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wie wird man Buddhist???

Erstellt von ChangKhao, 22.06.2005, 15:12 Uhr · 113 Antworten · 5.596 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von ChangKhao

    Registriert seit
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    Beiträge
    330

    wie wird man Buddhist???

    Sawasdee krap Nittis,

    seit einiger Zeit beschäftigt mich eine Frage ganz besonders. Seit dem ich ca. 1997 mit Thailand und deren Kultur und Lebensart in Berührung gekommen bin, habe ich mich immer mehr für den Buddhismus interessiert. Ich war vorher noch nicht in Thailand. Ich hatte aber Einblick in Thai-Kreise, die für Außenstehende schwer zu vermitteln sind und deren Handlungsweisen oft nicht verstanden werden.
    Ich stellte fest, dass viele Handlungen/Taten eben durch den Buddhismus begründet sind.
    So, wie das bei uns durch unsere (mehr oder weniger) Christlichen Erziehung der Fall ist.
    Zumindest empfinde ich das seit dem Zeitpunkt, als ich 2003 aus meinem ersten TH-Urlaub in D wieder angekommen bin.

    Sozusagen mein persönlicher Kulturschock.

    Nun ja, bei meinem letzten TH-Urlaub musste ich zum Doktor (Mittelohr Entzündung).
    Bevor es zum Doc ins Sprechzimmer ging wurde Fieber, Blutdruck, Größe und Gewicht gemessen, einige allgemeine Fragen musste ich noch beantworten, unter anderem nach der Konfession. Ich gab meiner Frau zu verstehen, das ich doch irgendwie an Buddha Glaube
    (aber dass ich Buddhist bin habe ich nicht gesagt).

    Meine Frau hat übersetzte, und fragte mich,
    "du glaubst an Buddha"?
    Nun, warum nicht ?

    Ich stellte mir in gedanken die Frage, wie wird man Buddhist???

    Einen Tag, bevor es wider nach D ging schenkte sie mir einen Buddha für meine Kette.
    Ich war ein wenig Irritiert, und wusste nicht, ob ich den Anhänger tragen soll.
    Nach einigen zögern und gutem zureden meiner Frau habe ich jetzt
    meinen Buddha "am Hals".

    In Berlin habe ich schon vorher einige Farang`s gesehen die einen Buddha oder sogar mehrere Anhänger ( 3, 5, an einer Kette ) tragen. Habe aber nie gefragt, was sie damit zum Ausdruck bringen wollen. Ich fand das eher Exotisch, obwohl hier in Berlin viele verschiedene Glaubensrichtungen vertreten sind, und diese durch entsprechende Symbole zur schau getragen werden.
    Je nach dem wie ich drauf bin trage ich den Buddha so das man ihn sehen kann oder verstecke ihn unter dem T-Shirt.

    In der Regel wurde ich gefragt was das da ist.

    "Ein Buddha"
    "Aha" - das war es dann.

    Eine Kollegin fragte mich nach dem "Aha" ob ich an Buddha glaube,
    noch bevor ich Ihr Antworten konnte sagte Sie,
    "das ist doch die Religion, wo die Leute an Heilige Kühe glauben!“
    Na ja, sie war wohl mehr an der Kette interessiert, an der der Buddha hängt.

    Jetzt meine Frage:

    Tragt ihr einen Buddha, oder (was ich doch eher bevorzugen würde) ein Buddhistisches Symbol?
    Wurdet ihr schon mal deswegen angesprochen?
    Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

  2.  
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  3. #2
    Avatar von mipooh

    Registriert seit
    01.06.2005
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    6.152

    Re: wie wird man Buddhist???

    Ich fühle mich der buddhistischen Lehre seit vielen Jahren verbunden, habe diese aber eher aus dem Dunstkreis des Zen kennengelernt.
    In Thailand spielt da ein ganz anderer Film, wobei das Grundmaterial dasselbe ist.
    Ich trage keine Symbole und beteilige mich lediglich als respektierender Zuschauer an Thai-Ritualen. Bin aber oft genug schwer beeindruckt von der selbstbewussten Haltung, in der Menschen in aller Öffentlichkeit ihre Rituale vollziehen. Wenn man mitfühlt/hinfühlt, kommt da ganz gut was rüber. Auch rezitierende Mönche höre ich sehr gern. Macht Trancen....

    Einige Lehrer des Theravada (so heisst die buddhistische Richtung Thailands) schreiben tolle Bücher. Würde sagen, da haben einige schwer was drauf.
    Falls Du sowas mal lesen möchtest guck mal hier:
    http://www.dhamma-dana.de/buecher.htm

    Kostenlos, wie es sich für Unbezahlbares gehört...

    Gruss
    mipooh

  4. #3
    Remi_farang
    Avatar von Remi_farang

    Re: wie wird man Buddhist???

    mal eine andre frage:
    Wieso brauchen die menschen überhaupt religionen ????

    Ich komme ganz gut ohne konfession aus... wurde zwar katholisch getauft aber seit längerer zeit bin ich aus der kirche ausgetreten !
    Ich glaube nicht an überirdisches zeugs und geister .
    ehrlich gesagt ist religion was für leute die zu faul sind um selber zu denken, ne art hirnwäsche. ich bin ein realist und "glaube" nur was ich sehe....

    sorry falls ich ein paar gläubige unter euch damit empfindlich störe.

    Just my 2 cents

  5. #4
    Avatar von Mr_Luk

    Registriert seit
    17.02.2005
    Beiträge
    3.114

    Re: wie wird man Buddhist???

    Viele Buddhisten meinen sie würden nicht "glauben", sowas wie Glauben gäbe es im Buddhismus nicht...

    Zumindest gibt es aber ein...

    Buddhistisches Glaubensbekenntnis

    Ich bekenne mich zum Buddha als meinen unübertroffenen Lehrer, denn er hat die Vollkommenheit verwirklicht und ist aus eigener Kraft den Weg zur Befreiung und Erleuchtung gegangen. Aus dieser Erfahrung hat er die Lehre dargelegt, damit auch wir die endgültige Leidfreiheit erlangen können.
    Ich bekenne mich zur Lehre des Buddha, denn sie ist klar, zeitlos und lädt jeden ein, sie zu prüfen, sie im Leben anzuwenden und zu verwirklichen.
    Ich bekenne mich zur Gemeinschaft der Jünger des Buddha, die sich ernsthaft um die Verwirklichung seiner Lehre bemühen, um die verschiedenen Stufen der inneren Erfahrung und des Erwachens zu verwirklichen. Sie dienen mir als Vorbild.

    Ich habe festes Vertrauen zu den Vier Edlen Wahrheiten. Sie besagen:
    - Das Leben im Darseinskreislauf ist letztlich leidvoll. Dies ist zu durchschauen.
    - Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung. Sie sind zu überwinden.
    - Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden. Dies ist zu verwirklichen.
    - Zum Erlöschen des Leidens führt ein Weg, der Edle Achtfache Pfad. Er ist zu gehen.

    Ich bekenne mich zur Einheit aller Buddhisten, denn wir folgen unserem gemeinsamen Lehrer und sind bestrebt, seine Lehre zu verwirklichen: Ethisches Verhalten, Sammlung und Weisheit wollen wir entwickeln, um Befreiung zu erlangen. In diesem Bewusstsein begegne ich allen Mitgliedern dieser Gemeinschaft mit Achtung und Offenheit.
    Ich will mich bemühen, keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen, Nichtgegebenes nicht zu nehmen, keine unheilsamen 5exuellen Beziehungen zu pflegen, nicht zu lügen oder unheilsam zu reden, mir nicht durch Berauschende Mittel das Bewusstsein zu trüben.
    Zu allen Lebewesen will ich unbegrenzte Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut entfalten, im Wissen um das Streben aller Lebewesen nach Glück.


    QUELLE clickst du hier

  6. #5
    Avatar von Dieter1

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    32.001

    Re: wie wird man Buddhist???

    Buddhist wird man durch Erkenntnis.

  7. #6
    Avatar von tira

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    Re: wie wird man Buddhist???

    Zitat Zitat von Remi_farang",p="254530
    ....ehrlich gesagt ist religion was für leute die zu faul sind um selber zu denken, ne art hirnwäsche....


    servus remi,

    ich sag es dir, du bist maoist/kommunist, nach deren doktrie ist religion opium für das volk.

    gruss ;-D

  8. #7
    Avatar von dutlek

    Registriert seit
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    Beiträge
    1.806

    Re: wie wird man Buddhist???

    Hallo zusammen

    Der Buddhismus hat mit einem Glauben nichts zu tun, ist keine Glaubensreligion. Er wurde nur dazu gemacht. Der Buddhismus ist ein "Lebensweg", der jeder fuer sich geht. Man muss auch nicht jeden Tag beten, oder eifrig in einen Tempel gehen. Ich gehe den Lebensweg Buddhisnus auf meine Weisse. Das heisst:
    Nicht toeten oder verletzen, nicht stehlen, immer treu zu sein, nicht luegen und kein Alkohol oder andere berauschende Mittel zu mir zu nehmen (gemaess den 5 Selbstverpflichtungen), immer hilfsbereit zu sein u.s.w.

  9. #8
    Avatar von mipooh

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    Beiträge
    6.152

    Re: wie wird man Buddhist???

    Es wäre eine falsche Annahme zu denken, man brauche eine Religion oder man brauche sie nicht.
    Was jeder Mensch hat, ist ein "Sich Besinnen", ein Verstehen. Und dies ist es was Grundlage dessen war, was man heute Religion nennt.
    Dieser Hokuspokus drumherum ist doch völlig unwichtig.(manchem eben nicht, ist ok)
    Rituale, Dogmen, sie mögen dem einen eine Hilfe sein, dem anderen ein Hindernis.
    Wer sich damit befasst, mit den Religionen, der wird etwas entdecken was sie alle gemeinsam haben.
    Das worum es geht muss man nicht erst finden, es ist bereits da. Und es befindet sich in Dir selber. Ist doch eine klare Aussage soweit. Den Rest kann man getrost selber machen. Und selbst dies hätte vielleicht nie jemand sagen müssen, das ist so sonnenklar, dass man auch allein drauf gekommen wäre.

    Mir käme es auch merkwürdig vor zu meinem eigenen Inneren auch noch zu sprechen. Ich mein, ich weiss doch was da abgeht, oder? Oder irgendwelche Zaubersprüche zu sprechen und zu denken dadurch geschehe etwas hochmagisch/-mystisches. Das ist für mich alles viel einfacher. Aber für manchen anderen eben nicht. Und da ist mir manchmal lieb, dass sie wenigstens einen schwachen Anhaltspunkt haben. (Das war jetzt keine Arroganz, versprochen.)

    Gruss
    mipooh

  10. #9
    freeswan
    Avatar von freeswan

    Re: wie wird man Buddhist???

    Also, ihr bringt schon wieder meine Gedanken ins rennen...

    Glaubst Du an Buddha? Nein
    Bist Du Christ? Nein
    Moslem? Nein
    Hindu? Nein
    Usw.

    Aber nachdem ich mit den Lehren des Buddha 1996 in intensive Beruehrung gekommen bin, habe ich angefangen sie zu leben. Dann irgendwann festgestellt, das, wenn man diese Lehren praktiziert, man gleichzeitig auch die christliche Lehre praktiziert, die hinduistische, den Islam...
    Was bin ich nun? Alles?!
    Man wird finden, das im Kern alle Religionen gleich sind. Was sie unterscheidet sind Auslegungen, Apparate, Rituale, Praktiken etc. die oft kaum mit dem eigentlichen mehr zu tun haben. Viele Menschen sind „fed up“ mit dem Christentum. Ja, ich war es auch. Doch in Wirklichkeit hat das was sie Christentum nennen nichts mit dem Eigentlichen zu tun.
    Da gibt es 1000 Beispiele (Aetiopischer frueherer Nachbar ging jeden Sonntag in die gegenueberliegende Kirche zum Gottesdienst. Wollte dort heiraten. Wurde verweigert, da er orthodox katholisch ist und nicht roemisch katholisch. Ist nur ein Beispiel von 1000, die es den Menschen schwer machen das Eigentliche zu finden).
    Alle sog. Religionen haben denselben Kern, doch bedienen sich verschiedener Wege zum Ziel.
    Im Buddhismus folgt man keiner Person oder einem Gott (es sei denn dem Inneren). Man ist Buddhist, wenn man „die Wahrheit“ bzw. Lehren im taeglichen Leben praktiziert und wenn man das tut dann ist man auch gleichzeitig wieder Christ etc. Also kann man sich eigentlich nicht „Buddhist“ nennen. Je mehr man praktiziert je mehr wird man sowieso feststellen, das da gar keine Identifikation existiert (kein Ich, non-self...no Buddha/Buddhist etc.)

    Sich Buddhist/Christ etc. nennen bedeutet nicht viel. Es gibt viele sog. Christen, die zwar das „Label“ haben aber in keiner Weise „christlich“ leben. Das gleiche gilt fuer alle anderen „Namen.“ Wenn mir nun jemand sagt er ist Buddhist o.a., dann bedeuted das gar nichts fuer mich. Es sind die Taten die zaehlen. Wenn mir jemand sagt er glaube an Buddha..., dann bedeutet das noch weniger. Schoen, das Du glaubst, wenn Du auch praktizieren wuerdest, dann braeuchtest Du nicht mehr (an Buddha) zu glauben.
    Ob das was der Buddha sagt Sinn macht, nun man kann es glauben, doch das hilft niemandem, am wenigsten einem selbst. Man muss die Lehren ausprobieren und wenn man dies wirklich tut und sie lebt, dann braucht man an gar nichts mehr glauben. Man weiss.

    So, nun kommt noch viel mehr in mein Hirn geschossen, doch das wird erstmal drinbehalten. Sonst hoere ich nie wieder auf.

    freeswan

  11. #10
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
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    7.208

    Re: wie wird man Buddhist???

    ChangKhao: Ich stellte mir in gedanken die Frage, wie wird man Buddhist???

    Kurze Antwort: Erstens durch Erkenntnis, zweitens durch ein Gelübde. Dabei sollte die Erkenntnis (das die Lehre Buddhas wahr ist) dem Gelübde vorausgehen. Letzteres beinhaltet typischerweise die fünf Grundsätze und den achtfachen Pfad. Mit der Beschreitung des achtfachen Pfades und der Einhaltung der fünf Grundsätze ist man automatisch Buddhist. Das geht auch ohne formelles Gelübde (in den Sutren hat der Buddha selbst einige Anhänger ohne formelle Zeremonie ordiniert), aber traditionsmäßig wird ein solches Gelübde in der Gegenwart eines Mönchs mit Lehrstatus abgelegt.

    Eine Kollegin fragte mich nach dem "Aha" ob ich an Buddha glaube...

    Buddhismus ist eigentlich keine Glaubensreligion, daher ist die Frage ob man an den Buddha glaubt mehr oder weniger irrelevant. Es gibt eine Reihe historischer Indizien die nahelegen, dass Gautama tatsächlich um 600 v. Chr. lebte und lehrte. Als historische Figur ist der Buddha weniger umstritten als zum Beispiel Jesus. Da der Buddha niemals übernatürliche Fähigkeiten oder Eigenschaften geltend machte, braucht man an solche auch nicht zu glauben.

    Allerdings gibt es innerhalb des Buddhismus verschiedene Wege zur Erleuchtung. Der devotionale Pfad, der tantrische Pfad, der Pfad der Selbstversenkung, der philosophische Pfad, der Pfad der Menschenliebe, usw. stehen nebeneinander ohne miteinander zu konkurrieren und werden von Buddhas Anhängern der persönlichen Neigung und Kultur entsprechend ausgewählt. Der devotionale Pfad ist dabei den anderen Religionen am ähnlichsten, da er viele religiöse Rituale enthält. Er wird meistens (aber nicht ausschliesslich) von Laien ausgeübt.

    Gruß, X-Pat

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