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Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

Erstellt von Freya, 15.01.2010, 13:11 Uhr · 66 Antworten · 6.090 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Freya

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    Re: Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

    OT: ich fühle mich sehr gut hier im Forum aufgenommen, danke für die vielen hilfreichen und auch netten Beiträge!

  2.  
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  3. #42
    Avatar von Sommer

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    Re: Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

    Vor 10 Jahren ist der jüngste Sohn, damals 9 Jahre, meines Chefs gestorben. Unser Seniorchef überbrachte mir Montagmorgens die Nachricht und ich habe fürchterliche Angst vor dem Augenblick gehabt, meinem Chef in die Augen zu schauen. Als ich ihn dann nach einigen Tagen im Büro wieder gesehen haben, habe ich ihn in den Arm genommen und ihm weinend gesagt: Es tut mir leid, ich finde keine Worte". Darauf sagte er: Das ist nicht schlimm, es ist einfach gut, das Sie da sind". Wir haben auch erst nach einigen Wochen über den Verlust sprechen können.

  4. #43
    Avatar von rolf2

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    Re: Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

    geh das Genze mal ein wenig philosophisch an, wer bist Du und aus welchem Kulturkreis kommst Du ?

    dann findest Du schon die richtige Antwort und achja ne eigene Meinung muss man natürlich im Lauf der Zeit dabei auch entwickeln, ansonsten weiß man nicht mehr was man machen sollte, denn der Eine sagt dies der Andere das

    was also ist richtig und was falsch?

    kannst du nur selber für dich beantworten

  5. #44
    Avatar von Lukchang

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    Re: Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

    Moin-Moin!

    "Leise Zurückhaltung" ok aber bitte mit Augenmass! Schau mal in Threads hier wie Thais mitunter die "leise Zurückhaltung" praktizieren. Aber nicht doch jedenfalls nicht immer. Mit leiser Zurückhaltung die heftige Wumme bei einem Disput aus dem LKW holen. Theorie und Praxis eben. Oder mit "leiser Zurückhaltung" die Ehefrau am Rand der Totenfeier verdreschen weil die bei "Kung-Pla" zuviel verzockt hat. Das mit der leisen Zurückhaltung ist leider oft nur ein Klischee von den Thais für die Nicht-Thais.

    TRAU DICH sei offen und ehrlich. Zurückhaltung OK aber sich dabei nicht verleugnen. OK Du bist anders aber das muss kein Schaden sein. Wie langweilig und grau wär die Welt wenn wir alle gleich wären.

    Ich hab immer das Bild von so ner Art "Waage" im Hinterkopf, etwa "Leuts ich bin nicht mehr wert als ihr aber auch nicht weniger".

    Respekt für den Gegenüber, egal ob Thai, Farang oder was wünscht

    Lukchang

  6. #45
    Avatar von Freya

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    Re: Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

    @rolf2: tja, was für mich richtig, bzw gut ist, kann ich wohl einigermaßen beantworten.
    Aber wie ich jemandem eine Freude machen kann, der erstens einen unbeschreiblichen Verlust erlitten hat und zweitens ein völlig gegensätzliches Leben zu meinem führt, das weiß ich halt nicht.

    Diese zwischenmenschlisch sowieso schwierigie Gradwanderung zwischen nicht zu nahe treten/empathisch sein/keine alten Wunden aufreißen/den Schmerz nicht ignorieren ist durch den fremden Kulturkreis zusätzlich erschwert.

  7. #46
    Avatar von ernte

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    Re: Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

    Zitat Zitat von Potter",p="812810
    @rolf2: tja, was für mich richtig, bzw gut ist, kann ich wohl einigermaßen beantworten.
    Aber wie ich jemandem eine Freude machen kann, der erstens einen unbeschreiblichen Verlust erlitten hat und zweitens ein völlig gegensätzliches Leben zu meinem führt, das weiß ich halt nicht.

    Diese zwischenmenschlisch sowieso schwierigie Gradwanderung zwischen nicht zu nahe treten/empathisch sein/keine alten Wunden aufreißen/den Schmerz nicht ignorieren ist durch den fremden Kulturkreis zusätzlich erschwert.
    Ich glaube du machst dir an dieser Stelle zuviel Gedanken. Benimm dich ganz natürlich und du kannst nichts falsch machen.
    Wenn du versuchst es als Thailänder zu machen, dann gehts mit Sicherheit in die Hose.

  8. #47
    Avatar von tomtom24

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    Re: Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

    Zitat Zitat von rolf2",p="812805
    geh das Genze mal ein wenig philosophisch an, wer bist Du und aus welchem Kulturkreis kommst Du ?
    Der Verlust schon eines geliebten Menschen tut weh. Egal ob Indianer, Deutscher, Italiener, Russe, Chinese oder Eskimo.

    Und einem Menschen zu sagen, was man selbst darueber empfindet und was einem im Kopf dazu vorgeht, hat sich fuer mich immer als sehr gut herausgestellt.

    Besser als dieses ganze "mein Beileid-Geschwafel". Und auch andersherum, wo ich in der Situation war, dass ich den Verlust eines geliebten Menschen hatte, war die Ehrlichkeit mancher Menschen um mich herum das beste, gab es mir doch irgendwie ein sehr gutes Gefuehl.

    Mit Philosophie brauch ich da nix. Es ist jemand tot, den ich liebe und das ist endgueltig. Daran laesst sich nichts ruetteln. In dieser Situation lernt man erst um die Bedeutung von "endgueltig".

    Und wenn man von Herzen betroffen ist, dann sollte man dem richtig Betroffenen vielleicht nicht sagen "ach Du Arme(r), mein Beileid" sondern sich vielleicht mit dem auseinandersetzen und konkret ueber die Sachen, die den Schmerz verursachen, reden. Und so etwas dann noch in einem Land wie Thailand, wo eh schon jeder seine Gefuehle permanent versteckt bzw. verstecken muss, denke ich, schadet ein wenig (versuchen) den Schmerz zu teilen und darueber zu reden oder zumindest zum Ausdruck bringen, dass man weiss, wie tief der Schmerz darueber bestimmt empfunden wird, ganz bestimmt nicht...

    edit: schafft es doch eine gewisse Solidaritaet

  9. #48
    Avatar von tira

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    Re: Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

    Zitat Zitat von Lukchang",p="812809
    ...."Leise Zurückhaltung" ok aber bitte mit Augenmass! Schau mal in Threads hier wie Thais mitunter die "leise Zurückhaltung" praktizieren....
    moin,

    denke, mit genannter zurückhaltung war eher das auftreten des farang in thailand mit gemeint.
    finde die übergabe von ein paar zeilen, ob der vorhandenen sprachbarriere net schlecht.
    diese ggf. zun ende mit barem überreicht mit entsprechender gestik erübrigt worte.


  10. #49
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

    Zitat Zitat von Potter",p="812799
    Zitat Zitat von Micha",p="812796
    Zitat Zitat von Sommer",p="812795
    Ich meine auch immer, in Thailand etwas falsch zu machen...
    Da seid ihr nicht die einzigen. Das einzige worin ich mir sicher bin, dass es grundsätzlich in Thailand gut ankommt, ist leise Zurückhaltung.
    Und da muss ich sagen, wenn ich sowas lese, werde ich doch wieder unsicher. Denn um leise Zurückhaltung muss ich mich schon seeehr bemühen.
    Leider bin ich recht impulsiv und auch zu gefühlsbetont, da geht schnell mal ein Pferdchen mit mir durch.

    Hach, und das widerspricht wieder so dem Vorhaben, einfach authentisch zu sein.

    Schwierig....!
    Ich denke, Micha bezieht seine Erfahrungen auf anderer Ebene
    und hat sicher insofern nicht unrecht.

    Ich habe allerdings andere Erfahrungen gemacht. Z.B. gab es eine Thai, die sehr zurückhaltend auf mich reagierte. Ich habe mich jedoch nicht irritieren lassen und ihr hartnäckig, aber respektvoll, weiterhin meine Hilfe "aufgedrängt". Am Ende hatte ich es geschafft, sie nahm an, fiel mir um den Hals und fragte ganz ernsthaft, ob sie mich von nun an "Pa" nennen dürfe. Als Begründung gab sie an, ich hätte mich ihr gegenüber genauso verhalten, wie es ihr verstorbener Vater getan hätte.

    Es handelte sich um eine Frau, die aus Not als Prostituierte in einer Bar arbeiten wollte, es aber nicht schaffte. Aus begründeter Angst vor Männern, die aus ihren bisherigen Erfahrungen stammte. Ich half ihr, wieder zu ihrem Kind zu fahren und dort ein Marktbusiness zu starten.
    Bekam später auch die Bestätigung, daß es funktioniert hatte.

    Mit leiser Zurückhaltung wäre es dazu nie gekommen.

    Weiterhin habe ich ein sehr offenes und intimes Vertrauensverhältnis zu meiner Thai-Schwägerin. Intensiver als zu manchen ehemaligen deutschen Freunden. Auch das wäre mit "leiser Zurückhaltung" nie entstanden.

    Thai sind eigentlich gar nicht so sehr anders als wir auch. Ehrliche, aufmerksame, liebevolle und nicht fordernde Zuwendung wissen sie genauso zu schätzen wie wir. Oft kennen sie sowas nicht mal. Aber das geht manchen Menschen hier genauso.

  11. #50
    Avatar von Lukchang

    Registriert seit
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    948

    Re: Wenn einem zum Mittrauern die Worte fehlen...

    Moin-Moin!

    Seh doch die Verschiedenheit als Chance. Dass Du trotz der offensichtlichen Unterschiede Dich hingesetzt hast, liebevoll ein Fotoalbum zusammengestellt, Deine Mühe Deine Zeit Deine Gedanken aus einer teils ganz anderen Welt investiert hast. Dass Du verstehst vielleicht punktuell ein bisschen anders aber ganz tief drin unter den andersfarbigen Dekorationen auf dem kulturellen Kuchen doch wieder ganz nahe und ähnlich.

    Sag ja TRAU DICH! Klar einmal "eine Meile in den Mokassins des Anderen" denken um nicht zu überfordern, vor den Kopf zu schlagen oder in einem wesentlich gegensätzlicheren sozial-moralischen Klima (Islamische Staaten) anzuecken.

    Kriegst Du hin meint

    Lukchang

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