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Warum soll ich Geld "spenden"??

Erstellt von dear, 10.02.2006, 10:07 Uhr · 21 Antworten · 2.054 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von ChangLek

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    Re: Warum soll ich Geld "spenden"??

    @Dear.....der neue Tempel..... :???:

    ....ist das der Wat Tasung in der Oranienstraße..... :???:

  2.  
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  3. #12
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Warum soll ich Geld "spenden"??

    Betrachtet man die buddhistische Lehre (inklusive tammbuhn) einmal ganz logisch und nuechtern wird man sicherlich leicht zu folgenden Erkenntnissen kommen:

    - Es gibt kein hoeher gestelltes Wesen, das ueber einen wacht, Hilfestellung und Glueck bringt. Buddha ist KEIN Gott sondern ein ehemaliger mortaler Lehrmeister, der "verstanden" hat und dann seine Erfahrungen und Erkenntnisse in Form der buddhistischen Lehre weitergibt. Es sind reale Ratschlaege fuer ein reales Leben, in der Form "hilf Dir selbst, dann hilft Dir "Gott"". Somit wuerde das Konzept des Spendens, um im Gegenzug Unerstuetzung und Glueck durch ein uebergeordnetes Wesen zu bekommen nicht passen.
    Angenommen, es wuerde eine Goettlichkeit existieren, die das menschliche Dasein beeinflusst, dann waeren Gaben zum Selbstzweck (ich gebe und bekomme dafuer doppelt zurueck) kein tammbuhn sondern schlichtweg Bestechung. Der eigene "Gott" wuerde hierdurch korrumpiert.

    - Die buddhistische Lehre besagt "tamm die rab die", also "tue gutes und empfange gutes". Korruption ist NICHT positiv also waere der Gedankengang zu spenden, um dafuer Gegenleistung zu erhalten niemals "tamm die" sondern im Gegenteil "tamm mei die".

    Was ist konkret mit diesem "Geben und Empfangen" gemeint bezogen auf das reale Leben. Jemand der einfach gerne hilft weil es ihm einfach seelische Befriedigung bringt "ich gebe einem Hungrigen etwas zu essen, weil es mir Freude bingt zu sehen, welcher positive Umstand dadurch ausgeloest wird".

    Der Hungrige ist nicht mehr hungrig und erzielt Freude und bedankt sich durch ein Laecheln und eine positive Rueckmeldung in Form seiner persoenlichen Freude, was bei dem Geber wiederum Freude ausloest. Nichts mehr und nicht weniger, voellig frei von jeglichem Egoismus.

    Eines Tages mag der Geber selbst in eine schwierige Situation gelangen und verzweifelt sein und vielleicht ist ja da unerwarteterweise der ehemalige Hungrige der zur Hilfe eilt und betreibt ein identisches tammbuhn, um dann als "Lohn" die Freude und Dankbarkeit des ehemaligen Gebers zurueckzubekommen.

    Wahres tammbuhn ist somit voellig frei von jeglichem Egoismus, aber dennoch niemals nutzlos, sondern ausschliesslich positiv.

    Es ist manchmal schade, wenn man sieht, was Menschen da so treiben. Die buddhistische Lehre macht es uns eigentlich sehr einfach, denn sie gibt uns viele Wegweiser, so dass wir unseren Pfad nicht voellig ohne "Kompass und Karte" suchen muessen, doch laufen muss ein jeder doch zumindest selber. Diejenigen, die sich einfach an den Wegesrand setzen und darauf hoffen, vom ehemaligen Lehrmeister, der mit seinem Tod in ein supernaturales Wesen transferiert sein soll, auf den Ruecken genommen und ans Ziel gebracht zu werden, nun die werden mit Sicherheit nur eine einzige Erfahrung machen: Sie sitzen auch in 50 Jahren noch, an der selben Stelle, denn im Leben werden keine Freifahrscheine vergeben. Auch nicht durch unter dem Tisch geleisteten Zahlungen.

    Ist es hilfreich, sich ueber die am Wegesrand sitzenden zu aergern oder auch nur von Nutzen seine eigene Reise zu unterbrechen um in endlosen Lamentie zu "missionieren"? Wohl kaum, sondern man kann nur freundlich laecheln und fragen, ob sie einen auf der Reise als Weggefaehrte begleiten wollen (= tammbuhn). Verneinen sie, dann ist es an der Zeit, den EIGENEN Weg fortzusetzen. Ohne Groll, negatives Urteil oder Arroganz.

    Ein Tag ist ein verlorener Tag und da die Tage nicht unbegrenzt sind, sollte man am zumindest versuchen, die Verluste so niedrig wie moeglich zu halten.

    Viel Glueck und Gruss,
    Richard

  4. #13
    Avatar von Hua Hin

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    356

    Re: Warum soll ich Geld "spenden"??

    Hallo Richard,

    eine starke philosophische Einlage, aber mal ganz ehrlich, sind diese ganzen Gedanken von Dir persönlich?

    Nochmals vielen Dank für deine PN-Antworten.

    Gruss Alex

  5. #14
    Tana
    Avatar von Tana

    Re: Warum soll ich Geld "spenden"??

    Sehr sehr schöner Beitrag von Tramaico. Die Tatsache das seblst beim Zocken gebetet wird zeigt, daß die Lehre Buddhas völlig missverstanden wird. Auch eine Mama-Buddha musste her, Parallelen zur "Mutter Gottes", die bei Katholiken mehr verehrt wird als Gott selbst.

    Gruß

    Gerd

  6. #15
    Avatar von mipooh

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    Re: Warum soll ich Geld "spenden"??

    "Mutter Gottes", die bei Katholiken mehr verehrt wird als Gott selbst.
    Bin als Katholik aufgewachsen. Das wäre mir neu...
    Aber dass die Religionen verfälscht sind, ist ziemlich offensichtlich.
    Es gibt nur dieses Leben, was jeder einzelne für sich hat und darin gilt es glücklich zu werden. Das ist ein Grundbedürfnis und dass da bestimmte Voraussetzungen für existieren, die man erfüllen muss, ist so natürlich wie dass man sich an Feuer verbrennen kann und zum Atmen Luft braucht. Da Menschen das nicht akzeptieren mögen, neigen sie dazu, Hirngespinsten zu glauben, die sie als Ausrede für alle möglichen Gemeinheiten vorschieben.
    Die schlimmste ist ein Jenseits, sei es buddhistisch, christlich oder muslimisch. Hier spielt die Musik. Jede andere Aussage ist verdächtig.

    Warum muss ein Mensch "gut" sein? Weil er sich nur dann wirklich gut fühlt, so einfach ist das, kann jeder ausprobieren. Was ist gut? Das kann jeder selber fühlen, da braucht es keine Regeln und keine Religionswissenschaften für. So hat e auch der Buddha gelehrt. Und ob jemand den Rest des Daseins in das er sich eingebunden fühlt Gott nennt oder sonstwie, das ist schnurz, Hauptsache er weiss, dass er nicht unabhängig vom Rest existiert und damit besser harmoniert als disharmoniert.

    Ich atme von derselben Luft, die vielleicht gerade vorher in der Lunge einer Prostituierten, eines Mörders oder eines Heiligen war. Jeder von uns entsteht ständig neu aus dem Rest und gibt Stoffe da rein, angefangen von der Luft die wir ständig ein- und ausatmen (interessanterweise ist die Atmung ein Hauptbetrachtungsgegenstand der meisten Meditationstechniken). Schon materiell betrachtet habe ich Moleküle in mir, bestehe aus Teilen, die vorher Teile eines anderen waren, Mensch, Tier, Pflanze, selbst Mineralien.

    Dies ist ein Minimum was ein Mensch verstehen sollte. Insoweit ist daran noch nichtmal etwas was die Wissenschaften nicht bestätigen könnten, was zumindest jedes Kind in der Schule lernen kann. Nichts mystisches, alles ganz natürlich. Wenn da nicht dieses merkwürdige Bedürfnis wäre, mehr zu sein (als andere)....

  7. #16
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Warum soll ich Geld "spenden"??

    Zitat Zitat von Hua Hin",p="314487
    Hallo Richard,

    eine starke philosophische Einlage, aber mal ganz ehrlich, sind diese ganzen Gedanken von Dir persönlich?

    Nochmals vielen Dank für deine PN-Antworten.

    Gruss Alex
    @Alex
    Es sind immer nur meine Gedanken, meine Ansichten, meine Erfahrungen, die ich wiedergeben kann, sonst wuerde ich nur re-zitieren, was mir absolut nicht liegt, weil ich dann unsicher bin, ob ich auch alles verstanden habe und dem Urheber gemaess richtig anwende.

    Frueher waren da viele Fragen, die sich entweder schliesslich selbst beantworteten bzw. allmaehlich beantwortet wurden. Man kann viel sehen und erkennen, wenn man erst einmal die Augen oeffnet. Auf einmal fuegt sich alles wie ein Puzzle zusammen. Lueckenlos. Ueberall sind Hinweise, durch die buddhistische Lehre. Es reichen ganz einfach simple Aussagen wie eben "tue gutes und empfange gutes" und "Toleranz". Dies ist der Zuendfunke und dann schuettest Du einfach Deine eigenen Gedanken als "Benzin" darauf und siehe dann, was geschieht.

    Einst war mir nicht klar, wie das gehen soll, sich zwischen dem buddhistischen Weg und der Familie zu entscheiden, bis mir jemand (akademischer Authist mit Wurzeln in Nepal) einen entscheidenden Hinweis gab. Es ist keine entweder/oder Entscheidung. Eine der elementarsten Erkenntnisse, die ich jemals gewinnen konnte.

    Zu verstehen ist aber dabei nur der einfachste Teil, die praktische Umsetzung ist so unendlich schwierig. Man kann zwar die Funktionalitaet eines Motors begreifen, doch dies heisst nicht, dass man einen bauen kann. Ich selbst habe gerade erst das Prinzip der "Verbrennungstechnik" kapiert und dies bringe ich durch MEINE Postings zum Ausdruck. Nehmen wir eine Gluehbirne. Man kann leicht begreifen um was es sich hierbei handelt und das elektischer Strom sie zum leuchten bringt, doch erfordert es, sie in die Fassung (das Leben) einzufuegen.

    Meine buddhistische Philosopie ist praktisch und ich habe keine Ahnung von Ritualen, Mantras, ob es Dharma, Karma oder wie auch immer heisst und wer tragende Rollen spielt und was von Buddhisten gefordert wird.

    Ich weiss, es gab vor 2549 Jahren einmal einen Prinzen indischen Ursprungs, der Erkenntnis suchte und sie schliesslich gefunden hat. Er hat der Nachwelt ganz passable Ratschlaege hinterlassen, die es es auf das praktische Leben umzusetzen gilt, ohne jegliche Schnoerkel. Eine einfache Philosopie, meine Philosopie.

    Es wurde hier einmal im Board erwaehnt, dass der Dalaih Lama sagte: "Ich bin nur ein einfacher Moench und sonst nichts". Dies war fuer mich ein passendes Puzzleteil. Haette er gesagt, dass er die Reinkarnation eines Buddhas sein, dann haette seine Aussage fuer MICH keinerlei Wert gehabt, da sie nicht in mein buddhistisches Puzzlespiel gepasst haette.

    Axel, bedenke, meine "Einlagen" moegen fuer Dich Qualitaet, "Staerke" haben, aber eben vielleicht nur fuer Dich. Andere tuen sie vielleicht als Firlefanz ab und mich als Spinner oder gar Irren, was ich sogar verstehen koennte.

    Meine Worte sollten Dir nur eigene Inspiration geben. Re-zitiere sie nicht, sondern picke Dir Verwertbares heraus und verwerfe den Rest, den einfach zuviele Wege fuehren nach Rom. Der von MIR gewaehlte Weg ist nur eine Alternative, die speziell auf mich und MEINE persoenliche Umstaende zugeschnitten ist.

    Sorry, wieder eine sehr lange Antwort. Sie haette auch viel kuerzer ausfallen koennen: "Jein. Die Zuendfunken sind nicht von mir, sondern nur das Benzin, dass dann die Flammen lodern laesst". Habe aber keinen Draht dazu, in mysthischen Raetseln zu sprechen, darum die zusaetzlichen Erklaerungen.

    Viele Gruesse,
    Richard

  8. #17
    Tana
    Avatar von Tana

    Re: Warum soll ich Geld "spenden"??

    Mipooh,schon lange ist in Deutschland niemand katholisch aufgewachsen,von manchen kath. Urgemeinden im aüßersten Süd-bis Süd-Ost Deutschlands, dort wo die Jesus-Kreuze an jeder Ecke von Marienstatuen überholt werden mal abgesehen.
    Dear Tramaico, du hast keinen Unsinngeschrieben! Wir leben alle in einer Suppe, nur unsere Sinne lassen Grenzen erkennen. Was sind Farben? Wer viel Zeit hat beschäftigt sich mal mit Goethe, ein Denker meinesgleichen.

    Was haben Farben mit Nittaya zu tun? Nicht viel, aber es könnte ja sein.

    Gruß

    Gerd

  9. #18
    Avatar von mipooh

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    Re: Warum soll ich Geld "spenden"??

    Mipooh,schon lange ist in Deutschland niemand katholisch aufgewachsen
    Ist auch schon eine Weile her....

  10. #19
    Avatar von dear

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    Re: Warum soll ich Geld "spenden"??

    @changlek

    Ich weiß nicht wie die Straße heißt, ich war da noch nicht dort (mein persönlicher Boykott). Es soll am Bahnhof liegen, in so ner 3-Meter-bis-zur-Decke-Wohnung.

    Ich muss sagen, hier kann ich wirklich noch viel lernen. Sehr interessante Posts

  11. #20
    Avatar von ChangLek

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    Re: Warum soll ich Geld "spenden"??

    @Dear.....das ist wohl der Tempel den wir meinen - zwei Straßen vom Hbf Wiesbaden entfernt. Meine Frau ist gerade dort. Bin heute mal zuhause geblieben: habe schon beim Aufstehen entschieden heute meinen faulen Tag zu haben.....

    .....aber ab und zu gehe ich mit. Der Grund ist eher profan: real Thaifood vom allerfeinstem - u.a. Som Tam in seiner einzig wahren Form (megaoberatomscharf)..... ;-D ;-D

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