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Und wieder eine Geschichte

Erstellt von traveler, 03.04.2006, 15:58 Uhr · 57 Antworten · 4.875 Aufrufe

  1. #41
    Godefroi
    Avatar von Godefroi

    Re: Und wieder eine Geschichte

    Zitat Zitat von Samuianer",p="332685
    ...ueberleg mal einer was davon zurueckbleibt, wenn Zuneigung immer nur geheuchelt wurde, wenn "Liebe" immer nur das Mittel zum Zweck war...
    Ein bemerkenswertes Posting Samuianer. Ich denke auch, dass der Umgang den Menschen formt, und wie ein Kind lernt, seine Eltern zu manipulieren, lernt ein Bargirl sicher Männer zu manipulieren.

    Trotzdem denke ich muss man auch den Aspekt der persönlichen Reife im Moment des ´Austritts´ aus dem Milieu sehen. Junge Frauen freuen sich vielleicht eher noch über die vermeintliche Macht und das Geld, während Frauen, die etwas älter sind, schon einige Zeit dieses Bargirl-Leben mit seinen spezifischen Ups und Downs gelebt haben, dem ganzen vielleicht etwas kritischer gegenüber stehen - so wie die meisten Menschen ausserhalb dieses Milieus auch. Ich sehe heute viele Dinge die ich als junger Mann skrupellos getan habe, ganz anders.

    Ich denke, auch manche Bargirls werden da reifen und sich vielleicht wenn sie eine Chance zum Ausstieg sehen (immer vorausgesetzt dass sie wirklich aussteigen wollen) besonders Mühe geben, es nicht zu vermasseln. Ob das dann so klappt ist natürlich wieder eine andere Frage.

    Du hast mal in einem anderen Posting angeführt, dass Bargirls auch wenn sie es finanziell im Moment nicht müssen an der Stange stehen, und ich habe das damals so verstanden, dass du darauf hinweisen wolltest, dass ihnen ihr Leben ganz gut gefällt.

    Das mag auf einige zutreffen. Ich denke aber doch, dass die meisten, die an der Stange stehen obwohl sie es momentan nicht müssten, eben dort ihr Leben haben, ihre Freunde, ihr soziales Umfeld, eben den Ort wo man hingeht um zu leben und nicht alleine zu sein. Auch hier in Europa gehen viele abends in die Kneipe, ein Umfeld in dem ich persönlich sicher nicht meine Freizeit verbringen würde, aber sie finden dort Aufnahme, Akzeptanz, Gespräche, Zugehörigkeit, und sind nicht alleine.

    Ich denke, dass diese Faktoren beim Verharren von Bargirls in der Bar ohne aktuelle finanzielle Erfordernis auch eine Rolle spielen. Und natürlich wohl auch die Gewissheit, dass kein Farang ewig zahlt, und man immer ein bisschen für Nachschub sorgen muss...

    Ich möchte auch noch was zu den immer wieder gehörten ´zwei Monaten´ sagen, die anscheinend sämtliche Bargirls nur in den Bars gearbeitet haben, wenn sie einen Farang kennenlernen.

    Ich kenne persönlich nur ein Ex-Bargirl, die komischerweise ´nur 6 Wochen´ in der Bar gearbeitet hatte, bevor sie die Lebensgefährtin meines Freundes wurde.

    Was ich so aus Gesprächen mit Bekannten und auch dem hier gelesenen entnehme, scheinen diese 6 bis 8 Wochen so eine Art Standardzeit zu sein, die oft genannt wird. Ich glaube das ist geschwindelt. Ein barmherziger Schwindel, oder eine Notlüge, oder wie immer man es nennen will, aber ich glaube, da wird ein bisschen geschönt. Oder sehe ich das falsch?

  2.  
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  3. #42
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Und wieder eine Geschichte

    @Achim schreibt:
    "Oder sehe ich das falsch?"

    Nein.

    Gruß
    Monta

  4. #43
    Avatar von JT29

    Registriert seit
    05.02.2004
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    Re: Und wieder eine Geschichte

    Das siehst du richtig, aber davor waren sie halt 6 Wochen oder 2 Monate an einer anderen Bar - pragmatismus pur
    Damit muss man halt leben (können).

    Juergen

  5. #44
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Und wieder eine Geschichte

    @JT29
    "Damit muss man halt leben (können)."

    Da sage ich jetzt aber nochmal: nein.
    (es sei denn, für den Urlaub)

    Gruß
    Monta

  6. #45
    Avatar von Lille

    Registriert seit
    22.04.2004
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    3.481

    Re: Und wieder eine Geschichte

    die alte geschichte wenn sie wirklich mit dem kapitel bar abschliessen will der farang mit ihrer vergangenheit wirklich klar kommt, sich dann noch vertrauen verstaendnis und liebe entwickelt kann es funktionieren. wie lange weis man nie da man sich ja immer weiterentwickelt, veraendert und sich dadurch auch auseinander leben kann.

    mfg lille

  7. #46
    Avatar von JT29

    Registriert seit
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    Re: Und wieder eine Geschichte

    @lille

    Genau das war mein Intention mit #43

    Juergen

  8. #47
    Avatar von phimax

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    03.12.2002
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    Re: Und wieder eine Geschichte

    Ist etwas literarisches, denn es ist aus John Burdett - Der Jadereiter, S. 270f.

    Imho paßt es aber irgendwie zum Thema(?)

    Die Prostitution läßt die Frauen anfangs auf fast unmerkliche Weise altern. Das hat nichts mit dem 5ex zu tun, der vollkommen natürlich ist, sondern mit dem emotionalen Streß des ständigen Betrugs. Schließlich macht der Kunde nur einem einzigen, nämlich sich selbst, vor, daß das, was er tut eine tiefe Bedeutung besitzt. Das Mädchen hingegen muß (u.U.) innerhalb einer Nacht mehrere Männer anlügen.

    Dieser Streß hat Auswirkungen auf die Gesichtsmuskulatur, läßt sie verkrampfen, führt zu jenem harten Blick, für den Prostituierte bekannt sind, aber noch wichtiger: Insgeheim entwickelt sie tiefe Ressentiments. Wenn sie tatsächlich einen Mann finden, der bereit ist, für sie zu sorgen, geben sie als erstes die Rolle der 5exgöttin auf und damit ihren Charme. Unwillkürlich machen sie den Fehler anzunehmen, der Kunde wolle ihr wahres Ich heiraten, nicht das Phantasiebild, obwohl er doch nur das kennt.

    Dann folgt eine drastische Veränderung des Äußeren. Viele von den Mädchen nehmen Hormone ein, um ihre Brueste zu vergrößern [...] laufen sie in Bangkok auf Fünfzehn-Zentimeter-Plateauschuhen herum. Die Rückkehr in die Realität kann ein ganz schöner Schock sein: von der großgewachsenen, vollbusigen .....königin zur flachbrüstigen Zwergin.

    Nein, Prostituierte werden im Regelfall keine guten Ehefrauen, aber das hat nichts mit Treue oder Untrue zu tun. Normalerweise wollen solche Mädchen keine außerehelichen Affären, in denen sie wahrscheinlich wieder die 5exgöttin spielen müßten. Sie möchten nur das Recht zurück, gereizt und ganz und gar uncharmant sein zu können, das sie bei ihrem Eintritt in das Gewerbe verloren.

  9. #48
    Avatar von Lille

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    3.481

    Re: Und wieder eine Geschichte

    dieses recht auch mal, sagen wir mal uncharmant sein zu koennen, spricht ihnen auch kein mann mit wirklichem verstaendnis nicht ab. nur muss sie auch aufhoeren ein prostituierte sein zu wollen.

    denn die wenigsten koennen damit leben das sich ihr partner prostituiert.

    mfg lille

  10. #49
    Avatar von phimax

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    Re: Und wieder eine Geschichte

    Lille, mal ist vollkommen normal.
    Allerdings sehe ich die Gefahr, das ein Zuviel an Verständnis auf Dauer nicht (unbedingt) förderlich ist.

    Zitat Zitat von Lille",p="333086
    denn die wenigsten koennen damit leben das sich ihr partner prostituiert.
    Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
    Mehr als ein Gig-Verhältnis wäre bei mir nicht (mehr) drin.

    Für wichtiger halte ich aber, dass der Partner keine Probleme damit sollte, was in der Vergangenheit gewesen ist.

  11. #50
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    3.787

    Re: Und wieder eine Geschichte

    Hm wird bestellt, das Buch. Ich habe mir hier erlaubt, zu dem Zitierten Text einige kurze Anmerkungen zu geben. Der Lesbarkeit halber in grüner Farbe.
    Zitat Zitat von phimax",p="333083
    Ist etwas literarisches, denn es ist aus John Burdett - Der Jadereiter, S. 270f.

    [...]

    Die Prostitution läßt die Frauen anfangs auf fast unmerkliche Weise altern. Das hat nichts mit dem 5ex zu tun, der vollkommen natürlich ist, sondern mit dem emotionalen Streß des ständigen Betrugs.

    [...]
    Dieser Streß hat Auswirkungen auf die Gesichtsmuskulatur, läßt sie verkrampfen, führt zu jenem harten Blick, für den Prostituierte bekannt sind,[...]

    Es gibt viele Gründe für die beschriebene Alterung. Diese Gründe fangen an bei Albträumen, wenn erlebtes verarbeitet wird, gehen weiter mit plötzlichen Angstartacken, ehemalige Freier zu treffen (Gerne genommen in größeren Kneipen ´Laß uns hier rausgehen, ich habe Angst´) und Selbstvorwürfen bis hin zu schweren Depressionen. Diese Selbstvorwürfe beziehen sich darauf, unstatthafetes getan zu haben und auch in der neuen Beziehung abhängig zu sein. "Ich habe meinen Sohn die ganze Zeit belogen, wenn er fragt wo ich hinginge, mein Leben in Deutschland ist nichts Wert."

    Zudem hat die tief empfundene Abhängigkeit teilweise Klammern und Eifersucht zu Folge.

    All dies verhärtet die Seele.


    [...]

    Insgeheim entwickelt sie tiefe Ressentiments. Wenn sie tatsächlich einen Mann finden, der bereit ist, für sie zu sorgen, geben sie als erstes die Rolle der 5exgöttin auf und damit ihren Charme. Unwillkürlich machen sie den Fehler anzunehmen, der Kunde wolle ihr wahres Ich heiraten, nicht das Phantasiebild, obwohl er doch nur das kennt.


    Nun, hier macht der Autor einen Fehler. Der Fehler lieg dort, die Schuld eindeutig der Frau zuzuschreiben. Auch der Mann verliebt sich in ein Klischee der immer willigen und ist entäuscht, da die Frau ihr Recht in Anspruch nimmt, dieses Klischee endlich aufgeben zu dürfen.


    Nein, Prostituierte werden im Regelfall keine guten Ehefrauen, aber das hat nichts mit Treue oder Untrue zu tun. Normalerweise wollen solche Mädchen keine außerehelichen Affären, in denen sie wahrscheinlich wieder die 5exgöttin spielen müßten. Sie möchten nur das Recht zurück, gereizt und ganz und gar uncharmant sein zu können, das sie bei ihrem Eintritt in das Gewerbe verloren.


    Hmm, müßte es (auch nach dem oben geschriebenen) nicht heißen Männer die sich von dem 5exgöttin-Klischee nicht lösen können werden keine guten Ehemänner. Meines Erachtens ist es so, daß nur ein längeres Kennenlernen im Alltag, ohne Schauspiel aber mit Alltagsproblemen zeigen kann, ob eine Beziehung dauerhaft funktionieren kann.

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