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Wieder mal... bauen in Thailand.

Erstellt von Ralf2209, 21.02.2012, 21:39 Uhr · 26 Antworten · 7.773 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von antibes Beitrag anzeigen
    Ist ja völlig unwahrscheinlich, dass die Beschaffenheit des Bodens vom Statiker nicht berücksichtigt wird.
    Kennt Ihr eigentlich den knochenharten Boden des Korat Plateaus, des Isaans nicht? Der Statiker ist in Personalunion auch orbortor, der kennt seine Pappenheimer. In diesem Falle den Boden im Landkreis.
    Habe vor gut 2 Wochen einem Freund aus Thailands Süden unsere Reisfelder, aber auch unseren großen Garten vor dem Haus gezeigt. Da wächst kein Gras, wenn man da nicht aufpaßt. Der Boden verdichtet sich zu einer knochenharten Masse. Baggert man später etwas aus, dann sieht einiges wie neu geschaffene Steine aus.
    Warum? Auf dem Reisfeld kann man es ganz deutlich sehen. Der Boden ist mehr Staub als Erdreich, so wie wir es aus WE her kennen. Und die Rote Sonne des Isaans - die Tawang Deng - ist deshalb so rot, weil es in Wirklichkeit die Staubschicht in der Luft ist, die die untergehende Sonne so rot erscheinen läßt.
    Und schließlich: Mitglieder hier - wie z.B. Teddy - haben schon oft darauf verwiesen, was man erst alles in den Boden hineinstecken muß, dass der endlich mal humushaltig wird. Das machen aber die wenigsten Thai hier. Bei immer kleiner werdenden Grundstücken für Häuser wird jedes Flecken zubetonniert. Und so groß ist der Unterschied auch gar nicht.

    Übrigens, die 32 Loecher für die Saulenfüße, die bei mir ca. 1.40 tief gegraben werden mußten, da hat kein Isaanie je Hand angelegt. Das wäre wirklich zu anstrengend. Diesen Job machen ausschließlich herumwandernde Burmesen-Truppen, die so weit ich mich erinnere ca. 200 Baht pro Loch bekamen. War nicht meine Angelegenheit, weil alle Lohnkosten vertraglich in einer großen Summe vereinbart waren. Die Leute machten die 32 Loecher. Und waren weg. Habe auch nie eine einzige Schweißperle auf deren Stirn gesehen. So etwas von drahtig, selten gesehen.
    Und die Loecher waren unten alle in einem harten Lehmboden. Ist ja auch klar. Ohne Lehmboden unten in der Erde gäbe es keinen Reisanbau im Isaan. Dann wären nämlich die Paddies voll mit Mutterboden und der Regen würde tief in die Erde versickern und die gesääten Reiskoerner würden verdursten, weil die Badewanne unten nicht dicht ist.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Nokgeo

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    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen

    Wie tief die Stuetzen versenkt , haengt von der Beschaffenheit des gewachsenen Erdreichs ab.
    Beim Nachbarland von uns, wurden die Pfeiler per Ramme gesetzt..

    Hatte mich gewundert, warum die Pfeiler alle unterschiedlich rausstanden..nach der Action..

    Grund: unterschiedliche Bodenbeschaffenheit / Festigkeit.

    Machine hat also einen festgelegten / möglichen .." Bums ".

  4. #13
    Avatar von waanjai_2

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    Dieser thread hier, wird mir zu "theorie-lastig", wie wir als Studenten formulierten. Jede Menge Kommentare und gute Ratschläge, jedoch kein einziger Erfahrungsbericht.
    Habe mich also entschlossen, hier zumindest die hauptsächliche Bauweise der Säulenfundierung von Häusern im Isaan darzustellen. Der Ausgrabung von rechteckigen Loechern bis tief in den seit Jahren verdichteten Boden vor jeder Aufschuettung zum Zwecke der Nivellierung des Grundstücks zur Hoehe der nächsten Staatsstraße. In zwei Strophen ohne pure Theorie.

    Strophe eins: Vorbereitende Maßnahmen.
    Bevor das erste Loch für die Säulenfüße gegraben wird, fangen die Frauen der Bauarbeiter damit an, die eigentlichen Säulenfüße zu modellieren - aus Monniereisen. Nachdem jede Menge Stangen geschnitten und am Ende gebogen wurden, werden diese nun mit Draht miteinander fest verflochten. Ist später der Stahl-Teil der gegossenen Säulenfuß-Platte.



    Während das anläuft - es müssen von diesen Matten 32 Stück erstellt werden - kommen am nächsten Tag die Burmesen und heben zu 6 Personen die quadratischen Loecher aus. Mit ihren Hacken.



    Natürlich wird die Tiefe dieser gegrabenen Loecher nachgemessen. Hier schon nach Applizierung einer 5 cm dicken Betonschicht lt. Bauzeichnung.



    So sieht die "unfertige" Kraterlandschaft nach Aushebung der insgesamt 32 Loecher aus. Alle inzwischen mit einer 5 cm dicken Betonschicht gefüllt.



    Die Monnier-Eisen-Flechter sind inzwischen bei der Produktion der 32 eigentlichen Säulen, die auf die Säulenfüße gestellt werden sollen.



    Da sind min. 7 Leute (Männer und Frauen) mit beschäftigt, die in diese Loecher einzusetzenden Säulenkerne zu flechten.


  5. #14
    Avatar von coolkurt

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    DSCF3356.jpgDSCF3358.jpgDSCF3381.jpgDSCF3384.jpgDSCF3386.jpgDSCF3399.jpgDSCF3418.jpgDSCF3421.jpgDSCF3423.jpg

  6. #15
    Avatar von waanjai_2

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    Strophe Zwei. Es geht um das Zusammensetzen aller Bauteile.

    Zunächst wird eine der geflochtenen quadratischen Stahl-Matten mit kleinem Abstand auf den 5 cm Betonboden aufgelegt.



    Dann wird hierauf exakt zentriert eine der geflochtenen Säulenkerne aufgesetzt:



    Das ganze wird dann mit einer 25 cm starken Betonschicht eingedeckt.



    Die zwei zentralen - und besonders stark armierten - Säulen werden anfänglich noch speziell arretiert während des Trocknungsprozesses des Stahl-Betons.



    Mehr und mehr Säulen werden auf die tief im Boden ausgelegten Stahlmatten aufgesetzt und zubetoniert.



    Um die gegrabenen quadratischen Loecher wieder zuschütten zu koennen, muß nun der Säulenkern so ca. 2 m hoch verschaalt werden.



    Dann kann der untere Teil der Säulen gegossen werden und als nächstes dann die Loecher mit dem ausgehobenen Erdreich wieder gefüllt werden. Erste Aktionen zur erneuten Bodenverdichtung in diesen Loechern beginnen jetzt.


  7. #16
    Avatar von coolkurt

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    Sorry, bin waanjai_2 wohl dazwischen geraten, hier noch der Text zu meinen Bildern.
    Hallo Thailand/Nittaya-Freunde,
    ich dachte zuerst das Thema:"Hausbauen in LOS" ist ja nicht so prickelnd in einem Thaiforum. Aber hier gibt es wirklich gute Infos muß ichwiederholt feststellen. Ich bin noch 1 mal jährlicher Urlauber mit max 4 Wochen Aufenthalt im Bezirk Phitsanulok/Pichit. Das Haus meiner Thai-Freundin entwickelt sich zusehends. Im letzten Aufenhalt habe ich beobachtet, das wohl eine, oder die größte Zuckerfabrik Thailands in unmittelbarer Nähe von Pichit steht. (Für eine Belehrung, ob das so ist, bin ich dankbar) Nun meine Frage zu Hausbau und Garten, ich will ja nicht off topic sein.: In den vorrausgegangenen Post`s wurde der Lehmboden ausgiebig beschrieben: Schön das Zitat von der Badewanne im Reisfeld. Nun wie man auf den Fotos hoffentlich erkennen kann, ist auch der Garten meiner Freundin purer Lehm. Auf der Landstrasse begegneten mir dann die vielen hundert LKW``s mit Zuckerrohr und anschließendem Abladen des Abfalls(humus?) in der Nachbarschaft. Der "Humus" aus der Zucherrohrfabrik sah so toll aus, das ich auch gleich 5 LKW geordert habe. Etwas verwundert mußte ich beim "Verteilen" des Humus feststellen, das die schwarze Erde noch sehr heiß war. So wie bei uns in D. der Humus auf der Müllkippe auch "gekocht" wird. Na ja wir haben das Zeugs verteilt und nun nach 3 Monaten frage ich meine Freundin, ob jetzt eine Bepflanzung, und womöglich Thai Rasensaat möglich ist. Sie sagt noch nicht, auf Bilder warte ich noch. Wäre nett von Euch, Eure Erfahrungen dazu zu hören. Nun füge ich die ewntsprechenden Bilder dazu ein. Sorry bin Anfänger.
    Kurt

  8. #17
    Avatar von coolkurt

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    waanjai_2 das sieht ja nach Erdbebensicher aus. Nochmals sorry, das ich dazwischengerutscht bin. Ich wollte nur noch kurz meine Hilfstruppe für die Erdebewegungen zeigen. wie gesagt ich übe.... noch mit dem Einstellen von FotosDSCF3400.jpg

  9. #18
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von coolkurt Beitrag anzeigen
    waanjai_2 das sieht ja nach Erdbebensicher aus. Nochmals sorry, das ich dazwischengerutscht bin. Ich wollte nur noch kurz meine Hilfstruppe für die Erdebewegungen zeigen. wie gesagt ich übe.... noch mit dem Einstellen von Fotos
    Es gibt nichts zu entschuldigen. Schoene Abfolge der Aufschüttung unter Einsatz der 6-Räder (hok-lor) Laster. Wir hatten das so ca. 10 Monate vor Baubeginn schon hinter uns. Wollten allerdings nicht schon excellenten Mutterboden für die Anpflanzung von Rasen aufschütten, sondern normalen Mutterboden. Während des Hausbaus und insbesondere danach kam es noch zu weiteren Aufschüttungen des gesamten Grundstücks, und dann wollten wir auch nach Moeglichkeit "Schwarzerde". Ist leicht teurer.

  10. #19
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Nokgeo Beitrag anzeigen
    Beim Nachbarland von uns, wurden die Pfeiler per Ramme gesetzt..

    Hatte mich gewundert, warum die Pfeiler alle unterschiedlich rausstanden..nach der Action..

    Grund: unterschiedliche Bodenbeschaffenheit / Festigkeit.

    Machine hat also einen festgelegten / möglichen .." Bums ".
    Da ist man dann wohl auf eine Stein- oder Felsschicht gestossen und war somit schon im sicheren Bereich.

    Uebrigends wird in D von vielen Bauaemtern vor Planungs- und Baubeginn ein Bodengutachten verlangt.

    Ein Bodengutachten wird benötigt, um Auskunft über die Beschaffenheit eines Bodens zu erhalten. Oft wird ein Bodengutachten angefertigt, um Aussagen über vorhandene geologische Verhältnisse zu bekommen. Beim Bau eines Hauses - insbesondere aber bei Großbauwerken - benötigt der Statiker genaue Aussagen über die Tragfähigkeit des Bodens, um die Gründung des Gebäudes zu berechnen. Solche Gutachten nennt man Baugrundgutachten.
    Quelle:

    Bodengutachten

  11. #20
    antibes
    Avatar von antibes
    Schöner Thread

    Habe erst kürzlich wieder aktuelle Fotos vom Haus meiner Familie gesehen. Die erdgeschossigen Stahlbetonstützen sind gar nicht so gerade wie ich es damals in Erinnerung hatte.

    Waanjai, 200 Bath pro Fundamentaushub sind schon sehr wenig. Selbst wenn ich die Gelegenheit zu diesen günstigen Preis hätte, würde ich mehr bezahlen.
    Schön die Darstellung deiner Bewehrungsarbeiten.

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