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Wertvolle Wörter

Erstellt von Moonsky, 22.04.2006, 02:04 Uhr · 28 Antworten · 3.272 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Gerd / Muenchen

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    857

    Re: Wertvolle Wörter

    Mein größetes Problem ist:

    Ich kann absolut keine "Eselbrücken" zu den Thai-Wörtern finden. Und darum vergesse ich fast wieder alles.
    Nur die Wörter, die ich dann in LOS 100 Mal am Tag höre, erscheinen mir vertraut.

    Unsere romanische Grundstruktur in Deutsch und dann noch mein Latinum lässt mich diese Sprache als unlogisch erscheinen, was sie aber nicht ist.

    Thai ist genau so klar strukturiert wie jede andere Sprache, nur eben anders, für uns (!) .

    Und nur, wenn man die Sprache (einigermaßen) versteht, kann man letztendlich sein Gegenüber verstehen, mit allen Nuancen und Reaktionen.

  2.  
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  3. #22
    Moonsky
    Avatar von Moonsky

    Re: Wertvolle Wörter

    Zitat Zitat von Bummbui aus München",p="339261
    Ich kann absolut keine "Eselbrücken" zu den Thai-Wörtern finden.
    Stimmt! Darum auch mein Tip hier eben, einfache Wörter zu lernen.
    Stück für Stück. Dann kann man das zusammenbasteln.

    Ganze Sätze lernen am Anfang ist eher Abschreckend wie förderlich.
    Man siehe, was man mit 4 Vokabeln ausdrücken kann. Der Rest multipliziert sich.

  4. #23
    Avatar von ReneZ

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    Re: Wertvolle Wörter

    @all,

    ich würde gar nicht soviel nach Eselsbrücken suchen, denn am
    Ende lernt man eine Fremdsprache nur durch eine Methode:
    'Wiederholung'. Wer sich frei unterhält hat überhaupt keine
    Zeit um an Eselsbrücken zu denken.

    Ich habe mal gelesen dass man, um sich ganz elementair zu
    unterhalten (Marktsprache ? ), ca. 1500 Wörter kennen soll.
    Bestimmit sind in der Thai Sprache viele dieser Wörter
    zusammengesetz aus kleineren Elementen, aber es gibt mal einen
    Grössenordnung.
    Um sich 'normal' unterhalten zu können würden ca. 3000 Wörter
    gebraucht.
    Man kann nur bei sehr intensiver Übung (täglich, muss aber
    nicht lange sein) vielleich in einem Jahr irgendwo geraten,
    aber schneller geht es wirklich nicht.

    Gruss, René

  5. #24
    Avatar von Netandy

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    192

    Re: Wertvolle Wörter

    @Bummbui

    Unsere romanische Grundstruktur in Deutsch und dann noch mein Latinum lässt mich diese Sprache als unlogisch erscheinen, was sie aber nicht ist.
    Das empfand ich auch als schwierigstes Problem. Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch ist doch alles von der Grundstruktur her ähnlich, ja es lassen sich sogar viele Wörter ableiten, bzw. sie kommen leicht verändert vor. Thai war auch bei mir die erste Sprache, mit der ich mich beschäftigt habe, die eben einen TOTAL anderen Aufbau hat. Wobei mich fasziniert, wie einfach die Grammatik ist.

    Ein Wort wird grundsätzlich nicht flektiert, es bleibt unverändert. Dadurch gibt es auch keine Mehrzahlform, keine Deklination, keine Konjugation und damit keine Gegenwarts-, Zukunft- und Vergangenheitsformen beim Verb. Also nicht wie im Deutschen z.B.:

    Gehen, gingen, gegangen… etc.. im Thailändischen heißt es in allen Formen schlichtweg „pai“ und das wars.

    Man darf aber jetzt nicht zu dem Schluss kommen „Thailändisch“ wäre eine primitive Sprache. Das Gegenteil ist der Fall, Thai ist sogar eine Sprache mit sehr hoher Kultur. Schon nach einigem genauen Beschäftigen mit der Sprache wird man davon überwältigt sein. Die Menge an unterschiedlichen Satzformen (und Satzmöglichkeiten die alle das gleiche ausdrücken), und die sich dadurch ergebenden „Bedeutungsnuancen“ sind schlichtweg erschlagend, wenn man sich mit einem gebildeten Thai, der perfekt Englisch spricht, darüber unterhält und der einem das erklärt.

    So lässt sich für Thailänder bereits an der Satzbildung, „wie also jemand spricht“ genau erkennen welcher Gesellschaftsschicht er angehört. Im Businessbereich, oder bei wissenschaftlichen Vorträgen, bzw. gesellschaftlichen Zusammenkünften sind die Sazzstellungen und teilweise auch die Wortwahl eine völlig andere als zum Beispiel beim „schludrigen“ Thai das man im Thai-Fernsehen in Seifenopern oder Werbesendungen sieht. Selbst bei Nachrichtensendungen, je nachdem welche Zielgruppe der entsprechende Kanal hauptsächlich anspricht, ist die Satzstellung ganz geringfügig unterschiedlich.

    Thailand besitzt (auch heute noch) eine absolut hierarchische Gesellschaft. Der Status (der natürlich auch durch andere Dinge gezeigt wird, wie z.B. durch gepflegte und stets angemessene Kleidung, Verhalten etc..) wird jedoch zum grössten Teil durch die Sprache ausgedrückt.

    Jeder Thai gibt allein durch die Wahl der Wörter und die Art der damit gebildeten Sätze seinem Sprechpartner zu verstehen wie er ihn einstuft (höher, gleichrangig, tiefer). Und es lässt sich auch innerhalb eines Gesprächs, ohne auch nur einen Deut lauter zu werden oder die Tonart zu wechseln, durch kleinste Wort- und Satzveränderungen eine bestimmte Sprachatmospähre schaffen (unterwürfig, höflich, freundlich, freundschaftlich, familiär, grob…etc). Hierbei ist es besonders wichtig wie, wann, und an welche Sätze man z.B. das Höflichkeitswort „krab / khaa“ anfügt.

    Dies kann natürlich ein „nicht Muttersprachler“ niemals erlernen, wird ihm von allen Thais aber natürlich auch absolut nachgesehen. Innerhalb der Thai Hierarchie gehören ja auch alle westlichen Menschen der speziellen Gruppe der „Farangs“ an, für die teilweise völlig andere Umgangsformen gelten. Ich habe dies geschrieben um darzulegen das die Thai-Sprache (trotz der einfachen Grammatik) absolut nicht primitiv ist, sondern nur eben absolut anders und uns total fremd.

    Wie man mir erklärt hat, sprechen besonders niedriggestellte Personen (z.B. Bauern) besonders schlampig (faul). Es werden in den Sätzen grundsätzlich ganze Wörter weggelassen, so nach dem Motto: Warum soll ich das sagen, man versteht es doch trotzdem. Hierbei sollte man auch nicht die Entschuldigung gelten lassen das es ja innerhalb der Partnerschaft oder der Familie nicht nötig ist, RICHTIG zu sprechen.

    Wie mir Thaifreunde erklärt haben, färbt dies nämlich dann (soweit vorhanden) auf die Kinder ab. Und die Kinder „Outen“ sich damit quasi dann später selbst wo sie innerhalb der Thai-Hierarchie stehen. Dies wird dann schon bei der Aufnahme in sehr gute Privatschulen / thailändischen Universitäten Probleme machen. Kindern aus Farang / Thai Familien sieht man es dort aber anfangs ebenfalls nach, wenn die Sprösslinge zwar entsprechend sprechen, dafür aber das Finanzielle stimmt. Wobei diese aber in der Regel sowieso die internationalen Schulen besuchen, bzw. dann später im Ausland studieren.

    Entscheidend wird es dann aber bei Bewerbungsgesprächen um gute hochbezahlte Stellen in Thailand sein. Neben Beziehungen, Herkunft und Qualifikation (in dieser Reihenfolge) spielt auch die Sprache, die ja den Status ausdrückt, eine ungeheuer wichtige Rolle. Besonders Thais mit chinesischer Herkunft (die perfektes Thai sprechen) achten bei ihren Bewerbern besonders darauf. Und dies sogar schon bei einfacheren Stellen wie z.B. Bankangestellten…etc..).

    Ein thailändischer Geschäftsfreund (Bank) von mir, führt z.B. auch Bewerbungsgespräche wobei er explizit, wie er mir sagte, auch auf die Sprache achtet. „Ungepflegtes“ Sprechen oder ein einziges „Isaan / Lao“ Wort das dort vielleicht einem Bewerber/in herausrutscht kann schon die Disqualifikation bedeuten.

    So ist auch die Sprache ein Mittel wodurch die gesellschaftlichen Hierarchien in Thailand quasi zementiert werden. Ganzen Bevölkerungsschichten wird allein dadurch der gesellschaftliche Aufstieg sehr sehr schwer gemacht. Es ist deshalb, meiner Meinung nach, auch als Farang (mit zugebilligtem Sonderstatus) wichtig, wie und wo man Thai lernt. Bei entsprechender Sprache treten einem dann die Thais nämlich völlig anders entgegen.

    Auf jeden Fall sollte man sich die „einfachere“ Wortwahl, und vor allem die einfacheren schlampigen Sätze „wo Wörter fehlen“ NIEMALS angewöhnen. Auch wenn im sonstigen Umfeld vielleicht sogar so gesprochen wird. Ebenso auch nicht das Weglassen der „Höflichkeitsworte“ (auch nicht im privaten Bereich, z.B, mit thail. Freundin). Eine Todsünde ist es auch sich den Isaan Slang (wo das R zum L) wird anzulernen. Es gibt ja sogar langjährige Expats die so sprechen und „leo leo“ und „mai pen lai“ sagen. :-)

    Gruss an alle von

    Netandy

  6. #25
    Avatar von ReneZ

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    4.327

    Re: Wertvolle Wörter

    Hallo @netandy,

    Zitat Zitat von Netandy",p="339354
    Jeder Thai gibt allein durch die Wahl der Wörter und die Art der damit gebildeten Sätze seinem Sprechpartner zu verstehen wie er ihn einstuft (höher, gleichrangig, tiefer). [...]

    Dies kann natürlich ein „nicht Muttersprachler“ niemals erlernen,
    Mit diesem 'niemals' bin ich einverstanden, wenn man es auf
    dem durchschnitts-Thai-lernende bezieht. Ausnahmen gibt es
    natürlich, z.B. wer Thai Linguisktik studiert, oder Dolmetscher
    ist.
    Es beherrschen aber auch lange nicht alle Thais.
    Man kann halt nie über sein Bildungsniveau hinaus sprechen.

    Zitat Zitat von Netandy",p="339354
    Eine Todsünde ist es auch sich den Isaan Slang (wo das R zum L) wird anzulernen. Es gibt ja sogar langjährige Expats die so sprechen und „leo leo“ und „mai pen lai“ sagen. :-)
    Das würde ich gar nicht so streng sehen. (Hat übrigens nichts mit
    Isan zu tun). Es ist einfach ein Beispiel dafür wie man seine
    Sprache an seinen Gesprächspartnern anpassen kann.
    Bei einem Bewerbungsgespräch bei einer Bank (z.B.) wäre es
    tatsächlich keine gute Idee. Wenn man aber einfach locker
    mit Freunden spricht, kann man entweder 'mai pen rai' oder
    'mai pelai' sagen. Keins der Beiden wäre da eine Totsünde.

    Ich teile jedenfalls deine Faszination, wie diese
    Sprache so ganz anders ist als die Indo-Europäische, die
    man normal als 1. oder 2. Fremdsprachen lernt.

    Gruss, René

  7. #26
    Avatar von DisainaM

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    Re: Wertvolle Wörter

    Thai gehört wohl zu den Sprachen, wo man zunächst lernen muß,
    nicht Deutsch zu denken, und Inhalte zu übersetzen.

    wie heißt es so schön, die Engländer können sich stundenlang über das Wetter unterhalten,
    und am Ende ging es überhaupt nicht um das Wetter ...

    Schon bei der arabischen Sprache wird mit Sinnbildnissen gesprochen,
    der Adler landet im Licht der untergehenden Sonne
    wo jeder BKA Übersetzer weiß, dass es hier regional unterschiedliche Interpretationsansätze gibt.

  8. #27
    Avatar von Micha

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    Re: Wertvolle Wörter

    @Netandy,

    wie man kommt gegangen, so wird man auch empfangen, hatte ich schon mehrfach an anderer Stelle geschrieben.

    Das gilt imho in Thailands vertikaler Gesellschaft ganz besonders.

    Das dabei vor allem auch die Sprache bzw. die Ausdruckweise mit das wichtigste Merkmal ist, über das man von seinem gegenüber eingeschätzt/eingestuft wird, habe ich schon immer vermutet.

    Nun hast Du es ausführlich und nachvollziehbar erklärt.

    Zitat Zitat von Netandy",p="339354
    So ist auch die Sprache ein Mittel wodurch die gesellschaftlichen Hierarchien in Thailand quasi zementiert werden.... Es ist deshalb, meiner Meinung nach, auch als Farang (mit zugebilligtem Sonderstatus) wichtig, wie und wo man Thai lernt. Bei entsprechender Sprache treten einem dann die Thais nämlich völlig anders entgegen.
    Sehe ich genau so. Dabei dürfte durchaus auch - in entsprechenden Kreisen - die Ausdrucksweise in der Englischen Sprache ebenso streng bewertet werden.

    Erinnere mich jetzt noch an die abschätzigen Blicke der thailändischen Mitreisenden, als ich während einer 13 stündigen Nachtfahrt mit dem Zug, bei einer Unterhaltung mit anderen Farang, mangels Alternative meine miserablen Englischkenntnisse zum besten geben musste.

  9. #28
    Chak3
    Avatar von Chak3

    Re: Wertvolle Wörter

    Zitat Zitat von ReneZ",p="339203
    Thammai = ทำไม = Warum?
    Tham thammai = ทำทำไม = warum machst du das?
    Ja tham mai = จะทำไหม = machst du das?

    Ma thammai = มาทำไม = ein Hit von Jinthara und (u.A.) Bird.

    Gruss, René
    Zu ergänzen noch: "Mong tammai?" - was guckst du?

  10. #29
    Avatar von dutlek

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    Re: Wertvolle Wörter

    Zitat Zitat von Moonsky",p="339248
    ...aber wo kommt bei Talad das erste a her?
    @Moonsky

    Da wurde hier schon mal was darueber geschrieben.

    Gruss.....Rolf

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