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Wie blau ist ein "Blaudach" im Isaan?

Erstellt von antibes, 12.11.2010, 09:32 Uhr · 81 Antworten · 9.574 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von berti Beitrag anzeigen
    bin ja noch nicht so lange dabei, habe aber den häufigen Hohn über Blaudächer im Zusammenhang
    mit "Fahr-rang" mitbekommen: was ist eigentlich so verwerflich am blauen Dach, man könnte doch auch über jeden anderen Farbton lästern, oderrrr?
    Natürlich. Aber wie so vieles was Farangs über Mit-Farangs in Thailand so ablassen, basiert auf Unkenntnis, die allerdings selten eingestanden wird.
    Fakt ist: Die Isaaner haben keine eigene Küste. Lieben aber das Meer genau wie jeder andere Thai. Die Farbe Blau in Thai heißt u.a. si thalee - die Farbe des Meeres. Jetzt einmal völlig losgelöst von der Frage, wie das Meer vor Ort inzwischen wirklich aussieht. Diese Liebe zum Meer drückt der Isaaner durch die Farbe der Dachpfannen aus, sofern er überhaupt das Geld hat, dies auszudrücken. Was sehr oft erst dann "einkommt", wenn aus der mia eine mia farang geworden ist. Reiche Thais bauen natürlich auch ihre Häuser mit blauen Dachpfannen darauf, aber das paßte ja nicht in die "Weltsicht" der Spötter.

    Besonders lustig widersprüchlich wird das Lästern über Blaudächer, wenn es von den Bewohnern der thail. Küsten vorgetragen wird. Die lästern nämlich eigentlich über sich, ohne es zu wissen.

    Zitat Zitat von Micha L Beitrag anzeigen
    Einen ähnlich zweifelhaften Ruf scheint der sogenannte "Steintisch" zu haben. Was muß man darunter verstehen?
    Wer immer im Isaan ein neues Haus baut, welches erwartungsgemäß einen Umsatz von über 300.000 Baht an Baumaterialien verspricht, bekommt von dem ausgewählten lokalen Provider der Baumaterialien Sand, Steine, Zement und Moniereisen eine Sitzgruppe bestehend aus den Elementen Tisch und 5-6 Hockern gegossen aus Beton und nachträglich mit Farbe angestrichen geliefert. Die wird üblicherweise genau vor der Bauhütte aufgebaut (also dort, wo man die Baumaterialien lagert und evtl. auch des Nachts bewacht). Denn die Bauhütte ist der Aufenthaltsort des Farangs während der Bauphase und natürlich auch Treffpunkt mit dem Vorarbeiter oder auch Boß der Baugruppe für die täglichen Lagebesprechungen mit den Vertretern der Bauarbeiter. Wenn man halt dort sich den ganzen Tag aufhält, braucht man eine Sitzgelegenheit wie auch einen Eßtisch. Das Haus ist ja noch nicht fertig und eingerichtet.

    Ist das Haus erst einmal fertig und eingerichtet, wird diese Sitzgruppe aus Beton-Elementen eigentlich überflüssig und kann zur Unterfütterung der Straße zum Haus hin verwendet werden. Viele Bauherren entsorgen diese Sitzgruppe jedoch nicht und lassen sie als stationäre regenfeste Gartenmöbel stehen, ersparen sich also die relativ teureren Teak-Garten-Möbel. Und bei vielen Farangs werden dann diese Gartenmöbel zum Treffpunkt für Farangs auf dem Grundstück - wo man sich - und jetzt kommt der eigentliche Grund - nicht vorher die Schuhe auszuziehen braucht. Diese simple Logik fanden dann einige sehr oberflächliche Beobachter des Isaans als berichtenswert. Wäre so ähnlich, als wenn ein Alien über Deutschland berichten würde, dass in den dortigen Gaststätten viele Männer anzutreffen wären, die einen Schlips umgebunden hätten aber jegliche Begründung hierfür ausklammern würde.

  2.  
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  3. #22
    Avatar von Micha L

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    Danke Dir, waanjai...

  4. #23
    antibes
    Avatar von antibes
    Könnte es sein daß die Blaudächer eher den wohlhabenden oder aristokratischen Dynastien an der Küste vorbehalten waren?
    Oder sind diese Dächer eher ein Import aus farbenfrohen Ländern, wie z.B. China und Indien?

  5. #24
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von antibes Beitrag anzeigen
    Könnte es sein daß die Blaudächer eher den wohlhabenden oder aristokratischen Dynastien an der Küste vorbehalten waren? Oder sind diese Dächer eher ein Import aus farbenfrohen Ländern, wie z.B. China und Indien?
    Die Farbe des Meeres - also Blau in Thai - reflektiert ein Schönheitsideal der Thais, welches jedoch nur unter bestimmten Bedingungen - nämlich der Verfügbarkeit von Finanzmitteln - zum öffentlichen Ausdruck gebracht werden konnte.
    Geht man in die Spezialshops für Häusle-Bauer in Thailand, dann stellt man fest, dass "blaue Dachpfannen" zum Standard-Angebot im Isaan gehören. Von der "Standard-Ausführung'" als Beton-Dachpfannen der Fa. CPAC (unter 20 Baht das Stück), zur Ausführung als Terracotta-Dachpfannen bis hin zu den gebrannten Keramik-Dachpfannen in blau zum Preis von 60 Baht das Stück. Die sehen übrigens sehr edel aus und sind optimal zum Regensammeln als Trinkwasser über das Dach mit Regenrinnen geeignet. Weil die während der Regenzeit in wenigen Tagen absolut sauber gespült worden sind. Sind also des Regensammler's Trinkwasser-Sammlers best friends.

  6. #25
    Monta
    Avatar von Monta
    Ich sehe das anders und unkomplizierter.
    Nix mit Aristokratie und Meer auf dem Dach.
    Die Farbe wurde irgendwann mal angeboten und wurde Mode. Fäddisch.
    Und war mal eine Zeit lang besonders Mode bei den Langnasen-Häusern.

    Zum Steintisch. Der ist Synonym für eine Runde Farangs in Thailand über Thailand labernd.
    Könnte auch ein Tisch aus Holz oder Plastik sein.
    Die Runde labernder Pappnasen steht dabei im Vordergrund.

  7. #26
    Monta
    Avatar von Monta
    Ein Thai, der Regenwasser zum Trinken sammeln muss, wird sich nie deshalb die teuren glasierten Dachpfannen verlegen,
    weil er einfach die Kohle dafür nicht hat. Meist reicht es da nur für Faserzement-Wellplatten zur Dacheindeckung.

  8. #27
    antibes
    Avatar von antibes
    Trotzdem muß das Blaudach eine historisch begründete Sonderstellung gehabt haben.

    Habe ich einer Website gelesen.
    Liegt wohl an den Tonvorkommen wenn es sich um Ziegel handelt. Manche Materialien oxidieren Richtung blau. Durch Zugabe von Zuschlagstoffen und entsprechende Brenntechnik kann auch die Farbe verändert werden. Es könnte auch sein, dass die Zuschlagstoffe die Haltbarkeit zusätzlich erhöhen.

    Ein anderer Beitrag aus der chinesischen Antike.
    Die Erde ist gelb und der Himmel ist blau, dementsprechend fand im Himmelstempel die blaue Farbe überall Anwendung. Die niedrige Mauer um den Himmelsaltar ist mit blauglasierten Ziegeln bedeckt, dieselbe Farbe findet man auch auf den Dächern der Halle des Himmelsgewölbes und der Halle der Ernteopfer. Auch ein paar Seitenhallen und Tore sind mit blauen Dächern versehen.



    AusWikipedieá

    Chinesische Architektur


    Kaiserliche Architektur in China

    Bestimmte Gestaltungsmerkmale waren für kaiserliche Bauten reserviert. Hierzu gehören etwa die berühmten gelben Dachziegel, die man an den Gebäuden der Verbotenen Stadt noch heute sehen kann. Der Himmelstempel indes verwendet in Anspielung auf seinen Namen blaue Ziegel. Die Wände sind meist in intensivem Purpurrot gehalten, nach chinesischer Auffassung die Farbe des Polarsterns. Die Dächer werden in der Regel von umfangreichem Stützgebälk getragen, ein Merkmal, dass die kaiserlichen Bauten ausschließlich mit den größeren Tempelanlagen teilen. Traditionell wurden kaiserliche Bauten stets mit dem Eingang nach Süden ausgerichtet. Als Dekoration taucht häufig das Symbol des Drachen auf, so etwa auf den Dachsparren, den Pfeilern und Säulen sowie an den Türen.

    Unsterblichkeit

    <li id="jsArticleStep1">
    Some famous Chinese temples and tombs have blue and red color combinations.
    Their blue roofs signify a connection with heaven and immortality.
    Some international etiquette guides say that blue is also associated with death and recommend not giving blue gifts to a Chinese person.

    Read more: Kulturelle Bedeutung von Blue in China | eHow.com http://www.ehow.com/facts_5548480_cu...#ixzz155zixLbQ

  9. #28
    Avatar von Enrico

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    Zitat Zitat von Monta Beitrag anzeigen
    Ein Thai, der Regenwasser zum Trinken sammeln muss, wird sich nie deshalb die teuren glasierten Dachpfannen verlegen,
    weil er einfach die Kohle dafür nicht hat. Meist reicht es da nur für Faserzement-Wellplatten zur Dacheindeckung.
    Nein, Kohle spielt da keine Rolle. Es gibt Dörfer die haben nun mal oft kein Wasser, das hat mit Armut der Bewohner nix zu tun.

  10. #29
    Monta
    Avatar von Monta
    Ja, kann in wenigen Ausnahmen so sein.
    Aber die mit Kohle haben einen eigenen Brunnen mit Pumpe
    und Trinkwasser gibt es bei denen sowieso aus der 10-Liter-Flasche.
    Aus dem Kran wird nie Wasser getrunken.

  11. #30
    Avatar von tira

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    Zitat Zitat von Monta Beitrag anzeigen
    .....und Trinkwasser gibt es bei denen sowieso aus der 10-Liter-Flasche.
    Aus dem Kran wird nie Wasser getrunken.
    moin,

    .... wasrste anscheinend wirklich mit der upper class verbandelt.

    oftx iss das wasser aus den brunnen weniger trinkbar wie das regenwasserm da weniger schadstoffbelastet.


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