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Wer kennt es noch... das alte Thailand?

Erstellt von x-pat, 12.03.2014, 09:45 Uhr · 170 Antworten · 14.193 Aufrufe

  1. #51
    Avatar von DisainaM

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    das alte Thailand ging aus meiner Sicht zuende, als die letzten Klänge von Bird "sabai, sabai" aus den Ohren verhallte.

    Der Massentourismus war dann schon 1992 auf Phuket ziemlich heftig, sehr viele Italiener.
    Dann 1994, das erste mal konnte man bei Ankunft in Don Mueang ein Nokia Handy von der Shinawatra Telekom mieten,
    für einen Monat mit Gesprächen war man mit 1.000 DM dabei, doch das erste Erwachen aus der Roaming Falle 1996 mit dem D1 Motorola Microtak zeigte, dass man auch nur als Angerufener leicht auf 1.000 DM im Monat kommen konnte.
    In diesen Jahren ging dann der Begriff "bad mode" in die Thaisprache über, das klagen über die häufigen Funklöcher.

    Dann kam die Zeit, wo man das erste mal mit dem Skytrain durch Bangkok konnte,
    das war ein Meilenstein, keine stundenlange Stauwartereien, sondern richtig schnell von A nach B.

    Die junge Generation der 90ger Jahre war wohl die letzte,
    die in dieser Masse noch interessiert war, ins Ausland zu gehen,
    es herrschte da noch ein gewisser Pioniergeist.

    Mit dem Jahr 2000 begann der rapide Verfall des Ansehens von Ausländern in Thailand.
    2003 wurde von Thaksin die Aufforderung gegeben, die Leute mögen die Ausländer doch anlächeln,
    denn das Land des Lächelns hatte nach der IMF Erfahrung schon längst das Ausland schon längst mit negativen Attributen besetzt.

    Auch mit dem Wechsel zum Jahr 2000 war in Thailand endgültig die Legende gestorben,
    wer als Ausländer reich ist, der kann sich aus allen Problemen rauskaufen,
    Werner Ulrich hatte den Paradigmenwechsel eingeleitet.

    Gegen Ende der 90ger Jahre wurden Thailänderinnen, die im Bikini zum Strand gingen, immer seltender,
    die Voll-Badebekleidung für Frauen nahm derart zu, dass die th. Bikinis immer mehr zur Seltenheit wurden.

    Mit dem Jahr 2000 begann eine Entwicklung in Thailand, wo man durch immer mehr Vorschriften, immer mehr auf den Weg Richtung Singapor kam.

    Kein Raucher hätte sich je vorstellen können, dass es innerhalb weniger Jahre möglich sein wird,
    dass man in Restaurants keine Zigarette mehr rauchen kann. / Helmpflicht, Gurtpflicht, Handytelefonierverbot am Steuer,
    immer mehr Vorschriften,
    und die ausländischen lebenskünstler, die als Englischlehrer in Thailand überlebten,
    wurden aus dem Land geschmissen, weil sie die Visabedingungen nicht erfüllten.

    Während die 90ger Jahre noch das letzte Jahrzehnt der Hoffnung war,
    kam ab dem Jahr 2000 das grosse Erwachen,
    das Jahrzent des grossen Geldverdienens unter den Thais, eines unvorstellbaren Baubooms,
    und auch der Tsunami trug mit seiner massiven Thailandreportage zu einer Werbung bei,
    dass fast jeder, der dies gesehen hatte, sich sagte, - ich muss auch nach Thailand, und mir die Strände ansehen.

  2.  
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  3. #52
    Avatar von x-pat

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    Ich finde der Thread hat mehr hervorgebracht als alte Kamellen und Nostalgie. Zumindest sind einige interessante Trivia und persönliche Perspektiven dabei zu Tage gekommen.

    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Die Jugend- lebt in der Zukunft; Das Mittelalter- lebt in der Gegenwart; Die Alten- leben in der Vergangenheit
    Tendentiell wahr, aber ein wenig zu stereotypisch. Ich werde mich erst dann offiziell zu der Garde der "alten Säcke" rechnen wenn ich meinen 50ten feiere. Leider ist das schon nächstes Jahr. Vielleicht werde ich die Altsackzahl dann noch mal auf 60 erhöhen. Immerhin hatte ich ja auch mal geglaubt mit 30 sei man alt. Schwamm drüber. Man ist immer nur so alt wie man sich fühlt. Einer der wenigen Vorteile des Älterwerdens ist die Ansammlung von Erfahrung. Davon wollen Jüngere natürlich selten etwas hören.

    Der Grund ist denkbar einfach: nur wirklich intelligente Menschen sind in der Lage aus den Fehlern anderer zu lernen. Durchschnittlich intelligente Menschen lernen nur aus den eigenen Fehlern, und wirklich Dumme lernen selbst aus den eigenen Fehlern nichts.

    Wenn ich jetzt sage, dass man an der gegenwärtigen Entwicklung von Städten wie Chiang Mai und anderen größeren Städten in Thailand ablesen kann wie fast alle Fehler bei der Entwicklung Bangkoks wiederholt werden, könnte man daraus interessante Rückschlüsse ziehen.

    Sicherlich hat die Entwicklung der letzten 20-30 Jahre viele Vorteile gebracht. Den Thais sind heute wohlhabender als 1980. Man bekommt auch in den abgelegensten Orten einen Capuccino, eine Internetverbindung, und eine geteerte Straße. Die philosophische Frage ist jedoch: wieviel materiellen Wohlstand braucht der Mensch wirklich? Und welchen Preis zahlt er dafür?

    Die durchschnittliche Lebenserwartung in Thailand ist zwischen 1970-1990 um 12 Jahre von 60 auf 72 gestiegen. Im Zeitraum von 1990-2010 ist sie nur um 2 Jahre von 72 auf 74 gestiegen. Der HDI (Human Development Index) ist zwar kontinuierlich gestiegen, bleibt aber IMHO weit hinter dem Potential des Landes und dümpelt im weltweiten Vergleich auf einem wenig beeindruckenden Platz 103. Im Grunde ging es den Thais 1990 nicht viel schlechter als heute.

    Man darf sich also die Frage stellen: war es der Neuwagen und die Rolex Uhr wirklich wert? Die anhaltende Landschaftsverschandlung, die Verkehrsprobleme, die Umweltprobleme? Vielleicht wäre es für die Thais gar nicht so schlecht, sich ein wenig mehr auf Dinge wie Traditionen, Landschaftsschutz, und Bildung zu besinnen statt auf die neusten Samsung Modelle.

    Cheers, X-pat

  4. #53
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen



    Man darf sich also die Frage stellen: war es der Neuwagen und die Rolex Uhr wirklich wert? Die anhaltende Landschaftsverschandlung, die Verkehrsprobleme, die Umweltprobleme? Vielleicht wäre es für die Thais gar nicht so schlecht, sich ein wenig mehr auf Dinge wie Traditionen, Landschaftsschutz, und Bildung zu besinnen statt auf die neusten Samsung Modelle.

    Cheers, X-pat
    Das was Du ansprichst gilt wohl weltweit und nicht allein für Thailand, es ist der Tanz ums goldene Kalb des Materialismus, ermöglicht und befördert durch den Kapitalismus. Da sind wir wieder bei Jugend und Alter, Träumen und Erfahrungen durch ausleben von Träumen.

    Wie sag ich einem pickeligen 20jährigen mit Hüftgold das ein tiefergelegter Golf mit dickem Endrohr und fetter Bassbox ihn nicht wirklich verändern oder erfolgreicher bei den Mädels machen ? da muss er selbst durch

    wie sag ich einem 30jährigen Karrieristen das es im Leben nicht nur um Macht und Anerkennung im Job geht.

    Wie sag ich einem Reisbauernkind das BKK, Skytrain, Kühlschrank, Iphone und schicke Klamotten auf Dauer vielleicht kein wirklicher Ersatz für ein ruhiges Leben in Anstand und Würde mit der Familie und traditionellen Werten des Buddhismus sind?


  5. #54
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Wie sag ich einem pickeligen 20jährigen mit Hüftgold das ein tiefergelegter Golf mit dickem Endrohr und fetter Bassbox ihn nicht wirklich verändern oder erfolgreicher bei den Mädels machen?
    Jetzt weiss ich endlich warum die Hüftbegoldeten nach Thailand kommen. Die haben wahrscheinlich weder ein dickes Endrohr noch können sie sich einen tiefergelegten Golf leisten.

    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Wie sag ich einem Reisbauernkind...
    Ein heller Kopf / wacher Geist hilft natürlich und wenn der nicht vorhanden ist, kann man es eventuell mit Erziehung versuchen. Natürlich nicht die Art Erziehung von der Roger Hodgson singt.

    Cheers, X-pat

  6. #55
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen

    Ein heller Kopf / wacher Geist hilft natürlich und wenn der nicht vorhanden ist, kann man es eventuell mit Erziehung versuchen. Natürlich nicht die Art Erziehung von der Roger Hodgson singt.

    Cheers, X-pat
    Die Kinder der hellen Köpfe sind in der Regel genau diejenigen welche Karriere machen und noch am Besten im System bestehen.

    Die Masse läuft Träumen und Wünschen hinterher die sie jedoch nie wirklich erreichen, der Verlust wird realisiert, nicht die Träume.

    Ich denke z.B. das Du ein toller Papa und Vorbild für Deine beiden Töchter bist, damit legst du einen solides Grundgerüst für eine vielversprechende Zukunft Deiner Kinder, das ist mir äußerst symphatisch und ich wünsche Euch das es gelingt.

  7. #56
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Wenn ich jetzt sage, dass man an der gegenwärtigen Entwicklung von Städten wie Chiang Mai und anderen größeren Städten in Thailand ablesen kann wie fast alle Fehler bei der Entwicklung Bangkoks wiederholt werden, könnte man daraus interessante Rückschlüsse ziehen.

    Stadtplanung ist doch der Klassiker,
    anstatt Parkflächen zu reservieren, notwendige breite Strassen anzulegen, mit den dabei benötigten Hausenteignungen,
    ein ausgewogendes Konzept zwischen zukünftiger Flächenversiegelung und zukünftigem Bedarf von Abwasserkanälen,

    passiert überwiegend in Thailand folgendes.

    kommt man als Thai endlich an den Drücker, und kann an verantwortlicher Position entscheiden,
    interessiert das Volksinteresse, das Richtige für die Stadtentwicklung, das zukunftsweisende Konzept,

    überhaupt nicht.

    Das einzige, was zählt, ist das Geld, was man durch die eigenen Entscheidungen generiert,
    klar werden da vorhandende Parkflächen schonmal für einen Bau umgewandelt (Bali Hai Pier z.B.),

    Das Hauptproblem bei den Geschäften, wenn jemand nicht zum Zuge kommt, weil der Konkurent mehr geboten hatte, und nun einen Privatkrieg beginnt,
    was in Thailand Gang und Gäbe ist,
    wie schaffe ich schnell genug Geld beiseite, um für meine Familie ein anschlagssicheres Anwesen zu erbauen.

    Aufgrund der / ja man kann schon sagen / Tradition, nachts, im vorbeifahren, auf das Haus eines unbeliebten zu schiessen),
    muss der Bau fertig sein, bevor es richtig gefährlich wird.

    Und so ist die Stadtplanung für die Stadtplaner ein Wettlauf,
    in der, ihnen verbleibenden Amtszeit, die Karten gut zu spielen.

  8. #57
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Ich denke z.B. das Du ein toller Papa und Vorbild für Deine beiden Töchter bist, damit legst du einen solides Grundgerüst für eine vielversprechende Zukunft Deiner Kinder, das ist mir äußerst symphatisch und ich wünsche Euch das es gelingt.
    Danke für das Kompliment. Ich hoffe dass ich diesem hohen Anspruch gerecht werden kann, obwohl ich mir da nicht immer sicher bin.

    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    kommt man als Thai endlich an den Drücker, und kann an verantwortlicher Position entscheiden,
    interessiert das Volksinteresse, das Richtige für die Stadtentwicklung, das zukunftsweisende Konzept, überhaupt nicht. Das einzige, was zählt, ist das Geld, was man durch die eigenen Entscheidungen generiert
    Das stimmt leider. Mir ist sogar ein Fall bekannt, wo die Lokalpolitiker eines Bangkoker Bezirks (er sei nicht genannt) eine Art Lotterie für die geplante Auffahrt zur Schnellstraße veranstaltet haben. Das heisst sie haben die Kamnans der verschiedenen Moo Baans Geld sammeln lassen und der meistbietende hat den besten Anschluss bekommen. Die Auffahrt ist damit an einem verkehrtechnisch ziemlich unsinnigen Platz gelandet und wer dahinter wohnt darf 2 km bis zum nächsten U-Turn fahren.

    Cheers, X-pat

  9. #58
    Avatar von berti

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    Zitat Zitat von ccc Beitrag anzeigen
    Papiertaschentücher waren damals noch ziemlich die Ausnahme
    1972 bereits waren Kleenex u. Konsorten sehr gut in Th. vertreten, die hatten damals alle noch Produkte in mehreren Farbtönen zur Auswahl - heute kenne ich bei tissues nur noch WEISS. Und Klopapier gab es doch immer schon, gerne damals wie heute in Restaurants auf'm Tisch. Papiertaschentücher hingegen sehe ich selbst heute eher selten - suche aber auch schon lange nicht mehr verzweifelt nach so etwas

  10. #59
    Avatar von PHUU-CHAAI

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    Zitat Zitat von andiho Beitrag anzeigen
    @ccc

    Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Leider hast du dass anscheinend noch nicht ver"inner"licht.
    Du hast mal überhaupt keine Ahnung,davon aber reichlich

  11. #60
    Avatar von benni

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    Die Patpong war Mitte bis Ende der 80er fantastisch. Mein Büro war damals gleich um die Ecke in der Surawong und oft gings gleich nach Feierabend dorthin. Kannte einige, die dort arbeiteten noch von der Sriphumben und lernte etliche später kennen. Zwanglose, nonchalante Stimmung, so gut wie überall lockere, bestens aufgelegte, junge Schönheiten, waren mit einigen befreundet (nicht im Sinne von no money no honey, einer wurde sogar von seiner Thai Freundin finanziert). Wir waren eine kleine, gemischte lockere Gruppe von jungen Expats, die meisten arbeiteten in Bangkok für internationale Konzerne, und jungen Thaifrauen aus dieser Szene.

    Das King's Castle war das Epizentrum des Geschehens. Limelight, Pink Panther, Mississippi Queen, dann machte das grosse King's Corner auf und oberhalb eine Disco, die nachdem die Bars zumachten zum Bersten gefült war. Dahinter war Romeo, Silom Soi4, oder so ähnlich, auch ein damals bekannter Treffpunkt. Im miefigen, eigenartigen Restaurant Thai Room oder so ähnlich, neben dem Princess Castle, dort wo es auf der Patpong II ziemlich eng war, gabs Fressi Fressi in stilgerechten, verrauchten Ambiente. Zu Mittag oft im Bobby's Arms, dorthin gings durch eine Garage. Im Montien gemütlich auf Kaffee und Torte etc. Bernhard Trink war wohl durch seine Kolumne der bekannteste Farang Bangkoks damals. Irgendwann wurde einem aber der Rummel zu viel und kurz ab nach Pattaya auf ein halbes Jahr und dann entgültig ans Meer nach Südthailand.

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