwas überspitzt in einem Spruch ausdrücken:

    "Widerborstigkeit ist ein Zeichen von Lebendigkeit,
    denn nur tote Fische schwimmen ständig mit dem Strom".

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