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Wann ist man Deutscher?

Erstellt von Tramaico, 05.07.2006, 14:17 Uhr · 116 Antworten · 5.215 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von mipooh

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    Re: Wann ist man Deutscher?

    Ich denke, mipooh hat das mit dem "marginal Schweizer" sehr gut erkannt...
    Das kommt von den Löchern im Käse.... marginal Käse...

  2.  
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  3. #22
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Wann ist man Deutscher?

    Für Deutsche ist die Fragestellung natürlich eine Andere als für die die es eindeutig nicht sind. Vielleicht wollen Deutsche auch gar nicht wissen wie es ein Aussenstehender (Ausländer ) sieht, bzw. ist meine Meinung nur beschränkt gefragt.

    Wenn ich aber Micha's "Argument" wiederum betrachte:

    Würde sagen, man ist soviel oder sowenig Deutscher, Engländer, Franzose, Italiener etc., wie man die jeweilige Sprache spricht.
    Dann käme ich doch irgendwie in Verdacht bzw. wäre ich sogar irgendwie betroffen... oder so ähnlich....
    Nein, so einfach ist das wohl doch nicht, eine nationale Identität und alles was daran festgenmacht ist, ist dann doch eine recht komplexe Angelegenheit

    Das Auffällige ist dann allemal dass, wieviel oder wie sehr, noch, oder wie auch immer Deutsch sein, immer eine gehörige Portion Wertung beinhaltet. Es scheint mir tatsächlich stets entweder die Frage zu sein, ob man nun stolz sein soll ein Deutscher zu sein, oder ob man sich doch lieber dafür zu schämen hat, auch wenn das nicht stets und immer so direkt ausgedrückt wird, schwingt es doch sehr oft im Hintergund mit. Oder sagen wir (etwas entschärft) lieber so: die Fragestellung scheint stets eine recht ernste Angelegenheit zu sein, die nicht so recht auf die leichte Schulter zu passen scheint und mit der eher selten spielerisch umgegangen wird.

    Und das ist aus meiner Position als Aussenstehender doch ein wichtiger Punkt. Denn das ist geau das wo die "deutsche Identität" bei den Deutschen ferstgemacht scheint, und wo sie bei mir nie irgedeine Angriffsfläche finden wird. Also würde ich beinahe sagen: "es ist bestimmt gar nicht einmal so leicht ein richtiger Deutscher zu werden (wenn man es noch nicht ist), fast schon so schwierig, wenn auch auf ganz andere Weise wie "Thai" werden. Deutsch sein bedeutet wohl doch, in einer gewissen "Not zum Pegelausgleich" gefangen zu sein. Da kommt mir z.B. auch wieder dieses klassische "wir sind wieder wer"in den Sinn, was ja auch immer wieder auflebt und in sich zusammen zu brechen scheint (siehe WM). Wobei aber nie ganz klar wird ob das nun eine eindeutig gute Sache ist oder nicht, deutsch zu sein und wer zu sein. Und in dieser Hinsicht haben Nichtdeutsche es tatsächlich leichter, bzw. kennen sie dieses Gefüh nicht wirklich in Verbindung mit ihrer nationalen Identität. Aber vielleicht haben Ausländer dieses Problem nicht deshalb, weil sie nicht die Deutsche Nationalität haben, sondern weil sie vor allem nicht Deutsch sind. Um also Deutsch zu sein oder zu werden, (wenn man es noch nicht ist) müsste man diesen typisch deutschen inneren Konflikt ja dann auch verinnerlichen und am eigenen Leib nachempfinden können. Und wer tut das schon freiwillig?

    Und an der gleichen Basis angelehnt, denke ich ebenfalls dass es für Deutsche einfach unmöglich ist sich von ihrem Deutschsein zu lösen, bevor für sie nicht ganz und eindeutig geklärt ist, ob es dann nun wirklich eine ganz normale Sache ist, Deutsch-, und zudem rein zufällig Deutsch -zu sein. Ich glaube der Deutsche wird erst dann aufhören ein Deutscher zu sein wenn er sich ganzlich von diesem Konflikt löst,- die Herausforderung anzunehmen um sie aufzugeben, das wäre eventuell der richtige Weg. Nur der Deutsche dem es ganz egal ist ob er Deutsch ist oder nicht, bzw.es ihm ganz gleichgütig ist was er ist, erfüllt erst die Voraussetzung keiner mehr zu sein. Und Jemand der das nicht über's Herz bringen kann, dreimal dürft ihr raten,- ist ganz eindeutig Deutscher!

  4. #23
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Wann ist man Deutscher?

    Hallo Luk, ihr Ausländer macht es euch ganz schön einfach

    Nur der Deutsche dem es ganz egal ist ob er Deutsch ist oder nicht, bzw.es ihm ganz gleichgütig ist was er ist, erfüllt erst die Voraussetzung keiner mehr zu sein. Und Jemand der das nicht über´s Herz bringen kann, dreimal dürft ihr raten,- ist ganz eindeutig Deutscher!
    Demnächst werde ich das einem Ami erzählen: "Erst, wenn es dir egal ist, ob du Ami bist oder nicht - erfüllst du die Voraussetzung, keiner mehr zu sein."

    Deine Anschrift werde ich vorsichtshalber nicht rausgeben

  5. #24
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Wann ist man Deutscher?

    Klar, ich habe ja damit begonnen zu erläutern dass es ein Statement eines Ausländers ist, -und es war auch vorauszusehen dass es (da es von mir kam) hart ausfallen würde :-)

    Und doch, ich kann es mir recht gut vorstellen dass es vielen Amis leichter fallen würde in letztes Zitat einzulenken, als manchem Deutschen... Amis lösen sich mitunter leichter von ihrer nationalen Identität als Deutsche, besonders die Expats, von denen ich sogar ein paar kenne.

    Wie sagte unser Premier noch letztlich bei einem Interview im deutschen Fernsehen: Ich habe noch nie gehört dass ein Floh sich von einem Löwen verrückt hat machen lassen (das Luxemburger Pendant zur deutschen Eiche, in etwa) ;-D

  6. #25
    Avatar von DisainaM

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    Re: Wann ist man Deutscher?

    gestern konnte man sehen, wie Deutsche enttaeuscht ihr Deutschlandwimpel vom Auto zupften, und in die Strasse warfen.

    Aber man konnte auch Deutsche sehen, die sich eine italienische Flagge kauften,
    und sich mit den Italienern freuten.

    Deutsch ?

    Vom Blut muetterlicherseits hab ich einen ungarischen Pegel;
    die Madyaren sind vor ueber tausend Jahren von China her, nach Europa ausgewandert, folglich kann ich chinesische Gene bei mir nicht ausschliessen ;-D

    trotzdem Blut und Boden Philosophie - glaub nicht dran,

    jeder ist sein individuelles Produkt,
    egal, welche Farbe der Pass hat.

  7. #26
    Avatar von wingman

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    14.074

    Re: Wann ist man Deutscher?

    Hallo,
    nun ich bin im Südharz geboren, auf einem Bauernhof aufgewachsen.
    Habe eine sehr schöne Kindheit gehabt, der Harz war noch intakt. Kaum kaputte Bäume.
    Bin ganz normal zur Volksschule gegangen, meine Lehre als KFZ Mechaniker gemacht. Das Fernweh war schon damals da. Mit einer 50er Zündapp (das Teil lief 90), eine dreiwöchige Tour durch Östereich, Italien und die Schweiz gemacht.
    Denke mal deutsch bin ich schon, hatte schöne Zeiten hier. Später mit den grossen Bikes, schon schön. Fast ganz Europa auf zwei Rädern bereist. Aber Deutschland hat sich stark verändert, zum schlechten.
    Die SPD vertritt nicht mehr den sozialdemokratischen Weg. Man rupft den Bürger wo es nur geht. Der Arbeitsmarkt ist kaputt, trotzdem wird der Bürger weiter abgezockt.
    Ich bin im Reisepass Deutscher. Aber mehr daheim fühle ich mich in Thailand.
    Mit jeder Reise bleibt ein kleiner Teil von mir dort. Trotzdem, ist meine Geburtsheimat Deutschland.
    Aber ich könnte Deutschland ohne Schmerzen den Rücken kehren, noch geht es nicht.

  8. #27
    Avatar von tira

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    Re: Wann ist man Deutscher?

    Zitat Zitat von Tramaico",p="365443
    Der Member ffm ...These ausgestellt:...Was macht einen Deutschen aus? Geburt, deutscher Pass, Kindheit, Schulzeit, Jugendzeit, Laenge des Aufenthaltes im Land?....
    jo, offensichtlich wird das am pass festgemacht. was iss jedoch mit meinem sohn,
    der ja künftig 2 davon besitzen wird. denke x er hat dann die möglichkeit je nach
    dem ort wo er aufwächst sich da wo zugehörig zu fühlen und von der jeweiligen
    volksgemeinschaft als mitglied akzeptiert zu werden.

    gruss

  9. #28
    KraphPhom
    Avatar von KraphPhom

    Re: Wann ist man Deutscher?

    Die Wurzeln der Herkunft zu verleugnen ist ein Vergehen an den Geist der Ahnen.

  10. #29
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Wann ist man Deutscher?

    Mein Sohn hatte sich immer mehr als Deutscher empfunden, auch in den Jahren in Thailand. (lebte die ersten 5 Jahre in Deutschland, dann 5 Jahre Thailand und jetzt fast 2 Jahre wieder in Kölle)

    Für mich selbst habe ich festgestellt, daß dort meine Heimat ist, wo ich lebe und ich mich wohlfühle, egal wo. Neue Prägungen hatten stattgefunden, wenn auch langsam.

    Gruß
    Monta

  11. #30
    Avatar von Micha

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    28.01.2003
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    15.952

    Re: Wann ist man Deutscher?

    Ist die Verunstaltung der Deutschen Sprache (Handy, Beamer und ähnlicher Quatsch), nicht Zeichen dafür, dass man sich für sein Deutsch-Sein schämt? So nach dem Motto, besser ein halber Amerikaner, als ein ganzer ....?

    Dabei ist die Deutsche Sprache meiner Meinung nach das letzte wofür man sich schämen müsste. Sie wurde schließlich nicht von ...... und seinem Gefolge erfunden.

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